Seine erste Bauanleitung veröffentlichte er mit 16, mit 30 testete er die ersten "Schleppis" (tragbare 8-W-D-Netz-Funktelefone) und dann Handys bei der Traditionszeitschrift Funkschau. Danach kümmerte er sich bei einem Provider um die mobile Datenübertragung in D- und E-Netz mit damals immerhin…
Multiroom-Lautsprecher bringen Sound zeitgleich in jedes Zimmer. Wir präsentieren die fünf besten.
Wer mit Multiroom-Lautsprechern per Streaming digital in jedem Raum synchron Musik hören will, benötigt – die Bezeichnung „Multiroom“ verrät es – mehr als einen Lautsprecher. Über Google Home oder Amazon Alexa können auch Lautsprecher unterschiedlicher Hersteller gruppiert werden, doch es ist natürlich am angenehmsten, alle vom gleichen Fabrikat zu haben und aus einer App steuern zu können. Entsprechend sollte man sich vorher überlegen, welches System einem am meisten zusagt.
In dieser Bestenliste zeigen wir die fünf besten Multiroom-Lautsprecher aus unseren Tests. Außerdem zeigen wir im Ratgeber Airplay 2, Spotify und Co: Streaming und Multiroom für Hi-Fi-Anlangen nachrüsten, wie man alte HiFi-Anlagen ins Multiroom-System einbindet.
Unser Testsieger ist der Sonos Five für 499 Euro. Er verbindet Premium-Design mit Premium-Sound, einer guten Verarbeitung und ist obendrein auch noch einfach zu bedienen.
Der Preis-Leistungs-Sieger ist die Canton Smart Soundbox 3 für 227 Euro. Sie liefert soliden Klang, zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten und lässt sich mit jeder Fernbedienung daheim steuern – und das zu einem attraktiven Preis.
Wer ein Hifi-System von Yamaha hat, ist zudem gut mit dem Yamaha Musiccast 50 für 329 Euro beraten, da sich dieser in das bestehende Setup integrieren lässt.
Der Sonos Five überzeugt uns mit seinem hervorragenden Klang, einer guten Verarbeitung und seiner einfachen Bedienung. Für 499 Euro ist er zwar nicht günstig, ersetzt mit seiner Größe jedoch zwei kleinere Sonos-Lautsprecher. Stört einen der hohe Preis nicht, bekommt man einen rundum gelungenen Multiroom-Lautsprecher.
Die Canton Smart Soundbox 3 für 227 Euro überzeugt neben ihrem Design auch mit gutem Klang und vielen Einstellungsmöglichkeiten, um das Soundprofil den eigenen Wünschen anzupassen. Sie kann mit einem zweiten Exemplar zudem auch als Stereolautsprecher fungieren. Besonders verblüfft uns die Tatsache, dass sie über jede Fernbedienung, die man daheim hat, steuerbar ist.
Man kann natürlich in jedem Raum ein anderes Einzelgerät zum Musikhören benutzen. Bei Radio ist das kein Problem, sofern der Empfang überall klappt, nur wenn man den Sender wechseln will, ist ein Rundlauf durch die Wohnung angesagt. Bei CDs wird es schon schwieriger, wenn man diese immer erst aus dem einen Gerät herausnehmen, ins nächste legen und dann das gerade gespielte Stück suchen muss. Ein USB-Stick ist auch kein wirklicher Fortschritt, das Problem bleibt dasselbe, respektive verschärft sich sogar noch.
Musik per Stream klingt da als sinnvolle Alternative, ob nun als Internetradio oder bei einem Streaming-Musikanbieter wie Spotify oder Tidal. Zunächst mal benötigt hier jedes Gerät einen weiteren Stream, was bei den meisten Anbietern irgendwann eine Begrenzung auslöst. Spotify, beispielsweise, erlaubt immer nur einen aktiven Stream. Und falls doch mehrere Verbindungen möglich sind oder man Internetradio nutzt, spielt die Musik in jedem Zimmer zeitlich versetzt. Wer etwa bei der Morgensendung im Radio während des Werbeblocks aus der Dusche steigt und sich im Schlafzimmer anzieht, hört dort nur noch das Wetter, die Nachrichten sind schon durch.
Multiroom-Systeme lösen dieses Problem, indem mehrere Lautsprecher in einem System zusammengefasst werden. Damit kann man etwa einen Stream auf mehreren Geräten wiedergeben. Sprich, in der Küche, im Bad und dazwischen kann der gleiche Song, ein Podcast oder ein Radiosender zeitgleich laufen. Gleichzeitig bündeln sie mehrere Dienste unter einer Oberfläche. Da ist es dann egal, ob das Radio von Tune-In kommt, die Podcasts per Spotify geliefert werden oder die Lieblings-Playlist bei Qobuz liegt.
Wichtig sind Klangqualität, Flexibilität, Bedienungskomfort und ein Sortiment unterschiedlicher Lautsprecher im System. Denn was im Partyraum gerade groß genug ist, passt auf keinen Nachttisch und auf der Terrasse wird noch einmal etwas anderes benötigt. Hinzu kommt, ob der bevorzugte Streamingdienst unterstützt wird und ob und wie komfortabel lokale Dateien oder analoge Quellen abgespielt und verteilt werden können.
Mancher mag auch noch eine Bluetooth-Anbindung von einzelnen Lautsprechern zusätzlich zum Multiroom-Betrieb über WLAN, beispielsweise, damit ein Besucher seine mitgebrachte Musik abspielen kann, ohne dass er sein Smartphone ins eigene WLAN einbuchen muss. Apple-Nutzer sollten zudem auf die Kompatibilität mit Airplay 2 achten. Genauso kann eine instabile WLAN-Verbindung daheim Grund genug sein, sich nach einem Gerät mit Ethernet-Port umzuschauen. So verhindert man dann Aussetzer im Lied durch Verbindungsprobleme.
Auch die Wahl des Lautsprecher-Ökosystems kann wichtig sein. Hat man bereits andere Hifi-Produkte eines bestimmten Herstellers, profitiert man eventuell von den so geschaffenen Synergien, wenn man sich einen Multiroom-Lautsprecher aus der gleichen Produktreihe kauft. Ebenso ist es wichtig zu wissen, ob neu hinzugekaufte Multiroom-Lautsprecher mit anderen, bereits vorhandenen koppelbar sind.
Schließlich bleibt die Frage, ob man Sprachassistenten haben möchte, also Smart Speaker mit Amazon Alexa oder Google Assistant. Zur Beantwortung empfiehlt es sich, diese einmal auszuprobieren. Denn was einem zuvor als Dekadenz höchsten Grades erschienen sein mag, ist in manchen Anwendungsfällen doch sehr praktisch.
Klanglich sind die Sprachassistenten inzwischen keine Einschränkung mehr. Während es bei den Originalen von Amazon und Google zunächst nur um die Funktion ging, sind inzwischen auch Modelle etablierter HiFi-Hersteller mit entsprechender Tonqualität verfügbar, die trotzdem sagen können, wie spät oder wie kalt es ist. Allerdings kann es sein, dass einzelne Funktionen nur von Original-Echo-Geräten unterstützt werden.
Für den Aufbau eines Smart-Homes können die Sprachassistenten der Multiroom-Lautsprecher ebenfalls sehr praktisch sein. Die Temperaturregelung der Heizkörper, das Herunterlassen des Rollos oder das Ein- und Ausschalten der Lampen in der Wohnung kann so per Sprachbefehl ausgeführt werden.
Wer damit nichts anfangen kann oder Bedenken um Datenschutz und Privatsphäre hat, greift natürlich besser zu Modellen ohne eingebautes Mikrofon.
Multiroom-Lautsprecher sind mittlerweile keine „Brüllzylinder“ mehr. Bei Bedarf bekommt man High-End-Lautsprecher in klein oder klassisch groß. Sie kosten etwas mehr, punkten dafür mit großer Flexibilität. Die Lautsprecher liefern Musik überall dahin, wo man gerne hört. Im Hinblick auf Anschlüsse hat man auch hier die Qual der Wahl: Bluetooth, WLAN und physische Audioeingänge bieten genügend Möglichkeiten, Musik abzuspielen. Unterschiede machen hier Codecs wie aptX, die bei Android-Geräten noch einmal für besseren Sound via Bluetooth sorgen.
Wer ein komplett neues System aufbauen möchte, der macht mit Sonos nichts verkehrt. Neben den hauseigenen Lautsprechern gibt es mit Symfonisk günstigere Alternativen, die aber voll kompatibel sind. Etwas schwieriger wird es, wenn man ein bestehendes HiFi-System weiternutzen oder gute Lautsprecher in ein Multiroom-Setup mit übernehmen will. Dann ist Yamaha eine gute Marke dafür. Mehr dazu in unserem Ratgeber Airplay 2, Spotify und Co: Streaming und Multiroom für Hi-Fi-Anlangen nachrüsten.
Testsieger dieser Bestenliste ist der Sonos Five für 499 Euro. Als Preis-Leistungs-Sieger geht die Canton Smart Soundbox 3 für 227 Euro hervor.
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Der Sonos Five ist der aktuell größte Multiroom-Lautsprecher von Sonos. Wir testen, ob sein Sound wirklich auf Studio-Niveau ist.
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Groß, schwarz und aus Kalifornien? Das kann nichts aus der Obstwerkstatt sein. Von Sonos aber doch. Der Sonos Five ist der Enkel des ersten Sonos Multiroom-Lautsprechers Play:5 Gen 1 (damals noch Zone Player S5) von 2009. Und er bietet Hoch-, Mittel- sowie Tieftöner und Stereo. Allerdings keine Sprachassistenten.
Sonos ist bei Smartspeakern eine feste Größe: Der kalifornische Hersteller hat eine der besten Apps mit den meisten Funktionen und liegt schon bei den kleinen Lautsprechern im Klang vorn. Wie ist es dann erst beim Sonos Five? Wir haben ihn getestet.
Zum Test lag das Modell in Schwarz vor, es ist aber auch eine weiße Variante lieferbar. Der Lautsprecher misst 203 x 364 x 154 mm und wiegt 6,36 kg. An der Hardware wird nicht gespart: Die CPU ist ein Quad Core mit 1,3 GHz Taktfrequenz sowie 512 MByte RAM und 512 MByte Speicher.
Der Lautsprecher wird direkt mit 230 V Netzspannung versorgt, wobei der Stecker am Anschlusskabel so geformt wurde, dass er sich wie angegossen einfügt. Musik Start/Stop sowie Lauter/Leiser sind die einzigen Bedienelemente am Lautsprecher, der Rest läuft über die Sonos App. Der Lautsprecher soll dank Feuchtigkeitsbeständigkeit auch in Küche und Badezimmer verwendbar sein, nass werden darf er allerdings nicht.
Die Einrichtung des Lautsprechers ist schnell erledigt: Auch wenn wie bei vielen Multiroom-Lautsprechern als Erstes ein nicht aufschiebbares Update fällig ist, ist dies in fünf Minuten erledigt. Mehrere Lautsprecher können in Multiroom-Konfigurationen in unterschiedlichen Gruppen und auch als Paar für Stereo-Wiedergabe eingerichtet werden, falls man den Sonos Five nicht als eigenständigen Stereo-Lautsprecher nutzen will, und zwar direkt in der Sonos App. Probleme wie bei Chromecast gibt es deshalb nicht. Auch das schnellere 5-GHz-WLAN kann genutzt werden. Für Apple-User steht Airplay zur Verfügung, der Lautsprecher taucht zudem direkt in Spotify auf.
Auf der Rückseite des Lautsprechers ist ein Ethernet-Kabelanschluss zu finden, der bei WLAN-Verbindungs- oder Einrichtungsproblemen genutzt werden kann. Wobei mit Einrichtungsproblemen bei Sonos kaum auftreten – funktioniert das Einrichten nicht auf Anhieb wie gewollt, versucht die App Alternativen.
Hierzu wird auch das bereits erwähnte Bluetooth genutzt. Zur Musikwiedergabe dient es nicht, die läuft bei Sonos außer bei portablen Lautsprechern mit integriertem Akku „nur“ über WLAN. Das ist konsequent, da WLAN gegenüber Bluetooth ohne aptX ohnehin die bessere Tonqualität bietet. Da die Sonos App auch Dateien lokal vom Smartphone oder vom Netzwerk über WLAN abspielen kann, vermisst es auch niemand. Sind bereits Sonos Lautsprecher vorhanden, kopiert der Five die Einstellungen bequem herüber.
Das Abspielen von Musik aus dem Internet per Streaming ist unkompliziert möglich, wobei die Dienstauswahl vorbildlich ist und auch Qobuz zur Verfügung steht.
Radiosender können über das eigene Sonos Radio abgespielt werden, das auf Tune-In zurückgreift, aber auch als eigener, kuratierter Musikanbieter auftritt. Sucht man Radiosender nach Namen, so findet man sie allerdings auf Tune-In direkt schneller.
Die Anleitung ist gut verständlich, etwas verwirrend ist allerdings, dass auch beim Sonos Five als Modell ohne Sprachassistenten-Option die App anbietet, diese zu installieren, was natürlich nicht funktionieren kann.
Zusätzlich gegenüber den anderen Sonos-Lautsprechern kann beim Five auch ein Analogsignal eingespeist werden, ob von Plattenspieler, Tonband oder Radio. Dieses kann dann synchron auch auf anderen gekoppelten Sonos-Lautsprechern wiedergegeben werden.
Klang auf Studioniveau , das verspricht der Hersteller. Gespart wurde hier nicht: Beim Sonos Five handelt es sich um eine aktive Sechswegebox: Es sind drei Hochtöner und drei Mitteltöner verbaut. Letzterer übernimmt auch die Bässe. Über die Größe der Lautsprecher und die Leistung der Klasse-D-Endstufen schweigt sich Sonos allerdings aus. Was gar nicht nötig wäre: Auch wenn die Sonos App keine Optionen für Aufstellung in Ecken und Regalen hat, reicht die Höhen- und Tiefeneinstellung, um einen angenehmen, nicht dröhnenden Klang auch an schwierigen Aufstellungsorten zu erreichen. Zudem gibt es eine Loudness-Funktion, mit der der Lautsprecher leise gut klingt, ohne laut auf die Nerven zu gehen.
Die Klangqualität beim Abspielen lokaler Dateien, als Stream über Spotify und als Stream von Quboz steigt in dieser Reihenfolge: Die Höhen im Intro von Al Stewarts On the border sind auf allen drei Wegen erkennbar, mit Qobuz ist die optimale Qualität erreicht. Die Qualität liegt dabei noch einmal ein ganzes Stück über dem Sonos One, natürlich bei den Bässen, aber auch im Höhenbereich, und die mögliche Lautstärke wird gehörgefährdend, ohne zu verzerren.
Ein kleines Manko: Ohne eigenes Mikrofon kann der Sonos Five die Einmessung per Trueplay nur über ein iOS-Gerät durchführen.
Sonos bietet den Five zu einer UVP von 580 Euro an. Erhältlich ist er aber bereits für 499 Euro auf Amazon.
Mit 499 Euro liegt der Sonos Five zwar im oberen Preissegment, kann aber gleich zwei kleinere Sonos-Lautsprecher ersetzen. Damit relativiert sich der Preis und man erhält ein Produkt, das trotz der fehlenden Basslautsprecher auch klanglich überzeugt. Wer Sprachassistenten nutzen will, muss allerdings entweder sein Smartphone benutzen oder beispielsweise einen Sonos One in das Multiroomsystem einbinden.
Der Sonos Five ist definitiv für große Räume gedacht. Alternativen gibt es von Sonos selbst genug, wobei unser Tipp vor allem die Symfonisk-Geräte sind, die in Kooperation mit Ikea entstanden. Der Symfonisk Lautsprecher (Testbericht), die Symfonisk Leuchte (Testbericht) oder der Symfonisk Bilderrahmen (Testbericht) sind vollwertige Sonos-Lautsprecher, allerdings in anderen, cleveren Formfaktoren.
Die Smart Soundbox 3 von Canton ist kompakt, liefert guten Sound und kommt ohne Mikrofon. Zudem steuert man sie mit jeder Fernbedienung im Haus.
Die Smart Soundbox 3 von Canton ist kompakt, liefert guten Sound und kommt ohne Mikrofon. Zudem steuert man sie mit jeder Fernbedienung im Haus.
Canton ist bekannt für in Deutschland produzierte Lautsprecher mit überschaubaren Abmessungen und transparentem, hellem Klang. Die Smart Soundbox 3 reiht sich hier ebenfalls ein und ist aufgrund eines fehlenden Mikrofons zudem für diejenigen interessant, die Bedenken um Privatsphäre und Datenschutz haben. Sie weiß in vielerlei Hinsicht zu überzeugen. An welchen Stellen es hapert, verraten wir im Test.
Beim getesteten Gerät handelt es sich um die Soundbox 3 der zweiten Generation.
Auch wenn Canton keine Monsterboxen produziert, ist man von einem so kleinen Gerät überrascht: Die Smart Soundbox 3 hat mit 16 x 16 cm die Größe einer Sonos One, ist allerdings mit 29 cm deutlich höher, kantiger und sieht mehr nach traditioneller Lautsprecherbox aus. Mit 2 kg ist sie dabei immer noch ein Leichtgewicht, das aber bereits stabil stehen kann.
Die Box hat ein eingebautes Netzteil und zusätzlich zu den drahtlosen Funktionen noch einen Analog-Audio-Eingang sowie einen drahtgebundenen Ethernet-Anschluss. Hoch- und Tief-/Mitteltöner haben 1,9 und 9,5 cm Durchmesser, wobei von den letzteren gleich drei verbaut sind.
Die Bedienelemente sind als Sensortasten verbaut. Hier gibt es einen Eingangswähler, Ein/Aus, Start/Stop, Lauter/Leiser sowie drei Speichertasten. Auf diesen hinterlegt man jeweils die aktuelle Klangeinstellung und eine Quelle – auch Spotify-Titel oder Listen – mit Ausnahme von Internet-Radiostationen.
Beim Klang gibt es einige Anpassungsmöglichkeiten: von drei Aufstellungsorten (frei stehend, im Regal und in der Ecke) über Einstellungen bei Bässen, Mitten und Höhen. Bassschwäche ist also nicht zu befürchten. Allerdings sind die Menüs unübersichtlich, mit denen man die Box auch in ein Heimkinosystem einbinden kann, statt sie als Multiroom-Lautsprecher zu nutzen.
Besser geht es mit einer separat erhältlichen Fernbedienung, mit der man das Klangeinstellmenü direkt aufrufen kann. Doch diese ist nicht zwingend notwendig: Tatsächlich kann jede Fernbedienung, die anderweitig nicht mehr benötigt wird oder deren eigentliches zu bedienendes Gerät außer Reichweite steht, genutzt werden. Hier wird das Prinzip der lernenden Fernbedienung umgekehrt: Nicht die Fernbedienung wird angelernt, sondern der Lautsprecher. Man wählt die zu bedienende Funktion und die Taste auf der Fernbedienung, die man dafür verwenden will – fertig.
Eine Taste, um die Mikrofone auszuschalten, fehlt und das aus gutem Grund: Die Canton-Box hat keine Mikrofone. Die Google-Home-Sprachsteuerung ist dennoch, wenn gewünscht, über andere Smart-Speaker mit Mikrofon sowie über Android-Smartphone oder -Tablet möglich.
Die App Canton Smart dient als Hauptzentrale für die Soundsysteme des Herstellers, aber auch per Google Home lässt sich die Smart Soundbox 3 problemlos verwalten. Mehrere Lautsprecher lassen sich dabei in Multiroom-Konfigurationen in unterschiedlichen Gruppen und auch als Paar für Stereo-Wiedergabe einrichten, und auch das schnellere 5-GHz-WLAN ist verfügbar. Für Apple-User steht Airplay zur Verfügung.
Das Abspielen von Musik aus dem Internet ist unkompliziert, ob Radiosender über Tune-In oder Lieblingslieder über Spotify, Tidal, Qobuz und andere Streamingdienste. Lokale Dateien lassen sich über Chromecast aus dem WLAN abspielen oder via Bluetooth. Wieder einmal fehlt allerdings für Bluetooth aptX oder LDAC für hochqualitative Übertragung und auch AAC für Apple-Hardware ist nicht geboten, nur SBC.
Der Klang ist für einen so kleinen Lautsprecher gut und ausgewogen. Über Bluetooth hört man allerdings wegen der fehlenden Hi-Res-Codecs Artefakte statt Höhen. Wer Bluetooth nur als Notnagel für Besucher nutzen will, die ihre mitgebrachte Musik vom Smartphone abspielen wollen, wird hiermit leben können. Eigene Musik sollte man nur über WLAN/Chromecast abspielen.
In unserem Test lassen wir eigens digitalisierte und lokal abgespeicherte LPs sowie die Streaming-Dienste Spotify und Qobuz über die Canton Smart Soundbox 3 laufen. Die beste Soundqualität erhalten wir über Qobuz, während Spotify an zweiter Stelle steht. Das Schlusslicht bildet der Sound der digitalisierten LPs. Die Klangqualität ist bei WLAN und Analogeingang identisch.
Hohe Lautstärken gibt die Soundbox 3 der zweiten Generation verzerrungsfrei wieder. Auch bei längerem Hören strengt der Klang nicht an, der Lautsprecher ist für alle Musikrichtungen und selbstverständlich auch für die Sprachwiedergabe gut geeignet.
Die UVP der Canton Smart Soundbox 3 der zweiten Generation liegt bei 389 Euro. Aktuell gibt es den Multiroom-Lautsprecher für 227 Euro. Das Komplettset mit zwei Lautsprechern für Stereosound und Fernbedienung kostet derzeit 670 Euro.
Die Canton Smart Soundbox 3 ist für alle mittlerweile üblichen Anwendungen, ob Spotify, Tidal, Quboz oder Internetradio, aber auch zum Abspielen von analogen Quellen gut geeignet und findet beispielsweise auf einem kleinen Nachttisch noch ein Plätzchen. Das Design ist ein Hingucker, doch neutral und ohne dabei in der Umgebung anderer Utensilien störend aufzufallen. Dank fehlender Mikrofone ist sie in jedem Zimmer bedenkenlos einsetzbar. Funktionen wie die Verwendung einer beliebigen Fernbedienung zur Steuerung sind sehr innovativ – das würde man auch gerne bei anderen Herstellern sehen.
Denon liefert mit dem Home 350 eine vergleichsweise große Multiroom-Anlage mit zahlreichen Anschlüssen und gutem Sound.
Denon liefert mit dem Home 350 eine vergleichsweise große Multiroom-Anlage mit zahlreichen Anschlüssen und gutem Sound.
Eine Alternative zur Konkurrenz wie Sonos – das will Denon mit dem Heos-System Home 350 liefern. Im Test zu Heos (Testbericht) gefiel uns vor allem die Flexibilität. Es gibt eine riesige Produktauswahl und, anders als bei Sonos, kann man bestehende Systeme über einen neuen Verstärker einbinden. Wir haben den Multiroom-Speaker getestet.
Selbst mit abgerundeten Kanten und dezentem, grauem Stoffbezug ist der Denon Home 350 mit 380 x 225 x 180 mm und 6,3 kg Masse nicht zu übersehen und zu überhören. Auf einer schwarzen, wahlweise weißen, spiegelnden Oberseite sind die Bedienelemente Lauter/Leiser, Start/Stopp sowie sechs Programmtasten eingelassen. Sie werden sichtbar, sobald man eine Hand über den Lautsprecher bewegt und sind so auch bei schwacher Beleuchtung gut erkennbar.
Der Bezug ist laut dem Hersteller wasser- und schmutzabweisend und der Lautsprecher soll damit auch für Küche und Bad geeignet sein. Tatsächlich wird sich dort vermutlich gar nicht genug Platz für das gute Stück finden. Auch auf dem Nachttisch findet er nur Platz, wenn man etwas in der Größe eines mittelgroßen Radios dort unterbringen kann. Am Schreibtisch wiederum sollte er aus akustischen Gründen in der Mitte stehen, wo sich aber normalerweise bereits der Monitor befindet.
Auf der Unterseite präsentiert sich ein Gewinde zur Aufhängung, auf der Rückseite Anschlüsse für 230 V, Analog in, einen USB-Stick, zwei Knöpfe, um Bluetooth- oder WLAN-Koppelung anzustoßen, sowie ein Ethernet-Anschluss. Damit kann der Lautsprecher ohne das eingebaute 2,4- und 5-GHz-WLAN für Streaming und Internet-Radio genutzt werden.
Die meisten Funktionen werden über die Heos-App gesteuert, Spotify und Analogeingang sind ebenso wie die Programmtasten auch ohne Smartphone und App zugänglich. Zur Einrichtung wird ebenso die App genutzt, allerdings muss man am Lautsprecher den richtigen Knopf, nämlich den zur WLAN-Kopplung, drücken. Zur Nutzung des LAN sind sehr detaillierte Einstellungen möglich, damit das auch klappt. Die Schnellstartanleitung hilft hier allerdings nicht weiter und die ausführliche Anleitung, die jedoch auch nicht alles verrät, ist online als Webversion zu laden – der PDF-Download funktionierte zum Testzeitpunkt allerdings nicht.
Zunächst ist ein Firmware-Update des Lautsprechers fällig, währenddessen, wie üblich, Lautsprecher und App unbedienbar sind. Da dies etwas dauern kann, wird angeboten, das auf die Nachtstunden zu verschieben.
Danach übernimmt die App nicht nur das Streamen von Radiosendern über Tune-In oder von Musikdiensten wie Tidal, sondern auch das Streamen von Musikservern, USB-Port oder Analogeingang. So ist auch hier Multiroom-Betrieb möglich. Dazu müssen nur in der App die zu koppelnden Lautsprecher aufeinander geschoben werden – allerdings sollte man dies zuerst machen und erst dann die Musikwiedergabe starten, wenn es wichtig ist, dass die Musik auf allen Lautsprechern synchron spielt.
Spotify wird zwar über die App bedient, greift dann aber direkt auf den Lautsprecher zu. Qobuz kann auf Android-Geräten derzeit ohne externe Hilfsmittel wie den Musikserver Roon nicht im Multiroom-Betrieb gestreamt werden, sondern nur einzeln über Bluetooth. Für die Android-Version gilt dies auch für Apple Music, was aber eher auf Apple-Geräten genutzt wird, bei denen dann Apple Airplay zur Verfügung steht. Auch Podcast-Software kann nur über Bluetooth genutzt werden.
Die Folge der Integration in die Heos-App ist, dass bei Tune-In eine eigene Bedienoberfläche genutzt wird, die etwa bei der Suche nach Radio Caroline zuerst einige Fake-Stationen listet sowie Podcasts über Radio Caroline. Man kann dann aber den Sender, wenn man ihn erfolgreich gefunden hat, in einer Favoritenliste ablegen – und auf den Programmtasten am Lautsprecher selbst.
Die Sender sind dann direkt über Programmtasten zugänglich, wie bei einem „richtigen“ Radio und dies fast ebenso schnell: Während die meisten Geräte und Apps Internetstationen erst mit deutlicher Verzögerung abspielen, um einige Sekunden Stream zu puffern, und dann dank Tune-in oft noch zwei Werbeblöcke vorschalten, die man spätestens beim dritten Programmwechsel auswendig kennt, wechselt das Programm hier mit nur geringer Umschaltpause und nur gelegentlicher Werbe-Pre-Roll. Das ist klasse, denn man kann dadurch schnell umschalten, wenn einem ein Musikstück missfällt. Will man Taste 1 wie ab Werk eingestellt zur Auswahl des Analog-Eingangs verwenden, bleiben immerhin „Stationstasten“.
In der App lassen sich alle Programmquellen ausblenden. Praktisch, wenn es um Musikdienste geht, bei denen man ohnehin keinen Account hat, aber ungeschickt, wenn man aus Versehen das eigene Smartphone, Musikserver, USB-Port oder Analogeingang ausblendet und sich dann wundert, wo die Musikdateien abgeblieben sind.
Im Denon Home 350 sind zwei Dreiwege-Lautsprechersysteme integriert, was zumindest auf kürzere Entfernung für sauberen Stereoklang sorgt. Eingebaut sind zwei 165-mm-Tieftöner, zwei 51-mm-Mitteltöner und zwei 19-mm-Hochtöner. Der Denon Home 350 liefert damit deutliche Bässe mit den bassreflex-typischen Überhöhungen, die hier jedoch dezent ausfallen, zumal in der App eingestellt werden kann, ob der Lautsprecher frei stehend platziert ist (also beim Bass voll hereinhauen darf), in einem Regal steht (wo dies schon weniger angebracht ist) oder gar in einer Ecke (wo es fürchterlich dröhnt, wenn die Bässe nicht reduziert werden).
Sollte es nicht genug rumsen, kann der Lautsprecher auch mit Subwoofern und Soundbars aus demselben Sortiment kombiniert werden. Dabei sind auch Stereo- und Mehrkanal-Kopplung möglich, man kann also auch zwei Denon Home 350 als Stereo-Paar betreiben, um eine größere Stereo-Basis zu erzielen.
Die Mitten sind klar, nur die Höhen sind je nach Programmquelle noch eingeschränkt: Bei Bluetooth fehlt für Android-Nutzer auch hier leider wieder einmal der aptX-Codec. Eine Ausgangsleistung gibt Denon auch auf Nachfrage nicht an, nur die elektrische Eingangsleistung mit maximal 25 W für alle Lautsprechersysteme zusammen. Für brüllende Party-Lautstärke ist die Box also nicht konstruiert, aber auch zu schade.
Die UVP des Denon Home 350 liegt bei 629 Euro. Aktuell kostet der Multiroom-Speaker rund 421 Euro. In begrenzter Stückzahl ist er sogar für 390 Euro auf Ebay erhältlich.
Der Denon Home 350 liegt mit 421 Euro im oberen Preissegment, enthält dafür aber zwei komplette Lautsprechersysteme zur Stereowiedergabe. Hat man einen geeigneten Aufstellungsplatz mit wenig Abstand zum Hörenden, ist er damit nur geringfügig teurer als zwei einzelne, dann aber deutlich kleinere Denon Home 150 und bietet die doppelte Anzahl Programmtasten. Wer bereit ist, den hohen Preis zu zahlen, macht mit dem Denon Home 350 wenig falsch.
Das Musiccast-System von Yamaha ist besonders dann spannend, wenn man eine bestehende Anlage nutzt.
Das Musiccast-System von Yamaha ist besonders dann spannend, wenn man eine bestehende Anlage nutzt.
Mancher möchte nicht nur einen kleinen „Röhricht“ als Mono-Multiroom-Lautsprecher, sondern ein Stereo-Modell. Der zweikanalige Musiccast 50, der sich über WLAN und analoge Kabel verbinden lässt, bietet genau das. Ob er im Einsatz überzeugt, zeigt unser Test.
Eine richtig breite Stereowiedergabe hat man natürlich nur mit zwei separaten Lautsprechern. Dies ist mit dem Yamaha Multicast 50 auch möglich, er kann als Monolautsprecher zusammen mit einem Zweiten als Stereo-Pärchen betrieben werden. Er kann aber auch einzeln bereits Stereo wiedergeben, und mit den Abmessungen von 400 x 121 x 200 mm ist der Lautsprecher sogar breiter als der Technics SC-C30 (Testbericht). Im Nahbereich ist damit auf jeden Fall ein ordentlicher Stereoeffekt möglich. Mit 4,5 kg steht der Lautsprecher dabei auch stabil und vibrationsfrei.
Das Design hat leichte Ähnlichkeiten mit dem Technics-Gerät, aber nur leichte: Eine weiße Ellipse (schwarz ist auch möglich) mit umlaufender Lautsprecherblende. Dahinter verbergen sich zwei Hoch- und zwei Tieftöner. Das Netzteil ist integriert und belästigt einen nicht als „Netzklops“ an der Steckdose und das Netzkabel hat angenehmerweise Überlänge. Des Weiteren finden sich auf der Rückseite zwei Anschlüsse für analoge Signale (Cinch und Klinke), ein optischer SPDIF-Anschluss sowie Ethernet. Der USB-Port ist dagegen nur für den Kundendienst bestimmt.
Ein/Aus, lauter/leiser, Eingangswahl und Wecker einstellen sowie drei Programmspeicher sind die Bedienelemente vorne oben am Lautsprecher. Hinten oben werden die Ergebnisse angezeigt. Mikrofone und Sprachassistenten sind nicht eingebaut, über Alexa auf einem Smartphone oder Tablet ist allerdings eine Steuerung möglich.
Die Inbetriebnahme ähnelt anderen Multiroom-Lautsprecher: Strom anschließen, Musiccast-App laden, mit Netzwerk (LAN oder WLAN mit 2,4 GHz) verbinden. Das funktioniert ohne Probleme und das unvermeidliche Updaten des Lautsprechers lässt sich im Gegensatz zu anderen Fabrikaten verschieben und abrufen, wenn es einem passt. Die Zuordnung der Lautsprecher zu Räumen, die nicht wie bei Alexa und Google Home mit Namen, sondern mit Bildern erscheinen, und die Multiroom-Kopplung sind in der Musiccast-App einzurichten.
Die Auswahl möglicher Programmquellen ist bei Yamaha sehr groß: Zunächst einmal Musik, die auf dem Smartphone oder Tablet gespeichert ist. Diesen Menüpunkt übersieht man leicht, weil er unter MyMusic außerhalb des ohne seitliches Scrollen sichtbaren Bildschirms liegt. Dann Musik von lokalen Servern, von Internetradiostationen, von Spotify, Napster, Tidal, Deezer und Qobuz. Und dann die lokalen Quellen AUX1, AUX2 und Digital, die getrennt gewählt werden können und auch auf anderen Musiccast-Lautsprechern wiedergegeben werden können, sowie Bluetooth.
Mikrofone oder einen Sprachassistenten enthält der Musiccast 50 nicht. Die Musiccast kann allerdings mit externen Alexa Smartspeakern gesteuert werden, wozu es sogar eine spezielle Alexa-Skill gibt, die dann auch spezielle Funktionen umsetzen kann.
Dank der Analog-Eingänge können lokale Dateien vom Smartphone sowohl analog als auch über Bluetooth und WLAN abgespielt werden. Die erste und die letzte Variante bieten “dank” des fehlenden Bluetooth-aptX-Codecs mit Android-Geräten die bessere Klangqualität, wobei es bei Analog-Einspeisung etwas sanfter klang, weil über WLAN Aufnahmefehler der auf dem Smartphone gespeicherten Aufnahmen deutlicher werden.
In beiden Fällen ist die Tonqualität von Spotify höher als die der selbst digitalisierten LPs und Qobuz nochmals ein kleines Stück besser. Bei Bluetooth ist alles wie zu erwarten etwas schwächer, die schwächeren Höhen von Spotify kommen dabei den Mängeln von Bluetooth ohne apt-X entgegen und führen zu weniger Artefakten. Der Klang ist in allen Varianten noch akzeptabel, doch Qobuz über Netzwerk als beste Variante erkennbar. Yamaha empfiehlt dabei, für Hires-Formate den drahtgebundenen LAN-Anschluss zu nutzen, weil nur das langsamere 2,4-GHz-WLAN verfügbar ist.
Mit zwei 3-cm-Kalottenhochtönern, zwei 10-cm-Tieftönern und 2 x 35 W Ausgangsleistung liefert der Yamaha Musicast 50 einen sehr transparenten Klang, wozu natürlich auch die Stereo-Wiedergabe beiträgt, und mehr als genug Leistung. Dank Bass-, Höhen- und Mitten-Einstellung in der App kann er dabei auch an den Aufstellungsort angepasst werden, ohne beispielsweise in Ecken zu dröhnen.
Derzeit gibt es den Yamaha Musiccast 50 für 329 Euro bei Mediamarkt. Auf Amazon kostet der Multiroom-Lautsprecher aktuell 349 Euro.
Yamaha liefert mit dem Musiccast 50 für 329 Euro ohne Zweifel einen soliden Lautsprecher, mit dem man selbst große Zimmer ordentlich beschallen kann. Gerade für alle, die ein bestehendes Hifi-System aus gleichem Hause haben, liefert Yamaha gute Möglichkeiten, um klassische Produkte mit Streaming zu verbinden. Das beste Beispiel ist der Schallplattenspieler aus der Serie oder die AV-Receiver mit Musiccast. Dazu kann man weitere Lautsprecher einfach übers WLAN anschließen, etwa um andere Zimmer zu beschallen.
Der Teufel Holist M Multiroom-Lautsprecher klingt super, bietet eine Sprachsteuerung per Amazon Alexa und ist kompatibel mit anderen Lautsprechern.
Der Teufel Holist M Multiroom-Lautsprecher klingt super, bietet eine Sprachsteuerung per Amazon Alexa und ist kompatibel mit anderen Lautsprechern.
Der Multiroom-Lautsprecher Teufel Holist M stellt die größere Version des Holist S dar. Dank Amazon-Alexa-Integration wird er zum Smart-Speaker und lässt sich so, zusätzlich zur Holist-App, auch steuern. Als Multiroom-Lautsprecher ist aber vor allem die Soundqualität wichtig, und hier bringt der Teufel Holist M einiges mit. Ob er auf ganzer Linie überzeugen kann, verraten wir im Test.
Der Holist M unterscheidet sich vom Aussehen her nicht von der kleineren S-Variante. Er hat die Form einer sechseckigen, mit schwarzem Stoff bespannten Pyramide. Allerdings ist er mit den Maßen 400 × 270 × 240 mm und 6,51 kg Gewicht etwa doppelt so groß und viermal so schwer wie das kleinere Modell. Einen farblichen Akzent setzt das knallrote Netzkabel, das an die orangen Anti-Stolper-Kabel der Overheadprojektoren erinnert. Damit fällt der Lautsprecher auf.
Die Bedienelemente befinden sich oben auf dem Lautsprecher und decken neben Ein/Aus, Start/Stop, voriges Lied, nächstes Lied, lauter und leiser auch Bluetooth, Analog-Eingang (AUX) und WLAN/Alexa ab. Zusätzlich sind dort noch vier Mikrofone für die Sprachsteuerung und der Alexa-typische farbige LED-Ring integriert. Auf der Rückseite finden sich Analog-Eingang, Netzanschluss, ein Netzschalter sowie ein Reset-Knopf für den Fall, dass einmal nichts mehr gehen sollte und das Gerät neu eingerichtet werden muss. Seitlich sind zusätzlich ein Bassregler und ein Wahlschalter für die drei Klangmodi Direct, Neutral und Wide angebracht.
Der Holist M verblüfft; so großkalibrige Smart-Speaker gibt es sonst kaum. Meistens sind bei Multiroom-Lautsprechern mit solchen Ausmaßen keine Sprachassistenten mehr integriert.
Beim Auspacken ist das Bedienfeld mit einer englischen Kurzanleitung beklebt, die die Inbetriebnahme in wenigen Schritten erklärt. Zuerst muss man das Gerät an den Strom anschließen, die Holist-App aufs Smartphone oder Tablet laden und mit ihr WLAN und Amazon Alexa konfigurieren – der Holist M hat 2,4- und 5-GHz-WLAN an Bord.
Die Holist-App hat nichts mit der Teufel-eigenen Raumfeld-App zu tun. Diese bedient andere Teufel-Multiroom-Lautsprecher ohne Sprachassistenten. Die Holisten lassen sich also nicht in ein Raumfeld-System integrieren und umgekehrt. Die Holist-App ähnelt dabei der App des Auvisio ZX-1645 (Testbericht) und auch der Pure DiscovR (Testbericht) wird von der App erkannt. Es lassen sich also auch firmenfremde Smart-Speaker in das Multiroom-Netzwerk aufnehmen.
Die Synchronisation, um in mehreren Räumen dasselbe Programm abzuspielen, erfolgt bei Alexa-Systemen allerdings über die Alexa-App und nicht die Hersteller-App. Analoge Quellen kann man wie bei Alexa-Systemen üblich nur lokal abspielen und nicht im Multiroom-Betrieb. Zudem ist keine Kopplung als Stereo-Paar möglich.
Positiv: Anrufe auf per Bluetooth gepaarten Smartphones werden nicht wie bei vielen anderen Smart-Speakern automatisch im Freisprech-Betrieb über den Lautsprecher geleitet. Das würde bei einem so großen Lautsprecher sonst dazu führen, dass die ganze Nachbarschaft mithören kann.
Dank des 3,5-mm-Klinken-Analog-Eingangs kann man lokale Dateien vom Smartphone sowohl analog als auch über Bluetooth und WLAN abspielen. Die erste und die letzte Variante bieten „dank“ des fehlenden Bluetooth-aptX-Codecs mit Android-Geräten die bessere Klangqualität, allerdings muss man Teufel zugestehen, dass der Qualitätsverlust bei Bluetooth ohne aptX nicht so massiv auffällt wie bei anderen Herstellern.
Insgesamt klang im Bluetooth-Betrieb Streaming von Qobuz am besten, Streaming von Spotify am schlechtesten und Streaming lokaler Dateien in der Qualität dazwischen. Über Kabel analog war die Klangqualität höher, wobei sich an der Reihenfolge nichts geändert hat. Die Qualität von Qobuz war am besten, die von Spotify am schlechtesten.
Über WLAN abgerufen, gewann Spotify deutlich an wahrgenommener Qualität und lag vor den lokalen Musikquellen. Allerdings weiterhin übertrumpft von Qobuz. Leider ist dieser Dienst weder über Alexa noch über die Holist-App erreichbar. Diese unterstützt Tune-In, Spotify, Tidal, Napster und Amazon Music. Über die Wiim-Home-App lassen sich die Holist S und M jedoch ebenfalls bespielen – dann auch mit Qobuz.
Der Klang des Teufel Holist M ist erwartungsgemäß gut. Er bietet mit einem Drei-Wege-System aus 165-mm-Tieftöner, 101-mm-Mitteltöner und 15-mm-Hochtöner, drei passiven Membranen sowie zusätzlich einem 76-mm-Breitband-Lautsprecher den Teufel-Dynamore-360°-Sound bei 120 W Ausgangsleistung in vier Kanälen mit sauberen Bässen und Höhen, frei von nervigem Dröhnen. Teufel konnte der Versuchung widerstehen, aus dem größeren „Hubraum“ gegenüber dem Holist S um jeden Preis mehr „Wumms“ herauszuholen. Wer mag, kann die Bässe ja immer noch am separaten Regler aufdrehen – oder reduzieren. Auch Signalquellen fernab von Hi-Res, wie Radio Caroline via Tune-In, klingen auf dem Holist M gut.
Bei der Klangeinstellung entspricht Neutral dem System des Holist S, mit etwas Raumklang durch den Dynamore-Kegel. Wide ist eher unnatürlich, mit einem Klang, der mehr hinter dem Lautsprecher hervorkommt statt von vorn. Direct aktiviert dagegen den zusätzlichen Breitbandlautsprecher und ist eher für Sprach- als Musikwiedergabe gedacht.
Der Holist M harmoniert gut mit seinem kleinen Bruder. Mit diesem oder zwei Holist M ein Stereosystem aufzubauen, ist allerdings nicht möglich, und der Holist M kann selbst auch kein Stereo: Die Alexa-Plattform erlaubt dies aktuell nur den Amazon-eigenen Smart-Speakern. Nutzt man die WiiM-App zeigt diese Einstellungsmöglichkeiten für den Holist in Form von links, rechts und mono an und bestätigt dies sogar per Sprachansage. Im Klang verändert sich allerdings nichts.
Wer ein Stereosystem möchte, sollte sich andere Plattformen wie etwa das Raumfeld-System (Testbericht) des gleichen Herstellers zu Gemüte führen.
Die UVP des Teufel Holist M liegt bei 500 Euro. Derzeit kostet er jedoch nur 300 Euro.
Der Teufel Holist M überzeugt mit einem kräftigen und guten Klang. Außergewöhnlich ist die Sprachsteuerung, die in dieser Größenordnung eher die Ausnahme ist. Sowohl per Holist-App als auch per Wiim-Home-App lässt sich der Multiroom-Lautsprecher in plattformfremde Systeme integrieren. Ein Stereobetrieb in Kombination mit anderen Lautsprechern ist allerdings nicht möglich und schmälert den sonst positiven Eindruck etwas. Auch der fehlende aptX-Codec im Bluetooth-Betrieb ist schade, kann aber ein Stück weit durch die sonst fantastische Soundqualität abgefedert werden.
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