Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
Xiaomi schickt das Smart Band in die mittlerweile neunte Runde. Das Smart Band 9 hat einige Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger im Gepäck. Was diese bringen, klärt unser Test.
Und jährlich grüßt das Murmeltier. Das neue Xiaomi Smart Band 9 ist da und wir stellen uns die Frage: Was gibt es Neues? Lohnt sich das Upgrade auf die mittlerweile neunte Version des Fitness-Trackers? Der Hersteller verspricht jedenfalls einige Verbesserungen, die wir uns näher anschauen wollen.
Wir haben das Smart Band 9 im Test ausführlich unter die Lupe genommen und zeigen, ob und für wen die Neuauflage eines der beliebtesten günstigen Fitnesstracker am Markt interessant ist. Mit einem Preis ab 33 Euro ist das Smart Band 9 von Xiaomi sehr preiswert.
Ein Blick auf die Verpackung und das Äußere des Xiaomi Smart Band 9 zeigt: Beim Design hat sich im Vergleich zum Vorgänger fast gar nichts getan. Wir bekommen dasselbe ovale Gehäuse mit OLED-Display geboten, eingelassen in einem Silikonarmband mit der charakteristischen Knopf-Schließe. Lediglich die Größe des Gehäuses mit 1,5 Millimetern an der Längsseite fällt minimal kleiner aus als beim Smart Band 8. Das Gewicht bleibt allerdings dasselbe.
Eine Änderung gibt es dann aber doch, denn das Display strahlt jetzt mit 1200 Nits doppelt so hell wie das des Vorgängermodells. Das bedeutet, dass die Anzeige auch bei starker Sonneneinstrahlung stets ablesbar bleibt. Weil Xiaomi die Akkukapazität um 43 mAh vergrößert hat, geht die höhere Helligkeit des Displays auch nicht zulasten der Laufzeit.
Außerdem hat Xiaomi sich beim Smart Band 9 dazu entschieden, statt eines reinen Kunststoffgehäuses auf mattes Aluminium für die Einfassung des Displays zu setzen. Dadurch wirkt der Tracker insgesamt etwas wertiger als der Vorgänger. Auch ansonsten macht die Verarbeitung des Smart Band 9 einen hervorragenden Eindruck: Das Silikonarmband wirkt robust und liegt lückenlos am eigentlichen Tracker an. Zudem ist es wieder wasserdicht nach 5 ATM (50 Meter Wassersäule), wodurch man das Smart Band 9 auch beim Schwimmen oder in der Dusche tragen kann.
Bei der Einrichtung und der App-Anbindung hat Xiaomi im Fall des Smart Band 9 im Vergleich zum Vorgänger nichts geändert. Die Nutzung der Mi Fit App bleibt weiterhin Pflicht, wenn wir den Fitness-Tracker vollumfänglich nutzen wollen. Die Einrichtung an sich funktioniert per Bluetooth-Anbindung über das Smartphone absolut problemlos und dauert wie gewohnt nur wenige Minuten. Eine kurze Anleitung erklärt uns die wichtigsten Funktionen des Trackers, bevor wir mit der Aufzeichnung von Trainings-, Aktivitäts- und Gesundheitsdaten loslegen können.
Die App haben wir bereits in anderen Tests von Xiaomi-Trackern ausführlicher besprochen. Im Vergleich zum Smart Band 8 hat sich hier auch nicht viel geändert. Übersetzungsfehler sind uns keine aufgefallen, die App ist übersichtlich und intuitiv bedienbar. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass man immer ein Nutzerkonto anlegen muss, um die Mi-Fitness-App verwenden zu können. Suboptimal ist der Datenschutz der App, bei der viele Informationen in einer ungesicherten Log-Datei gesammelt werden, sowie die relativ schwache Authentifizierung des Geräts, wie die Kollegen von heise online schon berichtet haben.
Eigentlich könnten wir an dieser Stelle die entsprechende Passage aus unserem Test des Xiaomi Smart Band 8 übernehmen. In Hinblick auf das Aktivitäts- und Trainings-Tracking gibt es zwischen dem Smart Band 8 und dem Smart Band 9 nämlich keine Unterschiede. Wie schon beim Vorgänger verzichtet der Hersteller auf NFC und GPS. Das Tracking von Lauf- oder Radstrecken ist also nur in Kombination mit dem Smartphone möglich, wenn man auf eine genaue Aufzeichnung von Tempo und Entfernung Wert legt. Eine grobe Orientierung bieten aber auch der Beschleunigungssensor und das Gyroskop, mit dem das Smart Band 9 immerhin aufwarten kann.
Zusätzlich verfügt der Tracker noch über Sensoren zur Messung von Herzfrequenz und Blutsauerstoffsättigung. Beides war auch schon beim Smart Band 8 vorhanden und gehörte längst zum Standard am Markt für Fitnesstracker. Einzige Neuerung gegenüber dem Vorgänger: Die Leuchtdioden des Pulssensors sind beim Smart Band 9 in etwas größerem Abstand zueinander platziert. Daraus resultierende Auswirkungen der Messgenauigkeit konnten wir in unserem Test aber nicht feststellen, obwohl Xiaomi angibt, die Genauigkeit um 16 Prozent gesteigert zu haben.
Insgesamt gibt das Smart Band 9 beim Tracking von Aktivitäten und Sporteinheiten aber ein gewohnt positives Bild ab. Insgesamt stehen wieder mehr als 150 verschiedene Trainingsprofile zur Verfügung, wobei die meisten sich auf die Pulsmessung konzentrieren. Einige Profile wie Laufen, Radfahren, Rudern am Gerät und Crosstrainer zeichnen zusätzlich noch weitere Daten wie Schrittfrequenz, Schrittlänge, Tempo, VO2-Max und Schlagzahl (Rudern) auf. Die Genauigkeit der gemessenen Daten kann durchweg überzeugen und wich im Test nur geringfügig von den Ergebnissen unseres Kontrollgeräts (Garmin Fenix 7 mit Brustgurt) oder der manuellen Zählung von Schritten oder Ruderschlägen ab.
Lediglich die Kalorienberechnung und die Pulsmessung leiden unter kleinen Problemen. Das Smart Band 9 berechnet wie schon die Vorgängermodelle den Kalorienverbrauch sehr konservativ. Hier sollte man gegebenenfalls ein Vergleichsgerät hinzuziehen. Wie bei vielen anderen Fitnesstrackern am Markt auch, kommt das Smart Band 9 mit stark schwankenden Pulsfrequenzen nicht gut zurecht. Wer häufig HIIT- oder Krafttraining betreibt, sollte für zusätzliche Genauigkeit einen Brustgurt benutzen.
Einen positiven Eindruck machte für uns die Aufbereitung der Daten in der Mi-Fitness-App. Nutzer können hier in einzelnen Diagrammen die verschiedenen Messergebnisse übersichtlich aufbereitet nachvollziehen. Außerdem bewertet die App die absolvierten Trainingseinheiten und liefert Auskunft über die aktuelle Trainingsbelastung. Anhand der Daten erhalten wir dann eine Empfehlung zum möglichen Sportpensum und der erforderlichen Regenerationszeit.
Ähnlich wie beim Sport- und Aktivitätstracking ändert sich auch in Hinblick auf das Schlaftracking nichts: Genau wie das Smart Band 8 zeichnet auch das Smart Band 9 während des Schlafens den Puls, die Blutsauerstoffsättigung, die Atemfrequenz und die einzelnen Schlafphasen auf. Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt werden ebenfalls notiert. Die Genauigkeit der gemessenen Daten geht in Ordnung und stimmt mit unserem subjektiven Empfinden überein. Auch Wachphasen während der Nacht werden zuverlässig erkannt.
Eine kleine Neuerung gibt es dann aber doch: Die App weist uns ein „Schlaftier“ zu, wenn wir mindestens sieben Tage am Stück unseren Schlaf aufgezeichnet haben. Darüber erhalten wir dann weitere Informationen zu unserem grundsätzlichen Schlaftyp, auf dessen Basis wir dann unsere Schlafhygiene anpassen können.
Der Tragekomfort und die Weckfunktion haben uns übrigens überzeugen können. Das Smart Band 9 ist beim Schlafen kaum spürbar und drückt nirgends unangenehm am Handgelenk. Der Wecker funktioniert mit Ton und/oder Vibration, wobei beides einzeln ausreicht, um auch tiefe Schläfer zuverlässig zu wecken.
Bei den Zusatzfunktionen erwarten Käufer des Smart Bands 9 keine großen Überraschungen, sondern vielmehr die üblichen Standard-Features. Es gibt eine Benachrichtigungsfunktion, mit deren Hilfe wir uns ausgewählte Informationen auf dem Bildschirm des Trackers anzeigen lassen können. Eine Schnellantwort-Funktion gibt es allerdings nicht. Auch Anrufe können wir nicht direkt über den Tracker entgegennehmen.
Auf einen Musikspeicher und ein Bezahl-Feature müssen Nutzer ebenfalls verzichten. Lediglich einige Möglichkeiten zur Steuerung des Smartphones gibt es: Die Musikwiedergabe kann reguliert werden, wir können auf einen Fernauslöser für die Smartphone-Kamera zugreifen und unser Smartphone per Fernzugriff auf stumm schalten. Frauen können zudem ihren Zyklus aufzeichnen, müssen dabei aber auf zusätzliche Funktionen wie das Speichern der täglichen Körpertemperatur oder weiterer Gesundheitsdaten verzichten. Die Zyklus-Funktion besteht dementsprechend nur in der Möglichkeit, das Startdatum der Periode in der App zu vermerken, um den weiteren Zyklusverlauf zu berechnen.
Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, rudimentäre Atemübungen über den Fitness-Tracker zu starten, um den eigenen Stresslevel zu reduzieren. Hierbei handelt es sich aber allenfalls um eine nette Spielerei ohne großen Mehrwert.
Während das Smart Band 8 noch eine Akkukapazität von 190 mAh aufzuweisen hatte, hat der Hersteller den Akku beim Smart Band 9 auf 233 mAh vergrößert. Anders als beim Smart Band 8 Pro (Testbericht), das trotz größerem Akku eine kürzere Laufzeit aufzuweisen hatte, profitiert das Smart Band 9 maßgeblich von dem Upgrade. Denn anders als das Smart Band 8 hält der Nachfolger auf dem Papier jetzt bei normalem Gebrauch ganze 21 Tage statt vorher 16 Tage durch. Das ist eine deutliche Steigerung, die wir auch im Test bestätigen konnten.
Bei aktivierten Benachrichtigungen und drei rund anderthalbstündigen Trainingseinheiten pro Woche, aber ohne Always-On-Display, schaffte der Tracker 18 Tage, bevor wir ihn aufladen mussten. Die tatsächliche Laufzeit hängt aber stark von den persönlichen Nutzungsvorlieben ab und kann entsprechend variieren. Eine Verbesserung gegenüber dem Smart Band 8 war in unserem Test jedenfalls deutlich spürbar.
Xiaomi ruft für das Smart Band 9 eine unverbindliche Preisempfehlung von 39,99 Euro auf. Der Straßenpreis bewegt sich derzeit in einem vergleichbaren Bereich von rund 33 Euro. Der Tracker ist in den Farben Schwarz, Silber, Pink und Hellblau verfügbar.
Wer in diesem Jahr darauf gehofft hat, dass Xiaomi dem Smart Band in der mittlerweile neunten Auflage endlich ein paar wesentliche Neuerungen spendiert, wird enttäuscht. Abgesehen vom Akku bleibt fast alles beim Alten. Deshalb ist auch die längere Laufzeit das einzige Kaufargument für das Smart Band 9 gegenüber dem Vorgänger.
Letztlich bekommen sportlich aktive Nutzer erneut einen guten Fitness-Tracker mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer das Smart Band 8 bereits besitzt, braucht das Smart Band 9 nicht unbedingt. Muss man eine Entscheidung zwischen Smart Band 8 und Smart Band 9 fällen, sollte man sich fragen, ob der spürbar bessere Akku einen Aufpreis von rund 10 Euro wert ist. Wir meinen schon.
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