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Top 10: Der beste Open-Ear-Kopfhörer im Test – Shokz vor Beyerdynamic & JBL

BL Open-Ear-Kopfhörer Aufmacher

Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei – und klingen mittlerweile trotzdem richtig gut. Wir zeigen die 10 besten Open-Ears aus etwa 30 Tests.

Die Kategorie der Open-Ear-Kopfhörer hat in den vergangenen Jahren einen massiven Boom erlebt. Kein Wunder. Schließlich lassen die Kopfhörer den Gehörgang frei, um akustisch ungefiltert die Umgebung zu hören. Das ist etwa im Straßenverkehr oder beim Sport ein echter Vorteil. Trotzdem bieten Open-Ear-Kopfhörer zunehmend besseren Klang – auch wenn sie bisher nicht ganz an hochwertige In-Ear- oder Open-Ear-Kopfhörer herankommen.

Der erste kommerziell erfolgreiche Kopfhörer, der beim Musikhören den Gehörgang offen lässt, kam von Shokz und setzte auf eine Tonübertragung per Knochenschall. Mittlerweile gibt es eine erfolgreiche Gegenbewegung – die besten Open-Ear-Kopfhörer nutzen Luftschall statt Knochenschall.

Wir haben etwa 30 dieser offenen Modelle getestet und zeigen hier die zehn besten Open-Ear-Kopfhörer.

Welcher Open-Ear-Kopfhörer ist der beste?

Unser Testsieger ist der Shokz Openfit Pro für 249 Euro (Expert). Er zeigt eindrucksvoll, dass ANC bei Open-Ear-Kopfhörern funktionieren kann und es bis zur Klangqualität von In-Ear-Kopfhörern nicht mehr weit ist.

Ganz neu schiebt sich der Beyerdynamic Amiron 200 für 179 Euro (Amazon) auf den zweiten Platz als unser Technologiesieger. Er überzeugt mit dynamischem, detailliertem Sound, 11 Stunden Akkulaufzeit und sehr hohem Tragekomfort.

Der Huawei Freearc für 66 Euro (Amazon) ist unser Preis-Leistungs-Sieger. Der Kopfhörer sitzt hervorragend und ist trotz seines recht hohen Gewichts kaum spürbar. Auch der Klang überzeugt. Zudem bietet er eine extrem gute Qualität beim Telefonieren.

Wer Open-Ear-Kopfhörer im Clip-on-Design will, der sollte sich die Huawei Freeclips 2 für 179 Euro (Amazon) genauer anschauen / anhören. Sie sind elegant, äußerst bequem und bieten einen klaren Klang mit guter Sprachqualität.

KURZÜBERSICHT

Shokz Openfit Pro

Die Shokz Openfit Pro bieten erstmals ANC im Open-Ear-Design, was an sich schon sehr beachtlich ist. Zudem bieten sie perfekten Halt, eine durchdachte Bedienung, prima Sound und eine richtig gute App mit vielen Features. Aktuell kostet er 249 Euro (Expert).

VORTEILE
  • guter Open-Ear-Klang
  • Tragekomfort und Halt
  • ANC-Feature
  • Dolby Atmos
NACHTEILE
  • keine Hi-Res-Codecs
  • teuer

Beyerdynamic Amiron 200

Klanglich ganz vorn: Die Beyerdynamic Amiron 200 überzeugen mit dynamischem, detailliertem Sound, 11 Stunden Akkulaufzeit und hohem Tragekomfort. Schwächen bei Outdoor-Telefonie und fehlendes Qi-Laden trüben das Bild leicht. Die Beyerdynamic Amiron 200 kosten aktuell 179 Euro (Amazon).

VORTEILE
  • hervorragender Klang
  • starke Akkulaufzeit (11 h)
  • bequemer, sicherer Sitz
  • solide Verarbeitung (IP54)
  • anpassbare Touch-Steuerung
NACHTEILE
  • großes Ladecase
  • Telefonie in lauter Umgebung schwach

Huawei FreeArc

Die Huawei Freearc sitzen ausgezeichnet und sind trotz ihres recht hohen Gewichts kaum spürbar. Auch der Klang überzeugt. Dabei sind sie mit derzeit 66 Euro (Amazon) vergleichsweise günstig. Die Huawei Freearc sind damit eine gute Wahl für preisbewusste Sportler, die beim Joggen oder Radfahren auf Open-Ear-Kopfhörer setzen.

VORTEILE
  • guter Klang
  • hoher Tragekomfort
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
NACHTEILE
  • App für Android-Nutzer umständlich zu installieren
  • wenig Bass
  • Akkulaufzeit dürfte länger ausfallen
Ratgeber

Welche Vorteile haben Open-Ear-Kopfhörer?

  • Sie lassen den Gehörgang frei, um beim Musikhören die Umgebung besser zu hören. Dies ist besonders für Sportler und Verkehrsteilnehmer von Vorteil.
  • Sie sind oft komfortabler als herkömmliche Kopfhörer, da sie keinen Druck auf den Gehörgang ausüben.
  • Einige Knochenschallmodelle eignen sich zum Schwimmen oder anderen Wassersportaktivitäten.

Welche Nachteile haben Open-Ear-Kopfhörer?

  • Die Klangqualität von Open-Ear-Kopfhörern ist häufig nicht so gut wie bei In-Ear- oder Over-Ear-Kopfhörern.
  • Umgebungsgeräusche können den Musikgenuss negativ beeinflussen.
  • Andere können teilweise mithören.
Open-Ear-Kopfhörer gibt es in vielen Ausführungen.

Was ist ein Knochenschall-Kopfhörer?

Knochenschall-Kopfhörer nutzen den Schädelknochen, um Schall über Vibrationen an das Innenohr zu übertragen, anstatt den Schall über den Gehörgang und das Trommelfell zu leiten, wie es bei den meisten anderen Kopfhörern der Fall ist.

Knochenschall-Kopfhörer sind nicht für alle gleichermaßen geeignet. Einige können Schwierigkeiten haben, Schall über Knochenschall-Kopfhörer wahrzunehmen, insbesondere wenn sie ein sensibles Gehör oder eine Hörbeeinträchtigung haben.

Die Klangqualität von Knochenschall-Modellen ist nicht so gut wie bei Kopfhörern, welche den Sound über das Trommelfell zum Innenohr leiten. Auch deswegen sind die reinen Knochenschall-Varianten offenbar wieder auf dem Rückzug und machen Platz für Open-Ear-Kopfhörer mit Luftschallübertragung. Bei ihnen sitzt die Membran direkt vor dem Hörkanal. Sie erreichen so eine bessere Audioqualität und lassen dennoch Umgebungsgeräusche ins Ohr. Je besser sie sitzen, desto besser ist auch ihr Klang. So können zwei unterschiedliche Personen bei denselben Kopfhörern zu ganz anderen Klangeindrücken kommen.

Die Kunst besteht auch darin, nicht die gesamte Außenwelt am Gehörten teilhaben zu lassen. Das gelingt insgesamt gut, auch wenn Personen in der Nähe noch immer mehr mithören als bei guten In-Ear-Kopfhörern (Bestenliste) oder Over-Ear-Kopfhörern (Bestenliste).

Kaufkriterien für Open-Ear-Kopfhörer

Tragekomfort: Clip-on-Kopfhörer bieten unserer Erfahrung nach den höchsten Tragekomfort. Diese Varianten passen hervorragend zu Brillenträgern, langen Büro-Tagen und intensiven Sporteinheiten (Beispiele: Huawei FreeClip 2 oder Beyerdynamic Amiron Zero). Aber auch klassische Bügelmodelle, die auf dem Ohr liegen, sind deutlich bequemer als In-Ear- oder Over-Ear-Modelle und können von den meisten über viele Stunden schmerzfrei getragen werden.

Klangqualität: Dual-Driver-Technik und Bass-Boost-Funktionen in Kombination mit einer guten App und Equalizer bieten den besten Sound. Viele aktuelle Modelle unterstützen LDAC oder aptX Adaptive und liefern Hi-Res-Audio auf Android-Geräten. Dabei zeigen die Beyerdynamic Amiron 200 eindrucksvoll, dass Open-Ear-Kopfhörer auch ohne Hi-Res-Codec richtig gut klingen können.

Akkulaufzeit: Gute Modelle erreichen 8 bis 12 Stunden Spielzeit. Qi-Wireless-Charging und Schnellladen (10 Minuten für 2 bis 4 Stunden) sind ebenfalls empfehlenswert.

App und Bedienung: Apps von Shokz, Soundcore und Huawei erlauben die individuelle Anpassung des Equalizers, Firmware-Updates, eine Find-My-Headphones-Funktion und die Konfiguration der Touch-Bedienung. Wir bevorzugen physische Knöpfe an den Earbuds. Diese minimieren versehentliche Eingaben.

Schutzklasse: IP54 oder höher schützt zuverlässig vor Schweiß und Regen beim Sport. Modelle mit IPX7 eignen sich zusätzlich für Schwimmen und Wassersport.

Telefonie: Geräuschunterdrückung kombiniert mit mehreren Mikrofonen sorgt für klare Gespräche auch in lauter Umgebung. Dabei haben unsere Tests gezeigt, dass nicht immer die teuersten Modelle auch die beste Telefoniequalität bieten. Wir lieben etwa die günstigen Huawei Freearc zum Telefonieren.

Wie koppelt man Open-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth?

Open-Ear-Kopfhörer verbinden sich schnell und einfach in wenigen Schritten mit dem Smartphone:

  1. Kopfhörer einschalten – meist durch Öffnen des Ladecases oder durch langes Drücken der Taste, bis die LED blinkt.
  2. Bluetooth in den Smartphone-Einstellungen aktivieren.
  3. Das gewünschte Modell aus der Liste (z. B. Shokz OpenFit Pro oder Soundcore Aerofit 2) wählen.
  4. Die Kopplung bestätigen – häufig ertönt die Sprachansage Connected.
  5. Bei Modellen mit Multipoint-Funktion einfach das zweite Gerät äquivalent dazu koppeln. Die Kopfhörer wechseln dann automatisch zwischen den Geräten.

Tipp: Die passende Hersteller-App ermöglicht Firmware-Updates, die Feinanpassung des Equalizers und die automatische Aktivierung von Codecs wie LDAC bei kompatiblen Geräten.

Die günstigsten Open-Ear-Kopfhörer

Ab etwa 60 Euro bieten Hersteller bereits leistungsstarke Open-Ear-Kopfhörer an. Modelle wie der Huawei FreeArc oder der Earfun Openjump überzeugen mit gutem Bass, langer Akkulaufzeit und solider Schutzklasse. Sie richten sich vor allem an Einsteiger, Pendler und Sporteinsteiger und erreichen rund 80 Prozent der Leistung teurer Premium-Modelle.

Fazit

Open-Ear-Kopfhörer sind bequem, mittlerweile recht günstig und lassen den Gehörgang frei. So sind alle Umgebungsgeräusche ungefiltert zu hören.

Einen großen Nachteil haben alle Open-Ear- und Knochenschall-Kopfhörer: Sie bieten eine geringere Audioqualität als In- und Over-Ear-Kopfhörer – auch wenn sich hier in den vergangenen Monaten sehr viel getan hat. Für noch besser klingende Alternativen empfehlen wir die folgenden Bestenlisten:

BESTENLISTE

Mit den Openfit Pro zeigt Shokz die ersten Open-Ear-Kopfhörer mit ANC. Doch wie gut funktioniert die Geräuschunterdrückung mit der offenen Bauweise wirklich?

VORTEILE
  • guter Open-Ear-Klang
  • Tragekomfort und Halt
  • ANC-Feature
  • Dolby Atmos
NACHTEILE
  • keine Hi-Res-Codecs
  • teuer

Mit den Openfit Pro zeigt Shokz die ersten Open-Ear-Kopfhörer mit ANC. Doch wie gut funktioniert die Geräuschunterdrückung mit der offenen Bauweise wirklich?

Gerade in den vergangenen Jahren hat Open-Ear-Pionier Shokz den Markt für das offene Kopfhörer-Konzept enorm geprägt und vorangetrieben. Typische Schwächen, wie etwa schwacher Klang oder blecherne Bass-Performance, wurden größtenteils ausgebügelt. So zeigte uns zuletzt der Shokz Openfit 2+ (Testbericht), dass es bis zur Klangqualität von In-Ear-Kopfhörern nicht mehr weit ist.

Auf der CES 2026 stellte Shokz den nächsten Schritt vor: Mit den neuen Openfit Pro bringt Shokz ein Feature, das man bei Open-Ear-Kopfhörern eigentlich bislang kategorisch ausgeschlossen hat: aktive Geräuschunterdrückung. Umso gespannter sind wir nun auf den Test.

Design und Tragekomfort

Auch bei den Openfit Pro wird deutlich, dass sich Shokz über die letzten Modelle immer mehr vom schlichten, tristen Design hin zu mehr Detailverliebtheit bewegt. Das neue Modell wirkt deutlich hübscher und auch hochwertiger. Das Spiel mit unterschiedlichen Oberflächen und Farbschattierungen gefällt uns sehr gut. So wird etwa das ANC-Modul, das auf der Ohrhörer-Innenseite herausragt, als besonderes Highlight orange hervorgehoben. Auch beim Ladecase wird es edler. Ober- und Unterseite sind matt schattiert, der innere Rahmen ist leicht glänzend gehalten und der Deckel öffnet und schließt angenehm sanft. Zum Release gibt es die Open-Ear-Kopfhörer in zwei Farb-Varianten: Schwarz und Weiß.

Beim Tragekomfort macht sich das klassische Open-Ear-Gefühl breit. Durch den Ohrbügel mit Titan-Kern und weichem Silikon-Überzug sitzt alles bei 12,3 Gramm pro Hörer sicher und fest. Für etwas mehr Komfort und Halt lässt sich ein zusätzlicher Silikon-Ring anbringen. Für uns passt es aber auch ohne – auch bei langem Tragen macht sich kein unangenehmer Druck bemerkbar. Da die Open-Ear-Kopfhörer zudem nach IP55 vor Wasser und Staub geschützt sind, lässt sich damit auch gut und intensiv (Outdoor-)Sport betreiben. Für draußen sind sie ohnehin durch ihre offene Bauweise gut geeignet, um das Umfeld noch wahrnehmen zu können.

Bedienung und App

Gesteuert werden die Shokz Openfit Pro über jeweils nur einen Knopf direkt an den beiden Ohrhörern, die gut erreichbar sind. Die standardmäßige Belegung ist gut durchdacht. Wer sich daran stört, kann über die App sonst ein wenig feinjustieren. Etwas nervig ist hingegen die Erkennung des Kopfhörers per App: Während des Tests kam es dreimal vor, dass die App die Open-Ear-Kopfhörer nicht erkannte, obwohl sie gerade mit dem Smartphone gekoppelt waren. Erst nach einem erneuten Koppelvorgang lief es wieder. Wir gehen davon aus, dass dieses Problem noch über ein Software-Update behoben wird.

Die App selbst ist gut strukturiert und übersichtlich gestaltet. Viele Gründe, hier regelmäßig reinzuschauen, gibt es allerdings nicht. Zu den Highlights zählen die Toneinstellungen mit insgesamt fünf gut abgestimmten Klang-Presets (Standard, Gespräche, Bässe, Höhen und Privat) und ein 10-Band-Equalizer für ein individuelles Klangbild.

Features

Die Shokz Openfit Pro verbinden sich fortschrittlich über Bluetooth 6.1 und bieten auch Multipoint für die Verbindung mit zwei Geräten gleichzeitig. Schade: An Codecs werden lediglich SBC und AAC geboten. Eine Hi-Res-Variante ist nicht an Bord. Dafür gibt’s eine Trageerkennung, ein Low-Lag-Modus, Wireless Charging und – unser persönliches Highlight – Dolby Atmos-Unterstützung inklusive Kopf-Tracking-Option.

Akku

Mit einer Laufzeit von bis zu 12 Stunden laut Hersteller halten die Shokz Openfit Pro rund eine Stunde länger durch als die Shokz Openfit 2+ (Testbericht). Mit aktivierter Geräuschunterdrückung sind es dann nur noch rund 6 Stunden. Über das Ladecase lassen sich die Open-Ears noch bis zu dreimal komplett aufladen. So kommen wir auf insgesamt bis zu 50 Stunden ohne und bis zu 24 Stunden mit ANC. Nach 10 Minuten Laden reicht der Akku dann wieder für etwa 4 Stunden Wiedergabezeit. Das sind gute Werte, die sich auch mit unserer Testerfahrung decken. Wer gerne laut hört und obendrein Dolby Atmos aktiviert, muss hingegen mit deutlichen Abstrichen rechnen. Geladen wird wahlweise über das mitgelieferte USB-C-Kabel oder über Wireless Charging.

Klang

Der Sound-Check mit den Shokz Openfit Pro fällt sehr ähnlich zu den Shokz Openfit 2+ (Testbericht) aus, auch wenn die Technik dahinter ein paar Unterschiede aufweist. Wir nehmen ein stimmiges und natürliches Klangbild wahr, das erst bei maximaler Lautstärke an seine Grenzen stößt. Auch hier macht der Sound für Open-Ear-Verhältnisse einfach Spaß.

Shokz Openfit Pro

Auffällig ist eine etwas schwächere Bass-Performance. Bei voller Lautstärke mit aktiviertem Bass-Preset fangen die Ohrhörer außerdem leicht an zu vibrieren. Wirklich störend ist das allerdings nicht. Wird Dolby Atmos über die App zugeschaltet, breitet sich die Klangbühne noch ein wenig aus und wird detaillierter. Das gefällt. Wir entscheiden uns, das Feature dauerhaft aktiviert zu lassen, auch wenn es die Akkulaufzeit negativ beeinflusst.

Die Sprachqualität beim Telefonieren ist hingegen eher durchschnittlich. Einen regelmäßigen Lautstärkenwechsel für unser Gegenüber, wie wir ihn beim Test der Openfit 2+ bemerkten, können wir hier nicht feststellen. Obwohl die eigene Stimme eher blechern übertragen wird, sind wir stets gut zu verstehen. Für kurze Calls passt das also allemal.

ANC

Die aktive Geräuschunterdrückung der Shokz Openfit Pro kommt – wie erwartet – nicht an die Qualität von Over- oder In-Ear-Kopfhörern heran. Sie sollte vielmehr als ein nettes Gimmick angesehen werden, um den Störgeräuschpegel ein wenig zu dämpfen. Während tiefe bis mittlere Frequenzen hörbar ein Stück weit abgedämpft werden, funktioniert die Geräuschreduzierung bei Stimmen oder klimperndem Geschirr nur minimal bis gar nicht. Trotzdem: Allein die Tatsache, dass man bei der offenen Bauweise zumindest ein wenig mehr Ruhe bekommt, ist schon beeindruckend.

Preis

Mit dem aktuellen Preis von 249 Euro (Expert) siedelt sich der Shokz Openfit Pro im stattlichen Highend-Segment an. Erfahrungsgemäß fallen die Preise nach ein paar Wochen.

Fazit

Die Shokz Openfit Pro bieten erstmals ANC im Open-Ear-Design, was an sich schon sehr beachtlich ist. Allerdings ist die Geräuschunterdrückung eher als nettes Gimmick zu sehen und bietet nur minimal mehr Ruhe in lauter Umgebung. In-Ears oder Over-Ears mit ANC unterdrücken hier in aller Regel deutlich effektiver und sind demnach immer die bessere Wahl, wenn man gute ANC-Kopfhörer sucht. So muss man sich fragen, ob einem dieses Feature einen Aufpreis wert ist.

Denn abgesehen von ANC performen die etwa 100 Euro günstigeren Shokz Openfit 2+ (Testbericht) in allen anderen wichtigen Kategorien wie Klang, Design, Tragekomfort, Ausstattung oder Bedienung nahezu identisch. Nicht falsch verstehen: Die Shokz Openfit Pro sind fantastische Open-Ear-Kopfhörer. Allerdings den aufgerufenen Preis in unseren Augen nicht wert.

Die Open-Ear-Kopfhörer Beyerdynamic Amiron 200 bieten einen hervorragenden Klang, hohen Komfort und eine starke Akkulaufzeit von 11 Stunden.

VORTEILE
  • hervorragender Klang
  • starke Akkulaufzeit (11 h)
  • bequemer, sicherer Sitz
  • solide Verarbeitung (IP54)
  • anpassbare Touch-Steuerung
NACHTEILE
  • großes Ladecase
  • Telefonie in lauter Umgebung schwach

Die Open-Ear-Kopfhörer Beyerdynamic Amiron 200 bieten einen hervorragenden Klang, hohen Komfort und eine starke Akkulaufzeit von 11 Stunden.

Open-Ear-Kopfhörer boomen – und Beyerdynamic mischt kräftig mit. Neben den Beyerdynamic Amiron Zero Sport im Clip-on-Design bringt der Heilbronner Audioprofi mit den Amiron 200 nun ein Modell mit klassischen Ohrbügeln. Der Fokus liegt klar auf Klang – und das merkt man. Keine aktive Geräuschunterdrückung, dafür ein offenes Design, das Umgebungsgeräusche bewusst durchlässt. Ob sich die Amiron 200 gegen starke Konkurrenten wie die Shokz Openfit Pro (Testbericht) oder eben die hauseigenen Beyerdynamic Amiron Zero Sport behaupten, klärt unser Test.

Design

Sportlich und dezent: Die Beyerdynamic Amiron 200 setzen auf ergonomische Ohrbügel aus leichtem, verstärktem Kunststoff. Der Lautsprecher sitzt vor dem Gehörgang, ohne in den Kanal einzudringen – typisch für Open-Ear-Kopfhörer mit Luftschallübertragung. Erhältlich sind die Kopfhörer in Schwarz und Weiß, jeweils mit mattem Finish. Auffällige Logos sucht man vergeblich. Das Erscheinungsbild wirkt modern, kompakt und zurückhaltend. Wer es etwas auffälliger will, greift zu den Amiron 200 Sport, die ähnlich den Amiron Zero Sport in einer präsenten Kombination aus Schwarz und Orange daherkommen.

Mit 10,7 g pro Earbud sind die Amiron 200 schwerer als die meisten anderen Open-Ear-Kopfhörer. Das Ladecase wiegt rund 76 g und fällt relativ groß aus. Es passt trotzdem in die meisten Hosentaschen, trägt dort aber sichtbar auf. Der USB-C-Anschluss sitzt an der Rückseite.

Verarbeitung

Verarbeitet sind die Amiron 200 hochwertig, die Ohrbügel bestehen aus robustem Kunststoff. Dank IP54-Zertifizierung sind sie vor Staubpartikeln und Wasserspritzern aus allen Richtungen geschützt – für heftigen Regen oder ein Bad reicht das allerdings nicht.

Das Case besteht überwiegend aus Kunststoff. Es wirkt solide, erreicht aber nicht das haptische Niveau der Nothing Ear (Open) mit ihrem transparenten Plexiglasdeckel und dem satten Schließmechanismus.

Tragekomfort

Die Amiron 200 sitzen bequem und erzeugen keinen Druck auf den Ohren. Tatsächlich lassen sich die Kopfhörer problemlos den ganzen Tag tragen, ohne dass Druckstellen schmerzen.

Die ergonomischen Bügel passen sich den meisten Ohrformen an. Bei kleineren Ohren kann der Sitz allerdings etwas zu locker ausfallen. Bei unseren Tests bleiben die Earbuds beim Joggen und Radfahren stabil am Ohr. Die Shokz Openfit Pro sitzen im direkten Vergleich noch etwas sicherer, da ihre Bügel straffer anliegen. Wer heftig den Kopf schüttelt, sollte den Sitz vorher prüfen.

Beyerdynamic Amiron 200

Bedienung am Gerät

Die Beyerdynamic Amiron 200 setzen auf Touch-Bedienung an den Earbuds. Per Tippen steuert man Play/Pause, Lautstärke, Track-Wechsel und Anrufannahme. Wischgesten gibt es nicht. Auch eine One-Touch-Geste ist an Bord, die allerdings zu Fehleingaben führen kann – insbesondere, weil die Amiron 200 keine Trageerkennung besitzen. Die Musik läuft also weiter, auch wenn man die Kopfhörer abnimmt.

Die gute Nachricht: In der App lässt sich die Touch-Steuerung genau anpassen. Unter anderem kann man die One-Touch-Geste deaktivieren, was Fehlbedienungen minimiert. Klar erfühlbar ist auch die Sensorfläche, und die Berührungsempfindlichkeit überzeugt. Wir bevorzugen zwar physische Knöpfe, wie sie die Shokz Openfit Pro bieten. Für eine Touch-Steuerung ist die Umsetzung aber gelungen.

Die Beyerdynamic-App

Die Beyerdynamic-App gibt es für iOS und Android. Ihre Oberfläche ist schlicht gehalten und auf Anhieb verständlich. Ein 5-Band-Equalizer erlaubt individuelle Klanganpassung. Dazu kommen Genre-Presets wie Rock oder Klassik für personalisierten Sound. Benutzerdefinierte EQ-Profile lassen sich speichern.

Zu den weiteren Funktionen gehören Firmware-Updates, Batterieüberwachung und Anpassung der Touch-Steuerung. Erweiterte Features wie Spatial Audio, Health-Tracking oder eine „Kopfhörer finden“-Funktion fehlen. Auch das Anpassen des Klangs an das eigene Hörvermögen – wie es etwa die Earfun Openjump mit ihrer „Mein Soundprofil“-Funktion bieten – gibt es hier nicht.

Insgesamt eine aufgeräumte App ohne Schnickschnack. Für Tastenbelegung und EQ reicht sie völlig. Wer mehr erwartet, sollte woanders suchen.

Klangqualität der Beyerdynamic Amiron 200

Die Amiron 200 verbinden sich per Bluetooth 5.3 mit dem Zuspieler und unterstützen die Profile HFP, A2DP und AVRCP. Bei den Codecs stehen SBC und AAC zur Verfügung. Hi-Res-Codecs wie aptX oder LDAC fehlen – das ist bei Open-Ear-Kopfhörern zu verschmerzen. Trotzdem: Die Earfun Openjump bieten zum günstigeren Preis LDAC, die Bose Ultra Open Earbuds setzen auf aptX Adaptive. Multipoint-Konnektivität für zwei Geräte gleichzeitig ist an Bord.

In jedem Earbud steckt ein dynamischer Treiber mit den Maßen 18 × 11 mm und einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Vier Mikrofone (zwei pro Earbud) kümmern sich um Telefonie und Geräuschunterdrückung. ANC gibt es nicht – bei einem offenen Design wäre das auch widersinnig.

Beim Thema Sound wird es richtig gut. Die Amiron 200 gehören klanglich zu den besten Open-Ear-Kopfhörern, die wir bisher getestet haben. Der Sound ist dynamisch, detailliert und energiegeladen. Die Klangbühne wirkt weit und offen, die Instrumententrennung ist hervorragend, Vocals kommen klar und präsent durch.

Beyerdynamic Amiron 200

Die Bässe sind für ein offenes Design überraschend kräftig und punchig – perfekt für Sportmusik. In lauten Umgebungen verliert sich die Tiefe allerdings bauartbedingt. Die Mitten klingen ausgewogen, die Höhen klar und detailliert. Im Vergleich zu den Amiron Zero Sport mit ihrer V-Shape-Signatur und den etwas dünnen Mitten wirken die Amiron 200 insgesamt ausgeglichener und voller.

In Tests fällt der Sound als „sauberer“ auf als bei den meisten Konkurrenzmodellen. Die maximale Lautstärke reicht für laute Umgebungen aus, auch wenn das offene Design die Bassintensität bei hohem Umgebungslärm naturgemäß reduziert. Die Amiron 200 zeigen, dass auch ohne Hi-Res-Codec richtig guter Sound möglich ist. Hier spürt man die Audioexpertise von Beyerdynamic.

Per EQ in der App lässt sich der Klang weiter verfeinern. Die Genre-Presets helfen, den Sound an verschiedene Hörsituationen anzupassen. Bauartbedingt bekommt die Umgebung bei hoher Lautstärke einiges vom Inhalt mit.

Telefonieren

Die insgesamt vier Mikrofone reduzieren Wind- und Hintergrundgeräusche. In ruhigen Räumen klingen Anrufe klar. In lauten Umgebungen wie dem Straßenverkehr lässt die Qualität nach. Umgebungslärm erzeugt dann einen echoartigen Effekt. Für Indoor-Telefonate und den Alltag reicht die Qualität aus. Wer viel draußen telefoniert, greift besser zu den Huawei Freearc – diese liefern die beste Gesprächsqualität unter allen von uns getesteten Open-Ear-Modellen und sind zudem bezahlbar.

Akku

Die Beyerdynamic Amiron 200 halten mit einer Ladung bis zu 11 Stunden durch. Das ist ein starker Wert und übertrifft viele Konkurrenten deutlich. Die Amiron Zero Sport schaffen nur 6 Stunden, die Nothing Ear (Open) kommen auf 8 Stunden, die Bose Ultra Open Earbuds auf 7 Stunden. Nur die Earfun Openjump liegen mit ebenfalls 11 Stunden gleichauf.

Bei hoher Lautstärke sinkt die Laufzeit auf 8 bis 9 Stunden – immer noch ein solider Wert. Das Ladecase liefert zwei weitere volle Ladungen, was eine Gesamtlaufzeit von bis zu 36 Stunden ergibt. Die Akkukapazität pro Earbud beträgt 70 mAh.

Die Ladezeit der Earbuds liegt bei etwa 1,5 Stunden. Eine Quick-Charge-Funktion liefert nach 10 Minuten am Kabel rund 2 Stunden Wiedergabezeit. Geladen wird per USB-C. Kabelloses Qi-Laden unterstützt das Case nicht.

Für den Alltag, Sport und lange Arbeitstage reicht die Akkulaufzeit locker aus. Hier müssen die Amiron 200 keinen Vergleich scheuen.

Preis: Was kosten die Beyerdynamic Amiron 200?

Die Beyerdynamic Amiron 200 kosten aktuell 179 Euro bei Amazon, was auch der UVP entspricht.

Fazit

Die Beyerdynamic Amiron 200 gehören klanglich zur Spitze der Open-Ear-Kopfhörer. Der Sound ist dynamisch, detailliert und überraschend bassstark – hier merkt man, dass ein Audioprofi am Werk war. Dazu kommen eine hervorragende Akkulaufzeit von bis zu 11 Stunden, ein bequemer Sitz und eine solide Verarbeitung.

Schwächen zeigen sich bei der Telefonie in lauten Umgebungen, dem fehlenden Qi-Laden und dem etwas großen Ladecase. Hi-Res-Codecs fehlen, das fällt klanglich aber nicht ins Gewicht. Wer Open-Ear-Kopfhörer mit Ohrbügel-Design sucht und Wert auf erstklassigen Klang und lange Laufzeiten legt, bekommt mit den Amiron 200 eines der besten Pakete am Markt.

Die Open-Ear-Kopfhörer Huawei Freearc sind bequem, klingen gut – und eignen sich perfekt zum Telefonieren, wie unser Test zeigt.

VORTEILE
  • guter Klang
  • hoher Tragekomfort
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
NACHTEILE
  • App für Android-Nutzer umständlich zu installieren
  • wenig Bass
  • Akkulaufzeit dürfte länger ausfallen

Die Open-Ear-Kopfhörer Huawei Freearc sind bequem, klingen gut – und eignen sich perfekt zum Telefonieren, wie unser Test zeigt.

Die Freearc sollen schick aussehen, gut klingen und vor allem bequem sein. Dafür setzt Huawei auf anpassbare Silikonbügel, 12-mm-Treiber, Touch-Bedienung und Multipoint-Connection.

Zum Preis von 70 Euro bekommt man außerdem bis zu 28 Stunden Akkulaufzeit, KI-basierte Geräuschunterdrückung (ANC) und eine Zertifizierung nach IP57-Standard. Wir haben uns die Huawei Freearc genau angeschaut und alle Funktionen, die Bedienbarkeit sowie den Klang geprüft. Der Testbericht zeigt, das sich die Open-Ear-Kopfhörer von allen bisher von uns getesteten Modellen am Besten zum Telefonieren eignen.

Design und Tragekomfort

Auch wenn Optik immer auch in gewisser Hinsicht Geschmackssache ist, können sowohl Aussehen als auch Verarbeitung der Open-Ears überzeugen. Abgesehen von der Touch-Oberfläche sind die Kopfhörer komplett mit Silikon ummantelt, was ihnen eine angenehme Haptik verleiht. Ein silberner Ring umfasst das Ohrstück, farblich passend zum Look der Freearcs. Ein Huawei-Logo ziert die Touch-Oberfläche und die Oberseite der Ladebox. Neben Schwarz und Weiß stellt Huawei die Kopfhörer auch in hellem Mintgrün bereit.

Die quadratische Ladebox mit ihren abgerundeten Kanten fällt verhältnismäßig groß aus. Das ist der Bauart der Freearc geschuldet und kaum kleiner realisierbar. Die Kopfhörer liegen flach und schräg übereinander in der Hülle, wobei das Ohrstück jeweils Kontakt mit der Ladefläche aufnimmt. Die Verarbeitung sowohl der Hülle selbst als auch der Kopfhörer macht einen sehr robusten Eindruck. Dank IP57-Zertifizierung sind sie weitestgehend unempfindlich gegenüber Staub und Flüssigkeiten. Stürze aus anderthalb Metern Höhe übersteht das Ladecase problemlos, ohne Schaden zu nehmen. Die Open-Ears bleiben dabei fest in der Hülle.

Akku

Eine kleine LED an der unteren Kante der Ladebox warnt bei leerem Akku und zeigt an, wenn sich die Freearc im Verbindungsmodus befinden. Übrigens liegt den Freearc kein USB-C-Ladekabel bei – ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll. Schließlich besitzt heutzutage ziemlich jeder Käufer mindestens ein solches Kabel.

Die Akkulaufzeit für die Open-Ears liegt laut Herstellerangaben bei Musikwiedergabe bei bis zu 7 Stunden oder bei Verwendung des Ladecases bei bis zu 28 Stunden. Für Sprachanrufe liegt der Wert bei 5 Stunden respektive 20 Stunden. Diese Werte können wir im Test bestätigen. Das vollständige Aufladen der Kopfhörer im Ladecase dauert 40 Minuten, bei leerem Ladecase mit Kabel etwa 60 Minuten. Die Freearc sind außerdem zu Huaweis hauseigenen und schnellem Super-Charge-Ladesystem kompatibel.

Komfort

Der Hersteller verspricht, dass die Ohrhörer flexibel an verschiedene Ohrformen anpassbar sind und das s-förmige Design für einen hohen Tragekomfort sorgen soll. Im Test sind wir aber zunächst skeptisch, denn mit 8,9 Gramm ist das Gewicht jedes einzelnen Ohrstücks relativ hoch. Überdies wirkt die gesamte Silikon-Konstruktion beim ersten Hands-On nicht besonders vertrauenerweckend. Doch wir werden eines Besseren belehrt: Die Freearc sitzen erstaunlich fest am Ohr, ohne dabei unangenehm zu drücken.

Auch das verhältnismäßig hohe Gewicht ist schnell vergessen, denn wir fühlen die Open-Ears fast gar nicht. Dazu kommt: Exzessives Schütteln oder Drehen des Kopfes führt in unserem Test nicht dazu, dass die Freearcs ihre Position am Ohr verändern. Sie eignen sich also hervorragend zur Nutzung bei aktiven Sportarten wie Joggen, Aerobic, Tanzen oder funktioneller Fitness.

App

Grundsätzlich lassen sich die Huawei Freearc ohne App direkt per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. Wer zusätzliche Funktionen wie einen Equalizer nutzen oder die Gestensteuerung anpassen möchte, benötigt dazu aber die Huawei-AI-Life-App. Dabei gibt es aber einen Haken: Wegen der anhaltenden Probleme zwischen Google und Huawei ist die Software im Google Play Store nicht verfügbar. Android-Nutzer müssen die App deshalb manuell über die Hersteller-Webseite herunterladen. Besitzer eines iPhones finden die Huawei Audio Connect App im Apple App-Store, iOS 13.0 oder iPadOS 13.0 vorausgesetzt.

Die App bietet Nutzern eine Reihe von nützlichen Features: Wir können etwa die Multipoint-Verbindung aktivieren, um die Freearc mit zwei Geräten zur selben Zeit zu verknüpfen. Außerdem gibt es einen Equalizer, der neben einem Standard-Modus noch die Varianten „Elevate“, „Trebble boost“ und „Voices“ zu bieten hat. Zusätzlich könnt ihr in beliebiger Anzahl eigene benutzerdefinierte EQ-Profile erstellen.

Positiv aufgefallen sind uns in der App aber vor allem zwei Menüs: Erstens können wir die Gestensteuerung der Kopfhörer anpassen. Dabei können wir bestimmen, welche Option durch welche spezifische Geste (antippen, gedrückt halten, streichen) an welchem Ohrstück ausgelöst werden soll. Allerdings können wir jeweils nur aus einer begrenzten Anzahl von Möglichkeiten wählen und die Tasten beziehungsweise das Bedienfeld nicht komplett frei belegen. Zweitens bietet die App eine Finden-Funktion, mit deren Hilfe wir die jeweiligen Ohrstücke einen Ton abspielen lassen.

Huawei FreeArc

Bedienung

Die Bedienung mithilfe der Gestensteuerung funktioniert in unserem Test problemlos. Unsere Eingaben werden an beiden Ohrstücken ohne merkliche Verzögerung erkannt. Anders als bei den Samsung Galaxy Buds 3 Pro reagieren die Kopfhörer auch auf die Streichgeste am Touch-Feld wie vorgesehen. Die Empfindlichkeit der Bedienfläche ist ebenfalls sehr ausgeglichen: Versehentliche Eingaben durch ungewollte Berührungen kommen in unserem Test nicht vor, aber wir müssen auch nicht allzu stark auf die Ohrstücke drücken, damit unsere Befehle ausgeführt werden.

Klang

Der gute Eindruck, den die Huawei Freearc bei der Bedienung im Test machen, bestätigt sich auch beim Sound der Open-Ear-Kopfhörer. Zwar kann der nicht mit dem überragenden HiFi-Klang von In-Ear-Kopfhörern wie den Bowers & Wilkins Pi8 mithalten, trotzdem bleiben Musik- und Stimmwiedergabe angenehm ausgewogen.

Bei The Weeknds „Blinding Lights“ gehen ein paar tiefere Bassfrequenzen verloren, das ist verschmerzbar. Sowohl Gesang als auch Instrumente kommen gut zur Geltung, ohne dass eine Frequenz besonders dominiert. Im Standard-Setting könnte der Bass etwas stärker ausgeprägt sein, das lässt sich aber mit den entsprechenden Einstellungen in der App beheben.

Abstriche muss man bei hohen Lautstärken machen: Hier fängt der Sound an, kratzig zu klingen. Aber dafür muss man die Open-Ear schon dermaßen laut stellen, dass man damit langfristig ohnehin das Gehör schädigen würde. Bei voller Lautstärke sind hohe Frequenzen übrigens auch aus einem Abstand von etwa 30 Zentimetern zu den Ohrstücken noch hörbar – ein Problem, das bei Open-Ears häufiger vorkommt. Auf halber Lautstärke bekommt euer Umfeld aber nicht mehr viel vom Gehörten mit. Insgesamt gilt: Die Huawei Freearc überzeugen mit einem ausgewogenen Klang, der etwas an Tiefen und Volumen vermissen lässt.

Telefonieren

Bei Anrufen spielen die Freearc auf einmal ganz groß auf. Wir habtten noch keinen anderen Open-Ear-Kopfhörer im Test, bei denen uns das Gegenüber besser verstand. Die Umgebungsgeräuschunterdrückung sorgt außerdem dafür, dass uns das Gegenüber auch in lauten Umgebungen stets gut versteht. Das funktioniert so gut, dass die Huawei Freearc unsere neuen Lieblingskopfhörer zum Telefonieren geworden sind. Gerade wer bei Telefonieren die Umgebung dank offenem Gehörgang ungefiltert wahrnehmen möchte sollte den Freearc eine Chance geben.

Preis

Die Huawei Freearc kosten bei Amazon 66 Euro. Damit sind sie vergleichsweise preiswerte Open-Ear-Kopfhörer.

Fazit

Die Huawei Freearc richten sich an Nutzer, die preiswerte Open-Ear-Kopfhörer für sportliche Aktivitäten wie Joggen oder Radfahren suchen. Unser Test bestätigt: Dieser Plan geht voll auf. Die Kopfhörer sitzen hervorragend und sind trotz ihres recht hohen Gewichts kaum spürbar. Auch der Klang überzeugt, wenngleich wir uns etwas mehr Bass und Volumen gewünscht hätten – doch das ist dem Open-Ear-Design der Freearc geschuldet.

Abzüge in der B-Note müssen wir aber beim Akku und der umständlich zu installierenden Android-App vergeben.

JBL bringt mit dem Sense Pro einen der technisch umfassendsten Open-Ear-Kopfhörer an den Markt. Wir haben ihn getestet.

VORTEILE
  • exzellenter Open-Ear-Klang
  • Bluetooth 6.0 mit Auracast
  • Hi-Res-Audio via LDAC
  • sehr gute Telefoniequalität
  • umfangreiche App mit Hörtest
NACHTEILE
  • Touch-Steuerung zu empfindlich
  • Gesten kaum anpassbar
  • bei Bewegung leichtes Rutschen

JBL bringt mit dem Sense Pro einen der technisch umfassendsten Open-Ear-Kopfhörer an den Markt. Wir haben ihn getestet.

JBL hat auf der Gamescom 2025 die Sense Pro vorgestellt – als Premium-Modell neben den Gaming-Headsets der Quantum-Serie. Die Nachfolger des Soundgear Sense bringen einige Neuerungen mit: größere 16,2-mm-Treiber, Bluetooth 6.0 mit Auracast-Unterstützung, Hi-Res-Audio via LDAC und eine verbesserte Akkulaufzeit. Damit positioniert sich JBL im oberen Preissegment gegen Konkurrenten wie die Anker Soundcore Aerofit 2 oder die Shokz Openfit 2+. Wir haben sie getestet.

Design

Die JBL Sense Pro setzen auf einen hochwertigen, unaufdringlichen Look. Mattes Silikon kombiniert mit metallischen Akzenten sorgt für ein elegantes Erscheinungsbild. Die Kopfhörer wirken premium.

JBL bietet sie in fünf Farbvarianten an: Grau, Blau, Lila, Weiß und Schwarz. Die Farbpalette ist gelungen, besonders das Blau sticht positiv hervor. Im Vergleich zu den Nothing Ear (Open) mit ihrem transparenten Plexiglas-Design wirken die JBL dezenter und erwachsener.

Die Sense Pro fallen etwas größer aus als viele andere Open-Ear-Kopfhörer. Sie sind zwar kleiner als der Vorgänger Soundgear Sense, der Bügel steht aber deutlich sichtbar vor dem Ohrkanal. An zierlichen Ohren könnte das optisch etwas wuchtig wirken.

Verarbeitung

Der Bügel besteht aus einer Titanlegierung und behält seine Form auch nach häufigem Biegen und Verstauen. Das Silikon fühlt sich angenehm an und reizt auch bei längerem Tragen nicht.

Die IP54-Zertifizierung schützt vor Staub und Spritzwasser. Für Sport und leichten Regen reicht das aus. Wer allerdings regelmäßig im Starkregen joggt oder die Kopfhörer zum Schwimmen nutzen will, sollte zu Modellen mit höherer Schutzklasse greifen.

Tragekomfort der JBL Sense Pro

Der Tragekomfort gehört zu den Stärken der Sense Pro. Die leichte Bauweise und der gleichmäßige Druck durch das Split-Hook-Design ermöglichen ganztägiges Tragen ohne Druckstellen. Selbst nach mehreren Stunden spürt man die Kopfhörer kaum.

Durchdacht wirkt der verstellbare Ohrbügel mit 20-Grad-Scharnier. Damit lassen sich die Sense Pro an verschiedene Ohrformen anpassen. Das funktioniert ähnlich gut wie bei den Soundcore Aerofit 2 mit ihrer vierstufigen Mechanik.

Bei Bewegung zeigt sich allerdings eine Schwäche: Die Kopfhörer können bei manchen Trägern verrutschen. Das betrifft vor allem Menschen mit kleineren oder ungewöhnlich geformten Ohren. Die Nothing Ear (Open) sitzen hier etwas sicherer, da ihr schmalerer Bügel mehr Grip bietet.

JBL Sense Pro

Bedienung und App des JBL Sense Pro

JBL setzt bei den Sense Pro auf Touch-Bedienung. Die linke Seite regelt die Lautstärke, die rechte Seite steuert die Wiedergabe. Das Konzept klingt logisch, doch die Umsetzung hinkt.

Die Touch-Flächen reagieren zu empfindlich. Im Test kam es regelmäßig zu unbeabsichtigten Auslösungen – etwa beim Zurechtrücken der Kopfhörer. Physische Tasten wie bei den Shokz Openfit 2+ wären hier die bessere Wahl gewesen.

Ärgerlich: Die Touch-Steuerung lässt sich in der App kaum anpassen. Nutzer können lediglich die Funktionsblöcke zwischen links und rechts tauschen oder die Touch-Steuerung komplett deaktivieren. Eine individuelle Belegung fehlt. Auch das Deaktivieren einzelner Gesten – etwa des empfindlichen Einzeltipps – ist nicht möglich.

Trotzdem gehört die JBL Headphones App zu den besseren Begleit-Apps für Kopfhörer. Sie bietet einen großen Funktionsumfang und ist übersichtlich gestaltet.

Ein zweiminütiger Hörtest erstellt auf Wunsch ein individuelles Klangprofil für beide Ohren. Die App passt den Klang dann frequenziell an die persönlichen Hörfähigkeiten an. Das funktioniert besonders gut bei asymmetrischen Hörverlusten – etwa wenn ein Ohr hohe Frequenzen schlechter wahrnimmt als das andere. Der Unterschied ist hörbar: Musik klingt nach der Kalibrierung ausgewogener und detaillierter.

Der Equalizer bietet zehn Bänder von 32 Hz bis 16 kHz. Dazu kommen sechs Presets für Bass, Jazz, Club und weitere Genres. Ein Balance-Regler ermöglicht den Stereo-Ausgleich zwischen links und rechts.

Weitere App-Funktionen umfassen: Spatial Audio aktivieren/deaktivieren, Voice-Tone-Optionen für Anrufe, Entspannungsklänge, Sleep-Timer, Find-My-Earbuds und Firmware-Updates. Die Entspannungsklänge sind ein nettes Extra für Meditation oder zum Einschlafen.

Die Open-Ear-Kopfhörer unterstützen Bluetooth 6.0. Das bringt neben verbesserter Energieeffizienz auch Auracast, einen neuen Bluetooth-Standard für Audio-Sharing. Damit können viele Nutzer gleichzeitig denselben Audiostream empfangen – etwa in Flughäfen, Fitnessstudios oder Kinos. Noch ist die Infrastruktur dafür kaum vorhanden, aber das Feature ist zukunftssicher.

Multipoint für die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten funktioniert zuverlässig. Der Wechsel zwischen Laptop und Smartphone klappt nahtlos.

Klangqualität

Die 16,2-mm-Treiber der Sense Pro liefern einen der besten Klänge im Open-Ear-Segment. JBL nennt die Technologie Open Sound mit Adaptive Bass Boost. In der Praxis bedeutet das: natürlicher, luftiger Klang mit überraschend kräftigem Bass.

In ruhigen Umgebungen entfalten die Kopfhörer ihr volles Potenzial. Details in der Musik werden hörbar, die Bühne wirkt breit und räumlich. Der Adaptive Bass Boost sorgt dafür, dass tiefe Frequenzen nicht untergehen – ein häufiges Problem bei Open-Ear-Kopfhörern. Im Vergleich zu den Soundcore Aerofit 2 liegt der Bass auf ähnlichem Niveau, beide Modelle gehören hier zur Spitzenklasse. Trotzdem kann die Klangqualität bauartbedingt nicht mit guten In-Ear- oder Over-Ear-Modellen mithalten.

JBL Sense Pro

Der JBL Spatial Sound erweitert die Klangbühne zusätzlich. Bei Filmen und Spielen sorgt das für mehr Immersion. Allerdings reduziert Spatial Audio die Akkulaufzeit spürbar.

Die Sense Pro unterstützen LDAC für hochauflösendes Audio mit 24 Bit. Auf Android-Geräten mit LDAC-Unterstützung klingt die Musik hörbar besser als mit dem Standard-Codec SBC. iPhone-Nutzer müssen mit AAC vorliebnehmen – immer noch gut, aber nicht auf Hi-Res-Niveau.

Bei Umgebungslärm stoßen die Sense Pro an ihre Grenzen. In der U-Bahn oder an belebten Straßen verliert der Sound an Durchsetzungskraft. Das betrifft bauartbedingt alle Open-Ear-Kopfhörer. Wer in lauten Umgebungen Musik genießen will, braucht In-Ears oder Over-Ears mit ANC.

Die Privatsphäre ist gut gewahrt: Erst bei hoher Lautstärke hört die Umgebung etwas mit. JBL hat die Schallabstrahlung nach außen effektiv reduziert.

Bei der Anrufqualität überraschen die Sense Pro positiv. Vier Mikrofone und ein zusätzlicher Knochenleitungssensor sorgen für klare Sprachübertragung. Ein KI-Algorithmus filtert Umgebungsgeräusche zuverlässig heraus. Im Test verstand uns das Gegenüber klar und deutlich. Die Huawei Freearc sind zwar noch einen Tick besser zum Telefonieren, aber die JBL gehören definitiv zur Spitzengruppe.

JBL Sense Pro

Akku

Die Akkulaufzeit der Sense Pro ist solide. JBL verspricht 8 Stunden pro Ladung bei den Ohrhörern. In der Praxis erreichen wir bei normaler Lautstärke 7 bis 8 Stunden – das deckt sich mit den Herstellerangaben.

Das Ladecase liefert weitere 30 Stunden Energie. Insgesamt sind also 38 Stunden Wiedergabe möglich, bevor das Case an die Steckdose muss. Das liegt im oberen Mittelfeld: Die Earfun Openjump schaffen 42 Stunden, die Nothing Ear (Open) etwa 30 Stunden.

10 Minuten Laden reichen für 4 Stunden Wiedergabe. Das rettet den Arbeitstag, wenn man morgens das Laden vergessen hat. Wireless Charging wird unterstützt.

Preis: Was kostet der JBL Sense Pro?

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 180 Euro. Aktuell sind die Sense Pro für 145 Euro (Amazon) erhältlich.

Fazit

Die JBL Sense Pro gehören zu den besten Open-Ear-Kopfhörern am Markt. Sie überzeugen mit hervorragendem Klang, langer Akkulaufzeit und zukunftssicherer Technik wie Auracast. Die Personi-Fi-Kalibrierung und der umfangreiche Equalizer heben sie von der Konkurrenz ab. Auch die Telefonqualität ist überdurchschnittlich gut.

Kritikpunkte sind die zu empfindliche Touch-Steuerung und die eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten für Gesten. Wer physische Tasten will, sollte zu den Shokz Openfit 2+ greifen. Für alle anderen sind die Sense Pro eine klare Empfehlung.

Huawei beweist mit den Freeclip 2, dass Open-Ear-Kopfhörer nicht klobig aussehen müssen – und setzt erneut auf das auffällige Clip-Design.

VORTEILE
  • leicht & bequem
  • gute Telefonqualität per Smartphone
  • klarer und guter Klang
  • lange Akkulaufzeit
  • IP57
NACHTEILE
  • schwacher Bass
  • Schall dringt leicht nach außen
  • Vorsicht beim Wollmütze-Ausziehen
  • App nicht im Play Store

Huawei beweist mit den Freeclip 2, dass Open-Ear-Kopfhörer nicht klobig aussehen müssen – und setzt erneut auf das auffällige Clip-Design.

Open-Ear-Kopfhörer sind eine gute Option für den Einsatz im Freien, wenn man weiterhin möglichst viel von der Umgebung mitbekommen möchte. Viele Geräte dieser Bauart erinnern jedoch an ältere Hörgeräte, sehen selten schick aus und wirken teils klobig.

Eine filigrane Alternative sind die Huawei Freeclip 2 im Clip-on-Design. Schon der Vorgänger Freeclip (Testbericht) konnte uns als besonders bequeme, unauffällige und leichte Ausführung eines Open-Ear-Kopfhörers überzeugen. Jetzt haben wir den Nachfolger getestet und zeigen, was diese bieten. Das Testmuster hat uns Huawei zur Verfügung gestellt.

Design & Verarbeitung

Optisch bleibt Huawei beim bewährten Design der Freeclip: Auch die zweite Generation setzt auf die sogenannte C-Bridge. Die runde, flexible Klammer verbindet einerseits den Lautsprecher, andererseits Akku und Funkmodul, das zugleich als Gegengewicht dient.

Neu ist die geriffelte Oberfläche der Klammer, die eine bessere Griffigkeit bietet. Die Freeclip 2 werden einfach über die Ohrmuschel geschoben, der Lautsprecher anschließend auf den Gehörgang ausgerichtet. Optisch wirkt das etwas ungewohnt – und dürfte nicht jedem gefallen, da es an kleine Kreolen am Ohr erinnert.

Dank IP57 sind die Freeclip 2 zudem staubgeschützt und wasserdicht für zeitweiliges Untertauchen. Schwimmen oder Duschen empfiehlt sich zwar nicht, doch weder Schweiß noch Regen sollten den Hörern etwas anhaben können.

Das Ladecase ist neu gestaltet und nun annähernd quadratisch – statt sehr rund wie beim Vorgänger. Zudem fällt es deutlich kompakter aus. Sowohl die Ohrhörer als auch das Case sind hochwertig verarbeitet.

Als ungewöhnliches Extra bietet Huawei in Zusammenarbeit mit Les Néréides kleine Anhänger an, die sich an der C-Bridge befestigen lassen. Das dürfte vorrangig modebewusste Nutzerinnen ansprechen.

Tragekomfort

Der Tragekomfort ist sehr hoch – man spürt die Open-Ear-Kopfhörer kaum. Mit nur 5 g Gewicht zählen sie zu den leichtesten und bequemsten Modellen im Testfeld. Beim Sport sitzen die Freeclip 2 sicher am Ohr, selbst bei schnellen Kopfbewegungen.

Auch für Brillenträger sind sie eine gute Wahl, da sie nicht mit den Bügeln kollidieren. Vorsicht ist lediglich im Winter geboten: Beim Absetzen einer Mütze kann sich ein Hörer lösen.

Bedienung & App

Die Huawei Freeclip 2 unterstützen mehrere Gesten: Ein Doppeltipp auf die C-Bridge startet oder pausiert die Wiedergabe und nimmt Anrufe an oder legt auf. Auf Eingaben reagieren die Ohrhörer schnell und zuverlässig. Für den nächsten Titel ist ein Dreifachtipp nötig – das klappt nicht immer auf Anhieb und erfordert etwas Übung.

Die Lautstärke können Nutzer jetzt direkt am Hörer regeln. Dazu streicht man über den unteren Knubbel der Freeclip 2: nach vorn für leiser, nach hinten für lauter. Im Test funktionierte das gut, am besten fixiert man den Knubbel mit Daumen und Zeigefinger.

Die App AI Life von Huawei ist nicht zwingend erforderlich, aber empfehlenswert. Sie liefert Firmware-Updates, erlaubt Anpassungen der Gesten und bietet verschiedene Klangprofile im Equalizer. Aufgrund der Sanktionen gegen Huawei ist sie allerdings nicht im Play Store verfügbar – im App Store von Apple hingegen schon. Android-Nutzer müssen die App per Sideload installieren (QR-Code in der Schnellstartanleitung) und dafür einmalig die Installation aus unbekannten Quellen erlauben. Diese Option sollte man anschließend aus Sicherheitsgründen wieder deaktivieren.

Neu ist zudem eine Steuerung per Kopfbewegung. Die Funktion befindet sich noch im Beta-Stadium und ist standardmäßig deaktiviert, lässt sich aber in der App einschalten. Mit einem Nicken nimmt man Anrufe an, mit einem Kopfschütteln lehnt man sie ab. Die Bewegung muss etwas deutlicher ausfallen, funktioniert im Test aber.

Klangqualität

Die Freeclip 2 klingen klar und detailreich. Mitten und Höhen sind ausgewogen, Stimmen und Instrumente lassen sich sauber differenzieren. Beim Bass hat Huawei gegenüber dem Vorgänger etwas nachgelegt – er wirkt minimal voller. Richtig druckvoll wird es aber nicht: Bauartbedingt fehlt der Tiefgang klassischer In-Ears. Wer vorwiegend Drum and Bass, Dubstep oder Techno hört, ist hier falsch.

Dafür überzeugt die Bühne: Der Klang wirkt räumlich und löst sich angenehm vom Ohr. Musik klingt wie ein persönlicher Soundtrack. Bei Pop, Akustik oder Podcasts spielt das offene Konzept seine Stärken aus. Verzerrungen traten im Test keine auf.

Die App bietet verschiedene EQ-Presets: neben der ausgewogenen Standardeinstellung eine dynamischere Abstimmung, die sich besonders für Musik anbietet, eine Höhenbetonung und einen Sprachmodus für Podcasts oder Telefonate. Typisch für Open-Ear: In lauter Umgebung leidet die Verständlichkeit. Und bei hoher Lautstärke dringt in ruhigen Räumen etwas Schall nach außen.

Die Freeclip 2 unterstützen Bluetooth 6.0 sowie AAC und LC3 inklusive LE Audio. AAC ist vorrangig für Apple-Nutzer relevant, LC3 arbeitet effizienter und liefert bei geringerer Datenrate eine bessere Qualität. LE Audio schafft die Grundlage für Funktionen wie Auracast. Google Fast Pair vereinfacht das Koppeln mit Android-Geräten, Multipoint erlaubt die parallele Verbindung mit zwei Quellen.

Leichte Schwächen zeigt es bei der Bluetooth-Reichweite. Schon in einer Wohnung kann die Verbindung abreißen, sobald man sich mehr als ein Zimmer weiter befindet.

Telefonqualität

Sehr erfreulich ist auch die Sprachqualität beim Telefonieren: Sowohl das Gegenüber als auch man selbst sind gut zu verstehen – zumindest bei der Nutzung am Smartphone mit installierter App. Per Bluetooth mit einem Windows-Laptop gekoppelt, fällt die Qualität etwas ab und erreicht nicht ganz das Niveau eines dedizierten Headsets.

Akku

Huawei verspricht bis zu neun Stunden Laufzeit. Im Test verfehlen die Freeclip 2 diesen Wert knapp und kamen auf knapp unter acht Stunden mit Musik, Podcasts und kurzen Telefonaten – angesichts der kompakten Bauform ein starkes Ergebnis.

Eine vollständige Ladung im Case dauert rund 45 Minuten. Es ermöglicht etwas mehr als vier weitere Ladezyklen, was insgesamt auf etwa 38 Stunden Laufzeit laut Hersteller hinausläuft. Geladen wird per USB-C. Das Einlegen der Hörer ist anfangs etwas fummelig und ungewohnt: Die knubbeligen Außenelemente müssen nach unten, die C-Bridge nach innen zeigen, damit sie magnetisch einrasten.

Preis

Die unverbindliche Preisempfehlung der Freeclip 2 liegt wie beim Vorgänger bei 199 Euro, im Handel sind sie bereits ab etwa 179 Euro erhältlich. Angeboten werden die Farben Blau, Weiß, Roségold und Schwarz.

Direkt bei Huawei gibt es derzeit einen Rabattgutschein in Höhe von 20 Euro sowie mehrere Bundles, etwa das Valentinstags-Set: Für 228 Euro gibt es die Freeclip 2 zusammen mit der Huawei Watch Fit 4 deutlich günstiger als einzeln gekauft.

Beim Limited Set gibt es beim Kauf von zwei Paar Freeclip 2 (reduziert auf je 179 Euro) zusätzlich ein Schmuck-Set von Les Néréides für die Ohrhörer dazu.

Fazit

Die Huawei Freeclip 2 zählen zu den elegantesten und bequemsten Open-Ear-Kopfhörern, die wir getestet haben. Sie sitzen zudem sicher, sind kaum spürbar und eignen sich dank offenem Konzept besonders für Sport und Radfahren im Straßenverkehr. Klanglich punkten sie mit hoher Klarheit und guter Sprachqualität, der Bass bleibt bauartbedingt aber zurückhaltend.

Mit Bluetooth 6.0, LC3, Multipoint und solider Akkulaufzeit sind sie technisch auf aktuellem Stand. Wer ein leichtes, alltagstaugliches Open-Ear-Modell mit schickem Design sucht, bekommt ein stimmiges Gesamtpaket – für kräftigen Bass sind weiterhin In-Ears die bessere Wahl.

Mit den Ultra Open Earbuds hat Bose sein erstes Open-Ear-Modell im Angebot, das sich mit einem ungewöhnlichen Clip-Design und vielen Farb-Varianten vor allem als gut klingendes Lifestyle-Accessoire in Szene setzen will. Ob der Dreh auch funktioniert, klärt unser Test.

VORTEILE
  • sehr guter Open-Ear-Sound
  • hoher Tragekomfort
  • Spatial Audio
  • Bluetooth Multipoint
  • High-Res-Codec aptX Adaptive
NACHTEILE
  • teuer

Mit den Ultra Open Earbuds hat Bose sein erstes Open-Ear-Modell im Angebot, das sich mit einem ungewöhnlichen Clip-Design und vielen Farb-Varianten vor allem als gut klingendes Lifestyle-Accessoire in Szene setzen will. Ob der Dreh auch funktioniert, klärt unser Test.

Open-Ear-Kopfhörer liegen im Trend, das hat auch Bose erkannt. Doch anstatt die starke Pionierleistung von Shokz, die aktuell mit dem sehr gelungenen Shokz OpenFit gekrönt wird, einfach nur plump zu kopieren, wählt man eine eigene Herangehensweise: Die Bose Ultra Open Earbuds verzichten auf die Knochenschall-Technik, die lange Zeit bei Open-Ear-Kopfhörern zum Einsatz kam – aber starke Schwächen bei der Basswiedergabe zeigt.

Stattdessen bleibt man dem klassischen, akustischen Schallwandler treu und positioniert die Mini-Lautsprecher einfach über ein ungewöhnliches Clip-Design möglichst nahe und frei am Ohrkanal. Gleichzeitig bietet der Ohrring-Look ein Fashion-Potential, das Bose mittlerweile intensiv ausspielt. Wir testen, wie gut die Open-Ears im Alltag und auch beim (Outdoor-)Sport sind.

Design und Tragekomfort

Das schön abgerundete Clip-Design der Bose Ultra Open Earbuds erinnert an Ohrschmuck und trägt sich mit je 6,5 Gramm pro Bud zudem leicht und angenehm. Im Vergleich zum Huawei Freeclip, der das gleiche Baukonzept bietet, wirken die Bose Ohrhörer nach außen hin ein Stück weit klotziger und somit auffälliger. Das liegt auch am breiten Flex-Arm aus weichem Silikon, der den Lautsprecher mit dem Batteriefach verbindet. Nervig: Die gummierten Elemente sind echte Staubmagnete, wodurch die Earbuds schnell ungepflegt ausschauen. Das Problem zeigt sich besonders bei der uns vorliegenden schwarzen Version. Bei helleren Farben könnte das weniger kritisch sein.

Dafür überzeugen die Ultra Open Earbuds mit einem tollen Halt, der sich erst bei starkem Kopfschütteln geschlagen gibt. Joggen, Radfahren oder Krafttraining sind damit kein Problem und im Alltag geraten die Ohrclips überraschend schnell in Vergessenheit. Ein tolles Freiheitsgefühl, das sich auch mit Brillen oder Mützen verträgt. Dazu sind die Buds nach IPX4 vor Schweiß und Wasser geschützt. Aus ursprünglich zwei Farb-Varianten (Schwarz und Weiß) sind mittlerweile ganze neun geworden. Durch die bunte Vielfalt will Bose den Fashion-Piece-Ansatz des Ohrclip-Designs unterstreichen.

Bedienung und App

Allein der Weg über die Bose-App reicht, um die Ultra Open Earbuds zu erkennen, mit dem Smartphone zu koppeln und alle wichtigen Einstellungen zu tätigen. Über eine einfach zu erreichende Taste, die an beiden Ohrhörern an der Oberseite des Batteriefachs hinter dem Ohr zu finden ist, lässt sich der Open-Ear-Kopfhörer selbsterklärend bedienen. Die Steuerung direkt an den Buds ist weitgehend festgelegt. Etwas individualisierbar sind zwei Shortcuts, ausgelöst durch einen längeren Tastendruck am linken oder rechten Bud.

Die einzelnen App-Funktionen sind übersichtlich aufgelistet. Ist hier erst einmal alles eingestellt, gibt es – bis vielleicht auf den Equalizer – kaum einen Grund, die App regelmäßig zu starten. Das finden wir grundsätzlich gut. Die wichtigsten Features wie Spatial Audio oder das Durchschalten der gekoppelten Bluetooth-Geräte funktionieren auch direkt an den Buds.

Features

Die Bose Ultra Open Earbuds verbinden sich über Bluetooth 5.3 mit dem Smartphone und unterstützten dank Bluetooth Multipoint die gleichzeitige Kopplung mit zwei Geräten. Neben dem SBC- und AAC-Codec wird auch der High-Res-Codec aptX Adaptive geboten. Als besonders nützlich erweist sich im Alltag auch die Funktion, die Lautstärke intelligent an das Geräuschniveau der Umgebung anzupassen. Sie ist – ein wenig versteckt – in der App zu finden und spielt dem Open-Ear-Konzept, bei dem man seine Umwelt stets wahrnehmen möchte, vor allem bei sich ständig änderndem Lärmpegel in die Karten.

Akku

Mit bis zu 7 Stunden Laufzeit stellen sich die Bose Ultra Open Earbuds grundsätzlich gut auf. Im Standby sind es bis zu 48 Stunden. Bei aktiviertem Spatial Audio reduziert sich die Akkuleistung auf nur noch bis zu 4 Stunden. Das ist dann doch ein wenig dünn. Über das Ladecase sind insgesamt etwa zweieinhalb zusätzliche Ladungen drin. Hier reichen schon 10 Minuten Ladezeit für etwa 2 Stunden Wiedergabedauer. Nach rund einer Stunde ist der Akku vollständig geladen.

Von Haus aus bieten die Ultra Open Earbuds kein Wireless Charging. Das Feature kann über ein Case-Cover aus Silikon, das Bose separat zur UVP von 59,95 Euro anbietet, aber quasi nachgerüstet werden.

Klang

Es wird Zeit für ein echtes Highlight, das die Open-Ears von Bose klar beim Sound für sich verbuchen können. Natürlich mit Blick auf die Limitierung durch das offene Konzept, bei dem die Umwelt stets präsent bleiben soll. Auf leiser bis mittlerer Lautstärke sehen wir die Bose Ultra Open Earbuds als die besten Soundgeber in der Kategorie Open-Ears, die wir bislang testen konnten. Vor allem im Spatial-Audio-Modus für 360-Grad-Klang, der richtig gut umgesetzt und eine echte Bereicherung beim Musikhören ist. Nur schade, dass sich dadurch die Akkulaufzeit so drastisch reduziert.

Auf hoher Lautstärke stoßen die verbauten Treiber dann allerdings an ihre Grenzen. Die Soundqualität nimmt hörbar ab, insbesondere bei verstärkten Bässen. Hier greift Bose offenbar auch in die Trickkiste: Wird die Lautstärke voll aufgedreht, werden auch die Bässe von der Software automatisch und deutlich reduziert. Damit soll wohl schlimmeres verhindert werden. Um ehrlich zu sein, ist es uns so lieber – und die Konkurrenz ist hier ohnehin auch (noch) nicht besser aufgestellt.

Die Verständlichkeit beim Telefonieren geht im Allgemeinen in Ordnung. Stark abhängig davon, wie laut die Umgebung ist. Übrigens: Bei voll aufgedrehter Musik ist für Nebenstehende nur in leiser Umgebung ein wenig zu hören. In aller Regel bleibt also das meiste privat.

Preis

Mit einer von 349 auf 299,95 Euro reduzierten UVP zählt der Bose Ultra Open Earbuds immer noch zu den teuersten Open-Ear-Modellen am Markt. Zum Testzeitpunkt sind vor allem die klassischen Farb-Varianten wie Weiß mit rund 189 Euro bei Amazon günstiger zu bekommen.

Fazit

Der Einstieg in die Open-Ear-Welt ist Bose mit den Ultra Open Earbuds gut gelungen. Wer den hohen Preis nicht scheut und das Clip-Design bevorzugt, bekommt hier den aktuell besten Sound geboten. Dazu bietet der Kopfhörer tolle Features wie Spatial Audio, einen High-Res-Codec oder die Lautstärkenregelung direkt an den Buds, die viele andere Open-Ear-Modelle gar nicht oder nur teilweise bieten. Das macht es dann auch schwer, eine echte Alternative zu finden. Am naheliegendsten wäre da der Huawei Freeclip (Testbericht) zu benennen, der sich ebenfalls ans Ohr klippt und deutlich günstiger ist, im direkten Vergleich aber auch mitunter deutliche Abstriche macht – wie etwa bei Sound, Features und Bedienung.

Das neue Open-Ear-Flaggschiff von Shokz kommt mit Dolby Audio, Wireless Charging und vielen sinnvollen Detailverbesserungen.

VORTEILE
  • toller Open-Ear-Klang
  • Tragekomfort und Halt
  • Bluetooth-Multipoint
  • Dolby Audio
NACHTEILE
  • kein Hi-Res-Codec

Das neue Open-Ear-Flaggschiff von Shokz kommt mit Dolby Audio, Wireless Charging und vielen sinnvollen Detailverbesserungen.

Die erste Generation der Shokz Openfit (Testbericht) schnitt in unserem Test gut ab. Bis auf einen fehlenden Hi-Res-Codec und die fehlende Möglichkeit, die Lautstärke direkt an den Ohrhörern zu regeln, hat uns das Modell durchweg gefallen. Die zweite Generation erscheint in zwei Varianten: Shokz Openfit 2 für 134 Euro (Amazon) und die minimal teureren Shokz Openfit 2+ für 155 Euro (Computer Universe). Wir testen das Plus-Modell, das zusätzlich Dolby Audio und kabelloses Aufladen bietet.

Design und Tragekomfort

Im Vergleich zum Vorgänger hat sich an der Bauform der Shokz Openfit 2+ praktisch nichts geändert. Das ist gut so, denn Sitz und Halt waren bereits hervorragend. Mit einem Gewicht von nur 9,4 Gramm pro Ohrhörer sind sie angenehm leicht. Die Ohrbügel mit Silikon-Innenschicht sind flexibel und liegen angenehm auf der Haut. Man kann die Open-Ear-Kopfhörer problemlos den ganzen Tag tragen – nichts zwickt oder drückt. Zum Sport sind sie ebenfalls sehr gut geeignet. Die Schutzklasse gegen Staub, Schweiß und Regen wurde auf IP55 verbessert.

Die erste Generation wirkte optisch noch schlicht und fast langweilig. Die Shokz Openfit 2+ gefallen uns deutlich besser, da sie mehr Details bieten und hochwertiger anmuten – insbesondere in der hellgrauen Variante neben klassischem Schwarz. Die gummierten Ohrbügel sind jedoch Staub- und Fusselmagneten, das fällt vor allem bei Schwarz auf. Das Ladecase ist schlicht, farblich passend und wirkt durch das reine Plastik etwas billig. Die Verarbeitung ist aber einwandfrei.

Bedienung und App

Beim ersten Öffnen des Cases gehen die Shokz Openfit 2+ direkt in den Kopplungsmodus und werden zuverlässig von der Begleit-App erkannt. Die Einstellungsmöglichkeiten sind überschaubar: 5-Band-Equalizer, vier Presets (Standard, Gespräch, Bässe, Höhen) und die Option, ein individuelles Preset zu erstellen. Danach gibt es kaum Grund, die App regelmäßig zu öffnen.

Die Steuerung an den Ohrhörern ist auf das Wesentliche reduziert und lässt sich leicht anpassen. Die Werksvoreinstellung ist bereits sehr sinnvoll. An beiden Ohrhörern sitzt ein kleiner, gut ertastbarer physischer Knopf. Dreifach-Klicks erfordern etwas Timing, aber nach kurzer Eingewöhnung funktioniert alles zuverlässig. Die beim Vorgänger vermisste Lautstärkeregelung direkt am Ohrhörer ist nun vorhanden: langer Druck rechts für lauter, links für leiser.

Features

Die Shokz Openfit 2+ nutzen Bluetooth 5.4 (Vorgänger: 5.2) und unterstützen Multipoint für zwei gleichzeitige Geräteverbindungen – praktisch beim Wechsel zwischen Laptop und Smartphone. Bei den Codecs bleibt es bei SBC und AAC, ein Hi-Res-Codec fehlt weiterhin. Das Plus-Modell bietet zusätzlich Wireless Charging und Dolby Audio. Letzteres ist nur sinnvoll, wenn das Smartphone es unterstützt.

Akku

Erfreuliches gibt es auch bei der Akku-Performance zu berichten: Mit einer Laufzeit von bis zu 11 Stunden laut Hersteller halten die Shokz Openfit 2+ ganze vier Stunden länger durch als die erste Generation. Über das Lade-Etui sind es insgesamt 48 Stunden – eine spürbare Steigerung von bisher 28 Stunden. Eine Verbesserung, die sich mit unserer Testerfahrung deckt. Wer auf Anschlag hört und Dolby Audio aktiviert hat, muss mit 7 bis 8 Stunden Laufzeit rechnen. Geladen wird per USB-C oder kabellos. Dank Quick Charge ist der Akku schon nach 10 Minuten für etwa 2 Stunden aufgeladen. Die Standby-Zeit soll sich laut Shokz von 10 auf bis zu 270 Tage erhöht haben.

Shokz Openfit 2+

Klang

Beim Sound-Check können die Shokz Openfit 2+ eine Schippe draufsetzen. Möglich macht es der Wechsel zur sogenannten Dualboost-Technologie. Dahinter verbirgt sich das Zusammenspiel aus zwei einzeln verbauten Lautsprechern in jedem Ohrhörer: einer Niederfrequenzeinheit für Bässe und einer Hochfrequenzeinheit für Höhen. Das Ergebnis ist ein stimmigeres und natürlicheres Klangbild, das für Open-Ear-Verhältnisse richtig Spaß macht und erst bei maximaler Lautstärke an seine Grenze stößt.

Wird Dolby Audio aktiviert, sofern vom Smartphone unterstützt, bekommt die Musik hörbar mehr Raum und Details. Bei der Bass-Performance zeigen die Niederfrequenz-Speaker ihre Wirkung. Je nach Song kann es etwas druckvoller werden. Das Niveau von ordentlichen Half-In-Ear- oder richtigen In-Ear-Modellen, die näher am Ohrkanal liegen, wird aber nicht ganz erreicht. Das war auch zu erwarten. Im reinen Open-Ear-Segment zählt die Bass-Performance der OpenFit 2+ aber zu den besten am Markt.

Die Sprachqualität beim Telefonieren geht indes in Ordnung. Während wir alles gut verstanden haben, war ein regelmäßiger Lautstärkenwechsel für unser Gegenüber auffällig. Wir vermuteten die Geräuschunterdrückung dahinter. Das Feature war zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht eingeschaltet. Davon abgesehen, konnte uns der Gesprächspartner aber gut verstehen, wenn auch eher blechern. Für einen kurzen Call reicht das allemal.

Preis

Die UVP der Shokz Openfit 2+ liegt bei 199 Euro. Zum Testzeitpunkt sind sie für 155 Euro (Computer Universe) erhältlich.

Fazit

Mit den Openfit 2+ macht Shokz deutlich, dass es bis zur Klangqualität von In-Ear-Kopfhörern nicht mehr weit ist. Dazu die vielen sinnvollen Detailverbesserungen bei Optik, Technik und Sound, die in unseren Augen auch einen Wechsel vom Vorgängermodell rechtfertigen. Bis auf den fehlenden Hi-Res-Codec sind die Openfit 2+ ein wirklich rundes Ding geworden. Wer das besondere Trage- und Freiheitsgefühl von Open-Ear-Kopfhörern bevorzugt, wird mit diesem Kopfhörer glücklich werden.

Mit den Nothing Ear (Open) zeigt Nothing seine ersten Open-Ear-Kopfhörer. Sie sollen den Gehörgang freilassen und dennoch einen tollen Klang bieten. Ob das gelingt, zeigt unser Test.

VORTEILE
  • edles Design
  • bequemer und sicherer Halt
  • guter Klang für Open-Ear
  • anpassbare Bedienelemente & Equalizer
  • gute Akkulaufzeit
NACHTEILE
  • beim Telefonieren leichter Hall
  • kein kabelloses Qi-Laden
  • Keine Hi-Res-Codecs

Mit den Nothing Ear (Open) zeigt Nothing seine ersten Open-Ear-Kopfhörer. Sie sollen den Gehörgang freilassen und dennoch einen tollen Klang bieten. Ob das gelingt, zeigt unser Test.

Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei und ermöglichen es so, auch beim Musikhören die Umgebung wahrzunehmen. Das ist nicht nur praktisch, sondern in einigen Situationen sogar Pflicht. So dürfen Radfahrer nur dann Kopfhörer tragen, wenn sie dabei noch genug von ihrer Umgebung mitbekommen. Hier kommen Open-Ear-Kopfhörer wie die Nothing Ear (Open) ins Spiel. Wir haben sie im Test genau angeschaut.

Optik

Die Nothing Ear (Open) sehen typisch für den Hersteller Nothing einfach wunderschön aus. Die Ohrteile bestehen größtenteils aus einem weißen, gummierten Kunststoff. Sie halten über einen eleganten, schmalen und flexiblen Bügel am oberen Teil des Ohrs. Am Ende des Bügels sitzt ein silberner Metallzylinder, in dem sich der Akku befindet. Der Akustikteil, der vor dem Gehörgang platziert ist, erinnert optisch an klassische In-Ear-Kopfhörer. Transparentes Plexiglas erlaubt den Blick auf das Innenleben des Kopfhörers mit seiner Platine. Ein roter Punkt markiert das rechte Ohrteil, während das linke mit einem weißen Punkt gekennzeichnet ist. Ein einzelner Open-Earbud wiegt nur 8 g. Zusammen mit dem Ladecase bringen es beide Ohrhörer auf 64 g.

Verarbeitung

Auch die Verarbeitung der Nothing Ear (Open) macht einen hochwertigen Eindruck. Alles wirkt wie aus einem Guss gefertigt. Dank IP54-Zertifizierung sind die Kopfhörer staub- und wasserbeständig. Das Ladecase ist zwar etwas größer als bei typischen In-Ear-Kopfhörern, aber immer noch kompakter als viele Ladehüllen anderer Open-Ear-Modelle. Der Deckel besteht aus transparentem Plexiglas, sodass man stets die schicken Kopfhörer in der Hülle sieht. Auch der knackige Schließmechanismus des Cases überzeugt.

Tragekomfort

Der Tragekomfort der Nothing Ear (Open) ist hoch. Unser Tester hat recht empfindliche Ohren, spürt die Kopfhörer aber selbst nach vielen Stunden des Tragens kaum. Sie sitzen zudem sicher und lösen sich auch bei heftigem Kopfschütteln nicht – das ist etwa für Sport ideal.

Bedienung & App

Gesteuert werden die Nothing Ear (Open) über Druckflächen an den Ohrteilen. Damit lassen sich alle wichtigen Funktionen wie Start/Stopp, lauter/leiser et cetera direkt an den Kopfhörern zuverlässig ausführen. Bei uns kommt es im Test nicht vor, dass wir versehentlich eine Funktion auslösen. Die zugehörige App ermöglicht es, die Tastenbelegung individuell anzupassen.

Besonders gut gefällt uns der umfangreiche Equalizer in der App. Neben vier einfachen Presets bietet er zudem acht frei einstellbare Bänder. So lässt sich der Klang optimal an die eigenen Hörvorlieben anpassen.

Zudem gibt es einen Latenzmodus für Gaming, der die Verzögerung minimiert. Praktisch ist auch die „Finde meine Kopfhörer“-Funktion, bei der die Ohrhörer einen Ton abspielen. Dieser könnte aber etwas lauter sein.

Insgesamt ist der Funktionsumfang der App zwar nicht riesig, aber die individuelle Tastenbelegung und der Equalizer sind tolle Features.

Klang

Die Nothing Ear (Open) verbinden sich per Bluetooth 5.3 mit dem Smartphone und unterstützen den energiesparenden LE-Audio-Standard. In jedem Ohrhörer steckt ein dynamischer 14,2-mm-Treiber. Multipoint-Pairing für die Verbindung mit zwei Geräten gleichzeitig wird ebenfalls unterstützt. Hi-Res-Codecs wie aptX-HD nutzt der Nothing Ear leider nicht, sondern nur AAC und SBC.

Der Klang ist eines der Highlights der Nothing Ear (Open). Für Open-Ear-Kopfhörer klingen sie ausgesprochen voll und bieten erfreulich viel Bass, was in dieser Gerätekategorie eher selten ist. Allerdings hängt die Klangqualität stark von der individuellen Ohrform ab. Sitzt der Akustikteil zu weit weg vom Gehörgang, lässt die Sound-Qualität merklich nach.

Beim Telefonieren schneiden die Kopfhörer durchwachsen ab. Der Gesprächspartner hört die eigene Stimme mit einem leichten Hall, vergleichbar mit einer einfachen Freisprecheinrichtung. Laute Umgebungsgeräusche werden zwar zuverlässig herausgefiltert, verschlechtern dann aber die Sprachverständlichkeit. Den Gesprächspartner verstehen wir hingegen gut.

Der Klang wird gezielt zum Ohr geleitet. Die Umgebung bekommt nur bei hoher Lautstärke des Kopfhörers und gleichzeitig ruhiger Umgebung etwas davon mit.

Akku

Der Akku jedes Earbuds hat eine Kapazität von 64 mAh, das Ladecase fasst 635 mAh. Bei mittlerer Lautstärke sollen die Kopfhörer 8 Stunden durchhalten, beim Telefonieren immerhin noch 6 Stunden. Mit dem Ladecase verlängert sich die Akkulaufzeit auf 30 und 24 Stunden. Das deckt sich in etwa mit unseren Testergebnissen.

Die Kopfhörer laden über USB-C, ein Netzteil liegt nicht bei. Kabelloses Laden per Qi wird nicht unterstützt.

Preis

Die unverbindliche Preisempfehlung der Nothing Ear (Open) liegt bei 150 Euro. Aktuell sind sie etwa bei Amazon für 99 Euro erhältlich.

Fazit

Die Nothing Ear (Open) sind rundum gelungene Open-Ear-Kopfhörer. Sie gefallen dank edlem Design, exzellentem Tragekomfort und einem für diese Bauart erstaunlich vollem Klang mit ordentlich Bass. Auch die Verarbeitung und Akkulaufzeit wissen zu überzeugen. Kritikpunkte sind der beim Telefonieren leicht hallende Klang für den Gesprächspartner und die fehlende Qi-Ladefunktion.

Insgesamt sind die Nothing Ear (Open) eine klare Empfehlung für alle, die stylische und bequeme Open-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang suchen.

Die Soundcore Aerofit 2 Pro sind Half-In-Ear- und Open-Ear-Kopfhörer in einem Gerät. Doch wie gut ist der Earbuds-Hybrid wirklich?

VORTEILE
  • praktischer Dual-Modus
  • gutes ANC
  • Tragekomfort
  • Hi-Res-Codec
NACHTEILE
  • unausgewogener Klang
  • Bass-Performance in beiden Modi

Die Soundcore Aerofit 2 Pro sind Half-In-Ear- und Open-Ear-Kopfhörer in einem Gerät. Doch wie gut ist der Earbuds-Hybrid wirklich?

Soundcore bringt regelmäßig Kopfhörer auf den Markt, die sich mit einem coolen Gimmick von der Masse abheben. Zuletzt hatten wir etwa die Soundcore P40i mit einem ins Ladecase integrierten Smartphone-Ständer im Test. Bei den Soundcore Aerofit 2 Pro ist das Feature eine ganze Ecke innovativer: Denn diese Dual-Form-Earbuds bieten zwei Trage-Modi: Half-In-Ear und Open-Ear, die sich über eindrehbare Earbuds umschalten lassen. Unser Test zeigt, wie praktisch das im Alltag sein kann – und was die Kopfhörer sonst noch zu bieten haben.

Design und Tragekomfort

Optisch zeigen sich die Soundcore Aerofit 2 Pro in erster Linie im klassischen Open-Ear-Design mit langem, flexiblem Bügel, der um die Ohren liegt. Es gibt sie in mattem Schwarz, glänzendem Weiß und in mattem Lila. Unsere weiße Testvariante wirkt modern, liegt wertig in den Händen und ist sauber verarbeitet. Der Eindruck passt zum aufgerufenen Preis und spiegelt sich auch beim Ladecase wider.

Um die Ohren gelegt, liegen die beiden Hörer mit jeweils 10 Gramm noch angenehm auf und können lange ohne Drücken getragen werden. Der Sitz ist richtig gut und fest, wodurch sich die Aerofit 2 Pro auch gut zum Sporttreiben eignen. Dafür macht sich auch der IP55-Schutz gegen Schweiß, Staub und Regen bezahlt. Das Ladecase ist allerdings nicht wasserdicht. Der Wechsel vom Open-Ear- in den Half-In-Ear-Modus lässt sich durch das Eindrehen der Ohrhörer in fünf Stufen vornehmen. Auch hier liegen die Hörer angenehm sanft und ohne Druck in den Ohren.

Bedienung und App

Die Soundcore Aerofit 2 Pro setzen auf eine Tipp- und Drück-Steuerung über die beiden Ohrhörer. Grundsätzlich ist das gut umgesetzt, die Standard-Belegung spart allerdings die 3x-Tippen-Belegung aus. Über die App lässt sich die Steuerung gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Ansonsten ist in der App allerdings nicht mehr viel einzustellen. Neben dem Multipoint-Feature und einem Game-Modus gibt es sonst nur noch Klang-Profile zu aktivieren, von denen es insgesamt 23 zur Auswahl gibt. Oder man erstellt sich selbst eines über den integrierten 8-Band-Equalizer.

Features

Verbunden werden die Soundcore Aerofit 2 Pro fortschrittlich per Bluetooth 6.1, dank Multipoint auch mit zwei Geräten gleichzeitig. An Codecs stehen SBC, AAC und mit LDAC auch eine Hi-Res-Variante zur Verfügung. Dazu gesellt sich ein spezieller Gaming-Modus, der die Latenz verringert. Eine Trageerkennung gibt es nicht. Die ist durch die Tipp-Steuerung allerdings auch nicht wirklich nötig. Ungewollte Steuer-Befehle haben wir beim Aufsetzen jedenfalls nicht ausgelöst.

Akku

Die Akkulaufzeit der Soundcore Aerofit 2 Pro beträgt laut Hersteller bis zu 7 Stunden im Open-Ear- und bis zu 5 Stunden im ANC-Modus. Insgesamt sind über das Ladecase bis zu 34 beziehungsweise bis zu 24 Stunden drin. Alles bei rund 50 Prozent Lautstärke. Wer also gerne laut hört, sollte hier mit deutlich weniger Laufzeit rechnen. Bei aktiviertem LDAC-Codec muss ebenfalls mit weniger Akkulaufzeit gerechnet werden. Dank Schnellade-Feature ist der Akku nach nur 10 Minuten wieder für bis zu 3,5 Stunden aufgeladen. Kabelloses Laden dauert etwa 4 Stunden. Am schnellsten geht’s per beiliegendem USB-C-Kabel.

Soundcore Aerofit 2 Pro

Klang

Im Open-Ear-Modus performen die beiden 11,8-mm-Treiber eher durchwachsen. Eine klare Schwäche ist nämlich schnell zu bemerken: Selbst im Klang-Preset Bass-Booster und bei voller Lautstärke sind die Bässe noch immer flach und schaffen es nicht, halbwegs druckvoll in die Ohren zu kommen. Ganz anders verhält es sich, wenn die Hörer in den Half-In-Ear-Modus vor den Gehörgang eingedreht werden: Hier ist der Bass plötzlich enorm dominant und überlagernd. Wir mussten ihn bei basslastigen Titeln wie Regulate von Warren G vollständig herunterregeln – und es war immer noch zu dröhnend. Eine gute Klang-Balance ließ sich also in keinem der beiden Modi finden. Außerdem ist die maximale Lautstärke recht niedrig. Gerade im Open-Ear-Modus wollen wir es oft gerne noch etwas lauter haben.

Die Sprachqualität beim Telefonieren geht hingegen in Ordnung. Für uns ist der Gesprächspartner gut und deutlich zu hören. Unsere eigene Stimme wird hingegen blechern und etwas dünn, aber gut verständlich übertragen. In lauter Umgebung wird es dann aber schnell anstrengend, da die Störgeräusche nicht herausgefiltert werden. Für kurze Gespräche in ruhiger Umgebung passt es also. Für längere Telefonate sollte man hingegen lieber direkt zum Smartphone greifen.

ANC

Bei der ANC-Performance können wir den Soundcore Aerofit 2 Pro hingegen einen wirklich guten Job quittieren. Vor allem tiefe und auch mittlere Frequenzen werden stark abgedämpft und rücken in weite Ferne. In einem belebten und lauten Café schaffen es nur noch die Stimmen und Klirrgeräusche in unser Ohr – allerdings deutlich reduziert. Einen Aware-Modus gibt es nicht, doch dafür gibt es ja den Open-Ear-Modus. Praktisch: In der App kann eingestellt werden, dass sich der ANC-Modus beim Eindrehen der Hörer automatisch aktiviert.

Preis

Mit einer UVP von 179,99 Euro (Amazon) siedeln sich die Soundcore Aerofit 2 Pro im Bereich ANC-Kopfhörer im gehobenen Mittelklasse-Segment an. Zum Testzeitpunkt gibt es für alle drei Farb-Varianten noch keine nennenswerte Ermäßigung.

Fazit

Die Soundcore Aerofit 2 Pro hinterlassen überwiegend einen soliden Eindruck. Die Verarbeitung ist toll, der Tragekomfort, das ANC und auch die Flexibilität über die beiden Trage-Modi ist enorm praktisch. Doch ausgerechnet in der Königsdisziplin Klang kann der Kopfhörer nicht überzeugen. Grund dafür ist allein die schlechte Bass-Performance, die im Open-Ear-Modus quasi nicht präsent und im Half-In-Ear-Modus viel zu dominant ist. Die beiden Extreme lassen sich nicht so einfach ausblenden. Der Klang ist nie so richtig gut ausbalanciert. Das macht es schwer, hier eine Empfehlung auszusprechen.

Mit den Amiron Zero Sport wagt sich Beyerdynamic in den boomenden Open-Ear-Markt – und setzt auf ein Clip-Design mit mutigem Farbkonzept.

VORTEILE
  • hervorragender Tragekomfort
  • mutiges Design der Sport-Variante
  • räumlicher, natürlicher Klang
  • Schnellladefunktion
  • App mit EQ
NACHTEILE
  • kurze Akkulaufzeit (6 h)
  • keine Lautstärkeregelung am Gerät
  • Kein Hi-Res-Codec (LDAC/aptX)

Mit den Amiron Zero Sport wagt sich Beyerdynamic in den boomenden Open-Ear-Markt – und setzt auf ein Clip-Design mit mutigem Farbkonzept.

Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei und ermöglichen es, Musik zu hören und trotzdem die Umgebung wahrzunehmen. Für Radfahrer, Jogger und Pendler ist das nicht nur praktisch, sondern teils sogar Pflicht. Beyerdynamic – bekannt für audiophile Over-Ear-Kopfhörer wie den DT 770 Pro – betritt mit den Amiron Zero Sport nun dieses wachsende Segment. Das Clip-Design erinnert an die Bose Ultra Open Earbuds (Testbericht), die sich ebenfalls wie ein Ohrring ans Ohr klemmen. Allerdings will Beyerdynamic das Konzept kompakter, leichter und günstiger umsetzen.

Ob das gelingt und wie sich die Amiron Zero Sport gegen starke Konkurrenten wie die Anker Soundcore Aerofit 2 Pro (Testbericht), Shokz Openfit Pro (Testbericht) oder die Nothing Ear Open (Testbericht) schlagen, klärt unser Test.

Design: Mut zur Farbe

Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport setzen auf ein c-förmiges Clip-Design. Der Clip legt sich um die Ohrmuschel, der Lautsprecher sitzt direkt vor dem Gehörgang – ohne in den Kanal einzudringen. Die Kopfhörer gibt es in Schwarz, Weiß und als uns vorliegende Sport-Variante mit orangefarbenen Akzenten. Die mutige Farbkombination erinnert an einen Sportwagen, wirkt dank der kompakten Bauform aber keineswegs protzig. Eher wie ein kleines Schmuckstück. Das Design hebt sich wohltuend von der Open-Ear-Masse ab, die oft in zurückhaltendem Schwarz oder Weiß daherkommt.

Zum Vergleich: Die Bose Ultra Open Earbuds und Nothing Ear (Open) liegen bei 8 g. Das flexible Band passt sich an verschiedene Ohrformen an, so eignen sich die Clips sowohl für kleine als auch große Ohren. Insgesamt ein sehr cooles und mutiges Design, das sich erfrischend vom Einheitsbrei abhebt.

Verarbeitung

Die Earbuds bestehen aus robustem Kunststoff. Beyerdynamic zertifiziert sie nach IP54 – das schützt gegen Staub, Spritzwasser und Schweiß. Für ein direktes Wasserbad oder viel Regen reicht es allerdings nicht.

Das Ladecase wiegt etwa 45 g und fällt angenehm kompakt aus – es passt problemlos in jede Hosentasche. Seine Oberfläche ist leicht aufgeraut und fühlt sich dadurch minimal gummiert an. Das liegt sehr angenehm in der Hand. Das matte Finish zieht keine Fingerabdrücke an. Ein Metall-Scharnier sorgt für Stabilität, und Magnete halten den Deckel sicher geschlossen. Beim Öffnen fühlt sich der Mechanismus aber nicht immer perfekt an: Gelegentlich knackt er etwas eigenartig – das wirkt nicht ganz so hochwertig wie etwa das Case der Nothing Ear (Open) mit seinem satten Schließmechanismus.

Beyerdynamic Amiron Zero Sport Bilder

Die Earbuds halten per Magnet im Case. Allerdings finden wir nicht immer sofort die richtige Position. Die Verarbeitung ist insgesamt präzise und solide, das Case hätte in Details aber etwas mehr Feinschliff vertragen können.

Tragekomfort der Beyerdynamic Amiron Zero Sport

Mit 6 g pro Earbud sind die Amiron Zero Sport so leicht, dass man sie bei längeren Sessions schlicht vergisst. Das Clip-Design erzeugt keinen Druck im Gehörgang – ein Vorteil gegenüber klassischen In-Ear-Kopfhörern, die gerade bei empfindlichen Ohren nach einiger Zeit unangenehm drücken können. Die offene Bauweise verhindert zudem, dass sich Wärme am Ohr staut. Gerade beim Sport ein spürbarer Komfortgewinn.

Der Clip-Mechanismus hält bei sportlichen Aktivitäten sicher. Laufen, HIIT-Training oder Sprinten – die Earbuds sitzen auch bei größeren Ohren bombenfest. Die Bose Ultra Open Earbuds sitzen ähnlich sicher, wirken nach außen aber klotziger.

Der Tragekomfort zählt zu den größten Stärken der Beyerdynamic. Ob beim Pendeln, im Büro oder beim Sport – wer einen Kopfhörer sucht, der sich auch über viele Stunden angenehm tragen lässt, wird hier fündig.

Beyerdynamic Amiron Zero Sport Bilder

Bedienung am Gerät

Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport setzen auf Touch-Sensoren, die auf der Rückseite und Vorderseite der Earbuds sitzen – nicht auf dem Bügel. Bedient wird per Doppel- und Dreifach-Tap. Einzel-Taps und langes Drücken gibt es bewusst nicht. Das reduziert versehentliche Eingaben.

Über die Touch-Gesten steuert man Play/Pause, springt Tracks vor oder zurück, nimmt Anrufe an und aktiviert den Sprachassistenten. Die Belegung lässt sich per App anpassen. Allerdings fehlt eine Lautstärkeregelung. Die muss über das verbundene Smartphone erfolgen – das kennt man von Konkurrenten, nervt aber trotzdem.

Beyerdynamic Amiron Zero Sport Bilder

Die Touch-Steuerung funktioniert meist zuverlässig, gelegentlich reagieren die Earbuds aber nicht auf Eingaben. Hier hätten wir uns physische Tasten gewünscht, wie sie die Shokz Openfit Pro bieten. Die Bedienung ist insgesamt selbsterklärend, erfordert anfangs jedoch etwas Eingewöhnung, um die Position der Sensoren sicher zu treffen.

Praktisch: Ein Mono-Modus erlaubt die unabhängige Nutzung eines einzelnen Earbuds. So lässt sich etwa beim Autofahren nur ein Ohr bestücken, während das andere frei bleibt. Das verdoppelt nebenbei die effektive Laufzeit.

Die Beyerdynamic-App

Die Beyerdynamic-App steht für iOS und Android bereit. Android nutzt Google Fast Pair für eine schnelle Erstverbindung. Der Funktionsumfang ist übersichtlich, aber sinnvoll: Ein 5-Band-Equalizer erlaubt die individuelle Klanganpassung. Dazu kommen Genre-Presets wie Bass, Smooth, Loudness, Neutral und Podcast. Beyerdynamic bietet zudem Presets für laute Umgebungen – etwa eine Vocal-Betonung für Parks oder eine Bass-Verstärkung für ruhige Räume zu Hause. Benutzerdefinierte EQ-Profile lassen sich ebenfalls speichern.

Weitere Funktionen: Touch-Steuerung anpassen, Batteriestatus in Prozent, Auto-Abschaltung konfigurieren (etwa nach 30 Minuten Inaktivität), Sprachassistent und Trageerkennung ein- oder ausschalten. Die Trageerkennung pausiert die Wiedergabe automatisch, wenn man einen Earbud abnimmt – mit einer Verzögerung von etwa zwei Sekunden.

Die App ist übersichtlich und selbsterklärend. Neben Tastenbelegung und Equalizer bietet sie allerdings keinen großen Mehrwert. Erweiterte Funktionen wie einen Gaming-Modus oder eine „Kopfhörer finden“-Funktion mit akustischem Signal sucht man vergeblich.

Klangqualität der Beyerdynamic Amiron Zero Sport

Die Amiron Zero Sport verbinden sich per Bluetooth 5.4 mit dem Zuspieler und unterstützen die Profile HFP, A2DP und AVRCP. Bei den Codecs stehen SBC und AAC zur Verfügung. Hi-Res-Codecs wie aptX, LDAC oder Lossless fehlen – das ist bei Open-Ear-Kopfhörern zu verschmerzen. Trotzdem: Die Earfun Openjump bieten zum deutlich günstigeren Preis immerhin LDAC, die Bose Ultra Open Earbuds setzen auf aptX Adaptive, und die Anker Soundcore Aerofit 2 Pro unterstützen LDAC. Multipoint-Konnektivität für zwei Geräte gleichzeitig ist an Bord.

In jedem Earbud steckt ein dynamischer Treiber mit den Maßen 18 × 11 × 4,85 mm und einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Die Klangbühne wirkt natürlich und räumlich, die Stereotrennung gelingt gut, das Imaging überzeugt. Jazz, Instrumentalmusik und Podcasts machen mit den Amiron Zero Sport richtig Spaß.

Die Klangsignatur tendiert in Richtung V-Shape: Bässe und Höhen sind betont, die Mitten treten etwas in den Hintergrund. Im Detail bedeutet das: Der Bass ist für einen Clip-on-Kopfhörer überraschend präsent, fällt im Sub-Bass-Bereich aber hohl und flach aus. Tiefe Frequenzen verlieren an Klarheit, sind zuweilen kaum wahrnehmbar. Die Shokz Openfit Pro liefern hier spürbar mehr Tiefgang und sogar einen für Open-Ear seltenen, spürbaren Bass. Auch die Nothing Ear (Open) klingen voller im Tieftonbereich.

Beyerdynamic Amiron Zero Sport Bilder

Die Mitten wirken etwas dünn und schwach betont. Vocals kommen klar durch, Instrumenten fehlt es aber an Präsenz und Körper. Die Höhen hingegen sind ein echtes Highlight: luftig, detailliert und farbig, ohne dabei scharf oder unangenehm zu werden. Das trägt zur angenehmen Offenheit des Klangbilds bei – hier spürt man die Audioexpertise von Beyerdynamic.

Per EQ in der App lässt sich der Klang merklich verbessern. Die Genre-Presets helfen, den Sound an verschiedene Hörsituationen anzupassen. In lauten Umgebungen muss man die Lautstärke allerdings deutlich aufdrehen, da Umgebungsgeräusche ungehindert durchdringen – das liegt in der Natur offener Kopfhörer. Bauartbedingt bekommt die Umgebung bei hoher Lautstärke auch einiges vom Inhalt mit.

In ruhigen Räumen klingt die eigene Stimme für den Gesprächspartner klar und natürlich. Draußen, bei Wind oder im Café sieht es deutlich anders aus: Die Stimme wird dumpf, Wind bricht stark durch und macht die Verständigung oft schwierig. Für Outdoor-Telefonate eignen sich die Amiron Zero Sport kaum. Wer oft unterwegs telefoniert, ist mit den Huawei Freearc besser bedient.

Akku

Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport halten mit einer Ladung bis zu 6 Stunden durch. Das Ladecase liefert etwa drei weitere volle Ladungen, was eine Gesamtlaufzeit von rund 20 Stunden ergibt (6 + 14 Stunden aus dem Case). Bei moderater Nutzung bestätigen sich diese Angaben im Test. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das ein solider, aber kein herausragender Wert.

Beyerdynamic Amiron Zero Sport Bilder

Positiv: Eine Schnellladefunktion liefert nach 10 Minuten am Kabel bereits 2 Stunden Wiedergabezeit. Das ist praktisch, wenn man vor dem Lauftraining feststellt, dass der Akku fast leer ist. Der Mono-Modus verdoppelt die effektive Laufzeit – wer abwechselnd nur einen Earbud nutzt, kommt weiter. Geladen wird per USB-C. Kabelloses Qi-Laden unterstützt das Case nicht – das bieten in dieser Preisklasse aber auch nur wenige Konkurrenten, etwa die Earfun Openjump.

Wer die Kopfhörer den ganzen Tag durchgehend tragen möchte, sollte zwischendurch nachladen. Für den typischen Einsatz beim Sport oder auf dem Arbeitsweg reichen die 6 Stunden aber aus.

Preis: Was kosten die Beyerdynamic Amiron Zero Sport?

Der aktuelle Preis der Beyerdynamic Amiron Zero Sport liegt bei 149 Euro (Amazon) – was der UVP entspricht.

Fazit

Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport sind gelungene Open-Ear-Kopfhörer mit eigenständigem Charakter. Das mutige Clip-Design in Orange-Schwarz sieht klasse aus, die Verarbeitung überzeugt und der Tragekomfort gehört dank 6 g Gewicht zum Besten im Segment. Beim Klang punkten sie mit einer natürlichen und räumlichen Klangbühne und luftigen Höhen – hier spürt man die Audioerfahrung von Beyerdynamic. Der Bass hat erstaunlich viel Punch für einen Clip-on, fällt im Sub-Bass aber flach aus.

Schwächen zeigen die Amiron Zero Sport bei der Telefonie im Freien, der fehlenden Lautstärkeregelung am Gerät und der gelegentlich unzuverlässigen Touch-Steuerung. Auch die Akkulaufzeit von 6 Stunden pro Ladung liegt unter dem Klassendurchschnitt. Wer einen kompakten, ultraleichten Open-Ear-Kopfhörer mit Clip-Design sucht und Wert auf räumlichen Klang und hohen Tragekomfort legt, bekommt mit den Amiron Zero Sport dennoch ein stylishes und überzeugendes Paket.

ZUSÄTZLICH GETESTET
Huawei Freeclip
Oneodio Openrock X
Shokz Openrun
Shokz Openfit
Earfun Openjump
Anker Soundcore Aerofit 2
Shokz Opendots One
Sony Linkbuds Clip
Panasonic RB-F10
Mojawa Run Plus
1More Fit SE S30 Open Earbuds
Blitzwolf BW-BTS9
Honor Earbuds Open
Baseus Eli Sport 1
Shokz Openrun Pro 2