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Top 10: Der beste 3D-Drucker mit Filament im Test – perfekt drucken ab 190 Euro

FLsun T1

Wir haben etliche 3D-Drucker getestet und zeigen frustfreie und anfängertaugliche Modelle. Eine kleine Revolution gibt's aktuell beim Thema Farbdruck.

Wer billig kauft, kauft zweimal, sagt der Volksmund. Und tatsächlich: Der falsche 3D-Drucker nervt. Schlechte Firmware-Versionen, fehlende Slicer-Profile, mangelhafte Lüftung oder rumpelige Mechanik haben uns schon beim Test in den Wahnsinn getrieben. Aber es hat sich viel getan. Selbst, wer schon seit Jahren einen 3D-Drucker hat, sollte über ein Update nachdenken. Die aktuellen Drucker sind schneller, einfacher und anfängertauglicher denn je, liefern Druckergebnisse, bei denen Harz-Drucker neidisch werden und können sogar mehrfarbig drucken.

Bambu Lab verteidigt seinen Anspruch auf die Führungsplätze der Bestenlisten und stellt mit dem H2D weiterhin den Testsieger und mit dem A1 Mini den günstigsten Einstieg für gerade einmal 189 Euro. Elegoo hat mit seinem Centauri Carbon den Preis-Leistungs-Sieger im Programm, allerdings ist der Nachfolger bereits im Testlabor angekommen – der Test folgt in den nächsten Wochen. Ganz neu und weit vorne mit dabei ist der Snapmaker U1, der das farbige 3D-Drucken revolutioniert. Er hat gleich vier Druckköpfe, die er durchwechselt, und spart dadurch das zeit- und materialintensive Spülen beim Farbwechsel. Wenn es vor allem um farbiges Drucken geht, ist das unser klarer Sieger. Zumindest im Moment – von Bambu Lab kommt auch ein neuer Drucker, der auf die Wechseltechnik setzt.

Die besten 3D-Drucker für Anfänger und Profis

Kurz und knapp: Nach unseren Erfahrungen aus den Tests würden wir Anfängern und jedem, der es unkompliziert will, derzeit zu einem Drucker des Herstellers Bambu Lab raten. Egal, ob der Testsieger Basmbu Lab H2D ab 1749 Euro sowie der Einsteiger-Drucker A1 Mini für 189 Euro oder etwas dazwischen: Bambu Lab hat es geschafft, den 3D-Druck durch klugen Einsatz von Sensoren und ausgefeilter Software wirklich massentauglich zu machen. Vor wenigen Jahren haben wir 3D-Druck in diesem Preissegment noch als Hobby bezeichnet – ganz einfach deswegen, weil man viel Arbeit hineinstecken musste, bis man wirklich gute Ergebnisse erzielen konnte. Der A1 Mini druckt (fast) so einfach wie ein Tintenstrahldrucker eine Seite Text auf Papier.

Die anderen Hersteller ziehen nach – und setzen Bambu Lab unter Druck. Der Elegoo Centauri Carbon macht sehr viel richtig. Auch wenn er nicht ganz mit dem Niveau des teuren Bambu-Topmodells mithalten kann – seine Ausstattung und Leistung sind bei einem Preis von 279 Euro echt eine Ansage. Richtig spannend finden wir auch den Snapmaker U1, der zwar hier und da noch etwas Luft nach oben hat, insgesamt aber ein sympathischer, durchdachter und ganz hervorragender 3D-Drucker mit überragenden Farbdruck-Fähigkeiten ist.

In unserer Bestenliste zeigen wir nur Geräte, die wir tatsächlich auch in der Redaktion getestet haben und deren Leistung wir selbst nachprüfen konnten. Hier ist für jeden etwas dabei, es gibt kompakte 3D-Drucker mit kleinem Bauraum und Großformat-Drucker für XL-Ausdrucke. Da die Hersteller ihre Drucker oftmals in verschiedenen Größen oder mit zusätzlicher Ausstattung anbieten, lohnt sich auch der Blick auf die bisher nicht getesteten Modelle aus den jeweiligen Serien.

Immer mehr Drucker in dieser Bestenliste sind in der Lage, mehrfarbig zu drucken. Alle Geräte setzen dabei auf einen Materialwechsler, bei dem in der Regel vier Filamentrollen in einem Kasten auf dem Drucker vorgehalten werden. Das gerade benötigte Filament wird eingezogen, die Düse mit neuem Filament durchgespült und die Reste ausgeworfen. Das dauert und kostet, je nach druckendem Modell, teils extrem viel Filament. Der Bambu Lab H2D hat zwei Druckköpfe, die er durchwechselt, der Snapmaker U1 hat gleich vier. Das spart die Spülvorgänge.

KURZÜBERSICHT

Bambu Lab H2D

Der Bambu H2D ist derzeit der beste 3D-Drucker: exzellente Ausstattung, hervorragende Druckqualität, einfache Bedienung und vorbildliche Video-Erklärungen. Der enorme Funktionsumfang erfordert Einarbeitung. Wer Bauraum, Laser-, Plotter- und Dual-Extruder-Funktionen nicht braucht, ist mit dem günstigeren X1 Carbon besser bedient. Der Preis von mindestens 1749 Euro ist aber hoch.

VORTEILE
  • Perfekte Druckergebnisse ohne Fehler im Test
  • Große Material-Unterstützung
  • Hervorragende Software
NACHTEILE
  • teuer
  • Wer alle Möglichkeiten nutzen möchte, muss sich einarbeiten

Elegoo Centauri Carbon

Der Elegoo Centauri Carbon hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zwar erreicht er nicht die Spitzenleistung des teureren Testsiegers von Bambu Lab, doch er liefert exzellente Druckergebnisse in kurzer Zeit, bietet eine ausgezeichnete Ausstattung und verarbeitet eine Vielzahl von Materialien. Mit seinem Preis liegt er deutlich unter der Konkurrenz. Wir meinen, dass eine Vorbestellung absolut gerechtfertigt ist – der Centauri Carbon wird bald ein erstklassiger 3D-Drucker sein, auf den wir auch gerne ein paar Wochen oder Monate warten würden. Beim Hersteller kostet er nur knapp 279 Euro – was ihn zu unserem Preis-Leistungs-Sieger macht.

VORTEILE
  • sehr gute Ausstattung
  • Druckqualität und -geschwindigkeit auf hohem Niveau
  • hochwertige Verarbeitung
  • günstig
NACHTEILE
  • Keine App-/Cloud-Anbindung (kann man auch als Vorteil sehen)
  • keine KI-Überwachung des Drucks

Bambu Lab A1 Mini

Der A1 Mini muss sich von seinem großen Bruder schlagen lassen – natürlich ist der fünfmal so teure X1 Carbon in allen Belangen noch besser. Doch einen so guten, so durchdachten, so anfängertauglichen Drucker für so wenig Geld? Aus Preis-Leistungssicht gibt es eine klare Erkenntnis: Der A1 Mini ist der derzeit beste, günstige 3D-Drucker für Anfänger – für 199 Euro. Und wer sich die 150 Euro Aufpreis noch leisten kann, sollte gleich das AMS dazu bestellen.

VORTEILE
  • Plug & Play
  • druckt schnell und gut
  • mehrfarbiger Druck möglich
NACHTEILE
  • kleiner Bauraum

Snapmaker U1

Der Snapmaker U1 ist aktuell der beste mehrfarbige 3D-Drucker. Wer vor allem farbig druckt, sollte sich den U1 unbedingt ansehen. Zum Aufpreis können wir nur sagen: Shut up and take my money. Wer viel farbig druckt – und dabei eben mehr machen möchte als eine einfarbige Beschriftung auf einem andersfarbigen Untergrund aufzutragen – kommt am Snapmaker U1 nicht vorbei.

Der Snapmaker U1 kostet aktuell 849 Euro. Wer auch ABS, ASA & Co. drucken möchte, sollte sich überlegen, direkt die optionale Abdeckung mitzubestellen, was den Preis auf ziemlich exakt 1000 Euro treibt.

VORTEILE
  • schneller und effizienter Farbdruck
  • gute Verarbeitung
  • gute Software-Lösung
NACHTEILE
  • Gehäuse-Abdeckung muss extra erworben werden
  • in manchen Situationen unnötig laut
Ratgeber

Was ist ein 3D-Drucker und wie funktioniert er?

Ein 3D-Drucker ist ein computergesteuertes Gerät, das dreidimensionale Objekte durch schichtweises Auftragen oder Aushärten von Material herstellt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Druckern, die Tinte oder Toner auf Papier auftragen, erzeugen 3D-Drucker physische, greifbare Gegenstände aus Kunststoff, etwa Ersatzteile, Deko-Artikel, Spielzeuge, Modellbau-Zubehör oder selbst im CAD-Programm entworfene Modelle.

Vorlagen für 3D-Drucker gibt es zu Tausenden, die meisten kann man gratis herunterladen. Anlaufstellen für 3D-Modelle zum Ausdrucken, die üblicherweise als STL-Datei angeboten werden, sind Datenbanken wie Thingiverse, Printables oder Makerworld.

Worauf muss ich beim Kauf eines 3D-Druckers achten?

Grundlegende Überlegungen zur Auswahl lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Bauvolumen: Wie groß sollen die Modelle sein, die ich drucken möchte?
  • Geschwindigkeit: Drucke ich gelegentlich mal ein Modell, wo es egal ist, ob es ein paar Stunden länger dauert – oder plane ich den Dauereinsatz?
  • Druckqualität: Wie sauber sollen die Druckergebnisse sein? Benötige ich funktionierende Ergebnisse, bei denen es auf Funktionalität ankommt, oder sollen es feine, bewegliche Teile oder Objekte mit hohem Detailanspruch wie Pokale oder Münzen werden?
  • Einfachheit: Bin ich bereit, mich in das Thema einzuarbeiten, zu lesen und Probleme selbst zu erfassen und zu lösen, oder benötige ich einen Drucker, der ab Werk perfekt funktioniert?
  • Material: Welchen Kunststoff möchte ich drucken? Reicht das unkomplizierte PLA, oder müssen es ABS, ASA & Co. sein, die hauptsächlich im Außenbereich und bei hohen Temperaturen ihre Stärken ausspielen können?

Beim Bauraum neigt man dazu, etwas Großes zu wollen. Aufgrund der dadurch nötigen stabileren Ausführung des Druckers, etwa zwei statt einer angetriebenen z-Achse oder hochwertiger Führungen für ein geringeres Spiel, treibt dieser Faktor die Kosten für den Kauf stark nach oben. Wer vor der Kaufentscheidung steht, sollte sich mal ein paar konkrete Modelle, die er drucken möchte, ansehen – und entscheiden, wie groß der Drucker wirklich sein muss. In vielen Fällen reicht auch schon ein kleiner Drucker, und viele große Objekte lassen sich in kleinen Portionen drucken und zusammensetzen.

Anders ist die Sache beim Material. Mit dem weitverbreiteten PLA kommt jeder Drucker zurecht. Dieser Kunststoff ist leicht zu verarbeiten und sorgt für wenig Frust, kommt aber beispielsweise in warmen Umgebungen an seine Grenzen. Ab 60, 70 Grad wird das Material schon wieder weich – das erreicht man im Sommer im Auto. Wer eine KFZ-Halterung für sein Handy drucken möchte, muss zu anderen Kunststoffen wie ABS oder ASA greifen, die höhere Temperaturen aushalten. Sie sind allerdings zickiger bei der Verarbeitung, benötigen höhere Temperaturen von Düse, Druckbett und Druckraum und vertragen keinen Luftzug. Daher ist ein geschlossener Bauraum, also ein Gehäuse um den eigentlichen Drucker, für diese Materialien Voraussetzung.

Zusätzliche Sensoren, die etwa den Abstand zum Druckbett vollautomatisch erfassen, erleichtern das Leben. Anfänger sind schnell überfordert, wenn sie mithilfe einer Papierkarte und drei oder vier Schrauben auf der Unterseite des Druckbetts für den richtigen Abstand sorgen müssen. Im Falle des Bambu X1 Carbon prüft sogar ein Lidar-Sensor, ob die erste Ebene perfekt auf dem Druckbett haftet – das verhindert spätere Probleme beim Druck. Während Full-Auto-Z (automatisches Leveln ohne manuelles Eingreifen) bei den meisten Druckern inzwischen selbstverständlich ist, gibt es die Durchflusskalibrierung, den automatischen Filament-Abstreifer mit Müllauswurf und Düsen-Reinigung oder den Lidar-Sensor bislang nicht bei allen Geräten.

Wie viel kostet ein 3D-Drucker für zu Hause?

Zwar ist der teuerste Drucker in unserem Vergleich mit 1749 Euro auch der beste. Fast so gut ist unser Preis-Leistungs-Sieger für 300 Euro, und unser Anfänger-Tipp bietet für 189 Euro einen der günstigsten Drucker überhaupt – der zwar nur kleine Objekte druckt und nicht mit vielen Kunststoff-Arten zurechtkommt, aber dafür ganz hervorragende Ergebnisse liefert. Das zeigt, wie groß das Spielfeld ist. Bei der Auswahl des richtigen Druckers gibt es folgende Punkte zu berücksichtigen:

Vor allem Bauvolumen und die Unterstützung für mehr Materialien treiben den Preis in die Höhe. An der Größe hängen die Auslegung der Mechanik und die verwendeten Werkstoffe. Wer nur PLA drucken möchte, benötigt nichts Besonderes. Für ABS ist aber zwingend ein geschlossenes Gehäuse des Druckers nötig, was den Preis schon mal in die Höhe treibt, außerdem ein stärkeres Heizbett und ein Hotend, das höhere Arbeitstemperaturen verkraftet.

Welche 3D-Drucktechniken gibt es?

In der Industrie stehen etliche verschiedene Verfahren zur Auswahl, die unterschiedliche Materialien – von Kunststoff über Metall hin zu Keramik oder sogar Lebensmitteln – drucken. Die meisten davon sind für den privaten Einsatz im Hobbykeller zu teuer oder zu aufwendig. Bastler und Maker setzen vorwiegend auf zwei Techniken, bei denen sowohl die eigentlichen Drucker als auch die verwendeten Materialien bezahlbar sind: FDM und SLA.

FDM steht für „Fused Deposition Modeling“, was auf Deutsch als „Schmelzschichtung“ oder „Düsenschmelzverfahren“ bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um eine der am weitesten verbreiteten 3D-Drucktechnologien. Bei diesem Verfahren wird ein dreidimensionales Objekt schichtweise aufgebaut, indem geschmolzenes thermoplastisches Material durch eine Düse extrudiert wird. Der Prozess ähnelt dem einer computergesteuerten Heißklebepistole.

Als Material kommen unterschiedliche Kunststoffe zum Einsatz, die als „Faden“ (Filament) auf einer Spule aufgewickelt sind. Der Drucker zieht das nötige Material ein, trägt es Schicht für Schicht auf und lässt es aushärten. In dieser Bestenliste geht es ausschließlich um solche Drucker.

Farbig drucken

Die Alternative sind SLA-Drucker (Bestenliste), die Schicht für Schicht ein UV-empfindliches Harz belichten. Durch die Belichtung härtet das Material aus. Diese Technik ermöglicht eine höhere Auflösung des Drucks, damit werden die Ergebnisse feiner und genauer. Dafür sind Materialauswahl und Druckergebnisse kleiner und man muss mit nicht unbedingt gesundheitsförderlichen Chemikalien hantieren. Das ist machbar, aber nicht Wohnzimmer-tauglich. An der Aktualisierung unserer Bestenliste für SLA-Drucker arbeiten wir derzeit.

Fazit

Das Angebot der 3D-Drucker ist genauso groß wie deren unterschiedliche Verwendungszwecke. Manche Drucker eignen sich besser für große filigrane Drucke, andere für hohe, massive Drucke. Wer 3D-Drucken will, muss aber nicht automatisch viel investieren. Gute und auch langfristig zuverlässige Geräte gibt es schon für weniger als 200 Euro. Auch ohne Basteln oder Tuning-Maßnahmen sind damit tolle Ergebnisse möglich.

BESTENLISTE
Testsieger

Bambu Lab H2D

Der H2D ist ein 3D-Drucker mit zwei Druckköpfen, Schneidplotter, Laser-Cutter und so vielem mehr. Im ersten Test konzentrieren wir uns auf die hervorragenden 3D-Druck-Fähigkeiten des Testsiegers – und verraten, warum für manche Nutzer ein günstigerer Drucker die bessere Wahl sein könnte.

VORTEILE
  • Perfekte Druckergebnisse ohne Fehler im Test
  • Große Material-Unterstützung
  • Hervorragende Software
NACHTEILE
  • teuer
  • Wer alle Möglichkeiten nutzen möchte, muss sich einarbeiten

Der H2D ist ein 3D-Drucker mit zwei Druckköpfen, Schneidplotter, Laser-Cutter und so vielem mehr. Im ersten Test konzentrieren wir uns auf die hervorragenden 3D-Druck-Fähigkeiten des Testsiegers – und verraten, warum für manche Nutzer ein günstigerer Drucker die bessere Wahl sein könnte.

Ein riesiger Kasten, dieser H2D, mit großem Bauraum und so unfassbar viel Zubehör und Möglichkeiten, dass selbst erfahrenen 3D-Drucker-Testern zunächst mal der Kopf raucht – so präsentierte sich das neue Top-Modell von Bambu Lab in unserem Testlabor. Nach den ersten Ergebnissen sagte der Autor dieser Zeilen zu seinen Kollegen, dass der H2D der beste 3D-Drucker aller Zeiten ist, er blutigen Anfängern aber trotzdem etwas anderes empfehlen würde. Ein Widerspruch in sich? Mag sein, und trotzdem ist viel dran. Aber dazu später mehr.

Aufbau

Los geht's schon bei der Anlieferung: Seit Jahren testen wir 3D-Drucker. Der H2D ist der Erste, der auf einer Palette geliefert wurde. Der riesige Karton warnt vor dem hohen Gewicht; man möge den Drucker doch bitte nicht alleine herauswuchten, sondern sich eine zweite Person zur Hilfe holen. Die Verpackung ist beeindruckend durchdacht. Im unteren Bereich des Kartons befinden sich vier Kunststoff-Klammern, die man mit einem Finger an der richtigen Stelle entriegeln und herausnehmen kann, dann lässt sich die Umverpackung nach oben abheben. Darunter: der eigentliche Drucker, vollgestopft mit weiterem Zubehör, Schaumstoff und Transportsicherungen, sowie weitere Kartons mit noch mehr Zubehör, Werkzeug und Anleitungen.

Die gedruckte Schnellstart-Anleitung ist Bambu-typisch vorbildlich aufgebaut, vollständig und einfach zu verstehen. Folien entfernen, Drucker aufstellen, Tür öffnen. Jede Schraube, die man vor dem Druck entfernen soll, ist im Drucker und in der Anleitung deutlich markiert. Wer sich daran hält, hat das Gerät nach einer guten Stunde einsatzbereit vor sich stehen.

Unser H2D-Testgerät kam als Laser Full Combo, also mit dem Material- und Farbwechselsystem AMS, mit Schneidkopf und den grünen Schutzscheiben gegen Laserstrahlen – aber, mangels Lieferbarkeit, ohne Laser-Module, die in 10 und 40 Watt angeboten werden. Wir erwarten die Lieferung noch im Mai und werden den Testbericht dann ergänzen.

Der Drucker hat einen großen Bauraum von maximal 35 x 32,5 x 32 cm und dementsprechend einen XY-Core-Aufbau. Dabei fährt das Druckbett hoch und runter, der Druckkopf bewegt sich an der X- und Y-Achse. Eine Besonderheit sind die zwei Extruder, die gleichzeitig am Druckkopf montiert sind und abwechselnd zum Einsatz kommen können. Der jeweils aktive Extruder wird mechanisch etwas nach unten bewegt, der andere nach oben. Beide Extruder können unterschiedliche Temperaturen haben und somit nicht nur mit Filamenten unterschiedlicher Farben, sondern auch mit verschiedenen Materialien beladen sein. Das ermöglicht beispielsweise zwei verschiedene Kunststoffe für den eigentlichen Druck und Support-Strukturen, damit die sich leichter ablösen lassen, oder eine Kombination aus hartem Plastik und gummiartigem TPU.

Wie beim X1C gibt es haufenweise Sensoren und Kameras mit KI-Bildauswertung. Diese kümmern sich um das vollautomatische Vermessen des Druckbetts, kalibrieren den Durchfluss des Filaments, erkennen Fehler beim Druck oder Verunreinigungen an der Düse. Auf diese Weise bemerken sie mögliche Probleme rechtzeitig und verhindern Fehldrucke erfolgreich.

Einrichtung

Aufgrund unserer Erfahrungen mit dem „Vorgänger“ respektive kleinen Bruder, unserem bisherigen Testsieger Bambu Lab X1C, der immer noch einer der besten 3D-Drucker der Welt ist und inzwischen in bezahlbarere Preisregionen kommt, stellt uns der Aufbau vor keine großen Hürden. Neu sind die zwei Druckköpfe, für die es auf der Rückseite auch zwei PTFE-Schlaucheinlässe gibt. Wir stellen das AMS auf den H2D und schließen das AMS am oberen Filament-Einschub an. Dann beladen wir das AMS mit außergewöhnlichen Filamenten, darunter das gummiartige TPU und PLA und PETG, jeweils mit Carbonfaser-Verstärkung. Das war dumm. Das TPU verfängt sich erst mal im AMS, die Carbonfaser-verstärkten Filamente bleiben hängen. Nun zeigt auch der Touchscreen des Druckers an: Diese Filamente gehören hier nicht rein, solche außergewöhnlichen Materialien bitte links vom Drucker auf den Standard-Rollenhalter. Gesagt, getan, und wieder falsch: Wir entnehmen das (stark verhedderte) TPU mit einigem Gefummel aus dem AMS, packen es an den Filamentrollenhalter und geben die Filament-Art auf dem Touchscreen ein. Nächster Fehler: TPU druckt der H2D nur mit dem rechten Druckkopf, der hat den oberen PTFE-Anschluss auf der Rückseite des Druckers – da hängt jetzt aber das AMS dran. Also wieder abstecken und umbauen. Und so wird es uns noch ein paar mal ergehen, bis wir die Komplexität des H2D wirklich durchschaut haben und nach etlichen Stunden des Experimentierens und des Lesens schließlich wissen, welche Filamente über welche Wege sich wie und wo drucken lassen – oder auch nicht. Vor dem ersten TPU-Druck wollen sowohl der Drucker als auch die Slicer-Software unbedingt ein Video zeigen, das den Nutzer über die Besonderheiten und nötigen Umbauten für das Gummi-Filament aufklärt. Das ist erst mal nervig, führt beim Befolgen der ganzen Tricks und Kniffe aber Bambu-typisch auch zu perfekten Druckergebnissen. Und genau an dieser Stelle zur Erkenntnis von oben: Wer einfach nur 3D drucken möchte, kommt mit einem günstigeren und einfacheren Drucker schneller und mit viel kürzerer Lernkurve ans Ziel. Dafür dann aber eben ohne TPU, zwei Druckköpfe und so weiter.

Wer etwas zum ersten Mal versucht – hier beispielsweise TPU drucken – bekommt einen interaktiven Assistenten angezeigt, der genau erklärt, was man machen muss.

Nicht falsch verstehen: Der H2D ist kein unnötig komplizierter Drucker. Das erste Druckergebnis, das im internen Speicher abgelegte Benchy-Boot, liegt wie auch bei anderen Druckern nicht einmal eineinhalb Stunden nach dem Öffnen des Kartons vor. Wer die schier unglaublichen Möglichkeiten des Bambu-Flaggschiffs nicht nutzt, druckt hier genauso problemlos wie bei unserem bisherigen Testsieger Bambu Lab X1C. Aber es geht eben einfach noch viel mehr, und dieses „Mehr“ bedarf einer Lernkurve. Die Software auf Drucker und Computer hilft vorbildlich mit Anleitungen, Hinweisen und Videos, und nach ein, zwei Tagen intensiver Beschäftigung mit dem Gerät sind bei uns keine Fragen und Rätsel mehr offen.

Auch Wartungstipps werden gegeben – wie hier die manuelle Düsenreinigung.

Apropos Software: Bambu setzt auf seinen bewährten Bambu Slicer, der stark mit unserem Favoriten unter den Open-Source-Slicern, Orca, verwandt ist. Wer sich vor Cloud-Anbindungen nicht scheut, kann vom Handy aus per App oder per Computer von überall auf der Welt einen Druckauftrag starten und bekommt eine Live-Ansicht von einer Webcam im Inneren des Druckers. Das ist absolut anfängertauglich und vorbildlich, zumal der Drucker auch die gerade geladenen Filamente an die Software zurückmeldet und Mehrfarb- oder Mehrmaterialdruck somit sehr einfach macht.

Filament & Materialien

Die maximale Düsentemperatur beträgt 350 Grad, das Heizbett lässt sich auf 120 Grad aufwärmen und zusätzlich gibt es eine aktive Bauraumheizung, die den Innenraum des komplett geschlossenen Druckers stabil auf bis zu 65 Grad erwärmt. Damit lässt sich quasi alles verarbeiten, was man als Filament auf Spulen kaufen kann: ABS, ASA, PLA, TPU, PETG, PA und so weiter.

Bambu-typisch sind perfekte Profile für die verschiedenen Materialien im Slicer vorhanden. Wer den automatischen Filamentwechsler AMS für vier Rollen verwendet, profitiert vom integrierten RFID-Leser, der den Chip der Original-Bambu-Filamente liest und sofort beim Einlegen einer Rolle Material, Farbe und Restmenge auf der Spule erkennt. Freilich muss man aber kein Bambu-Filament verwenden, es geht auch jede andere Rolle – dann muss der Nutzer Farbe, Material und Temperaturen aber von Hand auswählen, wie bei jedem anderen Drucker auch. Das AMS2 erscheint uns etwas zickiger, was die Materialkompatibilität angeht als das „alte“ AMS, das bei Carbonfaser-Filamenten (CF) zwar auch eine Warnung ausspuckt, in der Praxis aber gut damit zurecht gekommen ist. Beim H2D und dem AMS2 haben wir nach einigen Experimenten nur noch Standard-Filamente eingelegt (PETG, ABS und PLA) und haben anspruchsvollere Filamente wie die rauen CF oder das gummiartige TPU über den externen Spulenhalter direkt zugeführt. Es gibt dafür auch einen Filamenthalter mit RFID-Leser, das AMS HT mit automatischer Materialtrocknung. Es war zum Testzeitpunkt aber wie die Laserköpfe vergriffen. Wir werden diesen Testbericht aktualisieren, sobald wir das Zubehör erhalten haben.

Aufgrund der zwei Druckköpfe klappt der Mehrfarb- und Mehrmaterialdruck mit deutlich weniger Materialverschwendung, weil nicht für jeden Farbwechsel das Filament gespült werden muss. Testweise haben wir ein Foto als Lithophane in Vollfarben ausgedruckt. Bambu bietet dafür ein CMYK-Rollenset aus PLA. Wir haben die vier Grundfarben ins AMS gelegt, ein Foto in den Lithopane-Maker hochgeladen und das Ergebnis in die Slicer-Software gezogen. Standardmäßig versucht der Slicer, Materialverschwendung zu reduzieren – und schlägt somit vor, das weiße Filament aus dem AMS zu entnehmen und auf den Rollenhalter für die zweite Düse zu packen. So erfolgt der Wechsel von und zu weiß jeweils durch den anderen Extruder und nur beim Umschalten der anderen Farben wird gespült. Der Drucker wirft dabei hinten die Poo-Kugeln aus, die zur Hälfte aus der alten Farbe und zur Hälfte aus der neuen Farbe besteht. Wer nur zweifarbig druckt, etwa eine weiße Beschriftung in einem schwarzen Gehäuse, kommt komplett ohne Poo-Produktion und somit ohne Materialverschwendung aus.

Ein Litophane: Eine dünne Scheibe aus weißem Kunststoff, in der sich ein vollfarbiges Foto verbirgt.
Das Foto wird sichtbar, wenn das Lithopane von hinten beleuchtet wird.

Eine Kleinigkeit gibt es allerdings dabei noch zu beachten: Beide Druckköpfe erreichen aufgrund der Konstruktion nicht die vollständige Druckplatte. Ein kleiner Bereich links und rechts ist jeweils nur einem Druckkopf zugeordnet. Wer den vollen Bauraum ausnutzen möchte, muss beide Extruder verwenden.

Druckbild & Geschwindigkeit

Kurz und knapp: Das Druckbild ist der absolute Hammer. Wir hatten keinen einzigen Fehldruck im gesamten Test, obwohl wir auch mit anspruchsvollen Materialien und komplexe Modelle gedruckt haben.

Neben unseren Standard-Tests wie dem Benchy-Boot, der Spiderman-Büste, dem Sliding-Puzzle und diversen Print-in-Place-Modellen, mit denen wir die Präzision und das Druckbild mit anderen Druckern vergleichen, haben wir noch diverse zweifarbige Modelle gedruckt. Darunter sind etwa das Vollfarb-Lithopane, selbst designte TPU-Stöpsel als Ersatzteil und papierdünne Tragflächen für Modellflugzeuge.

Die Kollegen in der Redaktion haben teilweise mit Unglauben auf die Ergebnisse reagiert – das soll aus einem 3D-Drucker kommen? Gerade mit PLA-CF-Filament und einer einigermaßen hohen Druckauflösung sehen die Ergebnisse teilweise aus, als würden sie aus einer Fabrik stammen. Die Präzision und Genauigkeit des H2D sind schier unfassbar.

Wer unbedingt Kritik anbringen will: Die ultradünnen Tragflächen zeigen an wenigen Stellen Spuren von Unterextrusion, die der H2D eigentlich mit seiner Durchflusskalibrierung selbst in den Griff bekommen müsste – da sie aber funktional keine Nachteile mit sich bringen und nur beim Betrachten gegen das Licht überhaupt sichtbar sind, blicken wir darüber hinweg.

Ganz so schnell wie andere Drucker – auch vom gleichen Hersteller – ist der H2D allerdings nicht. Vermutlich liegt das an seiner hohen Präzision. Aber es ist schon bezeichnend: Das im internen Speicher des H2D hinterlegte Benchy-Boot (mit dem Namen Speedrun) hat eine Druckzeit von 22 Minuten. Über den Bambu-Slicer mit Standard-Einstellungen und -Profilen kommen wir nicht unter 47 Minuten. Zum Vergleich: Der Bambu X1C benötigt mit dem gleichen 0,20-mm-Profil 38 Minuten. Natürlich kann man hier noch tunen, Bewegungs- und Druckgeschwindigkeit hochstellen, Infill und Layer reduzieren und so weiter. Aber die Botschaft ist klar: Der Hersteller hat hier Präzision und Druckqualität höher priorisiert als die Geschwindigkeit.

Preis & Alternativen

Einen so teuren Drucker wie den H2D hatten wir noch nie im Test. Mindestens 1749 Euro muss man dafür hinlegen. Passend dazu bezeichnet der Hersteller sein Werk auch nicht als 3D-Drucker, sondern als (Achtung festhalten): All-in-one-Hub für DIY-Herstellung. Der H2D kann mit dem entsprechenden Zubehör schließlich nicht nur drucken, sondern auch gravieren und schneiden per Laser und hat einen Cuttermesser-Kopf, mit dem er die Aufgaben eines Schneidplotters übernimmt. Wer die 1900-Euro-Version bestellt, muss aber auf die Laser-Funktionen verzichten: Nicht nur, dass kein Laser-Kopf im Lieferumfang enthalten ist, er lässt sich auch nicht ohne Weiteres nachrüsten. Dann hat das Gerät nämlich normale Sichtscheiben und eine normale Fronttür. Ein Upgrade inklusive Austausch der Scheiben ist für Juni geplant. Für 2200 Euro gibt's den H2D mit AMS, aber ebenfalls ohne Laser-Option. In der sogenannten Laser-Full-Combo für 2800 Euro ist der Schneidplotter enthalten und die Scheiben sind aus grünem Laser-Schutz-Kunststoffglas gefertigt. Das 10-Watt-Laser-Modul ist dabei. Es ist gedacht für Gravuren und Schnitte in dünnem Holz. Das 40-Watt-Modul schlägt einzeln mit 1000 Euro zu Buche und soll bis zu 15 mm dickes Holz schneiden können. Wer die H2D-Combo gleich mit 40- statt 10-Watt-Laser kauft, zahlt dafür 3500 Euro.

Viel Geld für den Hobbykeller. Wenig Geld für Prototyping im Unternehmen. Wer vorwiegend drucken möchte, kommt mit dem deutlich günstigeren X1C fast genauso weit. Die großen Vorteile spielt der H2D beim Druck von zwei Farben oder Materialien aus, weil es viel schneller und ohne Materialverschwendung geht – und natürlich dann, wenn man ohnehin auch einen Laser-Gravierer, -Schneider und/oder Schneidplotter benötigt.

Für Sparfüchse ist der H2D nichts. Er ist der beste Drucker, den wir kennen, und trägt diese Auszeichnung stolz in Form eines großen Preisschilds auf der Brust. Im Hobbybereich kommt man auch mit 350 Euro schon sehr weit – wir denken da beispielsweise an den Elegoo Centauri Carbon, der im Detail natürlich vieles nicht ganz so perfekt macht wie der H2D, aber dafür eben nur einen Bruchteil kostet.

Fazit

Der Preis spielt keine Rolle? Gratulation, hier ist der beste 3D-Drucker der Welt. Schon wieder von Bambu, wie auch der X1 Carbon im letzten Jahr. Der H2D setzt überall noch eins obendrauf: Mit phänomenaler Ausstattung, einfacher Bedienung, fast perfektem Druckbild und klarer und guter Erklärung aller Funktionen zum richtigen Zeitpunkt per Video. Wer alle Funktionen nutzen will, muss mehr Zeit mitbringen als bei anderen Druckern – weil der H2D einfach so viel mehr kann. Wer den großen Bauraum, die Laser- und Schneidplotter-Funktionen sowie den doppelten Druckkopf nicht braucht und nur gelegentlich mehrfarbig drucken möchte, sollte sich unseren bisherigen Testsieger X1C näher ansehen.

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Preis-Leistungs-Sieger

Elegoo Centauri Carbon

Der Centauri Carbon schlägt sich im Test extrem gut und ist derzeit zum Hammer-Preis von gerade einmal 330 Euro vorbestellbar. Für Anfänger und Hobbyisten gilt: Besser und günstiger geht es nicht.

VORTEILE
  • sehr gute Ausstattung
  • Druckqualität und -geschwindigkeit auf hohem Niveau
  • hochwertige Verarbeitung
  • günstig
NACHTEILE
  • Keine App-/Cloud-Anbindung (kann man auch als Vorteil sehen)
  • keine KI-Überwachung des Drucks

Der Centauri Carbon schlägt sich im Test extrem gut und ist derzeit zum Hammer-Preis von gerade einmal 330 Euro vorbestellbar. Für Anfänger und Hobbyisten gilt: Besser und günstiger geht es nicht.

Moment mal – Centauri Carbon? Bei dem Namen müssen wir direkt an den X1 Carbon von Bambu Labs denken, dem wir vor etwa 1,5 Jahren das Prädikat „Der beste 3D-Drucker der Welt“ verliehen haben. Er trägt diesen Titel noch heute – vollkommen zu Recht. Beim X1 kommt der Name Carbon vom Material: Die Stangen, auf denen die Gleitlager der X-Achsen laufen, sind aus Karbon gefertigt. Beim Elegoo Centauri Carbon hingegen sind die Führungen aus Stahl. Will sich da jemand im Licht eines großen Sterns sonnen?

Kurz und knapp: Egal, aus welchem Material die Stangen gefertigt sind – zum aktuellen Vorbestellerpreis von 330 Euro, die Auslieferung erfolgt im August, ist er ein geniales Angebot. Er ist gut für Einsteiger geeignet, da er Out-of-the-Box ohne langwierigen Aufbau und mit schneller Inbetriebnahme ohne manuelles Zutun seine ersten Ergebnisse produziert. Und wer bereits einen offenen – oder langsameren – 3D-Drucker besitzt, bekommt hier ein günstiges Upgrade.

Der Centauri Carbon verarbeitet mit seinem großen Temperaturbereich, dem geschlossenen Bauraum und seinem Direct Extruder eine riesige Auswahl an Kunststoffen – und er druckt schnell. Der Preis ist zwar ein gutes Stück höher als bei unserem bisherigen Preis-Leistungs-Sieger A1 Mini von Bambu Labs. Der wechselt den Besitzer für 199 Euro, ist weiterhin perfekt für Anfänger geeignet – bietet aber mangels Gehäuse eine kleinere Materialauswahl und hat einen deutlich kleineren Bauraum. Da der Centauri Carbon so viel mehr zu bieten hat, wird er unser neuer Preis-Leistungs-Sieger. Auf Platz 2, gleich hinter dem fast 1000 Euro teureren Bambu Lab X1 Carbon. Und wo wir schon mal dabei sind: Per E-Mail hat uns Elegoo bestätigt, dass sie nicht vorhaben, den Preis anzuheben. Das ist eine Ansage.

Aufbau

Der Elegoo Centauri Carbon kommt in einem kompakten Karton bei uns an. Der Inhalt ist gut geschützt. Nach dem Öffnen entnehmen wir etwas Schaumstoff und sehen den vollständig zusammengebauten Drucker. Andere Hersteller erleichtern das Entnehmen: Beim Qidi Plus4 gibt es im Gerät versenkte Tragegriffe zum Herausheben, bei anderen Druckern haben wir schon Aufkleber auf der Schutzfolie gesehen, die zeigen, wie man den Drucker an der Schutzfolie aus seinem Karton zieht. Beim Centauri Carbon gibt es weder das eine noch das andere, also greift ein Kollege nach dem Entfernen des Schaumstoffs mit den Fingern tief in die Kiste und zieht nach oben, während ein anderer Kollege den Karton nach unten drückt. Alleine ist es eine gewisse Herausforderung, das Gerät aus der Verpackung zu bekommen.

Nach dem Entfernen der Folie und der leider etwas zu gut klebenden Streifen, die die Tür sichern, montieren wir den Filamenthalter und das Touchscreen-Display. Das dauert wenige Minuten; die gedruckte Anleitung (in englischer Sprache) lässt keine Fragen unbeantwortet. Dabei fällt die Materialauswahl positiv auf. Das komplette Gehäuse besteht aus Metall statt aus Plastik, die Scheiben an der Vorder- und auf der Oberseite sind aus echtem Glas statt aus Plexiglas. Das sorgt für einen sehr hochwertigen Eindruck und fühlt sich gut an. Dass die rechte Metallplatte mit dem montierten Filamentrollenhalter dabei etwas überfordert wirkt und bei Einwirkung von Druck etwas wackelt – geschenkt.

Als Nächstes geht es an die Transportsicherungen. Der Druckkopf ist in Pappe eingepackt und mit Kabelbindern gesichert, das Druckbett ist mit Schrauben befestigt. Einige Kabelbinder entfernen, diverses Schutzmaterial raus, dann kann man den Drucker auch schon einschalten.

Einrichtung

Nach dem Hochfahren will sich der Centauri Carbon kalibrieren. Vibrationsausgleich, Input-Shaping, automatisches Bett-Leveln. Manuelles Justieren ist nicht nötig, der Prozess läuft vollautomatisch ab. Wenn dabei das erste Mal alle Lüfter voll anlaufen, werden die Augen groß: so laut? Zum Glück haben wir diese Lautstärke im Betrieb zu keinem Zeitpunkt erreicht – das Gerät scheint einige Reserven zu haben.

Nächster Schritt ist das Einlegen des Filaments. Das ist ein wenig fummelig, da der PTFE-Schlauch am Druckkopf eine enge Kurve zieht. Der Drucker fragt über das Display, ob man sieht, dass Filament austritt. Sieht man nicht, da der Druckkopf im Weg und das Glas sehr dunkel ist. Praktisch: Auf der Rückseite gibt es einen Auswurfschacht für überflüssiges und abgestriffenes Filament, wie wir es auch vom Bambu X1 Carbon her kennen. Dort fällt ein Filament-Knödel raus, wenn das Einziehen des Materials geklappt hat – also können wir die Frage mit Ja beantworten. Ach ja, neben der automatischen Düsenreinigung gibt es auch einen Filament-Abschneider, was das Herausnehmen des Filaments erleichtert. Die Ausstattung des neuen Elegoo-Preistipps ist wirklich gut.

Danach kann der erste Druck starten. Wie immer nehmen wir zunächst die vom Hersteller vorgesliceten und im Speicher des Druckers abgelegten Modelle für den ersten Test – zum Beispiel ein Benchy-Boot, das nach gerade einmal 15 Minuten fertig ist und sich wirklich sehen lassen kann.

Der Vollständigkeit halber installieren wir den Elegoo-Slicer. Es handelt sich dabei um eine Anpassung des bekannten, bewährten und von uns derzeit präferierten Orca Slicers. Cloud-Dienste wie bei Bambu gibt es nicht – mit allen Vor- und Nachteilen. Es gibt keine App, keine Push-Mitteilung bei Problemen, keine Möglichkeit, von Unterwegs ohne VPN und Computer einen Druck zu starten – aber dafür auch keine Fragen in puncto Datenschutz und keine Betriebsgeheimnisse wandern über chinesische Server. Das WLAN des Druckers ist nach Eingabe des Passwortes auf dem kapazitiven Touchscreen flott eingerichtet. Trägt man dann die IP-Adresse des Druckers im Elegoo Slicer ein, kann man – solange sich Computer und Drucker im gleichen Netz befinden – ohne Umweg über USB direkt vom Computer aus den Druck starten und Live-Daten einsehen. Außerdem kann man das Bild der Kamera betrachten, die den Bauraum filmt.

Filament & Materialien

Zu unserem Testgerät haben wir eine 1-kg-Spule PLA+ in Lila-Metallic bekommen. Wir haben unser übliches Test-Sammelsurium damit gedruckt. Dazu gehören verschiedene Benchys für die Messung der Druckgeschwindigkeit (sehr schnell), ein Slider-Puzzle als Print-in-Place mit verschiedenen Abständen zwischen den Teilen, um die Präzision des Druckers zu testen (sehr gut) sowie verschiedene Büsten und Vasen zur Bewertung der Oberfläche (gelungen).

Wer PLA druckt, sollte entweder die Tür vorne öffnen oder die obere Glasscheibe aus dem Gehäuse nehmen, damit es im Bauraum nicht zu warm wird. Darauf weist ein entsprechender Aufkleber auf der Scheibe hin. Testweise haben wir einige PLA-Drucke mit geschlossenem Gehäuse durchgeführt – in den meisten Fällen ohne Probleme, aber bei zickigeren Modellen (dünn, lang und sehr hoch mit geringer Auflagefläche) kamen wir an die Grenzen und haben Spaghetti produziert. Wir teilen also die Empfehlung des Herstellers, PLA nicht mit vollständig geschlossenem Gehäuse zu drucken. So hatten wir keinerlei Probleme oder Fehldrucke.

Interessant: Die Druckplatte des Centauri Carbon hat zwei Seiten. Eine hat eine strukturierte PEI-Oberfläche, was der aktuelle und bewährte Standard ist. Die andere Seite ist speziell für PLA gedacht und hat eine glatte Oberfläche. Obwohl der Hersteller dafür eine Druckbetttemperatur von 30 Grad angibt, sind wir mit den 60 Grad, die eigentlich für die andere Seite gedacht ist, in der Praxis besser gefahren und hatten so keine Haftungsprobleme. Der Drucker fragt beim Start des Druckauftrags, welche Seite oben liegt – beim Umdrehen muss man auf jeden Fall eine neue Abstandsmessung durchführen, die der Drucker aber standardmäßig ohnehin vor jedem Druck erledigt.

Neben verschiedenen PLA-Filamenten haben wir auch Tests mit ASA und ABS sowie TPU durchgeführt. Der integrierte Aktivkohlefilter für die Abluft macht den Aufenthalt in der Nähe etwas angenehmer (respektive etwas weniger unangenehm). Wir empfehlen aber trotz Kohlefilter keine solchen Materialien zu drucken, wenn man sich im gleichen Raum aufhält – das Zeug riecht nicht gut, führt zu Kopfschmerzen und ist gesundheitsschädlich. Also: Wer etwas anderes als PLA verarbeitet, sollte einen gut belüfteten Raum zur Verfügung haben – oder einen Raum, in dem man sich beim Druck nicht aufhält und zumindest danach gut lüften kann.

Druckbild & Geschwindigkeit

Die vorliegenden Druckergebnisse können sich allesamt sehen lassen. Die einzigen Probleme hatten wir beim Missachten der Anweisungen des Herstellers – eben beim Druck von PLA mit geschlossenem Gehäuse. Oberflächen sind gelungen, Abstände sind präzise, das Gesamtbild kann sich sehen lassen – und das bei vergleichsweise hohem Tempo. Die gute Ausstattung des Druckers tut ihr übriges, um Fehler möglichst auszuschließen und für ein schönes Bild zu sorgen.

Dazu gehören die automatische Düsen-Reinigung samt Filamentabschneider, die vollautomatische Druckbett-Vermessung ohne manuelles Z-Leveln, der halbautomatische Riemenspanner oder die Schwingungskompensation. Es gibt auch eine Kamera im Innenraum, die (aus dem lokalen Netzwerk) einen Blick auf den aktuellen Stand des Drucks sowie Zeitrafferaufnahmen ermöglicht. Im Gegensatz zum deutlich teureren X1 Carbon von Bambu Labs hat der Elegoo aber keine KI-Auswertung der Kamera-Bilder, die Spaghettibildung oder umgefallene Objekte erkennt; auch Lidar für die Vermessung der ersten Druckschicht sowie für die Durchflusskalibrierung fehlt – aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Fehldrucke hatten wir auch bei den etwas zickigeren Materialien nicht, aber natürlich gelingt auch dem Elegoo Centauri Carbon kein Wunder in Bezug auf Warping – also dem Verformen und Verbiegen von stabilen Kunststoffen beim Druck. In der Praxis helfen verschiedene Maßnahmen dagegen, wir haben beispielsweise mit einem Brim unterhalb des zu druckenden Objekts sämtliche Warping-Probleme in den Griff bekommen. Daran sieht man aber: Auch wenn der Elegoo noch so gut und anfängertauglich ist, ist die Lernkurve beim Thema 3D-Druck noch immer vorhanden und man sollte bereit sein, sich in die Thematik einzuarbeiten. Insgesamt sind wir mit den Druckergebnissen mehr als zufrieden.

Preis & Alternativen

Wie schon zu Beginn gesagt: Der Preis ist eine Ansage. Komplett geschlossener Bauraum, hochwertige Materialien, Bauraum-Größe von 25,6 mal 25,6 mal 25,6 cm, hervorragende Ausstattung, Temperaturbereich bis 110 Grad (Druckbett) respektive 320 Grad (Hot End), Druckgeschwindigkeit bis 500 mm/s – da können ohnehin nicht viele andere Drucker mithalten. Na klar, der über 1000 Euro teure Bambu Lab X1 Carbon ist in (fast) allen Details noch ein Stück besser. Im direkten Vergleich sehen wir etwa den auch sehr gut bewerteten Qidi Q1 Pro, der allerdings ungefähr 100 Euro teurer ist.

Wer tiefer einsteigen möchte, sollte sich nach wie vor den A1 Mini von Bambu (Testbericht) ansehen. Er kostet mit 189 Euro deutlich weniger, hat einen kleineren Bauraum und kein geschlossenes Gehäuse – aber wer vor allem kleine Gegenstände aus PLA drucken möchte und einen wunderbar anfängertauglichen Drucker sucht, ist dort genau richtig.

Zum Zeitpunkt des Tests ist der Elegoo Centauri Carbon beim herstellereigenen Shop am günstigsten. Er kostet dort 279 Euro, zur Auswahl stehen auch weitere Sets mit mehr Filament, weiteren Druckplatten oder anderem Zubehör. Die Auslieferung soll im August aus einem europäischen Lager heraus erfolgen. Wer lieber einen Shop mit deutschem Impressum und entsprechenden Verbraucherrechten vorzieht, kann das Gerät auch für einen kleinen Aufpreis hierzulande vorbestellen.

Fazit

Der Elegoo Centauri Carbon hat uns überzeugt. Er kommt zwar nicht an den deutlich teureren Testsieger von Bambu Lab heran, aber er druckt erstklassig und schnell, ist sehr gut ausgestattet, kommt mit vielen Materialien klar und liegt mit seinem Preis ein gutes Stück unter der gesammelten Konkurrenz. Aus unserer Sicht kann man hier bedenkenlos vorbestellen und bekommt dafür demnächst einen ganz hervorragenden 3D-Drucker, auf den wir auch gerne ein paar Wochen oder wenige Monate warten würden.

Günstiger Einstieg

Bambu Lab A1 Mini

Perfekt für Anfänger, super einfach, günstig und mit akzeptablem Aufpreis sogar mehrfarbig: Der Bambu Lab A1 Mini hat uns im Test vollkommen überzeugt. Nie gab es einen so guten 3D-Drucker für so wenig Geld – sofern begrenzter Bauraum ausreicht.

VORTEILE
  • Plug & Play
  • druckt schnell und gut
  • mehrfarbiger Druck möglich
NACHTEILE
  • kleiner Bauraum

Perfekt für Anfänger, super einfach, günstig und mit akzeptablem Aufpreis sogar mehrfarbig: Der Bambu Lab A1 Mini hat uns im Test vollkommen überzeugt. Nie gab es einen so guten 3D-Drucker für so wenig Geld – sofern begrenzter Bauraum ausreicht.

Update 6. Juni 2024: Bambu hat den Preis noch mal gesenkt: Ohne Materialwechsler kostet er nun 199 statt 319 Euro, mit AMS 349 statt 489 Euro. Damit wird der A1 Mini noch spannender.

Der Bambu Lab X1 Carbon hat uns im Test wahrlich umgehauen. Der beste 3D-Drucker der Welt: Endlich ist 3D-Druck so einfach wie Word drucken. Haufenweise kluge Ideen, smarte Sensoren und geniale Software-Kniffe machen diesen Drucker so viel besser als alle anderen, die wir jemals in den Finger hatten. Der größte Haken am X1 Carbon ist der Preis. Im Set mit dem Vierfach-Filament-Wechsler AMS, mit dem unter anderem mehrfarbiges Drucken möglich ist, kostet das Gerät derzeit reduzierte 1349 Euro, ohne AMS für 1099 Euro statt 1349 Euro. Nicht teuer für solch ein gutes Werkzeug, aber ein stolzer Preis für den Hobbykeller.

Mit dem A1 Mini hat Bambu Lab inzwischen den kleinen Bruder des X1 Carbon im Angebot. Statt eines geschlossenen Bauraums ist der Drucker offen, statt 25 × 25 × 25 Zentimeter Bauraum geht es beim A1 auf maximal 18 × 18 × 18 Zentimeter. Statt teurer Sensoren wie dem Lidar zum Vermessen der ersten Druckschicht und zur Durchfluss-Kalibrierung setzt der Hersteller beim A1 auf kluge Tricks. Damit ist der Mini-Drucker in der Praxis fast so gut wie sein großer Bruder, kostet aber nur einen Bruchteil: 199 Euro. Mit der Light-Version des vierfachen Filament-Wechslers kostet er 349 Euro. Warum wir schon wieder so begeistert sind, zeigt der Test.

Aufbau

Der A1 Mini kommt größtenteils vormontiert. Transportsicherungen herausschrauben und herausziehen muss man selbst, dabei hilft – wie gewohnt – eine hervorragende gedruckte Anleitung. Wer den Vierfach-Filament-Wechsler dazubestellt, muss hier mit vier Schrauben den Standfuß am eigentlichen Gerät befestigen, ein paar Schläuche einstecken und ein Kabel verbinden. Das alles dauert keine halbe Stunde, bis man den A1 Mini zum ersten Mal mit dem Strom verbindet und einschaltet.

Etwas außergewöhnlich ist die gesamte Konstruktion. Es gibt auf der rechten Seite des Druckers einen „Masten“, in dem die z-Achse als klassische Spindel verbaut ist, statt zwei Türmen links und rechts. Vor allem auch in Anbetracht der schnellen Bewegungen des Hot-Ends kommen auf den ersten Blick Zweifel auf: Hält das? Ist die bewegte Masse nicht zu groß? Schwingt das nicht auf, wenn der Druckkopf ganz nach außen fährt? Kurz und knapp: Die Sorgen scheinen unbegründet zu sein.

An dem Mast ist die x-Achse montiert, an der der Druckkopf von links nach rechts fährt. Die Bewegung der y-Achse wird durch Vor- und Zurückschieben des Druckbetts erreicht. Diesen Aufbau nennt man kartesisch oder „Bettschubser“, während die teureren Drucker inklusive des großen Bruders auf den XY-Core-Aufbau setzen. In unseren Tests zeigen XY-Core-Drucker mit einem großen Bauraum deutliche Vorteile, die bei kleinem Bauraum aber nicht so groß ausfallen – dafür ist die Konstruktion einfacher und günstiger. Die typischen Probleme mit Vibrationen hat Bambu Lab per Kalibration und Software gut im Griff – und gibt stolz an, mit dem kartesischen Aufbau die Geschwindigkeit eines XY-Core-Druckers zu erreichen.

Das Druckbett ist eine PEI-Platte, die magnetisch hält. Klebstoff oder andere Haft- und Trennmittel braucht man hier nicht. In unseren Tests hielten die gedruckten Objekte bei warmer Platte perfekt und fielen nach der Abkühlung von selbst ab – perfekt.

Einrichtung

Das kleine Touchscreen-Display führt den Nutzer durch die letzten Schritte der Vorbereitung – Kalibrierung, WLAN-Verbindung et cetera. Der kapazitive Touchscreen ist schon sehr fummelig klein, gerade bei der Eingabe des WLAN-Passworts, doch insgesamt kommen wir sehr gut damit klar. Sobald das Gerät mit dem Internet verbunden ist, lässt sich die Verbindung mit der Bambu-Handy-App auf dem Smartphone herstellen sowie mit der Slicer-Software Bambu Studio auf dem PC oder Mac.

Auf dem Speicher des Druckers sind ein paar Modelle abgelegt, mit denen man direkt loslegen kann. Ansonsten kann man Fidget Spinner, Tassenhalter, Figuren, Vasen, Lampen oder Auto-Ersatzteile direkt über die App auf dem Handy auswählen und los drucken. Wer mehr Einfluss auf die Einstellungen nehmen möchte, sollte den Bambu Slicer auf seinem Computer installieren. Dort gibt es haufenweise vorkonfigurierte Profile für besonders schnellen oder besonders genauen Druck und alles dazwischen, sowie die Möglichkeit, auf alle Optionen wie Support, Layer-Höhe, Geschwindigkeiten oder Temperaturen Einfluss zu nehmen.

Wer sich das Leben einfach machen möchte, bestellt das AMS Lite und einen Stapel Filament von Bambu Lab dazu. Das hauseigene Filament kommt mit einem NFC-Chip, der Farbe und optimale Druckeinstellungen gespeichert hat. Steckt man bis zu vier Rollen auf das AMS, muss man nur den Filament-Faden einführen. Das AMS zieht das Filament ein, erkennt Farbe, Material und die richtigen Einstellungen für den Druck – man muss in der Handy-App oder auf dem Computer nur noch auswählen, mit welchem der eingelegten Filamente der aktuelle Auftrag ausgeführt werden sollte.

Genial: Auch der A1 Mini hat eine Kamera samt LED-Beleuchtung eingebaut. Damit zeichnet er optional Zeitraffer-Videos auf und ermöglicht den Live-Blick auf den Druckprozess vom Handy aus, egal, wo man ist. Allerdings bleiben die KI-Funktionen der Kamera zumindest derzeit den großen Brüdern vorbehalten – etwa die Spaghetti-Erkennung.

Material & mehrfarbig drucken

Neben der Größte des Bauraums sorgt die fehlende Einhausung im Vergleich zum großen Bruder X1 Carbon für weitere Einschränkungen: Ohne geschlossenen Bauraum ist das Drucken von Materialien, die höhere Temperaturen benötigen oder auf Luftzug und Temperaturschwankungen zickig reagieren, schwer bis unmöglich.

So gibt der Hersteller den A1 Mini für PLA, PETG, TPU und PVA frei. PLA ist das „Standard-Filament“ beim 3D-Druck. Es besteht überwiegend aus Maisstärke, ist günstig, in vielen Farben zu haben und extrem einfach zu drucken. Sein größtes Manko ist der niedrige Schmelzpunkt – ab etwa 60, 70 Grad wird es wieder weich. Eine Handy-Halterung fürs Auto lässt sich damit nicht realisieren, ein Luftballon-Boot für die Badewanne oder eine Wandhalterung für den Alexa-Lautsprecher daheim hingegen schon. PETG kennt man aus dem Alltag – Plastikflaschen zum Beispiel. Sein großer Vorteil ist die Transparenz, die bei vielen Konstruktionen wichtig ist. Außerdem ist es etwas temperaturbeständiger als PLA. TPU ist ein gummiartiges Material, PVA ist wasserlöslich und eignet sich für Stützstrukturen beim Druck. Stabilere Materialien wie ASA oder ABS, aber auch kohlefaserverstärktes PLA (CF-PLA), kann der A1 Mini nicht verarbeiten.

Beim Druck mit mehreren Farben fällt bei jedem Filamentwechsel etwas Überschuss an, den der Drucker auswirft. Im Extremfall – kleines Modell und viele Filamentwechsel – kommt da viel zusammen. Hier trifft ein 12 Gramm schweres Benchy auf eine Welle aus 120 Gramm „Bambu-Poop“.

Wer die 170 Euro Aufpreis für das AMS Lite auf den Tisch legt, kann Materialien mischen – und unter anderem Stützstrukturen aus wasserlöslichem Filament produzieren oder Scharniere aus dem gummiartigen TPU direkt in eine Kiste aus hartem PLA eindrucken. In den meisten Fällen wird das AMS aber wohl für den Druck mit mehreren Farben genutzt. Technisch ist das AMS simpel aufgebaut. Jede der vier Spulen hat einen eigenen Antrieb für das Filament. Von jeder Rolle geht ein Bowden-Schlauch zum Druckkopf, der oben einen Vier-auf-Eins-Adapter trägt. Das AMS schiebt immer jeweils nur eine Farbe in den Druckkopf. Sollte sie gewechselt werden, zieht das AMS das jeweilige Filament so weit in den Schlauch zurück, dass es oberhalb des Vierfach-Adapters im Schlauch steht, und schiebt eine andere Farbe in den Extruder. Das funktioniert sehr zuverlässig und ist mit die beste Methode, die es derzeit im Markt gibt.

Perfekt ist sie aber nicht, denn: Bei jedem Filament-Wechsel entsteht Überschuss. Der Drucker muss die Reste des alten Filaments mit der neuen Farbe aus dem Extruder schieben – und wirft den Überschuss bei jedem Wechsel seitlich aus. Wer nur ein paar Buchstaben in einer anderen Farbe platzieren möchte, kommt damit gut zurecht. Wer hingegen einen großen Druck mit diversen Farben startet, muss damit rechnen, erheblich mehr Auswurf zu erhalten, als im eigentlichen Objekt verdruckt wird.

Zum Vergleich: Unser 12 Gramm schweres Benchy-Schiffchen hat mehr als 120 Gramm „Poop“ produziert. Zugegebenermaßen ist es auch ein besonders fieses Beispiel, weil fast auf jeder Ebene beide Farben nötig sind – entsprechend oft muss der Drucker das Filament wechseln. Auf der anderen Seite: Zu diesem Preis ist nirgendwo sonst im Markt ein Filament-Wechsler oder Mehrfarbdruck zu haben. Vor allem nicht in dieser Geschwindigkeit und Qualität.

Druckbild und Geschwindigkeit

Wer das letzte Mal einen Ender beim Druck gesehen hat – oder einen anderen der „Standard-Drucker“, die seit einigen Jahren in diversen Hobbykellern ihr Werk verrichten – wird beim Blick auf den Bambu beim Druck seinen Augen nicht trauen. Der kleine A1 Mini ist fast so schnell wie der große X1 Carbon. Muss es sehr genau sein, benötigt er auch länger – ein flottes Benchy-Boot ist in unter 20 Minuten gedruckt, ein schönes in gut 40 Minuten.

Unsere Spiderman-Statue hat exakt 5,5 Stunden gedruckt. Das Ergebnis ist mehr als beeindruckend. Wir haben diverse Print-in-Place-Objekte gedruckt, etwa eine Zange mit Zahnrädern, Fidget-Spinner oder Handy-Halterungen zum Klappen. Selbst mit Skalierung auf 80 Prozent haben Zahnräder, Gelenke & Co. perfekt ineinander gegriffen und perfekt funktioniert – genauer Drucken geht fast nicht.

Einen Fehldruck hatten wir – bei einem Objekt mit extrem kleiner Auflagefläche. Das Hinzufügen eines Druckrands im Slicer hat das Problem behoben. Ganz ohne Einarbeitung geht es also auch hier nicht, aber um die meisten Punkte kümmert sich hier schon der Drucker.

Die Kalibrierung ermittelt Resonanzfrequenzen und optimale Bewegungsgeschwindigkeiten. Das macht den Drucker unglaublich leise und genau. Der Lüfter dreht nur bei Überhängen kräftig auf, ansonsten flüstert der A1 Mini beim Druck im Vergleich zu anderen Geräten nur so vor sich hin. Den teuren Lidar-Sensor für die Filament-Fluss-Kalibrierung und das Scannen der ersten Druckschicht hat sich der Hersteller beim günstigen Modell natürlich gespart. Dennoch gibt es eine Kalibrierung des Filament-Flusses über die Messung des Stromverbrauchs des Extruder-Motors und eines Wirbelstromsensors in der Druckdüse.

Preis und Alternativen

Es gibt etliche 3D-Drucker für um die 320 Euro, doch der Bambu ist sozusagen das iPhone unter den Druckern. Die meisten Alternativen sind im direkten Vergleich Bastelkisten, die zwar auch hervorragend drucken können, aber eine steile Lernkurve erwarten – während der A1 Mini als fast Plug-and-Play-Drucker auch Anfängern schnelle Erfolgserlebnisse verspricht.

Ähnlich einfach geht es auch mit dem Anker M5C (Testbericht). Der 3D-Drucker druckt etwas größer und ist teurer – er ist allerdings fast ausschließlich auf die Klicki-Klicki-Steuerung mit der App ausgerichtet und die Hürden, im späteren Verlauf auf eine professionelle Slicing-Software auf dem Computer umzusteigen, sind höher. Wer es noch besser möchte, greift zum großen Bruder – idealerweise zum X1 Carbon, der alles kann, was der A1 Mini kann – und noch so viel mehr. Dafür kostet er aber auch über 1000 Euro – und fast 1500 Euro, wenn man mehrfarbig drucken möchte.

Fazit

Der A1 Mini muss sich von seinem großen Bruder schlagen lassen – natürlich ist der fünfmal so teure X1 Carbon in allen Belangen noch besser. Doch einen so guten, so durchdachten, so anfängertauglichen Drucker für so wenig Geld? Aus Preis-Leistungssicht gibt es eine klare Erkenntnis: Der A1 Mini ist der derzeit beste, günstige 3D-Drucker für Anfänger – für 199 Euro. Und wer sich die 150 Euro Aufpreis noch leisten kann, sollte gleich das AMS dazu bestellen.

Weitere Alternativen zeigen wir in der Top 10: Die günstigsten 3D-Drucker von 85 bis 250 Euro.

Bester Farbdrucker

Snapmaker U1

Der Snapmaker U1 hat vier Druckköpfe, die er flink wechseln kann. So gelingen farbige Drucke ohne Spülvorgang – das geht viel schneller und ist günstiger als bei Materialwechselsystemen.

VORTEILE
  • schneller und effizienter Farbdruck
  • gute Verarbeitung
  • gute Software-Lösung
NACHTEILE
  • Gehäuse-Abdeckung muss extra erworben werden
  • in manchen Situationen unnötig laut

Der Snapmaker U1 hat vier Druckköpfe, die er flink wechseln kann. So gelingen farbige Drucke ohne Spülvorgang – das geht viel schneller und ist günstiger als bei Materialwechselsystemen.

Snapmaker ist vor allem in der Maker-Szene ein Begriff: Das Unternehmen konnte in der Vergangenheit mit 3-in-1-Geräten punkten, die beispielsweise CNC-Fräse, Laser & 3D-Drucker miteinander kombinieren. Der neueste Coup ist ein reiner 3D-Drucker, aber ein besonderer: Der Snapmaker U1 hat gleich vier Druckköpfe und ein System, das an einen Werkzeug-Wechsler aus dem CNC-Bereich erinnert. Die Kickstarter-Kampagne war erfolgreich, wer mitgemacht hat, hat seinen Drucker inzwischen bekommen – und nun steht die Markteinführung des Geräts bevor. Wir haben vom Hersteller ein Testgerät zur Verfügung gestellt bekommen und konnten den U1 zwei Wochen ausführlich testen.

Aufbau & Einrichtung

Der Snapmaker U1 kommt gut verpackt in einem stabilen Karton in die Redaktion. Im Inneren befindet sich der zum größten Teil vormontierte 3D-Drucker. Im Vergleich zum Aufbau eines aktuellen Bambu-Lab-Druckers muss man hier etwas mehr Arbeit reinstecken, bis das erste Druckmodell im Bauraum liegt: Wir haben ungefähr drei Stunden zwischen dem Öffnen des Kartons und dem Start des ersten Drucks gebraucht. Die Endmontage besteht vor allem aus dem Zusammensetzen und Verschrauben der Filament-Führungen, dem Einsetzen der Druckköpfe und dem Entfernen der Transportsicherungen. Die Schritte sind gut dokumentiert und auch von Anfängern hinzubekommen. Mehr dazu zeigt die folgende Fotostrecke.

Der U1 hat einen XY-Core-Aufbau, bei dem sich der Druckkopf auf der X- und auf der Y-Achse auf einer festen Höhe bewegt, das Druckbett stellt die Z-Achse dar und fährt im Laufe des Drucks Schicht für Schicht nach unten. Der Druckbereich beträgt 27 Zentimeter in alle Richtungen, ist also minimal größer als bei den meisten anderen Druckern (Bambu Lab A1, P1S, P2S, X1C: 25,6 Zentimeter).

Die Filamentspulen sitzen außen am Gehäuse, jeweils zwei auf einer Seite. Das Filament wird durch einen Antrieb von der Spule über den PTFE-Schlauch bogenförmig ins Gehäuse des Druckers geführt – deswegen stehen vier Schläuche oben über dem U1 ab. Dieser Aufbau ist funktional, hat aber ein paar Nachteile. Zum Einen wird die Filament-Spule auf eine Spindel gesteckt, statt auf Rollen zu laufen wie bei den Materialwechsel-Systemen von Anycubic, Bambu & Co. – als das mitgelieferte Filament aufgebraucht war, haben wir den ersten Haken dieses Aufbaus entdeckt: Die Spulen des bei uns in der Redaktion beliebten, günstigen Jayo-Filaments haben einen anderen Innendurchmesser und lassen sich nicht aufstecken. Die Lösung war das Drucken eines Adapters – muss man wissen, und gegebenenfalls braucht es eben ein paar Adapter für die unterschiedlichen Filament-Hersteller.

Außerdem stört es uns, dass das Filament wie beim günstigen Bambu A1 Mini mit seinem AMS Lite nicht abgedeckt ist, statt in einer geschlossenen Box vor Staub und Luftfeuchtigkeit geschützt zu sein. Zu guter Letzt ist das Gehäuse des U1 oben offen – da nützen auch die hochwertige Echtglastür an der Vorderseite und das Kunststoff-Fenster auf der Rückseite nichts. Staub rieselt von oben aufs Druckbett, das man vor jedem Druck einmal abwischen sollte, und ohne Abdeckung bleibt das Drucken von aufwendigeren Filamenten verwehrt.

Gegen Aufpreis lassen sich diese Haken geradebiegen. Für 160 Euro gibt es eine Abdeckung für den U1, die oben auf das Gerät gesetzt wird und einen geschlossenen Bauraum nachrüstet; für 130 Euro gibt es vier geschlossene Filament-Boxen. Zum Testzeitpunkt war die Abdeckung leider noch nicht lieferbar, weswegen wir unsere Tests auf leichter zu druckende Filamente wie PLA, TPU und PETG beschränkt haben. Irgendwie wäre es uns lieber gewesen, wenn der U1 gleich mit der Abdeckung ausgeliefert worden wäre – 860 Euro für einen 3D-Drucker, der in dieser Ausführung vor allem PLA druckt, wirkt im Vergleich zu den 360 Euro für einen Bambu A1 mit Vierfach-Materialwechsler unverhältnismäßig. Dass das aber zu einfach gedacht ist, zeigt der Test – denn der Snapmaker hat anderen Stärken.

Filament & Materialien

Mangels Gehäuse-Deckel haben wir uns im Test bislang auf das Drucken von PLA , TPU und PETG beschränkt. Mit der optionalen Abdeckung kann der Snapmaker U1 aber erheblich mehr: Sein Druckbett erreicht 100 Grad, die Düsen sogar 300 Grad. Damit sind auch ABS oder ASA, PET und PA möglich.

PLA (links) hat der U1 herstellerunabhängig gut gedruckt. TPU (mitte) ist, wie auch bei anderen Druckern, beim Handling etwas zickig, das Druckergebnis kann sich aber sehen lassen. Unser PETG-Filament neigte etwas zu Stringing und braucht ein wenig manuelle Nachbearbeitung, bis das Ergebnis gut aussieht.

Bambu Lab hat mit seinem AMS den mehrfarbigen 3D-Druck salonfähig gemacht – und günstig in der Anschaffung. Dabei befinden sich im Materialwechsler vier Spulen, die je nach Bedarf die gleiche Düse füttern. Beim Farb- oder Materialwechsel wird das alte Filament abgeschnitten, das neue zugeführt und vorgeschoben. Die Mischfarbe dazwischen wird als sogenanntes Poop aus dem Drucker ausgeworfen.

Snapmaker zündet mit dem Materialwechselsystem des U1 nun die nächste Stufe. Im hinteren Bereich des Druckers sitzen vier Druckköpfe, jeweils bestehend aus Hot-End, Extruder und Nozzle. Je nach gewünschter Farbe bzw. nach gewünschtem Material fährt der bewegliche Teil des Druckkopfes nach hinten und holt sich über einen raffinierten Mechanismus die jeweils gerade nötige „andere Hälfte“, in der verschiedene Farben oder Materialien direkt auf ihren Einsatz warten. Dadurch entfällt der bei bisherigen Materialwechslern nötige Spülvorgang der Düse – und damit viel Zeit und vor allem Materialverschwendung.

Wer nur wenige Farbwechsel durchführt, wird den Unterschied kaum bemerken. Wer etwa eine Frontplatte aus schwarzem Kunststoff druckt, in der eine Beschriftung aus weißem Kunststoff vorgesehen ist, kommt mit wenigen Materialwechseln in den obersten zwei, drei Schichten aus. Wer hingegen ein mehrfarbiges Benchy druckt, erlebt einen Unterschied wie Tag und Nacht. Wir haben das Boot mit gleichen Farbeinstellungen auf einem Bambu P1S gedruckt. Der Drucker hat für das gut 11 Gramm schwere Boot über 20 Stunden Druckzeit benötigt und insgesamt über 300 Gramm Filament verbraucht – davon gut 30 Gramm für den Prime Tower und über 260 Gramm für die Spülvorgänge. Diese 260 Gramm werden als Poop ausgeworfen. Der Snapmaker U1 hat für das gleiche Modell keine 3,5 Stunden gebraucht und insgesamt knapp 34 Gramm Filament – also fast 90 Prozent weniger Material und über 90 Prozent weniger Druckzeit. Freilich ist das Benchy mit seinen vielen schiefen Ebenen hier ein besonders fieses Beispiel, weil es über 500 Farbwechsel benötigt, aber genau hier spielt der U1 seine Stärken perfekt aus.

Der Bambu Lab P1S hat für das vierfarbige Benchy (links) über 300 Gramm Filament verbraucht, das meiste davon endet als Spül-Abfall im Müll. Der Snapmaker produziert im Vergleich dazu kaum Müll beim mehrfarbigen Drucken.

Eine Sache lieben wir in der Praxis an Multi-Material-Systemen wie Bambus AMS besonders: Die Filamentrollen lassen sich jederzeit – ohne die Nozzle aufheizen zu müssen – entnehmen und austauschen. Diesen Komfort nimmt man schnell für selbstverständlich. Beim U1 funktioniert das so nicht. Damit der Farbwechsel so schnell passieren kann, sitzt das Filament wie beim „klassischen“ Drucker ohne Materialwechsler in der Nozzle fest. Wer das Filament tauschen möchte, muss über das Touchscreen-Display des Druckers die zu wechselnden Filamente auswählen. Immerhin: Der Drucker macht dann seinen Job, wenn man ein paar Minuten später wieder auftaucht, kann man die Filamente entnehmen. Außer TPU – das gummiartige Material lässt sich nicht automatisch entfernen, man muss es von Hand aus dem Antrieb ziehen und währenddessen beim Drucker stehen.

Noch eine wichtige Ergänzung: Mit dem Nozzle-Wechsler kann man natürlich nicht nur verschiedene Farben des gleichen Materials, sondern auch verschiedene Materialien drucken – etwa PETG als Support für PLA oder andersherum. Da diese beiden Kunststoffe nicht gut aufeinander halten, lassen sich Stützstrukturen so viel einfacher entfernen.

Druckbild & Geschwindigkeit

Als Erstes legen wir die vier mitgelieferten Filament-Rollen in Gelb, Rot, Weiß und Schwarz ein und drucken einen kleinen, vierfarbigen Drachen, der fertig gesliced im Speicher des Druckers hinterlegt ist. Es macht viel Spaß, dem flotten Drucker bei der Arbeit zuzusehen. Vor allem der Wechsel des Werkzeugkopfes ist klasse und erinnert an die allerersten Drucke, bei denen man stundenlang vor dem Gerät saß und es bei der Arbeit beobachtet hat.

Wir testen unsere typischen Drucke, den Spiderman, das Sliding-Puzzle, das Benchy, ein Test-Pattern – und sind begeistert. Der Snapmaker U1 druckt schnell und die Ergebnisse sehen hervorragend aus. Eine Kleinigkeit trennt ihn dann aber doch noch von der Perfektion: Wir drucken alle drei Versionen des Sliding Puzzles. Bei besonders präzisen Druckern wie vielen Modellen von Bambu Lab lässt sich die Variante mit dem geringsten Abstand perfekt verwenden, die mit dem größten Abstand fällt fast auseinander, wenn man sie anhebt.

Bei besonders unpräzisen Druckern wie dem Sceoan Windstorm S1 ist auch die Version mit dem größten Abstand ein massiver Block geschmolzener Kunststoff und absolut unbeweglich. Der Snapmaker liegt im gehobenen Mittelfeld: Die 0,15-mm-Ausführung bewegt sich nicht, die anderen beiden funktionieren. Wir schieben den Grund dafür auf die Wechsel-Mechanik der Werkzeugköpfe. Auch unsere Testdrucke in TPU und PETG können sich sehen lassen, wobei TPU auch auf dem Snapmaker einfach ein nerviges Material ist, das diverse Sonderbehandlung benötigt – und es keinen Spaß macht, die Modelle hinterher vom Druckbett abzulösen.

Der Snappy ist flott, allerdings ist uns in der Praxis aufgefallen, dass die zeitliche Schätzung von Software und Slicer häufig sehr optimistisch ist – in der Praxis braucht der Snapmaker U1 oft spürbar länger, als es die Software berechnet hat.

Dadurch, dass das Gehäuse oben offen ist, wirkt der U1 lauter als viele andere Drucker in diesem Preissegment. Solange das Druckbett im oberen Bereich unterwegs ist, macht unser U1 beim Verfahren der Nozzle beim Absehnken und Anheben des Druckbetts deutlich hörbare knallende Geräusche, die leiser werden, je höher der Drucker bereits gedruckt hat. Es gibt ein paar schnarrende Bewegungsgeräusche, die bei anderen Druckern leiser sind und etwas weniger unangenehm klingen. Aber insgesamt ist das Gerät weder besonders laut noch besonders nervig.

Software & App

Wer Bambu Lab aufgrund des geschlossenen Öko-Systems ablehnt, könnte hier genau richtig sein: Auf dem Snapmaker U1 läuft Klipper, der mitgelieferte Slicer nennt sich Snapmaker Orca – genau, er basiert auf dem Orca Slicer. Der Drucker lässt sich komplett offline einrichten, soll dann auch nicht nach Hause telefonieren. Alternativ gibt es einen Cloud-Service, über den man dann wie bei Bambu von überall aus per App & Computer den Status und das Live-Bild aus dem Druckraum einsehen sowie neue Drucke starten kann.

Als unser Snapmaker U1 ankam, hat genau dieser Cloud-Service nicht funktioniert. Reddit-Beiträgen zufolge waren die Snapmaker-Server überfordert, weil zu viele der neuen Geräte gleichzeitig ausgeliefert und in Betrieb genommen wurden. Die gute Nachricht: So konnten wir direkt den gut funktionierenden lokalen Modus testen, zwei Tage später lief dann auch der Cloud-Service ohne Probleme – seitdem durchgehend. Zwar behauptet der Slicer gelegentlich, dass der Drucker offline wäre, aber wenn man dann einmal die Filament-Farben anklickt, geht alles wieder.

Wenn man aus dem Orca-basierten Snapmaker-Slicer die Druckdatei an den Drucker sendet, öffnet sich dieses Fenster, in dem man die Farben den Filamenten des U1 zuweist.

Vieles wirkt nicht ganz so rund und nicht ganz so „aus einer Hand“ wie bei Bambu Lab, wenn beispielsweise beim Starten eines Drucks aus der Slicer-Software ein Warnhinweis kommt, dass der Dateiname der urprünglichen STL-Datei keine Sonderzeichen wie # enthalten dürfen, weil es ansonsten zu Problemen kommen kann. Aber das Zuweisen von Farben und Filamenten funktioniert hier wie dort einwandfrei.

Preis & Alternativen

Der Snapmaker U1 kostet aktuell 849 Euro. Wer auch ABS, ASA & Co. drucken möchte, sollte sich überlegen, direkt die optionale Abdeckung mitzubestellen, was den Preis auf ziemlich exakt 1000 Euro treibt.

Wer einfach nur drucken möchte, kann das deutlich günstiger haben. Der kleinere und nicht geschlossene Bambu Lab A1 Mini (Testbericht) kostet 189 Euro, mit Materialwechsler AMS Lite 299 Euro. Der etwa gleich große A1 kommt auf 259 respektive 369 Euro. Geschlossene Geräte, die eben auch ABS, ASA & Co. verarbeiten können, wie der Centauri Carbon von Elegoo (Testbericht) kosten als einfarbiger Drucker unter 300 Euro. Geschlossene Farbdrucker wie der Bambu P1S oder der neue P2S kosten mit Materialwechsler 599 respektive 750 Euro. Im direkten Vergleich ist der Snapmaker also kein Schnäppchen.

Fazit

Der Snapmaker U1 ist aktuell der beste mehrfarbige 3D-Drucker. Wer vor allem farbig druckt, sollte sich den U1 unbedingt ansehen. Zum Aufpreis können wir nur sagen: Shut up and take my money. Wer viel farbig druckt – und dabei eben mehr machen möchte, als eine einfarbige Beschriftung auf einem andersfarbigen Untergrund aufzutragen – kommt am Snapmaker U1 nicht vorbei. Bis zu 90% Zeit- und Filament-Ersparnis – echt und gemessen – sprechen eine deutliche Sprache, auch wenn das Benchy natürlich besonders gemein ist.

Schade finden wir vor allem, dass der Deckel nicht standardmäßig im Lieferumfang enthalten ist. Ansonsten gibt es hier und dort Kleinigkeiten, die man sicherlich besser machen könnte – aber unterm Strich ist der Snapmaker U1 ein genialer 3D-Drucker.

Der neue 3D-Drucker X1C von Bambu Lab ist der – sorry – krass geilste 3D-Drucker, den wir je in den Fingern hatten. Haufenweise smarte Technik ersetzt Fummeln, Basteln und Frickeln. Wie Lidar-Sensoren & Co. den 3D-Druck revolutionieren, zeigt der Test.

VORTEILE
  • erstklassige Druckqualität
  • große Materialauswahl
  • beeindruckende Sensorik für anfängertauglichen Druck
  • mehrfarbiger Druck möglich
NACHTEILE
  • teuer

Der neue 3D-Drucker X1C von Bambu Lab ist der – sorry – krass geilste 3D-Drucker, den wir je in den Fingern hatten. Haufenweise smarte Technik ersetzt Fummeln, Basteln und Frickeln. Wie Lidar-Sensoren & Co. den 3D-Druck revolutionieren, zeigt der Test.

3D-Druck war lange Zeit mehr ein Hobby als eine Anwendung. Mal eben etwas drucken? Geht nur mit einem gut aufgebauten, gut eingestellten Drucker. Und oft auch nur, wenn man weiß, was man tut. Welches Material als Druckplatte für welches Filament, welche Temperatur für Druckbett und Düse? Ab wie viel Grad Überhang muss man Stützstrukturen (Support) drucken, bis wohin sieht es auch ohne Support noch anständig aus? Haufenweise Fragen, auf die sich 3D-Druck-Fans für ihren Drucker, ihre Filament-Auswahl und ihre Interessen eigene Antworten erarbeiten mussten. Wer nicht Tausende Euros für einen Industrie-Drucker investiert hat, musste experimentieren, ausprobieren und basteln – immer und immer wieder.

Jetzt kommt der Bambu Lab X1 Carbon daher. Mehrfarbig drucken, automatischer Material- und Filament-Wechsel, Live-Kamera, Cloud-Anbindung, App-Steuerung, Fehlererkennung, automatische Extrusions-Kalibrierung, und, und, und: Der Bambu Lab X1 Carbon hat alles und kann alles, was die Technik derzeit bietet – und in dieser Kombination zu diesem Preis so einmalig, dass er die gesamte Konkurrenz aussticht und 3D-Druck vom Hobby zur Anwendung wird – zumindest fast. Aber der Reihe nach.

Mit einem aktuell reduzierten Preis von 1149 Euro statt 1249 Euro ist der 3D-Drucker gerade reduziert jeden Cent wert, wie der Test zeigt. Weitere Geräte dieser Art zeigen wir in der Top 10: Der beste 3D-Drucker mit Filament kostet nur 366 Euro.

Aufbau

Beim Qidi X-Max 3 (Testbericht) waren wir schon begeistert. Selbst beim Aufbau hilft dort die Software, indem sie auf dem Touchscreen-Display anzeigt, wie man die Transportsicherungen löst und den Drucker Schritt für Schritt startklar macht. Und wenn der Qidi dann einmal so weit ist, druckt er unglaublich schnell, gleichzeitig in beeindruckender Qualität – und hat einen riesigen Bauraum. Daher: Wer groß drucken möchte, kommt am X-Max 3 nicht vorbei.

Beim Aufbau des Bambu Lab X1 Carbon (oder kurz X1C) wirkt es zunächst wie ein kleiner Rückschritt, denn er hat nicht einmal ein Display, was einem beim Zusammenbasteln helfen könnte: Das liegt noch in einer der Zubehör-Kisten und wird erst später montiert. Bei den ersten Schritten hilft eine kleine gedruckte Anleitung. Sie ist nicht ganz so gut wie das, was der Qidi auf seinem Bildschirm zeigt – ein wenig mitdenken muss man also doch. Andernfalls verbleibt unterhalb des Druckbetts noch ein aufgeschäumtes Material, das den Drucker beim Transport schützt.

Dennoch, nach etwa 30 Minuten sind alle Schrauben der Transportsicherungen gelöst, alle Pappschachteln und Schaumstoff-Kissen entfernt und der Inhalt der Kisten ist am passenden Platz eingetroffen. In unserem Fall befindet sich das automatische Materialsystem, kurz AMS, im Drucker. Der Kasten hat Platz für vier Filament-Rollen und wechselt das Filament automatisch je nach Bedarf. Entweder, um mehrere Farben zu drucken, oder um das jeweils passende Material für einen Druck ohne Wechsel im Angebot zu haben. Das spielt auch bei Sonderfällen eine Rolle, etwa das Aufbrauchen von fast leeren Filament-Spulen oder das Drucken von Stützstrukturen mit speziellem Support-Filament, das sich einfach ablösen lässt.

Um das Filament in das AMS zu laden, setzt man einfach eine Spule in ein freies Fach, tippt auf dem Touchscreen, dass man den jeweiligen Slot laden möchte, und steckt das vordere Ende des Filaments in den Einzug. Der Drucker zieht das Filament ein, erkennt Farbe, Material und nötige Einstellungen anhand eines RFID-Tags an der Spule – und es kann losgehen. Moment mal – benötigt man dafür Original-Filament von Bambu Lab? Ja, zumindest, wenn man diesen Komfort möchte. Der X1C kommt auch mit jedem anderen Filament klar, aber in dem Fall muss der Anwender Einstellungen wie Temperaturen von Druckbett und Düse von Hand wählen.

Einrichtung

Sobald die Hardware steht, geht es auf dem hochauflösenden Touchscreen-Display weiter. Der Drucker möchte eine Verbindung zum WLAN aufbauen. Anschließend gilt es, die Handy-App zu installieren und den Account einzurichten (ohne muss man auf diverse Cloud-Funktionalitäten, Live-Überwachung & Co. verzichten) – und den Drucker noch ein wenig kalibrieren zu lassen. Dieser Prozess läuft automatisch durch. Dabei tastet der X1C sein Druckbett ab. Sehr cool: Es handelt sich hier um einen der wenigen Drucker, die ohne manuelles Z-Levelling auskommen. Man muss den richtigen Abstand zwischen Düse und Druckbett nicht mit Hilfe irgendwelcher Papier- oder Plastikstreifen justieren. Stattdessen bestimmt die Drucker-Sensorik den richtigen Abstand selbstständig.

Bevor es an den ersten Druck geht, werfen wir noch einen Blick auf das Druckbett. Die Druckunterlage wird magnetisch gehalten, so wie das heute üblich ist. Das ist praktisch, da man sie nach Abschluss eines Druckvorgangs einfach aus dem Drucker nehmen und ein wenig biegen kann, um die Objekte abzulösen. Die Druckunterlage ist zweiseitig ausgeführt. Die eine Seite ist beschriftet mit PLA, die andere mit „Engineering Plate“ – je nachdem, welches Material man drucken möchte, verwendet man eben die eine oder andere Seite des Druckbetts.

Auf beiden Seiten sollte man bitte ein Haftmittel verwenden. Dafür packt Bambu Lab einen Klebestift mit ins Paket. Schade: Wir hätten uns gewünscht, dass eine PEI-Druckplatte für PLA gleich mit dabei ist – dann könnte man sich den Klebestift hier auf jeden Fall sparen. Die PEI-Platte gibt es für 41 Euro als Zubehör-Produkt. Wer viel PLA druckt, für den ist das wahrscheinlich eine gute Investition, allein, weil man das Druckbett nicht mit Spülmittel reinigen und danach mit neuem Klebstoff einschmieren muss.

Ein Katalog mit druckbaren Modellen (Makerworld) ist in der Bambu-Handy-App hinterlegt. Hier kann man direkt auf dem Smartphone ein Modell auswählen und den Druck starten – zumindest mit voreingestellten Settings zum Thema Druckqualität. Und tatsächlich: Der Druck startet kurz nach der Auswahl des Modells in der App. Und, um das gleich vorwegzunehmen: Er ist nicht nur gelungen, sondern sieht wirklich hervorragend aus.

Damit das alles so klappt, hat der Hersteller einiges an Aufwand getrieben. Neben dem AMS mit der automatischen Filament- und Einstellungserkennung gibt es etwa einen Lidar-Sensor, der vor jedem Druck die Durchflussmenge des Filaments kalibriert. Dabei schmilzt er ein paar dünne Linien an den Rand des Druckbetts und vermisst sie hinterher. Das Gleiche passiert, wenn man es nicht aus Zeitgründen unterbindet, mit der ersten Druckschicht. Sie wird ebenfalls per Lidar vermessen, um sicherzustellen, dass die Haftung stimmt und keine Bestandteile abgerissen sind. Erst dann druckt der Bambu Lab wirklich los – mit beeindruckender Geschwindigkeit. Besser, einfacher und zuverlässiger haben wir das noch nie gesehen.

Wer die Druckeinstellungen selbst beeinflussen möchte, kommt mit der App nicht weit. Hier gibt es zwar gut druckbare Modelle mit brauchbaren Voreinstellungen, aber spätestens, wenn es bei komplexeren Modellen mal um Stützstrukturen geht oder um Mehrfarbigkeit, kommt man um eine Slicer-Software auf dem PC nicht herum. Bambu Lab hat einen eigenen Slicer namens Bambu Studio im Angebot. Der basiert auf den Open-Source-Anwendungen Prusa Slicer und Super Slicer und bedient sich in Teilen auch an Cura. Dabei heraus kommt eine einfach zu bedienende, auf Wunsch aber auch unfassbar detailreiche Software. Wer sich grundlegend mit 3D-Druck auskennt, hat Programm und Drucker in Minuten eingerichtet. In der Praxis laden wir nur noch Modelle als STL-Datei herunter, ziehen sie per Drag-and-drop in das Bambu Studio, wählen die Qualität und das gewünschte Filament.

Je nach Größe des Modells dauert es nun wenige Sekunden bis mehrere Minuten, bis die Druckdatei für den X1C vorbereitet ist. Dank Cloud-Anbindung muss man, wenn man eingeloggt ist, bisher nicht einmal Dateien auf eine Speicherkarte ziehen – sondern startet den Druck einfach per Mausklick auf dem PC. Ganz wie in Word. Hinweise in englischer Sprache helfen Anfängern bei typischen Problemen, beispielsweise wenn Support-Strukturen abgeschaltet sind, die Überhänge des Modells aber zu groß sind.

Filament und Materialien

Bambu Lab hat uns das Testgerät zusammen mit diversen Rollen verschiedener Filamente zur Verfügung gestellt, darunter PLA, PLA Matte, PLA-CF (mit Carbonfaser-Verstärkung) und ASA. Wir haben im Test vorwiegend mit Filament von Bambu gearbeitet – und wir raten hauptsächlich Anfängern, auch diesen Weg zu gehen. Zwar ist das Filament hier etwas teurer, aber aufgrund der praktischen Lösung mit den RFID-Tags und den gespeicherten, optimalen Druckeinstellungen eben super einfach zu verwenden. Zumindest, wer ein AMS sein Eigen nennt, wird den Filament-Aufpreis sicher gerne zugunsten von Komfort und Qualität akzeptieren. Und wer möchte, kann jederzeit auch anderes Filament einspannen – muss sich dann aber eben selbst um die richtigen Einstellungen für den Druck kümmern.

Kurz und knapp: Der Bambu X1 Carbon war bei uns im Test ziemlich genau zwei Wochen fast im Dauereinsatz. Es war nur bei PLA-CF gelegentlich ein manuelles Eingreifen nötig, weil das Filament nach Abschluss des ansonsten perfekten Drucks festhing und von Hand herausgezogen werden musste. Beim einzigen Druck, der im Chaos endete, haben wir das Objekt mittendrin von Hand umgeschubst – um zu sehen, wie der X1C darauf reagiert.

Dank seines geschlossenen Bauraums und der hohen möglichen Temperaturen von Druckbett und Düse gibt es weitestgehend nichts, was der Bambu nicht druckt. Wer die Auflösung noch weiter erhöhen möchte, bekommt Nozzles mit geringerem Durchmesser, wer noch exotischere Materialien drucken will, bekommt auch Druckunterlagen für besonders hohe Temperaturen.

Druckbild & Geschwindigkeit

Wer diesen Testbericht bis hier gelesen hat, dürfte unsere Begeisterung für den X1C sicherlich schon gespürt haben. Die Ergebnisse, die hier nach zwei Wochen intensiven Druckens vor uns liegen, können sich sehen lassen. Vereinzelt gibt es vielleicht Kleinigkeiten, die noch ein wenig besser sein könnten – aber um das überhaupt so gut hinzubekommen, sind bei anderen Druckern schon Stunden über Stunden an Tuningmaßnahmen in Slicer, Druckerprofil und Druckerfirmware geflossen. Der Bambu druckt einfach alles, sehr nahe an der Perfektion, und vollkommen unkompliziert.

Besonders schöne Oberflächen haben wir mit PLA-Matte und PLA-CF erreicht. Hier sieht man bis auf wenige Ausnahmen bisher nicht einmal die einzigen Schichten. Aber auch ein testweise gedruckter Entlüftungsschlüssel für Heizkörper aus ASA sieht so aus, als hätten wir ihn nicht gerade vom Druckbett gezogen, sondern für Geld im Baumarkt gekauft.

Mindestens so beeindruckt hat uns auch die Tatsache, dass der X1C Funktionsteile am Stück druckt. Ein Fidget-Spinner, der sich nur in eine Richtung drehen lässt? Eine Handy-Halterung mit mehreren Scharnieren? Solche Bauteile fallen am Stück aus dem Bambu – man muss sie nicht mehr zusammensetzen und benötigt keine Schrauben. Damit das klappt, muss die Präzision schon auf extrem hohem Niveau liegen.

Und die Geschwindigkeit? Diese ist sehr hoch, aber die Konkurrenz ist teilweise noch schneller. Bei Standard-Einstellungen fährt der Druckkopf in der Einstellung „fein“ beim Infill mit 430 mm/s, Außenwände mit 200 mm/s. So dauert das Benchy-Schiff in feiner Einstellung etwa 40 Minuten, eine 15 cm hohe Spiderman-Büste war nach 4 Stunden fertig. Zum Vergleich: Der anfangs erwähnte Qidi X-Max 3 hat für das Benchy in anständiger Qualität gerade einmal 14 Minuten benötigt. Allerdings vergehen, wenn man ihn lässt, beim Bambu auch immer erst einmal gute 6 Minuten für Vorbereitungen wie das Leveln des Druckbetts, das Kalibrieren des Extruders und das Prüfen der ersten Schicht per Lidar-Sensor. Gerade Anfänger werden zu schätzen wissen, wie verlässlich und zuverlässig der Bambu Lab X1 Carbon druckt – und die paar Extra-Minuten gerne in Kauf nehmen.

Der Druck mit mehreren Farben hat nur einen sehr beschränkten Anwendungsfall. So wirklich farbig drucken kann man damit nicht, sondern eben die Filament-Farbe wechseln. Das dauert aber jedes Mal – und der Drucker wirft das Misch-Material beim Farbwechsel, also dem Übergang von einem Filament zum anderen, hinten als Überschuss aus. Letztlich dauert das von uns gedruckte Benchy in zwei Farben so 6,5 Stunden statt 40 Minuten. Und am hinteren Auswurf hat der X1C knappe 100 Gramm farblich vermischte Filament-Reste ausgeworfen. Dennoch: Es ist toll, dass das klappt, und es gibt sicherlich gute Anwendungsfälle für den Mehrfarbdruck. Wer aber denkt, mal eben eine knallbunte Disney-Figur drucken zu können, irrt.

Die integrierte Kamera zeichnet auf Wunsch eine Zeitraffer-Aufnahme des Drucks auf. Außerdem wird sie für eine Bildauswertung genutzt. Per KI, sagt zumindest der Hersteller, erkennt sie unter anderem Spaghetti-Bildung, wenn ein Druck nicht gut läuft. Kommt es zu einem Fehler, gibt es sofort eine Push-Nachricht auf die Handy-App. Man kann live überprüfen, ob der Druck wirklich ein Problem hat – und gegebenenfalls direkt auf Pause drücken oder den Druck anhalten. Das funktioniert in der Praxis tatsächlich.

Das zweifarbige Benchy wiegt 12 Gramm. Zusätzlich hat der Drucker aber 100 Gramm Filament beim Farbwechsel hinten ausgeworfen und in den Turm gedruckt. Das Verhältnis wäre besser, würde man mehrere gleiche Objekte gleichzeitig drucken. Der Wechsel kommt trotzdem „nur“ einmal pro Schicht vor.

Preis und Alternativen

Der X1 Carbon kostet beim Hersteller regulär 1349 Euro ohne und 1629 Euro mit dem Filament-Wechsler AMS. Aktuell liegt er bei 1149 Euro ohne AMS respektive 1399 Euro mit. Das ist viel Geld für einen 3D-Drucker. Vor allem, wenn man betrachtet, dass günstigste Modelle schon für 60 bis 70 Euro zu haben sind. Einen deutlich günstigeren Einstieg in die Thematik gibt es, zwar mit Einschränkungen, aber einfach und gut, bei Bambu in Form des A1 Mini für 199 Euro.

Aber: Noch nie war 3D-Druck so frustfrei und einfach wie beim Bambu Lab X1C. Gleichzeitig sehen unsere Druckergebnisse allesamt überdurchschnittlich gut aus. Wer einen 3D-Drucker sucht, der verlässlich funktioniert – ohne viel Fachwissen zu benötigen, ist hier genau richtig.

Wer nicht so viele verschiedene Materialien drucken möchte, kann sich mit dem P1P den kleinen Bruder von Bambu Lab ansehen. Ihm fehlt die Gehäuse-Einhausung, weswegen viele Hochtemperatur-Materialien herausfallen, sowie einige Feinheiten und Sensoren für das letzte Quäntchen der Perfektion. Allerdings kostet er nur die Hälfte des X1C.

Das passende Filament ist mit 30 bis 40 Euro pro Kilo-Spule etwa ein Drittel bis zur Hälfte teurer als Verbrauchsmaterial anderer Hersteller. Wer sich mit der Thematik nicht weiter befassen möchte, ist hier genau richtig.

Fazit

Lange hat uns kein 3D-Drucker mehr so begeistert wie dieser. Die Perfektion der Konstruktion, die durchdachte Software, das umfangreiche Zubehör, die hohe Präzision: So muss 3D-Druck sein. Es gibt keinen einfacheren und besseren Drucker in dieser Preisklasse oder darunter. Wer einfach nur drucken möchte, bekommt mit dem X1-Carbon von Bambu Lab das derzeitige Optimum.

Der Adventurer 5 Pro ist ein moderner 3D-Drucker mit automatischem Bed-Levelling, vollständig geschlossenem Bauraum, Luftfiltern gegen beißende Plastik-Gerüche und der erste Druck startete bereits 45 Minuten nach dem Öffnen des Versandkartons. Der Preis wurde erneut gesenkt.

VORTEILE
  • große Materialauswahl
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • anfängertauglich
NACHTEILE
  • sehr einfacher Filamentrollenhalter
  • Slicer-Software wenig intuitiv

Der Adventurer 5 Pro ist ein moderner 3D-Drucker mit automatischem Bed-Levelling, vollständig geschlossenem Bauraum, Luftfiltern gegen beißende Plastik-Gerüche und der erste Druck startete bereits 45 Minuten nach dem Öffnen des Versandkartons. Der Preis wurde erneut gesenkt.

Flashforge-Drucker sind im Vergleich zu vielen anderen 3D-Druckern nach dem FDM-Verfahren eher geschlossene Kisten – mit Anwendern als Zielgruppe, für die das Ergebnis das Ziel ist. Firmware-Basteleien wie Rooten und Software Nachinstallieren wie beim Creality K1 Max (Testbericht) gibt es hier nicht. Mit allen Vor- und Nachteilen. Insgesamt weiß die Hardware für einen Preis von aktuell 439 Euro bei Geekmaxi (Gutscheincode: NNNDE5MPRO) sehr zu überzeugen. Und bei den kleinen Schwächen der Software gibt es guten Grund zur Hoffnung. Doch dazu später mehr.

Auspacken

Selten hatten wir ein Testgerät, bei dem das Entfernen des Transportschutzes aus Schaumstoffs mit die größte Herausforderung bei der Inbetriebnahme war. Der Adventurer 5M Pro wurde in einem stabilen Karton geliefert. Oben geöffnet, sehen wir auf den ersten Blick die gedruckte Schnellstart-Anleitung auf Englisch und Chinesisch sowie einen USB-Stick mit ausführlichen Anleitungen, Software und so weiter – übrigens ein Marken-Stick von SanDisk.

Unter ein paar Papp- und Schaumstoffstreifen befindet sich der Drucker. Zum Herausheben ist eine zweite Person praktisch, denn der Flashforge wiegt einiges. Sein geschlossener Bauraum ist aus hochwertigem Kunststoff gefertigt. Zwar gibt es hier keine Fenster an den Seiten, das wertige Material gefällt uns aber besser als die Plastikscheiben beim Creality K1 Max – und der Preisunterschied zum absoluten Testsieger und Überflieger, dem verglasten Bambu Lab X1 Carbon (Testbericht), ist halt immens. Die Deckel oben und vorn sind aus stabilem Plexiglas gefertigt und werden von aufwendigen Scharnieren in Position, von Moosgummistreifen dicht und von Magneten geschlossen gehalten. Eine Plastikfolie, die über beide Seiten geht, schützt beim Transport vor Kratzern – muss aber vor dem Drucken entfernt werden. Unser Drucker hat auf der Seite eine winzige Beule und einen kleinen Kratzer. Beides fällt nur bei genauerem Hinsehen auf. Schade, aber der Reklamation nicht wert.

Vor dem Einschalten muss man den primitiven, aber funktionalen Filamentrollenhalter auf der Rückseite mit zwei Inbusschrauben befestigen. Werkzeug liegt bei, die passenden Löcher sind mit knallgelben Farben unübersehbar markiert. Außerdem ist der komplette Innenraum mit stabilem Formschaumstoff gefüllt, der sich bei uns zunächst standhaft weigert, entfernt zu werden. Wer das gleiche Problem hat: Ja, er muss wirklich nach oben und nicht nach vorn raus, und der Grund für das Hakeln ist, dass die einzelnen Bestandteile nicht ganz bündig aufeinander verklebt sind. Mit sanfter Gewalt (Achtung, Kabel und Schlauch sichern) kann man sie voneinander trennen und notfalls einzeln entfernen. Dann wollen noch vier Schrauben entfernt werden, die das Druckbett für den Transport am Boden sichern und Schäden vermeiden sollten. Das ist üblich bei fertig aufgebauten Druckern.

Aufbau & Einrichtung

Ein erster Schreck: Der Bowden-Schlauch, der das Filament von der Spule außen über den Filamentsensor zum Extruder im Innenraum des Druckers führt, sitzt nicht fest. Es ist auch nichts im Lieferumfang, mit dem man ihn befestigen könnte. Fehlt da etwas? Oder meinen die das ernst – wie sollte das denn funktionieren? Mal sehen. Einstecken und anschalten. Nach dem Aktivieren des Netzschalters geht der Drucker zunächst in den Stand-by und will über die Taste an der Vorderseite hochgefahren werden. Dann heißt der Drucker einen Willkommen und startet seine automatische Einrichtung – Bettvermessung, Vibrationstest und so weiter. Zunächst muss man das Filament zuführen.

Die deutsche Übersetzung verwirrt uns kurz. Wir sollten das Filament in den Sensor einführen. Den sehen wir aber nicht, der ist im Drucker verbaut. Das Filament gehört ganz einfach in den Schlauch. Bis zum Anschlag schieben und okay drücken, heißt es. Natürlich passiert das, was wir erwartet haben: Am Anschlag rutscht der Bowden-Schlauch aus der losen Halterung am Druckkopf. Interessiert, wie das weitergeht, drücken wir okay. Die Nozzle heizt sich auf, der Extruder zieht das Filament ein. Aus der Düse tritt zunächst etwas rotes Rest-Filament aus. Ein gutes Zeichen, der Drucker wurde im Vorfeld getestet. Das Display fordert uns auf, das ausgetretene Filament zu entfernen. Einen automatischen Abstreifer und Auswurf wie beim teuren Bambu gibt es hier nicht. Danach beginnt sofort ein Testdruck. Nach kurzer Zeit liegt ein schönes Rechteck auf der Druckplatte. Exakt 45 Minuten nach dem Öffnen des Kartons.

Ach ja: Flashforge legt ein tolles, bläulich-grün funkelndes PLA-Filament mit in den Lieferumfang. Schade, dass die Rolle so klein ist – aber eine nette Geste im Vergleich zum weißen Standard, der sonst gerne dabei ist.

Drucken & Druckbild

Wir wollen ein Benchy drucken. Wie bei allen modernen Druckern sind auch beim Adventurer 5 Pro einige vorbereitete Modelle bereits im Speicher abgelegt, darunter auch ein Benchy. Da das Druckbett aus strukturiertem PEI-Federstahl besteht und magnetisch gehalten wird, verzichten wir auf das Auftragen des mitgelieferten Klebestifts. Ein Fehler, wie sich schnell zeigt. Nach etwa zehn Prozent der Schichten löst sich das kleine Boot vom Druckbett und der Flashforge produziert Spaghetti. Er hat zwar eine Kamera, aber keine automatische Druckbild-Erkennung samt Spaghetti-Warnung wie der Bambu X1C.

Wir brechen den Druck ab, entfernen den Plastikmüll aus dem Druckraum und schmieren die PEI-Oberfläche mit Klebestift ein. Benchy, zweiter Versuch. 14 Minuten verspricht der Drucker, das ist extrem schnell. Merkt man auch. Der Tisch, auf dem wir den 5 Pro zunächst aufgestellt haben, ist nicht der stabilste – er rappelt und wackelt hin und her, während der Druckkopf mit maximal 600 mm/s geschmolzenen Kunststoff ausspuckt. Nach 15 Minuten ist das erste Boot fertig. Und für einen 15-Minuten-Druck sieht es wirklich hervorragend aus.

Um die ganzen groben und feinen Einstellungen des Drucks zu konfigurieren, benötigen wir eine Slicer-Software. Flashforge bietet auf der Download-Seite das hauseigene Flashprint 5 an und – daran sollten sich andere Hersteller ein Beispiel nehmen – eine saubere, offizielle Konfigurationsdatei für den Open-Source-Slicer Orca samt diverser Profile für Materialien von PLA über ABS und ASA bis PETG und TPU.

Da wir den Orca Slicer inzwischen liebgewonnen haben, ist das zunächst unser Weg. Schnell ist das Benchy mit anderen Einstellungen gesliced, aber etwas langsamer und sauberer. Wie vom Bambu oder vom K1 Max (nach Firmware-Bastelei, siehe Testbericht) gewohnt, wollen wir den Druck über WLAN starten. Auf dem Display des Druckers gibt es im Einstellungsmenü eine WLAN-Konfigurationsseite. Das Laden dauert immer etwas, da die Software zunächst nach verfügbaren Netzen sucht – selbst, wenn man nur kurz die aktuelle IP-Adresse nachsehen möchte. Beim Eintippen des langen Passworts nervt uns der resistive Touchscreen ein wenig, und offensichtlich hat niemand ausprobiert, wie die Darstellung bei langen Passwörtern ist – der Text läuft dann nämlich unter weitere Symbole. Nicht schlimm, die Verbindung ins Internet steht trotzdem schnell und intuitiv. Aber eben nicht ganz perfekt.

Der Adventurer bietet ein Firmware-Update an. Nach dem Neustart ist der Drucker mit dem WLAN verbunden. Wir wollen unser Benchy an den Flashforge schicken. Geht nicht, als Adresse ist im Orca-Profil raspberry.local eingetragen. Wir schauen also nach der IP-Adresse – und warten, während der Drucker nach verfügbaren Netzen sucht. IP gefunden, im Orca Slicer eingetragen, Fehlanzeige. Das offizielle Handbuch sagt dazu: Pack' die Gcode-Datei aus dem Slicer auf einen USB-Stick und steck' den am Drucker an. Ernsthaft? Das Internet sagt dazu: Stimmt. Aktuell funktioniert das nicht. Eine Bastellösung gibt es nicht. Respektive: Wir haben einen umgefummelten Orcaslicer gefunden, der das können soll – aber die Datei für Mac mit ARM-Prozessor ist korrupt. Die gute Nachricht ist, dass der Hersteller die Beschwerden darüber auf Github offensichtlich ernst nimmt und ein Firmware-Update verspricht, das diese Funktion nachliefern soll. Bis dahin muss man doch Flash Print nutzen, wenn man über WLAN drucken will.

Gesagt, installiert, getan. Die Software findet den Drucker sofort im Netz. Benchy importiert. Die Augen werden groß: Es gibt keine Profile für Schnell, Normal, hohe Qualität oder Ähnliches. Könnte man anlegen, aber bis man die tausenden Einstellungen gefunden und verstanden hat, ist selbst bei erfahrenen Anwendern viel Zeit vergangen. Wir testen das Benchy mit Standard-Einstellungen. Slicen, auf Drucken klicken, dann überträgt das Programm die Datei auf den Drucker. Der beginnt nach wenigen Sekunden mit dem Vorheizen von Düse und Druckbett. 25 Minuten später: ein Benchy. Bis auf Kleinigkeiten wirklich gelungen. Gegen das Stringing, also die dünnen Fäden, hilft vermutlich ein höherer Retract oder eine etwas niedrigere Drucktemperatur. Und die Beulen an der Seite des Schiffs ist die Stelle, an der eine neue Schicht anfängt. Auch hier müsste man nur ein wenig tunen, dann wäre das Bild wirklich extrem gut.

Als Nächstes soll eine Spiderman-Figur mit hohen Details entstehen. Der Einfachheit halber geht es zurück zum Orca Slicer, für den bringt der Flashforge nämlich die passenden Profile mit. Der Weg über den USB-Stick fühlt sich zwar falsch an, hat aber die letzten Jahre funktioniert und tut das natürlich immer noch. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Mit 7,5 Stunden mit hoher Qualitätseinstellung hat sich der 5M zwar deutlich länger gebraucht als der Bambu mit 4, aber das Ergebnis ist extrem nah an der Perfektion – und der Drucker kostet weniger als die Hälfte.

Materialauswahl

Mit dem mitgelieferten PLA kommt der Flashforge natürlich perfekt zurecht. Dank geschlossenem Bauraum, Filter, Extra-Lüftern für Um- und Abluft und der damit einhergehenden Kontrolle der Temperatur im Bauraum sind auch empfindlichere Materialien wie ABS oder ASA druckbar, dank Direct-Driver-Extruder auch gummiartige. In der Praxis macht sich der 5M gut mit allen Materialien, die wir getestet haben. Die Abluftfunktion mit Anti-Stinkfilter gefällt uns gut – man darf aber nicht vergessen, sie über das Menü des Druckers einzuschalten. Allerdings überlagert die Lautstärke des Lüfters spätestens dann auch die sonstigen Betriebsgeräusche. Der 5M ist nämlich erfreulich leise – zumindest, wenn man PLA druckt und die Zusatzlüfter nicht benötigt.

In der Praxis hatten wir einmal Ärger mit der Haftung des Druckbetts. Obwohl das Druckbett aus PEI gefertigt ist, will es mit Haftmittel eingestrichen werden. Der Hersteller legt einen entsprechenden Stift bei. Und zum Reinigen sollte man auf keinen Fall Spülmittel mit Creme-Bestandteilen aus dem Haushalt nehmen, dann haftet nämlich erst einmal nichts mehr auf dem Druckbett – ja, okay, das war ein User-Fehler. Nach der sorgfältigen Reinigung mit normalem Spülmittel, der Trocknung mit einem fusselfreien Tuch und dem anschließenden Reinigen mit Isopropanol waren die Haftungsprobleme dann auch weg. Allerdings: Haftmittel sollte man wirklich immer auftragen. Bei einem Druck hatten wir das Haftmittel nicht vollflächig angebracht – und überall dort, wo es nicht war, wölbte sich das Objekt schon beim Druck.

Fazit

Der Flashforge Adventurer 5 Pro ist ein ziemlich guter 3D-Drucker mit automatischem Bed-Levelling, geschlossenem Bauraum und Luftfiltern gegen Gerüche. Schnelle Inbetriebnahme, wertige Verarbeitung und der Preis überzeugen. Kleinere Mängel wie fehlende automatische Druckbild-Erkennung und Softwareprobleme sind vorhanden. Die vielseitige Materialauswahl, beeindruckende Druckqualität und positive Abluftfunktion sind jedoch lobenswert.

Der Kobra 2 war vollkommen zu Recht ein Dauerbrenner. Der Nachfolger ist noch schneller und bringt als Combo-Modell sogar einen Farbwechsler nach Vorbild des Bambu Lab AMS mit. Doch so gut der Kobra 3 auch in der Praxis ist, für den Mehrfarbdruck heißt es aktuell: Zurück auf Los. Mehr dazu im Testbericht.

VORTEILE
  • schneller Druck
  • hohe Präzision
NACHTEILE
  • Farbdruck macht Probleme
  • zu wenige Drucker-Profile
  • unfertige Software

Der Kobra 2 war vollkommen zu Recht ein Dauerbrenner. Der Nachfolger ist noch schneller und bringt als Combo-Modell sogar einen Farbwechsler nach Vorbild des Bambu Lab AMS mit. Doch so gut der Kobra 3 auch in der Praxis ist, für den Mehrfarbdruck heißt es aktuell: Zurück auf Los. Mehr dazu im Testbericht.

Vor einem guten Jahr hatten wir den Kobra 2 im Test, der 4,5 Sterne erreicht hat. Der Kobra 3 macht vieles besser und bringt echte Highlights mit. Nach Datenblatt ist er im Combo-Kit mit seinem Farb- und Materialwechselsystem Ace Pro einer der spannendsten neuen Drucker in diesem Jahr. Doch in der Praxis hat er uns einige Nerven gekostet. Er hat das Potential, noch richtig gut zu werden. Aber dafür muss der Hersteller noch einiges tun.

Aufbau

Der Kobra 3 ist ein „Bausatz-Drucker“, wobei das nichts mehr mit dem fummeligen Aufbau früherer 3D-Drucker zu tun hat. Er kommt sogar weiter montiert an als andere Drucker: Galgen und Unterbau sind hier schon fest miteinander verbunden. Der Käufer muss Druckkopf und Display anschließen und festschrauben, Filamenthalter und Filamentführung anbringen – das war’s im Wesentlichen.

Damit das vorbildlich klappt, gibt es ein gedrucktes, englischsprachiges Handbuch, das keine Fragen offen lässt. Sämtliches benötigtes Werkzeug ist in ausreichender Qualität dabei. Alle Schrauben sind in einzelnen Tütchen für jeden Arbeitsschritt verpackt und klar und deutlich in der Anleitung und auf der Verpackung markiert. Besser kann man es nicht machen, wenn man den Drucker nicht vollständig montiert verschicken möchte. Wer einen Schraubenzieher halten kann und mit Anleitungen im Lego-Stil zurechtkommt, bekommt auch den Kobra 3 ans Laufen.

Die Konstruktion ist ein klassischer Bettschubser. Die Z-Achse wird von beiden Seiten mit Gewindestangen angesteuert. An ihr fährt der Druckkopf von links nach rechts. Für die Vor- und Rückwärtsbewegungen schiebt sich das Druckbett vor und zurück. An X- und Y-Achse kommen Zahnriemen für den Antrieb zum Einsatz, die jeweils über einen vormontierten, mechanischen Riemenspanner verfügen. Der Aufbau des Druckkopfs mit Direct Extruder erinnert uns stark an den Anker Make M5C (Testbericht); nur der Extrudermotor ist hier hinten statt vorne angebracht.

Wer das Combo-Kit gekauft hat, bekommt den Filamentwechsler Ace Pro dazu, für den ein zusätzliches Kabel mit der Vorderseite des Kobra 3 verbunden wird. Außerdem muss man vier Bowden-Schläuche – eines für jedes Filament – zwischen Ace Pro und Druckkopf einziehen.

Inbetriebnahme

Nach dem Aufbau und Einschalten erwacht das Touchscreen-Display zum Leben und bietet die Sprachauswahl an – Chinesisch oder Englisch. Wir entscheiden uns für Englisch und möchten per QR-Code die Cloud-Anbindung über die App einrichten. Dass die Anycubic-App im App-Store zum Testzeitpunkt eine Bewertung von 2,2 Sternen hatte, ist schon mal nicht sonderlich vielversprechend.

Tatsächlich ist uns die Anbindung an die Cloud gar nicht geglückt – weder per App noch per Slicer-Software oder auf dem Drucker selbst. Der Grund dafür: Wir haben einen Drucker aus der allerersten Produktion bekommen, bei dem es einen Fehler gibt. Die Cloud-Anbindung wird hier nie funktionieren. Anycubic hat uns angeboten, den Drucker zu ersetzen – wir haben abgelehnt, weil wir es für Ressourcenverschwendung halten, wegen dieser Funktion einen komplett neuen Drucker einmal um die halbe Welt zu schicken. Wer jetzt seinen Kobra 3 kauft, soll das Problem nicht mehr haben. Erfahrungsberichte der ersten Käufer werden es zeigen, Interessenten sollten das prüfen, wenn ihnen die Cloud-Funktionen wichtig sind.

Das Ace Pro trocknet das Filament mit Heizung und Lüfter aktiv.

Ohnehin: Wer benötigt die China-Cloud, wenn er über Klipper auch lokal per WLAN auf seinen Drucker zugreifen kann? Funktioniert aber nicht, die nächste Firmware-Version des Druckers soll es können. Immerhin: Hier ist das Update möglich. Für diesen Test haben wir uns daher darauf beschränkt, Modelle zu slicen und per USB-Stick auf den Drucker zu übertragen.

Vor dem Druck legen wir das Filament in den Ace Pro. Vier Rollen liegen bei, auf Pappspulen. Die Erfassung von Farbe und Filamenttyp erfolgt wie bei Bambu per RFID-Chip in der Spule. Bei Filament ohne Chip wählt man die Farbe nach dem Einlegen von Hand. Genial: Während das AMS von Bambu Lab das Filament „nur“ trocken halten kann, indem es über einen Luftfeuchtigkeitssensor und ein Fach für Silicagel verfügt, hat Anycubics Ace Pro sogar eine aktive Heizung samt Gebläse, um älteres Filament auf Knopfdruck trocknen zu können. Dafür benötigt es aber eine eigene Steckdose.

Bevor es an den ersten Druck geht, muss eine Slicer-Software installiert werden. Sie zerschneidet 3D-Modelle in einzelne Ebenen und generiert nach den Einstellungen des Nutzers zu Qualität, Farbe, Geschwindigkeit, Stabilität und so weiter den Maschinencode, mit dem der Drucker etwas anfangen kann. Anycubic bietet zwei Slicer zum Download an – den Anycubic-Slicer, der auf der Open-Source-Software Prusa Slicer basiert, sowie Ultimaker Cura. Wie so oft: Es gibt leider keine Maschinen-Profile für die bekannten Slicer zum Download. Selbst wer schon den Prusa Slicer installiert hat, muss diese eine Version des Anycubic Slicers installieren, um ein Geräteprofil für seinen Drucker zu bekommen.

Warum es gleich zwei Slicer gibt und welchen der Hersteller empfiehlt, bleibt ein ungelöstes Rätsel. Und wir hätten gerne einfach nur die Profildateien für alle üblichen Slicer-Programme, dann könnte man nämlich auch mit aktuellen Software-Versionen arbeiten. Denn während Cura beim Hersteller selbst in Version 5.7.2 zum Download bereitsteht, erschien die aktuelle Version von Anycubic mit 5.2.1 am 19. Oktober 2022 – sie ist also fast zwei Jahre alt. Natürlich geht auch das aktuelle Cura, aber man muss vorher die Anycubic-Version installieren und die Maschinenprofile für den Kobra 3 von Hand aus der Verzeichnisstruktur extrahieren, um sie dann im aktuellen Slicer wieder importieren zu können.

Material und mehrfarbig drucken

Der Kobra 3 hat keinen komplett geschlossenen Bauraum, weshalb das Drucken „empfindlicherer“ Filamente wie ABS oder ASA nur mit starken Einschränkungen oder gar nicht möglich ist. Wer mit PLA auskommt, ist hier richtig. Dank Direct Extruder ist auch das Drucken von flexiblem Filament möglich. Das Druckbett ist 25 x 25 Zentimeter groß, die maximale Höhe des Bauraums ist 26 Zentimeter.

Beim farbigen Drucken mit Materialwechsler fällt bei jedem Farbwechsel ein kleines Häufchen "Reste" an, die sich schnell zu einem höheren Gewicht summieren, als das zu druckende Objekt selbst auf die Waage bringt.

Traditionell schauen wir bei der Inbetriebnahme eines 3D-Druckers zunächst, was der Hersteller für Druckdateien vorgeladen hat. Wir drucken das Benchy-Schiff, einen Flaschenöffner-Hai und einen Dinosaurier mit flexiblen Elementen. Hai und Dino sehen gut aus, das Schiff, naja, wurde halt sehr sehr sehr auf Geschwindigkeit optimiert. Um zu sehen, wie das 3D-Benchy in hoher Qualität aussehen kann, wollen wir es selbst slicen – mit höchsten Qualitätseinstellungen. Schade: Es gibt nur zwei Qualitätstufen. Anycubic hat bislang keine weiteren Profile für den Kobra 3 mit niedrigeren Layerhöhen für ein besseres Druckbild oder mit höheren Layern für höhere Geschwindigkeit bei Funktionsteilen. 0,20 mm und 0,16 mm stehen zur Auswahl. Zum Vergleich: Bei Bambus A1 Mini (Testbericht) gibt es gleich zehn vorkonfigurierte Einstellungen zwischen 0,28 und 0,08 mm Layerhöhe. Unser selbst geslicetes Benchy hat 40 Minuten gedauert und sieht erheblich besser aus als das 12-Minuten-Benchy aus dem Gerätespeicher, kommt qualitativ aber nicht an ein Benchy aus dem Bambu-Drucker mit hoher Qualitätseinstellung (Druckzeit: 1 Stunde) heran.

Spannend wird’s beim mehrfarbigen Druck. Wie der Bambu A1 Mini hat auch der Kobra 3 eine „Bürste“ am hinteren Ende des Druckbetts, um die Düse nach dem Farbwechsel durch Abstreifen zu säubern. Auch der Messer- und Auswurf-Mechanismus beim Filamentwechsel funktioniert wie bei Bambu: Die „alte“ Farbe wird durchgeschnitten und zurückgeschoben. Dabei läuft die Spule im Ace Pro rückwärts und wickelt das Filament sauber wieder auf. Dann wird die neue Farbe in den Druckkopf geschoben und soweit extrudiert, bis die Mischfarbe ausgeworfen ist. Dann wirft der Drucker den Plastikknödel mit der Mischfarbe rechts mit einem Federmechanismus schwungvoll aus.

Dass bei jedem Farbwechsel ein Haufen Filament ausgeworfen wird, der je nach Einstellung und Modell erheblich mehr Kunststoff verbraucht als das zu druckende Modell selbst, ist bei dieser Filamentwechseltechnik normal. Eine bessere Lösung gibt es aktuell nicht.

Jetzt sollte der Druckkopf über die Bürste fahren und mit der neuen Farbe weiterdrucken. Sollte. Tut er aber nicht. Scheinbar ist die Software noch nicht fertig; wir finden eine entsprechende Einstellung weder in Anycubics Version des Cura Slicers, noch im Anycubic Slicer noch im Drucker selbst. Die Bürste bleibt also unbenutzt. Dafür kleben gelegentlich Filamentreste am Druckkopf, die dann nach dem Farbwechsel am nächsten Layer des Modells hängen bleiben. Das sieht nicht nur furchtbar aus, es verändert unter Umständen auch die Höhe des Modells. Dann bleibt der Druckkopf hängen und reißt das Modell von der PEI-Druckplatte ab. Das ist uns mehrfach im Test passiert.

Kleiner wird das Problem, wenn man den Wipe Tower in den Einstellungen des Slicers aktiviert. Er ist eigentlich dafür da, Mischfarben „wegzudrucken“. Also ist er nicht nötig, wenn der Drucker die Mischfarbe auswirft – bei Bambu gelingen mehrfarbige Drucke wunderbar auch ohne Wipe Tower. Beim Kobra 3 Combo ist der Wipe Tower in unserem Test die einzige Möglichkeit, überhaupt ein mehrfarbiges Modell zu drucken – die Filamentreste nach dem Materialwechsel bleiben dann nämlich an dem Turm kleben statt am Modell. Blöderweise wurde der Turm durch das ungeplante Plastik an zwei Kanten dann aber so hoch, dass nicht nur der Gummischutz der Druckdüse Schaden genommen hat – der Druckkopf hat den Turm dann auch kurz vor Schluss noch erfasst und vom Druckbett gerissen. Das Ergebnis ist, dass sämtliche Mischfarben nun als lange Fäden ins Modell eingedruckt wurden.

Das ist extrem schade. Vor uns steht nämlich eigentlich ein wirklich durchdachter, genialer und gut gebauter Drucker – dazu gleich mehr. Aber es wirkt so, als hätte niemand den Mehrfarbdruck ausprobiert. Ohne diese Bürste zum Abstreifen zu nutzen, wird es nicht gehen. Man kann sie aber nicht aktivieren. Also, Anycubic – bitte nachliefern und aktualisieren. In der derzeitigen Version kann man Ace Pro nur als teuren Filamenthalter mit Trocknungsfunktion verwenden – und einmalig vor jedem Druck die Farbe wählen. Drucke mit mehreren Farbwechseln gehen schief.

Druckbild und Geschwindigkeit

Und trotzdem mögen wir den Kobra 3 richtig gerne. Er ist unfassbar schnell, mit bis zu 600 mm/s. Dabei ist er nicht außergewöhnlich laut und hat, sofern man das so sagen kann, sogar eine sehr angenehme Geräuschkulisse. Auch die Bedienung auf dem Touchscreen-Interface klappt gut.

Das rechte Benchy war vorgeslicet im Speicher des Druckers hinterlegt und war nach 12 Minuten fertig, das linke Benchy haben wir selbst geslicet – es hat 40 Minuten gedauert. Das mittlere Benchy hat der Bambu A1 Mini in einer Stunde mit höherer Auflösung gedruckt.

Wir haben diverse Drucke gestartet, darunter mehrere Benchys und Print-in-Place-Mechaniken, die am Stück gedruckt werden und dann flexibel sind, um die Präzision des Drucks zu ermitteln. Außerdem Statuen und Figuren, um die Oberflächenqualität zu checken. Leider können wir nicht sagen, dass alle Drucke ohne Probleme abgelaufen sind: Wir hatten mehrere Fehldrucke. Bei einem war’s ein sehr empfindlicher Druck ohne große Auflagefläche – das ist okay. In allen anderen Fällen war es ein mehrfarbiger Druck, der aufgrund der anhaftenden Filamentreste einfach nicht in Form bleibt und dann früher oder später durch die Bewegungen des Druckkopfs abgerissen wird – denn für den Drucker sollte sich dort ja auch nichts befinden.

Der Reihe nach: Die Präzision der Drucke ist extrem hoch. Beim Sliding Puzzle, das wir immer in drei Varianten mit unterschiedlich großem Abstand zwischen den Schiebeteilen drucken, waren alle Puzzleteile beweglich – auch beim kleinsten Druck. Der Kobra 3 ist der erste Drucker außer den Bambu-Labs-Druckern, dem das gelingt. Die Oberfläche sieht in den meisten Fällen gut aus, allerdings würden wir uns mehr Profile mit unterschiedlichen Voreinstellungen und Auflösungen wünschen – dann würden Modelle wie die Spiderman-Büste noch besser aussehen. Die Druckgeschwindigkeit ist sehr hoch; der Kobra 3 gehört zu den schnellsten FDM-Druckern, die wir je im Test hatten.

Preis und Alternativen

Der Kobra 3 kostet beim Hersteller 369 Euro ohne Filamentwechselsystem und als Combo-Paket mit Ace Pro 449 Euro. Das Set hat einen guten Preis, denn Ace Pro kostet einzeln zum Nachkaufen 299 Euro. Für den gleichen Preis gibt es die Drucker beim österreichischen Händler 3D-Jake (Anycubic Kobra 3 / Combo mit Ace Pro). Der größte Vorteil im Vergleich zum Kauf in China: Es gelten europäische Verbraucherschutz- und Gewährleistungsrechte. Dafür erfolgt die Auslieferung bei 3D-Jake erst Mitte August, während Anycubic den Versand innerhalb von 24 Stunden verspricht.

Für einen vergleichbaren Preis gibt es allerdings auch etwas von Bambu Lab. Der A1 Mini mit kleinerem Druckvolumen (18 x 18 x 18 cm) kostet 199 Euro, mit Farbwechselsystem AMS Lite 349 Euro – und das funktioniert schon jetzt, während Anycubic erst noch mit Software-Updates nachlegen muss. Der Bambu A1 mit vergleichbarem Bauraum kostet ohne Materialwechsler 339 Euro – und damit exakt so viel wie der Kobra 3. Mit AMS kommt er auf 499 Euro und liegt damit leicht über dem Kobra 3 Combo.

Fazit

Selten ist uns eine Bewertung so schwergefallen. Wir haben hier erstklassige Hardware, ein extrem durchdachtes Materialwechselsystem, spannende Eigenentwicklungen wie die im Ace Pro integrierte Filament-Trocknung – und leider eine Software, die nicht hält, was der Drucker verspricht. Mit Ace Pro können wir den K3 aktuell schlicht nicht empfehlen, weil uns kein einziger mehrfarbiger Druck so wirklich gelungen ist. Ohne Ace Pro ist der Drucker sehr gut, es fehlt aber noch an Druckerprofilen, die findige Nutzer selbst zusammenstellen können – und früher oder später wird da auch die Community helfen. Aber da sind wir eben nicht.

Wer Anfänger ist und einen unkomplizierten Drucker sucht, sollte zu Bambu greifen. Da Bambu aber etwa so ist wie Apple, durchgestylt und geschlossen, gibt es eine Zielgruppe, die lieber auf offene Systeme zurückgreift. Da hat der K3 das Potential, der neue helle Stern am Himmel zu werden – wenn Anycubic nachlegt. Wir werden den Drucker noch einmal testen, wenn es neue Software gibt, und den Artikel dann aktualisieren.

Der Qidi Plus 4 verspricht schnelle und großformatige Drucke mit fortschrittlichen Materialien wie PA-CF, PET-CF, Nylon und ABS – zu einem konkurrenzfähigen Preis. Wir haben den 3D-Drucker mit dank beheizter Innenkammer getestet.

VORTEILE
  • Großer Bauraum und riesiger Temperaturbereich
  • Filamentauswurf und automatischer Filamentabstreifer
  • hohe Qualität des Aufbaus
NACHTEILE
  • hoher Preis
  • schwer und groß
  • kein Auto-Z

Der Qidi Plus 4 verspricht schnelle und großformatige Drucke mit fortschrittlichen Materialien wie PA-CF, PET-CF, Nylon und ABS – zu einem konkurrenzfähigen Preis. Wir haben den 3D-Drucker mit dank beheizter Innenkammer getestet.

Großer Bauraum, gefälliges Gehäuse, tolles, großes Touchscreen-Display: Bereits auf den ersten Blick macht der Qidi Plus 4 viel richtig. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass der Hersteller ziemlich genau weiß, was er tut. Daran hat sich beim neuesten Modell nichts getan: Der Plus 4 druckt wirklich gut. Aber eins nach dem anderen. Wir zeigen, wie sich der 27 kg schwere 3D-Drucker mit ansprechendem Design für 799 Euro in der Praxis schlägt.

Aufbau

Der Qidi Plus 4 kommt sicher verpackt in einem schweren Karton. Kein Wunder, er wird fast vollständig montiert mit einer Bauraumgröße von 305 × 305 × 280 mm geliefert. Das hohe Gewicht ist nicht nur den Maßen, sondern auch der stabilen Core-XY-Konstruktion und den echten Glasfenstern geschuldet. Das Kunststoffgehäuse erinnert an gebürstetes Aluminium; die Kollegen in der Redaktion nannten den Look auch „Waschmaschine“, was nicht negativ gemeint war. Insgesamt überzeugen Design und Verarbeitungsqualität auf ganzer Linie und spielen in einer deutlich höheren Liga als bei früheren Qidi-Modellen.

Zum Lieferumfang gehören neben dem größtenteils vormontierten Drucker noch Werkzeug, USB-Stick, Kabel, ein Klebestift und Ersatzteile. Dank praktischer versenkbarer Haltegriffe an der Oberseite lässt sich das Gerät zur Not auch allein transportieren. Wer kurz die Position des Druckers verändern möchte, wird sich sehr darüber freuen – der Rücken aber nicht, weswegen man trotz der praktischen Griffe besser eine zweite Person zur Hilfe holt.

Der Aufbau geht dank guter Vormontage schnell von der Hand. Lediglich sollten der Türgriff, Filamenthalter und der Bildschirm mit wenigen Handgriffen montiert werden. Die Glastür an der Front und der Glasdeckel erleichtern den Zugang zum Bauraum enorm. Gesteuert wird der Qidi Plus 4 über einen zentral angebrachten 5-Zoll-LCD-Touchscreen. Spulenhalter und USB-Anschluss sind praktischerweise auf der Rückseite platziert. Dort spuckt der Drucker auch überschüssiges Filament aus, was bei der Druckvorbereitung, dem Filamentwechsel oder dem automatischen Abstreifen der Nozzle anfällt. Das sollte man bei der Wahl des Aufstellortes bedenken.

Der 3D-Drucker unterstützt WLAN, Ethernet und die klassische Datenübertragung per USB-Stick. Die solide Dual-Z-Achsen-Konstruktion minimiert Vibrationen im 305 × 305 × 280 mm großen Bauraum. Angetrieben wird die Maschine von der aktuellen Klipper-Firmware V1.2, die Druckgeschwindigkeiten bis 600 mm/s ermöglicht – perfekt abgestimmt auf den großen Bauraum und die hohen Temperaturen.

Eine 1080p-Kamera erlaubt die Fernüberwachung des Drucks oder das Erstellen von Zeitraffer-Videos. Der aktive Kohlefilter reduziert Emissionen, und die automatische Doppelsensor-Bett-Nivellierung mit piezoelektrischem Sensor sorgt für perfekte Haftung der ersten Schicht.

Einrichtung

Vorbildlich führt ein Assistent auf dem kapazitiven Touchscreen-Display durch die Schritte, die zur Vorbereitung nötig sind. Dank des hohen Grads der Vormontage geht das ohnehin flott. Man muss ein paar Kabelbinder durchtrennen und einige Schrauben lösen, die der Hersteller als Transportsicherung eingebaut hat, ein paar Anbauteile montieren und das Filament einführen.

Das erste Software-Update mussten wir von Hand per USB-Stick durchführen; Firmware-Version 1.4.0 ist die Voraussetzung dafür, dass Updates über WLAN automatisch durchlaufen.

Die gedruckte Aufbauanleitung ist in englischer Sprache gehalten, aber anständig übersetzt, gut bebildert und klar erklärt.

Unsere favorisierte Slicer-Software am Computer ist aktuell der Orcaslicer. Praktisch, dass Qidi seine Profile hier immer direkt in den offiziellen Fork einbringt: In der Version 2.2.0 sind diverse Profile für den Plus 4 samt verschiedenen Materialien und Qualitätsstufen hinterlegt. Aktuelle Profile für andere Slicer wie Cura gibt es leider nicht, da hat der Hersteller wohl schon 2023 die Unterstützung eingestellt. Aus unserer Sicht ist das okay, aber Cura-Fans müssen wohl in den Weiten des Internets nach guten Voreinstellungen suchen oder sich selbst ans Optimieren machen.

Es gibt noch eine App namens Qidi Link, die den Zugriff auf den Drucker per Smartphone ermöglichen soll. Wer dabei auf eine so durchdachte Lösung wie bei Bambu hofft, bei der man fast von jedem Punkt der Welt einen Blick in die Druckkammer erhaschen kann und bei Problemen sofort per Push-Nachricht informiert wird, wird allerdings enttäuscht. Die Übersetzung hakt und stolpert, die Verbindung klappt so la la, die Funktionen, na ja – wir haben auf die App nach kurzem Ausprobieren gleich wieder verzichtet.

Filamente & Materialien

Der Qidi Plus 4 ist ein wahrer Materialkünstler. Das Druckbett erreicht beeindruckende 120 °C, die Druckplatte hat beidseitig eine strukturierte PEI-Oberfläche, das Hotend erreicht 370 °C (!) und eine zusätzliche Innenraumheizung bringt die Kammer auf stabile 65 °C Innentemperatur.

Ein ausreichend starkes Abluftgebläse gibt es scheinbar nicht. Wer weniger anspruchsvolles Material wie PLA verdrucken möchte, muss die Tür vorn von Hand öffnen und den Deckel oben herausnehmen, damit es im Innenraum nicht zu warm wird. Ein entsprechender Hinweis auf dem Display macht das deutlich.

Bei ABS hatten wir gelegentlich Haftungsprobleme, ...

Aber PLA kann auch jeder. Beim Einsatz von ABS oder ASA, PETG oder TPU sowie Kohlenstoff-/Glasfaserverbundstoffe kommen offene Drucker an ihre Grenzen. Der Plus 4 hingegen druckt sogar anspruchsvolle Hochleistungskunststoffe wie PPS-CF. Wir haben zum Test mehrere Mondlampen aus ABS gedruckt und dabei sehr ansehnliche Ergebnisse erhalten. Für die Druckbetthaftung war dabei der Klebestift nötig, ansonsten hatten wir keine Probleme.

... die sich mit dem Einsatz eines Klebestifts lösen ließen.

Druckbild & Geschwindigkeit

In unseren Tests erfüllte der Qidi Plus 4 die hohen Erwartungen. Wir haben dutzende Objekte gedruckt, vom schnellen oder präzisen Benchy über die Mondkrater-Lampen aus ABS und Print-in-Place-Funktionsteile hin zu einer großen Pixar-Lampe in Einzelteilen. Probleme hatten wir nur wenige. In einem Fall war die Druckvorlage fehlerhaft und hat auch auf anderen Druckern nicht funktioniert. Bei ABS ohne Klebestift gab es Haftungsprobleme. Und wer es bisher nicht weiß: Man sollte verschiedene Materialien nicht unmittelbar hintereinander drucken, sondern sollte die PEI-Druckplatte vorher sehr ordentlich mit nicht rückfettendem Spülmittel reinigen, sonst hält da nichts mehr.

Die Druckgeschwindigkeit ist mit bis zu 600 mm/s extrem hoch, was zusammen mit dem großen Bauraum für sehr kurze Druckzeiten sorgt. Präzise 1,5mm-Zahnriemen versprechen zudem eine hohe Genauigkeit und wenig Ghosting & Ringing. Die Kombination aus dem stabilen XY-Core-Aufbau und dem hohen Gewicht der Komponenten führt aber dazu, dass man einen stabilen Ort benötigt, an dem der Qidi steht. Unser höhenverstellbarer Tisch im Labor kommt ganz schön ins Schwingen, wenn der Plus 4 Vollgas gibt.

Qidi Plus 4: Ein in fein mit 0,12 mm Layerhöhe gedrucktes Nashorn, noch mit Stützstruktur im Baum-Aufbau.

Auch sehr präzise Modelle mit feinen Details sind dem Plus 4 gut gelungen. Erfreulich, dass der Hersteller gleich fünf Qualitätsstufen mit Layerhöhen von 0,28 bis 0,12 Millimeter vorgibt.

Preis & Alternativen

Mit einem Preis von für 799 Euro ist der Qidi Plus 4 kein Schnäppchen. Dafür bekommt man aber auch eine Menge geboten: großer Bauraum, Hochtemperatur-Druckkopf, aktiv beheizte Kammer, hohe Präzision und Druckgeschwindigkeit, automatische Düsenreinigung, ein hochwertiges Touchscreen-Display zur Bedienung.

Wer die Kombination aus der Größe des Druckbetts und der Flexibilität bei der Materialwahl benötigt, ist hier genau richtig. Wer sich für einen geschlossenen Drucker interessiert, will vermutlich etwas anderes drucken als PLA.

Fazit

Der Qidi Plus 4 ist kein Revoluzzer. Das meiste haben wir schon an anderen Geräten gesehen, abgesehen vielleicht von dem großen Temperaturbereich, in dem der Qidi unterwegs ist. Damit wird die klassische „Brot- und Butter-Arbeit“ aber nicht schlechter: Der Plus 4 hat sich im Test seine Freunde gemacht. Er druckt und druckt und druckt.

Kleinere Schwächen wie die schwache PLA-Kühlung, der etwas umständliche Zeitraffer-Download oder die im Vergleich zu Bambu schwache App trüben den hervorragenden Gesamteindruck kaum. Gerade für anspruchsvolle Projekte mit Hochtemperatur-Filamenten und großen Objekten ist der Qidi Plus 4 eine klare Empfehlung. Einsteiger werden dagegen eher zu günstigeren und kompakteren Alternativen greifen.

Flsun baut seine Drucker im außergewöhnlichen Delta-Aufbau mit drei Armen, die den Druckkopf im Bauraum bewegen. Zu Recht, wie der Test zeigt: Der T1 ist extrem schnell, extrem zuverlässig und arbeitet sehr genau.

VORTEILE
  • schnell
  • zuverlässig
  • gute Profile für Orca Slicer
NACHTEILE
  • Aufbau langwieriger als bei der Konkurrenz
  • kein Mülleimer zum Abstreifen des Filaments
  • Bug im Filament-Sensor

Flsun baut seine Drucker im außergewöhnlichen Delta-Aufbau mit drei Armen, die den Druckkopf im Bauraum bewegen. Zu Recht, wie der Test zeigt: Der T1 ist extrem schnell, extrem zuverlässig und arbeitet sehr genau.

Um den T1 gut zu beschreiben, bedienen wir uns einer Analogie. Würde es hier um Betriebssysteme gehen, wäre der T1 das Linux unter den 3D-Druckern. Der Bambu Lab X1 Carbon (Testbericht) wäre Apple. Kann sehr viel, macht unglaublich viel richtig – aber ist eben weniger flexibel und irgendwie zu mainstreamig für manche, während der T1 sehr viel ganz anders macht. Besser oder schlechter? Schwer zu sagen. Absoluten Anfängern würden wir nach wie vor den Griff ins Bambu-Regal raten. Für alle anderen, die auch gerne mal Config-Files editieren, könnte der T1 ein echter Geheimtipp sein – für aktuell 659 Euro.

Aufbau

Die meisten 3D-Drucker, die wir in der letzten Zeit im Test hatten, kamen entweder vollständig aufgebaut oder weit vormontiert in die Redaktion. Der Flsun T1 ist eine große Ausnahme: Der riesengroße, flache Karton enthält dutzende Einzelteile, die man erst einmal selbst zusammenbauen muss. Drei Stunden haben wir dafür gebraucht, Rekord – kaum ein anderer Drucker, bei dem wir im letzten Jahr die Endmontage selbst in der Redaktion durchgeführt haben, hat uns länger als eine Stunde beschäftigt. Beim T1 muss man den Rahmen des Druckers aus Einzelteilen zusammensetzen, die Mechanik einhängen, die Stecker verbinden und dann noch (Achtung, Finger!) die Seitenscheiben aus Plexiglas und die Tür aus Echtglas montieren.

Der große Vorteil: Eben weil der T1 so anders ist als die meisten anderen Drucker, weiß man hinterher zumindest, wie das alles funktioniert. Zumindest im Test haben wir dieses Wissen aber gar nicht gebraucht. Einmal zusammengebaut, hat der T1 perfekt all das umgesetzt, was wir von ihm erwartet haben.

Ungewöhnlich sind die großen Abmessungen des dreieckigen Gehäuses: Mit einer Höhe von fast 85 Zentimetern und einer Kantenlänge von 44 bis 50 Zentimetern ist der T1 einfach ein ziemlich großer Kasten im Vergleich zu anderen Druckern. Höhe und Form sind dem Delta-Aufbau geschuldet. Und wo wir schon mal dabei sind: Ein Preis für die irrsinnig hohe Druckgeschwindigkeit ist der Bauteilkühler. Der eigentliche Lüfter sitzt nicht, wie sonst üblich, auf dem Druckkopf, sondern oben im Gehäuse. Der Luftstrom wird über eine Art Staubsauger-Schlauch nach unten zum Druckkopf transporiert. Das ist gut für die Präzision bei hoher Geschwindigkeit, weil es die bewegte Masse reduziert. Der Preis dafür: Der Drucker ist laut wie ein Staubsauger – und hat auch ein vergleichbares Klangbild. Wer einen Hobbykeller hat, hat damit kein Problem. Wenn der Drucker aber in der Nähe des Wohnbereichs steht, ist die hohe Lautstärke eventuell ein Ausschlusskriterium.

Im Detail zeigen wir den Aufbau des Flsun T1 in der folgenden Fotostrecke:

Einrichtung

Sobald der Drucker aufgebaut ist, führt das hochauflösende Display den Nutzer zum ersten Druck. Sprache wählen, WLAN einrichten, Drucker und Druckbett kalibrieren – all das klappt komfortabel über ein Touchscreen-Interface, das keine Fragen offenlässt. Eine Handvoll vorbereiteter Drucke findet sich bereits im Speicher, sodass man ohne Installation einer Slicer-Software erste Experimente durchführen kann – und schon knapp zehn Minuten nach dem ersten Einschalten steht das erste Benchy im Bauraum. Wir drucken ein paar Modelle und möchten dann unsere eigenen Gegenstände nach unseren Vorstellungen slicen und drucken. Auf dem mitgelieferten USB-Stick befindet sich der hauseigene Flsun-Slicer in einer Version für Windows und einer für Mac OS – das kennen wir schon. Und haben erst einmal schlechte Laune.

Denn: Viele 3D-Drucker-Hersteller möchten uns ärgern. Statt gute Profile für die verbreiteten Open-Source-Slicer-Programme wie Cura oder Orca Slicer zur Verfügung zu stellen, lieben es die Chinesen, (ur-)alte Versionen von Cura & Co. mit eigenem Namen und Logo zu rebranden und nur dort die Profile für ihre Drucker unterzubringen, so dass sogar ein Update des Slicers nicht ohne weiteres möglich ist – und dabei moderne Funktionen wie die baumartige Stützstruktur nicht zur Verfügung stehen.

Wohlwollend haben wir dagegen festgestellt, dass Flsun neben seinem eigenen Flsun-Slicer, der auf der Open-Source-Software Slic3r basiert, auf seiner Webseite Orca-Profile zum Download anbietet und sogar bei Github für den Orca-Slicer eingereicht hat. Vielleicht waren wir noch minimal zu früh dran, denn zunächst gab es nur ein Profil (oder einen Prozess) mit einer Layerhöhe von 0,2 mm und keine Prozesse für schnelleren Druck oder feinere Details – doch die hat der Hersteller just am letzten Wochenende nachgelegt. Wir haben sie der Nightly Build Beta-Version des Orca-Slicers entnommen und damit sehr gute Erfahrungen gemacht; mit dem nächsten größeren Orca-Update werden die Profile dann standardmäßig enthalten sein.

Im Orca Slicer tragen wir noch die IP-Adresse des Druckers ein, sofort erscheint dort dann auch das Web-Interface der Klipper-Oberfläche inklusive Live-Bild, Statistiken, Zugriff auf den Speicher und so weiter. So einfach kann es sein. Danke, Flsun! Die meisten anderen Hersteller haben das nicht geschafft; wir mussten erst mit Terminal und eMMC-Flash-Adapter an der Firmware hantieren, bis diese Grundfunktionen erfolgreich liefen. Vermutlich haben wir beim Elegoo Neptune 4 Max viel mehr Zeit in das Firmware-Gebastel investiert als der umfangreichere Aufbau des Flsun T1 gedauert hat; das zeitliche Investment ist also gut angelegt.

Dass die Kamera dabei ungünstig montiert ist, viel zu tief sitzt und einen Ausschnitt der Druckfläche zeigt – na gut, das ignorieren wir jetzt mal. Schließlich ist die Lösung in Form eines Statives zum Ausdrucken im Speicher des Druckers abgelegt. Wobei wir lieber Work-Around als Lösung sagen würden.

Material

Zunächst haben wir eine bereits offene Rolle schwarzes High-Speed-PLA in den T1 eingelegt. Die Rollenhalterung oben im Inneren des Gehäuses ist zu ungewöhnlich wie die Halterung, bei den ersten beiden Rollenwechseln haben wir harte Kratzer beim Entnehmen des Metall-Riegels in die Plastik-Seitenscheiben gehauen und uns geärgert. Doch die hohe Geschwindigkeit und die gute Qualität der ersten Drucke konnten uns besänftigen. Zumindest, bis das schwarze PLA aufgebraucht war und wir das mitgelieferte (!) weiße HS-PLA eingelegt haben. Schon beim Einlegen meldet der Drucker: Filament leer.

Das Problem kennen wir: Schwarzes Filament geht, weißes nicht. Vermutlich setzt Flsun auf eine Lichtschranke, um zu erkennen, ob das Filament noch geführt wird oder nicht. Und vermutlich ist Flsun jetzt darüber gestolpert, dass das Licht der Lichtschranke zwar nicht durch das schwarze PLA leuchtet, aber offensichtlich ausreichend stark durch das weiße PLA. Kein Problem, man kann den Filament-Sensor im Menü abschalten. Ist nicht schön, aber für den Moment okay. Lustige Anekdote: Mit dem Schalter im Menü des Druckers schaltet man den Sensor nicht ab, nur dessen Fehlermeldung. Der Drucker bleibt also trotzdem stehen. Der Hersteller hat uns eine Anleitung geschickt, wo man den Sensor in der Konfigurationsdatei dauerhaft deaktiviert, bis ein Firmware-Update das Problem nachhaltig beheben soll. Immerhin: In der aktuellen Firmware funktioniert das Abschalten des Sensors, dann muss man wenigstens nicht mehr editieren.

Aufgrund des großen Temperaturbereichs von Düse (bis 300 Grad) und Druckbett (bis 110 Grad) sowie dem komplett geschlossenen Bauraum (bis 50 Grad) ist auch das Drucken von empfindlicheren Materialien wie ABS oder ASA möglich. Gegen den Mief hat der T1 einen austauschbaren Luftfilter im Deckel, wobei das nicht an die Luftführung mit Umluft und Abluft und Filteroption des Flashforge 5M Pro (Testbericht) heranreicht.

Druckbild und Geschwindigkeit

Das im Drucker-Speicher hinterlegte Benchy wird zwar in gut zehn Minuten fertig, sieht aber nur so mittelmäßig gut aus. Alle anderen Modelle aus dem Speicher gelingen hervorragend. Ein anständiges Benchy ist in 11 bis 12 Minuten fertig – ein genial guter Wert für ein tolles Ergebnis.

Tatsächlich rödelt der T1 im Test bei uns oft mit Druckgeschwindigkeiten zwischen 50 und 60 cm/s. Das muss man fast gesehen haben, die flinken Bewegungen der Arme sind ein echtes Spektakel. Bei hohem Drucktempo sollte der T1 auch auf einem stabilen Tisch oder direkt auf dem Boden stehen.

Wir hatten keinen einzigen Fehldruck, wenn man mal von dem Anfangsproblem mit dem weißen Filament absieht. Vasen, Figuren, Berge, Hügel: Alles sieht gut aus. Okay, hier und da müssen wir noch an den Slicer-Einstellungen optimieren; bei einem Zylinder sieht man beispielsweise den Ort, an dem eine neue Ebene anfängt, sehr deutlich. Insgesamt: Hut ab – vor allem in Anbetracht der hohen Druckgeschwindigkeit.

Auch Funktionsteile und Print-in-Place haben funktioniert. Unser berüchtigtes Sliding Puzzle fällt mit einem Abstand von 0,3 mm zwischen den Schiebeteilen schon beim Abnehmen von der Druckplatte fast auseinander. Die 0,2-mm-Version passt perfekt, bei der 0,15-mm-Ausführung mussten wir ein Eckstück mit sanfter Gewalt lösen, bis es sich gut schieben lies. Zum Vergleich: Der Sceoan Windstorm S1 hat nicht mal mit 0,3-mm-Abstand ein auch nur ansatzweise funktionierendes Ergebnis abgeliefert.

Preis und Alternativen

Der Flsun T1 kostet bei Händlern, die aus Deutschland versenden, aktuell 659 Euro. Das ist mehr, als viele andere 3D-Drucker kosten (Top 10: Die besten 3D-Drucker). Noch teurer ist vor allem unser Testsieger, der Bambu X1 Carbon, der vor allem für Anfänger immer noch der absolute Top-Tipp ist. Im Vergleich zu günstigeren Multi-Materialdruckern wie dem Flashforge 5M Pro oder dem Qidi Q1 Pro ist der Flsun T1 ein gutes Stück schneller.

Wer vor allem PLA drucken möchte, kann auch tiefer ins Regal greifen. Je nach nötigem Bauraum – je größer, um so größer die Drucke – empfehlen wir Anfängern hier noch einen Blick auf den 200 Euro teuren Bambu A1 Mini oder den Anker Make 5c.

Der Bauraum des T1 ist mit 26 cm im Durchmesser und 33 cm in der Höhe ungewöhnlich, weil eben rund und nicht würfelförmig. In den meisten Fällen macht das keinen Unterschied, aber Vorsicht: Die 33 cm erreicht der Drucker aufgrund seines Delta-Aufbaus nur in der Mitte, an den Rändern geht es mechanisch bedingt nicht ganz so hoch.

Egal ob direkt beim Hersteller, bei chinesischen Shops oder im Preisvergleich: Der T1 kostet aktuell überall 659 Euro. Wenn es keinen ordentlichen Rabatt gibt, würden wir bei einem Händler aus der EU kaufen, um keine Risiken bezüglich Rückgabe, Garantie & Co. einzugehen – etwa bei 3DJake.

Fazit

Wenige Drucker haben in unserer Redaktion so viel Aufmerksamkeit bekommen wie der Flsun T1. Hauptgrund dafür ist der ungewöhnliche Delta-Aufbau, das große, dreieckige Gehäuse und das unfassbare Tempo. Überzeugt hat er mit problemlosem Drucken, guten Ergebnissen und einer hohen Geschwindigkeit. Dass er uns am Anfang mit Slicer und Profilen geärgert hat, geschenkt: Inzwischen hat der Hersteller das vorbildlich gelöst. Jetzt muss Flsun nur noch den Filament-Sensor in den Griff bekommen und beim Nachfolger die Kamera etwas besser justieren, dann haben wir auch nichts mehr zu meckern.

Qidi Tech hat mit seinem X-Max 3 den größten unter den superschnellen 3D-Druckern im Angebot. Noch dazu ist er einfach aufzubauen, noch einfacher zu bedienen – und hat bei uns fast perfekt funktioniert.

Qidi Tech hat mit seinem X-Max 3 den größten unter den superschnellen 3D-Druckern im Angebot. Noch dazu ist er einfach aufzubauen, noch einfacher zu bedienen – und hat bei uns fast perfekt funktioniert.

Was für eine große Kiste, dachten wir uns, als der X-Max 3 geliefert wurde. Aber auch ohne Umverpackung haben wir hier eher einen Kühlschrank im Labor stehen als das, was wir in der Vergangenheit als 3D-Drucker bezeichnet haben. Ein Bauraum von 32,5 × 32,5 cm mit einer maximalen Höhe von 31,5 cm kann sich sehen lassen. Zwar gab es schon früher diverse große 3D-Drucker, aber der Qidi kann sich auch in puncto Geschwindigkeit sehen lassen: Bei feiner Druckeinstellung geht es mit bis zu 330 mm/s zur Sache. Noch dazu überzeugt das anfängertaugliche Gesamtkonzept.

Wie sich der Qidi X-Max 3 in der Praxis schlägt, zeigen wir in unserem ausführlichen Testbericht. Mehr Modelle dieser Kategorie finden sich in der Top 10: Der beste 3D-Drucker mit Filament kostet nur 366 Euro.

Aufbau

Idealerweise hat man eine zweite Person zur Hand, wenn man den X-Max 3 aus seinem Karton hebt, und schon einen Platz vorbereitet, an dem der Qidi dann stehen darf. Die eigentliche Inbetriebnahme ist keine große Sache. Auf den ersten Blick sind einige Transportsicherungen in Form von Styropor-Blöcken zu erkennen und klar markiert, außerdem muss man die Halterung für die Filamentspule anbringen – eine Sache von wenigen Minuten, auch wenn man keinerlei Erfahrung mit 3D-Druckern hat.

Dann heißt es: Stecker rein und einschalten. Durch alle weiteren Schritte führt das Touchscreen-Display auf der Vorderseite. Es zeigt sogar an, wo man mit der Schere noch Kabelbinder entfernen soll, die ebenfalls der Transportsicherung gedient haben. Anschließend gibt es noch ein paar Schrauben zu lösen, die das Druckbett für den Transport in Position gehalten haben. Sobald alle Aufbauarbeiten erledigt sind und sich die Mechanik im Inneren des Qidi problemlos bewegen kann, muss man die Höhe der z-Achse kalibrieren. Das erfolgt hier noch auf die klassische Weise mit einer mitgelieferten Karte aus Kunststoff, die man zwischen Düse und Druckbett hält und in kleinen Schritten den Abstand über den Touchscreen anpasst. Danach vermisst der X-Max 3 die Höhenunterschiede seines Druckbetts automatisch mithilfe eines BL-Touch-Sensors, bei dem er insgesamt 25 Positionen des Druckbetts abtastet und ein Höhenprofil erstellt.

Sofort danach kann der erste Testdruck starten; passende Dateien für erste Experimente sind gleich dabei. Wer eigene 3D-Modelle drucken möchte, benötigt eine Slicer-Software auf seinem Computer. Der Hersteller gibt den sogenannten Qidi-Slicer dazu, bei dem es sich um eine angepasste Version der Open-Source-Software Prusa Slicer handelt – aber selbstverständlich kann man auch Cura, Prusa Slicer oder eine andere Software wie Simplify3D verwenden.

Der X-Max 3 ist ein 3D-Drucker, bei dem der Hersteller viel richtig gemacht hat. Ein stabiler XY-Core-Aufbau, eine leistungsfähige Recheneinheit mit Klipper-Firmware, ein großer Touchscreen und eine Druckbett-Abtastung – das sollte es heute mindestens sein. Beim Qidi kommt noch ein durchdachtes Gehäuse mit transparenter Tür vorne und herausnehmbaren Deckel oben dazu. Druckt man „einfache“ Materialien wie PLA, bekommt man vor dem Druck den Hinweis, man solle den Deckel entnehmen und die Tür öffnen, damit es im Inneren nicht zu warm wird. Bei anderen Materialien hingegen ist ein heißerer Innenraum nötig, dann werden die Luken geschlossen.

Die Filamentrolle sitzt auf der Rückseite des Druckers in einer Kunststoff-Box mit Fach für Silikatgel. Der Hersteller nennt das etwas hochtrabend „Trockenbox“, aber in der Tat: Gerade bei längerem Stillstand sollte man das Filament vor allem geschützt vor Feuchtigkeit aufbewahren, da manche Kunststoffe „Wasser ziehen“ und die Filamente dann spröde werden und ihre Eigenschaften verändern. Beim Qidi muss man sich um solche Feinheiten nicht kümmern. Auspacken, einschalten, losdrucken, abschalten, fertig. Wer es einfach und wartungsarm mag, ist hier richtig.

Der Aufbau ist stabil und wirkt durchdacht. Für eine möglichst große Material-Bandbreite gibt es auch einen anderen Druckkopf mit einem Extruder für höhere Temperaturen. Der Wechsel zwischen den Extrudern erfolgt schnell und fummelfrei. Mit dem Hochtemperatur-Extruder kann der Qidi mit bis zu 350 Grad drucken, das Druckbett erreicht 120 Grad, der Innenraum des Druckers 65. In der Praxis sind es eher 60, aber wir hatten in der Praxis keinerlei Probleme deswegen.

Für die Verstellung der z-Achse läuft das Druckbett links und rechts an jeweils zwei Führungsstangen aus Stahl mit je einer Kugelumlaufspindel auf jeder Seite. Die zwei Antriebe erlauben ein leichtes Neigen des Druckbetts, um Höhenunterschiede bei Druck ausgleichen zu können. Das Druckbett selbst besteht aus beidseitig PEI-beschichtetem Federstahlblech, das magnetisch gehalten wird. Damit klappt die Entnahme der Druckmodelle einfach und komfortabel.

Druckbild & Geschwindigkeit

Für den ersten Test lassen wir traditionell gerne das 3D-Benchy-Boot raus, der Einfachheit halber in PLA gedruckt. Mehr Informationen und Testergebnisse zu unterschiedlichen Filamenten zeigt unser Beitrag Filamente im Druck- und Qualitätstest. Wenn man genau hinsieht, findet man beim Benchy Punkte mit Verbesserungspotenzial – insbesondere die Bögen über den Türen der Kabine des Boots. Wenn man sich allerdings überlegt, dass der Druck dieses Benchys gerade einmal 14 Minuten gedauert hat, dann ist man lieber leise. Der Detailgrad des Benchys ist beeindruckend. Der Qidi ist ein Highspeed-Drucker, und er druckt nicht nur schnell, sondern für die Geschwindigkeit auch sehr sauber.

Wir haben verschiedene Funktions- und Design-Modelle gedruckt, von einem Redbull-Dosenhalter für den Kühlschrank über ein Amulett bis zu einer Spiderman-Figur. Beinahe hätten wir schreiben können, dass der Qidi alles perfekt gemeistert hat. Hat er dann aber doch nicht: Beim letzten Druck im Rahmen dieses Tests ist das Filament in der Zuführung gebrochen. Zwar hat der X-Max 3 einen Filamentsensor, doch der Bruch ist nach dem Sensor passiert – und der Qidi hat in der Luft weitergedruckt. Es war kein Drama, es war ein kleines Teil und es ist schon kurz nach dem Start des Drucks passiert. Dennoch ist das schade, zumal genau für solche Fälle der Filamentsensor gedacht ist. Diesen müsste man aber am Druckkopf und nicht in der Aufbewahrungs-Box der Rolle unterbringen, damit er nicht nur beim Leerlaufen der Rolle, sondern auch beim Bruch der Spule zuverlässig meldet.

Wichtig ist ein stabiler Ort, an dem der Qidi stehen kann. Die bewegte Masse ist groß – so groß, dass Arbeiten auf einem Laptop, der auf dem gleichen Schreibtisch steht wie der Qidi, fast unmöglich wird. Der Bildschirm wackelt, der ganze Tisch zittert. Das ist eben der Preis für so einen schnellen und so einen großen Drucker: Er benötigt einen angemessenen und vor allem sehr stabilen Platz. Ein altes, windiges Ikea-Regal reicht dafür nicht aus.

Alternativen & Preis

Der Qidi X-Max 3 hat einen großen Bauraum, ist superschnell eingerichtet, einfach zu bedienen und druckt extrem schnell und dafür sehr sauber. Er kommt dank zweier Extruder und komplett geschlossenem Bauraum mit trockener Filament-Kammer mit nahezu allen Materialien klar, die man aktuell drucken kann. Sein größter Feind ist der Preis von stolzen 1000 Euro.

Unser Testgerät wurde uns von Geekbuying zur Verfügung gestellt. Käufer bekommen den Drucker dort aktuell für 749 Euro inklusive Versand aus Europa; das ist aktuell der Bestpreis für das Gerät.

Wer groß drucken möchte, aber weder die Einhausung für eine möglichst große Kompatibilität zu Materialien benötigt noch die hohe Druckgeschwindigkeit, bekommt mit dem Elegoo Neptune 3 Plus (Testbericht) einen hervorragenden Großraumdrucker (32 × 32 × 40 cm) für weniger als 350 Euro.

Fazit

Ein 3D-Drucker mit großem Bauraum, hoher Geschwindigkeit, exzellenter Ausstattung und einem klugen Aufbau hat seinen Preis. Einen besseren schnellen Großraum-Drucker gibt es derzeit nicht auf dem Markt – wer so etwas sucht, ist hier genau richtig. Zwar gibt es deutlich günstigere Alternativen, aber mit starken Einschränkungen in den Bereichen Materialauswahl und Druckgeschwindigkeit. Also, kurz und knapp: Der Qidi X-Max 3 ist der derzeit beste, schnelle 3D-Drucker.

Mit 1000 Euro ist er für den Einsatz im Hobbykeller zwar ziemlich teuer und in den meisten Fällen wohl auch überdimensioniert, aber für den semiprofessionellen Einsatz gibt es von uns eine klare Kaufempfehlung.

ZUSÄTZLICH GETESTET
Creality K1 Max
Sceoan Windstorm S1
Elegoo Neptune 4 Max
Artillery Sidewinder X2
Ankermake M5C
Anycubic Vyper
Flashforge Creator Pro 2
Qidi Q1 Pro
Anycubic Kobra 2
Bambu Lab P1S
Mingda Magician Pro im Test: XL-3D-Drucker mit Autoleveling & Direct-Drive