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Xiaomi Smart Band 7 im Test: Guter Fitness-Tracker mit 10 Tagen Akkulaufzeit

Huawei Smart Band 7
VORTEILE
  • ordentliche Akkulaufzeit
  • hervorragendes Display mit guter Helligkeit
  • gutes Daten-Tracking
  • sehr genauer Schrittsensor
NACHTEILE
  • teils ungenaue Pulsmessung
  • Armband wirkt immer noch billig
  • kein GPS und kein Helligkeitssensor

Xiaomi hat die siebte Generation des Smart Band auf den Markt gebracht. Wie gut es ist und was sich im Vergleich zu den Vorgängern getan hat, klärt der Test.

Nach Huawei veröffentlicht nun auch Xiaomi das mittlerweile siebte Smart Band. Wie gewohnt will der Hersteller mit vielen Features zum günstigen Preis überzeugen und neue Nutzer anlocken. Wir haben uns das Smart Band 7 genauer angeschaut und mit den Vorgängern Mi Band 5 und 6 verglichen. Was die Neuauflage taugt und ob sich der Kauf für Neueinsteiger und Besitzer der alten Modelle lohnt, klären wir in unserem Test.

Lieferumfang, Design, Einrichtung

Bereits bei der ersten Nutzung des Xiaomi Smart Band 7 kommen wir uns ein wenig so vor, wie in unserer eigenen Version des Films „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Denn optisch hat sich beim Smart Band 7 im Vergleich zum Mi Band 5 und 6 nichts getan – absolut gar nichts. Wer die Fitness-Tracker nebeneinander legt, könnte vermutlich nicht auf Anhieb sagen, welches Band jetzt welcher Generation angehört. Sogar beim Lieferumfang bleibt alles beim Alten: Der schlichten Pappschachtel liegen der Tracker inklusive Armband, eine Bedienungsanleitung und ein Ladekabel bei.

Die wohl größte Neuerung betrifft den Namen, was für eine Menge Verwirrung sorgen könnte. Ohne großes Aufsehen änderte Xiaomi die Bezeichnung von Mi Band zu Smart Band. Viele dürften den Fitness-Tracker weiter als Mi Band oder als Mischform sogar Mi Smart Band bezeichnen. Offiziell heißt das Produkt jetzt Xiaomi Smart Band, streng genommen auch rückwirkend.

Auch beim Display und dem Armband hat sich im Vergleich zum Mi Band 5 und 6 nichts getan – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Das Display selbst lässt sich immer noch hervorragend ablesen, selbst bei starker Sonneneinstrahlung. Auch die Reaktionsgeschwindigkeit des Displays lässt keine Wünsche offen, auch wenn es selten zu leichten Rucklern auf der Anzeige kommt. Die fallen aber kaum ins Gewicht. Das Display selbst ist jetzt 1,62 Zoll groß – eine der wenigen Veränderungen gegenüber dem Mi Band 6, das noch über ein 1,56-Zoll-großes AMOLED-Display verfügte. Größer ist der Tracker insgesamt aber trotzdem kaum, weil Xiaomi einfach die Ränder des Displays verringert hat. Neu ist die Möglichkeit, ein Always-on-Display zu aktivieren. Leider fehlt weiterhin ein Helligkeitssensor für Umgebungslicht.

Demgegenüber hat Xiaomi beim Smart Band 7 wieder das gleiche Armband verbaut wie bei den Vorgängern, das ziemlich billig wirkt und deren Schließe wir im Test etwas gewöhnungsbedürftig und fummelig empfanden. Immerhin kann man bereits ab zehn Euro im Internet entsprechende Ersatzarmbänder in verschiedenen Farben kaufen.

Wo sich ebenfalls so gut wie nichts geändert hat, ist die Einrichtung des Xiaomi Smart Bands 7: Wir starten den Tracker, laden die Mi Fitness App auf unser Smartphone herunter und koppeln das Smart Band 7 mit unserem Handy. Um die Installation der App zu vereinfachen, zeigt das Smart Band 7 direkt nach dem Start einen QR-Code an, über den wir die App herunterladen können. Die Einrichtung dauert nur ein paar Minuten, allerdings benötigen wir zur Nutzung der Software ein kostenloses Mi-Benutzerkonto.

App

An der App Mi Fit hat sich seit unserem Test des Xiaomi Mi Band 6 (Testbericht) nichts Wesentliches verändert, sodass wir an dieser Stelle auf unsere ausführliche Besprechung der Software in unserem Test zum Mi Band 5 verweisen. An dieser Stelle sei nur erwähnt, dass die App alle Daten, die wir mit dem Smart Band 7 aufzeichnen, angenehm übersichtlich in diversen Tabellen aufbereitet. Wichtige Daten wie Schritte, Schlaf, Trainingseinheiten und Aktivitäten werden uns in einzelnen Übersichten angezeigt. Auch Messwerte wie unser Blutsauerstoff stehen zur Verfügung.

Neu hinzugekommen sind die Menüs „Wettbewerb“ und „Stehen“. Über ersteres können wir Freunde zu Wettkämpfen einladen, etwa durch den Vergleich mit Aktivitätsdaten wie Schritten. Die Übersicht „Stehen“ zeigt uns an, wie viel Zeit eines Tages wir im Stehen verbracht haben – eine hilfreiche Funktion für diejenigen Nutzer, die sehr viel Zeit am Schreibtisch sitzen. Wer möchte, kann außerdem wie gewohnt spezifische Aktivitätsziele festlegen und ein Zielkörpergewicht angeben.

Die App zeigt auf der ersten Seite direkt unsere Datenfavoriten an. Das bedeutet: Wir können festlegen, welche Daten-Diagramme direkt auf der Startseite erscheinen sollen, etwa Blutdruck, Schritte, Kalorien etc. Im Reiter Training können wir Einheiten manuell starten oder die Standorterkennung aktivieren. Besonders praktisch: Für das Lauftraining steht uns in der App sogar ein eigenes Metronom zur Verfügung, mit dem wir unsere Schrittfrequenz kontrollieren können.

Aktivität

Wie auch sein Vorgängermodell bietet das Xiaomi Smart Band 7 eine ganze Reihe von Funktionen, die einen aktuellen Fitness-Tracker auszeichnen. Ihr könnt neben zurückgelegten Schritten auch euren Blutsauerstoff, den Puls und den eigenen Stresslevel messen. Die Blutsauerstoffsättigung lässt sich durchgehend überwachen, allerdings wirkt sich das maßgeblich auf die Akkulaufzeit aus und ist für den normalen Alltag kaum erforderlich.

Was uns sehr positiv aufgefallen ist, war der Schrittzähler. Letzterer lieferte schon beim Vorgängermodell genaue Werte, aber Xiaomi hat mit dem Smart Band 7 abermals nachgebessert, wodurch der Tracker eine Genauigkeit mit Abweichungen mit niedrigen einstelligen Bereich pro 1.000 Schritte erreichen konnte. Wie beim Vorgänger sorgt starkes Schütteln nicht für Fehlmessungen.

Wer möchte, kann in Bezug auf die zurückgelegten Schritte wieder ein Tagesziel festlegen. Das funktioniert ganz einfach über die App. Haben wir das Ziel erreicht, informiert uns eine Nachricht auf dem Display des Trackers über unseren Erfolg. Außerdem können wir einen Bewegungsalarm einstellen, der uns daran erinnert, aktiv zu werden. Sitzen wir länger als eine Stunde, vibriert das Smart Band auf Wunsch, um uns zum Aufstehen anzuregen. Wir können über die App einstellen, in welchem Zeitraum eines Tages diese Erinnerung aktiv sein soll.

Training

Viele günstige Fitness-Tracker verzichten auf ein GPS-Modul. Das Xiaomi Smart Band 7 bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme, weshalb Hobby-Sportler beim Training immer das Smartphone dabeihaben müssen, wenn sie eine Lauf- oder Radfahrstrecke möglichst genau aufzeichnen wollen. Smarte Sportuhren wie die Forerunner-Serie von Garmin oder die entsprechenden Modelle von Suunto und Polar sind da besser ausgestattet.

Zwar misst das Xiaomi Smart Band 7 auch ohne GPS die zurückgelegte Strecke, allerdings muss man dabei deutliche Abweichungen in Kauf nehmen. In unserem Test zeichnete der Tracker eine Strecke, die eigentlich 6,7 km lang war, als Entfernung von knapp 5 km auf. Diese Abweichung ist so groß, dass eine Aufzeichnung von entsprechenden Streckentrainings ohne GPS-Unterstützung eines Smartphones praktisch unbrauchbar wird, weil auf diese Weise auch Angaben zur Pace nicht mehr korrekt sind. Ist der Tracker aber per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und kann auf das GPS-Signal zugreifen, funktioniert die Streckenaufzeichnung einwandfrei.

Neben der Möglichkeit, Lauf- und Radsporteinheiten aufzuzeichnen, bietet das Smart Band 7 aber auch diverse weitere Trainingsprofile für insgesamt 110 verschiedene Sportarten. Dass bei einigen dieser Profile eine Aufzeichnung nicht wirklich Sinn ergibt, wie etwa bei Schach oder Drachensteigen, liegt auf der Hand. Trotzdem begrüßen wir die große Anzahl an unterschiedlichen Optionen sowie die Möglichkeit, Cardio-Sporteinheiten automatisch aufzeichnen zu lassen. Die automatische Trainingserkennung funktionierte in unserem Test sehr gut und steht für die Sportarten Laufen (indoor und outdoor), Gehen, Rudern (indoor) und Cardio per Ellipsentrainer zur Verfügung.

Ein Problem, mit dem viele Fitness-Tracker und auch smarte Sportuhren zu kämpfen haben, bleibt leider auch beim Smart Band 7 erhalten: Die Pulsmessung macht nämlich grundsätzlich einen guten Job, allerdings gilt das nur für Trainingseinheiten, in denen der Puls relativ gleichmäßig auf einem Niveau bleibt. Bei HIIT oder Kraftsport, wo die Herzfrequenz stark und in kurzen Zeitabständen variieren kann, versagt die Genauigkeit. Das wirkt sich wiederum auf die Berechnung des Kalorienbedarfs aus. Bei Letzterem hat Xiaomi aber nachgebessert: Haben wir bei früheren Mi Band Modellen noch die konservative Kalorienanzeige bemängelt, erhalten wir im Fall des Smart Band 7 jetzt eine deutlich realistischer Einschätzung unseres Energiebedarfs nach einer Sporteinheit.

Schlaf

Während Xiaomi im Hinblick auf Training in einigen Punkten nachgebessert hat, tut sich beim Schlaf-Tracking praktisch nichts. Das Smart Band 7 erkennt wie gewohnt eigenständig Einschlaf- und Aufwachzeiten, und das durchaus zuverlässig. Nach jeder Nacht fasst die App unseren Schlaf in einem übersichtlichen Diagramm zusammen und bewertet unsere Schlafqualität. Diese Bewertung basiert auf der Dauer der einzelnen Schlafphasen – und genau da liegt ein wesentlicher Knackpunkt.

Denn die Genauigkeit der Schlafphasenerkennung lässt ziemlich zu wünschen übrig. In unserem Test erkannte das Smart Band über vier Nächte hinweg kein einziges Mal eine REM-Phase. Demgegenüber zeichnete unser Kontrollgerät, eine Garmin Fenix 6 (Testbericht), in denselben Nächten jeweils zwei bis drei Stunden REM-Schlaf auf – ein Wert, der deutlich realistischer wirkt als die Messung des Smart Band 7. Trotzdem lässt sich dieses Manko in Anbetracht des Preises, den Xiaomi für den Tracker aufruft, verschmerzen.

Akkulaufzeit

Xiaomi gibt die Akkulaufzeit des Smart Bands 7 mit bis zu 14 Tagen an. Wie lange der Akku tatsächlich durchhält, hängt allerdings stark von unserem Nutzungsverhalten ab. In unserem Test haben wir das Smart Band 7 ähnlich wie das Mi Band 6 mit dauerhafter Pulsmessung, aktivierten Benachrichtigungen und Schlaftraining bei fünf Trainingseinheiten pro Woche getestet – mit demselben Ergebnis wie beim Vorgänger: Der Akku hielt rund zehn Tage. Wahrscheinlich hat Xiaomi hier also keine Veränderung vorgenommen.

Auch das Aufladen funktioniert wie bei den früheren Modellen. Wir können den Tracker aus dem Armband entfernen und zum Laden an einen USB-Port anschließen. Das Aufladen dauert rund anderthalb Stunden.

Preis

Xiaomi ruft für das Smart Band 7 einen Preis ähnlich dem Huawei Band 7 von 59,99 Euro auf. In Deutschland ist der Tracker derzeit nur in der Farbe Schwarz erhältlich. Das Vorgängermodell Mi Band 6 gibt es aktuell zum Straßenpreis von knapp 30 Euro, während ihr das Smart Band 7 aktuell bei einigen Online-Händlern ab 47 Euro kaufen könnt – also zu einem ähnlichen Preis wie das Huawei Band 7.

Fazit

Wie von uns erwartet gewinnt das Xiaomi Smart Band 7 keinen Innovationspreis. Doch das bedeutet nicht, dass es sich hierbei um einen schlechten Fitness-Tracker handelt. Der Hersteller hat einige Detailverbesserungen vorgenommen, die für Besitzer des Mi Band 6 vielleicht keinen Neukauf rechtfertigen, den Tracker für Neukunden aber definitiv interessant machen. Dass Xiaomi erneut darauf verzichtet hat, einen Helligkeitssensor oder ein eigenes GPS zu integrieren, ist zwar schade, aber der Preis dieses Geräts bleibt einfach unschlagbar gemessen an dem, was Käufer für ihr Geld bekommen.

Wer noch keinen Fitness-Tracker besitzt, kann sich das Xiaomi Smart Band 7 definitiv näher anschauen. Es lohnt sich aber der direkte Vergleich mit dem Vorgängermodell und auch mit dem fast identischen Huawei Band 7 (Testbericht). Wer sparen möchte, greift im Zweifelsfall zum jeweils günstigsten Gerät – und wenn es am Ende dann doch eine frühere Version des Mi Bands wird. Eine preiswerte Alternative ist das Amazfit Band 5 (Testbericht).