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Worx Landroid L1000 im Test: toller, erweiterbarer Mähroboter mit App-Steuerung

Worx Landroid L1000
VORTEILE
  • gutes Schnittbild
  • leise und zuverlässig im Betrieb
  • Module erlauben Nachrüsten von Funktionen
NACHTEILE
  • nicht billig

Der Worx Landroid L1000 ist ein Rasenmähroboter mit Erweiterungsschächten für Module mit GPS und Handynetz, weitere Sensoren und weiterer WLAN-Abdeckung für große Grundstücke. Wir haben den Orange-Schwarzen Roboter ausführlich getestet.

Worx hat im umkämpften und inzwischen riesigen Markt der Mähroboter mit dem L1000 einen spannenden Weg eingeschlagen. In der Standard-Ausführung bekommt man einen guten Allround-Mähroboter, und wer möchte, kann den Bot zur High-Tech-Maschine aufrüsten: Modulschächte an Ober- und Unterseite samt optionalem Zubehör sorgen für eine Ausstattung, die sich optimal an die örtlichen Gegebenheiten und die Wünsche der Besitzer anpassen lässt. Aber dazu später mehr.

Der Test erscheint in unserer Themenwelt zu Mährobotern. Dort ist bislang bereits der Test zum Bosch Indego S+400 (Testbericht) erschienen.

Einrichtung

Im großen Karton finden sich neben dem Roboter selbst eine Ladestation samt Stromversorgung, 180 Meter Begrenzungskabel inklusive Befestigungszubehör, eine ausführliche, gut geschriebene und erstklassig bebilderte Anleitung und diverses Zubehör wie Ersatzmesser.

Der Aufbau dauert je nach Grundstück etwa einen Nachmittag. Die Station braucht einen geeigneten Ort (waagerecht, seitlich befahrbar mit genug Abstand in Fahrtrichtung und mit Stromversorgung in der Nähe). Auch wenn Station und Roboter wasserdicht sind (IPX5), so sollte die Station idealerweise durch ein Vordach oder eine spezielle Garage gegen zu starken Regen und andere Umwelteinflüsse geschützt sein. Die Unterseite der Station besteht aus einem Kunststoffgitter, durch das der Rasen wachsen kann, und einer seitlichen Erhöhung mit zwei gefederten Ladekontakten, mit denen sich der Roboter verbindet, indem er „einfach nur“ dem Begrenzungskabel folgt. Eine komplexe Navigation, Suchalgorithmen für die Basis oder Ähnliches braucht es aufgrund dieses simplen Aufbaus nicht. Das mag für Technikfans enttäuschend sein, hat sich aber im Praxis-Einsatz bewährt. Die Station wird mit dicken, langen Kunststoffschrauben im Boden verankert.

Worx Landroid L1000

Apropos Begrenzungskabel: Man kann es „einfach“ auf dem Rasen verlegen und mit den mitgelieferten Heringen verankern. Nach wenigen Wochen ist es so mit dem Gras verwachsen, dass man es nicht mehr sieht. Beim Verlegen des Kabels sollte man aber unbedingt die Anleitung beachten, damit der Roboter alle Kurven sauber kriegt, ohne an Randsteinen oder Büschen hängenzubleiben – und damit er seitlich wirklich knapp an der Rasenkante entlang fährt. „Cut to Edge“ nennt das der Hersteller, es spart das Kantenschneiden – aber nur, wenn man extrem präzise beim Verlegen des Kabels arbeitet und Kurven exakt so ausführt, wie die Anleitung es vorschreibt. Ist das Kabel verlegt, wird es vorn und hinten an der Station eingespannt und mit Klemmverbindern angeschlossen. Das war's, der Mähvorgang kann losgehen.

Die Verarbeitung des Produkts ist hervorragend. Auf den ersten Blick mag das Gerät vielleicht etwas billig aussehen, aber die Materialauswahl ist vorbildlich, alles ist stabil und durchdacht. Dank IP5x ist der Roboter nicht nur wasserdicht, man kann ihn sogar mit dem Gartenschlauch (nicht mit dem Hochdruckreiniger) säubern: Umdrehen, Schlauch draufhalten, fertig. Wenn man das regelmäßig macht, etwa einmal pro Woche, muss man sich ansonsten nicht um die Pflege von Roboter und Garten kümmern. So muss das sein.

Mähen

Unterm Worx Landroid L1000 arbeitet eine sich drehende Scheibe mit kleinen Messern, die an Rasierklingen erinnern – optisch, und beim Reinigen auch in Form von Schnittwunden am Finger, wenn man die Anleitung missachtet und ohne Handschuhe arbeitet. Kurz und knapp, sie sind sauscharf – auch nach mehreren Einsatz-Wochen noch – und sorgen somit für ein sauberes Schnittbild.

Der L1000 fährt den Rasen nach dem Zufallsprinzip ab. Er fährt geradeaus, bis er den Begrenzungsdraht erkennt oder seine beweglich gelagerte Frontpartie gegen ein Hindernis stößt. Dann wählt er erstaunlich geschickt eine neue Richtung. Geschickt? Ja, trotz diverser „Fallen“ auf dem Grundstück hat er sich dabei nie festgefahren. Zwei Ausnahmen waren ein von oben herabhängender Ast, der zwischen die Räder gekommen ist, und eine Stelle, an der der Rasen aufgrund abgestellter Blumentöpfe stark beschädigt war. Die dicken, gummierten Räder konnten sich hier in den aufgeweichten, lehmigen Boden eingraben. Mit nachgesätem Rasen war das Problem schnell behoben.

Worx Landroid L1000

Obwohl das Zufallsprinzip irgendwie nicht ganz zeitgemäß wirken mag und der Roboter manche Stellen öfters abfährt als andere, war das Schnittbild des Rasens nach etwa einer Woche L1000-Einsatz hervorragend. Nirgends eine Stelle, die der Worx nicht erwischt hätte – damit haben wir nicht gerechnet. Zugegeben, je nach Form des Grundstücks, nach der Breite von Durchgängen und Wegen kann das auch schlechter laufen. Für diesen Zweck gibt es aber die Möglichkeit, „Zonen“ festzulegen und manche Bereiche seltener, andere hingegen öfters mähen zu lassen. Mangels echter Navigation ist das Zonen-System recht rudimentär: Der Roboter fährt auf Knopfdruck den Begrenzungsdraht ab und der Nutzer tippt in der App, wenn eine neue Zone beginnt. Komfortabel ist anders, aber es ist ein sehr pragmatischer und gut funktionierender Ansatz.

Apropos: Der Antrieb erfolgt über die Hinterräder. Die vorderen Rollen sind frei gelagert und laufen mit. Für die Stromversorgung setzt der Hersteller auf austauschbare Akkus, die auch in den Werkzeugen von Worx (Ratgeber Werkzeug-Akkus) zum Einsatz kommen – so kann man sie einfach durchtauschen. Mit einer Akkuladung mäht der Bot etwa eine Stunde, kehrt dann zur Ladestation zurück – und fährt je nach Einstellung bei vollem Akku direkt oder erst am nächsten Tag wieder los. Wie viel der Landroid arbeiten muss, um einen perfekt gepflegten Rasen zu haben, ermittelt die App – oder man legt eigene Timeslots fest, in denen das Gerät arbeiten darf.

Der Rasen wird auf 30 bis 60 mm geschnitten, die entsprechende Einstellung erfolgt komfortabel in Stufen über einen Drehschalter auf der Oberseite. Für die rudimentären Einstellungen und Status-Informationen gibt es dort auch ein paar Tasten und ein LED-Display, sowie einen großen Stopp-Knopf. Die Bedienung am Roboter selbst ist nicht sonderlich intuitiv, aber dank der guten App muss man hier eigentlich nicht dran.

Die Lautstärke gibt der Hersteller mit 61,6 db an. Insgesamt arbeitet der Roboter hörbar, aber nicht störend, und durfte bei uns auch während des Sonntagsfrühstücks auf der Terrasse werkeln. Beschwert hat sich niemand – abgesehen von den Nachbarskinder zu Beginn der Winterpause, die dem knallorangen Worx so gerne bei der Arbeit zusehen.

Module

Worx Landroid L1000

Wer es smarter möchte, kann den L1000 nachrüsten. Los geht's mit der Konnektivität: Standardmäßig verbindet er sich mit dem heimischen WLAN, um Steuersignale und Konfiguration zu empfangen und Status- und Störungsmeldungen per App und Push-Nachricht an seinen Besitzer zu senden. Ist das Grundstück zu groß fürs WLAN, gibt es mit Radiolink einen alternativen Funkstandard mit einer Reichweite von 1 km. Enthalten sind eine Basisstation fürs Haus, die mit dem eigenen Netzwerk verbunden wird, und das Funkmodul für den Roboter. Alternativ kann man auch sein WLAN fit für den Garten machen.

Das Modul Find my Landroid integriert einen GPS-Empfänger und ein Handynetz-Modem samt integrierter SIM-Karte. Die Kommunikation mit Cloud und App braucht dann auch kein WLAN mehr, außerdem übermittelt GPS die aktuelle Position – und dank Handynetz funktioniert das auch weit weg von daheim. Wer Angst vor Diebstahl hat, bekommt hier das richtige Werkzeug zum Schutz. Unabhängig davon lässt sich der Worx mit einem vierstelligen PIN-Code schützen – auch ohne dieses Modul.

Wer einen filigranen Garten hat, sollte sich das Anti-Collision-System, kurz ACS, ansehen. Erstens bekommt der Roboter damit fast schon niedliche Augen nachgerüstet, zweitens handelt es sich dabei um Ultraschallsensoren, mit denen der L1000 Büsche, Blumentöpfe, Brunnen und andere Zierde erkennt, bevor er dagegen kracht. Stattdessen bremst er langsam vorher ab und sucht sich einen neuen Weg.

Je nach Gartengestaltung kann auch das Off-Limits-Modul interessant sein. Damit lassen sich Teile der Rasenfläche vom Mähen ausnehmen, ohne, dass das Begrenzungskabel dafür nötig ist. Stattdessen reagiert dieser Sensor auf ein Magnetband, das sich frei und ohne Anschluss an die Ladestation verlegen lässt – etwa, um Frühblüher im Garten für ein paar Wochen stehenzulassen oder für ein kleines Wildwuchs-Biotop mitten im Rasen.

Die Module sind klasse, da sie die Aufrüstung des Worx für den gewünschten Einsatzzweck ermöglichen. Allerdings treiben sie den Preis auch ordentlich in die Höhe.

App

Die Landroid-App lässt keine Rätsel offen. Auf der Status-Seite erkennt man sofort, was der Mäher gerade macht und warum er derzeit mäht – oder auch nicht, etwa, wenn der Regensensor fürs Aussetzen gesorgt hat. Die folgende Fotostrecke zeigt Screenshots von der Einrichtung über die Einstellung bis zur Nutzung.

Es gibt Timer-Einstellungen, die festlegen, an welchen Wochentagen um wie viel Uhr gearbeitet werden soll, mit einer zusätzlichen Einstellung für die Pflege der Rasenkante. Es gibt Statistiken, die zeigen, wie oft und wie lang der Landroid im Einsatz war – für unseren Test hat der L1000 83 km Rasen abgefahren und 86 Ladezyklen durchlaufen.

Zusätzlich gibt es Push-Nachrichten, etwa, wenn sich der L1000 festgefahren hat, und ein Nutzereingriff nötig ist. Hat man das Find-my-Landroid-Modul nachgerüstet, kann man die aktuelle Position auf einer Karte einsehen.

Fazit

Der Worx Landroid ist mit Preisen von 1100 bis 1300 Euro ohne Module sicherlich kein Schnäppchen, für eine maximale Rasenfläche von 1000 m2 aber auch nicht überteuert. Der Rasenmäher hat bei uns sehr zuverlässig gearbeitet, war weder laut noch wartungsintensiv, hat mit seiner tollen App überzeugt und dank der optionalen Module lässt er sich an viele Besonderheiten und Gegebenheiten anpassen. Wer ihn sich leisten kann: klare Kaufempfehlung!

Update: Ein Leser hat uns auf regelmäßige Aktionen des Herstellers aufmerksam gemacht, aktuell beispielsweise einen kostenlosen Installationsservice. Details gibt es auf der Aktionsseite.