Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Gefaltet ganz kompakt, aufgeklappt mit großem Display: Klapphandys mit Faltdisplay, auch Flip-Phones genannt – das sind die besten Modelle.
Foldables gelten als Meisterleistung moderner Smartphone-Technik. Während große Faltgeräte fast schon Tablet-Format erreichen und Hersteller wie Huawei mit dreifach gefalteten Displays experimentieren, verfolgt die Flip-Variante einen anderen Ansatz: Sie faltet sich der Länge nach und bleibt damit erstaunlich handlich.
Zugeklappt verschwinden Flip-Phones mühelos in Hosen- oder Handtaschen, aufgeklappt bieten sie Displays mit bis zu 7 Zoll Diagonale – also Smartphone-Größe ohne Kompromisse beim Bedienkomfort. Damit erleben die Klapphandys der 2000er-Jahre ein technisches Comeback.
Die schlanke Bauweise bringt jedoch Grenzen mit sich. Platz für ausladende Kameramodule oder große Akkus ist knapp, meist verbauen die Hersteller zwei Linsen und einen geteilten Akku. Modelle von Samsung, Motorola oder Xiaomi zeigen dennoch, dass sich viel Leistung auf engem Raum unterbringen lässt.
Für unseren Überblick konzentrieren wir uns auf Flip-Smartphones mit maximal 15 Zentimeter Länge im geschlossenen Zustand – kompakt genug für die Tasche, groß genug für den Alltag.
Wer eher nach großen faltbaren Handys sucht, dem raten wir zur Top 8: Das beste Foldable-Smartphone im Test – Honor klappt besser als Samsung. Kleine Smartphones ohne Faltung gibt es in der Top 10: Das beste Mini-Handy im Test – kleine Top-Smartphones bis 6,4 Zoll.
Das Motorola Razr 60 Ultra ist aktuell das überzeugendste Flip-Phone. Starker Prozessor, hochwertiges Design und das beste Außendisplay im Test machen es zum klaren Sieger. Preis: 789 Euro (Code: BLACKJACOB10).
Knapp dahinter folgt das Samsung Galaxy Z Flip 7. Es ist dank ausgereifter Software und langer Update-Garantie von sieben Jahren der Technologiesieger. Der Preis startet bei 719 Euro. Preis-Leistungs-Sieger ist das Motorola Razr 60 mit guter Hardware, flüssiger Performance sowie fairem Preis von etwa 529 Euro.
Das Nubia Flip 5G bietet als Schnäppchen für knapp 250 Euro einen günstigen Einstieg, kann technisch und qualitativ aber nicht mit Samsung oder Motorola mithalten.
Das Motorola Razr 60 Ultra ist der Testsieger unter den Flip-Phones. Es überzeugt mit elegantem Design, präzisem Faltmechanismus und nahezu faltenfreiem Display. Beide Bildschirme sind hell, farbstark und alltagstauglich, das große Außendisplay bietet spürbaren Mehrwert.
Starke Leistung, viel Speicher, gute Kamera bei Tageslicht und solide Akkulaufzeit machen das Razr 60 Ultra zum besten Gesamtpaket im Segment – aktuell für etwa 789 Euro (Code: BLACKJACOB10) erhältlich.
Das Samsung Galaxy Z Flip 7 bietet als Klapp-Smartphone gute Verbesserungen: Dazu gehört das fast randlose Außendisplay über die obere Gehäusehälfte und das handlichere 21:9-Format. Die Verarbeitung und Display-Qualität bleiben auf hohem Niveau, während der Exynos-Chip ausreichend Leistung für den Alltag liefert. Dank sieben Jahren Software-Updates ist es unser Technologiesieger.
Mit Preisen von 719 Euro für 256 GB und 825 Euro für 512 GB ist das Galaxy Z Flip 7 aber kein Schnäppchen.
Das Motorola Razr 60 ist ein hochwertig verarbeitetes, elegantes Flip-Phone mit alltagstauglicher Leistung. Es bietet zwei gute Displays, eine ordentliche Kameraqualität bei Tageslicht, solide Akkulaufzeit und sogar kabelloses Laden. Die Software läuft flüssig und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist attraktiv. Ab rund 549 Euro ist es zu haben.
Falt-Smartphones bieten aufgeklappt eindrucksvoll große Bildschirme – vorwiegend zwischen 6,7 und 7 Zoll. Durch ihr schmales Seitenverhältnis wirken die Displays lang gezogen, was besonders beim Scrollen und Multitasking von Vorteil ist.
Mindestens Full-HD-Auflösung ist inzwischen Standard, und fast alle Modelle unterstützen 120 Hz Bildwiederholrate – mit Ausnahme einiger Einsteigermodelle wie des Blackview Hero 10. Top-Geräte von Motorola und Samsung setzen zudem auf LTPO-Technologie, die eine flexible Anpassung der Bildfrequenz zwischen 1 und 120 Hz erlaubt. Das spart Energie und sorgt gleichzeitig für eine besonders flüssige Darstellung.
Auch bei der Bildqualität gibt es kaum Grund zur Kritik: Helligkeit, Farbdarstellung und Kontrast liegen auf Spitzenniveau. So erreicht etwa das Samsung Galaxy Z Flip 7 eine beeindruckende Screen-to-Body-Ratio von 87 Prozent, das Motorola Razr 60 Ultra kommt auf rund 85 Prozent.
Ein echter Mehrwert der modernen Klapphandys ist das Außendisplay. Damit lassen sich Benachrichtigungen, Kalender, Uhrzeit oder sogar Apps anzeigen und bedienen, ohne das Gerät komplett aufzuklappen. Besonders Motorola erlaubt hier eine weitgehende Nutzung von Apps auf dem Zweitdisplay – Samsung beschränkt das dagegen meist auf optimierte Anwendungen oder Widgets, was sich jedoch in den Einstellungen lockern lässt.
Bei günstigeren Geräten wie dem Nubia Flip 5G oder dem Blackview Hero 10 fällt das Zusatzdisplay kleiner aus und dient vorwiegend zum schnellen Anzeigen von Widgets oder Systeminformationen. Erst das Galaxy Z Flip 7 nutzt ein vollwertiges, nahezu durchgehendes Außendisplay – bei älteren Modellen unterbrachen Kamera-Aussparungen die Anzeige deutlich.
Eine häufige Frage lautet: Wie lange hält ein Faltdisplay? Laut Samsung sind bis zu 200.000 Faltvorgänge möglich, was selbst bei intensiver Nutzung einer mehrjährigen Lebensdauer entspricht. Der neue Flip 7 soll sogar 500.000 Faltvorgänge überstehen. Die Scharniere moderner Foldables sind mittlerweile deutlich robuster, auch wenn Staub und Sand den Mechanismus weiterhin beeinträchtigen können. Die meisten Modelle bieten daher Spritzwasser- und Staubschutz nach IPX8 oder IP48.
Klapp- oder Flip-Smartphones bieten aufgrund ihres besonders schlanken Gehäuses nur begrenzt Platz für Kameramodule. Daher verbauen die Hersteller bei diesen längs aufklappbaren Geräten in der Regel zwei Hauptkameras – eine Weitwinkel-Hauptkamera und eine Ultraweitwinkel-Linse. Platz für einen dritten Sensor, etwa eine Telekamera, fehlt.
Aktuelle Modelle wie das Samsung Galaxy Z Flip 7 und das Motorola Razr 60 Ultra setzen auf eine 50-Megapixel-Hauptkamera in Kombination mit einem 12- oder 50-Megapixel-Ultraweitwinkelmodul. Die Bildqualität überzeugt im Alltag: Fotos zeigen kräftige Farben, gute Detailstufen und eine zuverlässige automatische Belichtung. Selbst bei schwächerem Licht erzielen Motorola und Samsung dank verbesserter Bildverarbeitung solide Ergebnisse. Auf einen echten optischen Zoom müssen Nutzer aber verzichten – digitale Vergrößerungen führen schnell zu Qualitätsverlust.
Einige Hersteller experimentieren mit abweichenden Kamera-Setups. Das Motorola Razr 50 Ultra und das Xiaomi Mix Flip verzichten auf die Ultraweitwinkel-Linse und setzen stattdessen auf ein Teleobjektiv mit zweifacher optischer Vergrößerung. Der Zoom-Bereich fällt damit zwar geringer aus als bei klassischen Premium-Smartphones, erweitert die fotografische Flexibilität aber spürbar.
Günstigere Modelle wie das Nubia Flip 5G oder das Blackview Hero 10 hingegen bieten meist nur einfache Doppelkamera-Systeme mit schwächerer Bildqualität. Diese eignen sich für Schnappschüsse bei Tageslicht, geraten aber bei Dunkelheit oder Gegenlicht schnell an ihre Grenzen.
Ein klarer Vorteil der Bauform: Da sich das Gerät halb schließen lässt, kann man das Flip-Handy aufstellen und ohne Stativ freihändig fotografieren oder filmen – ideal für Selfies, Vlogs oder Videoanrufe. Außerdem lässt sich das Außendisplay auf der Rückseite als Sucher für Selfies mit der Hauptkamera nutzen, was deutlich bessere Ergebnisse ermöglicht als herkömmliche Frontkameras.
Bei der Rechenleistung nähern sich moderne Flip-Phones den klassischen High-End-Smartphones an. Das Motorola Razr 60 Ultra nutzt den Snapdragon 8 Elite, der mit hoher Taktfrequenz, moderner 4-Nm-Fertigung und starker KI-Beschleunigung nahezu auf Flaggschiffniveau agiert.
Samsung setzt beim Galaxy Z Flip 7 dagegen auf ein Exynos-SoC, das eine solide CPU- und GPU-Performance liefert, bei Dauerlast jedoch gegenüber Qualcomms Spitzenmodellen etwas weniger Effizienz zeigt. Das Razr 60 verwendet einen Mediatek-Prozessor der gehobenen Mittelklasse, der zwar geringere Spitzenleistung bietet, für alltägliche Anwendungen, Multimedia und leichtes Gaming aber mehr als ausreicht.
Beim Energiemanagement zeigen sich die Grenzen der kompakten Bauform. Die Akkukapazität liegt je nach Modell meist zwischen 3700 und 4200 mAh – bedingt durch das geteilte Gehäuse mit zwei kleineren Zellen. Entsprechend knapp sind die Laufzeiten: Ein typischer Einsatztag ist realistisch, längeres Durchhalten nur bei moderater Nutzung.
Fortschrittlich sind Ansätze mit Silizium-Kohlenstoff-Akkus, wie sie einige chinesische Hersteller einsetzen. Diese Technologie ermöglicht eine höhere Energiedichte, sodass selbst kleine Akkus mehr Kapazität erzielen können. Laden erfolgt je nach Modell mit 30 bis 45 Watt per Kabel, sogar kabelloses Laden gibt es bei den Top-Modellen von Samsung und Motorola.
Thermisch arbeiten die Geräte aufgrund der dichten Komponentenanordnung an der oberen Grenze, bleiben im Alltag aber stabil. Die Energieverwaltung moderner SoCs und LTPO-Displays sorgt trotz der beengten Platzverhältnisse für praxistaugliche Laufzeiten.
Motorola bringt mit dem Razr 60 Ultra ein neues Spitzenmodell unter den kompakten Foldables auf den Markt. Im Test klären wir, wie gut das Klapp-Smartphone wirklich ist.
Motorola bringt mit dem Razr 60 Ultra ein neues Spitzenmodell unter den kompakten Foldables auf den Markt. Im Test klären wir, wie gut das Klapp-Smartphone wirklich ist.
Foldables gibt es im Wesentlichen in zwei Bauformen: als große Geräte, die sich seitlich wie ein Buch aufklappen lassen – und als kompakte Modelle, bei denen das Display längs gefaltet wird. Letztere orientieren sich stark an klassischen Klapphandys und punkten durch ihre Hosentaschentauglichkeit.
Motorola hat mit dem Razr 40 Ultra bereits vor zwei Jahren ein überzeugendes Gerät in dieser Klasse abgeliefert. Das neue Razr 60 Ultra setzt als Topmodell der Serie wieder auf einen schnellen Prozessor, ein brillantes Haupt-Display und ein besonders großes Außendisplay. Auch beim Design geht Motorola neue Wege – etwa mit einer Rückseite aus Holz, je nach Modellvariante. Ob das Razr 60 Ultra nicht nur schick, sondern auch alltagstauglich ist, zeigt unser ausführlicher Test.
In puncto Design hat Motorola mit dem Razr 60 Ultra überzeugende Arbeit geleistet. Das Gerät wirkt äußerst hochwertig verarbeitet, der Klappmechanismus hinterlässt einen robusten und präzisen Eindruck. Das Scharnier öffnet und schließt geschmeidig, ohne zu wackeln – das Razr klappt wortwörtlich richtig gut. Eine sicht- oder spürbare Falte in der Mitte des Displays ist kaum vorhanden, was für die Qualität des Panels und der Falttechnik spricht.
Auffällig ist Motorolas kreative Materialwahl. Unser Testgerät in der Ausführung „Mountain Trail“ kombiniert Glas auf dem Außendisplay mit einer echten Holzvertäfelung auf der Rückseite. Der Rahmen besteht aus Aluminium. Diese Kombination hebt sich angenehm vom üblichen Glas-Metall-Einerlei vieler anderer Hersteller ab. Alternativ bietet Motorola Varianten mit rückseitigem Kunstleder (aus Kunststoff), die ebenfalls edel und griffig wirken.
Ein weiteres ungewöhnliches Detail: Das Razr 60 Ultra ist wie die Vorgänger dezent parfümiert. Die Idee, auch den Geruchssinn anzusprechen, ist mutig – aber nicht unumstritten. Während manche den Duft als angenehm empfinden, klagten einige Kollegen im Testumfeld über leichte Kopfschmerzen. Letzten Endes bleibt es Geschmackssache.
Das Razr 60 Ultra ist aufgeklappt ein stattliches Smartphone mit den Maßen 171,5 × 74 × 7,2 mm. Im geschlossenen Zustand schrumpft es auf handliche 88,1 × 74 × 15,7 mm – und passt damit problemlos in jede Hosentasche. Mit einem Gewicht von 199 Gramm bleibt es für ein Foldable angenehm leicht. Zudem ist das Gerät nach IP48 gegen Wasser geschützt – allerdings nur bedingt gegen Staub. Es ist so gegen das Eindringen fester Fremdkörper mit einem Durchmesser von 1 mm geschützt. Das ist bei dieser Bauform derzeit branchenüblich und betrifft alle Foldables mit flexiblem Display.
Das innere Display des Razr 60 Ultra misst nun fast 7 Zoll in der Diagonale und löst mit 2992 × 1224 Pixeln bei 462 PPI gestochen scharf auf. Motorola setzt hier auf ein AMOLED-Panel mit LTPO-Technologie, das seine Bildwiederholrate adaptiv zwischen 1 und 165 Hz anpasst – ein Wert, den sonst nur Gaming-Monitore erreichen. Viele Konkurrenten, etwa das Galaxy Z Flip 6, bieten hier maximal 120 Hz.
Auch die Helligkeit ist beeindruckend: Bis zu 4500 Nits nennt Motorola als Maximalwert, womit das Display selbst bei direkter Sonneneinstrahlung stets ablesbar bleibt. Die Bildqualität ist durchweg exzellent, Kontrast, Farben und Blickwinkel lassen keine Wünsche offen.
Das Außendisplay erstreckt sich wie beim Vorgänger fast über die gesamte obere Gehäusehälfte und integriert die beiden Kameramodule elegant. Zum Einsatz kommt ein P-OLED mit LTPO-Technologie bei 4 Zoll Diagonale – größer als beim Galaxy Z Flip 6. Auch hier gibt es adaptive Bildwiederholraten von 1 bis 165 Hz, die Auflösung liegt bei 1272 × 1080 Pixeln mit 417 PPI. Mit bis zu 3000 Nits ist das Panel auch im Freien einwandfrei ablesbar.
Der entscheidende Vorteil gegenüber Samsung: Auf dem Außendisplay lassen sich nahezu alle Apps in voller Funktion nutzen, nicht nur ausgewählte Widgets. Das macht das Razr 60 Ultra im Alltag flexibler – besonders, wenn man das Gerät öfter geschlossen nutzt.
Das Kamera-Setup des Razr 60 Ultra ist wie beim Vorgänger einfach gehalten – für mehr fehlt im schlanken Gehäuse schlicht der Platz. Zum Einsatz kommen zwei Rückkameras: eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit f/1.8-Blende und optischer Bildstabilisierung (OIS) sowie ein 50-Megapixel-Ultraweitwinkel mit f/2.0 – letzteres ohne OIS, aber mit zusätzlicher Makrofunktion. Auch die Frontkamera löst mit 50 Megapixeln auf und bietet f/2.0.
Bei Tageslicht liefern alle drei Kameras gute Ergebnisse. Die Farben sind kräftig, aber noch im natürlichen Bereich, der Dynamikumfang ist hoch und die Detailzeichnung überzeugend. Der digitale Zoom funktioniert bis etwa zur fünffachen Vergrößerung erstaunlich gut – ohne grobe Pixelbildung. Auch die Weitwinkelkamera schlägt sich ordentlich und weicht minimal vom Hauptobjektiv ab. Die Farben wirken im Vergleich aber minimal blasser. Erfreulich ist die Videoqualität mit Haupt- und Frontobjektiv: 4K-Aufnahmen mit bis zu 60 FPS gelingen scharf und stabil, auch bei Bewegung.
Selfies gelingen mit der Frontkamera ebenfalls gut, auch wenn der Hautton leicht zu Orange tendiert – manch einer fühlt sich an einen US-Präsidenten erinnert. Das Bokeh im Porträtmodus ist präzise und trennt das Motiv sauber vom Hintergrund. Alternativ lässt sich das Gerät zusammenklappen, um Selfies mit der Hauptkamera aufzunehmen – allerdings nur im rechteckigen Querformat.
Die Kamera zeigt bei wenig Licht. Die Ultraweitwinkeloptik wird dann nahezu unbrauchbar. Trotz OIS kann auch das Hauptobjektiv in dunkler Umgebung nur mäßig aufhellen – Bildrauschen ist deutlich sichtbar. Auch Selfies gelingen im Dunkeln nur mit Display-Blitz – hier ist die Konkurrenz stärker aufgestellt.
An Leistung mangelt es dem Razr 60 Ultra nicht. Mit dem Snapdragon 8 Elite verbaut Motorola den derzeit schnellsten Mobilprozessor von Qualcomm. Das belegen auch die starken Benchmark-Ergebnisse: 20.000 Punkte im PCMark und über 6000 Punkte im 3DMark Wild Life Extreme sprechen für sich. Im Alltag läuft das System durchweg flüssig und reaktionsschnell, auch grafisch anspruchsvolle Spiele meistert das Razr problemlos.
Einziger Nachteil: Das schlanke Gehäuse wird unter Last spürbar warm. Im Stresstest von 3DMark Wild Life Extreme brach unser Testgerät den Durchlauf regelmäßig ab – hier stößt das Kühlsystem an seine Grenzen.
Ausgezeichnet ausgestattet zeigt sich das Gerät auch beim Speicher. Motorola bietet nur eine Variante an – dafür mit großzügigem und schnellem 512-GB-Speicher (UFS-4.0) sowie sattem 16 GB RAM. Damit bleiben kaum Wünsche offen, zumal sich der Speicher zwar nicht erweitern lässt, dafür aber besonders schnell ist.
Auch bei den drahtlosen Schnittstellen ist alles auf dem neuesten Stand: Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4, NFC und 5G sind an Bord. Die Nutzung einer eSIM ist ebenfalls möglich. Ein kleiner Rückschritt ist allerdings der Anschluss: Er unterstützt lediglich den langsamen USB-C-2.0-Standard – bei einem Gerät dieser Preisklasse wäre USB-C 3.2 Pflicht gewesen.
Der Fingerabdrucksensor sitzt im Power-Button an der Seite und arbeitet schnell sowie zuverlässig. Ebenfalls positiv: Die Lautsprecher liefern einen klaren, satten Klang – ideal für Videos oder Musik zwischendurch.
Das Razr 60 Ultra läuft mit Android 15. Zum Testzeitpunkt Ende Mai stammte der Sicherheits-Patch vom 1. April – war also noch halbwegs aktuell. Weniger überzeugend zeigt sich Motorola bei der Update-Politik: Neue Android-Versionen gibt es nur bis 2028 (voraussichtlich Android 18), Sicherheits-Updates werden bis 2029 angeboten – das sind vier Jahre und damit mittlerweile unter dem Niveau vieler Konkurrenten in dieser Preisklasse.
Die Bedienoberfläche gefällt uns wie gewohnt gut: Motorola nutzt weitgehend originales Android und ergänzt nur wenige, aber sinnvolle Funktionen. Dazu gehören bekannte Gestensteuerungen wie das Einschalten der Taschenlampe per doppeltem Hacken mit dem Smartphone – eine der besonders intuitiven Lösungen am Markt. Die Kamera lässt sich durch zweimaliges schnelles Drehen starten, und Screenshots gelingen einfach mit drei Fingern.
Natürlich dürfen auch KI-Funktionen nicht fehlen. Motorola nennt seine Plattform „Moto AI“. Mit „Magic Canvas“ lassen sich etwa KI-generierte Hintergrundbilder erstellen. Die Funktion „Achtgeben“ startet Tonaufnahmen, die automatisch transkribiert werden – was im Alltag aber nicht immer zuverlässig funktioniert. Der integrierte Assistent unterstützt derzeit nur Englisch, Spanisch und Portugiesisch. Eine deutsche Version soll in den kommenden Monaten folgen.
Faltbare Smartphones haben bauartbedingt wenig Platz im Gehäuse – umso erfreulicher, dass Motorola beim Razr 60 Ultra einen vergleichsweise großen Akku mit 4700 mAh untergebracht hat. Im Battery-Test erzielte das Gerät eine hervorragende Laufzeit von 14 Stunden – ein Wert auf Flaggschiff-Niveau. Im Alltag dürfte das Klapphandy damit problemlos über den Tag kommen. Bei sparsamer Nutzung sind auch eineinhalb Tage drin.
Aufgeladen wird das Razr mit bis zu 68 Watt. Damit ist ein leerer Akku in knapp einer Stunde wieder voll. Von 20 auf 100 Prozent vergehen etwa 45 Minuten. Motorola empfiehlt das 68-Watt-Netzteil von Lenovo für rund 25 Euro – es liegt dem Gerät nicht bei. Kabelloses Laden ist mit bis zu 30 Watt über Qi möglich, was im Vergleich zur Konkurrenz ebenfalls ein guter Wert ist.
Das Motorola Razr 6 Ultra hat eine stolze UVP von 1299 Euro. Mittlerweile bekommt man das Gerät in der Holz-Variante aber schon zu Straßenpreisen ab etwa 789 Euro (Code: BLACKJACOB10). Neben dem Modell mit Holz („Mountain Trail“) gibt es noch drei weitere Varianten mit Kunstleder in Pink, Rot und Dunkelgrün.
Das Motorola Razr 60 Ultra ist eines der besten Klapphandys auf dem Markt – da muss Samsung im nächsten Galaxy Z Flip deutlich nachlegen. Das Design ist elegant, der Faltmechanismus ist hervorragend verarbeitet und der Bildschirm ist nahezu faltenfrei. Beide Displays sind erstklassig, insbesondere das große Außendisplay, das fast alle Apps unterstützt, bringt im Alltag echten Mehrwert.
Die Kamera liefert bei Tageslicht überzeugende Ergebnisse, auch Selfies gelingen gut. Die Akkulaufzeit überzeugt ebenfalls. Dazu kommen starke Leistungswerte, viel Speicher und ein rundes Gesamtpaket mit hohem Lifestyle-Faktor – derzeit hat kein anderes Foldable so viel Stil.
Dennoch gibt es klare Schwächen: Die Kamera enttäuscht bei Nacht, der Typ-C-Anschluss ist veraltet (nur USB 2.0), und Motorola geizt bei der Update-Politik – drei Android-Versionen und vier Jahre Sicherheits-Updates sind zu wenig im Jahr 2025. Bei einem Preis von über 1100 Euro darf man mehr erwarten.
Schließlich bleibt: Wer ein stilvolles Klapphandy mit Top-Displays und großem Alltagsnutzen sucht, findet im Razr 60 Ultra aktuell das überzeugendste Gesamtpaket.
Das Galaxy Z Flip 7 ist breiter und bietet jetzt ein nahezu nahtloses Außendisplay. Ob das gegen die Konkurrenz von Motorola reicht, zeigt der Test.
Das Galaxy Z Flip 7 ist breiter und bietet jetzt ein nahezu nahtloses Außendisplay. Ob das gegen die Konkurrenz von Motorola reicht, zeigt der Test.
Samsung hielt lange an einer gestalterischen Eigenart seiner Flip-Smartphones fest: Das Außendisplay reichte bislang nicht über die gesamte Höhe, sondern wurde um die Kameraaussparungen herumgeführt – eine Lösung, die mehr Kompromiss als Innovation war. Im Gegensatz dazu setzten Hersteller wie Motorola von Anfang an auf ein vollflächiges Display mit integrierten Kameralinsen.
Mit dem Galaxy Z Flip 7 verabschiedet sich Samsung nun von diesem Ansatz. Das neue Modell bietet ein großes, nahezu randloses Außendisplay, in das die beiden Kameras elegant integriert sind. Außerdem ist das Gerät etwas breiter geworden und kommt jetzt im 21:9-Format daher. Wie sich das überarbeitete Klapphandy im Alltag schlägt, zeigt unser Test.
Optisch orientiert sich das Galaxy Z Flip 7 weitgehend an seinem Vorgänger. Mit Abmessungen von 166,7 × 75,2 × 6,5 mm im geöffneten Zustand sowie 85,5 × 75,2 × 13,7 mm im zusammengeklappten Zustand ist das Z Flip 7 minimal dünner, aber rund 4 mm breiter als das Vorjahresmodell. Letzteres ist auf das geänderte Seitenverhältnis des Haupt-Displays zurückzuführen.
Die Verarbeitung ist wie von Samsung gewohnt auf sehr hohem Niveau – scharfkantige Elemente gibt es keine. Der Klappmechanismus wirkt robust und ist angenehm schwergängig: Das Gerät öffnet sich nicht versehentlich, lässt sich aber dennoch bequem aufklappen. Beim Schließen sorgt ein sattes Klapp-Geräusch für haptische Befriedigung – ein Detail, das besonders Nostalgiker an klassische Klapphandys erinnern dürfte.
Mit einem Gewicht von 188 g ist das Z Flip 7 geringfügig schwerer geworden. Das Gehäuse folgt dem kantigen, modernen Design der übrigen Galaxy-S25-Serie. Es ist gemäß IP48 zertifiziert und damit wasserdicht, bietet aber nur einen eingeschränkten Schutz gegen das Eindringen von Staub. Das trifft allerdings auf alle aktuellen Foldables zu.
Das innere Haupt-Display des Galaxy Z Flip 7 ist leicht gewachsen und misst nun 6,9 Zoll in der Diagonale. Gleichzeitig hat Samsung das Seitenverhältnis auf 21:9 angepasst – im Vergleich zu den eher schlanken 22:9 des Vorgängers ist der Bildschirm breiter und so im Alltag angenehmer zu bedienen. Das Flip 6 war in dieser Hinsicht etwas unhandlich geraten.
Die Auflösung liegt weiterhin bei 2520 × 1080 Pixeln (Full-HD+), was bei einer Pixeldichte von 397 ppi für ein ausreichend scharfes Bild sorgt. Zum Einsatz kommt ein AMOLED-Panel mit LTPO-Technologie, das eine dynamische Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hz ermöglicht. Das sorgt einerseits für eine flüssige Darstellung bei Animationen und Spielen, andererseits für eine verbesserte Energieeffizienz – was sich positiv auf die Akkulaufzeit auswirkt. Die Frontkamera ist in einer kleinen Punch-Hole-Notch untergebracht, die im Alltag kaum stört.
Samsung gibt eine maximale Helligkeit von bis zu 2600 Nits im HDR-Modus an. In der Praxis ist das Display im Freien ablesbar – lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung kommt es an seine Grenzen und spiegelt recht stark. Im Vergleich zu aktuellen High-End-Smartphones muss man sich beim Flip 7 dann zur Not in den Schatten drehen. Bei bewölktem Himmel oder normalen Lichtverhältnissen gibt es dagegen keine Einschränkungen.
Die auffälligste Neuerung ist das deutlich vergrößerte Außendisplay, das nun fast die gesamte obere Hälfte der Rückseite einnimmt. Es misst 4,1 Zoll, bietet eine Auflösung von 1048 × 948 Pixeln bei 345 PPI und unterstützt bis zu 120 Hz Bildwiederholrate. Mangels LTPO ist diese zwischen 60 und 120 Hz geregelt. Das AMOLED-Panel ist durch Gorilla Glass Victus 2 geschützt.
Im Gegensatz zu Motorola ist das Außendisplay des Galaxy Z Flip 7 primär für Widgets und einige ausgewählte Anwendungen optimiert, etwa Wetter, Musik oder Kalender. Wer beliebige Apps darauf nutzen möchte, kann man in den „erweiterten Einstellungen“ bei „Labs“ die Option „Apps auf dem Frontdisplay erlauben“ aktivieren und dann zusätzlich im Galaxy Store die App „Good Lock“ samt „Multistar“-Modul installieren. Das ist recht umständlich und eine Notlösung. Man kann aber auch direkt „Good Lock“ installieren, ohne vorher in den Einstellungen etwas anpassen zu müssen.
Das Galaxy Z Flip 7 setzt wie der Vorgänger auf eine Dual-Kamera: eine Hauptkamera mit 50 Megapixel, optischer Bildstabilisierung (OIS) und f/1.8-Blende sowie ein Ultraweitwinkel mit 12 Megapixel und f/2.2. Die Frontkamera mit 10 Megapixel sitzt in einer Punch-Hole-Notch. Ein Teleobjektiv fehlt aus Platzgründen.
Die Kamera liefert solide, mit dem Galaxy S25 vergleichbare Ergebnisse. Bei Tageslicht entstehen scharfe Aufnahmen mit hoher Detailtreue. Der zweifache Digitalzoom ist fast verlustfrei, bis vierfach noch gut, bei zehnfach werden Bilder deutlich unschärfer.
Nachtaufnahmen sind bei etwas Restlicht ordentlich, bei Dunkelheit stößt die Kamera an ihre Grenzen. Die Ultraweitwinkelkamera bietet ähnliche Farben wie die Hauptkamera, aber weniger Details und ist bei wenig Licht kaum zu gebrauchen. Ein Makromodus fehlt.
Selfies gelingen ordentlich. Wer möchte, kann das halb zugeklappte Smartphone nutzen, um mit der Hauptkamera bessere Selfies im rechteckigen Format zu machen. Videos sind bis 4K mit 60 Bildern pro Sekunde möglich und sehen gut aus.
Auf den ersten Blick sorgt die Wahl des Prozessors beim Galaxy Z Flip 7 für etwas Ernüchterung: Statt eines Snapdragon 8 Elite kommt Samsungs eigener Exynos 2500 zum Einsatz.
Anders als frühere Exynos-Chips bietet dieser jedoch eine mehr als ordentliche Leistung – auch wenn er bei der Grafik nicht ganz mit dem Qualcomm-Pendant mithalten kann. Beim Benchmark-Test 3Dmark Wild Life erreicht das Flip 7 dennoch starke 5200 Punkte, was es Gaming-tauglich macht. Er ist etwa so stark wie der Snapdragon 8 Gen 3 aus dem Vorjahr.
Auch im Alltag läuft die Bedienung angenehm flüssig. Das Galaxy Z Fold 7 mit Snapdragon-Prozessor ist zwar noch einen Tick schneller unterwegs, aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Das Flip 7 bietet unabhängig von der Speichervariante immer 12 GB RAM und wahlweise 256 oder 512 GB schnellen UFS-4.0-Speicher. Einen microSD-Kartenslot gibt es allerdings nicht.
Die Lautsprecher bieten einen klaren und kräftigen Klang. Auch die Sprachqualität beim Telefonieren ist ausgezeichnet. Für die Navigation stehen GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS zur Verfügung; im Test lag die Genauigkeit bei etwa drei Metern. Der Fingerabdrucksensor im Power-Button arbeitet zuverlässig, ist im aufgeklappten Zustand aber aufgrund des länglichen Gehäuses nicht immer optimal zu erreichen.
Das Flip 7 startet mit Android 16 und der neuen Oberfläche One UI 8. Samsung garantiert sieben Jahre Sicherheits-Updates und ebenso viele Android-Upgrades. Im Test läuft das System stabil und flott.
Zu den Software-Highlights zählen zahlreiche KI-Funktionen wie automatische Transkriptionen, smarte Foto- und Videoeditoren sowie Echtzeit-Übersetzungen. Besonders praktisch beim Flip-Design: Im halb aufgeklappten Zustand kann jeder Gesprächspartner Übersetzungen auf seiner Seite ablesen – ideal als Dolmetscher-Tool. Auch Googles KI-Assistent Gemini ist tief integriert.
Der „Now Brief“ bündelt Wetter, Termine und Verkehr auf dem Homescreen, die „Now Bar“ liefert praktische Live-Widgets wie eine Stoppuhr. Neu ist zudem die Dex-Unterstützung: Das Flip 7 kann drahtlos auf eine PC-ähnliche Oberfläche umschalten.
Trotz des schlanken Gehäuses hat Samsung die Akkukapazität auf 4300 mAh erhöht. Im Test hält das Flip 7 spürbar länger durch als der Vorgänger und kommt bei normaler Nutzung problemlos über einen Tag, bei sparsamer Nutzung sogar zwei Tage.
Das Ladetempo bleibt jedoch mit maximal 25 Watt eher langsam, gerade im Vergleich zur chinesischen Konkurrenz. Immerhin unterstützt das Flip 7 kabelloses Laden – bei kompakten Foldables keine Selbstverständlichkeit.
Wie gewohnt ruft Samsung einen hohen Preis auf: Die UVP liegt bei 1.199 Euro für die Version mit 12/256 GB und steigt auf 1.319 Euro für 12/512 GB. Allerdings sinken die Preise erfahrungsgemäß schnell nach dem Marktstart: Das 256-GB-Modell ist bereits ab 719 Euro erhältlich, die 512-GB-Variante kostet mindestens 825 Euro. Zur Auswahl stehen die Farben Schwarz, Dunkelblau und Korallenrot; Mintgrün gibt es exklusiv bei Samsung.
Samsung hat auf Kundenwünsche reagiert und wichtige Schwachstellen behoben: Das Galaxy Z Flip 7 bietet nun ein fast randloses Außendisplay über die gesamte obere Gehäusehälfte und ein handlicheres 21:9-Format. Verarbeitung und Display-Qualität bewegen sich auf gewohnt hohem Niveau.
Trotz Verbesserungen will das Galaxy Z Flip 7 nicht dieselbe Begeisterung wie das Z Fold 7 wecken. Das liegt weniger am Exynos-Chip, der zwar schwächer als der Snapdragon ist, aber ausreichend Leistung bietet. Vielmehr fehlt es an Innovationsgeist: Das Kamera-Setup wirkt veraltet, und das große Außendisplay ist primär für Widgets ausgelegt – Apps erfordern umständliche Workarounds. Motorola macht es hier besser.
Das Galaxy Z Flip 7 ist zweifellos ein solides Update, das wichtige Designschwächen ausmerzt. Für einen echten Generationssprung hätte Samsung jedoch mehr Mut und Neuerungen zeigen müssen.
Das Razr 60 zeigt sich als schickes Flip-Phone mit starken OLEDs, solider Laufzeit und immerhin IP48-Zertifizierung. Im Test zeigen wir, wie es sich im Alltag schlägt.
Das Razr 60 zeigt sich als schickes Flip-Phone mit starken OLEDs, solider Laufzeit und immerhin IP48-Zertifizierung. Im Test zeigen wir, wie es sich im Alltag schlägt.
Mit dem Razr 60 führt Motorola das Razr 50 behutsam weiter. Der Akku wächst auf 4500 mAh, der Schutz ist nun mit IP48 auch offiziell gegen Staub zertifiziert, und der Mediatek Dimensity 7400X löst den älteren 7300X ab. An den Displays ändert sich wenig: innen 6,9 Zoll OLED mit bis zu 120 Hz, außen 3,6 Zoll mit 90 Hz. Die Ladeleistung bleibt mit 30 Watt über Kabel und 15 Watt drahtlos alltagstauglich, aber eher gemächlich.
Im Vergleich mit dem Razr 60 Ultra wirkt das Standardmodell deutlich bodenständiger: Spitzen-Chipsatz, höhere Bildrate und größeres Außendisplay bleiben dem Topmodell vorbehalten – ebenso der stärkere Akku und das schnellere Laden. Dafür bietet das Razr 60 den günstigeren Einstieg ins Flip-Format. Doch reicht das im Alltag aus?
Das Razr 60 wirkt geradlinig und erwachsen. Das Scharnier öffnet und schließt sanft und hält das Gerät in fast jedem Winkel stabil offen. Nur an den Endpunkten klappt es die letzten Millimeter von selbst. Gegenüber dem Vorgänger wirkt das Smartphone noch ein Stück solider. Je nach Farbe nutzt Motorola unterschiedliche Materialien für den Bereich auf der Rückseite, der nicht vom Außendisplay eingenommen wird – wahlweise strukturierte Nylon-Optik, weiches Leder-Finish oder glatten Kunststoff.
Unser Testgerät in Pantone-konformem Lindgrün bietet dank Kunstleder eine angenehme Griffigkeit, ist unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken und fühlt sich hochwertig an. Dazu trägt auch die makellose Verarbeitung bei: Kanten und Übergänge sind sauber gefräst, die Spaltmaße gleichmäßig, die haptischen Tasten auf der rechten Seite sitzen fest und bieten einen präzisen Druckpunkt.
Das seitlich gerundete Außendisplay wird ebenmäßig von Gorilla Glas Victus geschützt und fügt sich harmonisch in die Front ein. Die beiden Kameralinsen ragen nur minimal hervor. Der Fingerabdrucksensor im Power-Button sitzt – wie bei den Vorgängern – im aufgeklappten Zustand etwas hoch, was baulich bedingt ist, da sich dort das Scharnier befindet. Zusammengeklappt liegt der Sensor dagegen günstiger unter dem Daumen. Zwar ist das Razr 60 dann dicker als ein klassisches Smartphone, dank der kompakten Grundfläche passt es aber problemlos in Jacken- oder Hosentaschen.
Die Faltlinie im Hauptdisplay bleibt fühl- und sichtbar, fällt im Alltag aber kaum noch auf. Das Gehäuse ist nun nach IP48 gegen Staub und Wasser geschützt. Der Staubschutz ist moderat, doch das Gerät darf bis zu 30 Minuten in 1,5 Metern Süßwasser eingetaucht werden.
Innen verbaut Motorola im Razr 60 erneut ein 6,9 Zoll großes OLED-Panel mit 2640 × 1080 Pixeln. Die Bildwiederholrate fällt im Vergleich zum Vorgänger von 144 auf 120 Hz, sorgt aber weiterhin für ein angenehm flüssiges Bild. Texte und Animationen wirken gestochen scharf. Das Außendisplay misst 3,6 Zoll, bietet 1066 × 1056 Pixel und läuft mit 90 Hz – ausreichend für klare Darstellung und weitgehend flüssige Bedienung. Für kurze Checks von Nachrichten, Widgets oder einfache App-Interaktionen reicht der Platz gut aus, auch wenn er naturgemäß begrenzt bleibt.
Die Helligkeit überzeugt: Das Innendisplay erreicht bis zu 3000 cd/m², das Außendisplay bis zu 1700 cd/m². Im Alltag haben wir rund 1150 cd/m² im offenen und 870 cd/m² im geschlossenen Zustand gemessen. Damit lässt sich das Innendisplay auch bei Sonnenlicht gut ablesen, während das Außendisplay immerhin zufriedenstellende Werte liefert.
Motorola stattet das Razr 60 auf der Rückseite (im aufgeklappten Zustand) mit zwei Kameras aus. Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln auf und verfügt über eine optische Bildstabilisierung (OIS). Daneben sitzt eine 13-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera, die zugleich als Makrokamera dient. Für Selfies steht eine 32-Megapixel-Frontkamera bereit.
Im Alltag liefert die Hauptkamera natürliche Farben und gute Schärfe, besonders bei ausreichendem Licht. Bei wenig Licht hellt sie die Szene spürbar auf, verliert jedoch feine Details; Bildrauschen und Unschärfen nehmen sichtbar zu. Die Ultraweitwinkelkamera eignet sich für spontane Aufnahmen, zeigt in den Randbereichen aber geringere Schärfe und fällt bei Dunkelheit gegenüber der Hauptkamera deutlich ab. Ein Teleobjektiv fehlt, dafür bietet die Kamera-App eine zweifache digitale Vergrößerung – bei guten Lichtverhältnissen mit weiterhin ordentlicher Bildqualität.
Videos nimmt das Razr 60 in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Das genügt für ruhige Szenen, führt bei schnellen Bewegungen oder Schwenks allerdings zu sichtbaren Rucklern. Verglichen mit dem Razr 60 Ultra oder aktuellen Top-Smartphones bleibt das Kamera-Setup solide, ohne hervorzustechen. Praktisch: Neben der ordentlichen Frontkamera bei Tageslicht lässt sich dank des Außendisplays auch die Hauptkamera bequem für Selfies nutzen.
Im Inneren des Razr 60 arbeitet der im 4-nm-Verfahren gefertigte Mediatek Dimensity 7400X. Der Chipsatz zeigt im Alltag eine starke, zugleich effiziente Leistung und bleibt angenehm kühl. Gegenüber dem Dimensity 7300X des Vorgängers fällt der Leistungszuwachs moderat aus. Unterstützt wird der Prozessor von 8 GB LPDDR4X-Arbeitsspeicher, dazu kommen 256 GB interner Speicher – dank UFS 2.2 ausreichend flott, wenn auch nicht auf Topniveau.
Für alltägliche Aufgaben liefert das Razr 60 eine solide Leistungsbasis, was der PCMark-Benchmark mit rund 16.000 Punkten bestätigt. Im grafikintensiven Test 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Gerät 850 Punkte – genug für Casual-Games, aber klar unterhalb echter Gaming-Smartphones.
Bei der Konnektivität präsentiert sich das Flip-Smartphone modern: Es unterstützt 5G, WLAN nach Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.4, NFC und Dual-SIM-Betrieb – wahlweise über Nano-SIM und eSIM. Zur Positionsbestimmung stehen A-GPS, Glonass, Galileo und Beidou bereit. Der USB-C-Port arbeitet allerdings nur mit USB-2.0-Geschwindigkeit, wodurch große Datentransfers deutlich länger dauern als bei ähnlich teuren Geräten mit USB 3.x.
Der seitliche Fingerabdrucksensor im Power-Button entsperrt das Gerät zuverlässig, könnte jedoch etwas flotter reagieren. Die ergänzende Gesichtserkennung funktioniert bequem, bietet aufgrund der 2D-Erkennung aber geringere Sicherheit als Systeme mit 3D-Sensorik. Die Lautsprecher spielen in Stereo und unterstützen laut Datenblatt Dolby Atmos samt räumlichen Effekten. Im Alltag klingt die Wiedergabe klar und angenehm, bleibt aber weitgehend auf klassischen 2D-Stereoklang beschränkt.
Ab Werk läuft auf dem Razr 60 Android 15 mit dezenten Motorola-Erweiterungen. Die Bedienoberfläche bleibt eng am puren Android und ergänzt sie um die bekannten Moto-Gesten sowie einige neue KI-Funktionen. Mit Moto Secure fasst Motorola Sicherheitsfunktionen wie geschützte Ordner, Phishing-Schutz und Netzwerk-Check übersichtlich zusammen. Einige KI-Funktionen setzen einen Motorola-Account voraus.
Bei den Updates verspricht Motorola drei Jahre Major-Updates auf neue Android-Versionen und vier Jahre Sicherheits-Patches. Das ist ein solides, wenn auch kein herausragend langes Update-Versprechen.
Der Akku des Razr 60 bietet 4500 mAh – ein spürbares Plus gegenüber dem Vorgänger, aber noch kein Garant für lange Laufzeiten. Im Alltag reicht die Kapazität für rund einen Tag. Bei sparsamer Nutzung sind auch anderthalb Tage Laufzeit möglich. Im praxisnahen Battery Test von PCMark erreicht das Razr 60 etwa 10,5 Stunden – ein ordentlicher, aber nicht herausragender Wert für ein Falt-Smartphone.
Geladen wird mit bis zu 30 W per Kabel und 15 W drahtlos. Eine vollständige Ladung über das Kabel dauert rund eine Stunde, das kabellose Laden entsprechend länger. Insgesamt bietet das Razr 60 solide, aber klar durchschnittliche Lade- und Laufzeitleistung.
Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) für das Motorola Razr 60 liegt bei 799 Euro. Im Handel ist das Gerät aktuell bereits ab rund 549 Euro erhältlich.
Das Motorola Razr 60 präsentiert sich als schickes, hochwertig verarbeitetes Flip-Phone mit überzeugender Alltagstauglichkeit. Verarbeitung und IP48-Zertifizierung vermitteln Vertrauen, die Displays punkten mit kräftigen Farben, hoher Helligkeit und flüssiger Darstellung. Die Kamera liefert bei gutem Licht ordentliche Fotos, und auch die Akkulaufzeit kann im Alltag überzeugen.
Dank kabellosem Laden und solider Effizienz fällt selbst die moderate Ladegeschwindigkeit kaum negativ auf. Die Leistung reicht für typische Anwendungen problemlos aus, und die angenehm schlanke Software sorgt für eine flüssige Bedienung. Besonders attraktiv ist der vergleichsweise niedrige Straßenpreis für ein Falt-Smartphone.
Komplett frei von Schwächen ist das Razr 60 allerdings nicht: USB 2.0 bremst Datenübertragungen, eine Telekamera fehlt, das Laden ist eher gemächlich, und der Staubschutz bleibt begrenzt. Wer jedoch ein elegantes, zuverlässiges Flip-Phone zu fairem Preis sucht, findet im Razr 60 einen gelungenen und alltagstauglichen Alleskönner.
Motorola hat mit dem Razr 50 Ultra ein Falt-Smartphone auf den Markt gebracht, das nicht nur durch sein Design, sondern auch durch seine technischen Spezifikationen überzeugt. Reicht das im Test?
Motorola hat mit dem Razr 50 Ultra ein Falt-Smartphone auf den Markt gebracht, das nicht nur durch sein Design, sondern auch durch seine technischen Spezifikationen überzeugt. Reicht das im Test?
Das Motorola Razr 50 Ultra ist ein bemerkenswertes Klapphandy, das mit einem großen Außen-Display und einer hochwertigen Verarbeitung aufwartet. Motorola hat bei diesem Modell einige Verbesserungen seinem Vorgänger Razr 40 Ultra gegenüber vorgenommen, insbesondere in Bezug auf das Außen-Display und die Kamerafunktionen. Doch wie schlägt sich das Gerät im Alltag? Wir haben das Razr 50 Ultra ausführlich getestet.
Das Design des Razr 50 Ultra ist ein echter Hingucker. Motorola hat sich bei der Farbgestaltung etwas einfallen lassen und bietet das Gerät in den Pantone-Farben „Spring Green“, „Midnight Blue“ und der Jahresfarbe „Peach Fuzz“ an. Die Rückseite besteht aus „veganem Leder“, bei dem es sich neudeutsch um nichts anderes als Kunstleder handelt, auch bekannt als Kunststoff. Das macht aber nichts, denn das sieht beim Razr 50 Ultra nicht nur gut aus, sondern fühlt sich zudem angenehm in der Hand an und ist sehr griffig. Auf einem Tisch liegend rutscht da nichts, zumindest angesichts dessen wird das hübsche Handy nicht den vorzeitigen Tod finden. Allerdings ist die Lederrückseite anfällig für Staub, was die Haptik etwas beeinträchtigen kann.
Auch Wasser macht dem Razr 50 Ultra nichts aus, das Foldable ist nach IPx8 geschützt und darf entsprechend sogar untergetaucht werden. Das ist bei Falt-Smartphones nicht immer so. Allerdings ist es nicht gegen Staub geschützt, in den feinen Sand eines Südsee-Strandes sollte man das Gerät wohl besser nicht fallen lassen. Das dürfte aber ohnehin schnell zu Kratzern auf dem Display führen, denn beim Zusammenklappen kann dann nicht nur sprichwörtlich Sand ins Getriebe, sondern auch zwischen die Display-Hälften geraten – ein Problem, das die meisten Foldables teilen.
Davon abgesehen wirkt das Smartphone robust und langlebig. Das Scharnier des Razr 50 Ultra ist gut verarbeitet und lässt sich nahtlos in jedem Winkel bis 45 Grad aufstellen und ermöglicht mit etwas Übung ein einhändiges Öffnen. Allerdings ragt es an der Knickstelle etwas über den Rand heraus, was wir beim Darüberstreichen mit dem Daumen – etwa beim Navigieren auf einer Website – anfangs etwas störend fanden. Das Gerät ist mit einer Dicke von 15 Millimetern und einer Größe von 88 × 74 Millimeter schön kompakt und passt gut in die Hosentasche. Aufgeklappt misst es 171 × 74 Millimeter und weist damit – typisch für diese Art Foldable – ein Display im länglichen 22:9-Format auf.
Sprechen wir zuerst über den Elefanten im Raum: Die Knickstelle des Displays (auch Falz genannt) ist zwar sicht- und spürbar, fällt im Alltag aber bei eingeschaltetem Display schon nach kurzer Nutzungszeit nicht mehr auf. Bessere Arbeit mit weniger Faltenwurf hat Huawei bei seinen Modellen, das Razr 50 Ultra liefert hier aber trotzdem ordentlich ab. Die Falz ist natürlich nur beim inneren Screen zu sehen.
Das Razr 50 Ultra verfügt hier über ein 6,9 Zoll großes OLED-Display mit einer Auflösung von 2640 × 1080 Pixel, das mit kontrastreichen Farben und einer Spitzenhelligkeit von 3000 Candela überzeugt. Auch bei starker Sonneneinstrahlung bleibt das Display damit gut ablesbar, auch wenn die genannten Spitzenwerte nur punktuell und kurzzeitig bei HDR-Inhalten erreicht werden. Die Bildwiederholrate lässt sich auf bis zu 165 Hertz einstellen, was für flüssige Animationen sorgt. Die werden aber nur bei bestimmten Anwendungen wie kompatiblen Spielen erreicht. Im Alltag setzt der Hersteller für sein Spitzen-Faltmodell dank LTPO-Technologie auf 1 bis 120 Hertz. Daran gibt es nichts auszusetzen, die Wiedergabe von bewegten Inhalten ist absolut flüssig.
Das Außen-Display ist eines der Highlights des Razr 50 Ultra. Es erstreckt sich über die gesamte Front des zugeklappten Smartphones, misst stolze 4 Zoll und bietet eine Auflösung von 1272 × 1080 Pixel. Mit einer Bildwiederholrate von maximal 120 Hertz und einer Helligkeit von 2700 Nits bietet es auf dem Papier etwas weniger als der Hauptscreen, ist aber bei direkter Sonneneinstrahlung ebenfalls problemlos ablesbar. Da der äußere Screen kleiner als der Hauptscreen ist, reicht die Auflösung in beiden Fällen für ähnlich gute 413 (außen) und 417 Pixel pro Zoll und ist damit schön scharf.
Im Gegensatz zu älteren Modellen ist das Außen-Display voll nutzbar und ermöglicht den Zugriff auf Nachrichten-Apps, das Schreiben von Antworten und sogar das Spielen von Spielen. Fast alle Funktionen, die das Smartphone bietet, sind von hier aus zu steuern, sodass das Smartphone nicht jedes Mal aufgeklappt werden muss.
Motorola hat das Razr 50 Ultra zwar nur mit einer Dual-Kamera ausgestattet, allerdings besteht die aus einer Haupt- und einer Telekamera mit jeweils 50 Megapixeln. Wir empfinden diese Entscheidung als gut, da wir ein Teleobjektiv als wichtiger als eine Weitwinkellinse erachten. Schade allerdings, dass hier nur eine zweifache optische Vergrößerung zum Einsatz kommt.
Beide Kameras liefern kontrastreiche und dennoch ausreichend natürliche Fotos mit ordentlicher Bilddynamik, insbesondere bei Tageslicht. Die Farben wirken natürlich und die Schärfe ist beeindruckend. Hier muss man schon sehr genau hinschauen, um Unterschiede zu den absoluten Kamera-Königen zu finden. Bei der Telelinse bietet die Kamera-App zudem einen Button für 4-fache Vergrößerung. Hier kommt allerdings ein Hybridzoom zum Einsatz, dessen Qualität gerade bei gutem Licht ordentlich ist, aber bei genauerem Hinsehen oder schwächeren Lichtverhältnissen Qualitätseinbußen offenbart. Brauchbar ist das aber problemlos.
Bei schwachem Licht sieht man generell die typischen Qualitätseinbußen von Smartphone- und sonstigen Digitalkameras, aber auch hier schlagen sich die beiden Linsen des Razr 50 Ultra erstaunlich gut. Selbst bei minimaler Umgebungsbeleuchtung fängt das Smartphone noch Sterne am schwarzen Nachthimmel ein und das Bildrauschen ist dabei akzeptabel. Das kann nicht jedes Smartphone über der 1000-Euro-Marke von sich behaupten. Eine kleine Einschränkung bezieht sich nur auf den Weißabgleich, der tendenziell etwas zu gelblich ausfällt – dieser warme Look macht Aufnahmen im Gegenzug aber sehr angenehm und freundlich. Videos klappen in 4K bei 60 FPS und sehen ebenfalls ordentlich aus, auch wenn hier der Unterschied zur Kamera-Elite etwas größer ausfällt.
Die Selfie-Kamera auf der Innenseite des Geräts löst mit 32 Megapixeln auf und liefert ebenfalls gute Ergebnisse. Der Porträtmodus erzeugt ein ansprechendes Bokeh, das jedoch bei feinen Details wie Haaren etwas künstlich wirken kann. Das ist aber auch bei der Konkurrenz oft nicht anders. Vorteil Klapphandy: Wer für Selfies die Hauptkamera nutzen möchte, kann das dank Außen-Display problemlos tun. Das dient dann nämlich als Sucher. Denn auch wenn die Selficam gut ist – die Hauptkamera ist besser.
Im Inneren des Razr 50 Ultra arbeitet der Snapdragon 8S Gen 3, ein, aber nicht der absolute High-End-Chip von Qualcomm. Je nach Benchmark ist der Chips mit dem S im Namen rund 20 Prozent langsamer als der Snapdragon 8 Gen 3 ohne diesen Zusatz. Schnell genug ist das trotzdem, wie Benchmarks zeigen. So erreicht das Razr 50 Ultra im PCmark Work 3.0 18.300 Punkte, in 3Dmark Wild Life Extreme sind es 3200 Punkte. Konkurrenten wie ein Xiaomi 14 Ultra (Testbericht) mit Snapdragon 8 Gen 3 kommen besonders im grafiklastigeren 3Dmark-Benchmark aber auf etwa 5000 Punkte.
Unterstützt wird der Chipsatz von 12 GB Arbeitsspeicher, was in jeder Lebenslage für flüssige Performance sorgt. Apps und Animationen laden dank satten 512 GB internem UFS-4.0-Speichers schnell, und auch bei der Nutzung mehrerer Apps gleichzeitig gibt es bei so viel Power und Arbeitsspeicher keine Probleme. Für Gamer ist das Razr 50 Ultra ebenfalls geeignet, auch wenn der normale Snapdragon 8 Gen 3 stärker ist. Allerdings laufen selbst grafikintensive Spiele wie „Genshin Impact“ flüssig und in guter Qualität. Der interne Speicher von 512 GB bietet zudem ausreichend Platz für Apps, Spiele und Medien, allerdings kann er nicht erweitert werden.
Praktisch ist der rechts über dem Knick-Gelenk angebrachte Fingerabdrucksensor im Powerbutton. Er könnte für kleinere Hände zwar etwas hoch angebracht sein, reagiert ansonsten aber sehr schnell und zuverlässig. Die Lautsprecher sind für ein Foldable dieser Größe laut und voluminös, haben aber wie immer etwas wenig Bass.
Motorola liefert das Razr 50 Ultra mit Android 14 und einer eigenen Bedienoberfläche aus. Die ist insgesamt sehr schlank gehalten und ist damit recht nah an Vanilla-Android und schnell. Dennoch liefert der Hersteller einige sinnvolle Zusatzfunktionen aus, viele davon als Moto-Actions in der Moto-App zu finden. Dazu gehört etwa die branchenweit beste Geste zum Auslösen der Kamera-LED als Taschenlampe durch eine doppelte Hackbewegung mit dem Smartphone. Aber auch an anderer Stelle hat Motorola Hand angelegt. So gibt es nicht nur etliche Anpassungsmöglichkeiten für das Außen-Display, sondern auch etwa einen interaktiven Hintergrund, der je nach Öffnungswinkel des Klappmechanismus eine sich weiter öffnende Fraktal-Blume aus Kristall darstellt. Das mag nur eine Spielerei sein, zeigt aber, dass sich der Motorola Mühe gegeben hat und einfach hübsch ist.
Hinzu kommen Features, wie der KI-Chatbot „Gemini“, der auf dem Außen-Display für Anfragen genutzt werden kann. Die App ist bereits vorinstalliert und läuft flüssig. Generell lassen sich viele Apps auf dem einen Display starten und anschließend auf dem anderen Display fortführen. Das funktioniert recht schnell, muss aber bisweilen für einzelne Apps eingestellt werden.
Bei Software-Updates ist der Hersteller hingegen etwas zurückhaltender. Motorola verspricht drei Jahre Android-Patches und vier Jahre Sicherheitsupdates. Das liegt im Vergleich zur Konkurrenz im unteren Bereich, da andere Hersteller wie Samsung und Google mit bis zu sieben Jahren deutlich längere Update-Zeiträume bieten.
Der Akku des Razr 50 Ultra hat im Vergleich zum Vorgänger Razr 40 Ultra 200 mAh mehr und damit eine Kapazität von 4000 mAh und bietet eine gute Laufzeit. Im Battery Test von PCmark hält das Gerät 11,5 Stunden durch, was im Alltag gut für einen ganzen Tag ausreicht. Auch bei intensiver Nutzung bleibt am Abend noch genug Akkuladung übrig.
Das Razr 50 Ultra unterstützt schnelles Laden mit bis zu 45 Watt und wird sogar mit einem 68-Watt-Netzteil geliefert. Der Akku ist in etwa einer Stunde vollständig geladen. Kabelloses Laden ist ebenfalls möglich, allerdings nur mit bis zu 15 Watt.
Zum Testzeitpunkt war das Motorola Razr 50 Ultra ab knapp unter 900 Euro verfügbar. Mittlerweile bekommt man das Klapphandy schon ab 599 Euro. Zur Auswahl stehen die Farben Orange, Grün, Blau und Pink. Unterschiedliche Speicherversionen gibt es nicht.
Das Motorola Razr 50 Ultra ist ein beeindruckendes Klapphandy, das mit seinem großen Außen-Display und der hochwertigen Verarbeitung und der schicken Kunstleder-Rückseite punktet. Die Dual-Kamera liefert scharfe Fotos und Videos, und die Performance ist dank des Snapdragon 8S Gen 3 sehr gut. Auch die Akkulaufzeit und das schnelle Laden überzeugen, und viel Speicher sowie Wasserdichtigkeit gibt es obendrein.
Allerdings gibt es auch einige Schwächen. Der Software-Support mit bis zu vier Jahren ist im Vergleich zur Konkurrenz eher kurz und für ein faltbares Top-Smartphone hätte es ruhig der Snapdragon 8 Gen 3 statt der abgespeckten S-Variante sein dürfen. Auch das Fehlen einer Weitwinkellinse mag Interessenten stören, auch wenn wir die Telelinse eine gute Wahl finden. Insgesamt ist das Razr 50 Ultra ein gelungenes Gesamtpaket, das sich vorwiegend für Nutzer eignet, die ein stylishes und leistungsstarkes Klapphandy suchen. Mit einem Preis von rund 900 Euro gehört es zu den teureren Modellen auf dem Markt, bietet dafür aber auch eine Menge Features und eine ansprechende Optik.
Samsung hat seinem Klapp-Foldable eine Frischzellenkur mit sinnvollen Verbesserungen verpasst. Die Kamera ist jetzt besser, der Akku hält länger und für Power ist gesorgt.
Samsung hat seinem Klapp-Foldable eine Frischzellenkur mit sinnvollen Verbesserungen verpasst. Die Kamera ist jetzt besser, der Akku hält länger und für Power ist gesorgt.
Zusammenklappbare Foldables sind die Reinkarnation der Klapphandys aus den frühen 00er-Jahren. Mit dem Flip 6 kommt die sechste Generation des kompakten Foldables von Samsung auf den Markt, das gefaltet als Smartphone problemlos in jede Hosentasche passen sollte. Ausgeklappt bieten diese Mobilgeräte dennoch einen großen Bildschirm. Der Nachfolger des Samsung Galaxy Z Flip 5 bietet den aktuellen Top-Prozessor von Qualcomm, eine verbesserte Kamera vergleichbar mit dem Samsung Galaxy S24 – jedoch ohne Telelinse – sowie ein verfeinertes Design und KI-Features. Ob Samsung damit wieder ein tolles Foldable gelungen ist, zeigt dieser Test.
Auf den ersten Blick unterscheidet das Flip 6 wenig vom Vorgänger. Die Abmessungen sind mit 165,1 × 71,9 × 6,9 mm (offen) und 85,1 × 71,9 × 14,9 mm (geschlossen) fast identisch. Zusammengefaltet passt es hervorragend in nahezu jede Hosentasche. Man hat dann ein großes 6,7-Zoll-Display vor sich ausgeklappt.
Optisch hat Samsung das Foldable an die Design-Sprache des Samsung Galaxy S24 angenähert. Das Flip 6 wirkt jetzt durch das kantige Design mit matter Optik nochmals deutlich edler. Wie schon der Vorgänger ist das Flip 6 wasserdicht und mit IP48 jetzt etwas besser vor Staub geschützt – aber nicht vollkommen staubdicht. Eine Schwäche, die alle Foldables derzeit noch haben.
Der Hauptbildschirm kommt ausgeklappt erneut auf 6,7 Zoll in der Diagonale bei einem schmalen und länglichen Seitenverhältnis von 22:9. Die Auflösung des OLED-Displays beträgt 2640 × 1080 Pixel (Full-HD+), was für ein messerscharfes Bild bei 420 PPI (Pixel pro Zoll) sorgt. Die Knickfalte ist nicht mehr so präsent wie bei den früheren Modellen und nur noch minimal mit dem Finger zu spüren. Mit der Zeit dürfte sich die Falte aber vermutlich verschlimmern, auch wenn Samsung das in Langzeit-Stresstests ausführlich ausprobiert und für ausreichend befunden hat.
Die Bildqualität ist exzellent, Kontraste sind perfekt abgestimmt, Blickwinkel stabil und Farben kräftig, aber nicht unnatürlich. Auch im Freien bei Sonnenschein ist die Anzeige immer gut ablesbar, Samsung spricht hier von bis zu 2200 Nits. Dank einer Bildwiederholfrequenz von 120 Hz wirkt das Bild bei Spielen oder beim Scrollen immer geschmeidig.
Wie schon beim Flip 5 gibt es wieder ein Außen-Display mit OLED und einer Diagonale von 3,4 Zoll sowie einer Auflösung von 720 × 748 Pixel (306 PPI) bei einer Bildwiederholrate von lediglich 60 Hz. Das Außen-Display ist leider erneut nicht ganz rechteckig, sondern knickt entlang der beiden Kameralinsen etwas ab. Motorola hat das etwas schöner gelöst beim Razr 40 Ultra sowie dem Nachfolger Razr 50 Ultra. Im Freien ist es gut ablesbar. Es dient in erster Linie zur Anzeige von Widgets, etwa für den Kalender, das Wetter oder Benachrichtigungen. Praktisch ist die Nutzung in Verbindung mit dem Übersetzer von Galaxy AI. Im rechten Winkel aufgestellt, sieht der andere Gesprächspartner dann auf dem Außen-Display den übersetzten Text.
Wer auch Apps nutzen möchte, muss unter den „Einstellungen“ bei „Frontdisplay“ unter „Labs“ die Option „Auf Frontdisplay zugelassene Apps“ auswählen. Dann stehen auf dem Außen-Display etwa Google Maps, Netflix oder Youtube zur Auswahl. Wer weitere Apps benötigt, muss die App Good Lock aus dem Galaxy Store installieren. Unter der Option „Life Up“ installiert man die Funktion „Multistar“. Dort findet man unter „I (Herzsymbol) Galaxy Foldable“ das „Launcher Widget“, um weitere Apps auszuwählen und über „Enable Launcher Widget“ für den Einsatz auf dem Außen-Bildschirm als Widget zu aktivieren. Die Darstellung kann dann aber je nach App nicht immer ganz zum Format der Anzeige passen. Das klingt nicht nur umständlich, sondern es ist auch – und dann nicht einmal perfekt, sondern eher eine Notlösung.
Samsung hat die Kamera des Galaxy Z Flip 6 gegenüber dem Vorgänger ordentlich verbessert. Neu ist jetzt die Hauptkamera mit 50 Megapixeln und optischer Bildstabilisierung (OIS) sowie eine Weitwinkellinse mit 12 Megapixeln. Damit zieht das Flip 6 nahezu mit dem Galaxy S24 gleich – allerdings fehlt wieder eine Telelinse, dafür war im dünnen Gehäuse wohl einfach kein Platz mehr. Für Selfies kommt eine weitere Kamera mit 10 Megapixeln zum Einsatz. Zusammengefaltet kann man auch die Hauptkamera für Selfies in höherer Auflösung nutzen – allerdings nur im rechteckigen Format.
Die Hauptkamera überzeugt auf ganzer Linie und liefert tolle Aufnahmen. Der Dynamikumfang ist weitreichend und gut abgestimmt. Kontraste und Farben stimmen einfach, Bilddetails sind ausreichend ausgeprägt. Fotos mit digitalem Zoom sehen auch noch bei fünffacher Vergrößerung gut und hinreichend scharf aus. Gelungen ist zudem der Nachtmodus, der bei genügend Restlicht Aufnahmen spürbar aufhellt, dabei aber Bildrauschen im noch erträglichen Rahmen fabriziert.
Fotos mit der Weitwinkellinse weichen farblich faktisch nicht vom Hauptobjektiv ab, Details sind zwar etwas weniger scharf, aber das Ergebnis kann überzeugen. Lediglich bei Dunkelheit ist das Weitwinkelobjektiv anders als die Hauptlinse eher nicht zu gebrauchen. Gelungen und scharf sind zudem die Selfies mit der Frontlinse. Eine gute Figur macht das Flip 6 auch bei Videos, die sowohl mit der Hauptkamera als auch der Frontlinse 4K flüssige, scharfe und farbenfrohe Videos mit 60 FPS (Bilder pro Sekunde) liefern.
Dank der Features von Galaxy AI können Objekte auf Bildern ausgeschnitten und verschoben werden, die KI ergänzt dann den leeren Bereich. Das klappt meistens gut und wird dann mit einem Wasserzeichen versehen. Neu hinzugekommen ist das AI-Feature Porträt-Studio. Dieses erstellt aus dem Selfie einen Avatar als 3D-Cartoon, Comic-Zeichnung, Gemälde oder Bleistiftskizze.
Für rundum starke Performance sorgt der Snapdragon 8 Gen 3 for Galaxy, der sich auch im Samsung Galaxy S24 Ultra wiederfindet. Mehr Leistung ist im Android-Kosmos derzeit nicht möglich. Samsung integriert erstmals eine sogenannte Vapor Chamber in ein Flip-Modell, was die Wärme vom Prozessor ableitet. Dadurch kann dieser unter Last länger und stabiler betrieben werden.
Top ist der Wert bei PCmark mit rund 18.000 Punkten. Bei „Wild Life Extreme“ von 3Dmark erreichen wir exzellente Werte um die 5000 Punkte, was das Flip 6 zum vollwertigen Gaming-Smartphone macht und rund 25 Prozent vor dem Vorgänger liegt. Allerdings lässt die Performance trotz Vapor Chamber bei längerer Dauerauslastung rasch nach, wie sich im Stress-Test von „Wild Life Extreme“ zeigt, bei dem nach 20 Durchläufen nur noch knapp 50 Prozent der Leistung erreicht werden.
Der Arbeitsspeicher wächst standardmäßig auf 12 GB an. Zur Auswahl stehen beim Speicher 256 GB und 512 GB in der schnellsten Variante UFS 4.0. Einen Speicherkartenslot für SD-Karten gibt es aber nicht. Auf neustem Stand ist auch alles bei den Schnittstellen mit USB-C 3.2, Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.3 sowie NFC. Zur Ortung greift das Flip 6 auf A-GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS zurück bei einer Genauigkeit von rund 3 Metern laut GPS-Test. Zwei Lautsprecher liefern einen ordentlichen und kräftigen Klang.
Galaxy AI ist komplett in das Flip 6 integriert. Dazu zählen das Übersetzen und Umformulieren von getippten Texten, Bearbeiten von Fotos, Live-Übersetzen von Telefongesprächen und das Zusammenfassen von Webseiten. Die Features sind bisher nicht frei von Fehlern, werden aber kontinuierlich weiterentwickelt.
Das Flip 6 kommt mit Android 14 und der Bedienoberfläche One UI 6.1.1 zum Kunden. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt aus Juni und ist somit aktuell. Wie immer ist Samsung vorbildlich bei den Updates. Das Galaxy Z Flip 6 bekommt für 7 Jahre Sicherheits-Patches und Android-Updates.
Die Koreaner packen einige Apps zusätzlich aufs Gerät und bieten eine relativ eigenständige Bedienoberfläche im Vergleich zu Vanilla-Android. Es gibt einen zuschaltbaren Flex-Modus, wenn man das Smartphone geknickt nutzt. Dann blendet das System auf Wunsch weitere Bedienelemente ein. Einen großen Mehrwert sehen wir da aber nicht.
Samsung hat die Akkukapazität um rund 10 Prozent auf 4000 mAh erweitert, was sich auch positiv auf die Akkulaufzeit auswirkt. Beim Battery Test von PCmark kamen wir auf einen simulierten Wert von rund 12 Stunden. Das ist deutlich länger als beim Vorgänger. Ein Netzteil liegt nicht bei, geladen werden kann das Flip 6 maximal mit 25 Watt. Ein vollständiger Ladevorgang dauert damit rund 80 Minuten, von 20 auf 100 Prozent gelingt das in etwa einer Stunde. Kabelloses Laden ist per Qi mit bis zu 15 Watt möglich.
Das Galaxy Z Flip 6 ist ziemlich teuer, die UVP liegt bei stolzen 1199 Euro. Mit 512 GB beträgt diese sogar 1319 Euro. Allerdings gibt es kurz nach dem Marktstart schon einige starke Angebote.
So bekommt man die Variante mit 256 GB schon ab 612 Euro. Mit 512 GB bekommt man das Flip 6 ab 666 Euro. Erhältlich ist es in den Farben Silber, Blau, Gelb, Hellgrün und Beige. Samsung bietet zudem weitere exklusive Farben in seinem Store: Schwarz, Pfirsich und Weiß.
Samsung gelingt mit dem Galaxy Z Flip 6 eine sinnvolle Verbesserung seines Klapp-Foldable, ohne groß vom Design abzuweichen. Die Kamera ist jetzt auf Augenhöhe mit den anderen Premium-Geräten – abgesehen von der fehlenden Telelinse. Das Außen-Display für die Anzeige von Widgets ist praktisch, aber auch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Performance ist hervorragend, der Software-Support vorbildlich. Wer ein möglichst kompaktes Smartphone mit Top-Ausstattung sucht und nicht vom hohen Preis abgeschreckt wird, ist beim Flip 6 genau richtig.
Das Samsung Galaxy Z Flip 5 bietet Flagship-Technologie im handlichen Format. Wie sich die fünfte Generation des Foldables der Koreaner schlägt, zeigt der Test.
Das Samsung Galaxy Z Flip 5 bietet Flagship-Technologie im handlichen Format. Wie sich die fünfte Generation des Foldables der Koreaner schlägt, zeigt der Test.
Foldables sind seit einigen Jahren die Innovation bei Displays und sorgen für eine Menge Nostalgie. Denn sie beleben Klapphandys aus den 00er-Jahren wieder, gepaart mit modernster Technik. Zu unterscheiden ist hier zwischen großen Ausführungen, die horizontal ausgeklappt zum Tablet mutieren, und kompakten Smartphones mit vertikaler Klappvorrichtung, die so platzsparend in die jede Hosen- oder Handtasche passen.
Samsung hat mit dem Galaxy Z Flip 5 die fünfte Generation seines Klapphandys auf den Markt gebracht. Bei den Komponenten setzen die Koreaner ganz auf die Flagship-Technologie. Gegenüber dem Vorgänger Samsung Galaxy Z Flip 4 (Testbericht) gibt es einige Verbesserungen: So kommt nun ein echtes Außen-Display zum Einsatz. Samsung hat zudem den Schließmechanismus überarbeitet, damit beide Hälfte plan miteinander abschließen. Damit klappt das Handy richtig gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Zusammengeklappt ist das Flip 5 nur halb so lang wie ein gewöhnliches Smartphone, bietet aber die neuste Technologie von Samsung. Wir haben das faltbare Handy getestet und zeigen, wo es glänzt oder schwächelt.
Das Samsung Galaxy Z Flip 5 ist wieder schick und elegant geworden. Optisch ähnelt es stark dem Vorgängermodell, auch die Abmessungen (aufgeklappt: 165 × 72 × 7 Millimeter, eingeklappt: 85 × 72 × 15 Millimeter) und das Gewicht (187 Gramm) sind nahezu gleich. Damit ist es fast so schmal wie das Samsung Galaxy S23, aber ausgeklappt sogar länger als ein Galaxy S23 Ultra (Testbericht). Zusammengefaltet ist es in etwa so groß wie eine Schachtel Zigaretten.
Neu ist das deutlich größere Außen-Display von rund 3,4 Zoll. Dieses ist nicht ganz quadratisch, sondern „umschifft“ die beiden Linsen der Kamera mit einer unschönen Kante. Eleganter gelöst hat das Motorola beim Razr 40 Ultra (Testbericht), wo die beiden Linsen der Hauptkamera sozusagen in einer Punch-Hole-Notch untergebracht sind. Ein Rahmen aus Metall umschließt das Falthandy, die Rückseite samt Außen-Display besteht aus widerstandsfähigem Gorilla Glass Victus 2.
Komplett überarbeitet ist der Schließmechanismus. Damit merzt Samsung eine große Schwachstelle des Vorgängers aus. Das neue Scharnier bezeichnen die Koreaner als „Flex Hinge“. Klappt man das Handy zusammen, schließen die beiden Display-Hälften eben zueinander ab. Das verhindert einen Hohlraum im Inneren, der die Anzeige unter Spannung setzt und macht das Gerät etwas flacher. Zudem ist das Display innen besser geschützt vor Fremdkörpern. Das Scharnier bleibt stets schwergängig genug, um die gewünschte Position zu halten, der Druckpunkt der Tasten ist ebenfalls solide.
Wie schon der Vorgänger übersteht auch das Flip 5 Kontakt mit Wasser schadlos. Zertifiziert ist es nach IPX8. Das erlaubt das Untertauchen in Süßwasser in bis zu 1 Meter Tiefe für rund 30 Minuten. Das ist ein großer Vorteil gegenüber dem Razr 40 Ultra, das keinen Schutz vor Wasser bietet. Allerdings ist das Galaxy Z Flip 5 anders als die Handys der Galaxy-S- oder A-Reihe nicht staubdicht, was durch die Bauart bedingt ist.
Das faltbare Display misst in der Diagonale 6,7 Zoll. Damit ist die Anzeige sogar etwas größer als beim Samsung Galaxy S23+ (Testbericht), aber kleiner als beim Motorola Razr 40 Ultra (Testbericht) mit stolzen 6,9 Zoll. Wie schon beim Vorgänger beträgt die Auflösung 2640 × 1080 Pixel bei variabler Bildwiederholungsfrequenz von bis zu 120 Hz. Damit bleibt die Anzeige immer gestochen scharf und wirkt geschmeidig bei Spielen oder Animationen.
Die Bildqualität und Blickwinkelstabilität des OLED-Panels sind erstklassig und lassen keine Wünsche offen. Das Display ist zudem strahlend hell, womit es auch bei Sonnenschein immer ablesbar bleibt. Etwas unschön ist die bauartbedingte Knickfalte, die man deutlich sehen und mit dem Finger ertasten kann. Verglichen mit dem Motorola Razr 40 Ultra (Testbericht) wirkt die Knickstelle deutlich präsenter.
Neu ist das Außen-Display auf der Rückseite. Es misst 3,4 Zoll und löst mit 748 × 720 Pixel bei 60 Hertz auf. Es ist minimal kleiner als beim Razr 40 Ultra und bietet ebenfalls eine hohe Helligkeit und Leuchtkraft. In erster Linie dient es zur Anzeige von Benachrichtigungen und Widgets wie dem Kalender oder der Wettervorhersage. Die Widgets können auch nach unten gescrollt werden und verringern die Notwendigkeit, das Handy jedes Mal ausklappen zu müssen – eine hervorragende Ergänzung fürs Flip 5.
Die Anzahl an speziell fürs Außen-Display angepasste Apps ist anders als bei Motorola noch überschaubar. Samsung will hier sichergehen, dass das Interface der Apps an das ungewohnte Bildformat des äußeren Screens angepasst ist. Um zu sehen, welche Apps bereits zugelassen sind, muss man in den Einstellungen unter „Frontdisplay“ mit dem Punkt „Auf Frontdisplay zugelassene Apps“ (Labs) aktivieren. Das klappt gut mit Spotify sowie Nachrichten, Whatsapp, Youtube und Google Maps. Selbst Netflix wird unterstützt – warum auch immer.
Wie schon beim Vorgänger Samsung Galaxy Z Flip 4 (Testbericht) kommen 12 Megapixel samt optischem Bildstabilisator (OIS) beim Hauptobjektivzum Einsatz. Für Weitwinkelaufnahmen dient ebenfalls eine 12-Megapixel-Linse. Die Selfie-Kamera vorne kommt auf 10 Megapixel. Für eine Telelinse war erneut kein Platz in dem schlanken Gehäuse. Das ist schade, derzeit bietet aber kein Hersteller Klapphandys mit solchen Linsen an.
Insgesamt ist die Kamera wirklich gut, sowohl bei Tag als auch weitgehend bei Dunkelheit. Die Farbwiedergabe, Dynamik und auch Schärfe überzeugen. Lediglich beim Fotografieren gegen das Licht – was man allgemein vermeiden sollte – bekommen Aufnahmen einen etwas milchigen Schleier. Der Nachtmodus erhellt Aufnahmen mit der Hauptkamera effektiv, weniger gut funktioniert das bei Dunkelheit bei der Weitwinkelkamera. Einen Makromodus gibt es nicht, dafür spendiert Samsung eine Voreinstellung für „Essen“, die man alternativ für Nahaufnahmen von Blumen & Co. nutzen kann. Selfies überzeugen ebenfalls. An die Kamera aus dem Samsung Galaxy S23 (Testbericht) reicht das Flip 5 aber nicht ganz heran.
Videos sind dank OIS sehr stabil und zudem ausgesprochen scharf. Dank der CPU-Power sind sogar bis zu 4K bei 60 Frames pro Sekunde (fps) möglich – wie beim Galaxy S23 auch.
Das Innenleben orientiert sich ebenfalls an der S23-Reihe und bietet mit dem Qualcomm Snapdragon 8 Gen 2 for Galaxy einen äußerst potenten Prozessor. Ladezeiten oder Denkpausen kennt das Flip 5 nicht. Zudem ist das Klapphandy voll Gaming-tauglich. Das belegen die Benchmarks von PCmark Work 3.0 mit rund 15.000 Punkten sowie 3Dmark Wild Life Extreme mit etwa 3650 Punkten – interessanterweise war das Galaxy S23 hier minimal stärker mit 3800 Punkten. Das dürfte aber nur Benchmark-Fanatiker wirklich interessieren. Geht es um Leistung, ist kein Klapphandy besser.
Erweitert hat Samsung den internen Speicher, es gibt nur noch 256 GB oder 512 GB jeweils in der schnellen Ausführung mit UFS 4.0. Der Arbeitsspeicher beträgt standardmäßig 8 GB – hier könnten es gerne mehr sein für den Preis. Die weitere Ausstattung ist auf Top-Niveau mit Wi-Fi 6E, 5G, Bluetooth 5.3 mit aptX sowie USB 3.2 Gen 2 beim Typ-C-Steckplatz. Die Genauigkeit der Ortung ist mit etwa 3 Metern ordentlich und erfolgt über GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS. Der Fingerabdruckleser sitzt im Power-Button und arbeitet gewohnt flott und verlässlich. Überzeugend ist auch der Klang der Lautsprecher.
Unser Testgerät lief mit Android 13 und der Samsung-Bedienoberfläche One UI 5.1.1. Der Patch war zum Testzeitpunkt auf dem aller neuesten Stand und stammte bereits aus August 2023. Was die Pflege mit Updates angeht, sind hier Käufer auf der sicheren Seite: Fünf Jahre Patches und vier große Android-Updates bis einschließlich Android 17 sind garantiert. Ein Update auf Android 14 könnte noch vor Jahresende kommen – allerdings ohne Gewähr. Wie immer packt Samsung eine Menge zusätzlicher Software aufs Smartphone.
Die vielleicht größte Schwachstelle des Galaxy Z Flip 5 bleibt der Akku: 3700 mAh sind nicht übermäßig viel, in ein solch schlankes Gehäuse lässt sich aber kaum mehr hineinpacken. Das ist zwar nur minimal weniger als beim Galaxy S23, allerdings ist hier ein größeres Display zu befeuern. Nicht mehr ganz zeitgemäß ist das Ladetempo mit 25 Watt. Damit benötigt es schon mehr als eine Stunde, um das leere Handy aufzuladen. Kabelloses Laden ist mit 10 Watt möglich.
Mit einer fest eingestellten Helligkeit von 200 cd/m² bei adaptiver Bildwiederholrate bis 120 Hertz kamen wir beim Battery Test von PCmark auf rund 9 Stunden. Damit liegt das Smartphone eher im Mittelfeld und hält nur minimal länger durch als der Vorgänger. Einen Tag ohne Netzteil sollte das Flip 5 in der Regel schaffen, mehr aber auch nicht. Zum Vergleich: Das Razr 40 Ultra (Testbericht) erreichte bei dem Test fast 11 Stunden. Das Galaxy S23 (Testbericht kommt auf 14 Stunden.
Das Samsung Galaxy Z Flip 5 hat eine stolze UVP von 1199 Euro für 256 GByte sowie 1319 Euro für 512 GB. Als Farben stehen Schwarz (Graphite), Hellgrün (Mint), Lila (Lavender) und Beige (Cream) zur Auswahl. Weitere Farben gibt es nur exklusiv im Online-Shop von Samsung, etwa Blau, Gelb, Grün und Grau. Dort ist der Preis höher, aber man bekommt die In-Ears Galaxy Buds 2 Pro kostenlos dazu sowie eine Eintauschprämie von bis zu 150 Euro fürs alte Smartphone.
Es lohnt sich, auf Angebote zu achten. Mit 256 GB kostet es aktuell mindestens 469 Euro. Mit 512 GB sind es 579 Euro.
Den Klapphandys gehört die Zukunft! Es ist schon beachtlich, wie wenig Platz diese Mobilgeräte in der Hosentasche oder einer kleinen Handtasche benötigen. Samsung hat mit dem jüngsten Update Galaxy Z Flip 5 das Gerät aufs Flagship-Niveau des Galaxy S23 gebracht – abgesehen von der Telelinse, für die zu wenig Platz im schlanken Gehäuse war. Damit ist es in unseren Augen das aktuell beste Klapphandy.
Bei der übrigen Ausstattung ist aber nahezu alles auf höchstem Niveau. Gut gefallen hat uns zudem das Außen-Display. Damit dürfte man das Gerät im Alltag deutlich seltener aufklappen müssen. Allerdings sind bislang nur wenige Apps dafür optimiert, meistens beschränkt sich die Anzeige auf Widgets. Die größte Schwachstelle bleibt die mäßige Akkulaufzeit.
Mit dem Motorola Razr 50 bringt der Hersteller ein vergleichsweise bezahlbares faltbares Smartphone auf den Markt, das sich an die Klapphandys der frühen 2000er-Jahre anlehnt. Doch wie schlägt sich das Gerät im Vergleich zu seinen Mitbewerbern?
Mit dem Motorola Razr 50 bringt der Hersteller ein vergleichsweise bezahlbares faltbares Smartphone auf den Markt, das sich an die Klapphandys der frühen 2000er-Jahre anlehnt. Doch wie schlägt sich das Gerät im Vergleich zu seinen Mitbewerbern?
Das Motorola Razr 50 ist ein faltbares Flip-Phone der Mittelklasse, welches es ermöglicht, in die Welt der Foldables einzutauchen, ohne ein Vermögen ausgeben zu müssen. Dabei profitiert es vom gleichen schicken Look wie das Razr 50 Ultra, setzt auf ähnliche (wenn auch nicht gleiche) Technik und bleibt vergleichsweise günstig. Wir haben uns das Razr 50 genauer angesehen, mit dem teureren Ultra-Modell verglichen und zeigen im Test, ob es eine gute Alternative ist.
Das Motorola Razr 50 besticht wie schon das Razr 50 Ultra durch elegantes und hochwertiges Design. Die schicke Kunstleder-Rückseite in Spritz Orange, Sand Beach oder Koala Grey fühlt sich angenehm in der Hand an, auch wenn das Grün der Ultra-Version noch etwas griffiger ist. Der Aluminium-Rahmen in eloxierter Hauptfarbe sieht nicht nur schick aus, sondern verleiht dem Smartphone außerdem Stabilität. Gorilla Glass Victus schützt das Außendisplay, das im Vergleich zum Ultra minimal kleiner ausfällt. Das fällt in erster Linie nebeneinander liegend auf, wenn die Smartphones zusammengeklappt sind, denn dann sieht man beim normalen Razr 50 einen schmalen Streifen Kunstleder über dem Außen-Panel.
Beeindruckend ist wie schon beim teureren Ultra-Modell die schlanke Bauweise: Aufgeklappt misst das Razr 50 nur 7,3 mm an der dünnsten Stelle, zusammengeklappt sind es kompakte 74 × 88 × 16 mm bei einem Gewicht von 188 g. Damit ist es rund einen halben Millimeter (!) dicker als das teurere Geschwistermodell, aber ziemlich genau ein Gramm leichter. Trotz dieser filigranen Abmessungen hat Motorola keinen Kompromiss beim Schutz vor Wasser gemacht – auch das Razr 50 ist nach IPX8 wasserdicht und übersteht ein 30-minütiges Untertauchen in bis zu 1,5 Meter Tiefe.
Das robuste Scharnier ermöglicht mit etwas Geschick einhändiges Auf- und Zuklappen und hält das Handy in frei wählbaren Winkeln stabil offen. Aufgeklappt ist die Pfalz im Display zwischen den beiden Hälften wenig und später fast gar nicht mehr spürbar. Aber auch beim normalen Razr 50 gibt es durch das Scharnier seitlich eine leichte Erhöhung des Rahmens, die beim Navigieren am Rand mit dem Finger spürbar ist. Auch das stört später aber kaum noch. Insgesamt wirkt das Razr 50 hochwertig verarbeitet, auch wenn die seitlichen Tasten minimales Spiel haben.
Technisch sind die Displays des Razr 50 im Vergleich zum Razr 50 Ultra minimal schwächer aufgestellt, verstecken muss sich das schicke Klapphandy aber keinesfalls. Das verwendete Innendisplay mit 6,9 Zoll bietet zwar maximal 120 statt 165 Hz, allerdings ist dieses POLED-Panel mit LTPO-Technik, 10-Bit Farbtiefe, HDR10+ und ebenfalls bis zu 3000 Candela Helligkeit mit bloßem Auge nicht vom Ultra zu unterscheiden. Mit 2640 × 1080 Pixel ist es schön scharf und bietet exakt die gleiche Pixeldichte wie der kleinere Außen-Screen mit seinen 1066 × 1056 Pixel.
Der ist hier mit 3,6 Zoll wie bereits weiter oben angedeutet etwas kleiner als beim Ultra und bietet nur eine Bildwiederholrate von 90 Hz, setzt aber ebenfalls auf POLED als Technik und kann genau wie beim Ultra vollwertig bedient werden. Beide Screens sind klasse und auch bei heller Umgebung sehr gut ablesbar, auch wenn das Außendisplay beim normalen Razr 50 maximal 17010 statt 2400 Candela bietet.
Beim normalen Razr 50 setzt Motorola nicht auf eine Haupt- und Telelinse, sondern auf Haupt- und Weitwinkeloptik. Das gefällt uns beim Ultra-Modell definitiv besser. Trotzdem überzeugt die Hauptkamera mit 50 Megapixeln bei guten Lichtverhältnissen mit detailreichen Bildern, natürlichen Farben und guter Dynamik dank Auto-HDR. Der optische Bildstabilisator macht sich bezahlt, der qualitative Unterschied zum Ultra-Modell ist gering. Bei wenig Licht rauschen die Fotos hingegen mehr, bleiben aber brauchbar. Mangels optischen Zooms kommt zudem nur ein 2-facher Digitalzoom zum Einsatz. Der führt schnell zu sichtbaren Qualitätsverlusten, ist aber noch brauchbar. Das ist ähnlich wie beim Ultra, dort setzt der Qualitätsverlust wegen des zweifachen optischen Zooms beim Digitalzoom aber erst bei vierfacher Vergrößerung ein.
Die 13-Megapixel-Weitwinkelkamera liefert bei gutem Licht ordentliche Ergebnisse, kommt aber nicht an die Hauptkamera heran. Gerade bei schwachem Licht sinkt die Qualität rapide. Dafür sind dank Autofokus Makroaufnahmen mit dieser Linse möglich. Videos nimmt die Hauptkamera in 4K mit maximal 30 fps auf, für 60 fps muss man auf Full-HD wechseln. Grund ist der verwendete Prozessor, der auf 4K/30 limitiert ist. Die Qualität der Aufnahmen ist ordentlich, HDR fehlt jedoch. Die Frontkamera knipst dank 32 MP detailreiche Selfies und kann ebenfalls in 4K/30 filmen. Dank der Falt-Technik lässt sich auch beim normalen Razr 50 die Hauptkamera als Selfiecam verwenden, das Außendisplay dient dann als Sucher.
Im Motorola Razr 50 steckt kein Snapdragon der Oberklasse, sondern der Mittelklasse-Prozessor Mediatek Dimensity 7300X. Der ist deutlich schwächer als sein Pendant im Motorola Razr 50 Ultra (Testbericht), reicht aber in der Kombination mit 8 GB Arbeitsspeicher im Alltag absolut aus. In PCmark Work 3.0 sind es rund 14.200 Punkte, in 3Dmark Wild Life Extreme gerade einmal schwache 860 Punkte – das ist mager! Das Ultra-Modell kommt hier immerhin auf 18.300 und 3200 Punkte. Das gibt einen deutlichen Hinweis auf die Leistungsfähigkeit bei Spielen – echte Grafikkracher überfordern das normale Razr 50 schlichtweg, hier muss die Pracht definitiv reduziert werden. Auch bei der Ladezeit von großen Apps hat das Razr 50 im Vergleich zum Ultra das Nachsehen, denn hier wird je nach Modell 256 interner, nicht erweiterbarer Speicher mit nur UFS 2.2 als Technologie verwendet.
Das ist trotz allem im Alltag kein Beinbruch, hier bietet das Smartphone flüssige Performance, Apps öffnen recht zügig und auch anspruchsvollere Spiele sind möglich, wenn eben nicht immer mit maximalen Details. Einzig bei langen Gaming-Sessions macht sich die schlanke Bauweise durch eine stärkere Wärmeentwicklung bemerkbar, die beim Ultra-Bruder geringer ausfällt. Ein Leistungseinbruch ist dank guter Kühlung jedoch nicht zu befürchten. Insgesamt passt die Leistung für die meisten Anwendungen.
Das Razr 50 liefert dank Stereo-Lautsprechern mit Dolby Atmos einen ausreichend räumlichen Klang. Die Wiedergabe ist anständig, im Vergleich zu manchem Premium-Foldable aber weniger klar. Gut gefallen hat uns der Fingerabdrucksensor im Powerbutton, der auf der rechten Seite knapp oberhalb des Falt-Gelenks angebracht ist. Er reagiert sehr schnell und zuverlässig.
Auf dem Motorola Razr 50 läuft Android 14 mit der schlanken Oberfläche My UX, die nur wenige Anpassungen im Vergleich zu Stock-Android mitbringt. Neben übersichtlichen Tutorials für die Nutzung der Displays gibt es praktische Gesten wie den Wechsel in den Einhandmodus und die tollen Moto-Actions. Updates sind für 4 Jahre versprochen, Android 15 ist bereits angekündigt. Das ist weniger als bei der Top-Konkurrenz, stört bei dem günstigeren Modell aber etwas weniger als beim teuren Ultra.
Überraschend gut schlägt sich das kompakte Razr 50 beim Akku. Der ist mit 4200 mAh immerhin 5 Prozent stärker als im Ultra und hält tatsächlich auch etwas länger. Im PCmark Battery Test schaffte das Razer 50 nicht ganz 12,5 Stunden – ein ordentlicher Wert für ein Foldable. Bei mehr oder weniger intensiver Nutzung hält das Gerät damit einen kompletten Tag einigermaßen gut durch, bei wenig Nutzung auch mal 2 Tage möglich. Ein Netzteil fehlt leider, geladen wird mit 30 Watt am USB-C-Port. Kabelloses Laden gibt es wie beim großen Bruder auch.
Das Motorola Razr 50 kostet 899 Euro in der UVP des Herstellers. Mittlerweile ist es bereits für 399 Euro zu bekommen.
Das Motorola Razr 50 ist ein rundum gelungenes faltbares Smartphone der Mittelklasse. Es bietet schickes Design, hochwertige Materialien, ausreichend leistungsstarke Hardware und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Lange Akkulaufzeit, die am Tag guten Kameras und die sinnvollen Software-Features runden das positive Gesamtbild ab.
Verglichen mit dem größeren Bruder Razr 50 Ultra muss man allerdings Abstriche bei der Performance, den Kameras und einigen Premium-Features machen – das kostet allerdings extra. Wer ein gut ausgestattetes Foldable sucht, ohne zu tief in die Tasche greifen zu müssen, liegt beim Motorola Razr 50 goldrichtig. Klare Kaufempfehlung!
Das klappt richtig gut: Dank eines vollwertigen Zweitdisplays zeigt Motorola mit dem Razr 40 Ultra eindrucksvoll, wie praktisch Klapphandys sein können. Wo die Stärken und Schwächen liegen, zeigt der Test.
Das klappt richtig gut: Dank eines vollwertigen Zweitdisplays zeigt Motorola mit dem Razr 40 Ultra eindrucksvoll, wie praktisch Klapphandys sein können. Wo die Stärken und Schwächen liegen, zeigt der Test.
Das Motorola Razr V3 von 2003 gehört zweifelsohne zu den Legenden unter den Mobiltelefonen. Inspiriert von Kommunikatoren aus Star Trek war das V3 das erste Klapphandy von Motorola, auf das weitere Modelle folgten. Durch den Klappmechanismus konnten Handys platzsparend in der Hosentasche verschwinden. Schon damals gab es ein kleines Display auf der Rückseite sowie einen größeren Bildschirm innen samt Tastatur.
20 Jahre später präsentiert Motorola mit dem Razr 40 Ultra sein neuestes Flagship unter den faltbaren Geräten. Die Zeiten sind anders als in den frühen 00er-Jahren, Smartphones sind meistens riesengroß. Die neue Technologie flexibler Displays erlaubt es aber, das Konzept von Klapphandys wieder aufzugreifen. Einige Hersteller nutzen das, um aus einem Smartphone ein ausklappbares Tablet zu machen. Aber auch Falthandys mit Android erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Bei Motorola ist das Razr 40 Ultra bereits die dritte Generation leistungsstarker Android-Smartphones mit Klappmechanismus. Samsung blickt mit dem Galaxy Z Flip 4 auf vier Generationen zurück, das fünfte Modell steht schon in den Startlöchern.
Neu bei Motorola ist jedoch, dass es in diesem Jahr gleich zwei neue Klapphandys geben wird. Beim Razr 40 Ultra handelt es sich um den direkten Nachfolger des Razr von 2022. Es ist das aktuelle Top-Modell der faltbaren Geräte. Ein preiswerteres Razr 40 soll in den nächsten Wochen folgen.
Mit dem Razr 40 Ultra beweist Motorola Mut bei Farbe und Gestaltung. So bietet unser Testgerät eine Rückseite aus Kunstleder, die knallige Farbe „Viva Magenta“ von Pantone soll neue, insbesondere auch weibliche Käuferschichten erschließen. Das äußere Display ist so groß, wie wir es bisher noch bei keinem Klapphandy gesehen haben. Ob das Konzept überzeugt und welche Technik in dem Retro-Smartphone steckt, zeigen wir in unserem Test.
Rein optisch lässt es Motorola wirklich krachen beim Razr 40 Ultra. Das fängt bei der Farbe an. Neben dem knalligen Viva Magenta gibt es für zurückhaltende Naturen noch klassisches Schwarz („Infinite Black“) sowie ein eiskaltes Hellblau („Glacier Blue“). Für die Farbtöne zeigt sich Pantone verantwortlich.
Das Unternehmen ist bekannt für sein Farbsystem – das Pantone Matching System (PMS). Diese einheitliche Methode zur Identifizierung und Kommunikation von Farben ermöglicht es Designern und Druckereien, Farbtöne präzise und konsistent zu reproduzieren. Das Pantone-Farbsystem wird in verschiedenen Branchen wie Grafikdesign, Mode und Innenarchitektur verwendet. Jedes Jahr wählt Pantone eine „Farbe des Jahres“ aus, die Einfluss auf Design- und Modetrends hat. In diesem Jahr ist es „Viva Magenta“.
Doch allein mit bunten Farben ist es nicht getan. Unser Testgerät bietet eine Rückseite aus Kunstleder – oder „veganem“ Leder, wie es Motorola bezeichnet. Das Material ist griffig und wirkt sehr edel, eine willkommene Abwechslung zum Einheitsbrei aus Kunststoff, Metall oder Glas. Schon die Biopolymer-Rückseite beim Realme GT 2 Pro (Testbericht) konnte uns mit seiner Haptik und Andersartigkeit begeistern. Motorola setzt beim Razr 40 Ultra nochmals eins darauf. Eine schlechte Nachricht haben wir für alle, die Pink nicht so mögen: Die blaue und schwarze Variante kommt „nur“ mit Glas aus – auch wenn es sehr edel vollendet ist.
Zusammengeklappt passt das Razr 40 Ultra hervorragend in jede Hosentasche. Die Maße (88,4 × 74 Millimeter) entsprechen in etwa einem Päckchen Zigaretten. Es ist mit knapp 15 Millimetern gefaltet etwa so breit wie ein Finger. Größte Neuerung ist das große Außendisplay, das fast eine Hälfte des Geräts ausfüllt. Darin integriert sind die beiden Objektive der Hauptkamera. Die Diagonale des fast quadratischen Außenbildschirms beträgt 3,6 Zoll. Die andere Hälfte aus Kunstleder ziert das Motorola-Logo und der Razr-Schriftzug.
Ausgeklappt ist das Razr 40 Ultra ziemlich groß und ungewöhnlich länglich. Das Bildformat liegt bei 22:9, die Größe bei 170,8 × 74 Millimeter. Mit 7 Millimetern ist es zudem sehr dünn. Gegenüber dem Vorgänger ist es deutlich länger und einen halben Zentimeter schlanker. Man könnte fast meinen, ein Knäckebrot in der Hand zu halten. Mit 185 Gramm ist das Gerät im Verhältnis zur Größe ziemlich leicht.
Der Vorgang des Aufklappens fühlt sich etwas schwerfällig an. Hält man das erste Mal solch ein Gerät in der Hand, fällt zudem sicherlich die leichte Knickfalte in der Mitte des Displays auf. Diese kann man zwar kaum sehen, man spürt sie aber als Unebenheit, wenn man mit dem Finger drüberfährt. Technisch lässt sich das vermutlich derzeit nicht anders lösen. Die Verarbeitung ist sonst absolut hochwertig und verleiht dem Gerät mit Metallrahmen und Kunstleder-Rückseite einen edlen Charakter. Für unseren Geschmack könnten die Tasten für Lautstärke sowie der Ein-/Ausschalter, in dem sich der Fingerabdruck-Scanner befindet, einen etwas solideren Druckpunkt bieten – aber das ist in dem Fall Jammern auf hohem Niveau.
Der praktische Klappmechanismus bietet aber auch einen Nachteil. Anders als das Motorola Edge 40 Pro (Testbericht) ist das Razr 40 Ultra nicht wasserdicht. Es bietet lediglich Schutz vor Spritzwasser nach IP52. Zum Schutz legt Motorola eine transparente Schutzhülle aus zwei Teilen bei. Diese schiebt man jeweils von den beiden Enden übers Gerät. Das bietet zusätzlich Schutz, allerdings spürt man dann nicht mehr die tolle Oberfläche aus Kunstleder. Alles in allem ist das Motorola Razr 40 Ultra bisher der Hingucker unter den Smartphone-Neuheiten 2023.
Das faltbare Display bietet eine stolze Diagonale von 6,9 Zoll – damit überragt es sogar das Samsung Galaxy S23 Ultra (Testbericht) um ein Zehntel Zoll. Das Seitenverhältnis beträgt 22:9, das ist theoretisch ideal für Kinofilme. Bei den meisten Videoclips im 16:9-Format muss man dann aber mit Rändern links und rechts leben. Zoomt man in das Bild bei der Videowiedergabe ganz hinein, gehen hingegen große Bereiche unten und oben verloren.
Die Auflösung des POLED-Panels beträgt 2640 × 1080 Pixel. Mit einer Pixeldichte von 413 Pixel pro Zoll (ppi) sind einzelne Bildpunkte auf der Anzeige mit dem menschlichen Auge nicht mehr zu erkennen. Wirklich großartig ist die Bildwiederholfrequenz, die automatisch von 1 bis 165 Hertz regelt. Das sind schon Dimensionen von Gaming-Smartphones. Bei Spielen oder animierten Grafiken wirkt der Bildschirm so besonders geschmeidig. Die Bildqualität ist wirklich klasse, Kontraste sind ausgeprägt und Farben kraftvoll. Das Display unterstützt HDR10+ und bietet gute Blickwinkelstabilität.
Der Clou beim Motorola Razr 40 Ultra ist allerdings das Zweitdisplay mit einer Diagonale von 3,6 Zoll. Zum Vergleich: Der sekundäre Bildschirm beim Samsung Galaxy Z Flip 4 (Testbericht) bietet hingegen nur 1,9 Zoll. Der nahezu quadratische Außenbildschirm ist eine vollwertige Ergänzung, in vielen Fällen ein ausreichender Ersatz für das Haupt-Display. Es füllt die Hälfte der Rückseite aus, die beiden Kamera-Objektive sind jeweils in einer Punch-Hole-Notch eingelassen. Die Auflösung beträgt 1066 × 1056 Pixel (417 ppi), die Bildwiederholrate bei ebenfalls erstaunlich hohen 144 Hertz. Bekommt man etwa eine Nachricht, will man das Wetter oder Kalendereinträge checken oder sich einfach kurz via Google Maps orientieren, muss man nicht zwangsläufig das Razr 40 Ultra jedes Mal aufklappen.
Die Zweitanzeige bietet einen eigenen Desktop und sogar speziell für dieses Format optimierte Spiele. Es gibt verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. So zeigt die Anzeige neben einer klassischen Uhr auch ein animiertes Cartoon-Maskottchen (wir vermuten eine Katze), das je nach Tageszeit verschiedene Aktivitäten betreibt (etwa Zähneputzen oder Mittagsschlaf). Einziges Versäumnis: Eine Always-on-Funktion gibt es beim Zweitdisplay leider nicht. Durch die Bauform bietet es sich an, für Gruppen-Selfies auf die Hauptkamera zurückzugreifen. Diese kann man etwa per Handgeste auslösen. Allerdings bleiben die Bereiche links und rechts nicht gut einsehbar auf dem Außendisplay.
Sehr beeindruckend ist zudem die Helligkeit der Anzeige. Das Haupt-Display ist selbst bei Sonnenschein trotz leichter Reflexionen gut ablesbar, Motorola spricht hier von bis zu 1400 Nits, die das Haupt-Display erreicht. Selbst der Zweit-Screen kommt auf hervorragende 1100 Nits.
Blickt man auf die Spezifikationen der Kamera, scheint Motorola zunächst einen Rückschritt zu gehen. Ungewöhnlich: Mit 12 Megapixel bietet die Hauptkamera die niedrigste Auflösung im Setup und liegt unter dem Vorgänger. Allerdings fassen Kamera mit 50 Megapixel und mehr meistens etwa vier Pixel zu einem zusammen, ergo bieten sie Aufnahmen mit 12 bis 12,5 Megapixel. In der Realität muss das also kein Indikator für Fotoqualität sein, wie schon andere Smartphones wie das Samsung Galaxy S21 FE (Testbericht) bewiesen haben. Das Weitwinkelobjektiv bietet 13 Megapixel, fast gigantisch dagegen wirken die 32 Megapixel der Selfie-Kamera.
Auf Pixel Binning verzichten Haupt- und Weitwinkelobjektiv. Bei guten Lichtverhältnissen gelingen gute und scharfe Aufnahmen. Der Dynamikumfang ist stimmig, was sich positiv bei wechselnden Lichtverhältnissen bemerkbar macht. Das Hauptobjektiv ist zusätzlich optisch stabilisiert (OIS). Bilddetails sind gut ausgeprägt. Beim Weitwinkelobjektiv wirken die Aufnahmen weniger detailliert und zudem blasser. Bei Dunkelheit lassen Details dann aber auch bei der Hauptkamera deutlich nach. Auf Augenhöhe mit anderen Flagships von Samsung & Co. ist die Kamera also nicht. In dieser Preisklasse vermissen wir grundsätzlich zudem ein Teleobjektiv, das haben aber längst nicht alle Falt-Smartphones.
Die Front-Kamera schießt gute Selfies. Noch besser gefällt uns allerdings das Ergebnis, wenn man die Hauptkamera dafür nutzt. Videos filmt das Razr maximal mit 4K bei 30 Frames pro Sekunde (fps). Aufnahmen sind scharf und wirken gut stabilisiert, bei Schwenks vermissen wir aber 4K/60.
Etwas verdutzt waren bei der Wahl des Prozessors. Hier kommt wie schon beim Motorola Razr von 2022 (Testbericht) erneut der Snapdragon 8 Plus Gen 1 zum Einsatz. Bei einem aktuellen und hochpreisigen Top-Smartphone hätten wir eigentlich den Snapdragon 8 Gen 2 erwartet. Was die Performance angeht, dürften die wenigsten den Unterschied im Alltag merken. Auch der 8 Plus Gen 1 bietet eine extrem starke Grafik-Performance und hohe Effizienz, was die starken Benchmarks bei PCmark mit 15.000 Punkten und 3Dmark Wild Life Extreme mit 2800 Punkten zeigen. Es bleibt aber trotzdem das Gefühl, dass hier Motorola am falschen Ende gespart hat.
Die Speicherkonfiguration aller Varianten beträgt 8 GByte RAM sowie 256 GByte interner Speicher (UFS 3.1). Eine Erweiterung mittels microSD-Card ist nicht möglich, bei so viel Speicher aber auch nicht zwingend nötig. Neben einer Nano-SIM bietet das Handy auch eine eSIM. Nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist der Datenstandard beim USB-C-Port. Dieser bietet nur das langsame USB 2.0. Für den Preis hätte man hier in jedem Fall USB 3.1 erwarten können. Umso flotter ist der WLAN-Standard mit Wifi 6E, 5G beherrscht das Klapphandy selbstredend auch.
Zur Ortung nutzt das GPS-Modul A-GPS, Glonass, Beidou sowie Galileo und ist laut GPS-Test mit knapp 3 Metern und vielen gefundenen Satelliten hinreichend genau. Die Telefonqualität ist tadellos, die Lautsprecher bieten zudem einen hellen und fülligen Klang. Flott und verlässlich arbeitet zudem der Fingerabdrucksensor. Eine Entsperrung per Gesichtserkennung ist möglich, allerdings kommt hier 2D-Technologie zum Einsatz, die gegen Täuschungen weniger verlässlich ist als die Kombination aus PIN und Fingerabdruck.
Das Razr 40 Ultra läuft mit Android 13, wie gewohnt hält sich Motorola mit größeren Anpassungen an der Bedienoberfläche zurück – man bekommt nahezu „Vanilla Android“ serviert. Garniert wird es mit den praktischen Moto-Gesten, etwa eine seitliche Hackbewegung, um die LED-Leuchte als Taschenlampe zu aktivieren oder das doppelte Umdrehen des Handgelenks, um die Kamera zu starten. Das funktioniert auch zusammengeklappt und ist äußerst praktisch im Alltag.
Der Sicherheits-Patch stammt aus Mai und ist somit aktuell genug. Beim Razr 40 Ultra bietet der Hersteller jetzt drei große Versions-Upgrades sowie vier Jahre Sicherheits-Patches. Das ist eine Verbesserung gegenüber früheren Modellen, kann aber nicht mit den vier Upgrades und fünf Jahren Support von Samsung mithalten.
Eine Schwachstelle bei Klapphandys ist der Akku. Bedingt durch das schlanke Gehäuse passen hier einfach nicht so starke/viele Zellen hinein. Beim Razr 40 Ultra beträgt die Kapazität immerhin 3800 mAh, leicht über dem Konkurrenten Flip 4 von Samsung.
In Kombination mit der hohen Effizienz der CPU erreicht das Smartphone bei automatischer Bildwiederholrate und einer Helligkeit von 200 Nits knapp unter 11 Stunden beim Battery Test von PCmark. Das ist ein ordentlicher Wert. Mindestens einen Tag sollte das Smartphone im Alltag locker durchhalten – was aber letzten Endes immer von der Nutzung abhängt. Verwendet man häufiger das Gerät zusammengefaltet übers Außendisplay, dürfte das den Akkuverbrauch etwas weniger als im ausgeklappten Zustand beanspruchen.
Das beigelegte Netzteil mit 30 Watt lädt das Razr 40 Ultra in knapp einer Stunde auf. Verglichen mit Samsung ist das gut. Das „normale“ Motorola Edge 40 Pro bietet aber die vierfache Ladeleitung. Kabellos lädt es per Qi mit etwa 5 Watt.
Günstig ist das Motorola Razr 40 Ultra wirklich nicht. Zum Marktstart liegt die UVP bei stolzen 1199 Euro. Das günstigste Angebot liegt mittlerweile bei 493 Euro.
Das Motorola Razr 40 Ultra zeigt eindrucksvoll, wohin die Zukunft des Smartphones als Klapphandy gehen könnte. Mit Farben und Materialwahl hebt es sich klar von der Konkurrenz ab. Das Außendisplay ist absolut alltagstauglich und macht das ständige Aufklappen überflüssig. Allerdings geht Motorola zu viele Kompromisse ein. Angesichts des hohen Preises wirken CPU und Kamera nicht ganz auf der Höhe der Zeit.
Das günstige Blackview Hero 10 will eine Alternative zu teuren Flip-Phones von Samsung oder Motorola sein. Ob das gelingt, zeigt unser Test.
Das günstige Blackview Hero 10 will eine Alternative zu teuren Flip-Phones von Samsung oder Motorola sein. Ob das gelingt, zeigt unser Test.
Ein Klapphandy – auch Falt-Smartphone genannt – lässt sich vertikal zusammenfalten, ist besonders platzsparend und passt problemlos in die Hosentasche. Beliebte Modelle wie das Samsung Galaxy Z Flip 6 oder Flip 7 sowie das Motorola Razr 60 und Razr 60 Ultra gehören jedoch zur gehobenen Oberklasse.
Wer trotzdem ein kompaktes Smartphone will, das sich zusammenklappen lässt, findet im Blackview Hero 10 eine preiswerte Alternative. Der Hersteller ist uns vorwiegend für robuste Outdoor-Handys, günstige Tablets und kompakte Mini-PCs bekannt.
Ganz neu ist das Hero 10 nicht mehr, es stammt aus dem vergangenen Jahr. Wir wollten aber wissen, was ein so günstiges Foldable bietet. Wir haben das Klapphandy getestet und zeigen, ob es ein Geheimtipp ist oder ob der niedrige Preis zu große Kompromisse erzwingt. Das Testgerät stellte uns Blackview leihweise zur Verfügung.
Auf den ersten Blick wirkt das Blackview Hero 10 hochwertig verarbeitet und ansprechend gestaltet. Die Rückseite erinnert an Kunstleder und wirkt hochwertig, was dem Smartphone einen eleganten Charakter verleiht. Hinten befinden sich zwei Kameraobjektive und ein rundes, aber kleines Zusatz-Display für die Anzeige von Widgets.
Die Tasten haben einen soliden Druckpunkt, der Fingerabdrucksensor ist im Power-Button integriert. Mit Abmessungen von 169 × 75,5 × 8,1 mm im aufgeklappten Zustand, 87 × 75,5 × 16,3 mm zusammengeklappt und einem Gewicht von 198 g orientiert es sich größenmäßig am Galaxy Z Flip von Samsung sowie dem Motorola Razr 60. Es fällt dabei minimal dicker aus.
Im Test fiel jedoch auf: Beim Zusammenklappen quietscht das Scharnier leicht – kein gravierender Mangel, aber auch kein Punkt, der Vertrauen schafft. Die Falz im Display bleibt dabei immerhin dezent und ist im Alltag kaum spürbar.
Zum Lieferumfang gehört eine zweiteilige Schutzhülle, die sich auf der Rückseite befestigen lässt und das Klapphandy zumindest rudimentär vor Stößen schützt. Das Hero 10 ist in Schwarz und Purpur erhältlich, wobei die purpurfarbene Variante deutlich teurer ausfällt. Eine IP-Zertifizierung gibt es nicht, das Falt-Smartphone ist also weder staub- noch wasserdicht.
Das innere Display des Blackview Hero 10 misst wie beim Galaxy Z Flip 7 üppige 6,9 Zoll. Das AMOLED-Panel liefert eine hervorragende Bildqualität, ist kontraststark und mit bis zu 1300 Nits ausreichend hell, um auch im Freien bei Sonnenschein ablesbar zu bleiben.
Die Auflösung von 2560 × 1080 Pixel sorgt bei 403 PPI für ein gestochen scharfes Bild – einzelne Pixel sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Auch die Blickwinkelstabilität überzeugt. Einziger Wermutstropfen: Die Bildwiederholrate liegt nur bei 60 Hz. Beim Scrollen oder in Animationen wirkt die Darstellung dadurch etwas weniger flüssig.
Das Außen-Display auf der Rückseite ist eher symbolisch. Es misst lediglich 1,19 Zoll bei einer Auflösung von 390 × 390 Pixel. Es zeigt die Uhrzeit, Benachrichtigungen sowie kleine Widgets zur Musiksteuerung, Aktiveren der Kamera für Selfies mit der Hauptkamera oder Wetterinformationen an. Wer mehr sehen will als nur Absender oder Uhrzeit, muss das Handy zwangsläufig aufklappen.
Typisch für Klapphandys setzt das Blackview Hero 10 auf ein Dual-Kamera-Setup. Die Hauptkamera bietet 108 Megapixel (f/1.9) und nutzt Pixel-Binning im Verhältnis 9:1, um mehrere Pixel zu einem größeren zusammenzufassen und so mehr Details einzufangen. Sie verfügt zudem über einen optischen Bildstabilisator (OIS). Die zweite Linse mit 8 Megapixeln (f/2.2) liefert Ultraweitwinkelaufnahmen. Für Selfies steht eine Frontkamera mit 32 Megapixeln bereit.
Bei Tageslicht gelingen mit der Hauptkamera ansprechende Fotos mit ordentlicher Schärfe und vielen Details. Der Dynamikumfang könnte etwas besser sein, was primär bei wechselnden Lichtverhältnissen auffällt. Insgesamt wirken die Farben leicht blass. Trotz hoher Auflösung schwächelt der digitale Zoom – bereits bei zweifacher Vergrößerung erscheinen Aufnahmen grobkörnig, maximal sind nur vierfache Zoomstufen möglich.
Die Ultraweitwinkelkamera liefert wärmere Farbtöne und sichtbar weniger Details. Selfies wirken natürlich, aber bei starker Helligkeit leicht milchig. Das Bokeh im Porträtmodus trennt Motiv und Hintergrund nicht immer sauber.
Bei wenig Licht baut die Bildqualität erwartungsgemäß ab. In der Dämmerung lassen sich Motive noch halbwegs erkennen, stärkeres Bildrauschen ist aber sichtbar. Bei Dunkelheit ohne Blitz sind Objekte kaum noch zu erkennen.
Videos nimmt das Hero 10 maximal in Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde auf. Die Aufnahmen wirken stabilisiert und für die Preisklasse insgesamt ordentlich.
Als Antrieb dient der Mediatek Helio G99 – ein alter Bekannter, den man bereits aus preiswerten Tablets wie dem Samsung Galaxy Tab A9 oder Smartphones wie dem Poco M6 Pro kennt. Die Leistung ist solide: Im Alltag reagiert das Gerät zügig auf Eingaben und läuft weitgehend flüssig.
Große Leistungsreserven bietet der Helio G99 jedoch nicht. Beim PCMark-Benchmark erzielte das Hero 10 rund 9000 Punkte – ausreichend für alltägliche Anwendungen. Schwächer sieht es bei der Grafikleistung aus: Bei 3DMark Wild Life erreicht das Gerät etwa 1200 Punkte, im fordernden Wild Life Extreme nur rund 350 Punkte. Für grafisch anspruchsvolle Spiele reicht das nicht, einfache Games laufen aber problemlos.
Erfreulich groß fällt der Speicher aus. 256 GB sind standardmäßig verbaut, wenn auch nur mit dem eher langsamen UFS-2.2-Standard. Dazu kommen 12 GB RAM, was in dieser Preisklasse großzügig ist. Der USB-C-Anschluss arbeitet nach USB 2.0 – nicht sonderlich schnell, aber in diesem Segment üblich.
Mobiles Internet läuft über LTE, WLAN funkt mit Wi-Fi 5. Bluetooth 5.2 steht für drahtlose Geräte bereit, NFC ist ebenfalls integriert. Für die Standortbestimmung nutzt das Hero 10 GPS, Glonass und Beidou. Laut GPS-Test zeigte sich eine hohe Genauigkeit von rund zwei Metern. Die Stereo-Lautsprecher liefern einen ordentlichen Klang, der für das Ansehen von Youtube-Clips völlig ausreicht.
Das Blackview Hero 10 läuft mit der hauseigenen Bedienoberfläche Doke OS 4 auf Basis von Android 13. Ein Update auf Android 14 ist inzwischen verfügbar. Mit weiteren Versionen ist jedoch nicht zu rechnen, da der Sicherheits-Patch noch aus dem August 2024 stammt und damit bereits veraltet ist.
Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und erinnert optisch an Stock-Android. Blackview hält sich erfreulicherweise mit Bloatware zurück. In den Einstellungen lässt sich zudem das kleine Außen-Display konfigurieren.
Verglichen mit herkömmlichen Smartphones fällt die Akkukapazität bauartbedingt geringer aus. Das Blackview Hero 10 bietet 4000 mAh – genauso viel wie das Samsung Galaxy Z Flip 6. Entsprechend kurz fällt die Laufzeit aus: Beim PCMark Battery Test hält das Gerät im simulierten Betrieb knapp unter 8 Stunden durch. Damit kommt das Klapphandy bei moderater Nutzung knapp über den Tag.
Das Hero 10 lässt sich mit bis zu 45 W laden – ein klarer Vorteil gegenüber Samsung, dessen Flip-Modelle nur mit 25 W laden. Der Ladevorgang dauert etwa eine Stunde. Ein Netzteil liegt nicht bei.
Bei Amazon bekommt man das Blackview Hero 10 in Schwarz derzeit für 390 Euro. Deutlich teurer ist das Modell in Purpur für 520 Euro.
Direkt bei Blackview ist das Klapphandy bereits für 336 Euro erhältlich. Weil der Versand aus China erfolgt, gelten nicht dieselben Garantie- und Umtauschbestimmungen, wie man sie aus Europa kennt. Eine Garantie muss man etwa dazu kaufen, der Umtausch ist nicht gesichert und kann mit zusätzlichen Versandgebühren verbunden sein. Auch Steuern und Zollgebühren können hinzukommen.
Das Blackview Hero 10 gehört zu den günstigsten Klapphandys auf dem Markt. Für seinen Preis bietet es ein überzeugendes AMOLED-Display mit hoher Helligkeit, eine solide Hauptkamera und genug Leistung für alltägliche Aufgaben. Auch das Design wirkt ansprechend und wertig.
Im Detail zeigen sich jedoch Schwächen: Der Haupt-Bildschirm arbeitet nur mit 60 Hz, das kleine Außen-Display dient lediglich zur Anzeige grundlegender Informationen wie Uhrzeit, Benachrichtigungen oder Wetter – ein Ersatz für das Hauptdisplay ist es nicht. Beim Zusammenklappen quietscht das Scharnier leicht, 5G-Unterstützung fehlt, und mit weiteren Software-Updates ist kaum zu rechnen.
Wer jedoch ein kompaktes Smartphone sucht, das sich bequem in Hosen- oder Handtasche verstauen lässt, findet im Hero 10 eine preiswerte Alternative zu Samsungs oder Motorola – muss aber Abstriche beim Feinschliff und der Ausstattung in Kauf nehmen.
Das Nubia Flip 5G bietet Foldable-Feeling zum kleinen Preis. Dazu gehören ein gutes OLED-Display und solide Leistung, es gibt aber auch Schwächen.
Das Nubia Flip 5G bietet Foldable-Feeling zum kleinen Preis. Dazu gehören ein gutes OLED-Display und solide Leistung, es gibt aber auch Schwächen.
Klapphandys als faltbare Smartphones wecken Erinnerungen an die Mobiltelefone der frühen 2000er‑Jahre. Im zusammengeklappten Zustand ist ein solches Gerät nur etwa halb so groß und passt trotz großer Bildschirmdiagonale problemlos in die Hosentasche. Modelle von Samsung oder Motorola zählen dabei zur Oberklasse und sind entsprechend teuer.
Mit dem Nubia Flip 5G aus dem Vorjahr gibt es hingegen ein kompaktes Foldable für rund 330 Euro im Angebot. An Bord ist ein faltbares, hochauflösendes OLED-Display mit 6,9 Zoll und 120 Hz sowie 5G. Ob das Gerät ein Geheimtipp ist – und an welchen Stellen es schwächelt – zeigt unser Test. Nubia ist übrigens eine Tochter von ZTE.
Ausgeklappt misst das Nubia Flip 5G rund 170 × 76 × 7,3 mm, im geschlossenen Zustand 88 × 76 × 15,5 mm. Damit fällt es ähnlich groß aus wie die Konkurrenz von Samsung, Motorola oder Blackview, bleibt aber etwas dicker. Mit 214 g bringt es zudem deutlich mehr Gewicht auf die Waage und wirkt dadurch spürbar massiver in der Hand.
Das Gehäuse wirkt hochwertig verarbeitet, das Scharnier schnappt mit einem satten Geräusch zu und vermittelt zunächst Stabilität. Im Alltag quietscht es jedoch gelegentlich und wackelt im aufgeklappten Zustand leicht. Beim Schütteln klappert das obere Gehäuseteil minimal – kein gravierender Mangel, aber ein Hinweis darauf, dass die Mechanik nicht ganz so präzise arbeitet wie bei teureren Foldables.
Das Innendisplay des Nubia Flip 5G misst 6,9 Zoll und löst 2790 × 1188 Pixel auf. Der OLED-Bildschirm arbeitet mit bis zu 120 Hz und erreicht eine Pixeldichte von 439 PPI – hoch genug, dass einzelne Pixel mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind.
Das Panel liefert ein scharfes, kontrastreiches und gleichmäßig ausgeleuchtetes Bild, erreicht bei Leuchtkraft und Dynamik jedoch nicht ganz das Niveau der Klapphandys von Samsung oder Motorola. Die maximale Helligkeit liegt manuell bei etwa 550 Nits, mit automatischer Regelung sind rund 1100 Nits möglich. Damit bleibt der Bildschirm auch bei Tageslicht ablesbar, in direkter Sonne wird es jedoch knapp.
Das äußere, runde OLED-Display misst 1,43 Zoll bei 466 × 466 Pixeln. Es zeigt Widgets mit Benachrichtigungen, Uhrzeit und Kameravorschauen klar und kontrastreich an.
Das Nubia Flip 5G setzt auf ein schlichtes Kamera-Setup. Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln auf, der zweite 2-Megapixel-Sensor dient lediglich zur Tiefenerkennung und hat kaum praktischen Nutzen – von einer echten Dualkamera kann daher keine Rede sein. Auf eine Ultraweitwinkel- oder Makrolinse verzichtet der Hersteller.
Die Hauptlinse deckt zwei Brennweiten ab (26 und 50 mm), was in der Praxis einem einfachen und zweifachen Zoom ohne größere Qualitätsverluste entspricht. Bei stärkerer Vergrößerung werden die Aufnahmen jedoch schnell pixelig. Bei Tageslicht entstehen ordentliche Fotos, die Schärfe könnte aber besser sein.
Eine optische Bildstabilisierung fehlt, was sich bei wenig Licht oder längeren Belichtungen negativ auswirkt. Der Dynamikumfang bleibt begrenzt, Farben erscheinen teils etwas flach. In dunkleren Umgebungen steigt das Bildrauschen deutlich an. Videos sind mit 4K bei 60 FPS oder Full-HD bei 30 FPS möglich. Selfies geraten zuweilen etwas blass, sind aber brauchbar. Verglichen mit dem Blackview Hero 10 gerät das Nubia Flip bei der Kamera deutlich ins Hintertreffen.
Im Nubia Flip 5G steckt Qualcomms Snapdragon 7 Gen 1, ein solider Mittelklasse-Chip, der genug Leistung für alltägliche Aufgaben und Casual Games bietet. Im Alltag läuft das System weitgehend flüssig, nennenswerte Ruckler treten kaum auf.
Beim Benchmark von PCMark erreicht das Gerät rund 11.500 Punkte, bei 3DMark Wild Life Extreme rund 830 Punkte und beim Wild Life etwa 3150 Punkte. Für anspruchsvolle Gamer ist das zu wenig, für alle anderen Anwendungen aber mehr als ausreichend. Der interne Speicher umfasst 256 GB, ergänzt von 8 GB RAM – eine ordentliche Ausstattung in dieser Preisklasse.
Bei den Verbindungen bietet das Nubia Flip 5G – anders als das Blackview Hero 10 – auch 5G-Unterstützung. Dazu kommen die zeitgemäßen Standards Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2 und NFC. Der USB-C‑2.0-Anschluss erlaubt zwar keine besonders schnellen Datenübertragungen, ist in dieser Preisklasse aber üblich. Die Ortung erfolgt präzise über GPS, Glonass, Beidou und Galileo. Die Stereo-Lautsprecher liefern einen insgesamt ordentlichen Klang.
Das Nubia Flip 5G läuft mit Android 14 und Nubias hauseigener Oberfläche My OS 14. Ab Werk sind der App Drawer und Gestensteuerung aktiv, beides lässt sich bei der Einrichtung konfigurieren. Anstelle des bekannten Google-Discover-Feeds blendet der Hersteller auf dem linken Homescreen eine eigene Seitenleiste ein, die eine Übersicht mit Apps und Nachrichten bietet – Geschmackssache, zumal sich die Darstellung nicht vollständig anpassen lässt.
Weniger erfreulich: Auf dem Testgerät lief noch der Sicherheitspatch vom 1. November 2024 – also bereits veraltet. Da Nubia in der Vergangenheit keine regelmäßigen Updates geliefert hat, dürfte auch beim Flip 5G künftig nicht mit langfristiger Unterstützung zu rechnen sein.
Wie bei vielen Foldables fällt auch beim Nubia Flip 5G die Akkukapazität vergleichsweise gering aus. Mit 4310 mAh bietet das Gerät zwar etwas mehr als etwa das Blackview Hero 10 oder Samsungs Galaxy Z Flip 6, bleibt aber dennoch hinter klassischen Smartphones zurück. Im PCMark‑Batterietest erreicht das Nubia Flip 5G rund 8,5 Stunden Laufzeit – minimal länger als die direkte Konkurrenz. Für einen Tag normale Nutzung genügt das, große Reserven darf man jedoch nicht erwarten.
Geladen wird per Kabel mit maximal 33 W. Damit ist der Akku in knapp über einer Stunde wieder voll – kein Spitzenwert, aber akzeptabel. Auf kabelloses Laden muss man allerdings verzichten.
Vor einem Jahr lag der Preis noch bei rund 500 Euro. Mittlerweile ist das Modell in Schwarz für 329 Euro erhältlich. Zwischenzeitlich war es allerdings auch schon für unter 300 Euro zu haben.
Wer auf EU-Verbraucherschutz inklusive der gesetzlichen Gewährleistung verzichten kann, bekommt das Gerät bei Aliexpress für nur 252 Euro (292 Euro minus 40 Euro mit Gutscheincode BFDE40). Diesen Coupon haben wir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Testberichts geprüft, er kann inzwischen abgelaufen oder vergriffen sein.
Der Versand erfolgt aus spanischen Lagerbeständen, immerhin gewährt Aliexpress ein Rückgaberecht von 90 Tagen bei dem Produkt.
Mit dem Flip 5G bietet Nubia ein vergleichsweise günstiges Foldable, das für rund 320 Euro überraschend viel liefert. Das 6,9-Zoll-OLED-Display überzeugt mit hoher Schärfe, flüssigen 120 Hz und guter Ablesbarkeit. Leistung und Ausstattung bewegen sich klar in der Mittelklasse und reichen für den Alltag problemlos aus. 5G, Wi-Fi 6 und ordentliche Lautsprecher runden das Paket ab.
Abzüge gibt es bei Details: Das Gerät ist vergleichsweise schwer, das Scharnier wirkt weniger präzise als bei Konkurrenzmodellen, und die Kamera liefert nur solide Ergebnisse. Auch die mangelhafte Update-Politik trübt den Gesamteindruck. Letztlich ist das Nubia Flip 5G ein Einsteiger-Foldable für alle, die das Klappformat ausprobieren wollen, ohne gleich annähernd 1000 Euro auszugeben.
Das Xiaomi Mix Flip liefert eine starke Performance, gute Akkulaufzeit und sogar eine Telelinse. Was das kompakte Foldable-Smartphone noch kann und wo der Schuh drückt, zeigt unser Test.
Das Xiaomi Mix Flip liefert eine starke Performance, gute Akkulaufzeit und sogar eine Telelinse. Was das kompakte Foldable-Smartphone noch kann und wo der Schuh drückt, zeigt unser Test.
Xiaomi bietet mit dem Mix Flip ein kompaktes, aber leistungsstarkes Klapp-Smartphone, das problemlos in die Hosentasche passt. Ähnlich wie Motorola beim Razr 50 Ultra setzt Xiaomi auf eine Telelinse statt eines Ultraweitwinkelobjektivs. Damit wird das Mix Flip zum starken Konkurrenten für das Samsung Galaxy Z Flip 6 – muss jedoch ohne Wasserschutz auskommen. Wie sich das klappbare Smartphone im Alltag schlägt, zeigt dieser Test.
Das Xiaomi Mix Flip wirkt sehr schick und hochwertig verarbeitet. Es bietet einen Rahmen aus Metall und eine Rückseite aus Glas. Der Klappmechanismus ist gelungen, sodass beide Displayflächen eben und dicht beieinander abschließen – begleitet von einem satten Klapp-Geräusch. Die Knickfalte ist zwar spürbar, aber mit bloßem Auge kaum noch sichtbar. Wie stabil und langlebig der Faltmechanismus auf lange Sicht ist, können wir zum Testzeitpunkt jedoch nicht abschätzen.
Anders als die Klapp-Smartphones von Samsung oder Motorola bietet das Mix Flip keine IP-Zertifizierung und ist somit nicht wasserdicht. Mit Abmessungen von 167,5 × 74 × 7,8 mm im geöffneten und 85,5 × 74 × 16 mm im geschlossenen Zustand fällt das Foldable etwas kompakter, aber auch minimal dicker aus als etwa das Motorola Razr 50 Ultra. Gefaltet passt es problemlos in eine Hosentasche, ausgeklappt bietet es ein großzügiges Display. Mit 192 g ist es relativ leicht.
Beide OLED-Displays überzeugen mit hoher Qualität. Der Hauptbildschirm misst 6,86 Zoll in der Diagonale und bietet eine gestochen scharfe Auflösung von 2912 × 1224 Pixeln bei 460 PPI. Dank LTPO-Technologie passt sich die Bildwiederholrate flexibel von 1 bis 120 Hz an, was einerseits eine flüssige Darstellung ermöglicht, andererseits den Akku schont.
Im Normalbetrieb erreicht das Display eine Helligkeit von knapp 700 Nits, kann laut Xiaomi aber auf bis zu 3000 Nits hochschnellen. Damit bleibt der Hauptbildschirm auch bei Sonnenlicht ablesbar. Die Bildqualität überzeugt mit kräftigen Farben und hohen Kontrasten.
Das Außen-Display misst 4 Zoll und löst mit 1392 × 1208 Pixeln bei ebenfalls 460 PPI auf. Es erreicht die gleiche maximale Helligkeit wie das innere Display und bietet eine feste Bildwiederholrate von 120 Hz. Die beiden kreisrunden Linsen der Kamera sind direkt ins Außen-Display integriert. Damit füllt der Außen-Bildschirm anders als bei Samsung die ganze Hälfte der Rückseite aus, was mehr Einsatzszenarien erlaubt und über die Darstellung reiner Widgets hinausgeht.
Allerdings laufen nicht alle Apps, sondern nur eine Auswahl. Dazu gehören etwa Google Maps, Youtube oder Spotify. Welche Anwendungen auf dem Außen-Display verfügbar sind, können Nutzer in den Einstellungen festlegen.
Falt-Smartphones stehen vor der Herausforderung, wenig Platz für ihre Komponenten zu bieten. Um die klappbaren Geräte schlank zu halten, setzen Hersteller auf besonders flache Gehäuse. Das wirkt sich auch auf die Kameras aus: Derzeit bieten Foldables meist maximal zwei Linsen.
Während Samsung klassisch auf eine Kombination aus Weitwinkel- und Ultraweitwinkelobjektiv setzt, geht Xiaomi beim Mix Flip einen anderen Weg und integriert stattdessen eine Telelinse neben dem Hauptsensor. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch Motorola beim Razr 50 Ultra – was wir begrüßen, denn im Alltag empfinden wir ein echtes Teleobjektiv als deutlich nützlicher als eine Ultraweitwinkellinse. Damit gelingen deutlich schärfere Aufnahmen mit zweifachem optischem Zoom oder einer hybriden Vierfachvergrößerung.
Beide Kameras stammen von Leica und lösen mit 50 Megapixeln auf. Standardmäßig kommt Pixel-Binning zum Einsatz, sodass jeweils vier Bildpunkte zu einem zusammengefasst werden. Auf Wunsch lässt sich jedoch auch die volle Auflösung nutzen. Das Hauptobjektiv bietet eine Blende von f/1.7 und ist mit einem optischen Bildstabilisator (OIS) ausgestattet. Die Telelinse besitzt eine Blende von f/2.4 und kann auch für Makroaufnahmen genutzt werden.
Für Selfies steht eine 32-MP-Kamera in einer Punch-Hole-Notch zur Verfügung. Alternativ können Nutzer das Gerät zusammengeklappt verwenden und das Hauptobjektiv für Selbstporträts nutzen – das Außen-Display dient dabei als Vorschau.
Bei Tageslicht überzeugt die Kamera mit hoher Bildqualität und detaillierten Aufnahmen. Nutzer können zwischen zwei Farbmodi wählen: „Leica authentisch“ liefert natürliche Farben mit einer etwas düsteren Vignette, während „Leica lebendig“ für kräftige Farben und hohe Kontraste sorgt. An die Spitzenklasse der Flaggschiff-Smartphones reicht die Kamera jedoch nicht heran – insbesondere bei Nachtaufnahmen zeigt sich ein sichtbarer Detailverlust.
Im Porträtmodus stehen ferner vier simulierte Brennweiten zur Auswahl: 23 mm, 35 mm, 50 mm und 75 mm. Videoaufnahmen sind in 4K mit bis zu 60 FPS oder 8K mit 24 FPS (ohne HDR) möglich, während HDR-Videos in 4K mit 30 FPS aufgenommen werden können. Nach dem letzten Software-Update bietet Xiaomi zudem einen KI-Radierer als Plug-in, mit dem sich unerwünschte Objekte aus Bildern entfernen lassen. Bei Samsung wirkte das Feature aber etwas besser und überzeugender.
Mit dem Snapdragon 8 Gen 3 setzt Xiaomi auf einen leistungsstarken Prozessor, der bereits im Xiaomi 14 für eine hohe Performance gesorgt hat. Die Flaggschiff-CPU aus dem Vorjahr sorgt für ein durchweg flüssiges System und bietet auch beim Gaming ausreichend Leistungsreserven. Das zeigen auch die Benchmarks: Im PCmark erreicht das Mix Flip 15.000 Punkte, im Wild Life Extreme-Test von 3Dmark kommt es auf 4100 Punkte. Ordentlich ist zudem die Effizienz im Stresstest mit rund 68 Prozent.
Auch die Speicherausstattung ist üppig: 512 GB UFS 4.0 stehen zusammen mit 12 GB RAM zur Verfügung. Eine Speichererweiterung per microSD ist allerdings nicht möglich. Bei den kabellosen Schnittstellen ist das Mix Flip auf dem neuesten Stand: Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4 und NFC sind mit an Bord. Die Ortung erfolgt über GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und Navic mit einer Genauigkeit von 3 Metern laut GPS-Test. Weniger zeitgemäß für diese Preisklasse ist hingegen der USB-C-Anschluss, der nur den langsamen USB-2.0-Standard unterstützt.
Das Gerät wird mit Android 14 und Hyper OS 1 ausgeliefert. Das Update auf Hyper OS 2 auf Basis von Android 15 steht aber nach der Aktivierung zur Verfügung. Bei der Einrichtung können Nutzer entscheiden, ob sie einen App-Drawer verwenden möchten und ob die Navigation per Gestensteuerung oder mit den klassischen Android-Schaltflächen erfolgen soll.
Xiaomi installiert ab Werk jedoch viel Bloatware, was aus unserer Sicht etwas überladen wirkt. Positiv hervorzuheben sind die neuen KI-Features von Hyper OS 2, darunter der Radierer zum Entfernen unerwünschter Objekte aus Fotos. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt Ende Februar 2025 noch aus Dezember 2024 und könnte bald ein Update vertragen. Das Smartphone soll insgesamt vier Android-Updates erhalten, also bis Android 18. Sicherheitsupdates sind für fünf Jahre geplant.
Die Akkulaufzeit von rund 13 Stunden im Battery Test von PCmark ist mehr als solide. Bei gewöhnlicher Nutzung kommt das Smartphone problemlos über den Tag. Allerdings gilt: Je intensiver die Display-Zeit und Auslastung – etwa durch Gaming oder Social Media – desto kürzer hält der Akku. Wer das Gerät nur gelegentlich nutzt, kann auch bis zu zwei Tage ohne Netzteil auskommen.
Das Aufladen erfolgt mit maximal 67 Watt per Xiaomi Hypercharge, ein passendes Netzteil legt Xiaomi sogar bei. Ein vollständiger Ladevorgang dauert damit etwa eine Stunde. Kabelloses Laden gibt es allerdings nicht.
Die UVP lag zum Marktstart bei stolzen 1299 Euro. Zwischenzeitlich bekam man das Klapphandy schon für knapp 839 Euro. Mittlerweile liegt der Preis sogar über der UVP, da das Gerät langsam vom Markt genommen wird, um Platz für das Mix Flip 2 zu schaffen.
Das Xiaomi Mix Flip hat uns im Test als eines der besten Klapp-Smartphones überzeugt. Die Performance ist ausgezeichnet, beide Displays liefern richtig ab – mit zu vernachlässigender Knickfalte. Bei der zweiten Linse auf ein Teleobjektiv zu setzen, können wir nur begrüßen. Auch wenn der optische Zoom mit einer zweifachen Vergrößerung eher gering ausfällt, bleibt das Teleobjektiv in unseren Augen immer die bessere Wahl gegenüber einer Ultraweitwinkellinse.
Schwächen gibt es nur wenige. Wir vermissen insbesondere einen Schutz vor Wasser. USB-C 2.0 ist in dieser Preisklasse ebenfalls nicht mehr nachvollziehbar. Bei Dunkelheit könnten Fotos mehr Bildschärfe vertragen. Alles in allem ist das Mix Flip ein echt überzeugendes Kraftpaket, das gefaltet in jede Hosentasche passt und Samsung gehörig unter Druck setzen kann.
Mit dem Razr 40 bietet Motorola ein Klapphandy an, das günstiger ist als das Galaxy Z Flip 5 oder Razr 40 Ultra. Welche Abstriche man machen muss, zeigt der Test.
Mit dem Razr 40 bietet Motorola ein Klapphandy an, das günstiger ist als das Galaxy Z Flip 5 oder Razr 40 Ultra. Welche Abstriche man machen muss, zeigt der Test.
Flexible Displays gehören zu den spannendsten Innovationen der letzten Jahre bei Mobilgeräten. Diese ermöglichen das Revival der Klapphandys bei Smartphones, die zusammengefaltet nur halb so viel Platz in der Hosentasche benötigen. Andere Varianten klappen horizontal aus und wachsen so zu handlichen Tablets an.
Bisher kamen Foldables immer gepaart mit Top-Technologie, was die schon ohnehin teure Hardware nahezu unerschwinglich gemacht hat für den Otto Normalverbraucher. Ein anschauliches Beispiel dafür ist das Samsung Galaxy Z Flip 5 (Testbericht), das bei seiner Markteinführung knapp 1200 Euro gekostet hat. Es ist zwar schon ordentlich im Preis gefallen, wir gehen aber davon aus, dass das Razr 40 ebenfalls noch ein gutes Stück günstiger wird und den Abstand so wieder ausbaut. Motorola hingegen bietet mit dem Razr 40 jetzt ein weiteres Klapphandy unterhalb seines Top-Geräts Motorola Razr 40 Ultra (Testbericht) an. Damit befinden sich für das laufende Jahr gleich zwei neue Geräte dieser Art im Portfolio des Unternehmens.
Das erhöht die Chance, dass diese noch exotische Kategorie interessanter für eine breitere Käuferschicht wird. Abstriche müssen Käufer dann beim Chip sowie Außen-Display machen. Wirklich preiswert ist das Razr 40 allerdings nicht. Wir haben den jüngsten Ableger der Falt-Smartphones von Motorola getestet und zeigen, wo er sich im Vergleich zum Ultra-Modell oder dem Flip 5 von Samsung unterscheidet.
Bereits das Motorola Razr 40 Ultra (Testbericht) überzeugte mit einer sehr schlanken und schicken Optik, spannenden Farbkonzepten („Viva Magenta“) und exotischen Oberflächen. Auch das Motorola Razr 40 ist ein wahres Schmuckstück und lässt den Konkurrenten Samsung Galaxy Z Flip 5 (Testbericht) fast schon klotzig erscheinen. Anders als beim Ultra-Modell oder dem Samsung-Falthandy gibt es aber nur ein kleines Außen-Display, das in ein glänzend-schwarzes Element eingebettet ist, welches minimal auf der Rückseite herausragt. Daneben befinden sich beide Linsen der Hauptkamera.
Besonders edel wirkt unser cremefarbenes Testgerät durch den Einsatz von Kunstleder auf der Rückseite. Die Oberfläche fühlt sich sehr hochwertig und vor allem organisch an und bietet einen hohen Grip. Nur schweren Herzens würden wir das schicke Gerät in eine Schutzhülle packen – diese gibt es in der Tat auch für faltbare Smartphones.
Das Razr 40 bietet wie das Ultra-Model einen ausgetüftelten Klappmechanismus und schließt mit einem schönen und saftigen Klatschgeräusch vollkommen eben ab. Im gefalteten Zustand passt kaum ein Blatt zwischen die beiden Display-Hälften – das klappt noch besser als beim Koreaner.
Zusammengeklappt ist es einen Finger breit (15,8 Millimeter). Geöffnet ist es mit einer Dicke von 7,5 Millimeter überaus schlank. Mit einem Gewicht von 188 Gramm wiegt es nahezu gleich viel wie das Galaxy Z Flip 5. Die Verarbeitung ist erstklassig und offenbart keine Spaltmaße oder klappernden Elemente. Den Rand des Mobilgeräts umschließt ein Rahmen aus Metall.
Das Scharnier ist schwergängig genug, damit der Winkel zwischen den beiden Bildschirmhälften stets in gewünschter Position verharrt. Typisch für Foldables ist eine leichte Unebenheit in der Mitte der Anzeige, die man ertasten und sehen kann. Diese scheint uns deutlich weniger stark ausgeprägt zu sein als beim Flip 5. Einen Nachteil hat das Modell von Motorola aber gegenüber Samsung: Das Smartphone ist nicht wasserdicht, mit IP52 ist es lediglich gegen leichtes Tropfwasser geschützt. Dafür ist es zumindest gegen Staub in schädigender Menge abgeschottet, was das Galaxy Z Flip 5 wiederum nicht leistet.
Das Haupt-Display misst wie beim Ultra stolze 6,9 Zoll in der Diagonale und bietet so eine ziemlich große Bildschirmfläche im Breitbildformat von 22:9. Das P-OLED-Panel löst mit 2640 × 1080 Pixel bei 413 Pixel pro Zoll (ppi) messerscharf auf. Die Bildqualität ist hervorragend und zaubert Leben auf die Anzeige. Kontraste und Schwarzwerte sind stark ausgeprägt. Farben wirken lebendig und natürlich, verglichen mit Samsung erscheinen diese aber fast schon etwas blass.
Die Bildwiederholrate von bis zu 144 Hertz macht sich besonders bei Animationen und Spielen positiv bemerkbar und sorgt für ein geschmeidiges Erscheinungsbild. Stark ausgeprägt ist zudem die Helligkeit, selbst bei starkem Sonnenschein konnten wir das Display immer gut ablesen. Motorola gibt eine Helligkeit von bis zu 1400 Nits an, das ist wirklich hell. Die Blickwinkel bleiben aus allen Perspektiven stabil. Hier gibt es wahrlich nichts zu meckern.
Eher mager wirkt dagegen das kleine Außen-Display – eine der Einschränkungen, die man beim Razr 40 gegenüber dem Razr 40 Ultra oder Galaxy Z Flip 5 in Kauf nehmen muss. Die Diagonale beträgt gerade einmal 1,5 Zoll bei einer Auflösung von 368 × 194 Pixel. Mit 1000 Nits ist auch diese Anzeige hell genug, um immer ablesbar zu sein.
In erster Linie zeigt das kleine Display die Uhrzeit und das Datum sowie den Ladestand des Akkus an. Mit einer Wischbewegung nach oben gelangt man zu den Benachrichtigungen, mit einem Wisch nach unten gelangt man zu den Schnelleinstellungen und kann etwa den Flugmodus und Bluetooth aktivieren oder die Helligkeit regeln. Eine Always-on-Funktion gibt es beim Zweit-Display nicht.
Zwar kann man das kleine Display auch nutzen, um darüber Fotos mit der Hauptlinse zu machen – insbesondere Selfies. Hierzu aktiviert man den Kameramodus durch ein doppeltes Drehen des Handgelenks. Zum Auslösen des Fotos zeigt man dem Gerät dann die Handfläche. Allerdings ist die Anzeige so klein, dass man sich damit kaum sinnvoll für den Schnappschuss positionieren kann, das Bild wird so immer im Hochformat aufgenommen.
Das Razr 40 bietet zwei Linsen bei der Hauptkamera: 64 Megapixel (f/1.7) mit optischer Bildstabilisierung (OIS) sowie 13 Megapixel für Weitwinkelaufnahmen mit einem Sichtfeld von rund 120 Grad. Letztere übernimmt bei dem Gerät auch Makroaufnahmen – ein klares Beispiel dafür, dass dafür explizit keine Makrolinse vonnöten ist. Die Frontkamera kommt auf üppige 32 Megapixel. Ein Teleobjektiv gibt es nicht – wie bei allen uns bislang bekannten Falt-Smartphones.
Das Hauptobjektiv fasst vier Pixel zu einem zusammen (Pixel-Binning), sodass man Bilder mit einer Auflösung von 16 Megapixel erhält. Wie wir es schon von vielen Smartphones der gehobenen Mittelklasse kennen: Bei Tag schießt das Razr 40 vortreffliche Bilder. Die Bildschärfe überzeugt, der Dynamikumfang ist stimmig – alles in allem wirken die Aufnahmen sehr natürlich und reich an Details. Bei Dunkelheit lässt das Ergebnis stark nach. Ist genügend Umgebungslicht vorhanden, kommen noch halbwegs scharfe Aufnahmen zustande. Bei starker Dunkelheit hilft aber auch der Nachtmodus nicht – man erkennt dann einfach gar nichts mehr.
Ähnliches gilt für die Weitwinkellinse: Bei Tag liefert diese ansprechende Ergebnisse, auch wenn die Bilder einen deutlichen Gelbstich und weniger Bilddetails aufweisen. Bei Dunkelheit sollte man die Weitwinkellinse nicht nutzen. Gelungen sind Makroaufnahmen, die das Motiv gut in den Fokus setzen und genügend Details und Schärfe bieten. Gut gefallen uns auch Selfies der Frontkamera (bei Tag). Im Porträtmodus zaubert die Selfie-Kamera ein gelungenes Bokeh rund ums Profil.
Das Razr 40 ist eine gute Option zum Filmen. Dank des OIS wirken Videoaufnahmen mit der Hauptlinse ziemlich stabil. Die Bildschärfe ist hoch, Farben wirken zudem lebendig und kräftig. Maximal sind 4K möglich bei 30 Bildern pro Sekunde (FPS), mit Full-HD gehen auch 60 FPS. Dasselbe gilt für die Selfie-Kamera.
Herzstück des Razr 40 ist der neue Snapdragon 7 Gen 1 von Qualcomm. Dieser bietet für nahezu alle alltäglichen Aufgaben genügend Leistungsreserven und eignet sich auf für einen Großteil der im Play Store vorhanden Spiele. Der Leistungssprung zum Snapdragon 778G erscheint allerdings eher weniger ausgeprägt.
Bei Work 3.0 von PCmark erreichten wir rund 12.000 Punkte. Das ist ein guter Wert, aber kaum höher als bei Geräten mit dem Snapdragon 778G. Zum Vergleich: Das Razr 40 Ultra kommt hier ruf rund 15.000 Punkte. In Hinblick auf Grafikleistung kann die 7er-Reihe nicht mit Top-Chips mithalten, bietet aber eine grundsolide Basis für die meisten Anwendungen. Beim Benchmark „Wild Life Extreme“ von 3Dmark erreichten wir rund 800 Punkte, das Razr 40 Ultra kommt hier auf 2800 Punkte, das Galaxy Z Flip 5 sogar auf 3600 Punkte.
Standardmäßig verfügt das Razr 40 immer über 8 GByte RAM sowie 256 GByte internen Speicher, allerdings kommt mit UFS 2.2 nicht die schnellste Variante zum Einsatz. Mit an Bord sind zudem Wi-Fi 6E, 5G sowie Bluetooth 5.3. Für die Ortung, die mit 3 Metern hinreichend genau ist, nutzt das Mobilgerät GPS, Glonass, Beidou und Galileo. Der Fingerabdrucksensor sitzt im Power-Button und arbeitet schnell und verlässlich. Gut ist zudem die Tonqualität beim Telefonieren sowie der Sound der Lautsprecher. Einziges kleineres Manko: USB-C unterstützt beim Razr 40 nur den langsamen Standard USB 2.0.
Das Razr 40 läuft unter dem Betriebssystem Android 13. Motorola setzt wie gewohnt auf eine dezente Anpassung der Bedienoberfläche und präsentiert nahezu „Vanilla Android“. Die Benutzererfahrung wird durch die praktischen Moto-Gesten ergänzt: Eine simple seitliche Handbewegung etwa aktiviert die LED-Leuchte als Taschenlampe, während ein schnelles Drehen des Handgelenks die Kamera einschaltet. Diese Funktionen stehen sogar im zusammengeklappten Zustand zur Verfügung und erweisen sich im Alltag als äußerst nützlich.
Der Sicherheits-Patch des Geräts stammt vom Juni und entspricht somit nicht dem aktuellen Stand. Beim Razr 40 hat der Hersteller seine Unterstützungsleistungen im Vergleich zu früheren Modellen erweitert: Nutzer können sich über bis zu drei System-Upgrades sowie vier Jahre Sicherheits-Patches freuen. Obwohl diese Verbesserungen im Vergleich zu früheren Modellen beachtlich sind, kann das Angebot nicht mit den fünf Jahren Support von Samsung mithalten.
Man sieht es dem schlanken Falt-Handy nicht an, aber der Akku bietet mit 4200 mAh fast 10 Prozent mehr Kapazität als das Motorola Razr 40 Ultra (Testbericht) und sogar 12 Prozent mehr als das Samsung Galaxy Z Flip 5 (Testbericht). Einen Teil des eingesparten Platzes durch das kleine Außen-Display scheint Motorola hier der Energiequelle gewidmet zu haben.
Beim Battery Test erreichte das Razr 40 im simulierten Dauerbetrieb bei einer mittleren Helligkeit von 200 cd/m² und aktiver adaptiver Helligkeit rund 10,5 Stunden. Das ist ein guter Wert für ein Foldable und liegt verglichen mit herkömmlichen Smartphones etwa im Mittelfeld. Der Snapdragon 7 Gen 1 scheint aber nicht so auf Effizienz getrimmt zu sein wie der Snapdragon 8 Plus Gen 1 im Razr 40 Ultra, das sogar auf 11 Stunden Laufzeit kommt. Samsung schafft beim Galaxy Z Flip nur rund 9 Stunden.
Eher gemächlich lädt das beiliegende Netzteil mit 33 Watt – was aber 7 Watt mehr sind als bei Samsung. Damit dauert der Ladevorgang etwa 1,5 Stunden. kabelloses Laden (Qi) ist ebenfalls möglich, funktioniert meistens aber nur, wenn man keine Schutzhülle verwendet.
Von einem Schnäppchen und damit massentauglichen Gerät kann beim Motorola Razr bei einer UVP von 899 Euro weniger die Rede sein. Es liegt damit allerdings rund 300 Euro unter der UVP des Ultra-Modells. Als Farben stehen Dunkelgrün („Sage Green“), helles Beige („Vanilla Cream“) sowie Violett („Summer Lillac“) zur Auswahl. Alle Modelle setzen Kunstleder für die Rückseite ein und bieten standardmäßig 8/256 GB Speicher. Mittlerweile bekommt man das Gerät schon für 399 Euro.
Smartphones mit faltbarem Display begeistern uns immer wieder auf Neue. Das trifft auch auf das Motorola Razr 40 zu. Zusammengeklappt benötigt es so nur den halben Platz eines gewöhnlichen Smartphones. Das macht das Handy ideal für Frauen, die nur begrenzt Platz in der Handtasche haben oder Leute, die schon einiges in die Hosentaschen stecken.
Mit dem Motorola Razr 40 wagt sich der Hersteller mit einem Foldable erstmals in die gehobene Mittelklasse. Das Klapphandy sieht verdammt schick aus, ist leicht und zudem schlank. Die Ausstattung bietet eigentlich alles, was man von einem modernen Smartphone erwartet. Schmerzlich ermisst haben wir nur ein richtiges Außen-Display. Im Alltag wird man das Razr 40 also häufig öffnen müssen. Für ein Falt-Smartphone ist dafür die Akkulaufzeit zudem richtig gut. Bei Tag ist die Kamera klasse, schwächelt aber bei Nacht. Mit Preisen jenseits von 800 Euro ist das Razr 40 allerdings alles andere als günstig – für einen Durchbruch als Massenprodukt ist der Pries noch zu hoch, dürfte aber zum Weihnachtsgeschäft hin deutlich fallen.
Samsung hat die neueste Version seiner Falt-Smartphones auf den Markt gebracht. Das Galaxy Z Flip 4 ist dabei mehr eine Perfektionierung als ein Neuanfang. Reicht das?
Samsung hat die neueste Version seiner Falt-Smartphones auf den Markt gebracht. Das Galaxy Z Flip 4 ist dabei mehr eine Perfektionierung als ein Neuanfang. Reicht das?
Die Fortschritte bei Smartphones fallen mit den Jahren weniger revolutionär aus als noch am Anfang. Das ist normal. Daher freuen sich Fans der Hosentaschen-Computer umso mehr, wenn dann doch mal wieder etwas richtig Neues auf den Markt kommt – und das waren vor wenigen Jahren die Falt-Smartphones. Entgegen früheren Klapphandys verspricht die Falt-Display-Technik entweder größere Screens oder kleinere Gehäusemaße im Vergleich zu herkömmlichen Modellen – je nach Auslegung.
Die Z-Flip-Reihe steht nach wie vor für die zweite Gattung: Schon der Vorgänger Samsung Galaxy Z Flip 3 (Testbericht) bot ein Gehäuse, das zusammengeklappt nur rund halb so groß war wie bei einem Samsung Galaxy S22 Plus (Testbericht), aufgeklappt aber ein vergleichbar großes Display bot. Das hat Samsung beim neuen Modell beibehalten und peppt vor allem das technische Innenleben auf. Wirkliche Neuerungen sieht man aber zumindest auf dem Datenblatt nicht, wohl aber Detailverbesserungen. Das Smartphone ist in der UVP allerdings sogar wieder etwas teurer geworden – passt das trotzdem?
Beim Design gibt es nichts zu meckern – zumindest nicht, wenn man den Vorgänger mochte. Denn die Unterschiede muss man mit der Lupe suchen. So scheint der glänzende Alurahmen unseres Testgerätes im Vergleich breiter geworden zu sein, das Gerät fühlt sich dadurch etwas griffiger an. Ansonsten gibt es wie zuvor mattes Glas auf der optisch zweigeteilten Rückseite, die Samsung in den Farben Gold, Blau, Lila und Anthrazit anbietet. Abgesetzt ist sie immer in glänzendem schwarzem Glas, denn hier befindet sich wieder das kleine, im deaktivierten Zustand unsichtbare Zweit-Display samt den beiden leicht hervorstehenden Kameralinsen.
Zusammenklappen lässt sich das neue Modell noch geschmeidiger als der Vorgänger. Einen Gegendruck des weiter verbesserten Scharniers gibt es dabei nicht. Dadurch lässt es sich mit nahezu perfekt gleichförmiger Kraft aufdrücken, außerdem bleibt es so zur Nutzung des Flex-Modes in jeder beliebigen Klappstellung stehen. Geschlossen liegen die beiden Display-Hälften nun noch etwas näher aufeinander, ein Mindestabstand bleibt aber nach wie vor, damit eventuell eingeschlossener Schmutz nicht das teure Panel verkratzt.
An der Verarbeitung lässt sich nichts aussetzen, hier zeigt Samsung mal wieder perfekt seine Marktführerstellung. Nichts anderes erwartet man aber auch von einem Smartphone, das in der UVP knapp 1100 Euro kostet. Nicht ganz so perfekt ist hingegen der Fingerabdrucksensor rechts im Power-Button untergebracht. Das war schon im Vorgänger so und dürfte einen einfachen Grund haben: Für die perfekte Platzierung ist schlicht und ergreifend das Klappgelenk im Weg. So hat Samsung nur die Wahl, den Bedienknopf höher oder niedriger zu platzieren. Uns ist er über dem Gelenk zu hoch angebracht, selbst mit großen Händen kommt man mit dem Daumen als Rechtshänder nicht ohne leichte Verrenkungen heran. Positiv ist stattdessen die IPx8-Zertifizierung des Z Flip 4 zu erwähnen, die dem Modell Schutz vor Wasser selbst beim Untertauchen bietet. Was die IP-Zertifizierung genau bedeutet, haben wir in unserer Top 10 der besten wasserdichten Smartphones genauer erklärt.
Beim Display hat sich wenig getan. Sowohl die technischen Daten also auch die „weichen Fakten“ sind weitestgehend unverändert, nur bei der Software scheint Samsung etwas Hand angelegt zu haben. Nach wie vor setzt der Hersteller auf einen OLED-Screen mit 6,7 Zoll, 2640 x 1080 Pixel und variabler Bildwiederholungsfrequenz von bis zu 120 Hz. Damit sieht der Screen erneut ziemlich klasse aus, Bildschärfe, Farbwiedergabe und Helligkeit sind wieder sehr gut. Die Helligkeit ist sogar leicht gestiegen, zumindest im manuellen Modus. Hier konnten wir jetzt rund 500 cd/m² messen, mit etwa 1050 Candela ist die Helligkeit im automatischen Modus hingegen weitgehend identisch. Das sind keine Spitzenwerte, OLEDs ohne Faltfunktion in Modellen wie dem Samsung Galaxy S22 Ultra (Testbericht) werden noch einmal deutlich heller. Aber das sind trotz allem ziemlich gute Werte, mit denen sich das Galaxy Z Flip 4 nicht verstecken muss.
Schade ist es hingegen, dass Samsung die Sicht- und Erfühlbarkeit der Knickstelle nicht weiter verbessert hat. Hier sind Konkurrenten wie etwa ein Huawei Mate Xs 2 (Testbericht) schon deutlich weiter, denn hier sieht man die Knickfalte weit weniger. Auch das außenliegende Zweit-Display scheint unverändert vom Vorgänger übernommen worden zu sein. Es bietet wieder 1,9 Zoll und 512 x 260 Pixel mit OLED-Technologie. Das reicht, um mal eben schnell die Uhrzeit ablesen zu können oder den Eingang einer neuen Nachricht zu sehen. Außerdem gibt es jetzt etwas mehr Widgets zur Auswahl. Wer anschließend allerdings antworten will, muss dann aber meist doch wieder das Haupt-Display aufklappen, der Mehrwert des Front-Screens ist daher wie beim Z Flip 3 eher eingeschränkt.
Bei der Kamera hat sich was getan im Vergleich zum Vorgänger – auch hier aber im Verborgenen und nicht unbedingt auf dem Datenblatt ersichtlich. Die Hauptkamera scheint mit 12 Megapixel samt optischem Bildstabilisator (OIS) auf den ersten Blick aus dem Vorgänger zu stammen. Stattdessen kommt aber die Linse aus dem Samsung Galaxy Fold 3 (Testbericht) vom letzten Jahr zum Einsatz, die schon dort leicht besser war. Beim Weitwinkel gibt es ebenfalls auf dem Papier keinen Unterschied, erneut setzt Samsung auf 12 Megapixel. Vorne gilt das Gleiche: 10 Megapixel stehen erneut für Selfies zur Verfügung. Und wie schlägt sich das im Alltag?
Tatsächlich kann sich die Kamera im aktuellen Z Flip 4 im Vergleich zum Vorgänger durchsetzen. Die Bildqualität damit ist zwar nicht ganz auf dem Spitzenniveau eines Samsung Galaxy S22 (Testbericht), kann sich aber gerade bei Farbwiedergabe, Dynamik und auch bei Schärfe vom Vorgänger absetzen. Damit gelingen bei gutem Licht richtig schöne Bilder, erst bei schwachem Umgebungslicht zeigt sich, dass die aktuelle Kamerageneration vorn liegt. Klappen Nachtaufnahmen mit der Hauptkamera aber noch recht ordentlich, sollten Nutzer den Weitwinkel bei schlechtem Licht lieber gleich vergessen oder müssen mit dunklen Aufnahmen mit deutlich weniger Schärfe leben – so wie in der Mittelklasse eben. Ähnliches gilt auch für die Frontkamera, die ebenfalls unverändert vom Vorgänger übernommen wurde. Hier sorgt angepasste Software aber für bessere Farbwiedergabe. Bei Videos trumpft die Hauptkamera des Galaxy Z Flip 4 wieder auf und überzeugt mit toller Bildstabilisierung und scharfen Videos in 4K/60, auch hier bleibt aber ein kleiner Unterschied zu den aktuellen Topmodellen aus eigenem Hause. Ein Teleobjektiv gibt es weiterhin nicht.
Neue Smartphone-Generation, neuer Chipsatz: Das neue Samsung Galaxy Z Flip 4 setzt auf den allerneuesten Chips, nämlich den Snapdragon 8 Plus Gen 1. Im Gegensatz zum Vorgänger wird der nicht mehr von Samsung produziert, wo es Probleme bei der Produktion gegeben haben soll, sondern wieder von TSMC. Nur durch diesen Schritt soll ohne weitere Veränderung die Leistung um 10 Prozent gestiegen und der Verbrauch um rund 15 Prozent gesunken sein. Die Mehrleistung dürfte vom gesteigerten Chiptakt kommen, der alle drei Chiparten und die GPU betrifft. So leistet der Prime-Kern (Cortex-X2) nun 3,2 statt zuvor knapp 3 GHz, die drei Cortex-A710-Kerne sind nun auf 2,75 statt 2,5 GHz getaktet und die vier kleinen Cortex-A510-CPUs liegen nun bei 2 GHz statt zuvor 1,8. Eine genaue Angabe zur Adreno-730-GPU macht Entwickler Qualcomm nicht, hier ist nur die Rede von 10 Prozent höherer Taktrate. Entsprechend müsste die nach 818 MHz jetzt bei rund 0,9 GHz liegen. Das klingt so, als passe das zu den versprochenen 10 Prozent mehr Leistung.
Tatsächlich macht sich das bei PCmark Work 3.0 aber gar nicht großartig bemerkbar, hier kommt das Z Flip 4 auf stramme 14.100 Punkte, bei Wild Life Extreme von 3Dmark sind es hingegen 2200 Punkte. Das ist im Falle von PCmark in etwa auf dem Niveau von Smartphones mit Snapdragon 8 Gen 1, bei 3Dmark lässt sich hingegen ein kleiner Leistungsanstieg erkennen.
Letzteres bemerkt man Games oder im Alltag nicht, denn flüssiger als flüssig geht einfach nicht. Hervorzuheben ist hier nur der Umstand, dass es beim Klapp-Smartphone keine anfänglichen Performance-Probleme wie gelegentliches Hakeln gibt. Die S22-Modelle hatten hier anfänglich mehr Probleme. Im Test lief das Galaxy Z Flip 4 einfach immer rasend schnell, dieser Eindruck wird natürlich vom tollen 120-Hz-Display noch unterstützt. Etwas scheint man in Spielen hingegen doch bemerken zu können: Das Klappmodell wird zwar warm, aber nicht unangenehm heiß. Ob das wirklich dem gesenkten Stromverbrauch angelastet werden darf oder einfach nur Täuschung wegen des Wissens um die bessere Effizienz ist, können wir an dieser Stelle nicht restlos beantworten.
Während man Mehrleistung und verminderten Stromhunger durchaus vermuten durfte, überrascht Samsung an anderer Stelle unerwartet negativ. Denn es wirkt so, als habe der Hersteller bei allen positiven Anpassungen schlichtweg etwas vergessen: den USB-Port. Der verwendet natürlich wieder USB-C als Anschlusstyp, verbleibt aber beim für diese Preisklasse zu langsamen USB-2.0-Standard. Der Nachfolger muss hier definitiv endlich schneller werden! Der Rest ist hingegen überraschungsfrei. So bietet das Klapp-Smartphone wieder 8 GByte RAM, 128, 256 oder 512 GByte internen Speicher (nicht erweiterbar) und die bekannten Standards wie Wifi-6, Bluetooth 5.2 und 5G. Weitere technische Spezifikation zeigt unsere Tabelle.
Bei der Software setzt Samsung auf Android 12 und OneUI 4 als Nutzeroberfläche. Im Vergleich zu früheren Samsung-Oberflächen ist diese inzwischen recht übersichtlich, bietet aber doch einige Zusatzfunktionen im Vergleich zu Vanilla-Android. Beim Z Flip 4 ist das wieder der bekannte Flex-Modus, bei dem einige Apps wie der Browser zweigeteilt werden, wenn das Smartphone nur „angeklappt“ wird. Dann kann man etwa ein Video anschauen, während das Smartphone angewinkelt vor einem auf dem Tisch liegt. Eine Funktion, die es in der S22-Reihe gibt, fehlt beim Z Flip 4 allerdings: die Unterstützung für das Desktop-System Dex. Dafür gibt es an andere Stelle wieder gute Nachrichten für Käufer: Samsung hält weiter an seinem Update-Versprechen fest, entsprechend gibt es die nächsten 4 Jahre Versions-Upgrades für Android und die nächsten 5 Jahre Sicherheits-Updates. Das ist der Goldstandard bei Android, den auch Google selbst für seine Pixel-Modelle anbietet.
Ein wichtiger Kritikpunkt am Vorgänger Samsung Galaxy Z Flip 3 (Testbericht) war die Akkulaufzeit, die in vielen Fällen nicht einmal für einen ganzen Tag reichte. Der Nachfolger hat daher 400 mAh mehr Leistung bekommen, insgesamt sind es jetzt 3700 mAh. Im Vergleich zu „normalen“ Smartphones ohne Falt-Display ist das immer noch wenig und so verwundert es nicht, dass der Battery Test von PCmark dem neuen Galaxy Z Flip 4 auch nur eine Laufzeit von knapp 8,5 Stunden bescheinigt, sofern das Display im Automatikmodus 120 Hz wiedergibt. Das ist immerhin eine gute Stunde mehr als beim Vorgänger und zusammen mit den Erkenntnissen aus dem Test können wir dem neuen Klappmodell jetzt immerhin eine Laufzeit von rund einem Tag bescheinigen. Wirklich stark ist das aber nach wie vor nicht.
Das gilt auch für eine weitere Eigenheit, die sich Samsung bei seinen Topmodellen angewöhnt hat: Ein Netzteil fehlt mal wieder, lediglich ein USB-Kabel findet sich in der flachen (aber für ein Netzteil nicht zu flachen!) Verkaufsbox. Wir wiederholen uns hier gern: Das geht bei den aufgerufenen Preisen für das Z Flip 4 (ab 1100 Euro UVP!) gar nicht! Immerhin lädt das Modell auch kabellos.
Das Samsung Galaxy Z Flip 4 gibt es in den vier Farben Gold („Pink Gold“), Blau („Blue“), Lila („Bora Purple“) und Anthrazit („Graphite“). Außerdem haben Interessenten die Wahl zwischen den Speicherversionen 128, 256 und 512 GByte. Die UVP beginnt bei 1100 Euro.
Wer das Smartphone mit Tarif kaufen will, zahlt im Vertrag derzeit ab einmalig 30 Euro für das Handy. Zugehörige Tarife starten bei 1 GByte und 30 Euro im Monat. Unter den günstigsten Angeboten findet man fast ausschließlich Verträge im O2-Netz.
Samsung erfindet das Rad beim Galaxy Z Flip 4 nicht neu, verpasst dem neuen Klapp-Smartphone aber eine gehörige Portion Feinschliff. Alles wirkt noch geschmeidiger, schicker und einfach besser als beim Vorgänger, auch wenn der Unterschied nicht groß ist. Die größte Verbesserung betrifft den Akku, der nun – zumindest für die meisten Nutzer – endlich als 1-Tages-Akku durchgehen dürfte. Der Geschwindigkeitszuwachs ist für uns im Alltag hingegen deutlich weniger wichtig als die verbesserte Energieeffizienz, die wir nicht nur bei der Laufzeit, sondern auch der Temperaturentwicklung ausgemacht zu haben glauben. Ansonsten bleibt das Z Flip 4 derzeit das wohl beste „Einsteigermodell“ in den Kosmos der Falt-Display-Smartphones, denn Patzer erlaubt sich das Gerät – abgesehen von der USB-2.0-Nummer – nicht, sondern bietet überall überzeugende Oberklasseleistung.
Klapphandys mit Faltdisplay sind eine besonders handliche Alternative für alle, die wenig Platz in Hosen- oder Handtasche opfern möchten, ohne auf ein großes Display und moderne Technik zu verzichten. Auch als Flip-Phones bekannt, gelten diese Geräte als moderne Neuauflage der Klapphandys aus den 2000er-Jahren – jetzt mit flexiblen OLED-Panels und starker Smartphone-Hardware.
In dieser noch kleinen Geräteklasse zeigt primär Motorola, wie gut das Konzept inzwischen funktioniert. Das Razr 60 Ultra überzeugt als derzeit bestes Modell mit starker Leistung, elegantem Design und großem Außendisplay. Das etwas günstigere Razr 60 ist der Preis-Leistungs-Tipp und bietet solide Ausstattung zu einem fairen Preis.
Dazwischen liegt das Samsung Galaxy Z Flip 7, technisch ausgereift, mit Long-Term-Updates von bis zu sieben Jahren und der besten Software im Vergleich. Wer weniger ausgeben möchte, findet mit dem Nubia Flip 5G oder dem Blackview Hero 10 günstige Alternativen – technisch einfacher, aber alltagstauglich und ideal für den Einstieg in die Welt der faltbaren Smartphones.
Weitere Handys und Tablets zeigen wir in diesen Bestenlisten:
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