Seine erste Bauanleitung veröffentlichte er mit 16, mit 30 testete er die ersten "Schleppis" (tragbare 8-W-D-Netz-Funktelefone) und dann Handys bei der Traditionszeitschrift Funkschau. Danach kümmerte er sich bei einem Provider um die mobile Datenübertragung in D- und E-Netz mit damals immerhin…
Der DOR-400 von VR-Radio kann auf EWF-Katastrophenalarme einschalten. Doch ist er auch als Radiowecker gut? Wir haben ihn genau getestet.
Das Handy am Bett löst bei manchen inzwischen den klassischen Wecker ab. Wer sich jedoch im Schlaf nicht von Benachrichtungen, unerwarteten Anrufen oder Handystrahlung stören lassen will, für den ist der gute alte Radiowecker vielleicht eine bessere Option. Diese gibt es zudem mittlerweile im modernen Gewand mit Digitalradio sowie EWF-Warnungen für den Katastrophenfall.
Ein preiswerter Vertreter dieser Zunft ist das VR-Radio DOR 400 von Pearl für 69 Euro. Es gehört zu den wenigen Radioweckern auf dem Markt, die neben DAB+ auch den neuen Standard „Emergency Warning Functionality“ (kurz: EWF) unterstützen. Zudem eignet sich das Radio auch als Bluetooth-Speaker für das Smartphone – benötigt jedoch immer einen Netzstecker. Wir haben den Radiowecker getestet und zeigen Stärken und Schwächen.
Mehr digitale Radios zeigen wir in den Ratgebern DAB+ und Internetradios: Das bieten moderne Radios für Küche & Co. ab 40 Euro sowie DAB+ für zu Hause: Digitalradios und Kompaktanlagen mit CD, WLAN und Bluetooth. Mehr über die Emergency Warning Functionality erklären wir im Artikel Katastrophenwarnung ohne Handynetz: Diese DAB-Radios unterstützen EWF.
Zugegeben, viele Radiowecker sind im Radiobetrieb auch nicht schön anzuhören, rauschen und halten den Sender nicht. Bei DAB+ gibt es dieses Problem nicht, der Empfang ist digital, rauschfrei und der Sender verstellt sich auch nicht unbemerkt am Radio. Der DOR-400 kann 40 DAB+-Sender speichern, außerdem auch 40 UKW-Stationen. Dazu kann er Musik oder Podcasts vom USB-Stick abspielen oder per Bluetooth vom Smartphone.
Mit Stereo-Wiedergabe und einem 7,1 cm großen farbigen Display macht das Gerät trotz seines günstigen Preises dabei etwas her. Und es ist eins der noch raren DAB+-Radios, das bei einer EWF-Warnung aus dem Stand-by einschalten und diese wiedergeben kann. Nur bei Stromausfall muss es passen, und EWF-Textmeldungen kann es nicht anzeigen.
Das Netzteil ist extern mit 5 Volt anzuschließen. Zunächst mag das lästig erscheinen, Bastler können das Radio so allerdings auch mit einer am Ladegerät angeschlossenen Powerbank versorgen. So ist auch bei Stromausfall noch eine Notfallwarnung möglich. Ebenso kann man einen Kopfhörer anschließen. Damit man Wecker und Notfallalarm hören kann, sollte man diesen allerdings vor Einschlafen abstecken. Bis zu zwei Weckzeiten kann man abspeichern, neben Radio von UKW oder DAB+ kann der Wecker auch mit Musik vom USB-Stick wecken.
Eine Einschlaffunktion schaltet das Gerät auf Wunsch nach 15, 30, 45, 60, 75, 90, 105 oder 120 Minuten ab; das DOR-400 hat 760 g bei 220 × 100 × 88 mm, womit einerseits der Stereoeffekt hörbar wird und andererseits noch genug Platz am Nachttisch bleibt.
Ein Lichtblick ist die Anleitung, die entgegen dem Trend zweisprachig und gut zu lesen ist. Sie ist nicht 20-sprachig im Mikroformat gehalten, sondern mit richtigen Texten und nicht nur Bildern versehen wie bei Ikea. Eine Heftklammer sollte man ihr allerdings noch spendieren.
Das DOR-400 hat eine Wurfantenne. Damit kann diese zwar nicht im Halbschlaf ins Auge gehen wie eine Teleskopantenne, doch ist der Empfang meist weniger gut, wenn man sie nicht mit Tesa-Film an der Wand fixieren will. Umso erfreulicher ist die hohe Empfindlichkeit des Geräts sowohl auf DAB+ als auch auf UKW. Dies ist selbst für reine USB-Musikhörer wichtig, da die EWF-Warnfunktion ja nicht an unzureichendem Empfang scheitern sollte.
Die Sender kann man automatisch oder manuell suchen. Beim UKW-Empfang kann es allerdings selbst bei stärkeren Sendern noch rauschen, weil sich Stereo nicht abschalten lässt und die Lautsprecher sehr höhenlastig wiedergeben: Ähnlich zu Sonos-Lautsprechern wurden hier Hochton-Kalotten als Hauptlautsprecher verbaut. Damit können auch noch Mitten und etwas Bässe wiedergegeben werden, doch der in den Höhen so klare Klang kann nur per USB voll genossen werden.
Auf UKW stört Rauschen und via DAB+ und Bluetooth sind Artefakte vernehmbar, da Digitalradio oft mit geringer Bandbreite ausgestrahlt wird und für Bluetooth nur der Standard-Codec SBC zur Verfügung steht, AAC, aptX oder LDAC fehlen. Zugegeben, das ist für diesen Preis nicht wirklich zu erwarten, doch empfiehlt es sich, die Höhenwiedergabe durch Wahl der „Bass“-Klangeinstellung (wählbar aus neun Sounds) abzumildern. Dann klingt der DOR-400 besser als so mancher Billig-Radiowecker auch etablierter Marken. Die Lautstärke ist mit 8 W Spitzenleistung (2 × 2 W RMS) auch mehr als ausreichend.
Das VR-Radio DOR-400 wird vom Versandhändler Pearl importiert und ist für knapp 69 Euro bei Amazon erhältlich. Sonderlich viele Radios mit EWF gibt es derzeit nicht. Eine der wenigen Ausnahmen ist das Telestar Dira M 1 A (Testbericht) ab 80 Euro, das im Test zu überzeugen wusste. Wer auf EWF verzichten kann und dafür Google Assistant und Streaming nutzen möchte, sollte einen Blick auf das Harman Kardon Citation Oasis (Testbericht) für 250 Euro werfen.
Die Ausstattung des DOR-400 ist rund und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Wer noch besseren Klang will, endet schnell beim drei- bis zehnfachen Preis – und muss dennoch auf den EWF-Alarm am Nachttisch verzichten. Insofern macht man mit diesem Gerät nichts falsch, wenn man keine totale Quäke als Wecker will und auf EWF Wert legt.
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