Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
Der Mini-Beamer Xiaomi Wanbo T2R Max ist kompakt und will dennoch ein helles Bild in Full-HD, Android TV und einen leisen Betrieb bieten. Wir klären im Test, was der Mini-Projektor taugt.
Xiaomi Wanbo ist für uns keine unbekannte Marke. Bereits 2021 haben wir zwei Beamer des Herstellers getestet: Xiaomi Wanbo T6 Max (Testbericht) und Xiaomi Wanbo T2 Max (Testbericht). Beide Beamer überraschten uns damals mit einem guten Bild und schickem Design zum günstigen Preis. Mängel gab es vorrangig bei der Software.
Nun zeigt Xiaomi Wanbo mit dem T2R Max eine aufgebohrte Version des T2 Max. Er wurde uns von Tomtop zur Verfügung gestellt, ist dort jedoch nicht mehr verfügbar.
Auf den ersten Blick wirkt der Mini-Beamer Wanbo T2R Max wie ein gestauchter Spielzeugtoaster. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Das Gehäuse besteht vollständig aus Kunststoff, die Spaltmaße passen teils nicht genau und der Drehregler für den Fokus an der Oberseite des Gehäuses wirkt klapprig. Gemessen daran, dass andere Mini-Beamer wie der Blitzwolf V5 Max (Testbericht) bereits für deutlich weniger Geld hochwertiger wirken, kommt der Wanbo T2R Max beim ersten Auspacken nicht wirklich gut weg.
Abgesehen von der eigenwilligen Optik bietet der Mini-Beamer beim Design aber Standardkost. An der Frontseite befindet sich die Linse, direkt darunter der vordere Lüfter. An den Seiten des Gehäuses liegen zwei kleine Lautsprecher mit je 3 Watt an, während auf der Rückseite eine Öffnung für die Abluft sowie ein Aux-Anschluss (3,5-Millimeter-Klinke), ein USB-A- sowie ein HDMI-Port sowie der Netzstecker sitzen.
Zusätzlich Pluspunkte kann der Wanbo T2R Max deshalb sammeln, weil er sehr klein und kompakt ist. Zwar wiegt er mit rund 900 Gramm erstaunlich viel, aber weil der Hersteller die gesamte Technik in einem Gehäuse mit einer Größe von nur 11 × 13,5 × 16,5 Zentimeter unterbringt, benötigt der Projektor nur wenig Stellfläche. Ferner können wir den Beamer dank des am Gehäuseboden integrierten Gewindes auf einem Stativ montieren.
Der Wanbo T2R Max selbst besitzt lediglich einen Einschalt-Button am Gehäuse. Ein eigenes Bedienpanel gibt es nicht, zur Steuerung müssen wir also zwingend die beiliegende Fernbedienung nutzen. Die kann in Hinblick auf Optik und Verarbeitung deutlich eher überzeugen als der Beamer selbst und erinnert vom Design her an die Fernbedienung von Amazons Fire TV Stick. Auch wenn die Fernbedienung ohne Beleuchtung auskommt, sind die Buttons gut zu ertasten.
Was wir allerdings vermissen, sind gesonderte Buttons, die Apps wie Netflix, Disney Plus und Co. direkt ansteuern. Immerhin lässt sich der Fokus des Beamers nicht nur über das Steuerungsrad oberhalb der Linse, sondern auch digital über die Fernbedienung anpassen. Die Steuerung mit der Fernbedienung funktionierte in unserem Test problemlos und ohne merkliche Eingabeverzögerungen oder sonstige Ungenauigkeiten.
Ähnlich wie viele andere China-Beamer läuft auch der Wanbo T2R Max mit Android-Betriebssystem. In diesem Fall kommt Android 9.0 zum Einsatz, das zwar nicht mehr ganz neu ist, aber ausreicht, um aktuelle Apps aus dem Google Play Store zu laden. Einige Apps sind auf dem Gerät bereits vorinstalliert, darunter Netflix, Youtube und Disney Plus. Amazon Prime Video kann man auf Wunsch über den App-Store herunterladen, ebenso wie zahlreiche weitere Streaming-Dienste. Letztere funktionieren ohne Probleme, allerdings kann der T2R Max wegen fehlender Widevine-Level-1-Zertifizierung Inhalte nur in SD-Qualität wiedergeben. Wer HD-Streaming will, kommt also um den Umweg per Streaming-Stick (Bestenliste) nicht herum.
Ansonsten macht die Software des Beamers einen guten Job: Die Bedienung ist übersichtlich und intuitiv, auch wenn es bei der deutschen und englischen Menüsprache teils seltsame Übersetzungsfehler gibt. Über die lässt sich aber hinwegsehen.
Etwas enttäuschend: Im Lieferumfang des T2R Max liegen weder Batterien für die Fernbedienung noch ein HDMI-Kabel bei. Beides lässt sich zwar in Anbetracht des günstigen Preises verschmerzen, für Plug-and-Play wären Batterien für das Bedienteil aber schon hilfreich gewesen.
Bei der Bilddiagonale und dem nötigen Abstand zur Wand erwarten uns keine Überraschungen: Der T2R Max muss mindestens 1,5 Meter und darf maximal 3 Meter von der Projektionsfläche entfernt stehen. Die mögliche Bilddiagonale beträgt zwischen 40 und 120 Zoll.
Wanbo gibt die Auflösung des T2R Max auf dem Papier mit Full-HD, sprich 1920 × 1080 Pixeln an. Das Bild ist scharf und auch bei größerer Projektionsdiagonale klar. Auch Schrift bleibt durchweg sauber lesbar. Wer möchte, kann in den Einstellungen des Beamers eine Autofokus-Funktion aktivieren, alternativ lässt sich der Fokus aber auch manuell über das zugehörige Rad oberhalb der Linse oder mithilfe der Fernbedienung regulieren.
Über eine Trapezkorrektur verfügt der Beamer ebenfalls, und die funktioniert erstaunlich gut. Obwohl wir den Beamer in einem deutlichen Neigungswinkel hingestellt hatten, konnte die Trapezkorrektur das Bild ohne merkliche Verluste bei der Bildschärfe ausgleichen.
Ebenfalls überzeugen kann die Helligkeit des Beamers. Die beträgt laut Wanbo 350 ANSI-Lumen. Im Test haben wir die Helligkeit im abgedunkelten Raum sowohl mit als auch ohne aktivierte Deckenbeleuchtung sowie bei Tageslicht ausprobiert. Dabei fiel auf: Im abgedunkelten Raum liefert der Beamer ein helles und scharfes Bild. Kommt Tageslicht dazu, muss man allerdings Abstriche machen. Je nachdem, wie viel Sonneneinstrahlung mit dem Licht des Beamers konkurriert, bleicht das Bild entsprechend stark aus. Unter durchschnittlichen Umgebungsbedingungen sind dargestellte Inhalte zwar noch ausreichend erkennbar, allerdings zeigt der T2R Max sein bestes Bild erst in einem halbwegs abgedunkelten Raum.
Ähnlich wie beim Bild kann der T2R Max auch bei der Lüfterlautstärke den eher durchwachsenen ersten Eindruck mehr als wettmachen: Denn trotz der augenscheinlich eher mäßigen Verarbeitung bleibt der Lüfter in unserem Test mit 40dB angenehm leise. Entfernt man sich etwa anderthalb Meter vom Beamer, ist der Lüfter für Menschen mit durchschnittlichem Hörvermögen fast nicht mehr wahrnehmbar. In dieser Hinsicht überrascht uns Wanbo positiv.
Der Beamer ist leider ausverkauft.
Der Wanbo T2R Max beweist in unserem Test: Der erste Eindruck ist nicht alles. Denn obwohl der Beamer mit seiner knuffigen Toaster-Optik eher polarisiert und die Verarbeitung zu wünschen übrig lässt, überzeugt er mit seinen inneren Werten. Das gute und helle Bild in Full-HD-Auflösung, die soliden Lautsprecher und der erstaunlich leise Lüfter ergeben ein Gesamtpaket, das mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen kann.
Käufer müssen damit leben, dass der T2R Max in Ermangelung einer Widevine-L3-Zertifizierung bestimmte Streaming-Inhalte wie Netflix nur in SD-Qualität wiedergeben kann. Dieses Manko lässt sich aber kostengünstig mit einem Streaming-Stick ausgleichen. Das veraltete Android OS ist ebenfalls ein Wermutstropfen, den Käufer zwangsläufig akzeptieren müssen, aber auch der lässt sich mit dem Kauf eines Streaming-Sticks beheben.
Insgesamt ist der Xiaomi Wanbo T2R Max deutlich besser als der mittlerweile gleich teure Xiaomi Wanbo T2 Max (Testbericht).
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