Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei – und klingen mittlerweile trotzdem richtig gut. Wir zeigen die 10 besten Open-Ears aus etwa 30 Tests.
Die Kategorie der Open-Ear-Kopfhörer hat in den vergangenen Jahren einen massiven Boom erlebt. Kein Wunder. Schließlich lassen die Kopfhörer den Gehörgang frei, um akustisch ungefiltert die Umgebung zu hören. Das ist etwa im Straßenverkehr oder beim Sport ein echter Vorteil. Trotzdem bieten Open-Ear-Kopfhörer zunehmend besseren Klang – auch wenn sie bisher nicht ganz an hochwertige In-Ear- oder Open-Ear-Kopfhörer herankommen.
Der erste kommerziell erfolgreiche Kopfhörer, der beim Musikhören den Gehörgang offen lässt, kam von Shokz und setzte auf eine Tonübertragung per Knochenschall. Mittlerweile gibt es eine erfolgreiche Gegenbewegung – die besten Open-Ear-Kopfhörer nutzen Luftschall statt Knochenschall.
Wir haben etwa 30 dieser offenen Modelle getestet und zeigen hier die zehn besten Open-Ear-Kopfhörer.
Unser Testsieger ist der Shokz Openfit Pro für 249 Euro (Expert). Er zeigt eindrucksvoll, dass ANC bei Open-Ear-Kopfhörern funktionieren kann und es bis zur Klangqualität von In-Ear-Kopfhörern nicht mehr weit ist.
Ganz neu schiebt sich der Beyerdynamic Amiron 200 für 179 Euro (Amazon) auf den zweiten Platz als unser Technologiesieger. Er überzeugt mit dynamischem, detailliertem Sound, 11 Stunden Akkulaufzeit und sehr hohem Tragekomfort.
Der Huawei Freearc für 66 Euro (Amazon) ist unser Preis-Leistungs-Sieger. Der Kopfhörer sitzt hervorragend und ist trotz seines recht hohen Gewichts kaum spürbar. Auch der Klang überzeugt. Zudem bietet er eine extrem gute Qualität beim Telefonieren.
Wer Open-Ear-Kopfhörer im Clip-on-Design will, der sollte sich die Huawei Freeclips 2 für 179 Euro (Amazon) genauer anschauen / anhören. Sie sind elegant, äußerst bequem und bieten einen klaren Klang mit guter Sprachqualität.
Die Shokz Openfit Pro bieten erstmals ANC im Open-Ear-Design, was an sich schon sehr beachtlich ist. Zudem bieten sie perfekten Halt, eine durchdachte Bedienung, prima Sound und eine richtig gute App mit vielen Features. Aktuell kostet er 249 Euro (Expert).
Klanglich ganz vorn: Die Beyerdynamic Amiron 200 überzeugen mit dynamischem, detailliertem Sound, 11 Stunden Akkulaufzeit und hohem Tragekomfort. Schwächen bei Outdoor-Telefonie und fehlendes Qi-Laden trüben das Bild leicht. Die Beyerdynamic Amiron 200 kosten aktuell 179 Euro (Amazon).
Die Huawei Freearc sitzen ausgezeichnet und sind trotz ihres recht hohen Gewichts kaum spürbar. Auch der Klang überzeugt. Dabei sind sie mit derzeit 66 Euro (Amazon) vergleichsweise günstig. Die Huawei Freearc sind damit eine gute Wahl für preisbewusste Sportler, die beim Joggen oder Radfahren auf Open-Ear-Kopfhörer setzen.
Knochenschall-Kopfhörer nutzen den Schädelknochen, um Schall über Vibrationen an das Innenohr zu übertragen, anstatt den Schall über den Gehörgang und das Trommelfell zu leiten, wie es bei den meisten anderen Kopfhörern der Fall ist.
Knochenschall-Kopfhörer sind nicht für alle gleichermaßen geeignet. Einige können Schwierigkeiten haben, Schall über Knochenschall-Kopfhörer wahrzunehmen, insbesondere wenn sie ein sensibles Gehör oder eine Hörbeeinträchtigung haben.
Die Klangqualität von Knochenschall-Modellen ist nicht so gut wie bei Kopfhörern, welche den Sound über das Trommelfell zum Innenohr leiten. Auch deswegen sind die reinen Knochenschall-Varianten offenbar wieder auf dem Rückzug und machen Platz für Open-Ear-Kopfhörer mit Luftschallübertragung. Bei ihnen sitzt die Membran direkt vor dem Hörkanal. Sie erreichen so eine bessere Audioqualität und lassen dennoch Umgebungsgeräusche ins Ohr. Je besser sie sitzen, desto besser ist auch ihr Klang. So können zwei unterschiedliche Personen bei denselben Kopfhörern zu ganz anderen Klangeindrücken kommen.
Die Kunst besteht auch darin, nicht die gesamte Außenwelt am Gehörten teilhaben zu lassen. Das gelingt insgesamt gut, auch wenn Personen in der Nähe noch immer mehr mithören als bei guten In-Ear-Kopfhörern (Bestenliste) oder Over-Ear-Kopfhörern (Bestenliste).
Tragekomfort: Clip-on-Kopfhörer bieten unserer Erfahrung nach den höchsten Tragekomfort. Diese Varianten passen hervorragend zu Brillenträgern, langen Büro-Tagen und intensiven Sporteinheiten (Beispiele: Huawei FreeClip 2 oder Beyerdynamic Amiron Zero). Aber auch klassische Bügelmodelle, die auf dem Ohr liegen, sind deutlich bequemer als In-Ear- oder Over-Ear-Modelle und können von den meisten über viele Stunden schmerzfrei getragen werden.
Klangqualität: Dual-Driver-Technik und Bass-Boost-Funktionen in Kombination mit einer guten App und Equalizer bieten den besten Sound. Viele aktuelle Modelle unterstützen LDAC oder aptX Adaptive und liefern Hi-Res-Audio auf Android-Geräten. Dabei zeigen die Beyerdynamic Amiron 200 eindrucksvoll, dass Open-Ear-Kopfhörer auch ohne Hi-Res-Codec richtig gut klingen können.
Akkulaufzeit: Gute Modelle erreichen 8 bis 12 Stunden Spielzeit. Qi-Wireless-Charging und Schnellladen (10 Minuten für 2 bis 4 Stunden) sind ebenfalls empfehlenswert.
App und Bedienung: Apps von Shokz, Soundcore und Huawei erlauben die individuelle Anpassung des Equalizers, Firmware-Updates, eine Find-My-Headphones-Funktion und die Konfiguration der Touch-Bedienung. Wir bevorzugen physische Knöpfe an den Earbuds. Diese minimieren versehentliche Eingaben.
Schutzklasse: IP54 oder höher schützt zuverlässig vor Schweiß und Regen beim Sport. Modelle mit IPX7 eignen sich zusätzlich für Schwimmen und Wassersport.
Telefonie: Geräuschunterdrückung kombiniert mit mehreren Mikrofonen sorgt für klare Gespräche auch in lauter Umgebung. Dabei haben unsere Tests gezeigt, dass nicht immer die teuersten Modelle auch die beste Telefoniequalität bieten. Wir lieben etwa die günstigen Huawei Freearc zum Telefonieren.
Open-Ear-Kopfhörer verbinden sich schnell und einfach in wenigen Schritten mit dem Smartphone:
Tipp: Die passende Hersteller-App ermöglicht Firmware-Updates, die Feinanpassung des Equalizers und die automatische Aktivierung von Codecs wie LDAC bei kompatiblen Geräten.
Ab etwa 60 Euro bieten Hersteller bereits leistungsstarke Open-Ear-Kopfhörer an. Modelle wie der Huawei FreeArc oder der Earfun Openjump überzeugen mit gutem Bass, langer Akkulaufzeit und solider Schutzklasse. Sie richten sich vor allem an Einsteiger, Pendler und Sporteinsteiger und erreichen rund 80 Prozent der Leistung teurer Premium-Modelle.
Open-Ear-Kopfhörer sind bequem, mittlerweile recht günstig und lassen den Gehörgang frei. So sind alle Umgebungsgeräusche ungefiltert zu hören.
Einen großen Nachteil haben alle Open-Ear- und Knochenschall-Kopfhörer: Sie bieten eine geringere Audioqualität als In- und Over-Ear-Kopfhörer – auch wenn sich hier in den vergangenen Monaten sehr viel getan hat. Für noch besser klingende Alternativen empfehlen wir die folgenden Bestenlisten:
Mit den Openfit Pro zeigt Shokz die ersten Open-Ear-Kopfhörer mit ANC. Doch wie gut funktioniert die Geräuschunterdrückung mit der offenen Bauweise wirklich?
Mit den Openfit Pro zeigt Shokz die ersten Open-Ear-Kopfhörer mit ANC. Doch wie gut funktioniert die Geräuschunterdrückung mit der offenen Bauweise wirklich?
Gerade in den vergangenen Jahren hat Open-Ear-Pionier Shokz den Markt für das offene Kopfhörer-Konzept enorm geprägt und vorangetrieben. Typische Schwächen, wie etwa schwacher Klang oder blecherne Bass-Performance, wurden größtenteils ausgebügelt. So zeigte uns zuletzt der Shokz Openfit 2+ (Testbericht), dass es bis zur Klangqualität von In-Ear-Kopfhörern nicht mehr weit ist.
Auf der CES 2026 stellte Shokz den nächsten Schritt vor: Mit den neuen Openfit Pro bringt Shokz ein Feature, das man bei Open-Ear-Kopfhörern eigentlich bislang kategorisch ausgeschlossen hat: aktive Geräuschunterdrückung. Umso gespannter sind wir nun auf den Test.
Auch bei den Openfit Pro wird deutlich, dass sich Shokz über die letzten Modelle immer mehr vom schlichten, tristen Design hin zu mehr Detailverliebtheit bewegt. Das neue Modell wirkt deutlich hübscher und auch hochwertiger. Das Spiel mit unterschiedlichen Oberflächen und Farbschattierungen gefällt uns sehr gut. So wird etwa das ANC-Modul, das auf der Ohrhörer-Innenseite herausragt, als besonderes Highlight orange hervorgehoben. Auch beim Ladecase wird es edler. Ober- und Unterseite sind matt schattiert, der innere Rahmen ist leicht glänzend gehalten und der Deckel öffnet und schließt angenehm sanft. Zum Release gibt es die Open-Ear-Kopfhörer in zwei Farb-Varianten: Schwarz und Weiß.
Beim Tragekomfort macht sich das klassische Open-Ear-Gefühl breit. Durch den Ohrbügel mit Titan-Kern und weichem Silikon-Überzug sitzt alles bei 12,3 Gramm pro Hörer sicher und fest. Für etwas mehr Komfort und Halt lässt sich ein zusätzlicher Silikon-Ring anbringen. Für uns passt es aber auch ohne – auch bei langem Tragen macht sich kein unangenehmer Druck bemerkbar. Da die Open-Ear-Kopfhörer zudem nach IP55 vor Wasser und Staub geschützt sind, lässt sich damit auch gut und intensiv (Outdoor-)Sport betreiben. Für draußen sind sie ohnehin durch ihre offene Bauweise gut geeignet, um das Umfeld noch wahrnehmen zu können.
Gesteuert werden die Shokz Openfit Pro über jeweils nur einen Knopf direkt an den beiden Ohrhörern, die gut erreichbar sind. Die standardmäßige Belegung ist gut durchdacht. Wer sich daran stört, kann über die App sonst ein wenig feinjustieren. Etwas nervig ist hingegen die Erkennung des Kopfhörers per App: Während des Tests kam es dreimal vor, dass die App die Open-Ear-Kopfhörer nicht erkannte, obwohl sie gerade mit dem Smartphone gekoppelt waren. Erst nach einem erneuten Koppelvorgang lief es wieder. Wir gehen davon aus, dass dieses Problem noch über ein Software-Update behoben wird.
Die App selbst ist gut strukturiert und übersichtlich gestaltet. Viele Gründe, hier regelmäßig reinzuschauen, gibt es allerdings nicht. Zu den Highlights zählen die Toneinstellungen mit insgesamt fünf gut abgestimmten Klang-Presets (Standard, Gespräche, Bässe, Höhen und Privat) und ein 10-Band-Equalizer für ein individuelles Klangbild.
Die Shokz Openfit Pro verbinden sich fortschrittlich über Bluetooth 6.1 und bieten auch Multipoint für die Verbindung mit zwei Geräten gleichzeitig. Schade: An Codecs werden lediglich SBC und AAC geboten. Eine Hi-Res-Variante ist nicht an Bord. Dafür gibt’s eine Trageerkennung, ein Low-Lag-Modus, Wireless Charging und – unser persönliches Highlight – Dolby Atmos-Unterstützung inklusive Kopf-Tracking-Option.
Mit einer Laufzeit von bis zu 12 Stunden laut Hersteller halten die Shokz Openfit Pro rund eine Stunde länger durch als die Shokz Openfit 2+ (Testbericht). Mit aktivierter Geräuschunterdrückung sind es dann nur noch rund 6 Stunden. Über das Ladecase lassen sich die Open-Ears noch bis zu dreimal komplett aufladen. So kommen wir auf insgesamt bis zu 50 Stunden ohne und bis zu 24 Stunden mit ANC. Nach 10 Minuten Laden reicht der Akku dann wieder für etwa 4 Stunden Wiedergabezeit. Das sind gute Werte, die sich auch mit unserer Testerfahrung decken. Wer gerne laut hört und obendrein Dolby Atmos aktiviert, muss hingegen mit deutlichen Abstrichen rechnen. Geladen wird wahlweise über das mitgelieferte USB-C-Kabel oder über Wireless Charging.
Der Sound-Check mit den Shokz Openfit Pro fällt sehr ähnlich zu den Shokz Openfit 2+ (Testbericht) aus, auch wenn die Technik dahinter ein paar Unterschiede aufweist. Wir nehmen ein stimmiges und natürliches Klangbild wahr, das erst bei maximaler Lautstärke an seine Grenzen stößt. Auch hier macht der Sound für Open-Ear-Verhältnisse einfach Spaß.
Auffällig ist eine etwas schwächere Bass-Performance. Bei voller Lautstärke mit aktiviertem Bass-Preset fangen die Ohrhörer außerdem leicht an zu vibrieren. Wirklich störend ist das allerdings nicht. Wird Dolby Atmos über die App zugeschaltet, breitet sich die Klangbühne noch ein wenig aus und wird detaillierter. Das gefällt. Wir entscheiden uns, das Feature dauerhaft aktiviert zu lassen, auch wenn es die Akkulaufzeit negativ beeinflusst.
Die Sprachqualität beim Telefonieren ist hingegen eher durchschnittlich. Einen regelmäßigen Lautstärkenwechsel für unser Gegenüber, wie wir ihn beim Test der Openfit 2+ bemerkten, können wir hier nicht feststellen. Obwohl die eigene Stimme eher blechern übertragen wird, sind wir stets gut zu verstehen. Für kurze Calls passt das also allemal.
Die aktive Geräuschunterdrückung der Shokz Openfit Pro kommt – wie erwartet – nicht an die Qualität von Over- oder In-Ear-Kopfhörern heran. Sie sollte vielmehr als ein nettes Gimmick angesehen werden, um den Störgeräuschpegel ein wenig zu dämpfen. Während tiefe bis mittlere Frequenzen hörbar ein Stück weit abgedämpft werden, funktioniert die Geräuschreduzierung bei Stimmen oder klimperndem Geschirr nur minimal bis gar nicht. Trotzdem: Allein die Tatsache, dass man bei der offenen Bauweise zumindest ein wenig mehr Ruhe bekommt, ist schon beeindruckend.
Mit dem aktuellen Preis von 249 Euro (Expert) siedelt sich der Shokz Openfit Pro im stattlichen Highend-Segment an. Erfahrungsgemäß fallen die Preise nach ein paar Wochen.
Die Shokz Openfit Pro bieten erstmals ANC im Open-Ear-Design, was an sich schon sehr beachtlich ist. Allerdings ist die Geräuschunterdrückung eher als nettes Gimmick zu sehen und bietet nur minimal mehr Ruhe in lauter Umgebung. In-Ears oder Over-Ears mit ANC unterdrücken hier in aller Regel deutlich effektiver und sind demnach immer die bessere Wahl, wenn man gute ANC-Kopfhörer sucht. So muss man sich fragen, ob einem dieses Feature einen Aufpreis wert ist.
Denn abgesehen von ANC performen die etwa 100 Euro günstigeren Shokz Openfit 2+ (Testbericht) in allen anderen wichtigen Kategorien wie Klang, Design, Tragekomfort, Ausstattung oder Bedienung nahezu identisch. Nicht falsch verstehen: Die Shokz Openfit Pro sind fantastische Open-Ear-Kopfhörer. Allerdings den aufgerufenen Preis in unseren Augen nicht wert.
Die Open-Ear-Kopfhörer Beyerdynamic Amiron 200 bieten einen hervorragenden Klang, hohen Komfort und eine starke Akkulaufzeit von 11 Stunden.
Die Open-Ear-Kopfhörer Beyerdynamic Amiron 200 bieten einen hervorragenden Klang, hohen Komfort und eine starke Akkulaufzeit von 11 Stunden.
Open-Ear-Kopfhörer boomen – und Beyerdynamic mischt kräftig mit. Neben den Beyerdynamic Amiron Zero Sport im Clip-on-Design bringt der Heilbronner Audioprofi mit den Amiron 200 nun ein Modell mit klassischen Ohrbügeln. Der Fokus liegt klar auf Klang – und das merkt man. Keine aktive Geräuschunterdrückung, dafür ein offenes Design, das Umgebungsgeräusche bewusst durchlässt. Ob sich die Amiron 200 gegen starke Konkurrenten wie die Shokz Openfit Pro (Testbericht) oder eben die hauseigenen Beyerdynamic Amiron Zero Sport behaupten, klärt unser Test.
Sportlich und dezent: Die Beyerdynamic Amiron 200 setzen auf ergonomische Ohrbügel aus leichtem, verstärktem Kunststoff. Der Lautsprecher sitzt vor dem Gehörgang, ohne in den Kanal einzudringen – typisch für Open-Ear-Kopfhörer mit Luftschallübertragung. Erhältlich sind die Kopfhörer in Schwarz und Weiß, jeweils mit mattem Finish. Auffällige Logos sucht man vergeblich. Das Erscheinungsbild wirkt modern, kompakt und zurückhaltend. Wer es etwas auffälliger will, greift zu den Amiron 200 Sport, die ähnlich den Amiron Zero Sport in einer präsenten Kombination aus Schwarz und Orange daherkommen.
Mit 10,7 g pro Earbud sind die Amiron 200 schwerer als die meisten anderen Open-Ear-Kopfhörer. Das Ladecase wiegt rund 76 g und fällt relativ groß aus. Es passt trotzdem in die meisten Hosentaschen, trägt dort aber sichtbar auf. Der USB-C-Anschluss sitzt an der Rückseite.
Verarbeitet sind die Amiron 200 hochwertig, die Ohrbügel bestehen aus robustem Kunststoff. Dank IP54-Zertifizierung sind sie vor Staubpartikeln und Wasserspritzern aus allen Richtungen geschützt – für heftigen Regen oder ein Bad reicht das allerdings nicht.
Das Case besteht überwiegend aus Kunststoff. Es wirkt solide, erreicht aber nicht das haptische Niveau der Nothing Ear (Open) mit ihrem transparenten Plexiglasdeckel und dem satten Schließmechanismus.
Die Amiron 200 sitzen bequem und erzeugen keinen Druck auf den Ohren. Tatsächlich lassen sich die Kopfhörer problemlos den ganzen Tag tragen, ohne dass Druckstellen schmerzen.
Die ergonomischen Bügel passen sich den meisten Ohrformen an. Bei kleineren Ohren kann der Sitz allerdings etwas zu locker ausfallen. Bei unseren Tests bleiben die Earbuds beim Joggen und Radfahren stabil am Ohr. Die Shokz Openfit Pro sitzen im direkten Vergleich noch etwas sicherer, da ihre Bügel straffer anliegen. Wer heftig den Kopf schüttelt, sollte den Sitz vorher prüfen.
Die Beyerdynamic Amiron 200 setzen auf Touch-Bedienung an den Earbuds. Per Tippen steuert man Play/Pause, Lautstärke, Track-Wechsel und Anrufannahme. Wischgesten gibt es nicht. Auch eine One-Touch-Geste ist an Bord, die allerdings zu Fehleingaben führen kann – insbesondere, weil die Amiron 200 keine Trageerkennung besitzen. Die Musik läuft also weiter, auch wenn man die Kopfhörer abnimmt.
Die gute Nachricht: In der App lässt sich die Touch-Steuerung genau anpassen. Unter anderem kann man die One-Touch-Geste deaktivieren, was Fehlbedienungen minimiert. Klar erfühlbar ist auch die Sensorfläche, und die Berührungsempfindlichkeit überzeugt. Wir bevorzugen zwar physische Knöpfe, wie sie die Shokz Openfit Pro bieten. Für eine Touch-Steuerung ist die Umsetzung aber gelungen.
Die Beyerdynamic-App gibt es für iOS und Android. Ihre Oberfläche ist schlicht gehalten und auf Anhieb verständlich. Ein 5-Band-Equalizer erlaubt individuelle Klanganpassung. Dazu kommen Genre-Presets wie Rock oder Klassik für personalisierten Sound. Benutzerdefinierte EQ-Profile lassen sich speichern.
Zu den weiteren Funktionen gehören Firmware-Updates, Batterieüberwachung und Anpassung der Touch-Steuerung. Erweiterte Features wie Spatial Audio, Health-Tracking oder eine „Kopfhörer finden“-Funktion fehlen. Auch das Anpassen des Klangs an das eigene Hörvermögen – wie es etwa die Earfun Openjump mit ihrer „Mein Soundprofil“-Funktion bieten – gibt es hier nicht.
Insgesamt eine aufgeräumte App ohne Schnickschnack. Für Tastenbelegung und EQ reicht sie völlig. Wer mehr erwartet, sollte woanders suchen.
Die Amiron 200 verbinden sich per Bluetooth 5.3 mit dem Zuspieler und unterstützen die Profile HFP, A2DP und AVRCP. Bei den Codecs stehen SBC und AAC zur Verfügung. Hi-Res-Codecs wie aptX oder LDAC fehlen – das ist bei Open-Ear-Kopfhörern zu verschmerzen. Trotzdem: Die Earfun Openjump bieten zum günstigeren Preis LDAC, die Bose Ultra Open Earbuds setzen auf aptX Adaptive. Multipoint-Konnektivität für zwei Geräte gleichzeitig ist an Bord.
In jedem Earbud steckt ein dynamischer Treiber mit den Maßen 18 × 11 mm und einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Vier Mikrofone (zwei pro Earbud) kümmern sich um Telefonie und Geräuschunterdrückung. ANC gibt es nicht – bei einem offenen Design wäre das auch widersinnig.
Beim Thema Sound wird es richtig gut. Die Amiron 200 gehören klanglich zu den besten Open-Ear-Kopfhörern, die wir bisher getestet haben. Der Sound ist dynamisch, detailliert und energiegeladen. Die Klangbühne wirkt weit und offen, die Instrumententrennung ist hervorragend, Vocals kommen klar und präsent durch.
Die Bässe sind für ein offenes Design überraschend kräftig und punchig – perfekt für Sportmusik. In lauten Umgebungen verliert sich die Tiefe allerdings bauartbedingt. Die Mitten klingen ausgewogen, die Höhen klar und detailliert. Im Vergleich zu den Amiron Zero Sport mit ihrer V-Shape-Signatur und den etwas dünnen Mitten wirken die Amiron 200 insgesamt ausgeglichener und voller.
In Tests fällt der Sound als „sauberer“ auf als bei den meisten Konkurrenzmodellen. Die maximale Lautstärke reicht für laute Umgebungen aus, auch wenn das offene Design die Bassintensität bei hohem Umgebungslärm naturgemäß reduziert. Die Amiron 200 zeigen, dass auch ohne Hi-Res-Codec richtig guter Sound möglich ist. Hier spürt man die Audioexpertise von Beyerdynamic.
Per EQ in der App lässt sich der Klang weiter verfeinern. Die Genre-Presets helfen, den Sound an verschiedene Hörsituationen anzupassen. Bauartbedingt bekommt die Umgebung bei hoher Lautstärke einiges vom Inhalt mit.
Die insgesamt vier Mikrofone reduzieren Wind- und Hintergrundgeräusche. In ruhigen Räumen klingen Anrufe klar. In lauten Umgebungen wie dem Straßenverkehr lässt die Qualität nach. Umgebungslärm erzeugt dann einen echoartigen Effekt. Für Indoor-Telefonate und den Alltag reicht die Qualität aus. Wer viel draußen telefoniert, greift besser zu den Huawei Freearc – diese liefern die beste Gesprächsqualität unter allen von uns getesteten Open-Ear-Modellen und sind zudem bezahlbar.
Die Beyerdynamic Amiron 200 halten mit einer Ladung bis zu 11 Stunden durch. Das ist ein starker Wert und übertrifft viele Konkurrenten deutlich. Die Amiron Zero Sport schaffen nur 6 Stunden, die Nothing Ear (Open) kommen auf 8 Stunden, die Bose Ultra Open Earbuds auf 7 Stunden. Nur die Earfun Openjump liegen mit ebenfalls 11 Stunden gleichauf.
Bei hoher Lautstärke sinkt die Laufzeit auf 8 bis 9 Stunden – immer noch ein solider Wert. Das Ladecase liefert zwei weitere volle Ladungen, was eine Gesamtlaufzeit von bis zu 36 Stunden ergibt. Die Akkukapazität pro Earbud beträgt 70 mAh.
Die Ladezeit der Earbuds liegt bei etwa 1,5 Stunden. Eine Quick-Charge-Funktion liefert nach 10 Minuten am Kabel rund 2 Stunden Wiedergabezeit. Geladen wird per USB-C. Kabelloses Qi-Laden unterstützt das Case nicht.
Für den Alltag, Sport und lange Arbeitstage reicht die Akkulaufzeit locker aus. Hier müssen die Amiron 200 keinen Vergleich scheuen.
Die Beyerdynamic Amiron 200 kosten aktuell 179 Euro bei Amazon, was auch der UVP entspricht.
Die Beyerdynamic Amiron 200 gehören klanglich zur Spitze der Open-Ear-Kopfhörer. Der Sound ist dynamisch, detailliert und überraschend bassstark – hier merkt man, dass ein Audioprofi am Werk war. Dazu kommen eine hervorragende Akkulaufzeit von bis zu 11 Stunden, ein bequemer Sitz und eine solide Verarbeitung.
Schwächen zeigen sich bei der Telefonie in lauten Umgebungen, dem fehlenden Qi-Laden und dem etwas großen Ladecase. Hi-Res-Codecs fehlen, das fällt klanglich aber nicht ins Gewicht. Wer Open-Ear-Kopfhörer mit Ohrbügel-Design sucht und Wert auf erstklassigen Klang und lange Laufzeiten legt, bekommt mit den Amiron 200 eines der besten Pakete am Markt.
Die Open-Ear-Kopfhörer Huawei Freearc sind bequem, klingen gut – und eignen sich perfekt zum Telefonieren, wie unser Test zeigt.
Die Open-Ear-Kopfhörer Huawei Freearc sind bequem, klingen gut – und eignen sich perfekt zum Telefonieren, wie unser Test zeigt.
Die Freearc sollen schick aussehen, gut klingen und vor allem bequem sein. Dafür setzt Huawei auf anpassbare Silikonbügel, 12-mm-Treiber, Touch-Bedienung und Multipoint-Connection.
Zum Preis von 70 Euro bekommt man außerdem bis zu 28 Stunden Akkulaufzeit, KI-basierte Geräuschunterdrückung (ANC) und eine Zertifizierung nach IP57-Standard. Wir haben uns die Huawei Freearc genau angeschaut und alle Funktionen, die Bedienbarkeit sowie den Klang geprüft. Der Testbericht zeigt, das sich die Open-Ear-Kopfhörer von allen bisher von uns getesteten Modellen am Besten zum Telefonieren eignen.
Auch wenn Optik immer auch in gewisser Hinsicht Geschmackssache ist, können sowohl Aussehen als auch Verarbeitung der Open-Ears überzeugen. Abgesehen von der Touch-Oberfläche sind die Kopfhörer komplett mit Silikon ummantelt, was ihnen eine angenehme Haptik verleiht. Ein silberner Ring umfasst das Ohrstück, farblich passend zum Look der Freearcs. Ein Huawei-Logo ziert die Touch-Oberfläche und die Oberseite der Ladebox. Neben Schwarz und Weiß stellt Huawei die Kopfhörer auch in hellem Mintgrün bereit.
Die quadratische Ladebox mit ihren abgerundeten Kanten fällt verhältnismäßig groß aus. Das ist der Bauart der Freearc geschuldet und kaum kleiner realisierbar. Die Kopfhörer liegen flach und schräg übereinander in der Hülle, wobei das Ohrstück jeweils Kontakt mit der Ladefläche aufnimmt. Die Verarbeitung sowohl der Hülle selbst als auch der Kopfhörer macht einen sehr robusten Eindruck. Dank IP57-Zertifizierung sind sie weitestgehend unempfindlich gegenüber Staub und Flüssigkeiten. Stürze aus anderthalb Metern Höhe übersteht das Ladecase problemlos, ohne Schaden zu nehmen. Die Open-Ears bleiben dabei fest in der Hülle.
Eine kleine LED an der unteren Kante der Ladebox warnt bei leerem Akku und zeigt an, wenn sich die Freearc im Verbindungsmodus befinden. Übrigens liegt den Freearc kein USB-C-Ladekabel bei – ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll. Schließlich besitzt heutzutage ziemlich jeder Käufer mindestens ein solches Kabel.
Die Akkulaufzeit für die Open-Ears liegt laut Herstellerangaben bei Musikwiedergabe bei bis zu 7 Stunden oder bei Verwendung des Ladecases bei bis zu 28 Stunden. Für Sprachanrufe liegt der Wert bei 5 Stunden respektive 20 Stunden. Diese Werte können wir im Test bestätigen. Das vollständige Aufladen der Kopfhörer im Ladecase dauert 40 Minuten, bei leerem Ladecase mit Kabel etwa 60 Minuten. Die Freearc sind außerdem zu Huaweis hauseigenen und schnellem Super-Charge-Ladesystem kompatibel.
Der Hersteller verspricht, dass die Ohrhörer flexibel an verschiedene Ohrformen anpassbar sind und das s-förmige Design für einen hohen Tragekomfort sorgen soll. Im Test sind wir aber zunächst skeptisch, denn mit 8,9 Gramm ist das Gewicht jedes einzelnen Ohrstücks relativ hoch. Überdies wirkt die gesamte Silikon-Konstruktion beim ersten Hands-On nicht besonders vertrauenerweckend. Doch wir werden eines Besseren belehrt: Die Freearc sitzen erstaunlich fest am Ohr, ohne dabei unangenehm zu drücken.
Auch das verhältnismäßig hohe Gewicht ist schnell vergessen, denn wir fühlen die Open-Ears fast gar nicht. Dazu kommt: Exzessives Schütteln oder Drehen des Kopfes führt in unserem Test nicht dazu, dass die Freearcs ihre Position am Ohr verändern. Sie eignen sich also hervorragend zur Nutzung bei aktiven Sportarten wie Joggen, Aerobic, Tanzen oder funktioneller Fitness.
Grundsätzlich lassen sich die Huawei Freearc ohne App direkt per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. Wer zusätzliche Funktionen wie einen Equalizer nutzen oder die Gestensteuerung anpassen möchte, benötigt dazu aber die Huawei-AI-Life-App. Dabei gibt es aber einen Haken: Wegen der anhaltenden Probleme zwischen Google und Huawei ist die Software im Google Play Store nicht verfügbar. Android-Nutzer müssen die App deshalb manuell über die Hersteller-Webseite herunterladen. Besitzer eines iPhones finden die Huawei Audio Connect App im Apple App-Store, iOS 13.0 oder iPadOS 13.0 vorausgesetzt.
Die App bietet Nutzern eine Reihe von nützlichen Features: Wir können etwa die Multipoint-Verbindung aktivieren, um die Freearc mit zwei Geräten zur selben Zeit zu verknüpfen. Außerdem gibt es einen Equalizer, der neben einem Standard-Modus noch die Varianten „Elevate“, „Trebble boost“ und „Voices“ zu bieten hat. Zusätzlich könnt ihr in beliebiger Anzahl eigene benutzerdefinierte EQ-Profile erstellen.
Positiv aufgefallen sind uns in der App aber vor allem zwei Menüs: Erstens können wir die Gestensteuerung der Kopfhörer anpassen. Dabei können wir bestimmen, welche Option durch welche spezifische Geste (antippen, gedrückt halten, streichen) an welchem Ohrstück ausgelöst werden soll. Allerdings können wir jeweils nur aus einer begrenzten Anzahl von Möglichkeiten wählen und die Tasten beziehungsweise das Bedienfeld nicht komplett frei belegen. Zweitens bietet die App eine Finden-Funktion, mit deren Hilfe wir die jeweiligen Ohrstücke einen Ton abspielen lassen.
Die Bedienung mithilfe der Gestensteuerung funktioniert in unserem Test problemlos. Unsere Eingaben werden an beiden Ohrstücken ohne merkliche Verzögerung erkannt. Anders als bei den Samsung Galaxy Buds 3 Pro reagieren die Kopfhörer auch auf die Streichgeste am Touch-Feld wie vorgesehen. Die Empfindlichkeit der Bedienfläche ist ebenfalls sehr ausgeglichen: Versehentliche Eingaben durch ungewollte Berührungen kommen in unserem Test nicht vor, aber wir müssen auch nicht allzu stark auf die Ohrstücke drücken, damit unsere Befehle ausgeführt werden.
Der gute Eindruck, den die Huawei Freearc bei der Bedienung im Test machen, bestätigt sich auch beim Sound der Open-Ear-Kopfhörer. Zwar kann der nicht mit dem überragenden HiFi-Klang von In-Ear-Kopfhörern wie den Bowers & Wilkins Pi8 mithalten, trotzdem bleiben Musik- und Stimmwiedergabe angenehm ausgewogen.
Bei The Weeknds „Blinding Lights“ gehen ein paar tiefere Bassfrequenzen verloren, das ist verschmerzbar. Sowohl Gesang als auch Instrumente kommen gut zur Geltung, ohne dass eine Frequenz besonders dominiert. Im Standard-Setting könnte der Bass etwas stärker ausgeprägt sein, das lässt sich aber mit den entsprechenden Einstellungen in der App beheben.
Abstriche muss man bei hohen Lautstärken machen: Hier fängt der Sound an, kratzig zu klingen. Aber dafür muss man die Open-Ear schon dermaßen laut stellen, dass man damit langfristig ohnehin das Gehör schädigen würde. Bei voller Lautstärke sind hohe Frequenzen übrigens auch aus einem Abstand von etwa 30 Zentimetern zu den Ohrstücken noch hörbar – ein Problem, das bei Open-Ears häufiger vorkommt. Auf halber Lautstärke bekommt euer Umfeld aber nicht mehr viel vom Gehörten mit. Insgesamt gilt: Die Huawei Freearc überzeugen mit einem ausgewogenen Klang, der etwas an Tiefen und Volumen vermissen lässt.
Bei Anrufen spielen die Freearc auf einmal ganz groß auf. Wir habtten noch keinen anderen Open-Ear-Kopfhörer im Test, bei denen uns das Gegenüber besser verstand. Die Umgebungsgeräuschunterdrückung sorgt außerdem dafür, dass uns das Gegenüber auch in lauten Umgebungen stets gut versteht. Das funktioniert so gut, dass die Huawei Freearc unsere neuen Lieblingskopfhörer zum Telefonieren geworden sind. Gerade wer bei Telefonieren die Umgebung dank offenem Gehörgang ungefiltert wahrnehmen möchte sollte den Freearc eine Chance geben.
Die Huawei Freearc kosten bei Amazon 66 Euro. Damit sind sie vergleichsweise preiswerte Open-Ear-Kopfhörer.
Die Huawei Freearc richten sich an Nutzer, die preiswerte Open-Ear-Kopfhörer für sportliche Aktivitäten wie Joggen oder Radfahren suchen. Unser Test bestätigt: Dieser Plan geht voll auf. Die Kopfhörer sitzen hervorragend und sind trotz ihres recht hohen Gewichts kaum spürbar. Auch der Klang überzeugt, wenngleich wir uns etwas mehr Bass und Volumen gewünscht hätten – doch das ist dem Open-Ear-Design der Freearc geschuldet.
Abzüge in der B-Note müssen wir aber beim Akku und der umständlich zu installierenden Android-App vergeben.
JBL bringt mit dem Sense Pro einen der technisch umfassendsten Open-Ear-Kopfhörer an den Markt. Wir haben ihn getestet.
JBL bringt mit dem Sense Pro einen der technisch umfassendsten Open-Ear-Kopfhörer an den Markt. Wir haben ihn getestet.
JBL hat auf der Gamescom 2025 die Sense Pro vorgestellt – als Premium-Modell neben den Gaming-Headsets der Quantum-Serie. Die Nachfolger des Soundgear Sense bringen einige Neuerungen mit: größere 16,2-mm-Treiber, Bluetooth 6.0 mit Auracast-Unterstützung, Hi-Res-Audio via LDAC und eine verbesserte Akkulaufzeit. Damit positioniert sich JBL im oberen Preissegment gegen Konkurrenten wie die Anker Soundcore Aerofit 2 oder die Shokz Openfit 2+. Wir haben sie getestet.
Die JBL Sense Pro setzen auf einen hochwertigen, unaufdringlichen Look. Mattes Silikon kombiniert mit metallischen Akzenten sorgt für ein elegantes Erscheinungsbild. Die Kopfhörer wirken premium.
JBL bietet sie in fünf Farbvarianten an: Grau, Blau, Lila, Weiß und Schwarz. Die Farbpalette ist gelungen, besonders das Blau sticht positiv hervor. Im Vergleich zu den Nothing Ear (Open) mit ihrem transparenten Plexiglas-Design wirken die JBL dezenter und erwachsener.
Die Sense Pro fallen etwas größer aus als viele andere Open-Ear-Kopfhörer. Sie sind zwar kleiner als der Vorgänger Soundgear Sense, der Bügel steht aber deutlich sichtbar vor dem Ohrkanal. An zierlichen Ohren könnte das optisch etwas wuchtig wirken.
Der Bügel besteht aus einer Titanlegierung und behält seine Form auch nach häufigem Biegen und Verstauen. Das Silikon fühlt sich angenehm an und reizt auch bei längerem Tragen nicht.
Die IP54-Zertifizierung schützt vor Staub und Spritzwasser. Für Sport und leichten Regen reicht das aus. Wer allerdings regelmäßig im Starkregen joggt oder die Kopfhörer zum Schwimmen nutzen will, sollte zu Modellen mit höherer Schutzklasse greifen.
Der Tragekomfort gehört zu den Stärken der Sense Pro. Die leichte Bauweise und der gleichmäßige Druck durch das Split-Hook-Design ermöglichen ganztägiges Tragen ohne Druckstellen. Selbst nach mehreren Stunden spürt man die Kopfhörer kaum.
Durchdacht wirkt der verstellbare Ohrbügel mit 20-Grad-Scharnier. Damit lassen sich die Sense Pro an verschiedene Ohrformen anpassen. Das funktioniert ähnlich gut wie bei den Soundcore Aerofit 2 mit ihrer vierstufigen Mechanik.
Bei Bewegung zeigt sich allerdings eine Schwäche: Die Kopfhörer können bei manchen Trägern verrutschen. Das betrifft vor allem Menschen mit kleineren oder ungewöhnlich geformten Ohren. Die Nothing Ear (Open) sitzen hier etwas sicherer, da ihr schmalerer Bügel mehr Grip bietet.
JBL setzt bei den Sense Pro auf Touch-Bedienung. Die linke Seite regelt die Lautstärke, die rechte Seite steuert die Wiedergabe. Das Konzept klingt logisch, doch die Umsetzung hinkt.
Die Touch-Flächen reagieren zu empfindlich. Im Test kam es regelmäßig zu unbeabsichtigten Auslösungen – etwa beim Zurechtrücken der Kopfhörer. Physische Tasten wie bei den Shokz Openfit 2+ wären hier die bessere Wahl gewesen.
Ärgerlich: Die Touch-Steuerung lässt sich in der App kaum anpassen. Nutzer können lediglich die Funktionsblöcke zwischen links und rechts tauschen oder die Touch-Steuerung komplett deaktivieren. Eine individuelle Belegung fehlt. Auch das Deaktivieren einzelner Gesten – etwa des empfindlichen Einzeltipps – ist nicht möglich.
Trotzdem gehört die JBL Headphones App zu den besseren Begleit-Apps für Kopfhörer. Sie bietet einen großen Funktionsumfang und ist übersichtlich gestaltet.
Ein zweiminütiger Hörtest erstellt auf Wunsch ein individuelles Klangprofil für beide Ohren. Die App passt den Klang dann frequenziell an die persönlichen Hörfähigkeiten an. Das funktioniert besonders gut bei asymmetrischen Hörverlusten – etwa wenn ein Ohr hohe Frequenzen schlechter wahrnimmt als das andere. Der Unterschied ist hörbar: Musik klingt nach der Kalibrierung ausgewogener und detaillierter.
Der Equalizer bietet zehn Bänder von 32 Hz bis 16 kHz. Dazu kommen sechs Presets für Bass, Jazz, Club und weitere Genres. Ein Balance-Regler ermöglicht den Stereo-Ausgleich zwischen links und rechts.
Weitere App-Funktionen umfassen: Spatial Audio aktivieren/deaktivieren, Voice-Tone-Optionen für Anrufe, Entspannungsklänge, Sleep-Timer, Find-My-Earbuds und Firmware-Updates. Die Entspannungsklänge sind ein nettes Extra für Meditation oder zum Einschlafen.
Die Open-Ear-Kopfhörer unterstützen Bluetooth 6.0. Das bringt neben verbesserter Energieeffizienz auch Auracast, einen neuen Bluetooth-Standard für Audio-Sharing. Damit können viele Nutzer gleichzeitig denselben Audiostream empfangen – etwa in Flughäfen, Fitnessstudios oder Kinos. Noch ist die Infrastruktur dafür kaum vorhanden, aber das Feature ist zukunftssicher.
Multipoint für die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten funktioniert zuverlässig. Der Wechsel zwischen Laptop und Smartphone klappt nahtlos.
Die 16,2-mm-Treiber der Sense Pro liefern einen der besten Klänge im Open-Ear-Segment. JBL nennt die Technologie Open Sound mit Adaptive Bass Boost. In der Praxis bedeutet das: natürlicher, luftiger Klang mit überraschend kräftigem Bass.
In ruhigen Umgebungen entfalten die Kopfhörer ihr volles Potenzial. Details in der Musik werden hörbar, die Bühne wirkt breit und räumlich. Der Adaptive Bass Boost sorgt dafür, dass tiefe Frequenzen nicht untergehen – ein häufiges Problem bei Open-Ear-Kopfhörern. Im Vergleich zu den Soundcore Aerofit 2 liegt der Bass auf ähnlichem Niveau, beide Modelle gehören hier zur Spitzenklasse. Trotzdem kann die Klangqualität bauartbedingt nicht mit guten In-Ear- oder Over-Ear-Modellen mithalten.
Der JBL Spatial Sound erweitert die Klangbühne zusätzlich. Bei Filmen und Spielen sorgt das für mehr Immersion. Allerdings reduziert Spatial Audio die Akkulaufzeit spürbar.
Die Sense Pro unterstützen LDAC für hochauflösendes Audio mit 24 Bit. Auf Android-Geräten mit LDAC-Unterstützung klingt die Musik hörbar besser als mit dem Standard-Codec SBC. iPhone-Nutzer müssen mit AAC vorliebnehmen – immer noch gut, aber nicht auf Hi-Res-Niveau.
Bei Umgebungslärm stoßen die Sense Pro an ihre Grenzen. In der U-Bahn oder an belebten Straßen verliert der Sound an Durchsetzungskraft. Das betrifft bauartbedingt alle Open-Ear-Kopfhörer. Wer in lauten Umgebungen Musik genießen will, braucht In-Ears oder Over-Ears mit ANC.
Die Privatsphäre ist gut gewahrt: Erst bei hoher Lautstärke hört die Umgebung etwas mit. JBL hat die Schallabstrahlung nach außen effektiv reduziert.
Bei der Anrufqualität überraschen die Sense Pro positiv. Vier Mikrofone und ein zusätzlicher Knochenleitungssensor sorgen für klare Sprachübertragung. Ein KI-Algorithmus filtert Umgebungsgeräusche zuverlässig heraus. Im Test verstand uns das Gegenüber klar und deutlich. Die Huawei Freearc sind zwar noch einen Tick besser zum Telefonieren, aber die JBL gehören definitiv zur Spitzengruppe.
Die Akkulaufzeit der Sense Pro ist solide. JBL verspricht 8 Stunden pro Ladung bei den Ohrhörern. In der Praxis erreichen wir bei normaler Lautstärke 7 bis 8 Stunden – das deckt sich mit den Herstellerangaben.
Das Ladecase liefert weitere 30 Stunden Energie. Insgesamt sind also 38 Stunden Wiedergabe möglich, bevor das Case an die Steckdose muss. Das liegt im oberen Mittelfeld: Die Earfun Openjump schaffen 42 Stunden, die Nothing Ear (Open) etwa 30 Stunden.
10 Minuten Laden reichen für 4 Stunden Wiedergabe. Das rettet den Arbeitstag, wenn man morgens das Laden vergessen hat. Wireless Charging wird unterstützt.
Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 180 Euro. Aktuell sind die Sense Pro für 145 Euro (Amazon) erhältlich.
Die JBL Sense Pro gehören zu den besten Open-Ear-Kopfhörern am Markt. Sie überzeugen mit hervorragendem Klang, langer Akkulaufzeit und zukunftssicherer Technik wie Auracast. Die Personi-Fi-Kalibrierung und der umfangreiche Equalizer heben sie von der Konkurrenz ab. Auch die Telefonqualität ist überdurchschnittlich gut.
Kritikpunkte sind die zu empfindliche Touch-Steuerung und die eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten für Gesten. Wer physische Tasten will, sollte zu den Shokz Openfit 2+ greifen. Für alle anderen sind die Sense Pro eine klare Empfehlung.
Huawei beweist mit den Freeclip 2, dass Open-Ear-Kopfhörer nicht klobig aussehen müssen – und setzt erneut auf das auffällige Clip-Design.
Huawei beweist mit den Freeclip 2, dass Open-Ear-Kopfhörer nicht klobig aussehen müssen – und setzt erneut auf das auffällige Clip-Design.
Open-Ear-Kopfhörer sind eine gute Option für den Einsatz im Freien, wenn man weiterhin möglichst viel von der Umgebung mitbekommen möchte. Viele Geräte dieser Bauart erinnern jedoch an ältere Hörgeräte, sehen selten schick aus und wirken teils klobig.
Eine filigrane Alternative sind die Huawei Freeclip 2 im Clip-on-Design. Schon der Vorgänger Freeclip (Testbericht) konnte uns als besonders bequeme, unauffällige und leichte Ausführung eines Open-Ear-Kopfhörers überzeugen. Jetzt haben wir den Nachfolger getestet und zeigen, was diese bieten. Das Testmuster hat uns Huawei zur Verfügung gestellt.
Optisch bleibt Huawei beim bewährten Design der Freeclip: Auch die zweite Generation setzt auf die sogenannte C-Bridge. Die runde, flexible Klammer verbindet einerseits den Lautsprecher, andererseits Akku und Funkmodul, das zugleich als Gegengewicht dient.
Neu ist die geriffelte Oberfläche der Klammer, die eine bessere Griffigkeit bietet. Die Freeclip 2 werden einfach über die Ohrmuschel geschoben, der Lautsprecher anschließend auf den Gehörgang ausgerichtet. Optisch wirkt das etwas ungewohnt – und dürfte nicht jedem gefallen, da es an kleine Kreolen am Ohr erinnert.
Dank IP57 sind die Freeclip 2 zudem staubgeschützt und wasserdicht für zeitweiliges Untertauchen. Schwimmen oder Duschen empfiehlt sich zwar nicht, doch weder Schweiß noch Regen sollten den Hörern etwas anhaben können.
Das Ladecase ist neu gestaltet und nun annähernd quadratisch – statt sehr rund wie beim Vorgänger. Zudem fällt es deutlich kompakter aus. Sowohl die Ohrhörer als auch das Case sind hochwertig verarbeitet.
Als ungewöhnliches Extra bietet Huawei in Zusammenarbeit mit Les Néréides kleine Anhänger an, die sich an der C-Bridge befestigen lassen. Das dürfte vorrangig modebewusste Nutzerinnen ansprechen.
Der Tragekomfort ist sehr hoch – man spürt die Open-Ear-Kopfhörer kaum. Mit nur 5 g Gewicht zählen sie zu den leichtesten und bequemsten Modellen im Testfeld. Beim Sport sitzen die Freeclip 2 sicher am Ohr, selbst bei schnellen Kopfbewegungen.
Auch für Brillenträger sind sie eine gute Wahl, da sie nicht mit den Bügeln kollidieren. Vorsicht ist lediglich im Winter geboten: Beim Absetzen einer Mütze kann sich ein Hörer lösen.
Die Huawei Freeclip 2 unterstützen mehrere Gesten: Ein Doppeltipp auf die C-Bridge startet oder pausiert die Wiedergabe und nimmt Anrufe an oder legt auf. Auf Eingaben reagieren die Ohrhörer schnell und zuverlässig. Für den nächsten Titel ist ein Dreifachtipp nötig – das klappt nicht immer auf Anhieb und erfordert etwas Übung.
Die Lautstärke können Nutzer jetzt direkt am Hörer regeln. Dazu streicht man über den unteren Knubbel der Freeclip 2: nach vorn für leiser, nach hinten für lauter. Im Test funktionierte das gut, am besten fixiert man den Knubbel mit Daumen und Zeigefinger.
Die App AI Life von Huawei ist nicht zwingend erforderlich, aber empfehlenswert. Sie liefert Firmware-Updates, erlaubt Anpassungen der Gesten und bietet verschiedene Klangprofile im Equalizer. Aufgrund der Sanktionen gegen Huawei ist sie allerdings nicht im Play Store verfügbar – im App Store von Apple hingegen schon. Android-Nutzer müssen die App per Sideload installieren (QR-Code in der Schnellstartanleitung) und dafür einmalig die Installation aus unbekannten Quellen erlauben. Diese Option sollte man anschließend aus Sicherheitsgründen wieder deaktivieren.
Neu ist zudem eine Steuerung per Kopfbewegung. Die Funktion befindet sich noch im Beta-Stadium und ist standardmäßig deaktiviert, lässt sich aber in der App einschalten. Mit einem Nicken nimmt man Anrufe an, mit einem Kopfschütteln lehnt man sie ab. Die Bewegung muss etwas deutlicher ausfallen, funktioniert im Test aber.
Die Freeclip 2 klingen klar und detailreich. Mitten und Höhen sind ausgewogen, Stimmen und Instrumente lassen sich sauber differenzieren. Beim Bass hat Huawei gegenüber dem Vorgänger etwas nachgelegt – er wirkt minimal voller. Richtig druckvoll wird es aber nicht: Bauartbedingt fehlt der Tiefgang klassischer In-Ears. Wer vorwiegend Drum and Bass, Dubstep oder Techno hört, ist hier falsch.
Dafür überzeugt die Bühne: Der Klang wirkt räumlich und löst sich angenehm vom Ohr. Musik klingt wie ein persönlicher Soundtrack. Bei Pop, Akustik oder Podcasts spielt das offene Konzept seine Stärken aus. Verzerrungen traten im Test keine auf.
Die App bietet verschiedene EQ-Presets: neben der ausgewogenen Standardeinstellung eine dynamischere Abstimmung, die sich besonders für Musik anbietet, eine Höhenbetonung und einen Sprachmodus für Podcasts oder Telefonate. Typisch für Open-Ear: In lauter Umgebung leidet die Verständlichkeit. Und bei hoher Lautstärke dringt in ruhigen Räumen etwas Schall nach außen.
Die Freeclip 2 unterstützen Bluetooth 6.0 sowie AAC und LC3 inklusive LE Audio. AAC ist vorrangig für Apple-Nutzer relevant, LC3 arbeitet effizienter und liefert bei geringerer Datenrate eine bessere Qualität. LE Audio schafft die Grundlage für Funktionen wie Auracast. Google Fast Pair vereinfacht das Koppeln mit Android-Geräten, Multipoint erlaubt die parallele Verbindung mit zwei Quellen.
Leichte Schwächen zeigt es bei der Bluetooth-Reichweite. Schon in einer Wohnung kann die Verbindung abreißen, sobald man sich mehr als ein Zimmer weiter befindet.
Sehr erfreulich ist auch die Sprachqualität beim Telefonieren: Sowohl das Gegenüber als auch man selbst sind gut zu verstehen – zumindest bei der Nutzung am Smartphone mit installierter App. Per Bluetooth mit einem Windows-Laptop gekoppelt, fällt die Qualität etwas ab und erreicht nicht ganz das Niveau eines dedizierten Headsets.
Huawei verspricht bis zu neun Stunden Laufzeit. Im Test verfehlen die Freeclip 2 diesen Wert knapp und kamen auf knapp unter acht Stunden mit Musik, Podcasts und kurzen Telefonaten – angesichts der kompakten Bauform ein starkes Ergebnis.
Eine vollständige Ladung im Case dauert rund 45 Minuten. Es ermöglicht etwas mehr als vier weitere Ladezyklen, was insgesamt auf etwa 38 Stunden Laufzeit laut Hersteller hinausläuft. Geladen wird per USB-C. Das Einlegen der Hörer ist anfangs etwas fummelig und ungewohnt: Die knubbeligen Außenelemente müssen nach unten, die C-Bridge nach innen zeigen, damit sie magnetisch einrasten.
Die unverbindliche Preisempfehlung der Freeclip 2 liegt wie beim Vorgänger bei 199 Euro, im Handel sind sie bereits ab etwa 179 Euro erhältlich. Angeboten werden die Farben Blau, Weiß, Roségold und Schwarz.
Direkt bei Huawei gibt es derzeit einen Rabattgutschein in Höhe von 20 Euro sowie mehrere Bundles, etwa das Valentinstags-Set: Für 228 Euro gibt es die Freeclip 2 zusammen mit der Huawei Watch Fit 4 deutlich günstiger als einzeln gekauft.
Beim Limited Set gibt es beim Kauf von zwei Paar Freeclip 2 (reduziert auf je 179 Euro) zusätzlich ein Schmuck-Set von Les Néréides für die Ohrhörer dazu.
Die Huawei Freeclip 2 zählen zu den elegantesten und bequemsten Open-Ear-Kopfhörern, die wir getestet haben. Sie sitzen zudem sicher, sind kaum spürbar und eignen sich dank offenem Konzept besonders für Sport und Radfahren im Straßenverkehr. Klanglich punkten sie mit hoher Klarheit und guter Sprachqualität, der Bass bleibt bauartbedingt aber zurückhaltend.
Mit Bluetooth 6.0, LC3, Multipoint und solider Akkulaufzeit sind sie technisch auf aktuellem Stand. Wer ein leichtes, alltagstaugliches Open-Ear-Modell mit schickem Design sucht, bekommt ein stimmiges Gesamtpaket – für kräftigen Bass sind weiterhin In-Ears die bessere Wahl.
Mit den Ultra Open Earbuds hat Bose sein erstes Open-Ear-Modell im Angebot, das sich mit einem ungewöhnlichen Clip-Design und vielen Farb-Varianten vor allem als gut klingendes Lifestyle-Accessoire in Szene setzen will. Ob der Dreh auch funktioniert, klärt unser Test.
Mit den Ultra Open Earbuds hat Bose sein erstes Open-Ear-Modell im Angebot, das sich mit einem ungewöhnlichen Clip-Design und vielen Farb-Varianten vor allem als gut klingendes Lifestyle-Accessoire in Szene setzen will. Ob der Dreh auch funktioniert, klärt unser Test.
Open-Ear-Kopfhörer liegen im Trend, das hat auch Bose erkannt. Doch anstatt die starke Pionierleistung von Shokz, die aktuell mit dem sehr gelungenen Shokz OpenFit gekrönt wird, einfach nur plump zu kopieren, wählt man eine eigene Herangehensweise: Die Bose Ultra Open Earbuds verzichten auf die Knochenschall-Technik, die lange Zeit bei Open-Ear-Kopfhörern zum Einsatz kam – aber starke Schwächen bei der Basswiedergabe zeigt.
Stattdessen bleibt man dem klassischen, akustischen Schallwandler treu und positioniert die Mini-Lautsprecher einfach über ein ungewöhnliches Clip-Design möglichst nahe und frei am Ohrkanal. Gleichzeitig bietet der Ohrring-Look ein Fashion-Potential, das Bose mittlerweile intensiv ausspielt. Wir testen, wie gut die Open-Ears im Alltag und auch beim (Outdoor-)Sport sind.
Das schön abgerundete Clip-Design der Bose Ultra Open Earbuds erinnert an Ohrschmuck und trägt sich mit je 6,5 Gramm pro Bud zudem leicht und angenehm. Im Vergleich zum Huawei Freeclip, der das gleiche Baukonzept bietet, wirken die Bose Ohrhörer nach außen hin ein Stück weit klotziger und somit auffälliger. Das liegt auch am breiten Flex-Arm aus weichem Silikon, der den Lautsprecher mit dem Batteriefach verbindet. Nervig: Die gummierten Elemente sind echte Staubmagnete, wodurch die Earbuds schnell ungepflegt ausschauen. Das Problem zeigt sich besonders bei der uns vorliegenden schwarzen Version. Bei helleren Farben könnte das weniger kritisch sein.
Dafür überzeugen die Ultra Open Earbuds mit einem tollen Halt, der sich erst bei starkem Kopfschütteln geschlagen gibt. Joggen, Radfahren oder Krafttraining sind damit kein Problem und im Alltag geraten die Ohrclips überraschend schnell in Vergessenheit. Ein tolles Freiheitsgefühl, das sich auch mit Brillen oder Mützen verträgt. Dazu sind die Buds nach IPX4 vor Schweiß und Wasser geschützt. Aus ursprünglich zwei Farb-Varianten (Schwarz und Weiß) sind mittlerweile ganze neun geworden. Durch die bunte Vielfalt will Bose den Fashion-Piece-Ansatz des Ohrclip-Designs unterstreichen.
Allein der Weg über die Bose-App reicht, um die Ultra Open Earbuds zu erkennen, mit dem Smartphone zu koppeln und alle wichtigen Einstellungen zu tätigen. Über eine einfach zu erreichende Taste, die an beiden Ohrhörern an der Oberseite des Batteriefachs hinter dem Ohr zu finden ist, lässt sich der Open-Ear-Kopfhörer selbsterklärend bedienen. Die Steuerung direkt an den Buds ist weitgehend festgelegt. Etwas individualisierbar sind zwei Shortcuts, ausgelöst durch einen längeren Tastendruck am linken oder rechten Bud.
Die einzelnen App-Funktionen sind übersichtlich aufgelistet. Ist hier erst einmal alles eingestellt, gibt es – bis vielleicht auf den Equalizer – kaum einen Grund, die App regelmäßig zu starten. Das finden wir grundsätzlich gut. Die wichtigsten Features wie Spatial Audio oder das Durchschalten der gekoppelten Bluetooth-Geräte funktionieren auch direkt an den Buds.
Die Bose Ultra Open Earbuds verbinden sich über Bluetooth 5.3 mit dem Smartphone und unterstützten dank Bluetooth Multipoint die gleichzeitige Kopplung mit zwei Geräten. Neben dem SBC- und AAC-Codec wird auch der High-Res-Codec aptX Adaptive geboten. Als besonders nützlich erweist sich im Alltag auch die Funktion, die Lautstärke intelligent an das Geräuschniveau der Umgebung anzupassen. Sie ist – ein wenig versteckt – in der App zu finden und spielt dem Open-Ear-Konzept, bei dem man seine Umwelt stets wahrnehmen möchte, vor allem bei sich ständig änderndem Lärmpegel in die Karten.
Mit bis zu 7 Stunden Laufzeit stellen sich die Bose Ultra Open Earbuds grundsätzlich gut auf. Im Standby sind es bis zu 48 Stunden. Bei aktiviertem Spatial Audio reduziert sich die Akkuleistung auf nur noch bis zu 4 Stunden. Das ist dann doch ein wenig dünn. Über das Ladecase sind insgesamt etwa zweieinhalb zusätzliche Ladungen drin. Hier reichen schon 10 Minuten Ladezeit für etwa 2 Stunden Wiedergabedauer. Nach rund einer Stunde ist der Akku vollständig geladen.
Von Haus aus bieten die Ultra Open Earbuds kein Wireless Charging. Das Feature kann über ein Case-Cover aus Silikon, das Bose separat zur UVP von 59,95 Euro anbietet, aber quasi nachgerüstet werden.
Es wird Zeit für ein echtes Highlight, das die Open-Ears von Bose klar beim Sound für sich verbuchen können. Natürlich mit Blick auf die Limitierung durch das offene Konzept, bei dem die Umwelt stets präsent bleiben soll. Auf leiser bis mittlerer Lautstärke sehen wir die Bose Ultra Open Earbuds als die besten Soundgeber in der Kategorie Open-Ears, die wir bislang testen konnten. Vor allem im Spatial-Audio-Modus für 360-Grad-Klang, der richtig gut umgesetzt und eine echte Bereicherung beim Musikhören ist. Nur schade, dass sich dadurch die Akkulaufzeit so drastisch reduziert.
Auf hoher Lautstärke stoßen die verbauten Treiber dann allerdings an ihre Grenzen. Die Soundqualität nimmt hörbar ab, insbesondere bei verstärkten Bässen. Hier greift Bose offenbar auch in die Trickkiste: Wird die Lautstärke voll aufgedreht, werden auch die Bässe von der Software automatisch und deutlich reduziert. Damit soll wohl schlimmeres verhindert werden. Um ehrlich zu sein, ist es uns so lieber – und die Konkurrenz ist hier ohnehin auch (noch) nicht besser aufgestellt.
Die Verständlichkeit beim Telefonieren geht im Allgemeinen in Ordnung. Stark abhängig davon, wie laut die Umgebung ist. Übrigens: Bei voll aufgedrehter Musik ist für Nebenstehende nur in leiser Umgebung ein wenig zu hören. In aller Regel bleibt also das meiste privat.
Mit einer von 349 auf 299,95 Euro reduzierten UVP zählt der Bose Ultra Open Earbuds immer noch zu den teuersten Open-Ear-Modellen am Markt. Zum Testzeitpunkt sind vor allem die klassischen Farb-Varianten wie Weiß mit rund 189 Euro bei Amazon günstiger zu bekommen.
Der Einstieg in die Open-Ear-Welt ist Bose mit den Ultra Open Earbuds gut gelungen. Wer den hohen Preis nicht scheut und das Clip-Design bevorzugt, bekommt hier den aktuell besten Sound geboten. Dazu bietet der Kopfhörer tolle Features wie Spatial Audio, einen High-Res-Codec oder die Lautstärkenregelung direkt an den Buds, die viele andere Open-Ear-Modelle gar nicht oder nur teilweise bieten. Das macht es dann auch schwer, eine echte Alternative zu finden. Am naheliegendsten wäre da der Huawei Freeclip (Testbericht) zu benennen, der sich ebenfalls ans Ohr klippt und deutlich günstiger ist, im direkten Vergleich aber auch mitunter deutliche Abstriche macht – wie etwa bei Sound, Features und Bedienung.
Das neue Open-Ear-Flaggschiff von Shokz kommt mit Dolby Audio, Wireless Charging und vielen sinnvollen Detailverbesserungen.
Das neue Open-Ear-Flaggschiff von Shokz kommt mit Dolby Audio, Wireless Charging und vielen sinnvollen Detailverbesserungen.
Die erste Generation der Shokz Openfit (Testbericht) schnitt in unserem Test gut ab. Bis auf einen fehlenden Hi-Res-Codec und die fehlende Möglichkeit, die Lautstärke direkt an den Ohrhörern zu regeln, hat uns das Modell durchweg gefallen. Die zweite Generation erscheint in zwei Varianten: Shokz Openfit 2 für 134 Euro (Amazon) und die minimal teureren Shokz Openfit 2+ für 155 Euro (Computer Universe). Wir testen das Plus-Modell, das zusätzlich Dolby Audio und kabelloses Aufladen bietet.
Im Vergleich zum Vorgänger hat sich an der Bauform der Shokz Openfit 2+ praktisch nichts geändert. Das ist gut so, denn Sitz und Halt waren bereits hervorragend. Mit einem Gewicht von nur 9,4 Gramm pro Ohrhörer sind sie angenehm leicht. Die Ohrbügel mit Silikon-Innenschicht sind flexibel und liegen angenehm auf der Haut. Man kann die Open-Ear-Kopfhörer problemlos den ganzen Tag tragen – nichts zwickt oder drückt. Zum Sport sind sie ebenfalls sehr gut geeignet. Die Schutzklasse gegen Staub, Schweiß und Regen wurde auf IP55 verbessert.
Die erste Generation wirkte optisch noch schlicht und fast langweilig. Die Shokz Openfit 2+ gefallen uns deutlich besser, da sie mehr Details bieten und hochwertiger anmuten – insbesondere in der hellgrauen Variante neben klassischem Schwarz. Die gummierten Ohrbügel sind jedoch Staub- und Fusselmagneten, das fällt vor allem bei Schwarz auf. Das Ladecase ist schlicht, farblich passend und wirkt durch das reine Plastik etwas billig. Die Verarbeitung ist aber einwandfrei.
Beim ersten Öffnen des Cases gehen die Shokz Openfit 2+ direkt in den Kopplungsmodus und werden zuverlässig von der Begleit-App erkannt. Die Einstellungsmöglichkeiten sind überschaubar: 5-Band-Equalizer, vier Presets (Standard, Gespräch, Bässe, Höhen) und die Option, ein individuelles Preset zu erstellen. Danach gibt es kaum Grund, die App regelmäßig zu öffnen.
Die Steuerung an den Ohrhörern ist auf das Wesentliche reduziert und lässt sich leicht anpassen. Die Werksvoreinstellung ist bereits sehr sinnvoll. An beiden Ohrhörern sitzt ein kleiner, gut ertastbarer physischer Knopf. Dreifach-Klicks erfordern etwas Timing, aber nach kurzer Eingewöhnung funktioniert alles zuverlässig. Die beim Vorgänger vermisste Lautstärkeregelung direkt am Ohrhörer ist nun vorhanden: langer Druck rechts für lauter, links für leiser.
Die Shokz Openfit 2+ nutzen Bluetooth 5.4 (Vorgänger: 5.2) und unterstützen Multipoint für zwei gleichzeitige Geräteverbindungen – praktisch beim Wechsel zwischen Laptop und Smartphone. Bei den Codecs bleibt es bei SBC und AAC, ein Hi-Res-Codec fehlt weiterhin. Das Plus-Modell bietet zusätzlich Wireless Charging und Dolby Audio. Letzteres ist nur sinnvoll, wenn das Smartphone es unterstützt.
Erfreuliches gibt es auch bei der Akku-Performance zu berichten: Mit einer Laufzeit von bis zu 11 Stunden laut Hersteller halten die Shokz Openfit 2+ ganze vier Stunden länger durch als die erste Generation. Über das Lade-Etui sind es insgesamt 48 Stunden – eine spürbare Steigerung von bisher 28 Stunden. Eine Verbesserung, die sich mit unserer Testerfahrung deckt. Wer auf Anschlag hört und Dolby Audio aktiviert hat, muss mit 7 bis 8 Stunden Laufzeit rechnen. Geladen wird per USB-C oder kabellos. Dank Quick Charge ist der Akku schon nach 10 Minuten für etwa 2 Stunden aufgeladen. Die Standby-Zeit soll sich laut Shokz von 10 auf bis zu 270 Tage erhöht haben.
Beim Sound-Check können die Shokz Openfit 2+ eine Schippe draufsetzen. Möglich macht es der Wechsel zur sogenannten Dualboost-Technologie. Dahinter verbirgt sich das Zusammenspiel aus zwei einzeln verbauten Lautsprechern in jedem Ohrhörer: einer Niederfrequenzeinheit für Bässe und einer Hochfrequenzeinheit für Höhen. Das Ergebnis ist ein stimmigeres und natürlicheres Klangbild, das für Open-Ear-Verhältnisse richtig Spaß macht und erst bei maximaler Lautstärke an seine Grenze stößt.
Wird Dolby Audio aktiviert, sofern vom Smartphone unterstützt, bekommt die Musik hörbar mehr Raum und Details. Bei der Bass-Performance zeigen die Niederfrequenz-Speaker ihre Wirkung. Je nach Song kann es etwas druckvoller werden. Das Niveau von ordentlichen Half-In-Ear- oder richtigen In-Ear-Modellen, die näher am Ohrkanal liegen, wird aber nicht ganz erreicht. Das war auch zu erwarten. Im reinen Open-Ear-Segment zählt die Bass-Performance der OpenFit 2+ aber zu den besten am Markt.
Die Sprachqualität beim Telefonieren geht indes in Ordnung. Während wir alles gut verstanden haben, war ein regelmäßiger Lautstärkenwechsel für unser Gegenüber auffällig. Wir vermuteten die Geräuschunterdrückung dahinter. Das Feature war zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht eingeschaltet. Davon abgesehen, konnte uns der Gesprächspartner aber gut verstehen, wenn auch eher blechern. Für einen kurzen Call reicht das allemal.
Die UVP der Shokz Openfit 2+ liegt bei 199 Euro. Zum Testzeitpunkt sind sie für 155 Euro (Computer Universe) erhältlich.
Mit den Openfit 2+ macht Shokz deutlich, dass es bis zur Klangqualität von In-Ear-Kopfhörern nicht mehr weit ist. Dazu die vielen sinnvollen Detailverbesserungen bei Optik, Technik und Sound, die in unseren Augen auch einen Wechsel vom Vorgängermodell rechtfertigen. Bis auf den fehlenden Hi-Res-Codec sind die Openfit 2+ ein wirklich rundes Ding geworden. Wer das besondere Trage- und Freiheitsgefühl von Open-Ear-Kopfhörern bevorzugt, wird mit diesem Kopfhörer glücklich werden.
Mit den Nothing Ear (Open) zeigt Nothing seine ersten Open-Ear-Kopfhörer. Sie sollen den Gehörgang freilassen und dennoch einen tollen Klang bieten. Ob das gelingt, zeigt unser Test.
Mit den Nothing Ear (Open) zeigt Nothing seine ersten Open-Ear-Kopfhörer. Sie sollen den Gehörgang freilassen und dennoch einen tollen Klang bieten. Ob das gelingt, zeigt unser Test.
Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei und ermöglichen es so, auch beim Musikhören die Umgebung wahrzunehmen. Das ist nicht nur praktisch, sondern in einigen Situationen sogar Pflicht. So dürfen Radfahrer nur dann Kopfhörer tragen, wenn sie dabei noch genug von ihrer Umgebung mitbekommen. Hier kommen Open-Ear-Kopfhörer wie die Nothing Ear (Open) ins Spiel. Wir haben sie im Test genau angeschaut.
Die Nothing Ear (Open) sehen typisch für den Hersteller Nothing einfach wunderschön aus. Die Ohrteile bestehen größtenteils aus einem weißen, gummierten Kunststoff. Sie halten über einen eleganten, schmalen und flexiblen Bügel am oberen Teil des Ohrs. Am Ende des Bügels sitzt ein silberner Metallzylinder, in dem sich der Akku befindet. Der Akustikteil, der vor dem Gehörgang platziert ist, erinnert optisch an klassische In-Ear-Kopfhörer. Transparentes Plexiglas erlaubt den Blick auf das Innenleben des Kopfhörers mit seiner Platine. Ein roter Punkt markiert das rechte Ohrteil, während das linke mit einem weißen Punkt gekennzeichnet ist. Ein einzelner Open-Earbud wiegt nur 8 g. Zusammen mit dem Ladecase bringen es beide Ohrhörer auf 64 g.
Auch die Verarbeitung der Nothing Ear (Open) macht einen hochwertigen Eindruck. Alles wirkt wie aus einem Guss gefertigt. Dank IP54-Zertifizierung sind die Kopfhörer staub- und wasserbeständig. Das Ladecase ist zwar etwas größer als bei typischen In-Ear-Kopfhörern, aber immer noch kompakter als viele Ladehüllen anderer Open-Ear-Modelle. Der Deckel besteht aus transparentem Plexiglas, sodass man stets die schicken Kopfhörer in der Hülle sieht. Auch der knackige Schließmechanismus des Cases überzeugt.
Der Tragekomfort der Nothing Ear (Open) ist hoch. Unser Tester hat recht empfindliche Ohren, spürt die Kopfhörer aber selbst nach vielen Stunden des Tragens kaum. Sie sitzen zudem sicher und lösen sich auch bei heftigem Kopfschütteln nicht – das ist etwa für Sport ideal.
Gesteuert werden die Nothing Ear (Open) über Druckflächen an den Ohrteilen. Damit lassen sich alle wichtigen Funktionen wie Start/Stopp, lauter/leiser et cetera direkt an den Kopfhörern zuverlässig ausführen. Bei uns kommt es im Test nicht vor, dass wir versehentlich eine Funktion auslösen. Die zugehörige App ermöglicht es, die Tastenbelegung individuell anzupassen.
Besonders gut gefällt uns der umfangreiche Equalizer in der App. Neben vier einfachen Presets bietet er zudem acht frei einstellbare Bänder. So lässt sich der Klang optimal an die eigenen Hörvorlieben anpassen.
Zudem gibt es einen Latenzmodus für Gaming, der die Verzögerung minimiert. Praktisch ist auch die „Finde meine Kopfhörer“-Funktion, bei der die Ohrhörer einen Ton abspielen. Dieser könnte aber etwas lauter sein.
Insgesamt ist der Funktionsumfang der App zwar nicht riesig, aber die individuelle Tastenbelegung und der Equalizer sind tolle Features.
Die Nothing Ear (Open) verbinden sich per Bluetooth 5.3 mit dem Smartphone und unterstützen den energiesparenden LE-Audio-Standard. In jedem Ohrhörer steckt ein dynamischer 14,2-mm-Treiber. Multipoint-Pairing für die Verbindung mit zwei Geräten gleichzeitig wird ebenfalls unterstützt. Hi-Res-Codecs wie aptX-HD nutzt der Nothing Ear leider nicht, sondern nur AAC und SBC.
Der Klang ist eines der Highlights der Nothing Ear (Open). Für Open-Ear-Kopfhörer klingen sie ausgesprochen voll und bieten erfreulich viel Bass, was in dieser Gerätekategorie eher selten ist. Allerdings hängt die Klangqualität stark von der individuellen Ohrform ab. Sitzt der Akustikteil zu weit weg vom Gehörgang, lässt die Sound-Qualität merklich nach.
Beim Telefonieren schneiden die Kopfhörer durchwachsen ab. Der Gesprächspartner hört die eigene Stimme mit einem leichten Hall, vergleichbar mit einer einfachen Freisprecheinrichtung. Laute Umgebungsgeräusche werden zwar zuverlässig herausgefiltert, verschlechtern dann aber die Sprachverständlichkeit. Den Gesprächspartner verstehen wir hingegen gut.
Der Klang wird gezielt zum Ohr geleitet. Die Umgebung bekommt nur bei hoher Lautstärke des Kopfhörers und gleichzeitig ruhiger Umgebung etwas davon mit.
Der Akku jedes Earbuds hat eine Kapazität von 64 mAh, das Ladecase fasst 635 mAh. Bei mittlerer Lautstärke sollen die Kopfhörer 8 Stunden durchhalten, beim Telefonieren immerhin noch 6 Stunden. Mit dem Ladecase verlängert sich die Akkulaufzeit auf 30 und 24 Stunden. Das deckt sich in etwa mit unseren Testergebnissen.
Die Kopfhörer laden über USB-C, ein Netzteil liegt nicht bei. Kabelloses Laden per Qi wird nicht unterstützt.
Die unverbindliche Preisempfehlung der Nothing Ear (Open) liegt bei 150 Euro. Aktuell sind sie etwa bei Amazon für 99 Euro erhältlich.
Die Nothing Ear (Open) sind rundum gelungene Open-Ear-Kopfhörer. Sie gefallen dank edlem Design, exzellentem Tragekomfort und einem für diese Bauart erstaunlich vollem Klang mit ordentlich Bass. Auch die Verarbeitung und Akkulaufzeit wissen zu überzeugen. Kritikpunkte sind der beim Telefonieren leicht hallende Klang für den Gesprächspartner und die fehlende Qi-Ladefunktion.
Insgesamt sind die Nothing Ear (Open) eine klare Empfehlung für alle, die stylische und bequeme Open-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang suchen.
Die Soundcore Aerofit 2 Pro sind Half-In-Ear- und Open-Ear-Kopfhörer in einem Gerät. Doch wie gut ist der Earbuds-Hybrid wirklich?
Die Soundcore Aerofit 2 Pro sind Half-In-Ear- und Open-Ear-Kopfhörer in einem Gerät. Doch wie gut ist der Earbuds-Hybrid wirklich?
Soundcore bringt regelmäßig Kopfhörer auf den Markt, die sich mit einem coolen Gimmick von der Masse abheben. Zuletzt hatten wir etwa die Soundcore P40i mit einem ins Ladecase integrierten Smartphone-Ständer im Test. Bei den Soundcore Aerofit 2 Pro ist das Feature eine ganze Ecke innovativer: Denn diese Dual-Form-Earbuds bieten zwei Trage-Modi: Half-In-Ear und Open-Ear, die sich über eindrehbare Earbuds umschalten lassen. Unser Test zeigt, wie praktisch das im Alltag sein kann – und was die Kopfhörer sonst noch zu bieten haben.
Optisch zeigen sich die Soundcore Aerofit 2 Pro in erster Linie im klassischen Open-Ear-Design mit langem, flexiblem Bügel, der um die Ohren liegt. Es gibt sie in mattem Schwarz, glänzendem Weiß und in mattem Lila. Unsere weiße Testvariante wirkt modern, liegt wertig in den Händen und ist sauber verarbeitet. Der Eindruck passt zum aufgerufenen Preis und spiegelt sich auch beim Ladecase wider.
Um die Ohren gelegt, liegen die beiden Hörer mit jeweils 10 Gramm noch angenehm auf und können lange ohne Drücken getragen werden. Der Sitz ist richtig gut und fest, wodurch sich die Aerofit 2 Pro auch gut zum Sporttreiben eignen. Dafür macht sich auch der IP55-Schutz gegen Schweiß, Staub und Regen bezahlt. Das Ladecase ist allerdings nicht wasserdicht. Der Wechsel vom Open-Ear- in den Half-In-Ear-Modus lässt sich durch das Eindrehen der Ohrhörer in fünf Stufen vornehmen. Auch hier liegen die Hörer angenehm sanft und ohne Druck in den Ohren.
Die Soundcore Aerofit 2 Pro setzen auf eine Tipp- und Drück-Steuerung über die beiden Ohrhörer. Grundsätzlich ist das gut umgesetzt, die Standard-Belegung spart allerdings die 3x-Tippen-Belegung aus. Über die App lässt sich die Steuerung gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Ansonsten ist in der App allerdings nicht mehr viel einzustellen. Neben dem Multipoint-Feature und einem Game-Modus gibt es sonst nur noch Klang-Profile zu aktivieren, von denen es insgesamt 23 zur Auswahl gibt. Oder man erstellt sich selbst eines über den integrierten 8-Band-Equalizer.
Verbunden werden die Soundcore Aerofit 2 Pro fortschrittlich per Bluetooth 6.1, dank Multipoint auch mit zwei Geräten gleichzeitig. An Codecs stehen SBC, AAC und mit LDAC auch eine Hi-Res-Variante zur Verfügung. Dazu gesellt sich ein spezieller Gaming-Modus, der die Latenz verringert. Eine Trageerkennung gibt es nicht. Die ist durch die Tipp-Steuerung allerdings auch nicht wirklich nötig. Ungewollte Steuer-Befehle haben wir beim Aufsetzen jedenfalls nicht ausgelöst.
Die Akkulaufzeit der Soundcore Aerofit 2 Pro beträgt laut Hersteller bis zu 7 Stunden im Open-Ear- und bis zu 5 Stunden im ANC-Modus. Insgesamt sind über das Ladecase bis zu 34 beziehungsweise bis zu 24 Stunden drin. Alles bei rund 50 Prozent Lautstärke. Wer also gerne laut hört, sollte hier mit deutlich weniger Laufzeit rechnen. Bei aktiviertem LDAC-Codec muss ebenfalls mit weniger Akkulaufzeit gerechnet werden. Dank Schnellade-Feature ist der Akku nach nur 10 Minuten wieder für bis zu 3,5 Stunden aufgeladen. Kabelloses Laden dauert etwa 4 Stunden. Am schnellsten geht’s per beiliegendem USB-C-Kabel.
Im Open-Ear-Modus performen die beiden 11,8-mm-Treiber eher durchwachsen. Eine klare Schwäche ist nämlich schnell zu bemerken: Selbst im Klang-Preset Bass-Booster und bei voller Lautstärke sind die Bässe noch immer flach und schaffen es nicht, halbwegs druckvoll in die Ohren zu kommen. Ganz anders verhält es sich, wenn die Hörer in den Half-In-Ear-Modus vor den Gehörgang eingedreht werden: Hier ist der Bass plötzlich enorm dominant und überlagernd. Wir mussten ihn bei basslastigen Titeln wie Regulate von Warren G vollständig herunterregeln – und es war immer noch zu dröhnend. Eine gute Klang-Balance ließ sich also in keinem der beiden Modi finden. Außerdem ist die maximale Lautstärke recht niedrig. Gerade im Open-Ear-Modus wollen wir es oft gerne noch etwas lauter haben.
Die Sprachqualität beim Telefonieren geht hingegen in Ordnung. Für uns ist der Gesprächspartner gut und deutlich zu hören. Unsere eigene Stimme wird hingegen blechern und etwas dünn, aber gut verständlich übertragen. In lauter Umgebung wird es dann aber schnell anstrengend, da die Störgeräusche nicht herausgefiltert werden. Für kurze Gespräche in ruhiger Umgebung passt es also. Für längere Telefonate sollte man hingegen lieber direkt zum Smartphone greifen.
Bei der ANC-Performance können wir den Soundcore Aerofit 2 Pro hingegen einen wirklich guten Job quittieren. Vor allem tiefe und auch mittlere Frequenzen werden stark abgedämpft und rücken in weite Ferne. In einem belebten und lauten Café schaffen es nur noch die Stimmen und Klirrgeräusche in unser Ohr – allerdings deutlich reduziert. Einen Aware-Modus gibt es nicht, doch dafür gibt es ja den Open-Ear-Modus. Praktisch: In der App kann eingestellt werden, dass sich der ANC-Modus beim Eindrehen der Hörer automatisch aktiviert.
Mit einer UVP von 179,99 Euro (Amazon) siedeln sich die Soundcore Aerofit 2 Pro im Bereich ANC-Kopfhörer im gehobenen Mittelklasse-Segment an. Zum Testzeitpunkt gibt es für alle drei Farb-Varianten noch keine nennenswerte Ermäßigung.
Die Soundcore Aerofit 2 Pro hinterlassen überwiegend einen soliden Eindruck. Die Verarbeitung ist toll, der Tragekomfort, das ANC und auch die Flexibilität über die beiden Trage-Modi ist enorm praktisch. Doch ausgerechnet in der Königsdisziplin Klang kann der Kopfhörer nicht überzeugen. Grund dafür ist allein die schlechte Bass-Performance, die im Open-Ear-Modus quasi nicht präsent und im Half-In-Ear-Modus viel zu dominant ist. Die beiden Extreme lassen sich nicht so einfach ausblenden. Der Klang ist nie so richtig gut ausbalanciert. Das macht es schwer, hier eine Empfehlung auszusprechen.
Mit den Amiron Zero Sport wagt sich Beyerdynamic in den boomenden Open-Ear-Markt – und setzt auf ein Clip-Design mit mutigem Farbkonzept.
Mit den Amiron Zero Sport wagt sich Beyerdynamic in den boomenden Open-Ear-Markt – und setzt auf ein Clip-Design mit mutigem Farbkonzept.
Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei und ermöglichen es, Musik zu hören und trotzdem die Umgebung wahrzunehmen. Für Radfahrer, Jogger und Pendler ist das nicht nur praktisch, sondern teils sogar Pflicht. Beyerdynamic – bekannt für audiophile Over-Ear-Kopfhörer wie den DT 770 Pro – betritt mit den Amiron Zero Sport nun dieses wachsende Segment. Das Clip-Design erinnert an die Bose Ultra Open Earbuds (Testbericht), die sich ebenfalls wie ein Ohrring ans Ohr klemmen. Allerdings will Beyerdynamic das Konzept kompakter, leichter und günstiger umsetzen.
Ob das gelingt und wie sich die Amiron Zero Sport gegen starke Konkurrenten wie die Anker Soundcore Aerofit 2 Pro (Testbericht), Shokz Openfit Pro (Testbericht) oder die Nothing Ear Open (Testbericht) schlagen, klärt unser Test.
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport setzen auf ein c-förmiges Clip-Design. Der Clip legt sich um die Ohrmuschel, der Lautsprecher sitzt direkt vor dem Gehörgang – ohne in den Kanal einzudringen. Die Kopfhörer gibt es in Schwarz, Weiß und als uns vorliegende Sport-Variante mit orangefarbenen Akzenten. Die mutige Farbkombination erinnert an einen Sportwagen, wirkt dank der kompakten Bauform aber keineswegs protzig. Eher wie ein kleines Schmuckstück. Das Design hebt sich wohltuend von der Open-Ear-Masse ab, die oft in zurückhaltendem Schwarz oder Weiß daherkommt.
Zum Vergleich: Die Bose Ultra Open Earbuds und Nothing Ear (Open) liegen bei 8 g. Das flexible Band passt sich an verschiedene Ohrformen an, so eignen sich die Clips sowohl für kleine als auch große Ohren. Insgesamt ein sehr cooles und mutiges Design, das sich erfrischend vom Einheitsbrei abhebt.
Die Earbuds bestehen aus robustem Kunststoff. Beyerdynamic zertifiziert sie nach IP54 – das schützt gegen Staub, Spritzwasser und Schweiß. Für ein direktes Wasserbad oder viel Regen reicht es allerdings nicht.
Das Ladecase wiegt etwa 45 g und fällt angenehm kompakt aus – es passt problemlos in jede Hosentasche. Seine Oberfläche ist leicht aufgeraut und fühlt sich dadurch minimal gummiert an. Das liegt sehr angenehm in der Hand. Das matte Finish zieht keine Fingerabdrücke an. Ein Metall-Scharnier sorgt für Stabilität, und Magnete halten den Deckel sicher geschlossen. Beim Öffnen fühlt sich der Mechanismus aber nicht immer perfekt an: Gelegentlich knackt er etwas eigenartig – das wirkt nicht ganz so hochwertig wie etwa das Case der Nothing Ear (Open) mit seinem satten Schließmechanismus.
Die Earbuds halten per Magnet im Case. Allerdings finden wir nicht immer sofort die richtige Position. Die Verarbeitung ist insgesamt präzise und solide, das Case hätte in Details aber etwas mehr Feinschliff vertragen können.
Mit 6 g pro Earbud sind die Amiron Zero Sport so leicht, dass man sie bei längeren Sessions schlicht vergisst. Das Clip-Design erzeugt keinen Druck im Gehörgang – ein Vorteil gegenüber klassischen In-Ear-Kopfhörern, die gerade bei empfindlichen Ohren nach einiger Zeit unangenehm drücken können. Die offene Bauweise verhindert zudem, dass sich Wärme am Ohr staut. Gerade beim Sport ein spürbarer Komfortgewinn.
Der Clip-Mechanismus hält bei sportlichen Aktivitäten sicher. Laufen, HIIT-Training oder Sprinten – die Earbuds sitzen auch bei größeren Ohren bombenfest. Die Bose Ultra Open Earbuds sitzen ähnlich sicher, wirken nach außen aber klotziger.
Der Tragekomfort zählt zu den größten Stärken der Beyerdynamic. Ob beim Pendeln, im Büro oder beim Sport – wer einen Kopfhörer sucht, der sich auch über viele Stunden angenehm tragen lässt, wird hier fündig.
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport setzen auf Touch-Sensoren, die auf der Rückseite und Vorderseite der Earbuds sitzen – nicht auf dem Bügel. Bedient wird per Doppel- und Dreifach-Tap. Einzel-Taps und langes Drücken gibt es bewusst nicht. Das reduziert versehentliche Eingaben.
Über die Touch-Gesten steuert man Play/Pause, springt Tracks vor oder zurück, nimmt Anrufe an und aktiviert den Sprachassistenten. Die Belegung lässt sich per App anpassen. Allerdings fehlt eine Lautstärkeregelung. Die muss über das verbundene Smartphone erfolgen – das kennt man von Konkurrenten, nervt aber trotzdem.
Die Touch-Steuerung funktioniert meist zuverlässig, gelegentlich reagieren die Earbuds aber nicht auf Eingaben. Hier hätten wir uns physische Tasten gewünscht, wie sie die Shokz Openfit Pro bieten. Die Bedienung ist insgesamt selbsterklärend, erfordert anfangs jedoch etwas Eingewöhnung, um die Position der Sensoren sicher zu treffen.
Praktisch: Ein Mono-Modus erlaubt die unabhängige Nutzung eines einzelnen Earbuds. So lässt sich etwa beim Autofahren nur ein Ohr bestücken, während das andere frei bleibt. Das verdoppelt nebenbei die effektive Laufzeit.
Die Beyerdynamic-App steht für iOS und Android bereit. Android nutzt Google Fast Pair für eine schnelle Erstverbindung. Der Funktionsumfang ist übersichtlich, aber sinnvoll: Ein 5-Band-Equalizer erlaubt die individuelle Klanganpassung. Dazu kommen Genre-Presets wie Bass, Smooth, Loudness, Neutral und Podcast. Beyerdynamic bietet zudem Presets für laute Umgebungen – etwa eine Vocal-Betonung für Parks oder eine Bass-Verstärkung für ruhige Räume zu Hause. Benutzerdefinierte EQ-Profile lassen sich ebenfalls speichern.
Weitere Funktionen: Touch-Steuerung anpassen, Batteriestatus in Prozent, Auto-Abschaltung konfigurieren (etwa nach 30 Minuten Inaktivität), Sprachassistent und Trageerkennung ein- oder ausschalten. Die Trageerkennung pausiert die Wiedergabe automatisch, wenn man einen Earbud abnimmt – mit einer Verzögerung von etwa zwei Sekunden.
Die App ist übersichtlich und selbsterklärend. Neben Tastenbelegung und Equalizer bietet sie allerdings keinen großen Mehrwert. Erweiterte Funktionen wie einen Gaming-Modus oder eine „Kopfhörer finden“-Funktion mit akustischem Signal sucht man vergeblich.
Die Amiron Zero Sport verbinden sich per Bluetooth 5.4 mit dem Zuspieler und unterstützen die Profile HFP, A2DP und AVRCP. Bei den Codecs stehen SBC und AAC zur Verfügung. Hi-Res-Codecs wie aptX, LDAC oder Lossless fehlen – das ist bei Open-Ear-Kopfhörern zu verschmerzen. Trotzdem: Die Earfun Openjump bieten zum deutlich günstigeren Preis immerhin LDAC, die Bose Ultra Open Earbuds setzen auf aptX Adaptive, und die Anker Soundcore Aerofit 2 Pro unterstützen LDAC. Multipoint-Konnektivität für zwei Geräte gleichzeitig ist an Bord.
In jedem Earbud steckt ein dynamischer Treiber mit den Maßen 18 × 11 × 4,85 mm und einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Die Klangbühne wirkt natürlich und räumlich, die Stereotrennung gelingt gut, das Imaging überzeugt. Jazz, Instrumentalmusik und Podcasts machen mit den Amiron Zero Sport richtig Spaß.
Die Klangsignatur tendiert in Richtung V-Shape: Bässe und Höhen sind betont, die Mitten treten etwas in den Hintergrund. Im Detail bedeutet das: Der Bass ist für einen Clip-on-Kopfhörer überraschend präsent, fällt im Sub-Bass-Bereich aber hohl und flach aus. Tiefe Frequenzen verlieren an Klarheit, sind zuweilen kaum wahrnehmbar. Die Shokz Openfit Pro liefern hier spürbar mehr Tiefgang und sogar einen für Open-Ear seltenen, spürbaren Bass. Auch die Nothing Ear (Open) klingen voller im Tieftonbereich.
Die Mitten wirken etwas dünn und schwach betont. Vocals kommen klar durch, Instrumenten fehlt es aber an Präsenz und Körper. Die Höhen hingegen sind ein echtes Highlight: luftig, detailliert und farbig, ohne dabei scharf oder unangenehm zu werden. Das trägt zur angenehmen Offenheit des Klangbilds bei – hier spürt man die Audioexpertise von Beyerdynamic.
Per EQ in der App lässt sich der Klang merklich verbessern. Die Genre-Presets helfen, den Sound an verschiedene Hörsituationen anzupassen. In lauten Umgebungen muss man die Lautstärke allerdings deutlich aufdrehen, da Umgebungsgeräusche ungehindert durchdringen – das liegt in der Natur offener Kopfhörer. Bauartbedingt bekommt die Umgebung bei hoher Lautstärke auch einiges vom Inhalt mit.
In ruhigen Räumen klingt die eigene Stimme für den Gesprächspartner klar und natürlich. Draußen, bei Wind oder im Café sieht es deutlich anders aus: Die Stimme wird dumpf, Wind bricht stark durch und macht die Verständigung oft schwierig. Für Outdoor-Telefonate eignen sich die Amiron Zero Sport kaum. Wer oft unterwegs telefoniert, ist mit den Huawei Freearc besser bedient.
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport halten mit einer Ladung bis zu 6 Stunden durch. Das Ladecase liefert etwa drei weitere volle Ladungen, was eine Gesamtlaufzeit von rund 20 Stunden ergibt (6 + 14 Stunden aus dem Case). Bei moderater Nutzung bestätigen sich diese Angaben im Test. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das ein solider, aber kein herausragender Wert.
Positiv: Eine Schnellladefunktion liefert nach 10 Minuten am Kabel bereits 2 Stunden Wiedergabezeit. Das ist praktisch, wenn man vor dem Lauftraining feststellt, dass der Akku fast leer ist. Der Mono-Modus verdoppelt die effektive Laufzeit – wer abwechselnd nur einen Earbud nutzt, kommt weiter. Geladen wird per USB-C. Kabelloses Qi-Laden unterstützt das Case nicht – das bieten in dieser Preisklasse aber auch nur wenige Konkurrenten, etwa die Earfun Openjump.
Wer die Kopfhörer den ganzen Tag durchgehend tragen möchte, sollte zwischendurch nachladen. Für den typischen Einsatz beim Sport oder auf dem Arbeitsweg reichen die 6 Stunden aber aus.
Der aktuelle Preis der Beyerdynamic Amiron Zero Sport liegt bei 149 Euro (Amazon) – was der UVP entspricht.
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport sind gelungene Open-Ear-Kopfhörer mit eigenständigem Charakter. Das mutige Clip-Design in Orange-Schwarz sieht klasse aus, die Verarbeitung überzeugt und der Tragekomfort gehört dank 6 g Gewicht zum Besten im Segment. Beim Klang punkten sie mit einer natürlichen und räumlichen Klangbühne und luftigen Höhen – hier spürt man die Audioerfahrung von Beyerdynamic. Der Bass hat erstaunlich viel Punch für einen Clip-on, fällt im Sub-Bass aber flach aus.
Schwächen zeigen die Amiron Zero Sport bei der Telefonie im Freien, der fehlenden Lautstärkeregelung am Gerät und der gelegentlich unzuverlässigen Touch-Steuerung. Auch die Akkulaufzeit von 6 Stunden pro Ladung liegt unter dem Klassendurchschnitt. Wer einen kompakten, ultraleichten Open-Ear-Kopfhörer mit Clip-Design sucht und Wert auf räumlichen Klang und hohen Tragekomfort legt, bekommt mit den Amiron Zero Sport dennoch ein stylishes und überzeugendes Paket.
Erfrischend anders: Die Huawei Freeclip sehen eher aus wie ein Ohr-Piercing, sind ultraleicht und bieten tollen Klang – bei freiem Gehörgang. Wie gut die Open-Ear-Kopfhörer sind, zeigt der Test.
Erfrischend anders: Die Huawei Freeclip sehen eher aus wie ein Ohr-Piercing, sind ultraleicht und bieten tollen Klang – bei freiem Gehörgang. Wie gut die Open-Ear-Kopfhörer sind, zeigt der Test.
True Wireless Kopfhörer sind heutzutage nicht mehr wegzudenken. Dabei dominieren In-Ear-Kopfhörer, die mit Active Noise Cancellation (ANC) die Nutzer wirkungsvoll von der Umwelt abschirmen. Zwei Probleme ergeben sich aber bei dieser Art von Kopfhörern: Bei einigen Personen passen sie einfach nicht gut in den Gehörgang und sind dadurch unbequem oder schmerzend. Zudem sind sie keine gute Option im Straßenverkehr, etwa auf dem Fahrrad, da man von seiner Umgebung kaum etwas mitbekommt.
Mit den Freeclip hat Huawei jetzt einen sehr ungewöhnlichen Open-Ear-Kopfhörer vorgestellt. Die federleichten Ohrhörer (5 g) klemmen Nutzer einfach an die Ohrmuschel, ein kleiner Lautsprecher bringt den Klang von dort in den Gehörgang. Das erlaubt es, Außengeräusche dennoch wahrzunehmen – parallel zu Musik, Podcasts oder Anrufen. Wie sich die Freeclip im Alltag schlagen, zeigt der Testbericht.
Die Freeclip bestehen aus einer runden, elastischen Klammer – Huawei nennt das Design C-Bridge – mit einem ovalen Knubbel einerseits und einem runden Speaker andererseits. Die c-förmige Halterung schiebt man einfach über die Ohrmuschel, die Hörer halten dann erstaunlich gut am Ohr. Optisch erinnert das Ganze an eine Mischung aus Piercing und Alien-Artefakt. Es spielt dabei keine Rolle, welche Hörer man auf welches Ohr setzt.
Man spürt die Freeclip kaum am Ohr, so leicht sind sie. Das sorgt für einen hohen Tragekomfort. Personen, die In-Ears generell nichts abgewinnen können, bekommen damit eine bequeme Alternative. Die Hörer halten zudem fest genug, um beim Sport nicht aus dem Ohr herauszufallen. Für Brillenträger sind sie ebenfalls eine gute Option, da sie sich nicht am Brillengestell verheddern.
Von außen sehen sie eher aus wie Ohrschmuck als Kopfhörer. Allerdings muss man aufpassen, wenn man eine Wollmütze oder Kapuze überzieht, dass die kleinen Hörer nicht verloren gehen. Bei Bedarf schiebt man die Freeclip zurecht, um den Sound optimal zu hören. Schick sieht zudem das rundliche Ladecase aus.
Typisch für Kopfhörer von Huawei: Zum erstmaligen Koppeln öffnet man das Case und drückt dann für mehrere Sekunden den runden, seitlichen Button. Jetzt gehen die Freeclip in den Kopplungsmodus. Eine App ist nicht zwingend nötig dazu.
Optional kann man die App AI Life von Huawei herunterladen. Allerdings steht diese nicht im Play Store zur Verfügung, hier ist ein Sideload aus einer anderen Quelle nötig. Über die App aktualisiert man die Firmware der Freeclip oder passt die Audio-Einstellungen an, etwa um die Wiedergabe von Stimmen zu verbessern oder das Volumen oder die Tonhöhen zu verbessern. Einen Bass-Boost oder einen Equalizer wie bei den Freebuds Pro 3 gibt es aber leider nicht.
Um die Wiedergabe zu stoppen, müssen Nutzer zweimal auf die C-Bridge tippen. Mit dreifachem Tippen wählt man den nächsten Track. Weitere Gestensteuerungen gibt es standardmäßig nicht. Man kann aber in der App festlegen, dass etwa dreifaches Tippen auf den linken Hörer den Track wieder auf Anfang setzt, während der rechte Hörer zum nächsten Titel springt. Das ist verglichen mit den Huawei Freebuds Pro 3 etwas eingeschränkt, wo man sogar die Lautstärke anpassen kann. Nimmt man die Hörer ab, stoppt die Wiedergabe automatisch.
Der Sound der Freeclip ist richtig gut und besticht durch einen klaren, ausgewogenen und hellen Klang. Insgesamt betonen die Hörer für unseren Geschmack etwas zu stark die Höhen, die zuweilen etwas schrill und verzerrt klingen können. Der Bass ist präsent, kann aber bei Weitem nicht mit der tiefen Fülle eines In-Ear-Kopfhörers wie dem Huawei Freebuds Pro 3 mithalten. Wer also auf elektronische Musik oder Hip-Hop steht, ist hier nicht unbedingt an der richtigen Adresse. Weniger gravierend hört sich das bei Podcasts, akustischer Musik oder Rock und Pop an. Bei leiser Umgebung sind die Kopfhörer auch für andere minimal hörbar.
Die Besonderheit von Over-Ear-Kopfhörern ist, dass sie Außengeräusche noch durchdringen lassen. Das macht die Freeclip zu idealen Begleitern beim Radfahren, auf dem E-Scooter oder beim Joggen – denn so bekommt man etwa noch deutlich mit, wenn sich ein Auto nähert. Mit einem In-Ear-Kopfhörer wäre das unverantwortlich. Im Prinzip begleitet einen dann die Musik wie ein Soundtrack, während man die Umgebungsgeräusche noch mitbekommt. Auch zu Hause bietet es Vorteile, um Mitbewohner noch wahrzunehmen oder den klingelnden Postboten.
Die Kehrseite der Medaille der offenen Bauweise: Eine Abschottung ist so nicht möglich. Das sollte man wissen, bevor man sich die Freeclip zulegt. Wer insbesondere ANC gewohnt ist von In-Ears, könnte enttäuscht sein. Bei lauten Umgebungsgeräuschen schränkt das den Hörgenuss ein, etwa im Flugzeug oder bei lauten Durchsagen am Bahnsteig – immerhin bekommt man dann aber mit, dass der Zug wieder nicht kommt. Bei einer flotten Fahrt mit dem E-Scooter stören zudem Windgeräusche bei schlechter Witterung. Telefonieren klappt ebenfalls ordentlich mit den Freeclip, der andere Gesprächspartner versteht einen ausreichend gut und umgekehrt.
Wichtig beim Sport: Die Freeclip sind nach IP54 zumindest vor Spritzwasser geschützt. Die Treiber bieten recht üppige 10,8 mm und decken einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Ein Mikrofon ist integriert. Die drahtlose Verbindung erfolgt via Bluetooth 5.3, eine Anbindung an zwei Geräte gleichzeitig per Multipoint ist möglich. Als Codecs stehen SBC sowie AAC und sogar die hochauflösenden L2HC und LC3 zur Verfügung.
So schlank die Freeclip auch erscheinen, bieten sie eine ordentliche Akkulaufzeit verglichen mit den Huawei Freebuds Pro 3. Huawei gibt für die Hörer eine Laufzeit von rund 8 Stunden an, was sich mit unseren Erfahrungen beinahe deckt. Beim Telefonieren fällt die Laufzeit allerdings kürzer aus. Das Ladecase verlängert die Laufzeit um weitere 35 Stunden. Das Case lädt die Hörer in rund 40 Minuten auf. Lädt man die Clips für etwa 10 Minuten, halten sie immerhin schon fast 2 Stunden durch. Als Anschluss bietet die Ladeschale USB-C und ist damit in etwa 50 Minuten per Kabel geladen. Optional unterstützt das Case auch kabelloses Laden, was aber nicht ganz so flott geht.
Die UVP für die Huawei Freeclip liegt bei 199 Euro. Mittlerweile sind die Preise auf 179 Euro gesunken.
Die Huawei Freeclip sind federleicht und angenehm zu tragen – Vorsicht ist nur beim Aufsetzen einer Mütze geboten. Auch beim Sport halten sie fest und bieten ein außergewöhnliches Design. Durch die offene Bauweise sind die Freeclip eine gute Option auf dem Fahrrad, E-Scooter oder beim Laufen.
Dieser Vorteil ist aber auch gleichzeitig der größte Nachteil – in sehr lauter Umgebung schmälert es den Hörgenuss schon deutlich. Zudem ist der Bass verglichen mit In-Ears nicht so kräftig. Die Höhen sind zuweilen etwas zu stark betont. Insgesamt eine überzeugende Option für Podcasts und Fans akustischer Musik, die sich bewusst nicht ganz abkapseln wollen oder mit einem In-Ear-Kopfhörer nicht zurechtkommen.
Mit den Openrock X hat der chinesische Hersteller Oneodio Open-Ear-Kopfhörer auf den Markt gebracht, die an die Shokz Openfit erinnern. Wir klären im Test, ob die Openrock X mit der Konkurrenz mithalten können.
Mit den Openrock X hat der chinesische Hersteller Oneodio Open-Ear-Kopfhörer auf den Markt gebracht, die an die Shokz Openfit erinnern. Wir klären im Test, ob die Openrock X mit der Konkurrenz mithalten können.
Wer an Open-Ear-Kopfhörer denkt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt ein Modell von Shokz im Kopf. Insbesondere die Knochenschall-Kopfhörer wie die Shokz Openrun Pro 2 (Testbericht), aber auch Modelle wie die Shokz Openfit (Testbericht) sind Nutzern ein Begriff, die im Straßenverkehr oder beim Sport ihre Lieblingsmusik oder Podcasts genießen wollen, ohne dabei die Wahrnehmung der eigenen Umgebung einzuschränken. Allerdings haben viele Kopfhörer von Shokz, und zwar speziell diejenigen, die mit Knochenschall arbeiten, ein Problem: Ihr Klang ist nicht immer perfekt.
Deshalb haben sich Hersteller wie Oneodio mit der Marke Openrock auf Open-Ear-Kopfhörer spezialisiert, die guten Klang mit bestem Tragekomfort verbinden sollen. Die Openrock X richten sich dabei explizit an Sportler und setzen wie die Shokz Openfit nicht auf Knochenschall, sondern auf gerichtete Mini-Lautsprecher. Wir haben uns die Openrock X im Test genauer angeschaut und klären, ob die Open-Ears ihr Geld wert sind.
Die Openrock X kosten etwa bei Voelkner aktuell 170 Euro.
Obwohl es sich bei den Openrock X um Kopfhörer eines chinesischen Herstellers handelt, spürt man davon nicht viel. Bereits die Umverpackung wirkt wertig, aber beim Ladecase und den Open-Ears selbst zieht Oneodio alle Register. Das Case hat etwa die Größe einer gestauchten Zigarettenschachtel und wirkt mit dem mattschwarzen Gehäuse und den silbernen Kanten ziemlich edel. Per Druck auf die kurze Seite des Cases öffnet sich eine Schublade, die wir ausziehen können. Der gesamte Mechanismus wirkt durchdacht und fühlt sich angenehm an. Lediglich die Größe der Box könnte in der Hosentasche stören.
Die Open-Ear-Kopfhörer liegen jeweils auf den gegenüberliegenden Seiten der Schublade in ihrer Ladebuchse. Ein kleines LED-Licht informiert uns darüber, wenn der Akku geladen wird. Ein Ladekabel mit USB-C- auf USB-A-Port ist im Lieferumfang enthalten. Eine Akkuladung reicht für zwölf Stunden Betriebsdauer. Laden wir die Kopfhörer zwischendurch im Case wieder auf, können wir sie bis zu 48 Stunden benutzen. Zusätzlich verfügen die Openrock X über eine Schnellladefunktion: Eine Ladedauer von fünf Minuten reicht, um die Kopfhörer rund eine Stunde zu betreiben.
Der positive Eindruck in Hinblick auf die Verarbeitung der Open-Ears von Oneodio zeigt sich aber nicht nur beim Ladecase, sondern auch bei den Kopfhörern selbst. Alle Teile des Kopfhörers machen einen wertigen Eindruck. Obwohl der Ohrbügel filigran wirkt und die Open-Ears nur zwölf Gramm auf die Waage bringen, sind sie robust gearbeitet. Dank der IPX5-Zertifizierung überstehen sie auch einen Regenguss oder eine schweißtreibende Trainingseinheit.
Für den Tragekomfort sorgen die weichen Ohrbügel: Während ihr den eigentlichen Kopfhörer mit dem integrierten Lautsprecher im 45-Grad-Winkel nach außen drehen könnt, lässt sich der Ohrbügel um 50 Grad nach oben bewegen. Dadurch kann man die Openrock X perfekt an die eigene Ohrmuschel anpassen. Die Kopfhörer sind dadurch sowohl für kleine als auch große Ohren geeignet.
Das geringe Gewicht der Openrock X begünstigt den hohen Tragekomfort der Open-Ear-Kopfhörer. Anders als In-Ear-Kopfhörer drücken sie nämlich nicht im Ohr – ein Problem, mit dem hauptsächlich Personen mit kleinen Ohrmuscheln häufig zu kämpfen haben. Ferner sind die Openrock X so leicht, dass sie am Ohr kaum spürbar sind. Die gute Anpassbarkeit des Ohrbügels stellt sicher, dass die Open-Ears nicht verrutschen. Selbst beim Joggen oder Trainingseinheiten, bei denen wir viel in Bewegung sind und stark schwitzen, bleiben die Kopfhörer fest am Ohr.
Wer an den Openrock X nach Bedientasten sucht, der sucht vergebens. Es gibt lediglich einen dezenten On-Button an der Unterseite des rechten Earbuds. Wir steuern die Wiedergabe ausschließlich über Berührungen am Gehäuse, was im Test problemlos funktioniert. Nehmen wir die Kopfhörer aus dem Ladecase, schalten sie sich selbstständig ein und verbinden via Bluetooth 5.3 unser Smartphone. Der Pairing-Modus wird automatisch aktiviert, sobald wir das Ladecase öffnen. Berühren wir mit unserem Finger für zwei die kleine LED an der kurzen Seite des Ladecases, können wir die Kopfhörer zusätzlich mit einem zweiten Gerät koppeln. Alle Pairing-Varianten funktionieren in unserem Test einwandfrei und dauern nur wenige Sekunden.
Für einen erweiterten Funktionsumfang stellt der Hersteller uns die Openrock-App zur Verfügung. Die App für Android und iOS beinhaltet einen Equalizer (dazu später mehr), einen Begrenzer für die maximale Lautstärke, eine Tragedauer-Erinnerung und verschiedene Funktionen zur Klanganpassung. Ein Nutzerkonto zur Nutzung ist nicht notwendig, man kann also direkt loslegen.
Ganz unabhängig davon, ob optionale Equalizers eingesetzt wird oder nicht, bieten die Openrock X einen hervorragenden Klang. Wir testen die Kopfhörer sowohl mit Sprache (Hörbücher) als auch mit Musik. Direkt zu Beginn fällt auf, wie voluminös und warm die Open Ears klingen. Das vom Smartphone wiedergegebene Hörbuch klingt so, als würde die Erzählerin direkt neben uns stehen.
Auch bei Musik machen die Openrock X eine sehr gute Figur. Zwar können die Open Ears nicht mit echten HiFi-Kopfhörern mithalten, aber das sollte bei solchen Speakern auch nicht der Anspruch sein. Im Standardmodus bieten die Openrock X eine ausgewogene Mischung aus Höhen und Tiefen, wobei der Bass zwar zur Geltung kommt, aber nicht dominiert. Songs wie Your Latest Trick von Dire Straits oder In The Air Tonight von Phil Collins profitieren dann aber durchaus von dem Equalizer der App.
Beim Equalizer können wir zwischen drei Modi wählen: Rock, Entspannung und Boom. Der Boom-Modus betont die Höhen und Tiefen, wodurch vor allem der Bass für kraftvolleren Klang sorgt. Rock bietet einen relativ ausgeglichenen Sound, während bei Entspannung vor allem am Bass gespart wird, aber ohne, dass der Klang blechern oder schwach rüberkommt.
Ein besonderes Feature der Openrock X ist der integrierte LISO 2.0 Algorithmus, der laut Herstellerangaben eine besonders immersive Hörerfahrung garantieren soll. Im Praxistest führt der Algorithmus dazu, dass die Kopfhörer einen deutlichen Raumklang erzeugen. Dadurch kann man sich von der eigenen Umgebung abgrenzen, ohne auf die Vorteile des Open-Ear-Designs verzichten zu müssen.
Ein Nachteil von Open-Ear-Kopfhörern mit integriertem Speaker besteht demgegenüber allerdings häufig darin, dass der Schall bei hoher Lautstärke an die Umgebung abgegeben werden kann. Dieses Problem hält sich beim Openrock X aber stark in Grenzen. Wir müssen bei den Open-Ears schon fast die maximale Lautstärke einstellen, damit sie in einem ruhigen Raum wie einem Büro im Abstand von etwa einem halben Meter zu hören sind.
Möchte man die Openrock X aber nicht nur zum Musik- oder Podcast-Hören, sondern auch zum Telefonieren nutzen, hat der Hersteller sich ebenfalls ein nützliches Feature ausgedacht. Die vier integrierten Mikrofone der Open-Ears geben Umgebungsgeräusche an eine KI weiter, die dann entsprechende Störtöne herausfiltert. Damit besitzen die Openrock X zwar keinen dedizierten ANC-Modus, unterdrücken Geräusche aber trotzdem noch gut genug, damit wir ungestört telefonieren können.
Die Openrock X kosten bei Voelkner etwa 170 Euro.
Die Oneodio Openrock X machen einfach Spaß: Sie sitzen perfekt im Ohr, sind direkt einsatzbereit und überraschen mit einem angenehm warmen, voluminösen Klang. Die IPX5-Zertifizierung und die lange Laufzeit von knapp zwölf Stunden bei voller Ladung (ohne Nachladen im Ladecase) machen sie sowohl für Sportler als auch Berufspendler interessant.
Was die Shokz Openfit im direkten Vergleich noch vermissen lassen, nämlich ein Multipoint-Feature, haben die Openrock X ebenfalls zu bieten. Der hohe Tragekomfort und die gute Verarbeitung rechtfertigen zusammen mit dem tollen Sound den recht hohen Preis, auch wenn Nutzer auf echtes ANC verzichten müssen.
Knochenschall-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei, das macht sie interessant für Sportler. Wie gut der Klang ist, zeigen wir im Test dreier Shokz-Modelle.
Knochenschall-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei, das macht sie interessant für Sportler. Wie gut der Klang ist, zeigen wir im Test dreier Shokz-Modelle.
Normalerweise sind Kopfhörer über, auf oder im Ohr. Beim Joggen sind alle drei unpraktisch und im Straßenverkehr gar gefährlich. Mit den Shokz-Knochenschall-Kopfhörern bleiben die Ohren frei. Das Konzept ist nicht neu. Bereits 2018 testeten wir die Trekz Air (Testbericht) von Shokz. Damals hieß das Unternehmen noch Aftershokz. Die Trekz Air sind im Grunde okay, allerdings bemängeln wir den Klang, der teilweise einen Hall verursacht. Zudem vibrieren sie bei basslastigen Songs.
Auch die Musik-Sonnenbrille Bose Frames Tempo (Testbericht) bedient sich des Knochenschall-Prinzips – allerdings bieten sie den deutlich besseren Klang. Ihr Preis ist mit über 200 Euro jedoch hoch.
Knochenschall-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei. Das kann etwa im Straßenverkehr praktisch sein. Aber auch beim Laufen oder Schwimmen. Sie können aber auch für Hörgeräteträger interessant sein, die normale Kopfhörer kaum vernünftig nutzen können. Wer dagegen die Umgebungsgeräusche ausblenden will, greift zu Modellen mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC). Wir empfehlen hier die Bose QC Earbuds II (Testbericht). Es gibt wohl kaum Kopfhörer, welche die Umgebung besser ausblenden, als diese In-Ears.
Die Knochenschall-Kopfhörer Openrun, Openrun Pro und Openswim von Shokz drücken nicht im Gehörgang. Das macht sie kompatibler für Brillenträger und leichter als Over-Ears. Umgebungsgeräusche gelangen direkt ins Ohr. Wir haben uns die Modelle für den Test genauer angeschaut.
Neben dem Kopfhörer wird eine Schutztasche, das Ladekabel und eine Kurzanleitung mitgeliefert. Diese ist auch auf Deutsch, die ausführliche Anleitung zum Herunterladen dagegen nur auf Englisch. Das Ladekabel für die Openrun und Openrun Pro nutzt einen Magnetkontakt. Das Ladekabel für die Openswim klemmt den Ladekontakt mechanisch ein.
Die Kopfhörer wiegen um die 30 Gramm und sind recht kompakt. Es gibt mittlerweile mit den OpenRun Mini auch eine noch kleinere Ausführung, die wir für diesen Test nicht vorliegen hatten. Der normale Openrun ist spritzwassergeschützt nach IP67, die Pro-Variante nur nach IP55. Beide können parallel mit zwei Geräten über Multipoint eine Bluetooth-Verbindung aufbauen.
Der Openswim ist wasserdicht nach IP68 und hat keine Bluetooth-Konnektivität. Wer mit ihm seine Musik hören will, muss ihn über den USB-A-Adapter an den Computer anschließen und mit Musikdateien befüllen. Über eine Multifunktionstaste sind die üblichen Funktionen (Lautstärke, Start/Stop/Vor/Zurück) verfügbar.
Das Bluetooth-Pairing funktioniert bei den Openrun-Modellen unkompliziert, mit bis zu acht Stunden Akkulaufzeit bei der normalen und zehn Stunden bei der Pro-Variante sind auch Marathonstrecken laufbar. Die Shokz Openswim sollen acht Stunden durchhalten. Wieder aufgeladen sind alle Modelle in weniger als einer Stunde.
Die Soundeinheiten der Modelle liegen auf der unteren Schläfe auf und werden dort über einen Bügel fixiert, der über die Ohren führt. Direkt dahinter sitzt die Steuereinheit mit den kleinen Akkus. Die beiden Ohrenteile sind über einen weiteren Bügel, der am Hinterkopf verläuft, miteinander verbunden. Die Shokz drücken auch nach mehreren Stunden des Tragens nicht. Zudem halten sie erstaunlich gut. Laufen oder gar gepflegtes Headbanging ist mit ihnen kein Problem. Auch beim Schwimmen mit den Openswim verrutscht nichts.
Ein Klangwunder kann man bei Knochenschall nicht erwarten. Tatsächlich ist die Funktion eine Mischung aus Luft- und Knochenschallleitung, was auch zur Folge hat, dass die Kopfhörer stark an die Umgebung „leaken“. So praktisch offene Ohren im Büro sind, wenn man alles mitbekommen will bzw. muss, so ungeeignet wäre der Openrun hier. Gerade bei etwas höheren Lautstärken hören die Kollegen mit.
Im Verkehr sind die Openrun und Openrun Pro dagegen gut aufgehoben: Wer auch beim Radfahren telefonisch erreichbar sein will, kann dies mit so einem Kopfhörer riskieren, während er mit ANC-Modellen eher vor einem Kühlergrill landen dürfte. Ein Ambiente-Modus bei ohrabschließenden Kopfhörern kann mit den Knochenschall-Modellen in Bezug auf „nichts Wichtiges überhören“ nicht mithalten, hier ist er die optimale Lösung.
Der Sound beim Openrun ist eher mitten- und höhenbetont und damit für Sprache, etwa zum Anhören von Nachrichten, Hörbüchern oder Podcasts gut geeignet, wobei man den Klang noch zwischen Sprache und Musik umschalten kann. Die Openrun Pro dagegen setzen den Fokus auf den Bass. Diesen empfinden wir jedoch gerade bei hohen Lautstärken als unangenehm. Die Openrun Pro beginnen merklich zu vibrieren und gegen die Schläfen zu hämmern. Möglicherweise empfinden das einige als passend. Bei uns im Test erzeugt es jedoch ein unangenehmes Gefühl.
Die Openrun Pro haben außerdem eine App, die jedoch keinen großen Mehrwert bietet. So vermissen wir hier etwa einen Equalizer. Als Bluetooth-Codec ist nur der Standard-SBC-Codec vorhanden, kein AAC und schon gar kein aptX.
Der Klang der Openswim ist mit denen der Openrun vergleichbar. Wer sie im Wasser beim Schwimmen trägt, sollte jedoch den Kopf über Wasser halten. Wer krault oder andere Schwimmtechniken ausübt, die den Kopf zeitweise unter Wasser tauchen, bekommt von der Musik nicht mehr alles mit. Das liegt vor allem daran, dass das Ein- und Auftauchen an sich schon sehr laut ist. Hier müssen Schwimmer, die Openswim schon richtig laut aufdrehen.
Die Openrun kosten zum Testzeitpunkt 110 Euro. Für die Openrun Pro fallen etwa 160 Euro an. Wer ein Auge auf die Openswim geworfen hat, muss derzeit 150 Euro zahlen.
Die Knochenschall-Kopfhörer von Shokz bedienen eine Nische. Sie richten sich speziell an Sportler, die fest sitzenden und dennoch bequeme Kopfhörer suchen, die beim Musikhören den Gehörgang frei lassen. Dafür sind die Openrun und die Openrun Pro gut geeignet. Auch wenn die Klangqualität nicht mit In-, On- oder Over-Ear-Kopfhörern mithalten kann. Wer einen Kopfhörer zum Schwimmen sucht, findet ohnehin kaum Alternativen zum Openswim.
Mit den Knochenschallhörern von Shokz blieben die Ohren erstmals komplett frei, aber es gab klangliche Einschränkungen. Bei den Openfit nutzt Shokz keinen Knochenschall, sondern Mini-Lautsprecher. Nervt das nun das Umfeld?
Mit den Knochenschallhörern von Shokz blieben die Ohren erstmals komplett frei, aber es gab klangliche Einschränkungen. Bei den Openfit nutzt Shokz keinen Knochenschall, sondern Mini-Lautsprecher. Nervt das nun das Umfeld?
Kopfhörer sind üblicherweise über dem Ohr (klassische Hi-Fi-Modelle), auf dem Ohr (der mit dem Walkman eingeführte Stil) oder im Ohr. Beim Joggen sind alle drei unpraktisch und im Straßenverkehr gefährlich, da sie den Träger von der Umwelt abschirmen. Die Shokz-Kopfhörer sind sozusagen die Freisprechanlage unter den Kopfhörern, die neuen Openfit sogar wortwörtlich: Telefonate lassen sich damit gut führen und Mini-Lautsprecher werden gewissermaßen über die Ohren gehängt. Wird man dadurch zur Lärmbelästigung?
Nein, so schlimm ist es nicht, man läuft nicht mit Boomboxen auf den Ohren herum. Die neuen Shokz, die es in Beige oder Schwarz gibt, sehen nicht viel anders aus als die bisherigen Modelle. Allerdings ist der Verbindungsbügel zwischen links und rechts entfallen, der manchen gestört hat; die Kopfhörer sind echte TWS, True Wireless. Mangels Verbindungsbügel werden die Openfit jetzt auch nicht mehr direkt mit einem einzelnen Magnetkabel geladen, sondern wie „normale“ In-Ears mit einem Ladecase.
Das Element, das zuvor den Knochenschalllautsprecher darstellte, enthält jetzt die Elektronik und den Akku; es vibriert also nicht mehr. Dafür schwebt indessen ein ähnliches Element als Mini-Lautsprecher über dem Ohr. Dadurch sind die Ohren absolut frei und es gibt auch keine Probleme mit Allergien, Ohrenentzündungen oder auch nur einem „Satz heißer Ohren“ wie bei normalen Over- oder In-Ears.
Mit 8,3 g sind die Ohrhörer angenehm leicht und trotzdem sicher sitzend, da sie sich ja mit einem Bügel am Ohr abstützen und nicht nur im Ohr stecken wie normale In-Ears. Das Ladecase ist mit 57 g (ohne Hörer) etwas schwerer, aber auch größer als solche für In-Ears – wegen der Bügel. Die streitet sich zum Glück nicht mit einer Brille um den Platz auf dem Ohr; erst wenn auch noch eine Corona-Maske hinzukommt, wird es kompliziert. Doch das ist aktuell glücklicherweise kein Thema mehr.
Neben den Kopfhörern werden Ladecase, Ladekabel mit USB-C und USB-A an den Enden, Kurzanleitung auch auf Deutsch und die üblichen Garantieunterlagen mitgeliefert.
Die Openfit sind spritzwassergeschützt nach IP54. Multipoint, also das Verbinden mit mehreren Geräten, bieten sie im Gegensatz zu den Knochenschallmodellen nicht. Über das Berühren der Hörer sind Start/Stop/Vor/Zurück und Anrufe annehmen/ablehnen bedienbar. Die Lautstärke kann allerdings nicht am Kopfhörer verstellt werden, was wegen der fehlenden akustischen Abschirmung bei Lärm in der Umgebung notwendig werden kann.
Das Bluetooth-Pairing funktioniert unkompliziert, mit bis zu 7 Stunden Akkulaufzeit sind auch Marathonstrecken laufbar, zumindest als Spitzensportler. Wieder aufgeladen ist in weniger als einer Stunde, was aus dem Ladecase bis zu dreimal möglich ist, bevor dieses selbst wieder geladen werden muss. Das dauert dann zwei Stunden.
Ein Klangwunder konnte man bei der Knochenschall-Technik der bisherigen Shokz-Hörer nicht erwarten, was der Grund für Shokz war, mit dem Openfit diesen Pfad zu verlassen und auf normale Schallwandler umzusatteln. Tatsächlich ist die Umstellung in jeder Hinsicht ein Gewinn: Die Openfit liefern einwandfreie Bässe und Höhen, lediglich bei hohem Basspegel gehen die Treiber in die Begrenzung. Dann würde es aber ohnehin ungesund. Die Kopfhörer vibrieren auch nicht mehr, was manchem unangenehm war – und die Beschallung der Umgebung hat sogar abgenommen: Während die Knochenschallmodelle fürs ruhige Büro ungeeignet waren, ist der Openfit hier optimal, solange die Wiedergabe nicht zu laut eingestellt ist. Der Grund: Der Schall wird stark zu den Ohren gerichtet abgestrahlt und in andere Richtungen mit Gegenschall kompensiert – sozusagen ein umgekehrtes ANC (Active Noise Cancelling), das nicht die Umgebungsgeräusche für den Benutzer kompensiert, sondern die Abstrahlung des Nutzsignals in die Umgebung minimiert.
Ein kleiner Schwachpunkt wird nun hörbar: Der Klang ist so gut, dass man aptX vermisst, wenn man kein AAC-fähiges Android-Gerät hat. AAC haben die Openfit inzwischen sinnvollerweise, Apple-Nutzer haben also auf jeden Fall guten Klang. An einem Android-Gerät ohne AAC-Fähigkeit werden dagegen mangels aptX Artefakte hörbar. Bei den Vorgängermodellen war der Klang noch so eingeschränkt, dass der Standard-SBC-Codec ausreichte. Und es lohnt sich jetzt auch, Streaming-Quellen hoher Qualität wie Quboz zu nutzen. Doch auch Podcasts sind jetzt besser verständlich. Zudem gewinnen Spaziergänge in der Natur: Offene Ohren sind einfach entspannter. Nur die höhere Ohrenbelastung in lauter Umgebung wäre ein Grund, diesen Kopfhörer nicht zu nutzen.
Mit knapp 200 Euro Listenpreis sind die Shokz Openfit nicht so billig wie ihre Vorgänger, das Geld aber absolut wert. Straßenpreise liegen derweil bei etwa 120 Euro. Ein vergleichbares Produkt, das die Ohren frei lässt und trotzdem gut klingt, gibt es aktuell nicht. Alle anderen Kopfhörer müssen abgenommen oder in den Transparenzmodus geschaltet werden, um die Umgebung dann dennoch mehr oder weniger eingeschränkt wahrzunehmen.
Die Openfit sind Hörer, die man beim Radfahren, Joggen oder auch tatsächlich den ganzen Tag im Büro oder zu Hause tragen kann, ohne von der Umgebung abgekapselt zu sein. Telefonate anzunehmen oder Musik zu genießen, ist damit problemlos möglich, ohne sich dadurch unbeliebt zu machen, weil davon kaum etwas nach außen dringt. Nur wer intensive Bässe, High End-Klang oder ANC benötigt, weil er sich von seiner Umgebung abschotten will, sollte zu etwas Anderem greifen.
Preis-Leistungs-Tipp: Die Open-Ear-Kopfhöre Earfun Openjump überraschen im Test mit beeindruckenden Akkulaufzeiten und vielen Funktionen zum moderaten Preis.
Preis-Leistungs-Tipp: Die Open-Ear-Kopfhöre Earfun Openjump überraschen im Test mit beeindruckenden Akkulaufzeiten und vielen Funktionen zum moderaten Preis.
Besonders für Sportler und Verkehrsteilnehmer sind Open-Ear-Kopfhörer eine interessante Alternative zu klassischen In-Ear- oder Over-Ear-Modellen. Die Earfun Openjump reihen sich in dieses wachsende Segment ein und versprechen zum günstigen Preis eine ordentliche Leistung.
Anders als die Knochenschall-Technologie, die bei einigen Modellen von Shokz zum Einsatz kommt, setzen die Openjump wie die meisten anderen aktuellen Top-Open-Ear-Modelle auf Luftschallübertragung, bei der die Membran direkt vor dem Hörkanal sitzt. Dies soll eine bessere Audioqualität ermöglichen, während Umgebungsgeräusche dennoch wahrnehmbar bleiben. Wie sich die Earfun Openjump im Vergleich zu Konkurrenten wie den Soundcore Aerofit 2 oder den Shokz Openfit schlagen, zeigt unser Test.
Die Earfun Openjump setzen auf ein offenes Ohrdesign mit Titanlegierung. Jeder Ohrhörer wiegt 7,8 Gramm und sitzt mittels eines dünnen, flexiblen Silikonbügels am Ohr. Die Oberfläche der Open-Ear-Hörer mit dem Earfun-Schriftzug (welcher sich eher wie earfün liest) wirkt etwas unpassend und aufgesetzt. Im direkten Vergleich zu Konkurrenzmodellen wie den Soundcore Aerofit 2 oder Shokz Openfit erscheint das Design weniger hochwertig, kann aber mit seiner schlanken Bauform punkten.
Das Ladecase misst 2,6 cm in der Höhe, 7,3 cm in der Breite und 6,5 cm in der Tiefe bei einem Gewicht von 70 Gramm. Es ist zwar größer als das Case der Huawei FreeArc, aber immer noch kompakter als das der Soundcore Aerofit 2. Das Scharnier funktioniert einwandfrei, jedoch besteht das Case hauptsächlich aus Kunststoff, was haptisch weniger premium wirkt.
Die Verarbeitung der Openjump ist robust, das unterstreicht auch die IPX7-Zertifizierung, welche sie wasser- und schweißbeständig macht. Die Materialien der Ohrhörer machen einen stabileren Eindruck als die des Cases. Praktisch: Die dünnen und flexiblen Ohrbügel lassen sich an die individuelle Ohrform anpassen und sorgen für einen sicheren Halt.
Die Earfun Openjump sind mit 14,2-mm-Treibern ausgestattet, die für einen ordentlichen Bass sorgen. Zusätzlich bieten sie eine gerichtete Akustiktechnologie sowie räumliches Audio mit Kopfverfolgung.
Das offene Klangbild überzeugt, allerdings fällt der Bass im Vergleich zu In-Ear-Modellen erwartungsgemäß schwächer aus. Dies macht die Earfun Openjump zu einer guten Wahl für Podcasts und Hörbücher. Der über die App aktivierbare Theatermodus fügt dem Klangbild mehr Räumlichkeit hinzu und entpuppt sich im Test als die akustisch beste Option zum Musikhören. Hier wirkt der Klang ausgewogen, mit einem guten Verhältnis zwischen Höhen und Tiefen. Insgesamt bieten die Openjump für ihren günstigen Preis einen guten Sound.
Weniger überzeugend ist die Qualität bei Telefongesprächen. Unser Gesprächspartner nimmt unsere Stimme schnarrend und gedrungen wahr. Auch wir verstehen unser Gegenüber nur etwas dumpf. Eine klare Schwäche der Earfun Openjump.
Die Bedienung der Earfun Openjump erfolgt über Touch-Steuerungen. Ein einfaches Tippen passt die Lautstärke an, zweimaliges Tippen löst Play/Pause aus und dreimaliges Tippen wechselt den Track.
Die Touch-Steuerung reagiert etwas empfindlich, was zu unbeabsichtigten Eingaben führen kann. Glücklicherweise lassen sich die Ein-Klick-Funktion wie alle anderen Touch-Gesten auch über die App anpassen oder deaktivieren, was Fehlbedienungen minimiert. Allerdings gibt es wie bei allen anderen bisher von uns getesteten Open-Ear-Kopfhörern auch hier keine Trageerkennung, wodurch die Musik weiter läuft, auch wenn die Kopfhörer nicht mehr im Ohr sind.
Die Earfun Audio App ist für Android und iOS verfügbar und bietet zahlreiche Funktionen. Dazu gehören personalisierte Touch-Einstellungen, Batteriestandanzeige, eine 10-Band-EQ-Anpassung, 14 EQ-Voreinstellungen und 15 genrespezifische Einstellungen für verschiedene Musikrichtungen wie Hip-Hop oder Klassik.
Ungewöhnlich bei Open-Ears: Sie unterstützen den LDAC-Codec für hochauflösendes Audio, was jedoch den Multipoint-Modus deaktiviert. Zudem bieten sie Google Fast Pair für eine einfache Verbindung mit Android-Geräten.
Eine nützliche Funktion ist der integrierte Finder für verlorene Ohrhörer. Die Option „Mein Soundprofil“ kann die einzelnen Frequenzen an das eigene Gehör anpassen, was besonders für ältere Nutzer interessant ist, deren Gehör bestimmte Frequenzen nicht mehr optimal wahrnimmt.
Ein herausragendes Merkmal der Earfun Openjump ist ihre beeindruckende Akkulaufzeit. Die Ohrhörer halten bei mittlerer Lautstärke und AAC-Codec bis zu 11 Stunden pro Ladung durch. Mit dem Ladecase erreichen sie eine Gesamtlaufzeit von bis zu 42 Stunden, was selbst für längere Reisen oder intensive Nutzung ausreicht.
Die Openjump unterstützen sowohl USB-C- als auch kabelloses Laden via Qi. Praktisch ist die Schnellladefunktion: Schon 10 Minuten Ladezeit ermöglichen etwa 4 Stunden Wiedergabe. Die Ohrhörer selbst sind in etwa einer Stunde vollständig geladen, während das Ladecase über USB-C etwa eine Stunde und 45 Minuten benötigt.
Diese Akkulaufzeit übertrifft viele Konkurrenzmodelle im Open-Ear-Segment und stellt einen echten Pluspunkt der Earfun Openjump dar.
Die Earfun Openjump kosten aktuell auf Amazon 57 Euro. Damit positionieren sie sich im unteren Preissegment für Open-Ear-Kopfhörer.
Die Earfun Openjump positionieren sich als solide Open-Ear-Kopfhörer im günstigen Preissegment. Sie überzeugen durch ihre hervorragende Akkulaufzeit, den guten Tragekomfort und die umfangreichen Funktionen der begleitenden App. Der Klang ist für den Preis ordentlich, wobei der Theatermodus eine willkommene Verbesserung des räumlichen Klangerlebnisses bietet.
Abstriche müssen bei der Materialqualität des Ladecases, dem etwas weniger hochwertigen Design im Vergleich zu Premium-Konkurrenten und besonders bei der Telefonqualität gemacht werden. Die empfindliche Touch-Steuerung kann stören, lässt sich aber über die App anpassen.
Für Nutzer, die einen Open-Ear-Kopfhörer zum moderaten Preis suchen, der lange Akkulaufzeiten bietet und bei sportlichen Aktivitäten einen sicheren Sitz gewährleistet, sind die Earfun Openjump eine verlockende Option. Sie eignen sich besonders gut für Podcasts und allgemeine Musikwiedergabe, während Bassliebhaber und Vieltelefonierer möglicherweise besser zu anderen Modellen greifen sollten.
Die Anker Soundcore Aerofit 2 sind vielseitige Open-Ear-Kopfhörer mit außergewöhnlich gutem Sound, hohem Tragekomfort und umfangreichen App-Funktionen. Wir haben sie getestet.
Die Anker Soundcore Aerofit 2 sind vielseitige Open-Ear-Kopfhörer mit außergewöhnlich gutem Sound, hohem Tragekomfort und umfangreichen App-Funktionen. Wir haben sie getestet.
Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei und ermöglichen es, auch beim Musikhören die Umgebung wahrzunehmen. Mit den Aerofit 2 bringt Soundcore nun vielversprechende Open-Ear-Kopfhörer auf den Markt, die wir uns für diesen Test genauer angeschaut haben.
Die Anker Soundcore Aerofit 2 sind in den Farben Schwarz, Weiß, Blau und Grün erhältlich. Wir haben die schwarze Version zum Test, die sich optisch eher dezent und unauffällig zeigt. Die Kopfhörer sind komplett einfarbig. Sie sitzen am oberen Teil des Ohrs, wobei ein schmaler Silikonbügel den hinteren Akku-Teil mit dem vorderen Akustikteil verbindet. Der Akustikteil sitzt dabei direkt vor dem Gehörgang. Rein optisch wirken die Kopfhörer gerade an zierlichen Ohren etwas zu groß.
Die Verarbeitung der Aerofit 2 macht einen hochwertigen Eindruck, was auch die IP55-Zertifizierung bestätigt. Das Ladecase ist vergleichsweise dick und schwer. In unserem Fall ist es mattschwarz, Fingerabdrücke sind darauf nicht zu sehen. An der Rückseite befinden sich der USB-C-Ladeanschluss und ein Knopf zum Aktivieren der Bluetooth-Verbindung. Der Kunststoffdeckel wirkt jedoch nicht besonders hochwertig, das Scharnier ist aus Kunststoff statt Metall gefertigt.
Die Aerofit 2 sitzen bequem. Auch nach längerem Tragen spürt man sie kaum. Sie halten gut am Ohr, wenn auch nicht ganz so sicher wie etwa die Nothing Ear (Open). An den Ohrteilen befindet sich eine vierstufige Mechanik, um die Akustik optimal auf den eigenen Gehörgang auszurichten. Das soll sowohl die Klangqualität als auch den Halt verbessern.
Die Steuerung erfolgt über eine Touch-Oberfläche an den Ohrteilen. Wir bevorzugen zwar physische Knöpfe oder eine Bedienung per Druck. Die umfangreiche App erlaubt die vollständige, individuelle Belegung der Touch-Gesten – für viele ein wichtiges Feature. Zudem gibt es einen umfangreichen Equalizer mit vielen Presets. Wer möchte, kann im benutzerdefinierten 8-Band-Equalizer auch eigene Einstellungen vornehmen und speichern.
Die App bietet einen Latenzmodus für Gaming. Dazu kommt die Möglichkeit, die Lautstärke des linken und rechten Audiokanals für ein ausgewogenes Hörerlebnis anzupassen. Mit der „Gerät finden“-Funktion lässt sich ein verlorener Earbud durch ein akustisches Signal wiederfinden – und das deutlich lauter als bei vielen Konkurrenzmodellen.
Die Aerofit 2 verbinden sich per Bluetooth 5.4 mit dem Zuspieler und unterstützen Multipoint für die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten. An Codecs stehen AAC, SBC und der Hi-Res-Codec LDAC zur Verfügung.
Sitzt der Kopfhörer dank der verstellbaren Mechanik optimal vor dem Gehörgang, ist der Klang für einen Open-Ear-Kopfhörer außergewöhnlich gut. Der Sound wird über die Luft und nicht per Knochenschall übertragen. Die Aerofit 2 spielen insgesamt laut auf und bieten sogar einen spürbaren Bass – eine Seltenheit in dieser Gerätekategorie. Hier hat Soundcore hervorragende Arbeit geleistet. Bauartbedingt bekommt die Umgebung bei hoher Lautstärke der Kopfhörer einiges vom Inhalt mit.
Beim Telefonieren schneiden die Aerofit 2 richtig gut ab. Zwar hat der Gesprächspartner einen leicht halligen Effekt, aber weniger als bei vielen Konkurrenzmodellen. Umgebungsgeräusche werden zuverlässig herausgefiltert, auch wenn die eigene Stimme für das Gegenüber dann weniger gut verständlich ist.
Jeder Kopfhörer hat eine Kapazität von 70 mAh, der Akku im Ladecase fasst 750 mAh. Bei mittlerer Lautstärke sollen die Aerofit 2 sowohl beim Musikhören als auch beim Telefonieren rund 8 Stunden durchhalten. Mit dem Ladecase beträgt die Gesamtlaufzeit laut Anker etwa 42 Stunden. Diese Angaben können wir im Test bestätigen – die Kopfhörer halten wirklich sehr lange durch. Soundcore hat zudem eine Schnellladefunktion integriert und das Ladecase unterstützt kabelloses Qi-Laden. Ein Netzteil liegt nicht bei.
Die Anker Soundcore Aerofit 2 sind etwa bei Galaxus für 89 Euro erhältlich.
Die Anker Soundcore Aerofit 2 sind rundum gelungene Open-Ear-Kopfhörer, die in puncto Klang zu den allerbesten gehören. Sie überzeugen mit sattem, lautem Sound und sogar etwas Bass – eine Seltenheit bei offenen Kopfhörern. Auch der Tragekomfort ist hoch, die Verstellmechanik sorgt für optimalen Sitz und Klang. Die umfangreiche App bietet viele nützliche Funktionen wie eine individuelle Tastenbelegung und einen flexiblen Equalizer.
Kritikpunkte sind die Optik der etwas zu groß geratenen Earbuds, die empfindliche Touch-Steuerung und der weniger hochwertig wirkende Ladecase-Deckel. Insgesamt sind die Aerofit 2 aber eine klare Empfehlung für alle, die Open-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang suchen.
Die ersten Clip-On-Kopfhörer von Shokz sind leicht, kompakt und unterstreichen eindrucksvoll die Vorzüge des Open-Ear-Designs.
Die ersten Clip-On-Kopfhörer von Shokz sind leicht, kompakt und unterstreichen eindrucksvoll die Vorzüge des Open-Ear-Designs.
Open-Ear-Pionier Shokz hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich das Kopfhörer-Konzept in den letzten Jahren am Markt etablieren konnte. Fast jeder Hersteller aus der Branche hat seitdem mit mindestens einem Open-Ear-Kopfhörer nachgezogen. Vergleichsweise rar gesät ist dabei die besondere Clip-On- oder auch Ohrclip-Bauform. Bose und Huawei haben vorgelegt, nun versucht sich auch Shokz mit den Opendots One erstmalig daran. Wie gut das gelungen ist, zeigen wir im Test.
Unser erster Gedanke beim Blick auf die Shokz Opendots One: Da hat sich jemand an den Huawei FreeClip (Testbericht) orientiert. Zumindest optisch sind doch so einige Ähnlichkeiten zu bemerken. Das C-förmige Verbindungsstück fällt bei Shokz breiter aus, die Ohrhörer wirken dadurch nicht ganz so filigran. Sie wiegen mit 6,5 Gramm (im Vergleich zu 5 Gramm bei Huawei) auch etwas mehr, sind aber immer noch super leicht. Das bringt uns auch direkt zum Tragekomfort: Der ist – bis auf ein Detail – wirklich erstklassig. Schon nach kurzer Zeit vergisst man die Opendots One schlichtweg. Wir konnten damit problemlos einen ganzen Tag herumlaufen, ohne dass es störend unangenehm wurde.
Mit der Zeit machte sich lediglich ein leichtes Drücken bemerkbar. Beim Herausnehmen oder Arretieren wurde es etwas deutlicher. Dieser Punkt ist aber sehr individuell zu betrachten. Je nach Ohrform kann der Tragekomfort stark variieren und das Druckgefühl auch gar nicht wahrgenommen werden. Im direkten Vergleich mit klassischen In-Ears ist der Tragekomfort aber in jedem Fall angenehmer. Dafür steht ja ohnehin das Open-Ear-Konzept.
Noch ein paar Details: Die Shokz Opendots One gibt es zum Marktstart in Schwarz und Grau, wobei die graue Variante (unsere Testversion) eher ein cremiges Beige mit leicht rosa schimmernden Silberelementen ist. Die Verarbeitungsqualität ist durchweg gut. Das Etui wiegt 39 Gramm und ist noch schön kompakt. Durch IP54 sind die Ohrhörer gegen Schweiß und leichten Regen geschützt. Also absolut geeignet für (Outdoor-)Sport, sie fallen auch nichts unerwünscht ab. Zudem eignen sich die Opendots One für Brillenträger. Toll gemacht: Die Ohrhörer können flexibel am linken oder rechten Ohr getragen werden. Die Seite wird automatisch erkannt.
Kaum sind die Opendots One mit dem Smartphone gekoppelt, werden sie auch über die Begleit-App erkannt, die dann in wenigen Schritten durch die simple Bedienung direkt an den Ohrclips führt. Die Touch-Steuerung funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnung für uns zuverlässig. Die Gesten lassen sich über die App auch ein wenig personalisieren. Dazu gibt es vier Klang-Presets (Standard, Vocal, Privat und Bass), die gut ausgerichtet sind. Wer mag, kann aber auch über einen 5-Band-Equalizer individuelle Presets einrichten.
Die Opendots One verbinden sich über Bluetooth 5.4 und bieten zudem Bluetooth Multipoint für die Kopplung mit zwei Geräten gleichzeitig. Das ist ein klarer Pluspunkt für alle, die häufig zwischen Laptop und Smartphone wechseln wollen, zum Beispiel beim Lernen oder Arbeiten in einem Café. Bei den Codecs setzt Shokz lediglich auf SBC und AAC. Ein weiteres Highlight-Feature gibt es dann aber doch noch: die Unterstützung von Dolby Audio.
Shokz selbst gibt eine Wiedergabezeit von 10 Stunden pro Aufladung und bis zu 6,3 Stunden Gesprächszeit an. Für ein so kompaktes Design sind das ordentliche Werte, die sich tatsächlich auch recht nahe mit unserer Testerfahrung decken. Über das Ladecase sind bis zu 40 Stunden drin. Geladen wird über ein USB-C-auf-USB-C-Kabel, das im Lieferumfang enthalten ist. Nach 10 Minuten Ladezeit reicht es schon für bis zu zwei Stunden Betrieb. Insgesamt braucht es zwei Stunden, bis das Etui wieder vollständig geladen ist. Sollen nur die Ohrclips im Etui vollständig geladen werden, braucht es etwa eine Stunde. Toll: Kabelloses Laden über den Qi-Standard wird unterstützt. Hier braucht es dann insgesamt drei Stunden bis zur vollen Aufladung.
Das Wichtigste vorweg: In der Königsdisziplin Sound können uns die Shokz Opendots One durch die Bank weg überzeugen. Natürlich klingen Open-Ears allein durch ihr Baukonzept nie so voll wie In-Ear-Modelle. Aber mit Blick auf Open-Ears für sich, ist der Klang erstaunlich gut und rund. Die Mitten und Höhen sind sauber und selbst bei hoher Lautstärke noch gut ausgewogen. Zu unserer Überraschung setzt sich auch der Bass toll in Szene, womit ja gerade Open-Ears bislang so ihre Problemchen hatten. In leiser Umgebung und bei hoher Lautstärke kommen die Ohrclips von Shokz sogar beeindruckend nahe an In-Ear-Kopfhörer heran. Einen so guten Open-Ear-Klang hatten wir jedenfalls bislang noch nicht an die Ohren geklippt. Dazu die Unterstützung von Dolby Audio.
Nicht ganz so gut hat uns die Sprachqualität beim Telefonieren gefallen. Während wir unser Gegenüber gut verstehen konnten, wird die eigene Stimme – trotz vier verbauter Mikrofone mit KI-Geräuschunterdrückung – blechern und hallend übertragen. „Das ist nichts für längere Telefon-Konferenzen“, mussten wir uns sagen lassen. Für einen kurzen Plausch aber ausreichend.
Mit einem Preis von 177 Euro (Amazon) siedeln sich die Shokz Opendots One im Premium-Segment an. Es gibt sie in den Farben Schwarz oder Grau.
Die Opendots One legen für uns eine Punktlandung beim Clip-On-Konzept hin. Shokz hat seine Hausaufgaben erledigt und sich die Stärken und Schwächen der Konkurrenz-Modelle genauestens angeschaut. Bislang gibt es bei den noch rar gesäten Clip-on-Kopfhörern am Markt nämlich eher nur Spezialisten. So bieten etwa die Bose Ultra Open Earbuds (Testbericht) einen sehr guten Open-Ear-Sound, sie hängen im Vergleich aber doch recht bullig und auffällig am Ohr. Die Huawei Freeclip (Testbericht) hingegen sind filigran und leicht, müssen durch ihre besonders kompakte Bauweise allerdings Abstriche bei Klang und Akkulaufzeit hinnehmen.
Shokz schnappt sich hier gefühlt das Beste aus beiden Welten für die Opendots One. Sie bieten mindestens einen genauso guten Klang wie die Bose-Ohrclips, kopieren das filigrane Design von Huawei und bieten gleichzeitig die bessere Akkulaufzeit. Ganz ohne Schwächen sind sie aber auch nicht: Die App könnte gerne etwas umfangreicher sein, die Sprachqualität beim Telefonieren besser, der Tragekomfort hat noch Luft nach oben und einen Hi-Res-Codec hätte man auch noch reinpacken können. Das wünschen wir uns dann für die nächste Generation.
Sony steigt mit den Linkbuds Clip ins Clip-on-Segment ein. Die Open-Ear-Kopfhörer sitzen bequem und klingen ordentlich – doch die Bedienung hakt.
Sony steigt mit den Linkbuds Clip ins Clip-on-Segment ein. Die Open-Ear-Kopfhörer sitzen bequem und klingen ordentlich – doch die Bedienung hakt.
Das Clip-on-Design bei Open-Ear-Kopfhörern hat sich als eigene Unterkategorie etabliert. Bose hat mit den Ultra Open Earbuds vorgelegt, Huawei mit dem Freeclip nachgezogen. Jetzt ist Sony an der Reihe: Die Linkbuds Clip (WF-LC900) sind das erste Clip-on-Modell in Sonys Linkbuds-Reihe. Sie klemmen sich wie kleine Ohrringe ans Ohr, lassen den Gehörgang komplett frei und sollen im Alltag möglichst wenig stören. Klingt vielversprechend – doch im Test zeigen sich neben echten Stärken auch einige ärgerliche Schwächen.
Die Sony Linkbuds Clip setzen auf eine C-förmige Clip-Konstruktion. Ein flexibles, glänzendes Kunststoffband verbindet das kugelförmige Treibergehäuse mit dem Gegengewicht hinter dem Ohr. Das Ergebnis erinnert an einen futuristischen Ohrring. Mit nur 6,4 Gramm pro Earbud gehören die Linkbuds Clip zu den leichteren Open-Ear-Kopfhörern am Markt.
Sony bietet die Linkbuds Clip in vier Farben an: Schwarz, Grün, Greige (Grau-Beige) und Lavender. Allerdings wirkt die uns vorliegende Greige-Version optisch etwas unentschlossen. Das matte C-Band passt irgendwie nicht optimal zum kugelförmigen Gehäuse. Geschmackssache – aber im direkten Vergleich mit dem eleganteren Huawei Freeclips fehlt den Sony-Clips das gewisse Etwas.
Das flexible Band fühlt sich robust an, wirkt aber nicht übermäßig steif. Die IPX4-Zertifizierung schützt die Ohrhörer vor Spritzwasser und Schweiß – allerdings mit einer Einschränkung: Der Schallauslass ist davon ausgenommen. Das Ladecase selbst hat keinen Wasserschutz.
Das Ladecase der Linkbuds Clip fällt angenehm kompakt aus. Mit Maßen von etwa 50,4 × 50,4 × 32,6 mm und einem Gewicht von rund 42 g passt es problemlos in jede Hosentasche. Sony verwendet hier das gleiche Design wie bei anderen Linkbuds-Modellen. Das Scharnier wackelt minimal, und die Spaltmaße sind nicht perfekt – beides bewegt sich aber im normalen Rahmen. Die Earbuds halten magnetisch zuverlässig in ihren Ladeschächten. Kabelloses Laden per Qi unterstützt das Case nicht. Das bieten in dieser Preisklasse etwa die Anker Soundcore Aerofit 2 oder die Earfun Openjump.
Beim Tragekomfort spielen die Linkbuds Clip ganz vorn mit. Sie gehören zu den bequemsten Kopfhörern, die wir je getestet haben. Bereits nach wenigen Minuten am Ohr vergessen wir sie; ganztägiges Tragen ist problemlos möglich, ohne dass sich Ermüdung oder Druckstellen einstellen. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber klassischen In-Ear-Kopfhörern, die gerade bei empfindlichen Ohren nach einigen Stunden unangenehm drücken können.
Der Halt variiert je nach Ohrform. An mittelgroßen Ohren sitzen die Clips sicher und stabil. Für kleinere Ohren legt Sony Silikon-Kissen bei, die sich auf den Ring klippen lassen und die Stabilität verbessern. Für unsere Ohren war das nicht nötig. Die Linkbuds Clip vertragen sich gut mit Brillenbügeln.
Für leichte Aktivitäten wie Joggen oder Büroarbeit reicht der Halt aus. Bei intensivem Sport sitzen die Bose Ultra Open Earbuds allerdings fester am Ohr. Wer regelmäßig Sprints, HIIT-Training oder ähnlich heftige Bewegungen macht, sollte das berücksichtigen.
Die Steuerung der Linkbuds Clip erfolgt über einen Touch-Sensor am Band. Sony setzt auf ein Tap-System: Doppel-Tap für Play/Pause, Triple-Tap zum Überspringen, Vierfach-Tap für die Lautstärke und einfacher Tap zum Wechseln des Hörmodus. Klingt durchdacht, funktioniert in der Praxis aber nur mäßig.
Die Sensorfläche ist klein, und gerade bei Bewegung trifft man sie nicht immer exakt. Fehleingaben gehören zum Alltag. Mal springt ein Song vor, obwohl man nur die Lautstärke ändern wollte. Mal passiert gar nichts. Das nervt – besonders im Vergleich zu Modellen mit physischen Tasten wie dem Shokz Openrun Pro 2 oder den druckbasierten Bedienflächen der Nothing Ear (Open), die deutlich zuverlässiger reagieren.
Richtig ärgerlich: Die Touch-Bedienung lässt sich weder über die App anpassen, noch deaktivieren. Bei den Anker Soundcore Aerofit 2 oder den Earfun Openjump kann man die Gesten individuell belegen oder einzelne Funktionen abschalten. Sony bietet diese Möglichkeit nicht. Physische Tasten gibt es ebenfalls keine. Hier verschenkt Sony Potenzial.
Die Sony Sound Connect App steht für iOS und Android bereit. Sie bietet einen 10-Band-Equalizer mit Presets und der Möglichkeit, eigene Profile zu erstellen. Dazu kommen die Aktivierung von DSEE-Upscaling, die Einrichtung der Multipoint-Verbindung und die Auswahl des Hörmodus.
Weitere Features: 360 Reality Audio für räumlichen Klang mit kompatiblen Streaming-Diensten, Spotify Tap zum schnellen Starten der Musikwiedergabe und eine Benachrichtigungs-Vorlesefunktion via Google Gemini. Die App ist übersichtlich gestaltet, fällt im Funktionsumfang aber hinter der Konkurrenz zurück. Eine Anpassung der Touch-Steuerung fehlt. Auch eine Funktion, den Sound an das eigene Gehör anzupassen – wie sie etwa die Earfun Openjump mit „Mein Soundprofil“ bieten – sucht man vergebens.
Die Linkbuds Clip bieten drei Hörmodi: Standard für den Alltag, Voice Boost hebt für lautere Umgebungen die Mitten an und Sound Leakage Reduction reduziert die Abstrahlung nach außen. Im Standardmodus klingen die Kopfhörer klar und ausgewogen. Die Mitten sind präsent, die Höhen hell und detailliert. In ruhigen Räumen entfaltet sich eine angenehm offene Klangbühne.
Der Bass ist allerdings eine Schwachstelle. Die ganz tiefen Frequenzen fehlen nahezu komplett, und auch im mittleren Bassbereich bleibt nur etwas Wärme übrig. Der Equalizer in der App hilft etwas, schafft es aber nicht, echte Tiefe zu erzeugen. Im Vergleich zu den Anker Soundcore Aerofit 2 oder den Bose Ultra Open Earbuds, die für Open-Ear-Kopfhörer erstaunlich viel Bass liefern, fallen die Linkbuds Clip deutlich ab.
Die maximale Lautstärke fällt moderat aus. In lauten Umgebungen – etwa an einer belebten Straße – gehen Details im Klangbild verloren, weil Außengeräusche die Musik überdecken. Das ist bei Open-Ear-Kopfhörern prinzipbedingt, tritt hier aber deutlicher auf als bei den meisten Konkurrenten.
Auffällig: Die Linkbuds Clip strahlen vergleichsweise viel Schall nach außen ab. Sitzt jemand in einem ruhigen Büro neben einem, bekommt diese Person bei mittlerer Lautstärke schon einiges mit. Der „Sound Leakage Reduction“-Modus hilft, geht aber leicht zulasten der Klangqualität. Modelle wie die Bose Ultra Open Earbuds oder die Oneodio Openrock X halten den Schall besser beim Träger.
An Codecs unterstützen die Linkbuds Clip SBC und AAC. Hi-Res-Codecs wie LDAC oder aptX fehlen. Das ist bei einem Sony-Produkt in dieser Preisklasse überraschend – zumal die Earfun Openjump für deutlich weniger Geld LDAC mitbringen und die Bose Ultra Open Earbuds aptX Adaptive bieten.
Immerhin: Bluetooth Multipoint für die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten ist an Bord. Dazu kommen DSEE-Upscaling und 360 Reality Audio mit kompatiblen Diensten. Active Noise Cancelling gibt es nicht – bei Open-Ear-Kopfhörern ist dies aber auch selten.
Beim Telefonieren enttäuschen die Linkbuds Clip. Unser Gesprächspartner nimmt unsere Stimme blechern, dünn und zeitweise verrauscht wahr. Auch die Umgebungsgeräuschunterdrückung arbeitet nicht immer zuverlässig. Im Vergleich dazu liefern die Huawei Freearc eine deutlich bessere Gesprächsqualität beim Telefonieren – sie sind in dieser Disziplin die Referenz unter den von uns getesteten Open-Ear-Modellen. Auch die Anker Soundcore Aerofit 2 schneiden in diesem Bereich besser ab.
Sony gibt für die Linkbuds Clip eine Akkulaufzeit von bis zu 9 Stunden pro Ladung an. In der Praxis landen wir bei gemischter Nutzung – Musik, Podcasts, gelegentliche Telefonate – bei 6 bis 8 Stunden. Das ist ein ordentlicher Wert, der sich im Mittelfeld der Open-Ear-Kopfhörer einordnet.
Das Ladecase steuert bis zu 28 weitere Stunden bei. Insgesamt ergibt sich eine Gesamtlaufzeit von bis zu 37 Stunden. Die Ladezeit beträgt etwa 1,5 Stunden über USB-C am Case. Eine Schnellladefunktion fehlt. Kabelloses Laden per Qi unterstützt das Case nicht.
Die Sony Linkbuds Clip kosten aktuell 179 Euro bei expert.de. Damit positionieren sie sich im oberen Preissegment für Open-Ear-Kopfhörer. Die Bose Ultra Open Earbuds sind mit 199 Euro etwas teurer, bieten dafür aber besseren Klang und aptX Adaptive. Die Anker Soundcore Aerofit 2 kosten 99 Euro und liefern mehr Bass, LDAC und kabelloses Laden. Die Earfun Openjump gibt es bereits ab 65 Euro mit LDAC und längerer Akkulaufzeit.
Die Sony Linkbuds Clip überzeugen beim Tragekomfort. Sie gehören zu den bequemsten Open-Ear-Kopfhörern am Markt und eignen sich hervorragend für ganztägiges Tragen. Der Klang ist in ruhigen Umgebungen klar und ausgewogen, der Akku hält lange durch. Auch die Multipoint-Verbindung und 360 Reality Audio sind willkommene Features.
Doch Sony leistet sich unnötige Schwächen. Die Touch-Bedienung funktioniert unzuverlässig und lässt sich nicht anpassen. Der Bass bleibt dünn, Hi-Res-Codecs fehlen, und beim Telefonieren klingen die Linkbuds Clip blechern. Für knapp 200 Euro darf man mehr erwarten – zumal die deutlich günstigere Konkurrenz in vielen Punkten besser abschneidet. Wer primär Komfort sucht und auf Bass verzichten kann, findet hier einen soliden Begleiter. Alle anderen schauen sich besser bei Anker, Bose oder Earfun um.
Die Panasonic RB-F10 bieten soliden Open-Ear-Sound zum fairen Preis. Wir haben getestet, ob die kompakten Ohrhörer ohne App-Unterstützung im Alltag überzeugen.
Die Panasonic RB-F10 bieten soliden Open-Ear-Sound zum fairen Preis. Wir haben getestet, ob die kompakten Ohrhörer ohne App-Unterstützung im Alltag überzeugen.
Open-Ear-Kopfhörer erobern den Markt. Sie lassen den Gehörgang frei und ermöglichen es, Musik zu hören und gleichzeitig die Umgebung wahrzunehmen. Das macht sie ideal für Radfahrer, Jogger und alle, die im Alltag erreichbar bleiben wollen. Mit den RB-F10 steigt nun auch Panasonic in dieses wachsende Segment ein.
Bei Panaosincs Open-Ear-Kopfhörer RB-F10 gilt: Keine App, keine komplizierten Einstellungen, sondern simples Plug-and-Play. Für 62 Euro (Galaxus) bieten sie dennoch Bluetooth 5.4 und Multipoint-Funktion.
Die spannende Frage: Kann Panasonic mit dem reduzierten Funktionsumfang trotzdem überzeugen? Oder fehlt ohne App-Unterstützung und Equalizer einfach zu viel? Unser Test klärt, für wen die RB-F10 eine sinnvolle Alternative zu den etablierten Open-Ear-Modellen darstellen.
Die Panasonic RB-F10 verfolgen ein klassisches Open-Ear-Konzept. Die Ohrhörer liegen auf dem Ohr auf und halten über einen weichen, flexiblen Bügel. Der Akustikteil platziert sich dabei offen vor dem Gehörgang, ohne einzudringen.
Panasonic bietet die RB-F10 in Schwarz und Beige an. Das zweifarbige Finish wirkt unaufdringlich und dezent. Mit Abmessungen von 46 × 40,7 × 12,4 Millimeter pro Earbud fallen sie kompakt aus. Jeder Ohrhörer wiegt 8,7 Gramm.
Das Ladecase verdient besondere Erwähnung. Panasonic wählt eine ungewöhnliche vertikale Aufnahme der Earbuds. Was zunächst gewöhnungsbedürftig wirkt, entpuppt sich als durchdachte Lösung. Starke Magnete führen die Ohrteile zuverlässig in den richtigen Slot. Im Falltest bleiben die Ohrhörer deutlich sicherer im Case als bei vielen Konkurrenten. Das schlanke Gehäuse wiegt nur 36 Gramm und passt problemlos in jede Hosentasche.
Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck. Panasonic verwendet leichten, flexiblen Kunststoff mit Silikon-Grip für besseren Halt. Anzeichen von Billigbau finden sich keine. Die IPX4-Zertifizierung schützt vor Schweiß und Spritzwasser – ausreichend für Sport und leichten Regen, aber nicht für Schwimmen.
Die RB-F10 sitzen leicht und unauffällig am Ohr. Mit ihren 8,7 Gramm pro Seite vergisst man schnell, dass man sie trägt. Die flexiblen Silikon-Haken passen sich der individuellen Ohrform an und üben keinen unangenehmen Druck aus.
Auch nach mehreren Stunden Nutzung treten keine Reizungen oder Druckstellen auf. Die Bügel der RB-F10 kommen Brillenbügeln nicht in die Quere.
Beim Sport halten die Kopfhörer zuverlässig. Selbst beim Joggen verrutschen sie nicht. Die IPX4-Zertifizierung gibt zusätzliche Sicherheit bei schweißtreibenden Aktivitäten.
Die Steuerung der RB-F10 erfolgt ausschließlich über Touch-Sensoren auf beiden Earbuds. Einmaliges Tippen startet oder pausiert die Wiedergabe. Zweimal und dreimal Tippen regelt Lautstärke oder wählt den Titel – je nach Ohrseite unterschiedlich. Die Zuordnung und die empfindliche Berührungssteuerung erfordert Eingewöhnung und führt zu gelegentlichen Fehlbedienungen.
Hier schneiden Modelle mit physischen Tasten wie die Shokz Openrun Pro 2 besser ab. Auch die anpassbare Touch-Steuerung der Soundcore Aerofit 2 bietet mehr Komfort.
Der größte Unterschied zur Konkurrenz: Eine App gibt es nicht. Keine Equalizer-Anpassung, keine individuellen Tastenbelegungen, keine Firmware-Updates.
Panasonic setzt bewusst auf Einfachheit. Auspacken, via Bluetooth koppeln, loslegen. Das funktioniert reibungslos dank Bluetooth 5.4. Die Multipoint-Funktion erlaubt die Kopplung mit bis zu zehn Geräten und den schnellen Wechsel zwischen zweien.
In jedem Earbud der RB-F10 steckt ein 17 × 12 Millimeter großer Treiber. Die Verbindung läuft über Bluetooth 5.4 mit SBC- und AAC-Codec. Hi-Res-Codecs wie LDAC oder aptX fehlen.
Der Klang zeigt sich ausgewogen mit leichter Bassbetonung. Die Mitteltöne kommen klar und dynamisch rüber, rhythmische Tracks profitieren davon. Das Raumbild wirkt weit, wenn auch nicht messerscharf definiert. Details werden gut herausgearbeitet.
Schwächen gibt es bei den hohen Frequenzen. Sie klingen teilweise hart und phasig, wirken dünn und kantig. Auch der Tiefbass bleibt hinter Top-Modellen zurück. Für bass-intensive Genres wie Hip-Hop oder elektronische Musik sind die RB-F10 daher weniger geeignet.
Die Lautstärke lässt sich hoch aufdrehen. Dabei bleibt die Umgebung stets hörbar – genau wie es bei Open-Ear-Kopfhörern sein soll. Umgekehrt bekommen Umstehende bei hoher Lautstärke etwas vom Inhalt mit.
Beim Telefonieren arbeiten zwei Mikrofone pro Seite mit ENC-Technologie. Die Environmental Noise Cancellation filtert Umgebungsgeräusche für den Gesprächspartner heraus. Im Testanruf verstand uns unser Gegenüber okay, allerdings klang unsere Stimme etwas blechern und dünn. Die Huawei FreeArc schneiden hier deutlich besser ab – sie sind unsere Empfehlung für Vieltelefonierer.
Die Panasonic RB-F10 halten mit einer Ladung etwa 7 Stunden durch. Das gilt für die Nutzung mit AAC- oder SBC-Codec bei moderater Lautstärke. Zusammen mit dem Ladecase verlängert sich die Gesamtlaufzeit auf 25 Stunden – das Case liefert also 18 Stunden zusätzliche Energie.
Im Vergleich zur Konkurrenz liegt das im Mittelfeld. Die Earfun Openjump schaffen beeindruckende 11 Stunden pro Ladung und 42 Stunden gesamt. Die Soundcore Aerofit 2 kommen auf 8 Stunden ohne und 42 Stunden mit Case. Die Nothing Ear (Open) bieten ebenfalls 8 Stunden Einzellaufzeit, aber nur 30 Stunden gesamt.
Praktisch ist die Schnellladefunktion: 15 Minuten am Kabel reichen für eine Stunde Wiedergabe. Die vollständige Ladung von Earbuds und Case dauert 150 Minuten. Geladen wird über USB-C mit 5V und 500 mA.
Die Panasonic RB-F10 kosten aktuell 62 Euro (Galaxus). Damit positionieren sie sich am unteren Ende des Open-Ear-Segments.
Die Panasonic RB-F10 sind solide Open-Ear-Kopfhörer für Einsteiger. Sie überzeugen mit angenehmem Tragekomfort, kompaktem Ladecase und zuverlässiger Bluetooth-5.4-Verbindung inklusive Multipoint. Das durchdachte vertikale Case-Design und die gute Verarbeitung heben sie von typischen Budget-Modellen ab.
Der Klang ist ausgewogen, wenn auch nicht herausragend. Für Podcasts, Hörbücher und entspanntes Musikhören reicht er völlig. Bassliebhaber und Audiophile sollten zu Alternativen wie den Soundcore Aerofit 2 greifen. Die fehlende App-Unterstützung schränkt die Anpassungsmöglichkeiten ein – für manche ein Nachteil, für andere willkommene Einfachheit.
Wer günstige Open-Ear-Kopfhörer ohne Schnickschnack sucht, findet in den RB-F10 einen zuverlässigen Begleiter für Alltag und Sport.
Der Mojawa Run Plus trägt zwar den Laufsport im Namen, spezialisiert sich dank Knochenschall, wasserfestem IP68-Schutz und MP3-Feature aber mehr fürs Schwimmen.
Der Mojawa Run Plus trägt zwar den Laufsport im Namen, spezialisiert sich dank Knochenschall, wasserfestem IP68-Schutz und MP3-Feature aber mehr fürs Schwimmen.
Das Angebot an Knochenschall-Kopfhörern ist rar gesät und wird von Shokz dominiert, die hier jahrelang starke Pionierarbeit geleistet haben. Auch grätscht gerade das Open-Ear-Konzept mit klassischen Schallwandlern erfolgreich in die Nische hinein – mit einer deutlich besseren Klang-Performance. Bis auf den Schwimmsport gibt es im Grunde keinen echten Grund mehr, auf die reine Knochenschall-Technik zu setzen. Der Mojawa Run Plus probiert es dennoch gezielt beim Laufsport. Zu unserer Verwunderung, denn die aufgezählten Features sind die eines klassischen Schwimm-Kopfhörers. Der Test soll nun zeigen, was dahintersteckt – und ob sich Shokz ernsthaft Sorgen machen muss.
Der Mojawa Run Plus kommt in fünf Farben: Schwarz, Grau, Pink, Blau und Orange. Unser Testexemplar in Schwarz wirkt recht trist. Da gefallen uns die anderen Farbvarianten besser. Das Design ähnelt stark den vielen anderen Bügelkopfhörern mit Knochenschalltechnik. Es ist pragmatisch und schlicht zugleich. Der gummierte Nackenbügel ist ein wenig starr. Die Ohrbügel sind großzügig geschwungen und sollten um jedes noch so große Ohr passen. Halt und Tragekomfort sind richtig gut. Da verrutscht selbst bei intensiven Lauf-Sessions oder auch bei allen anderen Sportarten nichts. Dazu ist der Sport-Kopfhörer wasserdicht nach IP68 und kann auch bei starkem Regen oder gar beim Schwimmen (bis zu zwei Meter Tiefe) getragen werden.
Nach der Kopplung mit dem Smartphone wird der Mojawa Run Plus zuverlässig von der Begleit-App erkannt, die allerdings bei unserem Android-Gerät nur Probleme macht und schlicht nervt. Zum einen gibt es einen Registrierungszwang. Zum anderen reagiert die App enorm träge, hängt sich bei uns regelmäßig auf und ein Firmware-Update war auch nach dem zehnten Versuch einfach nicht möglich. Über ein iOS-Gerät gelang das Update schließlich. Auf iOS läuft die App auch ein wenig zuverlässiger. Grundsätzlich hat sie jedoch kaum etwas zu bieten. Hier können lediglich die Sprache der Kopfhöreransagen (Englisch oder Chinesisch) geändert, der Sprachassistent aktiviert oder deaktiviert werden und es gibt vier Sound-Presets auszuwählen (Standard, Schwimmen, Stimme und Verstärkt). Ein individuelles Preset kann nicht angelegt werden.
Die Bedienung direkt am Kopfhörer klappt hingegen gut. Über ein Touch-Feld am rechten Ohr lässt sich die Lautstärke regeln. Über einen Knopf an der linken Seite laufen die Mediensteuerung, der Wechsel zwischen Bluetooth- und MP3-Modus sowie das Ein- und Ausschalten beziehungsweise der Wechsel in den Kopplungsmodus. Die Steuerung lässt sich nicht anpassen.
Der Mojawa Run Plus verbindet sich über Bluetooth 5.3. Dank Bluetooth Multipoint geht das auch mit zwei Geräten gleichzeitig. An Codecs werden lediglich SBC und AAC geboten. Dazu gibt es noch einen MP3-Modus, der fürs Schwimmen sinnvoll ist, da sich eine Bluetooth-Verbindung verliert, sobald der Kopfhörer unter Wasser gerät. Hier stehen insgesamt 29 GB Speicherplatz zur Verfügung. An Formaten werden MP3, WAV, AAC, FLAC, M4A und APE unterstützt.
Mojawa selbst gibt eine Wiedergabezeit von bis zu 8 Stunden an. Dazu sollen nur 5 Minuten Laden über das beigelegte und magnetisch haltende USB-A-Ladekabel für 1,5 Stunden Laufzeit reichen. In unserem Test können wir beide Angaben für den Alltagsgebrauch so nicht bestätigen. Die Laufzeit liegt eher bei 4 bis 5 Stunden bei maximaler Lautstärke (die auch nötig ist, dazu gleich mehr). Für einen Akkustand, der für 1,5 Stunden reicht, waren dann eher 10 bis 15 Minuten Ladevorgang notwendig.
Beim Soundbild hinterlässt der Mojawa Run Plus in unseren Ohren ebenfalls keinen guten Eindruck. Natürlich unter der Prämisse, dass Kopfhörer mit Knochenschall-Übertragung grundsätzlich schwach klingen – insbesondere beim Bass. Bei diesem Modell kommen wir aber auf gar keinen grünen Zweig. Der Sound ist dünn und selbst bei maximaler Lautstärke noch zu leise. Auf eher kleinen Köpfen neigt der Kopfhörer zudem stark dazu, bei hoher Lautstärke und basslastiger Musik unangenehm kitzelnd zu vibrieren. Beim Klang-Preset Verstärkt, das die Bass-Performance und Lautstärke erhöhen soll, wird dieser äußerst störende Effekt dann auf die Spitze getrieben. Auch ist die Schallabstrahlung an die Umgebung hoch. Nebenstehende hören deutlich, was gerade gespielt wird.
Über die Sprachqualität beim Telefonieren braucht man ebenfalls nicht viel zu reden. Die eigene Stimme wird dumpf und roboterartig übertragen. Im Notfall passt das schon. Aber nicht für lange Unterhaltungen. Hier muss jedoch betont werden, dass das andere Knochenschall-Kopfhörer auch nicht besser hinbekommen.
Mit einem Preis von 130 Euro im deutschen Amazon-Store siedelt sich der Mojawa Run Plus im mittleren Preissegment an.
Das Wichtigste vorweg: Beim Mojawa Run Plus können wir keine Kaufempfehlung aussprechen. Vor allem nicht mit Blick auf den Preis. Dafür sind die Schwächen und Probleme bei Begleit-App und dem so wichtigen Thema Klang einfach zu schwerwiegend. Dazu die starke Knochenschall-Konkurrenz am Markt: Der Shokz OpenRun Pro 2 (Testbericht) ist ein deutlich besserer – wenn auch etwas teurerer – Kopfhörer speziell für den Laufsport, der zudem die Luft- und Knochenschall-Technik miteinander kombiniert. Gleiches gilt für den Einsatz beim Schwimmsport, für den sich der Mojawa Run Plus durch die gebotene Kombination aus Knochenschall-Übertragung, wasserfestem IP68-Schutz und MP3-Feature ohnehin am besten eignet. Aber auch hier raten wir lieber zu einem Modell von Shokz, die bei der Knochenschall-Technik souveräner abliefern.
Die 1More Fit SE überraschen als kompakte Open-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang und langer Akkulaufzeit. Kleine Abstriche sind jedoch zu machen.
Die 1More Fit SE überraschen als kompakte Open-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang und langer Akkulaufzeit. Kleine Abstriche sind jedoch zu machen.
Der überwiegende Großteil von Kopfhörern, die es heutzutage so zu kaufen gibt, orientiert sich an einem der drei üblichen Formate: Over-Ear, On-Ear und In-Ear. Selten kommt es vor, dass uns Mischungen oder ganz neue Formate über den Schreibtisch zum Testen wandern. Beim 1More Fit SE ist das mal wieder der Fall. Die Kopfhörer begeistern mit einer relativ selten gesehenen, aber nicht weniger sinnvollen Art des Musikgenusses über zwei kleine Lautsprecher, die ohne jegliche Silikonaufsätze ganz locker auf dem Ohr aufliegen. Diese junge Kategorie nennt man auch Open-Ear-Kopfhörer.
Die 1More Fit SE eignen sich bestens für den Sport im Freien. Welche Vor- und Nachteile diese Art der Kopfhörer noch haben kann, was die Fit SE richtig machen und was nicht – haben wir in unserem Testbericht zusammengefasst.
Die Kopfhörer kommen in einer Ladebox daher – das kennen wir auch von anderen Modellen, das ist das übliche Vorgehen bei solchen Geräten. Üblich ist es auch, die Kopfhörer in eine möglichst kompakte Ladebox zu verstauen, damit sie problemlos in die Hosentasche passen, wenn man sie mitnehmen möchte. An diese Regel hat sich der Hersteller bei den 1More Fit SE leider nicht gehalten – das pillenförmige Ladecase aus Kunststoff ist in unseren Augen etwas groß geraten, und nicht alles davon kann man auf die Größe der Earbuds selbst schieben.
Das war es aber auch bei den Designentscheidungen, die wir beanstanden können – denn alles andere funktioniert ohne Probleme. Die Kopfhörer sind in schlichtem Schwarz gehalten, die flachen Seiten bieten Touch-Flächen. Die Ohrbügel selbst sind aus relativ weichem Gummikunststoff gefertigt und ausreichend flexibel. Insgesamt ist die Verarbeitung top, dank der Status-LED auf der Vorderseite des Cases wissen wir immer, wie voll der Akku des Kopfhörers aktuell ist. Der Sound wird durch je einen kleinen Lautsprecher pro Seite ins Ohr befördert, die Hörmuschel dient hierbei auch als Schallkörper.
Zum Tragekomfort gibt es einiges zu sagen. Denn wir haben gemerkt: Es hängt sehr vom persönlichen Empfinden und der Toleranz gegenüber Objekten am eigenen Ohr ab, wie angenehm und komfortabel man die Kopfhörer findet. Wir haben die Earbuds mehreren Personen zum Probetragen in die Hände gedrückt. Der Großteil der Tester hatte kein Problem mit dem offenen Design – das gesamte Gewicht der Ohrstücke, die jeweils rund 10 Gramm wiegen, wird hier zwar von den Ohren getragen, aber dank der Bügel gut verteilt. Es gab jedoch ein paar Personen, die das Format des Kopfhörers aufgrund des nicht zu ignorierenden Drucks der Bügel auf das Hinterohr etwas gestört haben. Hier empfehlen wir, am besten die Kopfhörer selbst auszuprobieren und für ein paar Stunden zu tragen.
Die Bedienung der Soundwiedergabe erfolgt relativ schmerzfrei über die insgesamt zwei Touchflächen an den Seiten der Kopfhörer. Standardmäßig startet oder stoppt das Doppeltippen auf einer der beiden Seiten die Wiedergabe, mit dreifachem Tippen löst man den Sprachassistenten aus. Leider gibt es keine Geste für Tippen und längeres Drücken des Kopfhörers, sodass die Steuerungsoptionen relativ eingeschränkt sind. In der 1More-App ermöglicht es, die Steuerungsgesten neu zu belegen, einen Equalizer einzurichten und White Noise zur Entspannung abzuspielen. Die App ist ordentlich aufgebaut und funktioniert relativ tadellos.
Es ist schwer zu verorten, wonach sich Open-Ear-Kopfhörer wie die 1More Fit SE eher anhören – In-Ear oder Over-Ear-Kopfhörern. Es handelt sich schließlich um kleine Lautsprecher vor dem Ohr, wie es bei In-Ears der Fall ist – sie werden aber nicht in den Gehörgang gesteckt. Im Vergleich zu einem Over-Ear-Kopfhörer sind die verbauten 14,2-Millimeter-Treiber winzig. Das hält sie aber nicht davon ab, überraschend gut zu klingen: Wer Angst hat, dass die Kopfhörer etwa zu wenig Bass draufhaben oder sich blechern anhören, kann beruhigt sein. Der Klang ist zwar nicht ganz ausgewogen, aber das ist hier nicht der Anspruch – er ist angenehm, recht voll, warm und absolut massentauglich.
Natürlich vermissen wir Details, etwa in den Höhen – auch die Mitten sind vergleichsweise etwas zurückhaltend. Aber alles in allem geben die Fit SE ein echt solides Sound-Gesamtpaket ab und können unter diesem Gesichtspunkt problemlos mit In-Ear-Kopfhörern der gleichen Preisklasse mithalten.
Nicht überraschen dürfte, dass die 1More Fit SE als Open-Ear-Kopfhörer keine aktive Geräuschunterdrückung bieten (und übrigens auch keine passive – alle Geräusche von der Außenwelt werden ungehindert durchgelassen). Die Wiedergabe wird auch nicht automatisch pausiert, wenn man einen oder beide Kopfhörer vom Ohr nimmt. Verbaut ist Bluetooth 5.3, jedoch nur mit dem minderwertigeren AAC-Codec. Wer nach aptX oder LDAC sucht, wird hier nicht fündig.
Die Akkulaufzeit der 1More Fit SE ist solide: Die jeweils 80 Milliamperestunden (mAh) großen Akkuzellen in den Earbuds reichen problemlos für 9 bis 10 Stunden Musikhören am Stück. Mit dem Case verlängert sich diese Laufzeit auf bis zu 30 Stunden. Das Wiederaufladen der einzelnen Ohrhörer dauert rund 90 Minuten, das Case selbst kann man mittels USB-C in rund zwei Stunden wieder aufladen.
Die 1More Fit SE kosten normalerweise rund 80 Euro bei Amazon. Derzeit bekommt man die Open-Ear-Kopfhörer schon für 42 Euro (Coupon im Wert von 18 Euro anwählen), angesichts der adäquaten Leistung ist das ein wirklich fairer Preis. Als Farben stehen Schwarz und Weiß zur Auswahl.
Es gibt weniges, worüber wir uns bei den 1More Fit SE beschweren können. Wir hätten uns ein etwas kleineres Case, bessere Audiocodecs wie aptX oder LDAC oder eine etwas umfangreichere Einstellungsmöglichkeit für die Touch-Steuerung gewünscht. Diese kleinen Mankos gleichen die Open-Ear-Kopfhörer mit ihrem tollen Klang, großartiger Akkulaufzeit und schlichtem Design sowie spitzenmäßigem Preis-Leistungs-Verhältnis allerdings problemlos wieder aus. Die Kopfhörer eignen sich dank ihrer Bauweise für so einiges – Sport oder Fahrradfahren (aufgrund der Notwendigkeit eines Hörsinns im Straßenverkehr) zählen dazu.
Die Blitzwolf BW-BTS9 sind robuste Knochenschall-Kopfhörer, die dank IP68-Zertifizierung auch zum Schwimmen geeignet sind. Dabei kosten sie nur 33 Euro. Wir haben getestet, was sie können.
Die Blitzwolf BW-BTS9 sind robuste Knochenschall-Kopfhörer, die dank IP68-Zertifizierung auch zum Schwimmen geeignet sind. Dabei kosten sie nur 33 Euro. Wir haben getestet, was sie können.
Knochenschall-Kopfhörer übertragen den Schall nicht über die Luft ins Ohr, sondern über Vibrationen durch die Schädelknochen direkt ins Innenohr. Das hat den Vorteil, dass sie auch unter Wasser funktionieren, wo normale Kopfhörer versagen. Mit den BW-BTS9 hat Blitzwolf nun ein besonders robustes und wasserdichtes Modell im Angebot, das wir uns genauer angeschaut haben.
Optisch erinnern die Blitzwolf BW-BTS9 mit ihrem Nackenband stark an die bekannten Shokz Openrun. Sie wirken eher unauffällig und funktional, tragen aber erfreulicherweise nicht zu stark auf dem Ohr auf.
Die Verarbeitung ist hochwertig, mit viel Silikon und einem robusten Titanrahmen. Selbst, wenn man sich auf sie draufsetzt, nehmen sie keinen Schaden. Die IP68-Zertifizierung macht die Kopfhörer komplett wasserdicht und damit auch zum Schwimmen geeignet – eine Seltenheit in dieser Preisklasse. Leider liegt keine Transporttasche bei.
Der Halt der Kopfhörer ist ausgezeichnet. Mit nur 22 g sind die BW-BTS9 angenehm leicht. Egal, ob beim Laufen, Leichtathletik oder Schwimmen – sie sitzen bombenfest und verrutschen nicht. Allerdings waren sie für unsere Ohren etwas zu eng, was auf Dauer unangenehm wurde.
Die Bedienung erfolgt über drei physische Knöpfe für An/Aus, Start/Stopp, Lautstärke und Titelsprung. Damit lässt sich auch zwischen Bluetooth 5.3 und dem MP3-Modus wechseln. Letzterer funktioniert im Gegensatz zu Bluetooth auch unter Wasser.
Der interne Speicher fasst 32 GB für MP3-Dateien. Unser Macbook erkennt die Kopfhörer zur Datenübertragung nicht, mit Windows haben wir es nicht probiert. Zwei vorinstallierte chinesische Songs ließen sich aber problemlos ohne Bluetooth-Verbindung abspielen.
Eine zugehörige App gibt es nicht, entsprechend auch keine Möglichkeit zur individuellen Tastenbelegung oder Klangeinstellung per EQ.
Für den Klang sorgt ein 13-mm-Knochenschall-Treiber mit SBC- und AAC-Codec. Dank der Knochenschall-Technik ist der Sound auch mit Ohrstöpseln oder zugehaltenen Ohren noch gut hörbar – wichtig für die Nutzung unter Wasser.
Die Klangqualität ist durchschnittlich. Für Podcasts reicht es, aber Musik klingt deutlich flacher als bei guten Open-Ear-Modellen mit Luftschallübertragung. Die Maximallautstärke ist recht hoch, allerdings vibrieren die Kopfhörer dann spürbar im Takt des Basses und kitzeln den Tester an der Schläfe.
Im Telefonietest versteht uns unser Gesprächspartner eher schlecht und etwas dumpf, insgesamt aber noch akzeptabel. Laute Umgebungsgeräusche werden zwar herausgefiltert, das geht jedoch zulasten der Stimmübertragung.
Der Akku soll laut Hersteller für 10 Stunden Wiedergabe reichen. Mit einer Kapazität von 120 mAh ist das realistisch. Geladen wird über einen beiliegenden Adapter, ein USB-C-Anschluss fehlt leider. Die Ladedauer beträgt 2 Stunden.
Mit einem Preis ab 33 Euro sind die Blitzwolf BW-BTS9 ausgesprochen günstig.
Die Blitzwolf BW-BTS9 sind solide Knochenschall-Kopfhörer zum Schnäppchenpreis. Ihre größten Stärken sind die robuste, wasserdichte Bauweise und der feste Sitz, die sie zu einem guten Begleiter beim Schwimmen machen. Auch die Möglichkeit, Musik ohne Bluetooth direkt vom internen Speicher abzuspielen, ist bei der Nutzung im Wasser praktisch.
Bei Klang und Tragekomfort gibt es Minuspunkte. Für anspruchsvolle Musikgenießer sind sie weniger geeignet, aber wer vor allem Podcasts hört und einen zuverlässigen Begleiter für den Badesee oder das Schwimmbad sucht, der macht mit den BW-BTS9 nicht viel falsch– vor allem angesichts des günstigen Preises.
Als Open-Ear-Kopfhörer locken die Honor Earbuds Open auf dem Papier mit hohem Tragekomfort, nützlichen KI-Features und gutem Sound. Der Test zeigt, dass sie gerade bei letzterem nicht liefern.
Als Open-Ear-Kopfhörer locken die Honor Earbuds Open auf dem Papier mit hohem Tragekomfort, nützlichen KI-Features und gutem Sound. Der Test zeigt, dass sie gerade bei letzterem nicht liefern.
Open-Ear-Kopfhörer vereinen das Versprechen von tollem Klang und maximalem Komfort, ohne Abstriche bei der Sicherheit, etwa beim Fahrradfahren, zu machen. Denn Umgebungsgeräusche bleiben mit den Open-Ears stets wahrnehmbar. Honor hat mit den Earbuds Open ein eigenes Modell ins Rennen geschickt, das mit einem Preis von 150 Euro (Amazon) zumindest bezüglich der Kosten ganz weit oben mitspielt. Dafür verspricht der Hersteller ein herausragendes Klangerlebnis dank 16-mm-Treiber, optimierten Tragekomfort und nützlichen Features wie Multipoint-Connection und einen KI-Übersetzer. Wie gut – oder eben nicht gut – das Konzept aufgeht, zeigt unser Testbericht.
Honor bietet die Earbuds in den Farben Weiß und Schwarz an, wobei sich das Design zu großen Teilen am Standard für Open-Ear-Kopfhörer orientiert: Die Earbuds Open bestehen aus einem Ohrstück und einem biegsamen Bügel aus Silikon. An der Außenseite des Ohrstücks befindet sich eine glänzende Metallplatte, über deren Touch-Oberfläche wir die Kopfhörer bedienen.
Optisch trifft die gesamte Konstruktion zusammen mit dem Ladecase, besonders in Weiß, nicht unseren Geschmack. Aber darüber lässt sich hervorragend streiten. Wer sich für das weiße Modell entscheidet, bekommt eine Hülle mit einem Innenleben aus hautfarbenem Kunststoff. Die darin liegenden Earbuds erinnern dann eher an Hörgeräte als an die edlen Kopfhörer, als die Honor sie uns anpreist.
Das Case besteht aus Kunststoff, aber die Oberfläche erinnert an raues Leder. Eine kleine LED informiert über den Ladezustand von Case und Kopfhörern, während sich der Anschluss für ein USB-C-Ladekabel auf der Rückseite befindet, das allerdings nicht im Lieferumfang enthalten ist. Das Scharnier der Hülle macht ebenso wie das Ladecase selbst einen ordentlich verarbeiteten Eindruck. Die Hülle ist robust genug, um Stürze aus anderthalb Metern Höhe auf Steinboden zu überstehen, aber die Kopfhörer fallen dann aus dem geöffneten Case. Die Kopfhörer sind nach IP54-Standard gegen Schmutz und Spritzwasser geschützt.
Honor bewirbt explizit den hohen Tragekomfort der Earbuds Open. Im Test können die Kopfhörer in dieser Hinsicht überzeugen: Mit einem Gewicht von 7,9 Gramm sind die Earbuds angenehm leicht, sitzen aber durch die Konstruktion des Ohrbügels gleichzeitig fest an der Ohrmuschel, ohne unangenehm zu drücken. Dabei schmiegen sich die Kopfhörer sowohl an kleine als auch an größere Ohren gut an und verrutschen selbst dann nicht, wenn man den Kopf heftig schüttelt. Für sportliche Aktivitäten wie Joggen oder Fitness sind die Earbuds Open bestens geeignet.
Bei der Akkulaufzeit muss man ebenfalls Abstriche machen, denn die liegt laut Herstellerangaben lediglich bei sechs Stunden. Mit Ladecase erhöht sich die Betriebsdauer auf 22 Stunden, wobei das Aufladen der Earbuds 75 Minuten dauert. Die Akkulaufzeit, die wir bei mittlerer Lautstärke in unserem Test bestätigen können, liegt damit für Kopfhörer dieser Art eher im unteren Bereich. Besser schneiden hier etwa die Nothing Ear (Open) mit acht Stunden ab.
Bei der Bedienung der Earbuds Open entscheidet sich Honor für eine Kombination aus Touch- und Wischgesten, was im Test erstaunlich gut funktioniert. Per Wischgeste können wir die Lautstärke regulieren, per einfacher oder mehrfacher Berührung pausieren und starten wir die Wiedergabe oder wechseln zwischen mehreren Titeln hin und her. Auch das ANC können wir über das Touch-Panel aktivieren. Versehentliches Berühren der Earbuds führt im Test selten zu Fehleingaben, auch sonst reagieren die Kopfhörer ohne Latenz auf unsere Befehle.
Für den vollen Funktionsumfang der Earbuds Open muss man die App HONOR AI Space installieren, die man kostenlos im Google Play Store oder im Apple App Store herunterladen kann. Die App setzt ein Nutzerkonto voraus, für das man sich mit einer E-Mail-Adresse registriert. Eine Anmeldung per Google-Konto oder vergleichbarem Account ist nicht möglich.
Die Kopplung der Earbuds mit dem Wiedergabegerät, etwa dem Smartphone, funktioniert via Bluetooth 5.2 und auch ohne die App. Anschließend kann man in der App die Umgebungsgeräuschunterdrückung beim Telefonieren konfigurieren, die Multipoint-Connection nutzen oder den KI-Übersetzer aktivieren. Letzterer funktioniert nur in Kombination mit der App. Wir können dabei aus mehreren Sprachen wählen, darunter Chinesisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Russisch und Türkisch.
Über die App können wir den zu übersetzenden Text einsprechen oder über die Tastatur eingeben und die Übersetzung dann anzeigen und vorlesen lassen. Dabei gibt es die Option, die Übersetzung nur über die Kopfhörer oder simultan über die Kopfhörer sowie die Lautsprecher des Smartphones auszugeben. In der Praxis funktioniert die KI-Übersetzung ähnlich gut wie Googles Translator, bietet aber keinen signifikanten Vorteil gegenüber bestehenden Lösungen.
Zusätzlich zum Übersetzer bietet die App auch einen Equalizer, der den Namen allerdings nicht wirklich verdient. Wir können nämlich nur zwischen zwei Tonmodi wählen: „Original“ und „Trainingsverstärker“. Einen echten Equalizer zum benutzerdefinierten Anpassen der Höhen und Tiefen gibt es nicht. Noch dazu unterscheiden sich die Soundmodi kaum hörbar voneinander.
Denn der Klang der Honor-Kopfhörer stellt sich im Test zwar als solide, aber nicht überragend heraus. Bei gesprochenen Inhalten wirkt der Sound recht warm, aber teilweise auch etwas kratzig. Letzteres fällt besonders bei scharfen S-Lauten ins Gewicht, wodurch die Earbuds Open in den Höhen fast schon schrill klingen. Insgesamt machen sie bei durchschnittlicher Lautstärke in Podcasts, Hörbüchern und Co. aber einen ordentlichen Eindruck.
Der kratzige Unterton zeigt sich vor allem bei der Wiedergabe von Musik. Im Fall von Pink Floyds „Time“ erreicht er bei den Gitarrenriffs einen unangenehmen Höhepunkt. Der Gesang derweil bleibt merkwürdig fad und blass, ohne angemessenes Volumen. Derselbe Eindruck ergibt sich auch bei Rage Against The Machines „Know Your Enemy“. Hier bleiben die Gitarren kratzig und schrill, fast blechern, und die Lyrics seltsam verwaschen. Auch ein Test der Performance bei Percussions mit Buena Vista Social Clubs „Chan Chan“ überzeugt uns nicht, denn zu den verwaschenen, blassen und teils schrillen Höhen gesellen sich dumpfe und schwache Bässe. Ein umfangreicher Equalizer hätte hier möglicherweise Abhilfe schaffen können. So enttäuscht der Sound der Honor Earbuds Open.
Honor gibt an, dass die Kopfhörer störende Geräusche wie Wind oder Gespräche in Innenräumen unterdrücken. Das funktioniert im Praxistest gut. Auch beim Telefonieren filtern die Kopfhörer mögliche Störgeräusche, sodass wir bei unserem Gesprächspartner gut verständlich ankommen. Mit lauten Geräuschen wie vorbeifahrenden Autos oder Baulärm kommen die Kopfhörer aber weniger gut klar.
Die Earbuds Open kosten bei Amazon 150 Euro. Der Preis ist also höher als bei unserem Testsieger Anker Soundcore Aerofit 2.
Die Klangqualität der Honor Earbuds Open kann im Test nicht überzeugen. Zwar erwartet man von einem Modell dieser Bauweise nicht denselben hochwertigen Sound wie von einem geschlossenen Hifi-Kopfhörer, aber Modelle wie der Anker Soundcore Aerofit 2 oder der Nothing Ear (Open) zeigen deutlich, wie es besser geht. Dazu kommt der im Vergleich zur genannten Konkurrenz doch recht hohe Preis, die niedrige Akkulaufzeit, der fehlende echte Equalizer und das teils gewöhnungsbedürftige Design. Der gute Tragekomfort kann den Gesamteindruck dann auch nicht mehr retten, sodass wir für die Honor Earbuds Open nur eine eingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen können.
Die Baseus Eli Sport 1 sind leistungsstarke Open-Ear-Kopfhörer, die mit tollem Klang, hohem Tragekomfort und einer langen Akkulaufzeit gefallen – und das zu einem erstaunlich günstigen Preis. Wir haben sie getestet.
Die Baseus Eli Sport 1 sind leistungsstarke Open-Ear-Kopfhörer, die mit tollem Klang, hohem Tragekomfort und einer langen Akkulaufzeit gefallen – und das zu einem erstaunlich günstigen Preis. Wir haben sie getestet.
Wer nach hochwertigen Open-Ear-Kopfhörern sucht, muss nicht zwangsläufig tief in die Tasche greifen. Das beweisen die Baseus Eli Sport 1, die trotz ihres vergleichsweise niedrigen Preises von 50 Euro bei Amazon eine Menge zu bieten haben. Ob sie auch in der Praxis überzeugen, zeigt unser Test.
Die Baseus Eli Sport 1 sind angenehm leicht und bequem zu tragen. Mit nur 8,2 g pro Ohrhörer spürt man sie auch bei längerem Tragen kaum. Das schlanke Design mit flexiblen Ohrbügeln aus Titan-Memory-Draht passt im Test genau zu unserer Ohrform und halten dort auch bei heftigeren Bewegungen sicher an Ort und Stelle. Sollten sie an einem Ohr dazu neigen, zu verrutschen, legt Baseus einen zusätzlichen Nackenbügel bei.
Die Verarbeitung der Kopfhörer macht einen soliden Eindruck. Dank IPX4-Zertifizierung sind sie gegen Schweiß und Regen geschützt und damit für den Einsatz beim Sport oder bei wechselhaftem Wetter geeignet.
Trotz ihres günstigen Preises überraschen die Baseus Eli Sport 1 klanglich. Die 16,2 mm großen Treiber liefern für einen Open-Ear-Kopfhörer erstaunlich guten Sound. Wenn der Sitz am Ohr stimmt, bieten sie gar spürbare Bässe und klare Höhen.
Auch bei höherer Lautstärke bleibt der Klang klar. Dank des offenen Designs nimmt man dabei trotzdem noch genug von seiner Umgebung wahr, um sicher zu bleiben. Bauartbedingt hört die Umgebung unter Umständen mit. Im Telefonietest hört uns das Gegenüber nur mit deutlichem Halleffekt.
Die Touch-Bedienelemente der Eli Sport 1 reagieren nicht ganz so präzise wie bei teureren Modellen, erfüllen aber ihren Zweck. Über Touch-Gesten lässt sich die Musikwiedergabe steuern sowie Anrufe annehmen oder beenden.
Die App erlaubt die Anpassung der Touch-Steuerung. Außerdem gibt es einen Equalizer mit Presets und eine Option, verlorene Earbuds über ein Geräusch zu finden.
Ein Highlight der Baseus Eli Sport 1 ist die lange Akkulaufzeit. Mit einer Ladung halten die Kopfhörer bis zu 7,5 Stunden durch. Zusammen mit dem Ladecase sind insgesamt 30 Stunden Wiedergabe möglich.
Mit einem Preis von 50 Euro bei Amazon sind die Baseus Eli Sport 1 vergleichsweise günstig.
Die Baseus Eli Sport 1 sind eine gute Wahl für alle, die ordentliche Open-Ear-Kopfhörer suchen, ohne dafür ein Vermögen ausgeben zu wollen. Sie gefallen dank vernünftigem Klang, hohem Tragekomfort und einer beeindruckenden Akkulaufzeit von bis zu 30 Stunden. Die IPX4-Zertifizierung macht sie zu einem zuverlässigen Begleiter beim Sport und bei jedem Wetter. Einziger kleiner Schwachpunkt ist die nicht ganz so präzise Touch-Bedienung – angesichts des günstigen Preises von 50 Euro bei Amazon ist das verschmerzbar. Unter dem Strich bieten die Eli Sport 1 ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind damit eine Empfehlung für preisbewusste Käufer.
Open-Ear-Pionier Shokz schlägt mit dem Openrun Pro 2 eine Brücke zwischen Luft- und Knochenschall-Technik. Wir verraten im Test, warum dieser Kniff gerade beim Outdoor-Sport so beflügelt.
Open-Ear-Pionier Shokz schlägt mit dem Openrun Pro 2 eine Brücke zwischen Luft- und Knochenschall-Technik. Wir verraten im Test, warum dieser Kniff gerade beim Outdoor-Sport so beflügelt.
Knochenschall-Kopfhörer sind insbesondere beim Schwimm- oder Outdoor-Sport sehr beliebt. Der Gehörgang bleibt frei und die Umgebung stets präsent. Gerade beim Lauf- oder Radsport im Straßenverkehr ist das ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Allerdings hat die Knochenschall-Technik ein großes Klang-Manko: Tiefere Frequenzbereiche lassen sich nicht gut über den Knochen transportieren, weshalb wuchtige Bässe hier grundsätzlich auf der Strecke bleiben. Mit dem Openrun Pro 2 will Shokz diesen klanglichen Nachteil nun verschärft ausbügeln.
Der Trick: Zur speziellen Knochenschall-Technik gesellt sich das neuartige Open-Ear-Designkonzept mit Luftschall-Übertragung, wie es beispielsweise beim Shokz OpenFit zu erleben ist. Das bedeutet, dass zwei zusätzliche Membran-Treiber – ganz klassisch – mit Luftschall arbeiten und sich im Zusammenspiel mit der Knochenschall-Übertragung vor allem um das Bass-Fundament kümmern sollen. Wie gut dieses besondere Konzept funktioniert und ob sich die Neuerungen auch für Besitzer des Vorgängermodells Shokz Openrun Pro lohnen, klärt unser Test.
Der Shokz Openrun Pro 2 ist in Farben Schwarz und Orange sowie in zwei Bandgrößen erhältlich: Standard und Mini. Im direkten Vergleich zum Vorgängermodell hat sich auf den ersten Blick optisch nicht viel getan. Das ist auch gut so, denn das Design-Konzept hat bislang sehr gut funktioniert. Dennoch gibt es ein paar neue Feinheiten zu entdecken: Die auffälligsten Änderungen sind der nun integrierte USB-C-Anschluss wie auch die beiden eingefassten Membran-Treiber zur Bass-Verstärkung.
In der Hand fühlt sich der Shokz Openrun Pro 2 durch seinen großflächig gummierten Überzug, der Staub wie ein Magnet anzieht, wenig wertig an. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. An der Verarbeitungsqualität gibt es nämlich absolut nichts zu beanstanden. Hier sollte einfach klar sein, dass die Funktionalität fürs Sporttreiben an vorderster Stelle steht. Durch die Gummierung und dank IP55-Schutzklasse ist der Kopfhörer gut vor Schweiß, Wasser und Schmutz geschützt und lässt sich so nach dem Sporttreiben auch schnell und einfach reinigen. Komplett unter Wasser darf er allerdings nicht getaucht werden.
Beim Tragekomfort und Sitz erweist sich der Shokz Openrun Pro 2 als angenehm und anhänglich. Egal, was wir auch versuchen – vom Headbanging bis hin zum Kopfschütteln im Handstand – er mag einfach nicht abfallen. Gleichzeitig sitzt er mit nur 30,3 Gramm Gewicht leicht auf und gerät bei längerem Tragen auch gerne mal in Vergessenheit.
Die Ersteinrichtung wie auch das Pairing des Shokz Openrun Pro 2 klappt – dank eines beigelegten Quick-Start-Guides – ohne Probleme. Die 3-Tasten-Bedienung über den Kopfhörer ist eingängig und schnell gelernt. Nach dem Motto: weniger ist mehr – und das empfinden wir hier auch so. Auf der rechten Unterseite befinden sich zwei Tasten für die Lautstärkenregelung, die gleichzeitig auch fürs Ein- und Ausschalten und zum Pairing genutzt werden. An der linken Außenseite befindet sich eine Multifunktionstaste für die einfache Musiksteuerung und um Anrufe anzunehmen oder zu beenden. Schade: Individuelle Funktionen können den Tasten nicht zugewiesen werden.
Die Shokz Begleit-App ist auf das Wesentliche reduziert und der Nutzwert enttäuschend. Bis auf die EQ- und vielleicht noch die Multipoint-Steuerung gibt es keinen weiteren Grund, hier regelmäßig vorbeizuschauen.
Bei den technischen Feinheiten gibt es hingegen wieder etwas mehr zu benennen: Mit Bluetooth 5.3, Quick-Charge-Funktion und Multipoint-Feature, das die Kopplung mit zwei Geräten gleichzeitig möglich macht, ist der Openrun Pro 2 schön zeitgemäß. Schade: An Codecs steht lediglich SBC zur Verfügung.
Der Akku hält laut Shokz bis zu zwölf Stunden durch, das deckt sich ziemlich gut mit unserer eigenen Test-Erfahrung. Die Standby-Zeit beträgt bis zu zehn Tage. Dank Quick-Charge ist die Batterie schnell wieder aufgeladen. Fünf Minuten reichen schon für etwa zweieinhalb Stunden Nutzdauer.
Shokz hat mit dem Hybrid-Konzept aus Knochen- und Luftschall definitiv eine kleine Klang-Lücke gestopft. Durch den Einsatz der beiden Luftleitungstreiber, die sich vorrangig um die Bass-Performance kümmern, klingt der Openrun Pro 2 deutlich besser und ausbalancierter als ein reiner Knochenschall-Kopfhörer, während dem Open-Ear-Konzept die Treue gehalten wird. Hier darf ruhig eine kleine Klang-Offenbarung erwartet werden, sofern wir im Open-Ear-Kosmos bleiben. Das Klangbild von (Half-)In-Ears ist dann natürlich wieder ein ordentliches Stück weit besser, insbesondere bei den Tiefen.
Der Shokz Openrun Pro 2 bietet insgesamt vier voreingestellte EQ-Profile (Standard, Gespräch, Bässe und Höhen), die das Klangbild jeweils deutlich verändern. Das Standard-Profil gefällt uns dabei am besten, wenn es um das reine Musikhören geht. Ansonsten lassen sich optional über die App noch zwei individuelle EQ-Profile anlegen. Ein unangenehmes Vibrieren bei zu hoher Lautstärke oder bei maximalem Bass, wie wir es beim Vorgängermodell festgestellt hatten, trat hier nicht auf.
Bei der Sprachqualität leisten die windresistenten Doppel-Mikrofone wie auch das KI-gestützte Noise-Cancelling gute Arbeit. Im Straßenverkehr bei windigem Wetter sind wir immer noch gut zu verstehen.
Mit einem Preis von 147 Euro siedelt sich der Shokz Openrun Pro 2 im gehobenen Preissegment an.
Der Shokz Openrun Pro 2 ist wie maßgeschneidert für Outdoor-Sportler und Verkehrsteilnehmer, die auf Geräusche aus der Umgebung achten müssen. Ja, nahezu jeder In-, On- oder Over-Ear-Kopfhörer hat mittlerweile einen – mehr oder weniger guten – Aware-Modus. Aber in der Praxis ist das einfach nicht das Gleiche und die Sicherheit sollte beim Musikhören oder Telefonieren in potenziell gefährlichem Umfeld immer oberste Priorität haben.
Soll es also gezielt ein Open-Ear-Modell sein, stellt der Openrun Pro 2 durch sein Hybrid-System aus Luft- und Knochenschalltechnik aktuell ein besonderes Maß dar. Er klingt besser als jeder klassische Knochenschall-Kopfhörer, zählt im Bereich der Open-Ears zu den sportlichsten Modellen am Markt und bietet im Vergleich zum Vorgänger ein deutliches Upgrade. Ein grundsolider Sportkopfhörer, an dem es nur Details zu bemängeln gibt.
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