Der VX5 ST ist das Einstiegsmodell von Vmax. Trotz seines günstigen Preises bietet er einen starken Motor, gute Bremsen und Luftreifen. Wir haben den E-Scooter mit Straßenzulassung getestet.
Als wir den Vmax VX2 ST (Testbericht) im Juni 2022 in der Redaktion hatten, überzeugte uns der E-Scooter vor allem dank des starken Motors. Aber auch die Reichweite, der gute Klappmechanismus, die robuste Verarbeitung und die guten Bremsen standen auf der Habenseite. Weniger gut gefiel uns das hintere Schutzblech, das spiegelnde Display und die fehlende Federung.
Der Vmax VX5 ST ist der Nachfolger des VX3, ähnelt aber auch dem teureren VX2 ST in vielen Punkten. Neben dem VX5 ST verkauft Vmax ihren Einsteiger-E-Scooter auch als VX5 GT mit etwas größerem Akku. Dass der VX5 sein Geld wert ist und sogar die ein oder andere Schwäche des VX2 ST ausbügeln kann, zeigt unser Testbericht.
Optisch ähnelt der VX5 ST dem VX2 ST. Auffälligster Unterschied: Die Luftreifen sind von 10 Zoll auf 8,5 Zoll geschrumpft. Der E-Tretroller ist komplett in einem dunklen Grau gehalten. Abgesehen vom Hecklicht und den orangefarbenen Katzenaugen gibt es keine farbigen Highlights. Das verleiht ihm eine gewisse Eleganz. Allerdings wird es sicherlich auch einige geben, die sein Äußeres als langweilig empfinden.
Bezüglich der Verarbeitung haben wir nichts am VX5 ST auszusetzen. Im Gegensatz zum VX2 ST ist diesmal sogar sein hinteres Schutzblech stabil genug, um den ein oder anderen Tritt wegzustecken. Sein Klappmechanismus ist einfach und funktionell. Zusammengeklappt kann man den E-Scooter an der Lenkstange zum Tragen hochheben.
Die Haltegriffe am Lenker sind groß und ergonomisch geformt. Sie geben beim Fahren einen guten Halt. Premium-Features wie einen Blinker hat der Vmax VX5 ST nicht. Die Klingel auf der linken Seite ist schick integriert. Die Bremshebel links und rechts betätigen die Trommelbremsen am vorderen und hinteren Rad. Mit ihnen aktiviert sich gleichzeitig die Motorbremse. Einen zusätzlichen Daumengriff, um ausschließlich die verlustfreie Motorbremse zu nutzen, gibt es nicht. Wer das will, kann jedoch die Griffe der Trommelbremse ganz leicht anziehen. Insgesamt bremst der VX5 ST sehr gut. Allerdings mussten wir einige Kilometer fahren, bis die Trommelbremsen richtig zupackten.
Auf der rechten Seite des Lenkers sitzt der Daumengriff für die Motorsteuerung. Sie ist feinfühlig und leichtgängig. Die beiden Taster daneben wirken etwas stabiler als noch beim VX2 ST. Mit ihnen schaltet der Fahrer den E-Scooter ein und aus, wechselt den Fahrmodus und steuert das Licht. Das Frontlicht ist ausreichend hell, um im Dunkeln von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden. Das Hecklicht schaltet sich ebenfalls mit dem Frontlicht ein und aus. Es leuchtet zusätzlich beim Bremsen auf – ein Vorteil gegenüber dem deutlich teureren Vorjahresmodell VX2 ST. Direkt unter dem Hecklicht kann der Fahrer das in Deutschland verpflichtend benötigte Versicherungskennzeichen anbringen.
Das Display sitzt mittig am Lenker und erinnert stark an das Display des VX2 ST – mit allen Vor- und Nachteilen. So ist es angenehm groß und zeigt deutlich die wichtigsten Parameter wie die aktuelle Geschwindigkeit, den Fahrmodus und die Akkurestkapazität in fünf Balken an. Allerdings spiegelt es bei direkter Sonneneinstrahlung leider genauso stark wie das Display des VX2 ST.
Wer will, kann den E-Scooter mit einer App verbinden. Dort ist es unter anderem möglich, eine Motorbremse zu aktivieren. Das soll einen Diebstahl erschweren. Allein darauf sollte sich jedoch keiner verlassen, schließlich kann jeder Dieb den 16,2 Kilogramm schweren E-Scooter einfach davontragen. Mehr zum Thema in unserem Ratgeber Diebstahlschutz für Fahrrad, E-Bike & E-Scooter: Alarm, GPS-Tracker & Schlösser.
Gleich vorweg: So stark wie beim VX2 ST ist der Motor des VX5 ST nicht. Das deuten bereits die Leistungswerte an. So hat der VX2 ST einen 500-Watt-Motor, während Vmax in den VX5 ST einen Motor mit 400 Watt Leistung packt. Trotzdem beschleunigt der Vmax VX5 ST flotter als die meisten anderen E-Scooter für unter 500 Euro. Auch schwerere Personen (Zuladung von bis zu 120 Kilogramm) beschleunigt er in angemessener Zeit auf die maximal erlaubten 20 Kilometer pro Stunde, die er per GPS nachgemessen auch erreicht. Wir empfehlen beim Fahren dringend das Tragen eines Helms (Ratgeber).
Während der Fahrt zeigt sich der VX5 ST wenig. Er reagiert schnell und präzise auf unsere Manöver. Allerdings hätte das Trittbrett gerne etwas größer ausfallen dürfen. Bodenwellen, Schlaglöcher, Steinchen und weitere kleine Hindernisse schluckt der E-Scooter weniger gut weg als der VX2 ST. Das liegt vor allem an den auf 8,5 Zoll geschrumpften Reifen. Dank ihrer Luftfüllung sind sie dennoch den allermeisten Vollgummi- oder Honeycomp-Reifen bezüglich der weitergegebenen Erschütterungen überlegen. Leider hat es Vmax versäumt, eine Federung einzubauen.
Der Akku im VX5 ST hat eine Kapazität von 281 Wattstunden. Das ist seinem Preis angemessen. Vmax gibt eine maximale Reichweite von 20 bis 30 Kilometern an. Unter Idealbedingungen wie einem leichten Fahrer, warmen Wetter, geradem Asphalt und so weiter, können diese Werte vielleicht erreicht werden. Wir gehen davon aus, dass unter realen Bedingungen ein etwa 80 Kilogramm schwerer Fahrer in der Stadt mit viel Stopp-&-Go 20 Kilometer weit kommt, bevor der Akku wieder ans Netz muss. Die Ladedauer ist mit vier Stunden angegeben. Wer sich für den VX5 GT entscheidet, bekommt einen 374-Wattstunden-Akku.
Viel mehr Informationen zum Thema Reichweite zeigen wir in unserer Bestenliste Top 10: E-Scooter mit größtem Akku im Reichweiten-Test.
Der Vmax VX5 ST kostet bei Amazon 449 Euro. Wer mit dem fast baugleichen VX5 GT einen etwas größeren Akku möchte, zahlt etwas mehr.
Der Vmax VX5 ST ist ein äußerst gelungener E-Scooter im Einstiegssegment. Mit seinem starken Motor, der robusten Verarbeitung, dem guten Klappmechanismus und den effizienten Bremsen bietet er trotz seines günstigen Preises von 500 Euro viele der positiven Eigenschaften des deutlich teureren Vmax VX2 ST (Testbericht). Die Verbesserungen beim hinteren Schutzblech und der Stabilität der Bedienelemente sind deutlich erkennbar. Trotz seiner kompakten Größe und der geschrumpften Reifengröße von 8,5 Zoll bietet er ein recht angenehmes Fahrgefühl, wobei er bei Unebenheiten etwas zurückstecken muss.
Dennoch hat der VX5 ST einige Mängel. Insbesondere das spiegelnde Display stört bei Sonne und die fehlende Federung haben wir vermisst. Zudem könnte das Trittbrett für manche Fahrer zu klein ausfallen. Trotz einer reduzierten Motorleistung im Vergleich zum VX2 ST zeigt der VX5 ST eine beachtliche Beschleunigungsleistung. Die maximale Reichweite dürfte im städtischen Stopp-&-Go-Verkehr bei rund 20 Kilometern liegen. Insgesamt bietet der Vmax VX5 ST ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist eine empfehlenswerte Option für Einsteiger.
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