Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Die besten Sportuhren im Test: GPS, präzise Pulsmessung und lange Akkulaufzeit – wir zeigen die Top-Modelle für Laufen, Fitness und Training.
Eine gute Sportuhr ist der ideale Begleiter für effektives Training: Sie misst Strecken per GPS, erfasst die Herzfrequenz präzise und bietet eine lange Akkulaufzeit – egal ob beim Laufen, im Fitnessstudio oder bei Outdoor-Aktivitäten.
Wer regelmäßig trainiert, möchte seine Fortschritte zuverlässig festhalten. Eine gute Sportuhr steigert die Motivation und hilft, das Training gezielt zu planen und zu optimieren. Entscheidend ist dabei nicht nur die Datenerfassung am Handgelenk, sondern auch eine ausführliche Auswertung per App.
Eine moderne Sportuhr vereint viele Funktionen einer Smartwatch, ist jedoch konsequent auf Fitness, Training und Gesundheit ausgerichtet. Eine GPS-Sportuhr eignet sich dank langer Akkulaufzeit gut für Läufer, Radfahrer und ambitionierte Freizeitsportler.
In den vergangenen Jahren haben wir zahlreiche Sportuhren getestet. In dieser Bestenliste zeigen wir die Modelle, die besonders überzeugt haben. Der Fokus liegt auf Sportuhren fürs Laufen sowie auf Modellen für Fitness-Training und vielseitige Workouts.
Outdoor-Modelle wie die Garmin Fenix 8 finden sich hier allerdings nicht. Robuste Sportuhren zum Wandern zeigen wir stattdessen in der neuen Top 10: Die beste Outdoor-Smartwatch im Test – robuste Uhren für Abenteuer. Günstige Alternativen finden sich in Top 10: Der beste Fitness-Tracker im Test – gute Pulsuhren schon unter 100 Euro.
Neuer Testsieger ist die Garmin Forerunner 570 für 424 Euro. Die Sportuhr ist die perfekte Wahl für Läufer und bietet ein ausgewogenes Gesamtpaket.
Knapp dahinter folgt die Garmin Forerunner 970 als Technologiesieger. Technisch gesehen ist die GPS-Laufuhr mit 15 Tagen Akkulaufzeit und EKG sogar noch besser, aber mit 629 Euro deutlich teurer als die Forerunner 570.
Unser Preis-Leistungs-Sieger ist die Huawei Watch GT 6 Pro ab 309 Euro – diese bietet starke Features für Radsportler.
Die Garmin Forerunner 570 bietet nahezu den Funktionsumfang der Forerunner 970 zu einem deutlich niedrigeren Preis. Sie überzeugt mit hervorragendem Trainings-Tracking, adaptiver Trainingsplanung, präziser Navigation und sinnvollen Smartwatch-Funktionen. Die Akkulaufzeit ist solide, wenn auch nicht überragend. Der Straßenpreis liegt derzeit bei etwa 424 Euro.
Die Garmin Forerunner 970 bietet ein verbessertes GPS, integriertes EKG, eine Sprechfunktion und LED-Taschenlampe – ideal für ambitionierte Ausdauersportler. Trotz etwas kürzerer Akkulaufzeit und höherem Preis setzt sie technische Maßstäbe.
Wer bereits die Forerunner 965 besitzt, muss nicht unbedingt zugreifen. Für alle anderen ist die Forerunner 970 für 629 Euro aktuell eine der besten Fitnessuhren auf dem Markt.
Die Huawei Watch GT 6 Pro zeigt im Test große Stärken bei der Pulsgenauigkeit, der hochwertigen Verarbeitung und langen Akkulaufzeit. Das OLED-Display ist zudem strahlend hell und die Ortung zuverlässig. Dazu kommen viele Trainingsmodi, auch für Golfer und Radsportler. Gesundheitsfunktionen wie EKG sind ebenfalls an Bord.
Das Modell in Schwarz kostet 309 Euro, die Variante in Braun rund 309 Euro. Mit Titanarmband sind es etwa 406 Euro.
Eine Sportuhr ist die beste Wahl für alle, die ihr Training regelmäßig und gezielt auswerten möchten. Im Vergleich zu einem Fitness-Tracker (Bestenliste) bieten Sportuhren deutlich mehr Funktionen für Training, Analyse und Planung. Gleichzeitig beherrschen viele Modelle auch wichtige Smartwatch-Funktionen für den Alltag.
Für präzise Trainingsdaten lassen sich viele Sportuhren mit externen Pulsgurten koppeln. Die integrierte Pulsmessung erfolgt meist optisch am Handgelenk, ergänzt durch Funktionen wie Blutsauerstoffmessung oder – bei einigen Modellen – sogar EKG. Bei schnellen Belastungswechseln sind Brustgurte weiterhin genauer, für Hobbysportler liefert eine moderne Sportuhr jedoch ausreichend präzise Werte. Weitere Tracking-Funktionen umfassen Schritte, Höhenmeter und Schlafanalyse.
Ein großer Vorteil gegenüber klassischen Smartwatches ist die Akkulaufzeit: Während eine Apple Watch oder Samsung Galaxy Watch oft täglich geladen werden muss, halten viele Sportuhren mehrere Tage oder sogar Wochen durch. Zusätzlich bieten Sportuhren strukturierte Trainingspläne und umfangreiche Auswertungsmöglichkeiten.
Einige Sportuhren unterstützen auch kontaktloses Bezahlen, etwa per Garmin Pay. Die Akzeptanz ist jedoch geringer als bei Apple Pay oder Google Pay. Bei ausgewählten Huawei-Sportuhren ist zudem das Bezahlen über Curve möglich – das haben wir bereits getestet.
Sportuhren sind robuster als klassische Smartwatches und für den Einsatz im Freien konzipiert: Sie sind wasserdicht, teilweise sogar zum Tauchen geeignet, und bei Lauf- und Ausdauersport besonders leicht. Wer unabhängig vom Smartphone trainieren möchte, sollte zu einer Sportuhr mit integriertem GPS greifen. Hochwertige Modelle nutzen zudem Dual-Frequenz-GPS für eine besonders präzise Positionsbestimmung. Hochwertige Sportuhren von Garmin, Polar oder Suunto bieten darüber hinaus erweiterte Navigations- und Trainingsfunktionen. Praktisch sind dabei Offline-Karten und Musikspeicher.
Daneben gibt es Sportuhren, die optisch und funktional näher an klassischen Smartwatches liegen. Dazu zählen Modelle wie die Garmin Vivoactive 6, die Polar Vantage V3 oder die Garmin Venu 4.
Grundsätzlich sind Sportuhren in der Bedienung etwas komplexer als klassische Smartwatches, da sie mehr Trainingsfunktionen bieten. Viele Modelle setzen auch heute noch auf mehrere Tasten statt ausschließlich auf Touch – ein klarer Vorteil, etwa beim Sport oder bei schlechtem Wetter.
Sportuhren von Garmin gelten für Einsteiger zunächst als etwas gewöhnungsbedürftig, überzeugen aber mit durchdachter Tastensteuerung, Touch-Display und teilweise auch Sprachfunktionen. Hat man sich einmal eingearbeitet, ist die Bedienung sehr effizient. Alternativen von Amazfit und Huawei setzen stärker auf eine intuitive Benutzeroberfläche und sind daher oft leichter zugänglich.
Wer intensiv Sport betreibt, findet in einer Sportuhr von Garmin, Polar oder Suunto das ideale Werkzeug, um sein Training zu überwachen, zu planen und zu optimieren. Einfache Fitness-Tracker bieten deutlich weniger Analysefunktionen. Smartwatches wie die Samsung Galaxy Watch oder Apple Watch eignen sich zwar hervorragend für das Tracking beim Sport inklusive genauer Pulsmessung, schwächeln jedoch deutlich bei der Akkulaufzeit.
Sportuhren punkten primär mit einer signifikant längeren Akkulaufzeit als klassische Smartwatches. Das macht sie nicht nur für Ausdauersportarten, sondern auch für Wandern und andere Outdoor-Aktivitäten besonders interessant. Wer auf Features wie Telefonie über die Uhr oder umfassende App-Nutzung verzichten kann, dafür aber Wert auf Robustheit und Zuverlässigkeit legt, ist mit einer hochwertigen Sportuhr am besten beraten.
Ein Always-on-Display zeigt bei Sportuhren wichtige Trainingsinformationen an, verkürzt allerdings die Akkulaufzeit. Ein AMOLED-Display überzeugt mit brillanten Farben und hoher Kontraststärke, verbraucht aber mehr Strom.
Deutlich effizienter sind MIP-Displays (Memory-in-Pixel), wie sie etwa die Garmin Enduro 3, die Fenix 8 Solar oder die Coros Vertix 2 nutzen. Das Display bleibt auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar, da die Hintergrundbeleuchtung nur bei Dunkelheit aktiviert wird. Lebendigere Farben bieten AMOLED-Displays – die mittlerweile häufigste Display-Technologie bei Sportuhren.
Welche Sportuhr für Einsteiger am besten geeignet ist, hängt stark vom geplanten Einsatz ab. Schon günstige Modelle bieten heute wichtige Basisfunktionen wie integriertes GPS und präzise Trainingsmessungen. Für Freizeitsportler, die nur gelegentlich laufen, Rad fahren oder ins Fitnessstudio gehen, reicht meist eine Sportuhr unter 300 Euro vollkommen aus. Wer nur gelegentlich trainiert, kann alternativ zu einem günstigeren Fitness-Tracker (Bestenliste) mit GPS greifen.
Wer jedoch regelmäßig trainiert oder einen bestimmten Sport wie Tauchen oder Trailrunning betreibt, sollte zu einem hochwertigen Modell für Fortgeschrittene greifen. Diese Uhren bieten nicht nur spezialisierte Trainingsfunktionen, sondern auch eine robustere Bauweise, eine bessere Akkulaufzeit und oft noch präzisere Sensoren.
Wer nur gelegentlich laufen möchte, dürfte mit einem Fitness-Tracker oder einer klassischen Smartwatch vollkommen zufrieden sein. Wer jedoch gezielt Ausdauersport, Krafttraining oder Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Radfahren betreibt, profitiert deutlich von einer dedizierten Sportuhr.
Wichtig waren uns im Test neben umfassenden Tracking-Funktionen und präzisen Sensoren vor allem eine lange Akkulaufzeit. Deshalb finden sich in dieser Bestenliste keine klassischen Smartwatches mit Wear OS oder watchOS. An der Spitze steht Garmin mit der Forerunner 570, dicht gefolgt von der technisch noch stärkeren Forerunner 970. Die beste Preis-Leistung bietet die Huawei Watch GT 6 Pro.
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Die Garmin Forerunner 570 ist die günstigere, leicht abgespeckte Alternative zur Forerunner 970 – und bleibt damit eine Top-Wahl für Läufer und Triathleten.
Die Garmin Forerunner 570 ist die günstigere, leicht abgespeckte Alternative zur Forerunner 970 – und bleibt damit eine Top-Wahl für Läufer und Triathleten.
Wer als Läufer oder Triathlet eine passende Sportuhr sucht, kommt an Garmins Forerunner-Serie kaum vorbei. Das aktuelle Topmodell Forerunner 970 ist allerdings hochpreisig. Deutlich günstiger, wenn auch mit leicht reduziertem Funktionsumfang, ist die Forerunner 570.
Wir haben die Sportuhr mit AMOLED-Display, GPS und umfangreichen Trainingsfunktionen getestet und zeigen, für welche Nutzergruppe die kleinere Schwester der Forerunner 970 eine empfehlenswerte Alternative ist.
Optisch unterscheiden sich die Forerunner 970 und die Forerunner 570 auf den ersten Blick kaum. Beide Modelle wirken insgesamt etwas dezenter als Garmins Fenix-Serie, sind mit einer Gehäusedicke von 12,99 mm aber dennoch klar als Sportuhren erkennbar und keine unauffälligen Designer-Accessoires.
Anders als die Forerunner 970 bietet Garmin die Forerunner 570 jedoch in zwei Größen an: 42 mm und 47 mm. Entsprechend variiert die Display-Größe zwischen 1,2 und 1,4 Zoll. Das Gewicht liegt je nach Variante zwischen 42 g und 50 g, womit die Forerunner 570 grundsätzlich etwas leichter ist als die Forerunner 970 mit 53 g.
In puncto Verarbeitung steht die Forerunner 570 dem teureren Modell trotz des niedrigeren Preises in nichts nach. Garmin liefert die gewohnt hohe Qualität, auch wenn die Lünette hier nicht aus Titan, sondern aus Aluminium besteht. Beim Display zeigt sich der Sparkurs ebenfalls, statt Saphirglas kommt Gorilla Glass 3 zum Einsatz. Das erwies sich im Test jedoch als ausreichend robust. Stürze aus etwa anderthalb Metern Höhe auf Fliesenboden sowie Belastungen beim Training mit Kettlebells hinterließen weder Kratzer noch andere sichtbare Schäden.
Wie die Forerunner 970 ist auch die Forerunner 570 für ausgiebige Schwimmtrainings geeignet. Die Uhr ist bis 5 ATM wasserdicht und übersteht damit sowohl den Gang unter die Dusche als auch den Einsatz im Triathlon problemlos. Für tiefes Tauchen oder starken Wasserdruck durch direkte Strahleneinwirkung ist sie allerdings nicht ausgelegt.
Wie von Garmin gewohnt koppeln wir die Forerunner 570 per Bluetooth mit der Garmin Connect App. Ein kurzes Tutorial macht mit der Bedienung der Uhr und den wichtigsten Funktionen vertraut, erfahrene Garmin-Nutzer finden sich jedoch auch ohne Einführung schnell zurecht. Ebenfalls typisch für Garmin ist, dass sich zusätzliche Funktionen wie Garmin Pay oder der Musikspeicher direkt bei der ersten Kopplung einrichten lassen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden können, inklusive Erinnerungsfunktion.
Das etwas eigenwillige Design der Garmin Connect App erfordert zunächst etwas Eingewöhnung, vorrangig für Nutzer, die von anderen Smartwatch-Plattformen wechseln. Die App kombiniert ein Kachel-Prinzip mit scrollbaren Diagrammansichten. Die meisten Elemente der Startseite lassen sich individuell anpassen und neu anordnen, die Bedienung wirkt dabei jedoch stellenweise etwas umständlich, da sich gesuchte Funktionen nicht immer sofort finden lassen. Mit etwas Einarbeitungszeit gewöhnt man sich jedoch schnell an Struktur und Design. Ein klarer Vorteil gegenüber vielen Konkurrenzlösungen ist die große Menge an erfassten und aufbereiteten Daten, die Garmin Connect bereitstellt.
Schon das Trainings-Tracking zeigt, dass sich die Forerunner 570 – wie die Forerunner 970 – primär an Triathleten und Ausdauersportler richtet. Im Fokus stehen Trainingszustand und Trainingsbereitschaft, die auf Gesundheits- und Leistungsdaten basieren. „Running Dynamics“ analysiert unter anderem Schrittlänge, Schrittfrequenz und Bodenkontaktzeit. Ergänzend ermittelt „Running Power“ die Laufleistung unter Einbeziehung von Höhenmetern und Wind.
Zum Funktionsumfang zählen außerdem Herzfrequenzvariabilität, VO₂max, empfohlene Erholungszeiten und die bekannte Body Battery. Auch die Laufzeitprognosen für 5 km, 10 km, Halbmarathon und Marathon sind an Bord. Die Trainingsprofile decken zahlreiche Sportarten aus den Bereichen Ausdauer, Kraft, Winter-, Wasser- und Teamsport ab. Neben Klassikern wie Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Wandern gibt es auch Profile für Bogenschießen oder Discgolf. Auf dedizierte Profile für Functional Fitness oder Rucking verzichtet Garmin weiterhin.
Besonders stark ist die Forerunner 570 bei der Trainingsplanung. Über Garmin Connect lassen sich kostenlose Trainingspläne für Laufen, Radfahren, Triathlon und Krafttraining aktivieren. Diese werden direkt auf der Uhr angezeigt und passen sich automatisch an Leistungs- und Gesundheitsdaten an. Zusätzlich gibt die Uhr zu Beginn von Lauf- oder Radeinheiten tagesaktuelle Trainingsempfehlungen. Sowohl die Pläne als auch die dynamischen Hinweise erwiesen sich im Test als praxisnah und hilfreich.
Wie die Forerunner 970 bietet auch die Forerunner 570 umfangreiche Navigationsfunktionen mit Unterstützung für GPS, Glonass, Galileo, QZSS, Beidou und Navic. Routen lassen sich über Garmin Connect oder Drittanbieter wie Komoot importieren. Über die Connect-IQ-App zeigt die Uhr zudem Google-Maps-Abbiegehinweise an – allerdings nur in Verbindung mit Android-Smartphones.
Bei der Ortungsgenauigkeit liefert die Forerunner 570 die von Garmin gewohnte Qualität. Auch bei bewölktem Himmel oder im Wald ermittelt sie die Position zuverlässig. Nennenswerte Abweichungen von der tatsächlichen Route traten im Test nicht auf.
Guter Schlaf ist eine wichtige Voraussetzung, um ausgeruht ins Training zu starten. Entsprechend hat Garmin die Forerunner 570 mit einer Reihe von Funktionen zur Schlafaufzeichnung ausgestattet. Neben Einschlaf- und Aufwachzeiten, Schlafphasen und der nächtlichen Atmung erfasst die Smartwatch auch die Herzfrequenzvariabilität sowie die Hauttemperatur während der Nacht. Zudem weist sie auf Veränderungen der Atmung hin, etwa mögliche Atemaussetzer, die auf eine Schlafapnoe hindeuten könnten, und zeichnet tagsüber automatisch Nickerchen auf. Der sogenannte Sleepscore bewertet die Schlafqualität auf einer Skala von bis zu 100 Punkten.
Zur Unterstützung einer besseren Schlafhygiene steht auch bei der Forerunner 570 der Schlafcoach von Garmin zur Verfügung. Dieser liefert sowohl in der Connect-App als auch direkt auf der Uhr Hinweise zur Schlafoptimierung. Zusätzlich empfiehlt der Schlafcoach auf Basis des bisherigen Schlafs und der aktuellen Trainingsbelastung eine passende Schlafdauer für die folgende Nacht. Im Test funktionierten sowohl das Schlaftracking als auch der Schlafcoach zuverlässig und entsprachen weitgehend unserem subjektiven Empfinden.
Als weitere Gesundheitsfunktion bietet die Forerunner 570 ein separates Modul für Frauengesundheit. Neben der Zykluserfassung lässt sich hier auch eine bestehende Schwangerschaft begleiten. Die Uhr berechnet die Zyklusdauer anhand der eingetragenen Periodendaten und ermöglicht das Protokollieren verschiedener Symptome. Eine Funktion zur kontinuierlichen Aufzeichnung der Körpertemperatur fehlt allerdings. Für Schwangere stehen zusätzliche Eingabemöglichkeiten zur Verfügung, darunter das Festhalten von Blutzuckerwerten und Kindsbewegungen.
Bei den Zusatzfunktionen liegt die Forerunner 570 weitgehend auf dem Niveau der Forerunner 970. Auf ein integriertes EKG verzichtet Garmin beim kleineren Modell allerdings. Zur Ausstattung zählen ein interner Musikspeicher mit App-Unterstützung für Streamingdienste wie Spotify oder Deezer sowie Garmin Pay für kontaktloses Bezahlen.
Ein integriertes Mikrofon und ein Lautsprecher ermöglichen es, eingehende Anrufe direkt über die Smartwatch anzunehmen und Sprachassistenten zu nutzen. Ebenso unterstützt die Forerunner 570 Google Maps, sodass sich auch Navigationshinweise direkt auf der Uhr anzeigen lassen.
Das AMOLED-Display wirkt sich auch bei der Forerunner 570 spürbar auf die Akkulaufzeit aus. Ähnlich wie bei der Forerunner 970 fällt diese im Vergleich zu älteren Modellen geringer aus. Garmin gibt für den Smartwatch-Modus eine Laufzeit von bis zu elf Tagen an, was vier Tage unter dem Wert der Forerunner 970 liegt.
Im Test lässt sich diese Angabe weitgehend bestätigen: Bei drei rund anderthalbstündigen Trainingseinheiten pro Woche und aktivierten Benachrichtigungen musste die Forerunner 570 nach gut zehn Tagen wieder ans Ladekabel, das zum Lieferumfang gehört. Die Akkulaufzeit ist damit solide, stellt im Vergleich zu anderen Garmin-Modellen jedoch kein herausragendes Kaufargument dar.
Die Forerunner 570 kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung unabhängig von der Displaygröße rund 550 Euro. Der Straßenpreis liegt mittlerweile bei etwa 424 Euro. Damit positioniert sich die Smartwatch im mittleren Preissegment der Garmin-Modelle und stellt eine vergleichsweise günstige Option für Sportler dar, die auf eine EKG-Funktion verzichten können und die im Vergleich zur Forerunner 970 etwas kürzere Akkulaufzeit akzeptieren. Preislich liegen die Varianten mit 42 und 47 mm gleich auf.
Mit der Forerunner 570 richtet sich Garmin an sportlich ambitionierte Nutzer, die auf einzelne Extras der Forerunner 970 verzichten können. Dazu zählen etwa ein EKG oder die integrierte LED-Taschenlampe. Dafür fällt der Preis deutlich niedriger aus. Gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung liegt der Abstand bei rund 200 Euro, beim Straßenpreis in ähnlicher Größenordnung.
Auf den ersten Blick bietet die Forerunner 570 damit das attraktivere Preis-Leistungs-Verhältnis. Das gilt umso mehr, da wir die Forerunner 970 im Test als vergleichsweise teuer eingestuft hatten. Eine zentrale Schwäche teilt sich das günstigere Modell allerdings mit dem größeren Schwestermodell: die durch das AMOLED-Display begrenzte Akkulaufzeit. Zwar hält die Uhr auch bei intensiver Nutzung länger als eine Woche durch. Für einige Nutzer lohnt sich dennoch der Blick auf andere Garmin-Modelle mit längerer Laufzeit.
Abseits davon überzeugt die Forerunner 570 als leistungsfähige Sportuhr. Sie bietet umfangreiche Trainingsfunktionen, eine zuverlässige Navigation und eine gelungene Integration von Alltags- und Smartwatch-Features. Für Sportler, die genau diesen Funktionsmix suchen, ist sie eine empfehlenswerte Option.
Die Garmin Forerunner 970 ist da und kann jetzt auch EKG – kann die Sportuhr den bisherigen Testsieger unserer Bestenliste verdrängen?
Die Garmin Forerunner 970 ist da und kann jetzt auch EKG – kann die Sportuhr den bisherigen Testsieger unserer Bestenliste verdrängen?
Bislang dominierte Garmin mit der Forerunner 965 unsere Bestenliste der Sportuhren und hielt souverän den ersten Platz. Jetzt bringt der Smartwatch-Hersteller mit der Forerunner 970 ein neues Modell für Läufer und Triathleten auf den Markt – ein heißer Anwärter auf den Thron.
Garmin selbst nennt sie die bislang „beste Lauf- und Triathlon-Smartwatch“ und stattet sie mit AMOLED-Touch-Display, einem 1-Kanal-EKG und zahlreichen Trainings-Features aus. Ob das reicht, um den bisherigen König abzulösen, zeigt unser Test.
Anders als bei der Fenix-Reihe legt Garmin bei den Forerunner-Sportuhren mehr Wert auf ein dezentes Design – die Forerunner 970 bildet da keine Ausnahme. Optisch ähnelt sie stark dem Vorgängermodell: Die Unterschiede zwischen beiden Uhren sind auf den ersten Blick minimal. Die physische Größe der Forerunner 970 entspricht nahezu exakt der Forerunner 965, lediglich das Gehäuse ist um wenige Millimeter flacher. Das Gewicht von 53 Gramm, die Displaygröße von 1,4 Zoll und die Auflösung des AMOLED-Bildschirms von 454 × 454 Pixeln bleiben unverändert.
Damit setzt Garmin bei der Forerunner 970 auf die bewährten Stärken der 965: Die Uhr wirkt hochwertig und überzeugt mit exzellenter Verarbeitung – nicht zuletzt durch die Titan-Lünette. Das farbenfrohe, helle AMOLED-Display ist jederzeit gut ablesbar, auch bei direkter Sonneneinstrahlung oder schrägem Blickwinkel. Praktisch: Die Schriftgröße lässt sich individuell anpassen – ein Pluspunkt für Nutzer mit eingeschränktem Sehvermögen. Ein kleiner Wermutstropfen: Beim Scrollen durch Menüs kommt es gelegentlich zu leichten Rucklern – sowohl bei der Touch- als auch bei der Tastenbedienung. Diese fallen im Alltag jedoch kaum ins Gewicht.
Als Sportuhr für Triathleten ist die Forerunner 970 bis 5 ATM wasserdicht. Sie übersteht damit problemlos ein intensives Schwimmtraining oder den Gang unter die Dusche. Längere Tauchgänge oder harter Wasserdruck sollten jedoch vermieden werden.
Die Einrichtung der Garmin Forerunner 970 verläuft reibungslos und ohne Überraschungen. Wer schon eine Garmin-Smartwatch genutzt hat, findet sich sofort zurecht. Neue Nutzer werden von einem Tutorial unterstützt, das nach der Bluetooth-Kopplung mit der Garmin Connect App Schritt für Schritt durch die wichtigsten Funktionen führt. Auf Wunsch lassen sich direkt Features wie Garmin Pay, der Sprachassistent oder die EKG-Funktion aktivieren. Wer die Einrichtung später abschließen möchte, kann sich von der App daran erinnern lassen.
Die Garmin Connect App bleibt im Kern unverändert: Sie bietet eine enorme Datenfülle, die jedoch zulasten der Übersichtlichkeit gehen kann. Hat man sich jedoch in den Menüs zurechtgefunden, liefert die App eine beeindruckend detaillierte Auswertung von Gesundheits- und Trainingsdaten – hier spielt Garmin weiterhin in einer eigenen Liga und bleibt der Konkurrenz deutlich voraus.
Wie schon die Forerunner 965 richtet sich auch die Garmin Forerunner 970 gezielt an Ausdauersportler und Triathleten. Die Trainingsprofile und Funktionen sind speziell auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Zu den zentralen Features zählt die Berechnung der Running Economy: Sie analysiert Lauftempo, Herzfrequenz, dynamische Laufwerte und den Geschwindigkeitsverlust, um den Energieverbrauch beim Laufen zu ermitteln. Ergänzend bewertet die Funktion „Running Tolerance“ die körperliche Belastung beim Laufen und liefert Empfehlungen zur maximalen Wochenkilometerzahl.
Auch bewährte Funktionen wie Angaben zum Trainingszustand – basierend auf HFV-Status, VO2max, Trainingsbelastung und Erholungszeit – sind wieder an Bord. Hinzu kommen personalisierte Trainingsempfehlungen, die Body-Battery-Anzeige sowie Prognosen für Wettkampfzeiten über 5000 Meter, 10.000 Meter, Halbmarathon und Marathon. Detaillierte Daten zur Laufeffizienz wie Schrittfrequenz, Schrittlänge oder Bodenkontaktzeit runden das Paket ab. Damit zählt die Forerunner 970 erneut zu den besten, wenn nicht sogar zur besten smarten Sportuhr für Ausdauersportler.
Aber auch Sportler anderer Disziplinen – etwa im Krafttraining, Yoga oder Ballsport – profitieren von der gewohnt breiten Auswahl an Trainingsprofilen, die Garmin sportartspezifisch anpasst. Die Pulsmessung über den optischen Sensor funktioniert sehr zuverlässig und schlägt sich besser als bei der Fenix-Reihe. Nur bei stark schwankendem Puls, etwa bei HIIT-Einheiten, kann es zu leichten Abweichungen kommen – ein Brustgurt schafft hier Abhilfe.
Bei den Navigationsfunktionen bleibt vieles wie beim Vorgängermodell, allerdings hat Garmin die GPS-Genauigkeit weiter verbessert. Die Forerunner 970 unterstützt GPS, Glonass, Galileo, Beidou und Sadiq und bietet Richtungsanweisungen sowie farbige Umgebungskarten. Die Streckenaufzeichnung überzeugt erneut mit hoher Präzision – ein Bereich, in dem Garmin weiterhin Maßstäbe setzt.
Das Schlaftracking zählt auch bei der Forerunner 970 zu den zentralen Funktionen – wie bei fast allen Garmin-Uhren. Die Uhr erfasst zuverlässig Einschlaf- und Aufwachzeiten, Schlafphasen, Puls, Atmung und Blutsauerstoffsättigung. Diese Werte fließen in einen sogenannten Sleepscore ein, der die Schlafqualität bewertet und direkt in die Einschätzung der täglichen Trainingsbereitschaft einbezogen wird.
Wer schlecht geschlafen hat, erhält über den integrierten Schlafcoach individuelle Tipps zur Verbesserung der Schlafhygiene – praxisnah und alltagstauglich. Im Vergleich zur Forerunner 965 bringt die 970 keine Neuerungen im Schlaftracking mit. Das ist jedoch kein Nachteil, denn schon der Vorgänger lieferte in diesem Bereich hervorragende Ergebnisse.
Im direkten Vergleich zur Forerunner 965 bleibt bei der Garmin Forerunner 970 vieles beim Alten – aber nicht alles. Bewährte Funktionen wie der integrierte Musikspeicher sind weiterhin an Bord. Über Apps wie Spotify oder Deezer lassen sich Songs direkt auf die Uhr laden, sodass Musik auch ohne Smartphone gehört werden kann. Der Speicherplatz beträgt wie beim Vorgänger 32 GB. Ebenfalls wieder dabei ist Garmin Pay für kontaktloses Bezahlen – vorausgesetzt, man hat ein Konto bei einer teilnehmenden Bank.
Neu bei der Forerunner 970 ist eine integrierte LED-Taschenlampe am Gehäuse, die sich vorwiegend bei Outdoor-Aktivitäten als praktisch erweist. Zudem ist die Uhr jetzt mit Mikrofon und Lautsprecher ausgestattet. Damit lassen sich eingehende Anrufe direkt über die Smartwatch annehmen und führen – das Smartphone muss allerdings in Reichweite sein, da es keinen eigenen SIM-Slot gibt.
Ein Highlight ist das erstmals in einer Forerunner integrierte EKG-Feature, das Garmin bereits bei seinen neuen Premium-Modellen Anfang des Jahres auch in Europa eingeführt hat. Die Garmin-EKG-App erfasst mithilfe von Sensoren am Gehäuse in einer 30-sekündigen Messung die elektrischen Signale des Herzschlags. Ziel ist es, mögliche Auffälligkeiten wie Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen. In der Praxis arbeitet das EKG zuverlässig und liefert klar aufbereitete Ergebnisse in der App. Den Arztbesuch ersetzt diese Funktion jedoch nicht.
Ein Blick auf die Akkulaufzeit der Forerunner 970 bringt eine unerwartete Enttäuschung: Im Vergleich zur Forerunner 965 hat sich die Laufzeit spürbar verringert. Während Garmin beim Vorgängermodell im Smartwatch-Modus noch bis zu 23 Tage angab, sind es bei der Forerunner 970 nur bis zu 15 Tage.
Trotzdem: Die von Garmin versprochenen 15 Tage konnten wir im Test bestätigen – ein immer noch guter Wert. Dennoch schwächt die verkürzte Akkulaufzeit ein zentrales Kaufargument der Forerunner 965 und könnte für Nutzer mit Fokus auf maximale Ausdauer ein Nachteil sein.
Während die Forerunner 965 laut UVP aktuell bei knapp 560 Euro liegt (Straßenpreis rund 500 Euro), müssen Käufer für die neue Forerunner 970 deutlich mehr investieren: Garmin ruft eine unverbindliche Preisempfehlung von 750 Euro auf – damit gehört die Uhr zu den teuersten Modellen im Sortiment. Derzeit bekommt man sie für 629 Euro.
Erhältlich ist die Forerunner 970 in den Farbvarianten Schwarz/Carbongrau, Steinweiß/Transparent Amp Yellow und French Gray/Softgold/Transparent Indigo.
Mit der Forerunner 965 hat Garmin eine smarte Sportuhr auf den Markt gebracht, die sogar die teureren Modelle der Fenix-Reihe auf unserer Bestenliste in den Schatten stellen konnte. Aber wie steht es um den Nachfolger, die Forerunner 970? Gelingt es Garmin, eine hervorragende Uhr noch besser zu machen?
Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Bei den Kern-Features bleibt die Forerunner 970 dem Vorgänger treu. Die schiere Fülle an Funktionen für Ausdauersportler sucht weiterhin seinesgleichen und macht die Uhr fast zum Must-have für Athleten, die auf diese Funktionen angewiesen sind. Das GPS-Tracking wurde noch einmal verbessert und Garmin hat der Uhr obendrein noch ein ausgezeichnetes EKG-Feature, eine Sprechfunktion und eine LED-Taschenlampe spendiert.
Aber es gibt auch eine Schattenseite: Denn die Forerunner 970 bietet eine geringere Akkulaufzeit als die Forerunner 965 und kostet zudem ein ganzes Stück mehr. Wer die Forerunner 965 bereits besitzt, sollte sich deshalb den Kauf des Nachfolgers gut überlegen. Alle anderen machen die Entscheidung davon abhängig, ob ihnen die zusätzlichen Features auf Kosten der Akkulaufzeit den entsprechend höheren Preis wert sind. Letztlich bleibt die Forerunner 970 für uns aus technischer Sicht die beste Sportuhr – die Forerunner 965 ist weiterhin eine attraktive Option für preisbewusste Nutzer.
Elegante Sportuhr mit starker Akkulaufzeit: Die Huawei Watch GT 6 Pro bietet präzises Tracking und Top-Verarbeitung, verzichtet aber auf Apps und Bezahlen.
Elegante Sportuhr mit starker Akkulaufzeit: Die Huawei Watch GT 6 Pro bietet präzises Tracking und Top-Verarbeitung, verzichtet aber auf Apps und Bezahlen.
Mit der Watch GT 6 Pro setzt Huawei seine Reihe edler Sportuhren fort. Optisch bleibt vieles beim Alten, das Design orientiert sich eng an den Vorgängern. Unter der Haube hat sich jedoch einiges getan: ein helleres OLED-Display, ein deutlich stärkerer Akku und neue Trainingsfunktionen sollen den Unterschied machen.
Anders als viele klassische Smartwatches versteht sich die GT 6 Pro nicht als Alleskönner mit App-Store und permanenter Online-Anbindung. Sie konzentriert sich auf Sport, Gesundheitsfunktionen samt EKG und eine lange Akkulaufzeit. Damit positioniert sie sich klar als Sportuhr zwischen Fitness-Tracker und Smartwatch – eleganter als die reinen Sportmodelle, aber ausdauernder als die meisten Smartwatches.
Wie sich die neue Huawei Watch GT 6 Pro im Alltag bewährt, haben wir in einem ausführlichen Test über sechs Wochen ausprobiert. Das Testgerät stellte uns der Hersteller zur Verfügung.
Update: Getestet haben wir die Sportuhr ursprünglich im September 2025. Es gibt jedoch einige Neuerungen. Die bisherige Bezahlmethode über Quicko gibt es nicht mehr. Dafür funktioniert jetzt Curve Pay als Bezahlsystem.
Die Huawei Watch GT 6 Pro orientiert sich stark am Vorgänger und tritt erneut als elegante Sportuhr auf, die auch zur Abendgarderobe passt. Von der GT 5 Pro ist sie kaum zu unterscheiden, lediglich die etwas markanter hervorstehende Lünette setzt einen neuen Akzent. Das achteckige Design bleibt erhalten, eingefasst ist ein großes, rundes Display.
Das Gehäuse besteht aus Titan mit Keramikelementen, wirkt hochwertig verarbeitet und zeigte sich im Test widerstandsfähig: Kratzer blieben bislang aus. Mit Maßen von 45,6 × 45,6 × 11,3 mm und einem Gewicht von 55 g ist die Uhr zwar präsent, aber noch angenehm tragbar – zumindest an etwas kräftigeren Handgelenken.
Rechts oben sitzt die Krone, darunter eine programmierbare Taste. Angeboten werden drei Varianten: in Dunkelgrau mit schwarzem Fluorelastomer-Armband, in Silber mit braunem Armband inklusive gestreifter Nylon-Elemente, die optisch an die 70er erinnern, sowie eine edle Titan-Version mit Gliederarmband. Letztere wirkt besonders hochwertig, trägt sich im Alltag jedoch weniger komfortabel als die flexiblen Fluorelastomer-Varianten.
Die Armbänder lassen sich dank des Klicksystems schnell wechseln, beim Titanarmband können zudem einzelne Glieder ohne Werkzeug entfernt werden. Das klappt überraschend einfach, erfordert dennoch ein wenig Fingerspitzengefühl – und im Zweifel eine Lesebrille.
Die Huawei Watch GT 6 Pro ist gemäß 5 ATM bis 50 Meter (Wassersäule) wasserdicht und nach EN 13319 zertifiziert, was eine Tauchtiefe von bis zu 40 Metern erlaubt. Damit eignet sie sich nicht nur zum Schwimmen oder für Wassersport, sondern auch für Tauchgänge im Freizeitbereich.
Das OLED-Display mit Touchfunktion ist durch schmalere Ränder noch etwas gewachsen und misst nun 1,47 Zoll in der Diagonale. Farben wirken kräftig, der Kontrast ist ausgewogen und die Bildqualität insgesamt hervorragend. Mit einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln ist die Darstellung gestochen scharf.
Huawei hat zudem die Helligkeit erhöht: Bis zu 3000 Nits soll der Bildschirm erreichen. Im Test ließ er sich selbst bei grellem Sonnenlicht problemlos ablesen. Zusätzlich kommt Saphirglas zum Einsatz, um den Bildschirm effektiv vor Kratzern zu schützen. Ein Always-on-Display ist optional verfügbar, geht aber stark zulasten der Akkulaufzeit.
Die Huawei Watch GT 6 Pro wird über die Health-App eingerichtet. Sie ist mit Android und iOS kompatibel, im Google Play Store aber nicht verfügbar. iPhone-, Samsung- und Honor-Nutzer finden sie in den jeweiligen Stores, andere Android-Geräte müssen sie per QR-Code installieren und kurzzeitig zusätzliche Berechtigungen erteilen.
Die App ist übersichtlich aufgebaut und zeigt die wichtigsten Gesundheitswerte. Ergänzend gibt es Trainingspläne zur Auswahl und einen Zifferblatt-Store. Erweiterte Analysen, tiefergehende Trainingspläne oder Ernährungstipps gibt es nur im kostenpflichtigen Abo „Health Plus“.
Die Bedienung ist intuitiv: Neben dem Touchscreen gibt es eine Krone zum Drücken und Drehen sowie eine frei belegbare Taste für das Trainingsmenü. Wischgesten steuern Benachrichtigungen, Schnelleinstellungen, Infokarten oder Wetterdaten. Die App-Übersicht erinnert an die Apple Watch, wirkt durch das neue Gitternetz aber übersichtlicher.
Auf der Uhr läuft Harmony OS, das aufgeräumt wirkt und vertraute Funktionen bietet. Vorinstalliert sind etwa Petal Maps und Komoot, Musik kann lokal gespeichert und über Kopfhörer wiedergegeben werden. Es gibt aber keinen App-Store und abgesehen von Komoot auch keine Apps von Drittanbietern. Immerhin dient die Uhr als Fernbedienung für Musik auf dem Smartphone.
Ein Schwachpunkt: Die Bluetooth-Verbindung lässt sich nicht direkt an der Uhr deaktivieren, sondern nur durch Entkoppeln – für strahlungssensible Nutzer wenig komfortabel.
Im Praxistest überzeugte die Pulsmessung der Huawei Watch GT 6 Pro mit hoher Genauigkeit. Selbst im Vergleich zu einem Polar-Brustgurt zeigten sich nur geringe Abweichungen von höchstens zwei bis drei Schlägen, auch bei intensiven Intervall-Einheiten auf dem Spinning-Bike. Ebenso präzise arbeitete die GPS-Ortung, die Trainingsstrecken verlässlich und sauber aufzeichnete.
Die Uhr deckt eine große Bandbreite an Sportarten ab – vom Laufen über Radfahren hin zu Kraft- und Intervalltraining. Outdoor-Sportler profitieren von der Möglichkeit, Routen in der App hochzuladen und Karten offline auf der Uhr zu speichern. Damit eignet sich die GT 6 Pro auch für längere Trailruns oder Touren abseits bekannter Wege. Die GT 6 Pro erstellt beim Sport ein Höhenprofil, wofür das integrierte Barometer sowie das GPS zum Einsatz kommen.
Für Radfahrer hat Huawei ein neues Feature integriert: Die Uhr versucht abzuschätzen, mit welcher Kraft in die Pedale getreten wird. Grundlage dafür sind GPS-Daten und Herzfrequenz. Da ein Powermeter fehlt, lässt sich die Genauigkeit dieser Werte nicht abschließend beurteilen, die Funktion erweitert aber das Trainingsangebot.
Wählt man Radfahren als Training aus oder erkennt die Watch GT 6 Pro die Aktivität automatisch, lässt sich das Smartphone am Lenker auch als Fahrradcomputer nutzen. Das kann jedoch störend sein, wenn man ohnehin schon Google Maps zur Navigation verwendet. Bis die Uhr selbstständig ein Radtraining startet, vergeht zudem meist etwas Zeit. Ist das Training einmal aktiv, erkennt die Uhr Stopps zuverlässig – etwa an einer Ampel.
Insgesamt zeigt sich die GT 6 Pro als vielseitige Sportuhr, die sowohl für alltägliche Workouts als auch für ambitioniertere Einsätze geeignet ist.
Neben der Herzfrequenz misst die Watch GT 6 Pro auch den Blutsauerstoffgehalt (SpO₂), ermittelt die arterielle Steifigkeit und kann ein 1-Kanal-EKG aufzeichnen. Dazu kommt das neue Feature einer medizinisch zertifizierten App zur Analyse von Pulswellenarrhythmien, das ein mögliches Vorhofflimmer-Risiko erkennen kann. Dieses muss man in der App aktivieren und ein Datenpaket dazu herunterladen.
Die Uhr misst auch die Herzfrequenzvariabilität (HRV), also die Abstände zwischen den Herzschlägen. Sie gilt als Indikator für Stress, Erholung und die Belastung des Nervensystems: Hohe Werte stehen größtenteils für gute Fitness, niedrige Werte können auf Überlastung oder gesundheitliche Probleme hinweisen.
Die Schlafanalyse erwies sich im Test größtenteils als nachvollziehbar. Die Uhr unterscheidet zwischen Leicht-, Tief- und REM-Phasen, nächtliche Wachzeiten werden erkannt – aber nicht immer so zuverlässig erfasst wie bei einem hochwertigen Smart-Ring. Im Vergleich zum Vorgänger schneidet die GT 6 Pro jedoch besser ab.
Bei bestehender Bluetooth-Verbindung lassen sich über die Uhr Telefonate führen. Die Sprachqualität reicht zwar nicht an ein Smartphone-Gespräch heran, ist für kurze Anrufe unterwegs aber mehr als brauchbar. Einen eigenständigen Mobilfunkbetrieb über eSIM für LTE sowie auch WLAN unterstützt die Watch GT 6 Pro nicht.
Dank des integrierten NFC-Moduls ist kontaktloses Bezahlen wieder problemlos möglich. Nachdem die bisherige Zwischenlösung Quicko aufgrund des Entzugs der Banklizenz des polnischen Betreibers eingestellt wurde, kommt nun Curve zum Einsatz. In unserem Test mit der neuen Huawei Watch GT Runner 2 funktionierte das Bezahlsystem reibungslos.
Die Sportuhr setzt klar auf Ausdauer. Der Akku basiert auf Silizium-Carbon-Technologie mit hoher Energiedichte. Damit erreicht er eine Kapazität von 867 mAh – rund 40 Prozent mehr als beim Vorgänger.
Huawei verspricht eine Laufzeit von bis zu 12 Tagen bei regulärer Nutzung. Im Test waren sogar fast 14 Tage möglich, ohne Always-on-Display, bei täglichem Tragen, gelegentlichem Schlaf-Tracking und zwei bis drei Workouts pro Woche. Mit aktiviertem Stromsparmodus sind theoretisch bis zu 21 Tage drin.
Wird das GPS häufiger genutzt, sinkt die Laufzeit erwartungsgemäß deutlich. Im Trainingsmodus mit aktiver GPS-Aufzeichnung sollen laut Hersteller dennoch bis zu 40 Stunden erreicht werden.
Das Aufladen erfolgt über ein induktives Ladepad mit USB-A-Anschluss. Nach knapp einer Stunde ist der Akku wieder vollständig gefüllt.
Die UVP für die beiden Modelle mit Fluorelastomer-Armband liegt bei 379 Euro. Die Variante mit Titanarmband ist mit 499 Euro deutlich teurer. Mittlerweile sind die Preise gesunken. Das Modell in Schwarz kostet knapp 309 Euro, die Variante in Braun ebenfalls rund 309 Euro. Das Modell mit Titanarmband geht bei Amazon für 414 Euro über die virtuelle Ladentheke.
Die Huawei Watch GT 6 Pro erweist sich im Test als gelungene Weiterentwicklung mit sportlichen Funktionen, hochwertiger Verarbeitung und langer Akkulaufzeit. Besonders das helle OLED‑Display, die präzise Pulsmessung, die zuverlässige GPS‑Ortung und die vielseitigen Trainingsmodi machen sie zu einer echten Sportuhr, die zugleich im Alltag mit ihrem edlen Design überzeugt. Ergänzt wird das Paket durch Wasserdichtigkeit und erweiterte Gesundheitsfunktionen von EKG bis Schlafanalyse.
Abstriche gibt es bei der App‑Auswahl und dem teils umständlichen App‑Download unter Android. Insgesamt positioniert sich die GT 6 Pro klar als Sportuhr zwischen Fitness‑Tracker und Smartwatch – mit Fokus auf Gesundheit, Tracking und Ausdauer. Wer auf App‑Vielfalt und mobiles Internet verzichten kann, erhält eine attraktive Alternative zu klassischen Smartwatches.
Die Amazfit Balance 2 verspricht viel: GPS, Navigation, Coaching, Tauchmodus und smarte Features – und das für unter 250 Euro.
Die Amazfit Balance 2 verspricht viel: GPS, Navigation, Coaching, Tauchmodus und smarte Features – und das für unter 250 Euro.
Mit der Balance 2 hat Amazfit eine Sportuhr entwickelt, die umfangreiche Trainingsfunktionen mit Navigation und smarten Features kombiniert. Der Clou: Sie ist sogar fürs Tauchen zertifiziert. Da sie deutlich günstiger ist als vergleichbare Modelle von Garmin, Polar oder Suunto, wird sie zu einer interessanten Option für preisbewusste Sportler, die nicht auf Smartwatch-Komfort verzichten möchten.
Im Test zeigt sich, ob die Balance 2 hält, was Amazfit verspricht – auch im Vergleich zum Vorgänger.
Im Gegensatz zur T‑Rex 3 (Pro) wirkt die Amazfit Balance 2 deutlich dezenter und erinnert eher an eine klassische Smartwatch als an eine Sportuhr. Das hat den Vorteil, dass ihre sportlichen Funktionen nicht sofort ins Auge fallen und man sie im Alltag oder zum Anzug gut tragen kann. Mit einem Durchmesser von 47,4 mm wirkt sie dennoch recht wuchtig und ist damit eher nichts für schmale Handgelenke.
Durch das Aluminiumgehäuse macht sie einen hochwertigen Eindruck, ohne klobig zu wirken. Das Kunststoffarmband fühlt sich dank der angerauten Oberfläche fast wie Leder an. Im Lieferumfang liegen zwei Armbänder bei – eines in Schwarz und eines in Orange.
Die Balance 2 ist TÜV-zertifiziert und laut Hersteller bis 10 ATM (entspricht einer Wassersäule von 100 Metern) wasserdicht. Zwar verfügt die Uhr über einen integrierten Tauchcomputer und ist nach EN 13319 für Tauchtiefen bis 45 Meter zertifiziert, für Gerätetauchgänge empfiehlt sich jedoch eher ein Modell mit einer Wasserdichtigkeit von mindestens 20 ATM. Zum Schnorcheln ist die Balance 2 hingegen geeignet
Auch in puncto Robustheit überzeugt sie mit MIL-STD-810G: Im Test überstand die Uhr Stürze auf Steinboden aus rund 1,5 Metern Höhe sowie Schläge mit einer Kettlebell am Handgelenk ohne Schäden.
Das 1,5 Zoll große OLED‑Display mit 480 × 480 Pixeln überzeugt mit hoher Bildschärfe und Helligkeit – Amazfit spricht von bis zu 2000 Nits. Geschützt wird die Anzeige durch kratzfestes Saphirglas.
Die Helligkeit lässt sich einfach über das Schnellzugriffsmenü der Uhr stufenlos verändern, wobei die höchste Einstellung zulasten der Akkulaufzeit geht. Allerdings reicht eine mittlere Helligkeit bereits aus, damit das Display auch unter direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar bleibt.
Die Balance 2 funktioniert wie andere Amazfit-Modelle in Verbindung mit der Smartphone-App Zepp. Nach dem Download koppelt sich die Uhr per Bluetooth in wenigen Minuten mit der App. Die App zeigt alle erfassten Daten in Kacheln auf dem Startbildschirm, deren Reihenfolge und Anzeige sich individuell anpassen lassen – ein typisches Merkmal von Amazfit.
Im Trainingsmenü finden sich absolvierte Einheiten samt Leistungsdaten. Zusätzlich lassen sich eigene Trainingspläne erstellen oder Workouts manuell starten. Verschiedene Metriken wie VO2max, Trainingsbelastung und Erholungszeit zeigen den aktuellen Fitnesszustand. Auch das kostenpflichtige Aura-Feature wird unterstützt und liefert erweiterte Schlafanalysen, Meditationen und einen KI-basierten Schlafcoach.
Bei der Bedienbarkeit kann die Balance 2 überzeugen: Wir steuern die Uhr mit den beiden seitlichen Bedientasten, darunter einer drehbaren Krone, sowie Wischgesten auf dem Touch-Display. Unsere Eingaben werden dabei stets zuverlässig erkannt und ohne Verzögerung.
Amazfit bewirbt die Balance 2 ausdrücklich als Hyrox-Uhr. Sie verfügt daher über eigene Sportprofile für Hyrox-Training und Hyrox-Rennen. Vor allem der Rennmodus ist praktisch: Jede Laufrunde und Station kann man speichern und abhaken. So behalten Athleten ihre Zeiten im Blick und wissen genau, welche Übung als Nächstes folgt.
Insgesamt bietet die Balance 2 mehr als 170 Trainingsprofile – etwas weniger als die T-Rex 3 Pro, aber ausreichend für nahezu alle Sportarten. Ein Pluspunkt sind die anpassbaren Trainingsvorlagen in der Zepp-App. Aus 23 Sportarten können Nutzer wählen und ihre Einheiten individuell zusammenstellen – etwa mit HIIT-, EMOM- oder Ausdauerformaten. Die Vorlagen lassen sich anschließend direkt auf der Uhr starten, was im Test problemlos funktionierte.
Wie die T-Rex 3 Pro beherrscht die Uhr PAI (Personal Activity Intelligence) und erkennt Trainingseinheiten automatisch für Laufen, Radfahren, Schwimmen, Crosstrainer und Rudergerät. Im Test funktionierte die automatische Erkennung zuverlässig: Die Uhr registrierte echte Trainingseinheiten, ohne kurze Sprints fälschlich als Training zu erfassen.
Besonders hervorzuheben sind die Tauchfunktionen für Frei- und Gerätetauchen sowie die herunterladbaren Karten von über 40.000 Golfplätzen. Die Herzfrequenzmessung arbeitet dabei sehr präzise: Im Test wich die Balance 2 nur minimal von der Garmin Fenix 7 ab. Bei wechselnder Trainingsintensität gab es Unterschiede von maximal fünf Schlägen pro Minute – ein hervorragender Wert.
Das Schlaf-Tracking unterscheidet sich bei der Balance 2 praktisch nicht von anderen Amazfit-Uhren, wie der T-Rex 3. Die Uhr misst Schlafphasen, Einschlaf- und Aufwachzeitpunkte und Wachzeiten. Ein Index gibt basierend auf diesen Daten entsprechende Auskunft über unsere Schlafqualität.
Die Genauigkeit der Messungen lässt sich im Test zwar mangels eines Vergleichs im Schlaflabor nur begrenzt beurteilen, geht unserer Meinung nach aber absolut in Ordnung. Die Uhr erkennt Einschlaf- und Aufwachzeitpunkte ebenso zuverlässig wie Wachzeiten und liefert eine Schlafbewertung, die sich mit unserem subjektiven Empfinden deckt.
Die Auswahl an Zusatzfunktionen fällt bei der Balance 2 etwas kleiner aus als bei der T‑Rex 3 Pro, bietet aber dennoch ein solides Paket. Eine eSIM gibt es nicht, dafür sind Mikrofon und Lautsprecher integriert, sodass Anrufe direkt über die Uhr angenommen werden können, wenn diese mit dem Smartphone per Bluetooth gekoppelt ist.
Zudem unterstützt die Balance 2 die Sprachsteuerung. Eine vollständige QWERTZ‑Tastatur ermöglicht das Beantworten von Nachrichten über das Display, alternativ stehen Schnellantworten zur Verfügung. Auch der KI‑Assistent Zepp Flow ist an Bord und arbeitete im Test zuverlässig.
Wichtiges Zusatzfeature ist die integrierte GPS‑Navigation. Die Uhr bietet POI‑ und Kartendarstellung sowie aktives Routing. Das Kartenmaterial lässt sich per WLAN oder Bluetooth laden, was je nach Größe bis zu einer Stunde dauert. Eigene Strecken können als GPX-Tracks importiert werden. Im Test funktionierte die Navigation präzise und stabil.
Der interne Speicher ist mit 32 GB jetzt deutlich größer als beim Vorgänger. Auf der Smartwatch lassen sich damit Musikdateien (MP3) ablegen und direkt abspielen. Eine App‑Anbindung an Spotify für die Offline‑Wiedergabe gibt es jedoch nicht.
Bei der Amazfit Balance haben wir im Test seinerzeit bereits die hervorragende Akkulaufzeit gelobt, doch bei der Balance 2 legt der Hersteller noch einmal nach. Statt 475 mAh bekommen wir beim Nachfolgemodell einen Nennwert von 658 mAh, was die Akkulaufzeit von 14 Tagen auf bis zu 21 Tage bei typischer Nutzung erhöhen soll.
Wir haben die Uhr im Test mit aktivierten Benachrichtigungen und mittlerer Displayhelligkeit genutzt, wobei wir pro Woche drei anderthalbstündige Trainingseinheiten absolviert haben (zwei mit GPS-Tracking). Die Uhr schaffte dabei 18 Tage, bevor wir sie wieder aufladen mussten. Das ist ein exzellenter Wert für eine Smartwatch dieser Preisklasse und fast eine Woche mehr als beim Vorgängermodell.
Um den Akku der Balance 2 aufzuladen, verwenden wir die beiliegende Ladeschale. Das benötigte USB-C-Kabel ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten. Der Ladevorgang dauert gut anderthalb Stunden.
Amazfit ruft für die Balance 2 eine unverbindliche Preisempfehlung von 300 Euro auf. Das Vorgängermodell kostete ursprünglich 250 Euro. Angesichts der zahlreichen Verbesserungen ist der Aufpreis unserer Meinung nach gerechtfertigt. Die Straßenpreise für die Balance 2 liegen bei rund 233 Euro – ein attraktives Angebot im Verhältnis zur Leistung.
Wer sparen möchte, greift zur Amazfit Balance 2 XT ab 175 Euro. Das Modell ist einfacher ausgestattet, verzichtet auf Saphirglas und setzt auf ein Gehäuse aus Aluminium und Kunststoff, das nur bis 5 ATM wasserdicht ist. Der Prozessor ist zudem leicht abgespeckt.
Die Amazfit Balance 2 ist eine ideale smarte Sportuhr für alle, denen die T-Rex 3 (Pro) zu wuchtig ist. Sie bietet nahezu die gleichen Funktionen – abgesehen vom Musikspeicher – und eignet sich zusätzlich fürs Tauchen. GPS, Akku und Sensoren überzeugen im Test, die Trainingsprofile sind sinnvoll auf die jeweilige Sportart abgestimmt.
Die Uhr überzeugt mit einer flexiblen Trainingsplanung und praktischen Smartwatch-Funktionen wie der integrierten QWERTZ-Tastatur. Nur die lange Übertragungszeit beim Karten-Download, der fehlende Musikspeicher und das eingeschränkt verfügbare Zepp Pay mindern den insgesamt sehr positiven Gesamteindruck.
Update: In einer früheren Version dieses Artikels (15.11.2025) hatten wir fälschlicherweise berichtet, dass die Balance 2 keinen Musikspeicher besitzt. Diese Angabe ist nicht korrekt. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.
Die Huawei Watch GT Runner 2 ist eine kompakte, leichte Sportuhr – ideal für Läufer. EKG und umfangreiche Herzgesundheits-Features gibt es obendrein.
Die Huawei Watch GT Runner 2 ist eine kompakte, leichte Sportuhr – ideal für Läufer. EKG und umfangreiche Herzgesundheits-Features gibt es obendrein.
Lange hat die Huawei Watch GT Runner auf einen Nachfolger gewartet. Mit der GT Runner 2 bringt Huawei die klar auf Läufer ausgerichtete Sportuhr zurück. Der Fokus liegt weiterhin auf dem Lauftraining, auch wenn die Uhr inzwischen deutlich breiter aufgestellt ist.
Neben klassischen Sportfunktionen integriert Huawei zahlreiche Gesundheits-Features bis hin zum EKG. Das wertet die Uhr spürbar auf, schlägt sich aber auch im Preis nieder. Ob sich die Runner 2 dennoch als Geheimtipp empfiehlt, klärt dieser Test.
Die Huawei Watch GT Runner 2 richtet sich klar an Läufer und setzt konsequent auf ein leichtes, kompaktes Gehäuse. Im Vergleich zur Watch GT 6 fällt sie spürbar kleiner aus. Das Titan-Gehäuse misst 43,5 × 43,5 × 10,7 mm, die Unterseite mit den PPG-Sensoren besteht aus Kunststoff. Das reduziert das Gewicht auf 34,5 g. Am Handgelenk ist die Uhr kaum zu spüren – genau das, was man beim Laufen will.
Neben dem Touchscreen erfolgt die Bedienung über eine drückbare Krone oben rechts sowie eine frei belegbare Taste darunter. Das funktioniert direkt und zuverlässig. Unser Testgerät kommt mit einem blauen Nylonarmband samt Klettverschluss. Es sitzt sicher und ist auch bei längerem Tragen bequem – selbst im Schlaf. Der Verschluss lässt sich schnell anpassen und bei Bedarf enger ziehen, etwa für eine präzisere Pulsmessung.
Ein Nachteil: Bei starkem Schwitzen saugt sich das Band mit Feuchtigkeit voll und benötigt nach dem Abspülen etwas Zeit zum Trocknen. Huawei legt daher ein Kautschukarmband bei. Beim blauen Modell ist es schwarz, weitere Varianten gibt es in Weiß mit orangenen Akzenten sowie in Schwarz. Der Wechsel gelingt dank des Klicksystems schnell und werkzeuglos.
Die Watch GT Runner 2 ist bis 5 ATM wasserdicht (entspricht rund 50 Metern) und nach IPX9 gegen starken Wasserdruck geschützt. Schwimmen ist damit problemlos möglich. Zudem erfüllt sie die Norm EN 13319, die Anforderungen an Tauchinstrumente wie Messgenauigkeit, Ablesbarkeit unter Wasser und Druckbeständigkeit definiert – laut Huawei ist sie sogar freigegeben für Einsätze bis 40 Meter. Für das Gerätetauchen ist sie jedoch unserer Ansicht nach wegen ATM 5 weniger zu empfehlen, zum Schnorcheln kann man sie problemlos nutzen.
Das runde OLED-Display misst 1,32 Zoll und löst mit 466 × 466 Pixeln auf. Es liefert eine scharfe Darstellung mit kräftigen Farben und hohem Kontrast. Insgesamt überzeugt die Bildqualität: klar, leuchtstark und jederzeit gut im Blick.
Mit bis zu 3000 Nits erreicht es eine beeindruckende Helligkeit – Inhalte bleiben selbst bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Die automatische Helligkeitsanpassung arbeitet zuverlässig und passt das Display unauffällig an die Umgebung an.
Als Companion-App dient Huaweis Health App. Aufgrund der US-Sanktionen ist sie nicht im Google Play Store verfügbar, der Download erfolgt alternativ per QR-Code und Sideloading. Im Samsung Galaxy Store sowie im Apple App Store steht sie hingegen regulär bereit. Die Uhr ist mit Android, iOS und Huaweis EMUI kompatibel.
Die App ist übersichtlich und zeigt die wichtigsten Gesundheitsdaten zentral an. Trainingspläne und ein Zifferblatt-Store sind integriert, viele Ziffernblätter kosten jedoch extra. Erweiterte Analysen, Trainingsprogramme und Ernährungstipps bleiben dem Abo „Health Plus“ vorbehalten.
Die Bedienung gelingt intuitiv. Neben dem Touchscreen stehen eine drückbare Krone sowie eine frei belegbare Taste zur Verfügung. Wischgesten führen durch Benachrichtigungen, Schnelleinstellungen, Infokarten und Wetterinfos. Die App-Übersicht wirkt im Rasterlayout aufgeräumt.
Als Betriebssystem kommt Harmony OS zum Einsatz. Es läuft flüssig und reagiert schnell. Über die Appgallery lassen sich zusätzliche Apps installieren, das Angebot bleibt jedoch überschaubar. Dazu zählen vor allem kleinere Tools wie eine Fernsteuerung für Spotify, Petal Maps zur Navigation oder der Bezahldienst Curve – eine zusätzliche Installation auf dem Smartphone ist dann erforderlich. Bluetooth lässt sich nicht manuell trennen, ein Flugmodus fehlt. Dafür stehen ein „Nicht-stören“-sowie ein Schlafmodus mit deaktiviertem Display zur Verfügung.
Die Pulsmessung arbeitet bei intensiven Workouts sehr genau. Im Vergleich mit einem Polar-Brustgurt weicht sie selbst bei Intervallen nur um ein bis zwei Schläge ab – auch über längere Distanzen.
Beim Warm-up auf dem Crosstrainer kam es allerdings zu ungewohnten Ausreißern: Kurzzeitig zeigte die Uhr über 190 BPM an, obwohl der tatsächliche Puls bei etwa 120 lag. Solche Fehlmessungen sind bei optischen PPG-Sensoren nicht ungewöhnlich – geringe Durchblutung und ruckartige Bewegungen können das Signal verfälschen. Im Test half es, die Uhr enger zu tragen, die Haut vorher anzuwärmen und den Trainingsmodus frühzeitig zu starten.
Auch bei der Ortung überzeugt die Runner 2. Huawei setzt auf eine entkoppelte 3D-Floating-Antenne und Dualband-GNSS mit allen gängigen Satellitensystemen. Strecken, Tempo und Routen werden zuverlässig erfasst – auch ohne Smartphone.
Die Uhr unterstützt zahlreiche Sportarten. Nutzer können Routen planen und inklusive Kartenmaterial offline auf die Uhr laden. Ein Barometer liefert Höhenprofile, ein virtueller Coach erstellt personalisierte Trainingspläne. Die Trainingsanalyse unterscheidet zwischen aeroben und anaeroben Belastungen und ordnet sie in Intensitätszonen ein. Eine Erholungsauswertung berechnet ferner auf Basis von Schlaf- und Stressdaten die Regenerationszeit. Neu ist ein Marathon-Modus, der mit strukturiertem Intervalltraining gezielt auf die große Distanz vorbereiten soll.
Neu ist ein Algorithmus zur Bestimmung der Laktatschwelle. Die Uhr führt dafür durch einen gestuften Outdoor-Lauf mit vorgegebenen Intensitäten. Im Test ließ sich die Messung allerdings nicht abschließen – sie brach mit einer Fehlermeldung ab. Wir werden das erneut prüfen und den Testbericht entsprechend aktualisieren.
Die Watch GT Runner 2 eignet sich nicht nur für Ausdauersport, sondern bietet auch eine Vielzahl an Gesundheits-Features – ein deutliches Upgrade gegenüber dem Vorgänger.
Die Uhr ermöglicht jetzt eine 1-Kanal-EKG-Messung: Dazu berührt man das Gehäuse mit einer Hand und sitzt möglichst ruhig. Messungen erfolgen situativ und nicht im Hintergrund. Anhand des EKGs lassen sich Unregelmäßigkeiten in der Herzfrequenz erkennen – etwa Anzeichen für Vorhofflimmern. Einen Arztbesuch ersetzt die Uhr nicht, sie ist aber eine sinnvolle Kontrolle, um bei Auffälligkeiten ärztlichen Rat einzuholen.
Ergänzend analysieren die optischen PPG-Sensoren die Pulswellen und können ebenfalls Arrhythmien erkennen. Über die Huawei Health App lässt sich zudem ein Herzrhythmus-Check im Ruhezustand durchführen – die Erkennungsgenauigkeit wurde durch Updates weiter verbessert.
Ansonsten misst die Uhr die arterielle Steifigkeit – also wie stark die Arterienwände an Elastizität verloren haben. Steife Arterien erhöhen den Blutdruck und gelten als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zusätzlich erfasst sie die Herzfrequenzvariabilität (HRV) – die Abstände zwischen den Herzschlägen. Sie gilt als Indikator für Stress und Erholung: Hohe Werte deuten auf gute Fitness hin, niedrige auf Überlastung oder gesundheitliche Probleme.
Die Schlafanalyse unterscheidet zwischen Leicht-, Tief- und REM-Phasen und erkennt sporadisch nächtliche Wachzeiten. Die Ergebnisse waren weitgehend plausibel, aber weniger genau als bei einem hochwertigen Smart-Ring wie von Oura – die gemessene Schlafdauer fiel in der Regel etwas länger aus. Letztlich basieren alle Schätzungen auf Herzfrequenz-Algorithmen. Nur ein EEG könnte präzisere Angaben liefern. Als Orientierung taugt die Analyse aber gut – zumal die Uhr bequem genug ist, um nachts nicht zu stören.
Die Huawei Watch GT Runner 2 verfügt weder über WLAN noch über Mobilfunk – die Verbindung zum Smartphone erfolgt ausschließlich per Bluetooth. Telefonieren ist dank Mikrofon und Lautsprecher dennoch direkt von der Uhr aus möglich und bietet eine ordentliche Sprachqualität. Das ist praktisch, wenn das Smartphone gerade nicht griffbereit, aber in der Nähe ist.
An Sensoren bringt die Uhr unter anderem einen Kompass, Beschleunigungssensor, Gyroskop und Lichtsensor mit. Ein Barometer schätzt anhand von Luftdruckmessungen die Höhe über dem Meeresspiegel, ein Thermometer erfasst die Hauttemperatur – letzteres ist als Indikator für Zyklus-Tracking nützlich.
Neues gibt es bei der Bezahlfunktion, die endlich zuverlässig funktioniert. Zum Einsatz kommt der Dienstleister Curve. Die zugehörige App muss sowohl auf der Uhr als auch auf dem Smartphone installiert und verifiziert werden. Nach Hinterlegung einer Kredit- oder Debitkarte sind Zahlungen per NFC direkt über die Uhr möglich – im Test funktionierte das hervorragend.
Das kompakte Gehäuse hat einen Nachteil: Der Akku fällt mit 540 mAh deutlich kleiner aus als etwa bei der Watch GT 6 Pro mit 46 mm. Im Test hielt die Uhr bei täglichem Tragen – inklusive Schlaftracking und einem Workout pro Tag – rund sechs bis sieben Tage durch. Laut Hersteller sollen mit aktiviertem Sparmodus sogar knapp zwei Wochen möglich sein. Mit aktiver GPS-Aufzeichnung sinkt die Laufzeit erwartungsgemäß deutlich.
Aufgeladen wird über ein induktives Ladepad mit USB-A-Anschluss. Nach knapp einer Stunde ist der Akku wieder voll.
Die UVP liegt bei 399 Euro – ein spürbarer Anstieg gegenüber dem Vorgänger. Dafür bietet die Uhr aber auch deutlich mehr Features. Bei Huawei gibt es sie zum Marktstart bis zum 13. Mai mit 30 Euro Rabatt für 369 Euro. Erhältlich ist sie mit schwarzem, blauem oder weiß-orangem Armband.
Die Huawei Watch GT Runner 2 ist ein ausgereiftes Upgrade des Vorgängers. Die kompakte, leichte Sportuhr bietet eine handliche Alternative zur wuchtigen GT-Reihe – ideal für alle, die beim Laufen nicht ständig an die Uhr am Handgelenk erinnert werden wollen. Der Tragekomfort ist hoch, die Ortung präzise, die Pulsmessung sehr genau. Dazu kommen EKG sowie weitere Features zur Überwachung der Herzgesundheit. Auch die neue Bezahlfunktion per Curve funktioniert jetzt endlich einwandfrei.
Kleine Schwächen gibt es dennoch: Beim Warm-up auf dem Crosstrainer kam es gelegentlich zu Ausreißern bei der Pulsmessung. Das lässt sich aber beheben, indem man die Haut vorher anwärmt und die Uhr eng trägt. Die Akkulaufzeit fällt knapper aus als bei Garmin oder den großen Huawei-Uhren der GT-Reihe – ein Tribut ans kompakte Gehäuse. Und ganz so günstig wie der Vorgänger ist die GT Runner 2 nicht mehr. Dennoch bleibt sie eine preiswerte und überzeugende Alternative zu Garmin und Polar.
Die Suunto Race will Ausdauersportler perfekt auf Wettkämpfe vorbereiten. Wir klären im Test, ob die Rechnung des finnischen Unternehmens aufgeht.
Die Suunto Race will Ausdauersportler perfekt auf Wettkämpfe vorbereiten. Wir klären im Test, ob die Rechnung des finnischen Unternehmens aufgeht.
Mit der Suunto Race hat der Hersteller Suunto eine neue smarte Sportuhr auf den Markt gebracht, die sich speziell an Ausdauersportler und Triathleten richtet. Das Modell steht damit unter anderem in Konkurrenz zur Polar Vantage V3 und Garmin Forerunner 970. Neben umfangreichen Wettkampffunktionen besitzt die Suunto Race eine integrierte Navigation sowie einen leistungsfähigen Akku. Wir haben uns die High-End-Uhr genauer angeschaut und zeigen, für wen sich der Kauf lohnt.
Wer bereits eine Suunto-Uhr kennt, wird beim Design und der Bedienung der Suunto Race kaum überrascht. Die Smartwatch wirkt groß und wuchtig, was vor allem am dicken Gehäuse und der markanten, drehbaren Krone an der Lünette liegt. Neben der Krone sitzen zwei weitere Tasten, wie man sie auch von anderen Suunto-Modellen kennt.
Die Lünette besteht aus gebürstetem Edelstahl, das Gehäuse aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Ein Silikonarmband mit Kunststoffschließe gehört zum Lieferumfang. Es gibt zudem eine hochwertige Variante mit Titangehäuse.
Die Uhr wirkt sehr robust und hochwertig verarbeitet. Im direkten Vergleich mit der Polar Vantage V3 und der Garmin Forerunner 970 wirken Gehäuse und Armband jedoch etwas weniger hochwertig. Dafür ist die Suunto Race spürbar günstiger als die beiden Konkurrenten.
Bedient wird die Uhr über die drei Seitentasten und den Touchscreen. Praktisch: Während des Trainings kann man eine Tastensperre aktivieren – hilfreich für lange, intensive Einheiten. Im Test reagierte die Steuerung zuverlässig, Eingaben wurden durchweg korrekt erkannt. Lediglich beim Scrollen durch Menüs traten gelegentlich kleinere Ruckler auf.
Die drehbare Krone erleichtert die Navigation, besonders wenn der Touchscreen schwer zu nutzen ist – etwa mit Handschuhen oder nassen Händen. Das AMOLED-Display überzeugt mit hoher Helligkeit und bleibt auch in direkter Sonne gut ablesbar.
Wie bei den meisten Sportuhren müssen wir vor der Nutzung der Suunto Race zunächst die zugehörige App auf dem Smartphone installieren. Nach der Kontoerstellung und Eingabe der persönlichen Daten lässt sich die Uhr via Bluetooth koppeln. Dieser Vorgang ist in wenigen Minuten erledigt. Im Anschluss spielt die App automatisch das aktuelle Update auf die Uhr – das dauert deutlich länger als die eigentliche Einrichtung.
Die Suunto-App präsentiert eine Übersicht zu vergangenen Aktivitäten und Gesundheitsdaten. Auf der Startseite finden sich Zusammenfassungen der eigenen Trainingseinheiten sowie Beiträge von anderen Suunto-Nutzern, denen man folgen kann. Zusätzlich gibt es einen Kalender und ein Navigationsmenü.
Im Mittelpunkt steht die sogenannte Training Zone: Hier sind die Bereiche Training, Aktivität, Schlaf, Erholung und Fortschritt getrennt aufgeführt. Die Daten sind detailliert aufbereitet, verlangen aber etwas Einarbeitung, um die Vielzahl an Informationen vollständig zu erfassen.
Beim Aktivitätstracking bietet die Suunto Race die üblichen Standardfunktionen: Sie misst Schritte, Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität sowie den Kalorienverbrauch. Der Schrittzähler zeigte sich im Test zuverlässig und wich kaum von einer manuellen Zählung ab. Nutzer können in der App persönliche Ziele für Schritte oder Kalorienverbrauch festlegen und sich bei deren Erreichen benachrichtigen lassen.
Ein zentrales Highlight ist jedoch die umfangreiche Navigation. Dass Suunto als traditionsreicher Kompass-Hersteller hier Stärken hat, überrascht nicht. Vor der Nutzung müssen allerdings zunächst Karten heruntergeladen werden – entweder ganze Länderpakete oder ausgewählte Regionen. Der Download erfolgt über WLAN bei angeschlossenem Ladekabel und kann je nach Paketgröße bis zu 50 Minuten in Anspruch nehmen. Anschließend ist noch eine kurze Kompasskalibrierung erforderlich.
Im Einsatz überzeugt die Navigation. Auf dem Display erscheint eine Karte mit präzisem GPS-Standort. Nutzer starten direkt auf der Uhr eine Peilungsnavigation oder legen in der App eigene Routen an. Das Planen funktioniert ähnlich einfach wie bei Google Maps oder Komoot. Routen kann man bearbeiten, benennen, speichern und sogar teilen. Auf der Uhr ruft man sie über das Navigationsmenü ab – wahlweise zur Orientierung oder zur Nutzung in einer Trainingseinheit. Zusätzlich lässt sich flexibel hineinzoomen oder eine Richtungsanweisung aktivieren.
Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen wie der Polar Vantage V3 zeigt sich hier die Kernstärke der Finnen: Die Navigation der Suunto Race gehört zu den besten im Bereich Sportuhren.
Das sportliche Training steht im Mittelpunkt der Suunto Race – vorwiegend für Ausdauersportler. Trotzdem bringt die Uhr über 90 Trainingsprofile mit, die sich für nahezu jede Sportart eignen. Während einer Einheit erfasst sie Herzfrequenz, Belastung und Erholung, bewertet den Fortschritt anhand der Herzfrequenzvariabilität und berechnet in der App einen Training Stress Score (TSS). Dafür fließen Werte wie Laufpace, Leistung, Schwimmpace oder Aktivitätstyp ein. Ein integrierter Coach analysiert die Daten, schätzt den Fitnesslevel ein und gibt konkrete Empfehlungen, wie man diesen verbessern kann.
Viele Informationen wie Erholungsgrad oder Trainingsfortschritt lassen sich direkt auf dem Bildschirm abrufen – praktisch, wenn man nicht jedes Mal die App öffnen will. Im Test lieferten TSS und Coaching-Infos sinnvolle Hinweise für die Trainingssteuerung. Man sollte sich zwar nicht blind darauf verlassen und stets das eigene Körpergefühl berücksichtigen, doch die Race bietet damit einen nützlichen Begleiter.
Ein echtes Highlight im Test war der Wettkampfsportmodus. Hier lassen sich individuelle Sportmodi anlegen – flexibler als bei den Konkurrenten. Nutzer vergeben Namen, wählen bis zu sieben Datenfelder pro Display oder zeigen Rundentabellen, Intensitätszonen und unterschiedliche Intervallformen an. Je nach Bedarf ist auch eine Kombination mit Navigation und weiteren Daten möglich. Damit deckt die Race das gesamte Spektrum von Laufen über Radfahren, Schwimmen bis Rudern ab.
Zusätzliche Funktionen lassen sich über den Suunto Store nachrüsten: von Ernährungshelfern für Energie- und Flüssigkeitsmanagement über sportspezifische Score-Apps hin zu Tools wie einem Schuhtester oder einer Backyard-Ultra-App. Für ambitionierte Ausdauersportler eröffnet das eine große Spielwiese.
Die Herzfrequenzmessung mit dem optischen Sensor überzeugte im Test. Bei langen Laufeinheiten stimmten die Werte nahezu mit denen eines Brustgurts überein. Lediglich bei intensiven HIIT-Workouts mit stark wechselndem Puls geriet der Sensor manchmal ins Hintertreffen – ein bekanntes Problem fast aller Sportuhren mit optischer Messung.
Die Suunto Race nutzt Puls, Blutsauerstoff und Schlafphasen, um die Schlafqualität zu bewerten. In der App lassen sich individuelle Ziele für die Schlafdauer festlegen. Die Ergebnisse erscheinen in übersichtlichen Diagrammen, ergänzt durch eine Einschätzung, ob der Schlaf erholsam genug für weiteres Training war.
Im Test arbeitete das Schlaf-Tracking grundsätzlich zuverlässig: Die aufgezeichneten Werte deckten sich mit unserem eigenen Empfinden, auch kurze Wachphasen erkannte die Uhr korrekt. Allerdings fiel die Aufzeichnung an zwei Nächten komplett aus, obwohl sie aktiviert war – die Ursache konnten wir nicht feststellen. Zudem kann das recht wuchtige Gehäuse beim Schlafen stören, je nachdem, wie man liegt.
Wer Extras wie Musikspeicher, EKG oder kontaktloses Bezahlen erwartet, wird enttäuscht. Die Suunto Race beschränkt sich auf ihre Kernkompetenzen. Musik lässt sich zwar über das Display steuern, das Smartphone muss dabei aber immer in der Nähe sein. Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen wie der Garmin Forerunner 970 oder Polar Vantage V3 fehlen damit einige Komfortfunktionen.
Der Akku zählt klar zu den Stärken der Suunto Race. Im reinen Uhrenmodus läuft die Smartwatch bis zu 26 Tage. Mit dauerhaft aktivierter Herzfrequenzmessung, aber ohne GPS, hält sie rund 12 Tage durch. Bei eingeschaltetem GPS variiert die Laufzeit je nach Modus: maximal 40 Stunden mit höchster Genauigkeit und allen Messungen, bis zu 120 Stunden bei reduzierter Genauigkeit und ohne Pulsmessung. Im Test bestätigten sich die Herstellerangaben weitgehend. Damit liegt die Suunto Race bei der Akkulaufzeit deutlich vor der Polar Vantage V3 und der Garmin Forerunner 970.
Suunto bietet die Race aktuell in einer Edelstahl-Version für 499 Euro (UVP) an, das Titanium-Modell kostet 599 Euro. Damit ist sie fast 200 Euro günstiger als die Garmin Forerunner 970. Zum Testzeitpunkt bewegte sich der Straßenpreis nur geringfügig unter der UVP.
Im Vergleich zur Garmin Forerunner 970 spielt die Suunto Race mehrere Trümpfe aus: Sie kostet deutlich weniger, bietet kostenlose Offline-Karten mit starker Navigation und lässt sich über zahlreiche ebenfalls kostenlose Apps funktional erweitern.
Besonders stark zeigt sich die Uhr bei der Personalisierung der Sportmodi. Kein anderes Modell erlaubt es derzeit, eigene Profile so flexibel zu erstellen, zu benennen und bis ins Detail anzupassen.
Wer Wert auf Individualisierbarkeit legt und kleinere Schwächen wie den fehlenden Musikspeicher oder gelegentliche Aussetzer beim Schlaf-Tracking akzeptieren kann, erhält mit der Suunto Race eine leistungsstarke Sportuhr, die sich vor Garmin und Polar nicht verstecken muss.
Die Garmin Vivoactive 6 vereint Features von Smartwatch und Sportuhr zum fairen Preis. Wir zeigen im Test, wie sich die Uhr gegen die Konkurrenz schlägt.
Die Garmin Vivoactive 6 vereint Features von Smartwatch und Sportuhr zum fairen Preis. Wir zeigen im Test, wie sich die Uhr gegen die Konkurrenz schlägt.
Mit der Vivoactive 6 bringt Garmin den Nachfolger der Vivoactive 5 auf den Markt – ein Mix aus einfacher Smartwatch, schlanker Sportuhr und edlem Fitnesstracker für preisbewusste Käufer. Neu sind unter anderem ein verbessertes GPS, mehr Speicher und ein schlafzyklusbasierter Wecker. Im Test prüfen wir, wie sich die GPS-Smartwatch im Vergleich zur Konkurrenz und zur Vorgängerin schlägt.
Garmin bleibt beim Design der Vivoactive 6 der Linie des Vorgängers treu: funktional, unauffällig, robust. Das Gehäuse ist minimal flacher, die obere Taste leicht überarbeitet – Gewicht und Display bleiben gleich.
Das Gehäuse besteht aus glasfaserverstärktem Polymer, die Lünette ist aus Aluminium gefertigt. Etwas schlicht wirkt das Silikonarmband mit Kunststoffschließe, lässt sich bei Bedarf aber problemlos tauschen. Das 1,2-Zoll-AMOLED-Display wird von Gorilla Glass 3 geschützt und übersteht im Test Stürze auf Steinboden sowie Kollisionen mit harten Gegenständen unbeschadet. Insgesamt hinterlässt die Verarbeitung einen überzeugenden Eindruck.
Auch die Bedienung gelingt im Test problemlos. Eingaben werden präzise erkannt, die Navigation läuft flüssig. Die Menüführung hat Garmin überarbeitet: Statt direkt in Aktivitäten zu springen, öffnet die Menütaste nun ein zentrales Menü mit Zugriff auf Training, Musik, Garmin Pay und mehr. Das neue Interface wirkt moderner und erleichtert die Orientierung – nach kurzer Eingewöhnung klappt die Bedienung reibungslos.
Die Ersteinrichtung der Vivoactive 6 läuft typisch für Garmin: App herunterladen, Uhr einschalten, per Bluetooth koppeln. Die Garmin-Connect-App führt anschließend kurz durch Funktionen und Bedienung. Zusätzliche Features wie Garmin Pay oder Musiksteuerung richtet man danach individuell ein.
Zur App selbst: Das zentrale Dashboard zeigt konfigurierbare Gesundheits- und Fitnessdaten wie Herzfrequenz, Schlaf, VO2max, Schritte oder Trainingsbelastung. In der Community ist die Bedienung umstritten – vorwiegend nach dem letzten Update, das nicht alle als Fortschritt sehen. Letztlich bleibt auch hier vieles eine Gewöhnungssache, wenngleich andere Hersteller wie Polar oder Huawei eine klarere Struktur bieten.
Auch wenn die Vivoactive 6 nicht den klaren Sportfokus einer Garmin Fenix 8 oder Forerunner 965 verfolgt, bietet sie viele der typischen Tracking-Funktionen. Neben zahlreichen Trainingsprofilen zeichnet die Uhr Werte wie Herzfrequenz, Schritte, Intensitätsminuten, Kalorien, Herzfrequenzvariabilität und Blutsauerstoffsättigung präzise auf. Die Genauigkeit reicht zwar nicht an medizinische Geräte heran, ist für den Alltag aber vollkommen ausreichend.
Besonders überzeugen die umfangreichen Trainingsfunktionen. Jedes Profil bietet spezifische Anzeigen – etwa Pace, Distanz und Puls beim Laufen oder Wiederholungen und Sätze beim Krafttraining. Datenseiten lassen sich individuell konfigurieren, direkt über das Display und ohne Umwege.
Für viele Sportarten gibt es zusätzliche Coaching-Funktionen. Läufer greifen auf Trainingspläne aus der Garmin-App zu, alternativ lassen sich eigene Einheiten aus über 1600 Fitnessübungen zusammenstellen oder direkt von der Uhr vorschlagen. Mobilitätstrainings stehen zum Download bereit, für Rollstuhlfahrende gibt es spezielle Workouts inklusive Schub- und Handbiking. Viele Übungen zeigt die Uhr sogar animiert an – ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse.
Nach dem Training liefert die Uhr Analysen zur Belastung, dem Trainingsnutzen und der Erholungszeit. Mit dem bekannten Pace-Pro-Feature lassen sich Wettkampfstrategien basierend auf Zielzeit und Streckenprofil planen. Das klappt im Test gut, ersetzt aber keine durchdachte Trainingsplanung.
Zur Hardware: Die Vivoactive 6 nutzt einen optischen Pulssensor sowie integriertes GPS, das Glonass, Galileo, QZSS und Beidou unterstützt. Im Test arbeiten beide Sensoren zuverlässig. Die Pulsmessung bleibt auch bei Belastung stabil, wenn auch nicht auf Brustgurt-Niveau. Das GPS liefert exakte Daten – wie von Garmin gewohnt. Einschränkungen gibt es bei der Navigation: Abseits einer einfachen Breadcrumb-Führung fehlt eine echte Kartendarstellung. Diese bleibt höherpreisigen Modellen wie der Fenix 8 vorbehalten.
Beim Schlaf-Tracking bleibt die Vivoactive 6 größtenteils beim Bewährten. Die Uhr erfasst zuverlässig Einschlaf- und Aufwachzeiten, Schlafphasen, Puls, Atmung und Blutsauerstoffsättigung. Daraus berechnet sie die Schlafqualität, ergänzt durch Tipps eines integrierten Schlafcoachs zur Verbesserung der Schlafhygiene. Im Test stimmten die gemessenen Werte gut mit unserem subjektiven Eindruck überein.
Neu ist die smarte Weckfunktion: Sie weckt per Vibration bis zu 30 Minuten vor der eingestellten Zeit – abhängig von der aktuellen Schlafphase. So wird ein Aufwachen aus dem Tiefschlaf vermieden. In der Praxis funktioniert das zuverlässig und sorgt für ein deutlich angenehmeres Aufwachen.
Wie von Garmin gewohnt, bringt auch die Vivoactive 6 eine Reihe praktischer Zusatzfunktionen mit. Auf ein EKG oder Telefonie über Mikrofon – wie bei der Venu 3 – müssen Nutzer zwar verzichten, doch mit Garmin Pay und integriertem Musikspeicher ist die Uhr gut ausgestattet.
Statt 4 GB wie beim Vorgänger bietet die Vivoactive 6 nun 8 GB internen Speicher, nutzbar für Musik oder Apps. Songs lassen sich per USB direkt vom PC übertragen oder über Streamingdienste wie Spotify, Deezer und Amazon Music laden – inzwischen auch ohne Umweg über die Connect-IQ-App direkt auf der Uhr. Im Test funktionierte das schnell und problemlos – spürbar besser als noch bei der Vivoactive 5.
Garmin Pay läuft wie gewohnt: Code festlegen, Karte in Garmin Connect hinterlegen, fertig. Die Liste unterstützter Banken bleibt überschaubar, umfasst aber große Anbieter wie Commerzbank, Comdirect, Santander oder Revolut. Eine aktuelle Übersicht bietet Garmin online.
Garmin nennt für die Vivoactive 6 bis zu 11 Tage Laufzeit im Smartwatch-Modus ohne Always-On-Display und 17 bis 21 Stunden mit aktivem GPS. Im Test erreichten wir rund 8 Tage – bei drei rund 90-minütigen Sporteinheiten (davon zwei mit GPS), aktivem Schlaf-Tracking und deaktiviertem Always-On. Eine Stunde GPS verbrauchte im Schnitt etwa 6 Prozent Akku, was rund 16,5 Stunden GPS-Betrieb entspricht.
Auch wenn die Praxiswerte leicht unter den Herstellerangaben lagen, liefert die Vivoactive 6 solide Laufzeiten. Im Vergleich zu Modellen wie der Apple Watch schneidet sie deutlich besser ab.
Während Garmin mit Modellen wie der Fenix 8 oder Forerunner 965 vorrangig ambitionierte Sportler mit großem Budget anspricht, richtet sich die Vivoactive 6 an preisbewusste Nutzer, die eine solide GPS-Smartwatch mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis suchen. Mit einer UVP von 330 Euro liegt sie im mittleren Preissegment. Die Uhr ist in den Farben Bone/Lunargold, Schwarz/Schiefergrau, Jaspisgrün und Pink Dawn erhältlich. Der Straßenpreis liegt je nach Farbvariante schon bei unter 300 Euro. Das beste Angebot liegt bei 278 Euro.
Mit der Vivoactive 6 bringt Garmin eine Smartwatch mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis auf den Markt. Sie verbessert den Vorgänger in nahezu allen Punkten und ist den aktuellen Straßenpreis von rund 300 Euro wert.
Wer auf Kartenfunktionen und Telefonie verzichten kann, erhält eine vielseitige GPS-Uhr mit umfangreichen Trainingsfunktionen, solider Smartwatch-Ausstattung und langer Akkulaufzeit – in dieser Preisklasse kaum zu schlagen. Auch im Vergleich zur Apple Watch macht sie eine gute Figur.
Ob sich ein Umstieg von der Vivoactive 5 lohnt, hängt vom Bedarf ab. Die 6er punktet mit neuer Menüführung, mehr Speicher und smartem Wecker – der Vorgänger bleibt aber weiterhin eine gute Wahl.
Die vierte Generation der Garmin Venu 4 kombiniert dezentes Design mit Funktionen für Lifestyle, Gesundheit und Sport. Ein EKG bietet die Smartwatch ebenfalls.
Die vierte Generation der Garmin Venu 4 kombiniert dezentes Design mit Funktionen für Lifestyle, Gesundheit und Sport. Ein EKG bietet die Smartwatch ebenfalls.
Die Garmin Venu 4 verbindet ein dezentes, alltagstaugliches Design mit einem klaren Schwerpunkt auf Gesundheits- und Lifestyle-Funktionen. Gleichzeitig bleibt Garmin seinen Kernkompetenzen treu: GPS-Aufzeichnung und umfangreiches Fitness-Tracking gehören weiterhin zum festen Funktionsumfang. So positioniert sich die Smartwatch als elegante Alternative zu klassischen Sportuhren, ohne auf sportliche Grundlagen zu verzichten.
Getestet haben wir die Venu 4S in der 41-mm-Variante, die uns Garmin leihweise zur Verfügung gestellt hat. Welche Stärken und Schwächen die Venu 4 hat, klärt der Test.
Garmin ändert das Design der Venu 4 im Vergleich zur Venu 3 nur wenig. Das Grundkonzept bleibt erhalten: Die Smartwatch wirkt eher wie eine klassische Armbanduhr als eine ausgewiesene Sportuhr. Auffällig sind jedoch Anpassungen bei der Tastenanordnung. Während die Venu 3 noch drei längliche, vertikal am Gehäuserand platzierte Knöpfe bot, setzt die Venu 4 nun auf eine Kombination aus einer länglichen und einer runden Taste. Die Bedienung über den Touchscreen bleibt unverändert.
Auch bei den Materialien bleibt Garmin dem Vorgänger treu. Die Venu 4 kombiniert ein AMOLED-Display mit Gorilla Glass 3, eine Edelstahllünette und ein Silikonarmband. Mit 33 Gramm ohne Armband zählt die Uhr zu den leichten Modellen, was sich positiv auf den Tragekomfort auswirkt. Am Handgelenk sitzt die Smartwatch angenehm, die Tasten sind so positioniert, dass sie nicht drücken. Auch beim Tragen in der Nacht zeigt sich die Venu 4 unauffällig.
Wie bereits die Venu 3 ist auch die Venu 4 bis zu einem Druck von 5 ATM wasserdicht. Schwimmen, Duschen oder Joggen im Regen stellen damit kein Problem dar. Für Aktivitäten bei hohem Wasserdruck oder längere Tauchgänge ist die Smartwatch jedoch nicht ausgelegt.
Der Hersteller bietet die Smartwatch erneut in zwei Größen an: Die Venu 4 misst 45 mm, während die Venu 4S mit 41 mm Durchmesser für kleinere Handgelenke – etwa bei Damen oder Jugendlichen – eine Option ist.
Wie schon beim Vorgängermodell setzt Garmin bei der Venu 4 auf ein AMOLED-Display. Da der Hersteller die Smartwatch in zwei Größen anbietet, variiert auch die Display-Diagonale: Das 41-mm-Modell kommt auf 1,2 Zoll, die 45-mm-Variante auf 1,4 Zoll. Die Auflösung liegt entsprechend bei 390 × 390 Pixeln oder 454 × 454 Pixeln.
Das Display lässt sich – wie von aktuellen Garmin-Uhren gewohnt – jederzeit einwandfrei ablesen. Ein integrierter Umgebungslichtsensor passt die Helligkeit automatisch an die Lichtverhältnisse an. Alternativ lässt sich die Helligkeit auch manuell einstellen. Beide Optionen arbeiten zuverlässig.
Als festes Mitglied des Garmin-Ökosystems entfaltet die Venu 4 ihren Funktionsumfang nur in Verbindung mit der Garmin-Connect-App. Auf eine ausführliche Vorstellung der Anwendung verzichten wir an dieser Stelle, da wir sie bereits in früheren Garmin-Tests detailliert behandelt haben.
Die Kopplung erfolgt per Bluetooth, anschließend führen wir die Einrichtung direkt in der App durch. Ein kurzes Tutorial erklärt dabei die wichtigsten Funktionen und die Bedienlogik der Venu 4. Der gesamte Einrichtungsprozess dauert nur wenige Minuten. Funktionen wie Garmin Pay oder die Musikwiedergabe lassen sich bei Bedarf auch später konfigurieren.
In der Praxis überzeugt die Bedienung mit der von Garmin gewohnten Zuverlässigkeit. Die Uhr reagiert flüssig, das Touch-Display setzt Eingaben präzise um und kommt auch mit feuchten oder schmutzigen Fingern gut zurecht. Nutzer, die bereits eine Garmin-Uhr verwendet haben, finden sich sofort zurecht. Aber auch Einsteiger sollten sich nach kurzer Zeit problemlos orientieren können.
Garmin richtet die Venu 4 klar auf eine Kombination aus Fitness und Lifestyle aus. Das zeigt sich nicht nur im Design, sondern auch im Funktionsumfang. Die Smartwatch unterstützt mehr als 80 Trainingsprofile sowie einen Multisport-Modus, mit dem sich mehrere Sportarten kombinieren lassen. Zur Auswahl stehen unter anderem verschiedene Ausdauerdisziplinen, Krafttraining, Yoga sowie Mannschafts- und Wintersportarten. Hinzu kommt ein spezielles Golf-Modul mit Daten zu mehr als 43.000 Golfplätzen weltweit.
Bei Ausdauersportarten wie Laufen oder Radfahren erfasst die Venu 4 umfangreiche Trainingsdaten. Diese reichen zwar nicht an den Detailgrad der Forerunner- oder Fenix-Serie heran, sind jedoch für die meisten Hobbyathleten gänzlich ausreichend. Auf Basis der Messwerte berechnet die Uhr den Trainingsnutzen, die empfohlene Erholungszeit und die aktuelle Trainingsbereitschaft, wobei auch Schlaf- und Erholungsdaten einfließen.
Eigene Trainingseinheiten lassen sich in der Garmin-Connect-App erstellen und anschließend direkt auf der Uhr anzeigen. Zusätzlich bietet Garmin vorgefertigte Trainingspläne für Ausdauer- und Kraftsport sowie Einheiten für HIIT, Cardio, Yoga und Pilates. Eine Besonderheit ist der Rollstuhlmodus, mit dem Rollstuhlfahrer tägliche Schübe erfassen und speziell angepasste Trainings nutzen können.
Zentral für Training und Alltag ist der optische Pulssensor. Garmin setzt hier auf die bewährte Elevate-Technologie, die Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität misst. Im Test arbeitet der Sensor zuverlässig und präzise. Sowohl bei lockeren Laufeinheiten als auch beim Krafttraining und bei HIIT-Einheiten liefert die Venu 4 hervorragende Messwerte. Bei stark schwankender Herzfrequenz zeigen sich im Vergleich zu einem Brustgurt lediglich geringe Abweichungen im niedrigen einstelligen Bereich, wie sie für optische Sensoren typisch sind.
Für die Streckenaufzeichnung verfügt die Venu 4 über ein integriertes GPS-Modul mit Unterstützung für Glonass, QZSS, Galileo und Beidou. Beim Laufen oder Radfahren speichert die Uhr die zurückgelegten Routen zuverlässig. Eine klassische Kartenansicht fehlt allerdings; die Navigation beschränkt sich auf Breadcrumb- und Trackback-Funktionen. Immerhin bietet die Venu 4 inzwischen Google Maps als eingeschränkte App-Integration aus dem Garmin Connect IQ Store, sodass sich Routen per Abbiegehinweise direkt auf der Uhr anzeigen lassen – allerdings keine Karten. In der Praxis funktioniert das problemlos und dürfte für die meisten Nutzer ausreichen.
Die Venu 4 bietet eine umfassende Palette an Gesundheitsfunktionen, inklusive detaillierter Schlafanalyse. Im Zentrum steht der sogenannte Health Status, der Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität (HRV), Atmung, Blutsauerstoffsättigung und Hauttemperatur auswertet und mögliche Auffälligkeiten erkennt. Ergänzend dazu erfasst das Lifestyle Logging alltägliche Gewohnheiten wie Koffeinkonsum, Entspannungsmaßnahmen etwa durch Meditation sowie Aspekte der Schlafhygiene. Die von anderen Garmin-Modellen bekannte Body Battery liefert zusätzlich eine Einschätzung der aktuellen Energiereserven des Körpers.
Als sportlich orientierte Lifestyle-Smartwatch unterstützt die Venu 4 zudem Funktionen zur Frauengesundheit. Nutzerinnen können unter anderem physische Symptome, Stimmung, sexuelle Aktivität, Eisprung und Ausfluss dokumentieren. Der Funktionsumfang fällt umfangreich aus und eignet sich gut, um den eigenen Zyklus zu beobachten. In Kombination mit dem Lifestyle Logging lassen sich so auch stress- oder stoffwechselbedingte Veränderungen und Trends erkennen. Positiv fällt zudem die Möglichkeit auf, zu jedem Zyklustag eigene Notizen zu hinterlegen – etwa zur Dokumentation der Körpertemperatur im Rahmen der NFP-Methode.
Neben der kontinuierlichen Herzfrequenzmessung unterstützt die Venu 4 die Garmin-EKG-App. Die Verfügbarkeit kann je nach Region variieren – in der Europäischen Union ist das Feature seit Längerem zertifiziert. Über Sensoren in der Uhr lässt sich innerhalb von 30 Sekunden ein 1-Kanal-EKG aufzeichnen, um den Sinusrhythmus zu prüfen und mögliche Hinweise auf Vorhofflimmern zu erkennen. Voraussetzung ist ein Software-Update sowie die einmalige Einrichtung der Funktion in der Garmin-Connect-App.
Im Test gelingt die Aufzeichnung zuverlässig: Nach dem Anlegen von Daumen und Zeigefinger an den Gehäuserand zeichnet die Uhr den Herzrhythmus auf, das Ergebnis lässt sich anschließend sowohl auf der Uhr als auch in der App einsehen und exportieren. Ein ärztliches EKG ersetzt die Funktion nicht, sie kann jedoch erste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten liefern.
Für das Schlaftracking kombiniert Garmin bei der Venu 4 einen Sleep Score mit einem Schlafcoach. Die Uhr erkennt Schlafphasen und Nickerchen automatisch und erfasst neben der Herzfrequenz auch Hauttemperatur und Atemmuster, um die Schlafqualität zu bewerten. In der Praxis arbeitet das Tracking zuverlässig: Die Ergebnisse stimmen weitgehend mit dem subjektiven Empfinden überein, auch nächtliche Wachphasen erkennt die Uhr korrekt. Trotz ihres präsenten Gehäuses stört die Venu 4 beim Schlafen nicht.
Nutzer, die mit Garmin-Smartwatches vertraut sind, erleben bei den Zusatzfunktionen der Venu 4 kaum Überraschungen. Der Schwerpunkt liegt klar auf Lifestyle-Features. So unterstützt die Uhr Garmin Pay und bietet einen integrierten Musikspeicher. Damit lassen sich Zahlungen direkt über die Smartwatch abwickeln – sofern die eigene Bank Garmin Pay unterstützt – und Musik auch ohne Smartphone hören. Nach der Einrichtung über die App funktionieren beide Funktionen im Test problemlos. Die Venu 4 unterstützt unter anderem Spotify und Deezer, sodass sich Inhalte direkt auf den internen Speicher der Uhr herunterladen lassen.
Zusätzlich integriert Garmin ein Mikrofon und einen Lautsprecher. Die Venu 4 verarbeitet damit Sprachbefehle und eignet sich zum Annehmen und Führen von Telefonaten. Für Anrufe ist jedoch stets ein gekoppeltes Smartphone erforderlich, da die Uhr über keinen eSIM-Slot verfügt.
Garmin beziffert die Akkulaufzeit der 41-Millimeter-Variante der Venu 4 auf bis zu zehn Tage, bei dauerhaft aktiviertem Display auf rund drei Tage. Das 45-Millimeter-Modell bietet einen etwas größeren Akku und soll bis zu zwölf Tage durchhalten. Damit bewegt sich die Venu 4 auf dem Niveau des Vorgängers. Im Praxistest – mit drei Sporteinheiten pro Woche à jeweils rund 90 Minuten, davon zwei mit GPS, aktivierten Benachrichtigungen und mittlerer Display-Helligkeit – musste die Uhr nach neun Tagen wieder an die Steckdose gehen. Das ist ein solider, wenn auch kein herausragender Wert für eine Smartwatch.
Die Venu 4 ist in mehreren Farbvarianten sowie in zwei Gehäusegrößen mit 41 und 45 Millimetern erhältlich. Garmin ruft für das kleinere Modell eine unverbindliche Preisempfehlung (UVP) von rund 550 Euro auf, die größere Variante liegt bei etwa 600 Euro. Damit positioniert sich die Venu 4 deutlich über der Venu 3 und kostet je nach Ausführung 80 bis 120 Euro mehr.
Zum Testzeitpunkt ist die Smartwatch im Handel allerdings bereits günstiger zu haben: Der Straßenpreis startet für die Venu 4S mit 41 mm (Damen) ab rund 429 Euro sowie für die Venu 4 mit 45 mm (Herren) ebenfalls ab 429 Euro.
Wer weiß, was er will, erhält mit der Garmin Venu 4 eine ausgezeichnete Smartwatch mit klarem Fokus auf Gesundheits-, Fitness- und Alltagsfunktionen. Bei den klassischen Smartwatch-Features bleibt im Vergleich zu Wear OS deutlich Luft nach oben: Die eingeschränkten Navigationsmöglichkeiten sowie der weitgehende Verzicht auf KI-Funktionen fallen negativ auf.
Demgegenüber steht eine umfangreiche Auswahl an Fitness- und Lifestyle-Tracking-Funktionen sowie eine lange Akkulaufzeit, die im Alltag einen spürbaren praktischen Nutzen bieten. Auch die EKG-Funktion erweist sich im Test als sinnvolle Ergänzung. Garmin Pay und der integrierte Musikspeicher vervollständigen das insgesamt stimmige, wenn auch hochpreisige Gesamtpaket.
Starker Akku, großes Display, zusätzlicher Speicher: Die Amazfit Active Max verspricht viel Sportuhr für wenig Geld. Ob sie liefert, klären wir im Test.
Starker Akku, großes Display, zusätzlicher Speicher: Die Amazfit Active Max verspricht viel Sportuhr für wenig Geld. Ob sie liefert, klären wir im Test.
Die Smartwatches von Amazfit haben sich am umkämpften Wearables-Markt längst als Preis-Leistungs-Tipps etabliert: viele Features für wenig Geld. Mit der Amazfit Active Max treibt der chinesische Hersteller dieses Prinzip nun auf die Spitze. Die Uhr soll in jeder Hinsicht größer und besser sein als die Amazfit Active 2, kostet dafür aber rund 70 Euro mehr.
Ein Schnäppchen ist die Active Max mit einer UVP von knapp 170 Euro trotzdem – denn auf dem Papier bietet die Smartwatch nicht nur ein großes und helles Display, sondern auch eine lange Akkulaufzeit, diverse Fitness- und Gesundheitsfunktionen sowie Navigation. Ob die Active Max wirklich das Maximum ist und den Kauf lohnt, klären wir im Test.
Optisch orientiert sich die Active Max an der Active 2, mit ein paar Unterschieden im Detail: Die Lünette besteht aus schwarzem Aluminium statt gebürstetem Edelstahl. Das Silikonarmband ähnelt dem der Active 2 und verfügt über eine einigermaßen robust wirkende Kunststoffschließe. An der rechten Gehäuseseite sitzen zwei schmale Bedienknöpfe mit angenehmem Druckpunkt.
Die Verarbeitung macht insgesamt einen guten Eindruck – man merkt der Uhr ihren günstigen Preis nicht an. Obwohl Amazfit keine Angaben zur Stoßfestigkeit macht, übersteht die Active Max problemlos Stürze auf Steinboden aus anderthalb Metern Höhe oder Stöße am Handgelenk mit einer Kettlebell. Zudem ist die Smartwatch bis 5 ATM wasserdicht und eignet sich damit auch zum Schwimmen im Pool oder See.
Der Tragekomfort ist trotz der Displaygröße hoch. Weder im Alltag noch beim Schlafen drückt die Uhr unangenehm am Handgelenk. Mit 39,5 g ohne Armband ist die Active Max zwar rund 10 g schwerer als die Active 2, beim Tragen fällt das aber kaum auf.
Beim Display hat Amazfit gegenüber der Active 2 ordentlich nachgelegt: Der Bildschirm misst nun 1,5 Zoll und löst mit 480 × 480 Pixeln auf – eine höhere Auflösung als die Active 2 (466 × 466 Pixel) und sogar mehr Pixel als die größere Active 2 Square (390 × 450 Pixel). Die Pixeldichte sinkt mit 323 PPI dennoch leicht, da sich die Pixel auf eine größere Fläche verteilen – im Praxistest fällt das aber nicht auf.
Deutlich zugelegt hat auch die Spitzenhelligkeit: Bis zu 3000 Nits gibt Amazfit an, während Active 2 und Active 2 Square bei 2000 Nits abregeln. Der Bildschirm bleibt damit auch bei direkter Sonneneinstrahlung einwandfrei ablesbar.
Wie bei anderen Amazfit-Smartwatches verbinden wir die Active Max über die Zepp App per Bluetooth mit dem Smartphone. Die App führt durch die wichtigsten Funktionen und installiert das aktuelle Firmware-Update – bis die Uhr einsatzbereit ist, dauert es nur wenige Minuten.
Bei der Bedienung finden sich Amazfit-Veteranen schnell zurecht, andere Nutzer müssen sich eventuell kurz umstellen: Anordnung und Belegung der Tasten sind genau umgekehrt zu dem, was etwa bei Garmin oder Polar üblich ist. Hat man sich daran gewöhnt, geht die Bedienung aber bequem und intuitiv von der Hand. Eingaben werden sowohl über die Tasten als auch über das Touch-Display zügig erkannt – auch mit feuchten oder schmutzigen Fingern. Verzögerungen oder Fehleingaben stellen wir im Test nicht fest.
Bei den Trainings- und Fitness-Features bietet die Active Max den gewohnten Amazfit-Standard: Mehr als 170 Sportprofile decken neben Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren und Schwimmen auch diverse Ball-, Wasser- und Trendsportarten sowie Kraftsport ab – bis hin zu Exoten wie Darts oder Tischfußball. Über den Sinn von Profilen wie Bridge lässt sich streiten, die Datensätze der meisten Sportarten sind aber gut durchdacht: Je nach Disziplin unterscheiden sich die aufgezeichneten Daten deutlich voneinander.
Selbstverständlich mit an Bord ist der Hyrox-Race-Modus, der ein komplettes Rennen inklusive der einzelnen Stationen aufzeichnet – für Athleten auf Bestzeit-Jagd ein praktisches Tool. Wer sich beim Training anleiten lassen will, kann über eine KI individuelle Trainingspläne erstellen, die sich an das eigene Fitnessniveau anpassen. Über die Zepp App lassen sich zudem eigene Trainingseinheiten planen, etwa für Kraftsport – das funktioniert dank der großen Übungsauswahl hervorragend.
Beim GPS-Modul setzt Amazfit preisklassentypisch auf Single-Band-Tracking, das aber wie von anderen Amazfit-Uhren gewohnt sehr genau arbeitet. In Städten mit dichter Bebauung gibt es vereinzelt leichte Abweichungen bei der Streckenerkennung, die gegenüber unserem Kontrollgerät mit Multiband-GPS (Garmin Fenix 7) aber minimal ausfallen: Eine 5-Kilometer-Strecke unterscheidet sich am Ende um maximal 20 bis 30 Meter.
Dank GPS-Modul und integriertem Speicher beherrscht die Active Max Navigation per Offline-Karte inklusive Höhenlinien. Von den beworbenen 4 GB bleiben allerdings nur 2,7 GB übrig, da das System bereits 1,3 GB belegt. Routen lassen sich auf die Uhr übertragen, beim Kartenmaterial beschränkt sich Amazfit aber wie gewohnt auf regionale Ausschnitte – komplette Europakarten sind nicht vorgesehen. Da der Datentransfer mangels WLAN ausschließlich über Bluetooth läuft, erfordert der Download etwas Geduld.
Die Pulsmessung macht im Test einen guten Job. Im Vergleich zum Brustgurt gibt es kaum Unterschiede: Bei gleichmäßigen Ausdauereinheiten stimmen die Werte bis auf wenige Herzschläge überein. Bei HIIT-Einheiten können die Abweichungen minimal größer ausfallen, bleiben aber im einstelligen Bereich.
Die Active Max bietet eine umfassende Schlafüberwachung mit Restore IQ – einem KI-Algorithmus, der Schlafdaten analysiert und bei der Optimierung der Erholungsphasen helfen soll. Neben Schlafstadien registriert die Uhr auch Nickerchen und zeichnet Puls, Blutsauerstoff sowie Atemfrequenz auf. Nicht jede einzelne Wachphase wird zuverlässig erkannt, ansonsten funktioniert das Schlaftracking aber tadellos: Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt stimmen, die Bewertung der Schlafqualität wirkt nachvollziehbar. In der App gibt es zusätzliche Tipps zur Verbesserung der Schlafhygiene.
Herzfrequenz, Blutsauerstoffsättigung und Atmung misst die Active Max ebenfalls. Damit die Uhr bei abnormalen Werten warnt, muss man die Pulsmessung in den Einstellungen allerdings von fünf auf eine Minute erhöhen – die Blutsauerstoffmessung ist ab Werk sogar komplett deaktiviert. Die Aktivierung beider Funktionen geht zulasten der Akkulaufzeit.
Stiefmütterlich behandelt Amazfit auch bei der Active Max die weibliche Gesundheit. Das Zyklustracking erlaubt lediglich die Eingabe von Datum und Dauer der letzten Periode. Daraus errechnet die App den Zyklus inklusive fruchtbarer Tage und Eisprung. Zusätzliche Symptome lassen sich aber weder außerhalb noch während der Periode erfassen – in der Praxis macht das die Funktion nahezu nutzlos.
Die Active Max unterstützt eine Reihe von Zusatzfunktionen, die mittlerweile zum Repertoire jeder aktuellen Amazfit-Uhr gehören. Der KI-Sprachassistent Zepp Flow erlaubt das Beantworten eingehender Nachrichten oder die Steuerung der Uhr per Sprachbefehl. Auch Anfragen an die KI – etwa zum Wetter oder zu aktuellen Schlafdaten – sind möglich und funktionieren im Test problemlos und ohne Verzögerung. Telefonieren klappt ebenfalls, allerdings nur in Kombination mit einem Smartphone – ein eSIM-Slot fehlt.
Obwohl Amazfit damit wirbt, dass sich Podcasts in den integrierten Speicher laden lassen, steht uns diese Funktion zum Testzeitpunkt nicht zur Verfügung. Einen eigenen Musikspeicher bietet die Uhr ebenfalls nicht – sie erlaubt lediglich die Steuerung der Musikwiedergabe auf dem Smartphone. Kontaktloses Bezahlen via NFC mit Zepp Pay wird zwar unterstützt, das Feature leidet aber weiterhin darunter, dass nur wenige deutsche Banken Zepp Pay aktuell unterstützen.
Amazfit-Uhren halten in der Regel lange durch. Die Active Max legt hier aber noch einmal zu: Ihr 658-mAh-Akku ist mehr als doppelt so groß wie der 270-mAh-Akku der Active 2. Laut Hersteller sind bei typischer Nutzung bis zu 25 Tage drin, bei durchgehender GPS-Nutzung bis zu 64 Stunden.
Wie lange der Akku im Alltag tatsächlich durchhält, hängt stark von den Einstellungen ab. Ab Werk misst die Uhr die Herzfrequenz nur alle fünf Minuten, die Blutsauerstoffmessung ist komplett deaktiviert. Wer das Messintervall verkürzt, die Blutsauerstoffmessung hinzuschaltet und das Always-On-Display aktiviert, muss mit deutlich kürzerer Laufzeit rechnen.
Trotzdem hielt die Uhr in unserem Test gut 12 Tage durch – und das bei minütlicher Herzfrequenzmessung, aktivierter Blutsauerstoffmessung und drei anderthalbstündigen Sporteinheiten pro Woche, davon zwei mit GPS. Für eine Smartwatch dieser Preisklasse ein hervorragender Wert.
Vollständig geladen ist die Active Max über die beiliegende Ladeschale in knapp zwei Stunden. Nach 30 Minuten steht der Akku bei rund 30 Prozent. Ein passendes Netzteil für das Ladekabel liegt allerdings nicht bei.
Die Amazfit Active Max kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung 170 Euro und damit 70 Euro mehr als die Active 2. Die Uhr ist ausschließlich in Schwarz erhältlich. Aktuell gibt es die Sportuhr schon für 159 Euro.
Die Amazfit Active Max hat zwei Besonderheiten, die die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen dürften: Die Smartwatch kostet mehr als andere Amazfit-Uhren mit vergleichbarem Feature-Set, bietet dafür aber ein größeres Display und vor allem einen deutlich leistungsfähigeren Akku.
Trotz des Aufpreises gegenüber der Active 2 oder der Bip 6 bleibt das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu teureren Modellen von Garmin, Polar und Co. unschlagbar. Wer eine Uhr mit Navigation sucht und großen Wert auf lange Akkulaufzeit legt, bekommt mit der Active Max ein echtes Schnäppchen.
Die High-End-Sportuhr Vantage V3 vom Garmin-Konkurrenten Polar verspricht mit umfangreichen Features ein optimaler Begleiter für Ausdauer-Athleten zu sein. Was die Uhr kann, zeigen wir in unserem Test.
Die High-End-Sportuhr Vantage V3 vom Garmin-Konkurrenten Polar verspricht mit umfangreichen Features ein optimaler Begleiter für Ausdauer-Athleten zu sein. Was die Uhr kann, zeigen wir in unserem Test.
Mit der Vantage V3 spendiert Polar seiner Vantage-Serie ein neues Modell. Die Premium-Sportuhr mit EKG richtet sich vorwiegend an Ausdauer-Athleten, denen sie – so die Werbung des Herstellers – „zu Bestleistung verhelfen“ will. Ob dieser Plan aufgeht und ob die Vantage V3 ihren Preis von fast 600 Euro wirklich wert ist, klären wir in unserem Test.
Legt man die Vantage V3 direkt neben das Vorgängermodell, wird schnell deutlich: Großartige Unterschiede beim Design gibt es zwischen den Uhren nicht. Polar hält bei der V3 an der bewährten schlichten Optik fest – inklusive fünf dezenten Seitentasten und großem Gehäuse. Auch das Armband aus Silikon mit aufgerauter Oberfläche ist gleich geblieben und leidet weiterhin darunter, dass es recht schnell Staub und Schmutz anzieht.
Insgesamt machen sowohl das Gehäuse als auch das Armband einen sehr soliden und hochwertigen Eindruck. Wie schon beim Vorgängermodell hat Polar bei der Vantage V3 auf Gorilla-Glas 3 gesetzt, dieses Mal aber ein hochauflösendes AMOLED-Touchscreen-Display mit 462 ppi verbaut. Einen Rückschritt gegenüber der V2 gibt es aber in Hinblick auf die Wasserdichtigkeit, denn die liegt statt 100 m nur noch bei 50 m – was aber für die vorgesehenen Anwendungsszenarien der Vantage V3 (Triathlon, Schwimmen) absolut ausreichend ist.
Die Bedienung der Uhr erfolgt über fünf Bedienknöpfe und das Touch-Display. Nach kurzer Eingewöhnung geht die Steuerung der Uhr gut von der Hand und auch das Touch-Display reagiert zügig und zuverlässig auf unsere Eingaben. Die Helligkeit des Displays lässt sich in drei Stufen regeln, wobei die Anzeige auch bei direkter Sonneneinstrahlung stets ablesbar bleibt.
Direkt beim ersten Start fordert uns die Uhr auf, nach der Sprachauswahl die Einrichtung der Vantage V3 über das Smartphone oder den PC vorzunehmen. Entscheiden wir uns für Erstes, müssen wir die Polar Flow App herunterladen und ein Nutzerkonto anlegen. Anschließend koppeln wir die Vantage V3 per Bluetooth mit unserem Smartphone. Die Uhr funktioniert zwar auch, wenn wir sie über den PC einrichten (möglich mit dem beiliegenden Lade- bzw. USB-C-Kabel), allerdings empfehlen wir den Download der App für den vollen Funktionsumfang der Uhr.
Bei der App hat sich in der Vergangenheit und insbesondere seit unserem Test der Vantage V2 nicht allzu viel verändert. Das etwas gewöhnungsbedürftige und teils unübersichtliche Tortendiagramm, das uns mit einem Überblick unserer täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Daten versorgt, ist ebenso noch vorhanden wie die einzelnen Kontextmenüs zu Schlaf, Aktivitäten und Training. Ebenfalls mit an Bord ist wieder die Möglichkeit, die App mit Google Fit, Strava, Komoot, Myfitnesspal, Trainingpeeks und Nike+ zu verbinden. Neu ist mittlerweile aber das sogenannte Tagebuch, über das wir Trainingseinheiten planen und aktuelle Neuigkeiten aus unserem Tagesablauf auf einen Blick sehen können.
Wie es sich für eine smarte Sportuhr gehört, bietet die Polar Vantage V3 eine Vielzahl an Möglichkeiten, die eigene tägliche Aktivität aufzuzeichnen. Die V3 zeichnet Schritte, Kalorien, Puls und Hauttemperatur durchgängig auf. Wer möchte, kann über die App eigene Aktivitätsziele festlegen und eine Bewegungserinnerung einstellen. Alle diese Funktionen gehören zum Standard gängiger Smartwatches, liefen in unserem Test aber einwandfrei und zuverlässig.
Ein zentrales Feature der Vantage V3 ist außerdem die Navigation inklusive Offline-Karten. Was bei der Konkurrenz von Garmin und Suunto schon länger zum Standard gehört, erreicht jetzt auch die Polar-Uhren, die sich aber die Frage gefallen lassen müssen: Kann die Navigation der Vantage V3 beispielsweise mit einer Garmin Fenix 7 mithalten? Die kurze Antwort lautet: leider nein. Denn dafür leidet das Feature noch unter zu vielen kleinen Problemen.
Aber zuerst das Positive: Polar nutzt bei der Vantage V3 ein GPS-System, das sich sowohl Glonass und Galileo als auch QZSS für die Navigation zunutze macht. Weil die Uhr zusätzlich Assisted-GPS unterstützt, findet sie unsere Position besonders schnell und mit einer hohen Genauigkeit. Letztere bleibt auch während der Bewegung erhalten, wie wir im Test bei Lauf- und Radfahr-Einheiten feststellen konnten.
Wer das Navigationsfeature während des Trainings nutzen möchte, kann auf voreingestellte Routen zurückgreifen, die bereits gelaufene Strecke zurückverfolgen (Track back) oder die schnellste, genauer gesagt kürzeste Route zum Ausgangspunkt (Back-to-Start) anzeigen lassen. Das funktionierte im Test auch passabel, allerdings hat die Navigation der Vantage V3 ein paar Haken.
Erstens funktioniert die Navigation auf der Uhr nicht für sich genommen. Wir können zwar unseren Standort anzeigen, müssen aber erst einmal eine Trainingseinheit beginnen, um eine voreingestellte Route nutzen zu können. Letztere lassen sich zudem nicht auf der Uhr direkt planen, sondern nur über im Vorfeld importierte GPX- oder TCX-Tracks, Komoot oder Strava nutzen. Um GPX- oder TCX-Routen zu importieren, müssen wir die Uhr mit dem PC verbinden oder die Route mit der Flow App synchronisieren und als Favorit festlegen. Die Navigation via Strava oder Komoot erfordert die Verknüpfung des entsprechenden Nutzerkontos mit der jeweiligen Drittanbieter-App.
Zweitens verfügt die Uhr von Werk ab nur über Basiskarten, in denen lediglich Hauptverkehrswege eingezeichnet sind. Kleine Trails und Nebenstraßen sucht man hier vergeblich. Deshalb müssen wir zusätzlich ein großes (kostenloses) Kartenpaket herunterladen und über den PC mit der Vantage V3 synchronisieren.
Auch wenn die Navigation in der Praxis zwar zuverlässig funktioniert, ist das Einrichten der Routen dann doch ziemlich umständlich. Hier zeigt die Konkurrenz von Garmin, wie es besser und vor allem nutzerfreundlicher geht.
Dass Polar eine der größten Marken für smarte Sportuhren ist, merkt man der Vantage V3 direkt an. Die Smartwatch richtet sich zwar explizit an Ausdauersportler, verfügt aber über mehr als 150 verschiedene Sportprofile, sodass nicht nur Läufer, Radfahrer und Triathleten auf ihre Kosten kommen, sondern auch Kraft-, Wasser- und Wintersportler.
Trotzdem gilt, wie auch bei der Konkurrenz von Garmin und Co: Läufer, Radfahrer und Triathleten profitieren am meisten von den Trainingsfeatures der Vantage V3, und davon gibt es jede Menge. Nutzer haben die Möglichkeit, individuelle Trainingsprogramme für Läufer zu verwenden, um sich auf Wettkämpfe vom 5K hin zu Marathon vorzubereiten. Polar Flow berücksichtigt dabei das wöchentliche Trainingspensum und gibt Empfehlungen für Warm-up und Cooldown.
Wer lieber eigene Trainings erstellt, kann das mithilfe der App ebenfalls tun. Wir dürfen Trainingseinheiten mit bestimmten Zielen vorausplanen, darunter etwa Intervalle nach Herzfrequenz, Tempo oder Leistung. Ferner haben wir die Möglichkeit, spezifische Ziele wie eine bestimmte Kalorien-Menge oder eine Dauer für das Training einzustellen. Starten wir dann die entsprechende Einheit, informiert uns die Uhr darüber, mit welcher Intensität wir unser Ziel erreichen (schneller oder langsamer laufen). Das Erstellen der Trainingsziele über die App fühlt sich anfangs etwas umständlich an, geht mit ein bisschen Übung dann aber gut von der Hand.
Ein weiterer Trumpf, den die Polar Vantage V3 bei der Trainingsüberwachung ausspielt, ist die Anzeige von verschiedenen Parametern auf dem Display. Die Uhr kann bis zu vier Werte auf einem Bildschirm anzeigen, wobei wir frei entscheiden können, um welche Werte es sich dabei handeln soll. Den Aufbau des Bildschirms bestimmen wir über die App, was ebenfalls zuverlässig funktioniert. Der Kreativität sind dabei so gut wie keine Grenzen gesetzt, und die Auswahl an Werten lässt keine Wünsche offen.
Was Polar-Kennern bereits bekannt vorkommen dürfte, sind schließlich Features wie Fuelwise, Training Load Pro oder Recovery Pro. Diese Funktionen ermöglichen uns eine genaue Wettkampfplanung und Erholung nach dem Training: Die Vantage V3 berechnet anhand unserer Leistungsdaten unsere Erschöpfung und informiert uns, wann wir welche Art von Makronährstoffen zuführen sollten. Eine Trinkerinnerung ist ebenfalls mit an Bord. Besonders für Sportler, die im Training und bei Wettkämpfen längere Distanzen zurücklegen, sind solche Features ein nützliches Beiwerk.
Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten, und der (marginal vorhandene) Schatten betrifft im Fall der Vantage V3 die Wattmessung beim Laufen sowie den Herzfrequenz-Sensor. Die Wattmessung erfolgt bei der Polar Vantage V3 über die sogenannte Running Power, die anhand der Bewegungen unseres Handgelenks beim Laufen unsere Leistung berechnet. Der Sensor funktionierte in unserem Test zwar ordentlich, wer auf genaue Daten angewiesen ist, sollte aber zu einem externen Sensor wie dem Stryd oder vergleichbaren Geräten greifen.
Ein Problem, das bei vielen anderen Sportuhren auftritt, kommt derweil auch bei der Vantage V3 vor: Die Uhr kommt bei Krafttrainingseinheiten nicht so gut mit stark schwankenden Herzfrequenzen zurecht. Allerdings beschränkten sich die daraus resultierenden Ungenauigkeiten auf einen mittleren einstelligen Bereich. Derweil lieferte die Vantage V3 zuverlässige Pulsdaten, als wir bei einem rund anderthalbstündigen Wettkampf größtenteils mit hoher Intensität unterwegs waren. Auch bei Einheiten im Grundlagenausdauerbereich konnten wir keine merklichen Probleme feststellen. Plötzliche Ausschläge nach oben, die nicht mit den Daten unseres Kontrollgeräts (Garmin Fenix 6 mit Brustgurt) übereinstimmten, konnten wir übrigens nicht feststellen – obwohl andere Tester von derartigen Abweichungen berichteten.
Während die Vantage V3 bei der Herzfrequenz und der Navigation noch einiges an Feinschliff vermissen lässt, trumpft Polar bei der Schlafüberwachung ordentlich auf. Denn die Vantage V3 berechnet anhand von Daten wie Schlafmenge und Schlafqualität eine umfangreiche Menge an Datensätzen zu unserem Schlafverhalten. Auf dieser Basis erhalten wir dann verschiedene Prognosen darüber, wie unsere Schlafhygiene unseren Alltag beeinflusst – beispielsweise, ob unsere Aufmerksamkeit tagsüber unter Schlafmangel leidet oder zu welcher Uhrzeit wir schlafen gehen sollten. Außerdem berechnet die Vantage V3 einen sogenannten Nightly Recharge Status, der angibt, wie gut wir uns im Schlaf von unserem Training und dem Alltagsstress erholt haben.
Für Nutzer, die generell Probleme mit ihrer Schlafhygiene haben, können diese umfangreichen Features eine hilfreiche Orientierung bieten. Zwar ersetzen sie keine Analyse im Schlaflabor, aber die nachvollziehbaren Ergebnisse des Schlaftrackings in Kombination mit den Empfehlungen der Polar-App empfanden wir im Test als angenehme Hilfestellung auf dem Weg zu einem besseren Schlaf.
Anders als die Garmin-Modelle Fenix 7 und Forerunner 965, die in einer ähnlichen High-End-Riege unterwegs sind wie die Vantage V3, besitzt die Polar-Uhr keinen integrierten Musikspeicher oder eine Bezahlfunktion. Dafür hat die Vantage V3 aber ein Feature zu bieten, das bei hochpreisigen Smartwatches immer häufiger zum Einsatz kommt: nämlich ein EKG. Dieses ist allerdings in Deutschland bisher nicht medizinisch zertifiziert worden.
Zusätzlich zur normalen Pulsmessung können Nutzer über das Tests-Menü der Vantage V3 ein EKG starten. Um die Messung zu beginnen, legen wir einen Finger auf die linke obere Taste der Uhr. Anschließend zeichnet die Uhr für 30 Sekunden das Elektrokardiogramm unseres Herzens auf. In unserem Test hat dieses Feature ohne Probleme funktioniert. Wir haben das EKG mehrfach ausprobiert und es gab nie Fehlermeldungen. Die Ergebnisse wirkten glaubwürdig, auch wenn die Aussagekraft natürlich nicht mit einem professionellen EKG beim Arzt mithalten kann.
Polar hat in der Vantage V3 einen Akku mit einer Kapazität von 488mAh verbaut. Dieser Wert liegt deutlich über den 346mAh der V2, was sich auch in der Laufzeit widerspiegelt. Die betrug beim Vorgängermodell noch 40 Stunden im Trainingsmodus bei aktiviertem GPS und bis zu einer Woche im Uhrmodus mit Pulsmessung. Die V3 hingegen hält laut Polar im Trainingsmodus bis zu 61 Stunden durch, während der Uhrmodus die Smartwatch rund 12 Tage am Laufen halten soll. In unserem Test konnten wir diese Werte bestätigen: Bei drei Trainingseinheiten zu je anderthalb Stunden mit aktiviertem GPS läuft die V3 knapp 10 Tage am Stück.
Die unverbindliche Preisempfehlung der Vantage V3 liegt bei 600 Euro. Das entspricht einer Preiserhöhung von rund 100 Euro gegenüber dem Vorgängermodell. Mittlerweile bekommt man die Vantage V3 ab 400 Euro.
Polar macht mit der Vantage V3 vieles richtig: Die Uhr ist ein Fest für Datennerds, die nicht davor zurückschrecken, sowohl von der App als auch von Polar Flow am PC entsprechend Gebrauch zu machen. Umfangreiche Features wie die Auswertung der Trainingsbelastung und die Möglichkeit, die Nährstoffzufuhr während eines Wettkampfs zu planen, machen die V3 primär für Ausdauersportler und Langstrecken-Wettkämpfer interessant.
Bei der Navigation gibt es derweil aber ebenso noch Verbesserungsbedarf wie bei den Zusatzfeatures. Das Fehlen eines eigenen Musikspeichers oder einer Bezahlfunktion wären vielleicht noch zu verschmerzen, aber bei der Bedienbarkeit der Karten und den zugehörigen Nutzungsoptionen sollte Polar noch einmal nachbessern.
Stilvoll, präzise und trotzdem günstig: Die Amazfit Active 2 Square bietet GPS, Offline-Karten, NFC und lange Akkulaufzeit.
Stilvoll, präzise und trotzdem günstig: Die Amazfit Active 2 Square bietet GPS, Offline-Karten, NFC und lange Akkulaufzeit.
Wer eine smarte Sportuhr mit umfangreichen Trainingsfunktionen sucht, muss längst keine 300 Euro ausgeben. Mit der Active 2 Square schickt Amazfit ein Modell ins Rennen, das präzises Gesundheits- und GPS-Tracking, lange Akkulaufzeit und einen attraktiven Preis vereinen will.
Schon die Amazfit Active 2 mit rundem Zifferblatt konnte im Test überzeugen. Das rechteckige Square-Modell bietet nun ein großes Display mit Saphirglas und ergänzt die Ausstattung um NFC. Ob auch die Amazfit Active 2 Square ein echter Preis-Leistungs-Kracher ist, zeigt der Test.
Beim Design der Active 2 Square orientiert sich Amazfit erkennbar an der Apple Watch, setzt mit leicht abgerundeten Kanten und einer minimal ovalen Gehäuseform aber eigene Akzente. Auf der rechten Seite sitzen zwei schmale, unauffällige Tasten, die die Touchbedienung sinnvoll ergänzen.
Das Gehäuse besteht aus Edelstahl, das mitgelieferte Lederarmband aus schwarzem Leder mit Metallschließe. Zusätzlich legt Amazfit ein Silikonarmband mit Kunststoffschließe in markentypischem Orange bei – praktisch für Sport, Schwimmen oder schweißtreibende Einheiten.
Verarbeitung und Materialanmutung fallen insgesamt hochwertig aus. Mit 31,4 g Gewicht und 9 mm Gehäusedicke trägt sich die Smartwatch angenehm am Handgelenk. Dank 5-ATM-Zertifizierung ist sie zudem gegen Wasser geschützt und eignet sich auch für Schwimmen oder Duschen.
Das 1,75-Zoll-AMOLED-Display soll laut Amazfit eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits erreichen. Messungen konnten wir im Test zwar nicht durchführen, subjektiv wirkt der Wert auf höchster Stufe jedoch plausibel. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt das Display gut ablesbar, die automatische Helligkeitsregelung arbeitet zuverlässig.
Mit 390 × 450 Pixeln und 341 PPI bewegt sich die Auflösung im üblichen Rahmen für Smartwatches dieser Größe. Farben werden kräftig und kontrastreich dargestellt, ohne dabei unnatürlich zu wirken.
Die Amazfit Active 2 Square wird über die kostenlose Zepp-App von Amazfit eingerichtet, die im Apple App Store und bei Google Play bereitsteht. Die Ersteinrichtung erfolgt per Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone und ist schnell erledigt. Im Anschluss installiert die App automatisch das aktuelle Systemupdate – nach wenigen Minuten ist die Smartwatch einsatzbereit.
Die Bedienung erfordert zunächst etwas Eingewöhnung, da die seitlichen Tasten anders belegt sind als bei vielen anderen Smartwatches. Nach kurzer Zeit geht die Steuerung jedoch intuitiv von der Hand. Eingaben über Tasten und Touchscreen werden zuverlässig und ohne spürbare Verzögerungen umgesetzt.
Die Amazfit Active 2 Square richtet sich klar an aktive Nutzer und bietet mit mehr als 160 Sportmodi eine riesengroße Auswahl an Trainingsprofilen. Klassische Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Wandern werden per GPS aufgezeichnet, ein integriertes Höhenbarometer unterstützt unter anderem beim Skifahren. Trotz der Vielzahl an Modi wirken die Profile sinnvoll abgestimmt: Die erfassten Daten unterscheiden sich je nach Sportart deutlich und gehen über reine Dauer- und Pulswerte hinaus.
Ein Highlight ist der von Amazfit bekannte Hyrox-Race-Modus, mit dem sich einzelne Stationen während eines Rennens separat erfassen lassen. Zusätzlich steht ein eigenes Hyrox-Trainingsprofil bereit. Eigene Workouts lassen sich in der Zepp-App planen und über das Krafttrainingsprofil mit Wiederholungen, Sätzen und Pausen tracken. Die Übungsauswahl fällt sehr umfangreich aus und ist übersichtlich nach Kategorien sortiert. Die automatische Übungserkennung funktioniert meist zuverlässig, gelegentlich ist jedoch eine manuelle Korrektur nötig.
Sowohl das integrierte GPS als auch der optische Herzfrequenzsensor überzeugen im Test. Zwar unterstützt das GPS kein Dualband, die aufgezeichneten Strecken weichen in der Praxis aber kaum von der tatsächlichen Route ab. In der Zepp-App können zudem eigene Routen erstellt und zur Navigation auf die Uhr übertragen werden.
Auch die Pulsmessung liefert stimmige Ergebnisse. Im Vergleich mit einem Brustgurt bleiben die Abweichungen selbst bei stark schwankender Herzfrequenz gering und bewegen sich größtenteils im einstelligen Bereich.
Die Amazfit Active 2 Square bietet ein umfangreiches Schlaf-Tracking, das sowohl den Nachtschlaf als auch tagsüber eingelegte Nickerchen erfasst. Im Test arbeitet die Erkennung überwiegend zuverlässig: Einschlaf- und Aufwachzeiten werden genau registriert, einzelne Wachphasen jedoch nicht immer eindeutig erkannt. Die ermittelte Schlafbewertung deckt sich weitgehend mit dem subjektiven Empfinden.
In der Zepp-App finden sich zudem Auswertungen zur Schlafregelmäßigkeit, praktische Tipps zur Verbesserung der Schlafqualität sowie die Möglichkeit, Gewohnheiten vor dem Zubettgehen und die Stimmung beim Aufwachen zu dokumentieren.
Zu den Gesundheitsfunktionen zählen außerdem eine kontinuierliche Überwachung von Herzfrequenz, Atmung und Blutsauerstoffsättigung. Bei auffälligen Messwerten informiert die Uhr per Warnhinweis. Eine EKG-Funktion fehlt, was angesichts des Preises jedoch nicht überraschend ist.
Weniger überzeugend fallen die Funktionen zur weiblichen Gesundheit aus. Zwar bietet die Zepp-App ein Zyklus-Tracking mit Prognosen zu Periode, fruchtbaren Tagen und Eisprung, weiterführende Eingaben wie Symptome außerhalb der Periode oder die Körpertemperatur sind jedoch nicht vorgesehen.
Die Amazfit Active 2 Square unterstützt den kostenlosen KI-Sprachassistenten Zepp Flow, der per Natural Language Processing mit dem Nutzer interagiert. Damit lassen sich Nachrichten per Sprachdiktat beantworten, Funktionen der Uhr per Sprachbefehl steuern oder Fragen wie zur Wettervorhersage stellen. Auch aktuelle Trainingsdaten können abgefragt werden. Im Test funktionierte die Spracherkennung zuverlässig, einfache Befehle und Anfragen wurden sauber erkannt.
Dank integriertem Mikrofon und Lautsprecher können Anrufe direkt über die Uhr angenommen und geführt werden. Voraussetzung ist allerdings eine bestehende Bluetooth-Verbindung zum Smartphone, da die Active 2 Square weder eSIM noch LTE unterstützt.
Die Amazfit Active 2 Square bietet kein natives Google Maps, unterstützt Navigation jedoch auf zwei Wegen. Einerseits lassen sich Abbiegehinweise von Google Maps per Smartphone-Benachrichtigung auf die Uhr spiegeln, andererseits können über die Zepp-App Offline-Karten sowie GPX-Routen auf die Uhr geladen werden, die dann mit visueller Navigation und optionaler Sprachausgabe genutzt werden. Ergänzend stehen Drittanbieter-Apps zur Verfügung, die die Anzeige von Navigationshinweisen verbessern, jedoch ebenfalls ohne vollständige Google-Maps-Kartenansicht auskommen.
Abstriche müssen Nutzer beim Thema Musik machen: Ein interner Musikspeicher fehlt, die Uhr dient lediglich zur Steuerung der Wiedergabe auf dem Smartphone. Dafür ist kontaktloses Bezahlen per NFC über Zepp Pay an Bord. Es lassen sich bis zu acht Bankkarten auf der Uhr hinterlegen, allerdings wird der Dienst in Deutschland bislang nur von einer begrenzten Zahl an Banken unterstützt.
Amazfit gibt die Akkulaufzeit der Active 2 Square mit bis zu zehn Tagen an. Im Test erreichten wir ohne Always-On-Display, bei aktivierten Benachrichtigungen und drei jeweils rund 90-minütigen Trainingseinheiten – zwei davon mit GPS – eine Laufzeit von etwa acht Tagen. Das ist ein sehr ordentlicher Wert und für diese Preisklasse absolut überzeugend. Das vollständige Aufladen über die mitgelieferte Ladeschale dauert etwas mehr als eine Stunde.
Amazfit verkauft die Active 2 Square in einer Farbvariante mit schwarzem Lederarmband, ein orangefarbenes Kunststoffarmband liegt bei. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 150 Euro, der Straßenpreis liegt bei 115 Euro.
Die Amazfit Active 2 Square ist eine interessante Option für alle, die eine sportlich orientierte Smartwatch mit soliden Smart-Funktionen suchen, ohne viel Geld auszugeben. Mit einem Preis von deutlich unter 150 Euro bietet sie gemessen am Funktionsumfang und der gebotenen Qualität ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das macht sie für uns derzeit zur besten güsntigen Sportuhr.
Wer auf eine EKG-Messung verzichten kann und Amazfit-typische Einschränkungen wie die überschaubare Auswahl an Zusatz-Apps oder die eingeschränkten Bezahlfunktionen akzeptiert, erhält mit der Amazfit Active 2 Square eine überzeugende Uhr. Besonders für Hyrox-Athleten ist sie einen Blick wert: Der von Amazfit integrierte Race-Modus hebt sich von der Konkurrenz ab und stellt einen echten Mehrwert dar.
Garmin bietet mit der Fenix 8 sein neues High-End-Modell auch mit OLED-Display und EKG an. Im Test prüfen wir, ob sie den starken Vorgänger übertrifft.
Garmin bietet mit der Fenix 8 sein neues High-End-Modell auch mit OLED-Display und EKG an. Im Test prüfen wir, ob sie den starken Vorgänger übertrifft.
Die Garmin Fenix ist seit Jahren der Platzhirsch unter den smarten Sportuhren, und das mit Recht. In der Vergangenheit haben sich die Modelle der Fenix-Serie immer wieder an die Spitze unserer Bestenlisten für Sportuhren gefochten und in unseren Tests eine Traumwertung nach der anderen abgeräumt. Jetzt hat Garmin mit der Fenix 8 die neueste Inkarnation der beliebten High-End-Uhr auf den Markt gebracht.
Wir haben uns das Modell ganz genau angeschaut und mit dem Vorgänger verglichen, damit wir euch verraten können, ob sich der Kauf lohnt.
Update: Dieser Testbericht stammt aus dem Dezember 2024. Zum 15. Januar 2025 hat Garmin die EKG-Funktion auch für die Fenix 8 in der Europäischen Union freigeschaltet.
Rein optisch bleibt Garmin mit der Fenix 8 dem grundlegenden Design der Fenix-Serie treu. Deshalb ändert sich äußerlich erst einmal nicht viel, aber der Teufel steckt im Detail. Garmin verkauft die Fenix 8 dieses Mal in zwei Varianten mit unterschiedlichen Displays: einmal als OLED-Version und einmal als Solar-Modell mit MIP-Display. Die Fenix 8 mit OLED gibt es mit einer Display-Größe von 47 mm und die Fenix 8 Solar mit 47 mm und 51 mm. Zusätzlich bietet Garmin noch eine Fenix 8 OLED Sapphire mit Titan-Lünette und integrierter LED-Taschenlampe in den Größen 43 mm, 47 mm und 51 mm an. Streng genommen ist die Fenix 8 mit OLED damit der Nachfolger der Garmin Epix 2 (Testbericht) und nicht der Fenix 7 (Testbericht), die es nur MIP-Display gibt.
Am Aufbau der Fenix 8 hat sich im Vergleich zur Fenix 7 ansonsten aber wenig getan. Insgesamt ist die Lünette etwas schmaler als beim Vorgänger, sodass die Uhr weniger wuchtig wirkt. Die Anordnung der fünf Bedientasten bleibt allerdings ebenso gleich wie die Möglichkeit, die Uhr über Touch-Gesten zu steuern. Letztere kann im Test fast durchgehend überzeugen: Unsere Eingaben mit einer Kombination aus Tasten- und Touch-Bedienung werden zuverlässig erkannt und direkt verarbeitet, mit einer Einschränkung. Im Test reagierten die Tasten erst auf unsere Eingaben, wenn wir besonders fest gedrückt haben. Dabei kam es auch zu vereinzelten Rucklern. Das hängt damit zusammen, dass die Tasten jetzt vollständig wasserdicht sind. Allerdings ist die Bedienung damit weniger komfortabel als bei der Fenix 7, bei der Garmin vom Drücken der Tasten unter Wasser jedoch abrät.
Immerhin: Wie von der Fenix 7 gewohnt schaltet sich auch bei der Fenix 8 die Touch-Funktion ab, wenn wir den Trainingsmodus beziehungsweise die Sportaufzeichnung aktivieren. Dadurch kommt es nicht zu Bedienfehlern aufgrund ungünstiger Bewegungen.
Bei der Einrichtung der Fenix 8 und der zugehörigen Connect App bleibt alles bekannt und bewährt. Wir installieren die App auf unserem Smartphone und koppeln die Uhr mit ein paar Handgriffen an die Software. Es folgt ein kurzes Tutorial, das uns die wichtigsten Funktionen der Fenix 8 erklärt. Außerdem haben wir die Möglichkeit, spezielle Funktionen wie die Musiksteuerung, das Bezahlfeature oder die Benachrichtigungen individuell zu konfigurieren oder uns zu einem späteren Zeitpunkt daran erinnern zu lassen.
Mithilfe von Garmin Connect können wir dann die von der Fenix 8 aufgezeichneten Daten in übersichtlichen Kacheln und detaillierten Menüs anschauen. Auf der Hauptseite gibt es ein Dashboard, das uns die wichtigsten Informationen auf einen Blick anzeigt. Wer möchte, kann das Dashboard auch nach eigenen Wünschen anpassen. Dasselbe geht auch mit den täglichen Zielen für Bewegung und Aktivität, die wir in der App festlegen können. Die Einrichtung von Musikdiensten wie Spotify und der Transfer von Musik in den internen Speicher der Uhr läuft ebenfalls über Garmin Connect, wobei die Bedienung der jeweiligen Features in unserem Test gewohnt problemlos und intuitiv funktioniert hat. Eine Variante mit integriertem Mobilfunk gibt es nicht.
Die Aufzeichnung von Aktivitäten und Trainingseinheiten ist die Kernkompetenz der Garmin-Fenix-Serie, und die Fenix 8 fährt in dieser Kategorie wirklich alle Register auf. Im Vergleich zur Fenix 7 hat Garmin noch einmal nachgelegt und die Anzeigen für die verschiedenen Sportarten um nützliche Informationen erweitert. Beim Wandern wird insbesondere zusätzlich zur zurückgelegten Strecke, der Aktivitätsdauer und der Herzfrequenz standardmäßig auch ein Kompass mit Breitengradanzeige eingeblendet.
Eine weitere Neuerung betrifft die Anzeige des Optionsmenüs. Anstatt im Startbildschirm jeder Aktivität den oberen Button auf der linken Gehäuseseite gedrückt halten zu müssen, können wir jetzt direkt auf dem Display nach unten scrollen, um Einstellungen für die jeweilige Sportart vorzunehmen. Auch eine Trainingsempfehlung wird uns hier direkt angezeigt, etwa 30 Minuten Laufen mit einem bestimmten Tempo.
Als echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Vorgängermodellen hat Garmin der Fenix 8 eine Tauchzertifizierung spendiert. Das bedeutet, ihr könnt die Uhr explizit auch zum Tauchen einsetzen. Die Fenix 8 ist nach internationalen Standards als Tauchequipment freigegeben und eignet sich für Tauchgänge bis 40 Meter Tiefe. Zusätzlich steht euch mit der Tiefen-App eine Unterstützung fürs Tauchen zur Verfügung, mit der ihr nachvollziehen könnt, in welcher Tiefe ihr getaucht seid.
Ansonsten bleibt bei den Sportprofilen aber alles beim Alten: Wir wählen aus einer großen Auswahl unterschiedlicher Sportarten, die in verschiedene Kategorien unterteilt sind und jetzt auch Motorsportarten (Motocross, Schneemobil und mehr) umfassen. Enttäuschenderweise hat es Garmin erneut versäumt, im Segment „Fitnessstudio“ ein Profil für funktionelle Fitness hinzuzufügen. Wer also Sportarten wie Crossfit, Hyrox oder Ähnliches betreibt, muss auf andere Optionen wie „HIIT“ oder „Sonstige“ ausweichen.
Wer möchte, kann neben den Trainingsvorschlägen, die einem die Uhr selbst unterbreitet, auch eigene Trainings über die Garmin Connect App erstellen. Das funktioniert genauso wie bei anderen Garmin-Uhren: Wir wählen aus einer Auswahl verschiedener Sportarten, erstellen ein Warm-up, ein Cool-Down und entscheiden uns für einige Übungen oder Ausdauereinheiten. Das fertige Training können wir dann auf der Fenix 8 abrufen und angeleitet ausführen.
Wo die Fenix 8 ähnlich wie schon das Vorgängermodell eine herausragende Leistung erbringt, ist der Pulssensor: Der funktioniert nämlich auch bei schwankender Herzfrequenz hervorragend und lässt sich auch von Feuchtigkeit am Handgelenk (infolge von Schweiß oder Wasser) nicht aus dem Takt bringen. Wahlweise lässt sich die Uhr wie gewohnt mit einem Brustgurt und anderen externen Sensoren wie dem Stryd oder einem Fahrradcomputer verbinden.
Bekannte Features wie die Berechnung der Ausdauerleistung, die Laufzeitprognose, Informationen zum Trainingszustand, Erholungszeit und diverse Daten zur Laufeffizienz sowie Tools zur Wettkampfplanung dürfen bei der Fenix 8 selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen. Hier gibt es allerdings gegenüber der Fenix 7 keine nennenswerten Neuerungen.
Das Schlaf-Tracking bleibt bei der Fenix 8 dasselbe wie beim Vorgänger: Die Uhr zeichnet unseren Puls, unsere Atmung und unsere Sauerstoffsättigung im Blut auf, während wir schlafen, und registriert die einzelnen Schlafphasen. Entsprechend den aufgezeichneten Daten errechnet die Uhr dann einen Wert für unsere Schlafqualität. Der Jetlag-Ratgeber und der Schlafcoach sind ebenfalls wieder mit an Bord und geben hilfreiche Empfehlungen zur benötigten Schlafmenge und Verbesserung der Schlafhygiene.
Auch wenn die Fenix 8 selbstverständlich nicht mit der Genauigkeit eines Schlaflabors mithalten kann, überzeugen die gemessenen Werte. Langfristige positive oder negative Trends lassen sich gut über die Smartwatch verfolgen und geben Aufschluss über potenzielle Störungen im Schlafverhalten. Die Weckfunktion überzeugt ebenso wie die Möglichkeit, eine DND-Phase festzulegen, um während der Nacht nicht von Benachrichtigungen geweckt zu werden.
Die Fenix-Serie von Garmin ist vorwiegend für ihre hervorragenden Navigationsfeatures bekannt, wobei die Fenix 8 keine Ausnahme bildet. Alle vom Vorgänger bekannten Funktionen wie Outdoor Maps+, topoactive Karten und die Möglichkeit, einzelne Karten direkt per WLAN ohne den Umweg über einen PC auf die Uhr zu laden, sind wieder integriert. Dank SatIQ bietet die Fenix 8 die gewohnte Multiband-Satelliten-Abdeckung und wählt bei Bedarf die optimale Technologie aus.
Ergänzend dazu gibt es das sogenannte Roundtrip Routing, bei dem die Uhr einen konkreten Routenvorschlag für eine von uns vorgegebene Distanz erstellt. Das funktioniert in der Praxis auch ordentlich, allerdings muss man sich bereits auf einem Weg oder einer Straße befinden, damit die Uhr eine Strecke vorgeben kann. Hält man sich auf einem Grundstück oder in einem Gebäude auf, meldet die Fenix 8 einen Fehler bei der Streckenerstellung. Das war bei der Fenix 7 noch anders: Hier konnte man das Roundtrip Routing nur über das Trainingsprofil vom Radfahren oder Laufen auswählen, aber die Uhr erstellte unabhängig vom Standort eine Strecke.
Bei der Fenix 8 hat sich in Hinblick auf die Navigation also nicht viel geändert, aber das war aufgrund der exzellenten Funktionsweise der Karten und GPS-Abdeckung auch nicht nötig. Auch beim Musikspeicher bleibt alles beim Alten: Wir können die Uhr mit einem Konto bei Spotify, Deezer oder Amazon Music verbinden und unsere Playlists per WLAN auf die Uhr laden. An der Bezahlfunktion via Garmin Pay hat sich im Vergleich zur Fenix 7 nichts geändert, auch wenn mittlerweile mehr Banken das Feature unterstützen. An anderer Stelle hat Garmin allerdings mit einigen Verbesserungen nachgelegt.
Neu hinzugekommen ist nämlich die Telefoniefunktion: Ein integriertes Mikrofon mit Lautsprecher ermöglicht jetzt auch das Entgegennehmen und Beantworten von Anrufen. Außerdem können wir mit der Fenix 8 auf den Sprachassistenten unseres Smartphones zugreifen und dadurch auf Textnachrichten reagieren. Wer möchte, kann zudem Sprachmemos erstellen und offline einige Funktionen der Uhr mithilfe von Sprachbefehlen aktivieren. Die Auswahl an Sprachbefehlen umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Anweisungen, mit denen wir etwa einen Wecker stellen, den DND-Modus aktivieren oder die Apps und Aktivitäten auf der Uhr steuern können. In der Praxis funktioniert das einwandfrei: Halten wir die obere rechte Taste am Gehäuse der Fenix 8 gedrückt, wird das Feature aktiviert und die Uhr nimmt unseren Befehl entgegen. Die Verarbeitung der Anweisung dauert nur wenige Sekunden.
Eine kleine, aber feine Verbesserung hat sich Garmin schließlich noch für die Taschenlampe überlegt, die als separate LED am oberen Rand der Lünette eingelassen ist. Das Licht ist erneut in drei Stufen verstellbar, allerdings gibt es jetzt auch eine Rotlicht-Option. Zudem leuchtet die LED jetzt deutlich heller als vorher. Im Gegensatz zur Fenix 7 sind alle Modelle der Fenix 8 mit einer Taschenlampe ausgestattet.
Garmin bietet seit dem 15. Januar 2025 ein EKG-Feature per Software-Update für die Fenix 8 an, das Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern erkennen kann. Die Nutzung wird jedoch erst ab einem Alter von 22 Jahren empfohlen, da bei jüngeren Personen fehlerhafte Ergebnisse auftreten können. Bei einem entsprechenden Befund wird geraten, eine mögliche Behandlung mit einem Arzt zu besprechen. Für die Nutzung des EKGs müssen die Smartwatch-Firmware und die Garmin Connect App auf den aktuellen Stand gebracht werden. Im Test stand uns dieses Feature bisher nicht zur Verfügung.
Die Akkulaufzeit der Garmin Fenix 8 mit OLED-Display liegt laut Herstellerangaben bei bis zu 16 Tagen (6 Tage im Always-On-Modus) oder bis zu 21 Tagen im Energiesparmodus. Bei aktiviertem GPS soll die Uhr bis zu 42 Stunden durchhalten. In unserem Test haben wir die Fenix 8 ohne Always-On und mit aktivierten Benachrichtigungen und Musikwiedergabe während des Trainings mit insgesamt drei anderthalbstündigen Sporteinheiten pro Woche gut acht Tage nutzen können, bevor wir den Akku wieder aufladen mussten. Im Vergleich mit der Fenix 7 mit MIP-Display ist das je nach Nutzungsszenario ein leichter Rückschritt, was aber dem energiehungrigen OLED-Display geschuldet ist. Trotzdem enttäuscht die Akkuleistung der Fenix 8 in der Praxis ein wenig.
Die Fenix-Serie gehörte schon immer zu den teuersten smarten Sportuhren am Markt, und die Fenix 8 bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Die UVP reicht hier je nach Variante von 1000 bis 1300 Euro. Gegenüber der Fenix 7 hat sich der Preis für die Variante mit OLED-Display noch einmal erhöht. Das kleine Modell mit 43 mm kostet derzeit 729 Euro, mit 47 mm startet der Preis schon bei 719 Euro. Am teuersten ist das große Modell mit 51 mm für 804 Euro.
Garmin liefert mit der Fenix 8 den Nachfolger für eine der besten Sportuhren am Markt, und das merkt man auch, sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht. Denn in unserem Test wurden wir das Gefühl nicht los, dass der Hersteller sich zu sehr auf Neuerungen wie den Tauchmodus und das OLED-Display konzentriert, dabei aber die Stärken der Fenix-Serie ein wenig außer Acht lässt.
Insbesondere die Probleme mit den Bedientasten fallen hier negativ ins Gewicht, aber auch die Tatsache, dass Garmin den Besitzern einer Fenix 7 eigentlich keinen Grund für den Kauf einer Fenix 8 liefert. Wer bislang noch keine Fenix-Smartwatch besitzt, sollte sich daher gut überlegen, ob die zusätzlichen Funktionen wie das OLED-Display und die Tauch-Zertifizierung den hohen Preis rechtfertigen oder ob das Vorgängermodell vielleicht doch die bessere Wahl ist.
Exakte Pulsmessung, GPS und Offline-Karten: Die Amazfit Active 2 überzeugt als Sportuhr zum Kampfpreis mit Features wie bei Garmin. Mehr zum Preis-Leistungs-Wunder im Test.
Exakte Pulsmessung, GPS und Offline-Karten: Die Amazfit Active 2 überzeugt als Sportuhr zum Kampfpreis mit Features wie bei Garmin. Mehr zum Preis-Leistungs-Wunder im Test.
Mit der Active 2 hat Amazfit einen starken Nachfolger der preiswerten Smartwatch Active herausgebracht. Bereits der Vorgänger überzeugte mit einem exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis und mit GPS.
Beim Nachfolger taten wir uns zunächst schwer mit der Einordnung – doch die Amazfit Active 2 entpuppt sich als vollwertige Sportuhr. Das verdankt die preiswerte Smartwatch nicht nur ihrem runden Gehäuse, sondern auch zahlreichen smarten Features und einer präzisen Messung der Vitaldaten. Warum die Amazfit Active 2 ein echter Geheimtipp ist, klären wir in diesem Testbericht.
Die Amazfit Active 2 bietet ein schlichtes und sportliches Design. Die kreisrunde Uhr verfügt über ein OLED-Display mit einer Diagonale von 1,32 Zoll und einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln. Damit liefert es ein messerscharfes Bild. Dank automatischer Helligkeitsanpassung regelt sich der Bildschirm selbstständig nach – auch bei starkem Sonnenlicht bleibt er noch ablesbar.
Damit gehört sie mit einem Durchmesser von 44 mm bei einer Dicke von etwa 10 mm zu den kompakten Smartwatches für Sport und ist auch an einem Damenhandgelenk vorstellbar. Das Gewicht von 42 g ist sehr niedrig, man spürt die Uhr kaum am Handgelenk – auch nicht im Schlaf.
Das Gehäuse mit zwei Tasten ist in Silber gehalten und besteht aus mit Fasern verstärktem Verbundkunststoff, die Lünette wiederum aus rostfreiem Edelstahl. Die Verarbeitung ist hochwertig und wirkt damit hochpreisiger, als die Uhr eigentlich ist. Für Outdoor-Abenteuer erscheint uns die Uhr allerdings nicht robust genug, hier dürfte die T-Rex 3 von Amazfit eher die richtige und robuste Wahl. Dafür macht sie als schlichte Smartwatch im Alltag eine gute Figur am Handgelenk. Auch zum Schwimmen oder Duschen kann man sie tragen, die Uhr ist wasserdicht bis 5 ATM.
Das Armband aus Silikon unterstreicht den sportlichen Charakter der Uhr und ist einfach abzuwaschen. Dank zahlreicher Löcher kann die Haut atmen – allerdings hinterlässt das Band kleine Abdrücke, wenn es zu eng getragen wird. Das Armband ist einfach austauschbar durch zwei Schnellverschlüsse und kann gegen bequemere Alternativen ersetzt werden, etwa aus Nylon. Zudem gibt es eine limitierte Premium-Ausführung der Active 2 mit Saphirglas und Lederarmband – was beim Sport aber weniger Sinn ergibt.
Die Einrichtung der Amazfit Active 2 ist gewohnt einfach: Zepp-App installieren, per QR-Code koppeln – fertig. Die Smartwatch ist sowohl mit Android als auch iOS kompatibel. Mit einigen Drittanbieter-Apps ist die Verbindung möglich, um Daten zu synchronisieren, darunter sind etwa Google Fit und Strava sowie Komoot. Das App-Angebot der proprietären Plattform von Amazfit selbst ist sehr eingeschränkt und beschränkt sich vorwiegend auf Tools. So gibt es etwa keine App für Spotify oder ähnliche Dienste. Ähnlich wie bei Smartwatches von Garmin zeigt die Active 2 am Morgen eine Übersicht mit anstehenden Terminen, dem Wetter und einer Analyse der Schlafqualität an.
In der Zepp-App sind alle erfassten Gesundheits- und Fitnessdaten übersichtlich aufbereitet. Der Tab „Übersicht“ fasst die wichtigsten Werte zusammen. Oben zeigt er neben der Schlafdauer der letzten Nacht die Bereitschaft an und liefert weiter unten zusätzliche Informationen zur Herzfrequenz, Schritte und verbrannten Kalorien. Praktisch ist der Kalorien-Tracker, in dem man seine Mahlzeiten einträgt – die Uhr passt das Kalorien-Budget des Tages entsprechend den jeweiligen Aktivitäten an.
Der Reiter „Bereitschaft“ schätzt anhand von Aktivitäts- und Schlafdaten die aktuelle Leistungsfähigkeit ein – ähnlich der Body Battery von Garmin. Dafür muss die Uhr allerdings auch nachts getragen werden. Weitere Bereiche bieten Schlafanalysen, Aktivitätsauswertungen und Trainingsziele.
Im Menüpunkt „Training“ finden sich Workouts, Trainingspläne sowie der Zepp-Coach. Dieser erstellt auf Wunsch einen Trainingsplan und gibt per KI-Chatbot Tipps. „Aura“ wiederum liefert umfassende Schlafanalysen, geführte Meditationen und einen KI-gestützten Schlaftrainer, setzt für den vollen Funktionsumfang ein Premium-Abo voraus. Hier werden zehn Euro pro Monat oder 70 Euro im Jahr fällig, ein Jahres-Abo oder eine Geschenkkarte dafür gibt es aber schon für 30 Euro.
Unter „Gerät“ lassen sich Apps, Widgets und Benachrichtigungen anpassen. Zudem stehen knapp 400 kostenlose Ziffernblätter und weiter kostenpflichtige zur Auswahl. Bei Whatsapp sind nur vorgefertigte Antworten möglich, immerhin werden aber sogar Bilder in der Vorschau angezeigt.
Die Uhr reagiert stets flott auf Eingaben, das System läuft sehr geschmeidig. Die Bedingung erfolgt per Touch sowie über zwei Tasten am Gehäuse, die frei belegbar sind. Standardmäßig öffnet die untere Taste die Trainingsprofile. Der obere Knopf öffnet die App-Übersicht und kehrt bei erneutem Drücken zurück zum Homescreen. Drückt man diese länger, startet der Sprachassistent Zepp Flow. Damit kann man etwa einen Timer stellen, nach dem Wetter fragen oder das Display dimmen.
Die Bedienung erfolgt sonst über Wischgesten: Ein Swipe nach links zeigt verschiedene Widgets, etwa die Bereitschaft, das Wetter oder den Puls. Diese kann man in der Zepp-App konfigurieren. Wischt man nach rechts, gelangt man in eine Übersicht der Shortcut-Karten, die auch individuell anpassbar sind. Unten finden sich Benachrichtigungen, oben die Einstellungen der Uhr.
Die Amazfit Active 2 misst den Puls, zählt Schritte und erkennt Aktivitäten. Zudem überwacht sie den Schlaf und unterteilt ihn in verschiedene Phasen. Die Uhr erfasst auch Standphasen und zählt grob Stockwerke. Den Höhenunterschied erkennt die Active 2 anhand eines Barometers. Die Schrittzählung ist recht genau, und auch das GPS zeigte sich im Test als weitgehend präzise – auch ohne Dualband-GNNS. Es gibt Trainingsprofile für 164 Sportarten – unter anderem Hyrox oder Padel.
Beeindruckend war die Genauigkeit der optischen Pulsmessung der Active 2. Im Test mit einem Polar-Brustgurt beim Intervalltraining auf dem Spinning-Bike war die Abweichung minimal – teils liefen die Werte sogar nahezu synchron.
Für Frauen interessant macht die Uhr das Tracking des weiblichen Zyklus. Hierzu misst die Uhr auch die Hauttemperatur. Die Funktion bietet Vorhersagen für Menstruations- und fruchtbare Perioden.
Die Active 2 überwacht zudem den Schlaf und unterteilt ihn in Schlafphasen wie REM, Tiefschlaf oder leichten Schlaf und Wachphasen. Basierend darauf und den Aktivitäten erstellt die Uhr einen Score namens „Bereitschaft“. Die Ergebnisse erscheinen uns plausibel, auch Wachphasen in der Nacht erkennt die Uhr meistens. Lediglich den Einschlafzeitpunkt erkennt die Active 2 nicht immer korrekt, oft geht die Smartwatch davon aus, man schlafe bereits, auch wenn man noch im Bett liegt und liest.
Die Amazfit Active 2 verfügt über ein integriertes Mikrofon und einen Lautsprecher, der einen überraschend guten Klang liefert. Telefonate lassen sich direkt über die Uhr annehmen, sofern eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone besteht. In den Einstellungen kann Bluetooth bei Bedarf deaktiviert werden. Zudem stehen ein Nicht-Stören-, Schlaf- und Kino-Modus zur Verfügung.
NFC für kontaktloses Bezahlen ist nur in der Premium-Version enthalten. Der Dienst Zepp Pay wird in Deutschland derzeit ausschließlich von wenigen Banken unterstützt, darunter die DZ Bank AG, Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Euro Kartensysteme GmbH, Treezor SAS und Unlimint EU LTD – jeweils nur in Verbindung mit einer Mastercard. Immerhin gibt es Unterstützung für Curve.
Ein echtes Highlight in dieser Preisklasse: Wie bei der T-Rex 3 bietet die Active 2 Offline-Karten, die sich über die App auf die Uhr laden lassen. Die Karten-App zeigt dann eine Umgebungskarte direkt auf dem Zifferblatt, die sich per Zoom vergrößern oder verkleinern lässt. Eine klassische Navigation à la Google Maps ist jedoch nicht möglich.
Die Active 2 hat eine Akkukapazität von rund 270 mAh. In der Praxis hält die Uhr bei drei bis vier Workouts die Woche, ohne Always-On-Display, aber mit automatischer Helligkeitsanpassung gut acht bis neun Tage durch – selbst, wenn man die Uhr nachts im Schlaf trägt. Das ist eine richtig gute Akkulaufzeit. Mit aktivem Always-On-Display reduziert sich die Akkulaufzeit auf rund die Hälfte, mit vier bis fünf Tagen – aber auch das ist noch ein guter Wert.
Zum Laden steht ein kleines, magnetisches Ladepad mit USB-C-Anschluss parat – dieses kommt allerdings ohne Kabel oder Netzteil. Der Ladevorgang dauert damit rund eine Stunde.
Mit einem Preis von derzeit 77 Euro (UVP 99 Euro) ist die Active 2 ein echtes Schnäppchen unter Sportuhren und Smartwatches. Hier kann man bedenkenlos zugreifen. Die Premium-Version mit Lederband, Saphirglas und NFC für Zahlungen mit Zepp Pay kostet 110 Euro.
Die Amazfit Active 2 konnte uns im Test fast rundum überzeugen. Eine so gut ausgestattete und dennoch günstige Smartwatch mit GPS hatten wir bislang selten im Test. Damit ist die Active 2 eine klare Empfehlung für alle, die eine preiswerte Sportuhr suchen.
Das schicke Design, die solide Verarbeitung und das helle Display sorgen für eine gute Alltagstauglichkeit. Besonders beeindruckt hat uns die Akkulaufzeit von fast zehn Tagen. Die Pulsmessung erwies sich als äußerst präzise, und mit Features wie Sprachsteuerung, Offline-Karten, Zyklus-Tracking und Telefonie bietet die Uhr einen beachtlichen Funktionsumfang.
Einschränkungen gibt es dennoch: Bezahlen ist nur mit der Premium-Version und zudem nur mit wenigen Zahlungsdiensten möglich. Das Hören von Musik über die Uhr beim Laufen ohne Smartphone ist nicht möglich, weder gibt es dafür einen Speicher für MP3 noch Apps für die Offline-Wiedergabe gibt es keine. Zudem zeigte sich der Kalender als fehleranfällig, da er gelöschte Google-Einträge wiederholt anzeigte.
Wer eine zuverlässige Sportuhr mit präziser Pulsmessung und langer Akkulaufzeit sucht, macht mit der Amazfit Active 2 nichts falsch.
Mit der Apex 2 Pro hat Coros ein Update seiner Sportuhr auf den Markt gebracht, die mit der Garmin Fenix 7 konkurrieren will. Ob dieser Plan aufgeht, klären wir in unserem Test.
Mit der Apex 2 Pro hat Coros ein Update seiner Sportuhr auf den Markt gebracht, die mit der Garmin Fenix 7 konkurrieren will. Ob dieser Plan aufgeht, klären wir in unserem Test.
Der Hersteller Coros bietet mit der Apex Pro 2 eine Sportuhr mit smarten Funktionen, die sich explizit an Ausdauersportler richtet. Mit zahlreichen Features wie einer integrierten GPS-Navigation, Trainingsplänen und -Profilen sowie einer langen Akkulaufzeit möchte die Apex 2 Pro der Garmin Fenix 7 (Testbericht) ernsthaft Konkurrenz machen. Wir haben die Uhr in unserem Test auf Herz und Nieren geprüft und klären, ob die Apex 2 Pro mit der Fenix 7 mithalten kann.
Wer die Apex 2 Pro aus der Verpackung nimmt, die frappierend an die typischen quadratischen Boxen der Garmin-Modelle erinnert, merkt direkt: Der Hersteller gibt sich viel Mühe, ein Gefühl von Wertigkeit zu vermitteln. Ganz geht dieser Plan aber nicht auf: Das Gehäuse der Uhr besteht teilweise aus einer Titanlegierung, aber auch aus Kunststoff und wirkt insgesamt relativ wuchtig. Das ist einerseits der Dicke des Gehäuses geschuldet, andererseits aber auch der großen drehbaren Krone an der Seite der Uhr. Darüber lässt sich die Uhr zusammen mit zwei weiteren Tasten steuern, die ebenfalls an der Gehäuseseite platziert sind.
Das Armband, bei dem sich Coros für einen Nylongurt mit Klettverschluss entschieden hat, ist mit Kunststoffteilen am Gehäuse befestigt. Weil diese Teile relativ filigran wirken, machen sie keinen besonders langlebigen Eindruck. Allerdings hat der Mechanismus in unserem Test auch gröberen Umgang im Rahmen eines Hindernislaufs (OCR) problemlos überstanden. Dennoch wirkt das Gehäuse insgesamt durch die Kunststoffteile eher billig, was in Anbetracht des hohen Preises, den Coros für die Apex 2 Pro aufruft, eher enttäuscht. Auch bleibt die Frage offen, wie lange der Verschluss des Klettarmbands den Einflüssen von Staub und Schmutz standhalten kann.
Dafür kann die Apex 2 Pro in Hinblick auf die Bedienbarkeit überzeugen. Ähnlich wie es Garmin bei vielen eigenen Modellen tut, verzichtet Coros bei der Apex 2 Pro auf ein Touch-Display. Die Bedienung funktioniert stattdessen ausschließlich über die drei Tasten an der Gehäuseseite, und zwar hauptsächlich über die drehbare Krone. Das funktioniert durchweg gut und ohne Verzögerungen.
Was uns allerdings etwas gestört hat, ist die Anordnung der Optionen im Menü der Uhr. Denn anders als bei Garmin sind die einzelnen Trainingsprofile nicht in einem separaten Trainingsmenü zusammengefasst, sondern gemeinsam mit anderen Funktionen wie den Systemeinstellungen und dem Trainingsverlauf in einem Menü aufgeführt. Wenn man also ein bestimmtes Trainingsprofil häufiger nutzt, das sich in der Mitte des Menüs befindet, muss man von dort immer wieder neu durch alle Sportarten scrollen, um zu den Systemeinstellungen zu kommen. Das hätte der Hersteller durch ein einzelnes, zusätzliches Menü eleganter lösen können.
Wer die Coros Apex 2 Pro erstmalig startet, wird direkt dazu aufgefordert, die Coros-App auf dem Smartphone zu installieren. Die App findet sich im Playstore und erfordert ein separates Nutzerkonto. Haben wir die Software eingerichtet, können wir einen Barcode auf dem Display der Sportuhr scannen, um die Apex 2 Pro mit unserem Smartphone zu verbinden. Alternativ können wir die Uhr auch aus einer Liste auswählen, um die Kopplung zu starten. Der gesamte Prozess dauert einige wenige Minuten.
Die App selbst orientiert sich am Standard vergleichbarer Smartphone-Apps und zeigt auf einer Übersichtsseite zurückgelegte Schritte, Kalorien und Trainingsminuten an. Außerdem können wir durch eine Liste an Menüs scrollen, die wiederum mit Details zu Training, Fitness, Herzfrequenz und Schlafdaten sowie weiteren Gesundheitsdetails aufwarten. Insgesamt sind alle Menüs übersichtlich aufbereitet und verständlich angeordnet. Wer möchte, kann über die Funktion „Entdecke“ gespeicherte Routen aufrufen oder für Laufeinheiten oder Radtrainings vorplanen. Das funktioniert ebenfalls einfach und intuitiv. Anschließend können wir der Strecke einen Namen geben sowie Daten zur Strecke abrufen (Entfernung und Höhenmeter). Per Synchronisation mit der Apex Pro 2 übertragen wir die Strecke dann auf die Uhr und können sie dann als Vorlage für eine Trainingseinheit nutzen (dazu später mehr).
Was die Benachrichtigungsfunktion anbelangt, besitzt die Apex 2 Pro aber nur rudimentäre Funktionalitäten. Zwar lassen sich Nachrichten wie E-Mails auf dem Display der Uhr ablesen, aber automatische Antworten gibt es ebenso wenig wie die Möglichkeit, in der App festzulegen, welche Benachrichtigungen man genau empfangen möchte. Immerhin können wir einstellen, ob wir während des Trainings solche Nachrichten angezeigt bekommen möchten.
Obwohl Coros sich vor allem als Hersteller für Radsport-Zubehör am Markt etabliert hat, richtet sich die Apex 2 Pro explizit ganz allgemein an Ausdauersportler. Insbesondere für Läufer bietet die Uhr zahlreiche Funktionen und Trainings-Features, aber auch Triathleten, Wasser- und Kraftsportler kommen mit den verschiedenen Profilen auf ihre Kosten.
Ein besonderer Pluspunkt der Coros Apex 2 Pro sind die Trainingspläne und die vorgegebenen Workouts. Wer möchte, kann sich selbst über die App einen eigenen Trainingsplan mit spezifischen Einheiten anlegen und diese dann dem Kalender entsprechend über die Uhr tracken. Ergänzend dazu haben wir die Möglichkeit, über die Uhr einen Lauffitnesstest durchzuführen. Dieser Test verlangt von uns, dass wir mindestens 25 Minuten mit einem bestimmten Puls laufen. Basierend auf dem Ergebnis erhalten wir dann eine Punktzahl von 1 bis 100, unser VO2Max und einen Pulswert für unsere Anaerobe Schwelle. Angaben zu Tempi einzelner Zonen (locker, Ausdauer, Intervall, Sprint) sind ebenfalls mit an Bord und bieten eine gute Unterstützung für das tägliche Training.
Entsprechend der gemessenen Daten berechnet die Apex 2 Pro dann die Trainingsbelastung über einen Zeitraum von sieben Tagen und gibt Prognosen über die voraussichtliche Zeit, die wir für verschiedene Laufstrecken benötigen (zum Beispiel 5 km, 10 km, Halbmarathon oder Marathon). Dieses Feature funktioniert ähnlich wie bei der Konkurrenz von Garmin und kann für Straßenläufer gute Ergebnisse liefern. Wer aber viel im Gelände unterwegs ist und Höhenmeter schrubbt, sollte sich wegen des stark schwankenden Lauftempos nicht auf die Berechnungen der Apex 2 Pro verlassen.
Immerhin funktioniert die Pulsmessung über den optischen Sensor bei der Apex 2 Pro sehr ordentlich. Wir konnten im Vergleich zu unserem Kontrollgerät (Fenix 6 und Brustgurt) beim gleichmäßigen Ausdauertraining keine nennenswerten Abweichungen feststellen. Bei Einheiten mit stark schwankendem Puls wie Intervallen oder Kraftsport empfehlen wir aber die zusätzliche Nutzung eines Brustgurts für eine bessere Messgenauigkeit. Die Apex 2 Pro unterstützt alle Geräte, die per Bluetooth oder Wireless-Verbindung funktionieren. ANT+ ist mit der Uhr leider nicht mehr kompatibel.
Ebenfalls zufrieden sind wir bei der Apex 2 Pro mit dem GPS-Tracking. Der Sensor kann sich in Hinblick auf die Genauigkeit mit der Konkurrenz messen. Besonders positiv aufgefallen ist uns die Tatsache, dass die Smartwatch über integrierte Offline-Karten verfügt. Wir können also über das Display der Uhr auch ohne Netzverbindung navigieren. Die Kartenanzeige auf dem Display selbst funktioniert zuverlässig und lässt sich bei Bedarf per Gestensteuerung zoomen. Über die Coros-App können wir im Vorfeld feste Routen planen, die wir dann auf der Uhr als Basis für Trainingseinheiten verwenden können. Die Navigation beschränkt sich aber auf eine Anzeige der Strecke. Richtungshinweise bekommen wir nicht. Stattdessen informiert uns die Uhr, sobald wir von der vorgesehenen Strecke abkommen. Eine Navigation zurück zum Startpunkt und die Markierung wichtiger Punkte entlang der Strecke sind ebenfalls möglich.
Beim Aktivitäts-Tracking bietet die Apex 2 Pro schließlich wieder die gewohnten Standards: Zurückgelegte Schritte werden außerhalb von Trainingseinheiten ebenso aufgezeichnet wie Herzfrequenz und Blutsauerstoffsättigung. Die Daten können wir dann sowohl in der App als auch auf dem Display der Uhr selbst abrufen. Eine Bewertung unserer Aktivität wie beim PAI, der bei Huawei-Trackern zum Einsatz kommt, gibt es allerdings nicht.
Beim Schlaf-Tracking bietet die Apex 2 Pro die gewohnte Smartwatch-Standardkost: Die Uhr misst zuverlässig unseren Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt (übrigens auch für kleinere Nickerchen am Tag) und gibt die Dauer unserer Schlafphasen an. Auch die Messung der Herzfrequenz sowie des Blutsauerstoffs funktioniert beim Schlafen. Die App bereitet die gemessenen Daten dann in einem Diagramm für uns auf, anhand dessen wir dann rudimentäre Rückschlüsse auf unsere Schlafhygiene ziehen können. Die Ergebnisse decken sich mit unserem subjektiven Empfinden und bewegen sich damit auf einem ähnlichen Niveau wie die Garmin-Konkurrenz.
Beim Schlafen selbst stört die Uhr trotz des klobigen Gehäuses zum Glück nicht merklich. Ein integrierter DND-Modus sorgt dafür, dass wir auch tagsüber bei kleinen Powernaps nicht von Benachrichtigungen geweckt werden. Demgegenüber funktioniert auch die integrierte Alarmfunktion sehr gut und weckt auch tiefe Schläfer zuverlässig auf.
Auch wenn Nutzer bei der Apex 2 Pro abseits der Trainings- und Navigations-Features auf Zusatzfunktionen von Standards wie einer Kamerasteuerung und Find-My-Phone verzichten müssen, punktet die Uhr mit einem integrierten Musikspeicher (32 GByte). Wir können nämlich per USB-Kabel eigene MP3s auf die Uhr übertragen und dann über ein Bluetooth-Headset auch offline wiedergeben. Außerdem lässt sich die Musikwiedergabe auf dem Smartphone auch über die Uhr steuern. Eine Integration von Apps wie Spotify und Co. sucht man bei der Apex 2 Pro aber vergebens – hier hat die Konkurrenz ebenso die Nase vorn wie bei Funktionen für das mobile Bezahlen. Denn die gibt es bei der Apex 2 Pro ebenfalls nicht.
Ein großes Verkaufsargument der Apex 2 Pro ist die Akkulaufzeit. Bei aktiviertem GPS-Tracking soll die Uhr 75 Stunden durchhalten, die Laufzeit bei täglicher, normaler Nutzung gibt der Hersteller mit 30 Tagen an. Um den Akku vollständig wiederaufzuladen, benötigt die Uhr knapp zwei Stunden. Wir konnten im Test die Akkulaufzeiten der Uhr bestätigen: Bei drei rund zweistündigen Trainingseinheiten pro Woche mit aktiviertem GPS-System hielt die Uhr insgesamt 28,5 Tage durch – ein hervorragender Wert für eine Uhr dieser Preisklasse.
Coros verkauft die Apex 2 Pro in den Farben Grau, Schwarz, Grün und Chamonix (Blau) zum Preis von 499 Euro. Damit liegt der Preis für den Garmin-Konkurrenten leicht unter den Kosten des günstigsten Fenix-7-Modells. Einzelne Farbvarianten sind bei einschlägigen Online-Händlern aber bereits ab rund 499 Euro (Preisvergleich) erhältlich.
Eigentlich macht Coros mit der Apex 2 Pro einen guten Job: Das, was die Uhr können soll, überzeugt in unserem Test. Das GPS-Tracking funktioniert ebenso zuverlässig wie die Trainings-Features, die Pulsmessung (von kleinen Abstrichen beim Krafttraining abgesehen) und das Aktivitäts-Tracking. Für zusätzliche Pluspunkte sorgt die Akkulaufzeit, die mit knapp 30 Tagen ihresgleichen sucht.
Allerdings muss sich die Apex 2 Pro im direkten Vergleich gegenüber der Fenix 7 doch geschlagen geben. Denn obwohl die Fenix 7 gemessen am Straßenpreis lediglich 50 Euro mehr kostet als die Apex 2 Pro, ist sie der Coros-Uhr in einigen wesentlichen Punkten überlegen. Dazu gehört neben der Navigation auch der Support für Musik-Apps und das kontaktlose Bezahlen. Wer auf derartige Features Wert legt, sollte also die 50 Euro investieren und zur Garmin-Konkurrenz greifen. Alle anderen können der Apex 2 Pro eine Chance geben, wenn sie mit den genannten Abstrichen leben können.
Die Huawei Watch GT 5 Pro bietet EKG, präzise Messung, lange Akkulaufzeit und jetzt auch eine Bezahlfunktion. Was sie im Alltag leistet, zeigt der Test
Die Huawei Watch GT 5 Pro bietet EKG, präzise Messung, lange Akkulaufzeit und jetzt auch eine Bezahlfunktion. Was sie im Alltag leistet, zeigt der Test
Die neue Huawei Watch GT 5 Pro ist das neue Top-Modell der GT-Reihe des chinesischen Smartphone-Riesen und oberhalb der Huawei Watch GT 5 angesiedelt. Das Wearable folgt auf die Huawei Watch GT 3 Pro (Testbericht), denn vergangenes Jahr verzichtete man auf eine Pro-Version der Watch GT 4 (Testbericht).
Verglichen mit dem Watch GT 5 bietet das Pro-Modell ein edles Gehäuse aus Titan oder Keramik sowie erweiterte technische Features, etwa das Erstellen einer EKG-Messung. Es gibt wieder zwei Ausführungen: 46 mm für Herren und eine runde Version mit 42 mm für Damen – mit unterschiedlichen Armbändern jeweils in zwei Varianten. Wir haben für diesen Testbericht ausschließlich die Variante mit 46 mm genutzt. Als kleines Modell ist die Huawei Watch GT 5 Pro 42 mm (Testbericht) eher für Damen geeignet.
Update: Der Test wurde im November 2024 durchgeführt. Seit März 2026 unterstützt die Watch GT 5 Pro das Bezahlen per Curve Pay.
Die Watch GT 5 Pro setzt wie auch die GT 5 beim Modell mit 46 mm auf ein achteckiges Gehäuse mit rundem Ziffernblatt. Als Material kommt hier Titan zum Einsatz. Das Material ist leicht, aber dennoch widerstandsfähig. Damit sieht die Uhr abermals robuster und edler aus als die GT 5. Eine Krone sowie eine weitere programmierbare Taste sind vorhanden. Mit einer Wasserdichtigkeit von 5 ATM sowie der Einstufung nach der Schutzart IP69K ist die Uhr auch fürs Schwimmen geeignet. Anders als die GT 5 ist das Pro-Modell sogar zum Freitauchen zertifiziert bis in eine Tiefe von 40 Metern.
Das große Modell gibt es in Dunkelgrau mit schwarzen Armbändern aus Fluorelastomer sowie in einer silbernen Variante komplett aus Metall. Letztere sieht besonders edel aus und macht sich auch gut zur Abendgarderobe, für sportlich aktive Nutzer ist aber das Modell mit Gummi-Armband besser geeignet. Prinzipiell sind die Armbänder schnell und einfach wechselbar, Huawei selbst sowie Drittanbieter bieten hier weitere Lösungen.
Das Modell für Damen hat einen Radius von 42 mm und ein kreisrundes Gehäuse. Beide Modelle sind in Weiß gehalten und setzen auf Keramik statt Titan. Die günstigere Ausführung kommt mit Fluorelastomer-Armband. Das teure Modell bietet ein Armband aus Keramik.
Das runde OLED-Display überzeugt beim GT 5 Pro mit gestochen scharfer Darstellung. Sie ist auch bei hellem Licht ablesbar. Die automatische Helligkeitsanpassung reagiert schnell auf Veränderungen. Das 46-mm-Modell bietet ein 1,43-Zoll-Display, während die 42-mm-Version ein 1,32-Zoll-Display besitzt – beide mit einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln. Wer möchte, kann das Always-on-Display (AoD) aktivieren, um die Uhrzeit stets im Blick zu haben. Dies verkürzt jedoch die Akkulaufzeit deutlich – abhängig von gewählten Watchfaces.
Die Kommunikation zwischen der Watch GT 5 Pro und dem Smartphone erfolgt ausschließlich über Bluetooth 5.2 LE – auf Optionen wie WLAN oder LTE muss man verzichten. Ein Multiband-GNSS unterstützt GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS und sorgt für präzise Laufaufzeichnungen, auch ohne Smartphone. Die Ortungsgenauigkeit ist dabei erfreulich hoch.
Anders als bei der GT 5 bietet die GT 5 Pro eine EKG-Funktion und die Messung der arteriellen Steifigkeit. Weiterhin verfügt die Uhr über einen präzisen optischen Herzfrequenzsensor, Beschleunigungssensor, Gyroskop, Barometer und Thermometer zur Messung der Hauttemperatur. Ein Lautsprecher und Mikrofon ermöglichen Telefonate, sofern die Uhr mit dem Smartphone gekoppelt ist. Das Betriebssystem Harmony OS sorgt für flüssige Bedienung.
Das App-Angebot bleibt überschaubar. Für Navigation steht Petal Maps zur Verfügung, zudem stehen Offline-Karten für Outdoor-Workouts oder zum Laufen zum Download bereit. Musik kann über den integrierten Player oder Huawei Music abgespielt werden – Streaming-Dienste wie Spotify oder Deezer fehlen.
Zum Marktstart gab es trotz integriertem NFC aufgrund der US-Sanktionen in Deutschland noch keine Bezahlfunktion. Das hat Huawei jetzt nachgeholt. Die NFC-Zahlungsfunktion ist ab Dezember zunächst für Android-Smartphones verfügbar, während iOS-Nutzer sie in der ersten Jahreshälfte 2025 erhalten werden. Abgewickelt wird das über die polnische Lösung Quicko Wallet App auch direkt über die Smartwatch.
Die Bedienung ist intuitiv: Ein Wischen nach oben öffnet die Smartphone-Benachrichtigungen, die jedoch nur mit voreingestellten Schnellantworten oder Emojis beantwortet werden können. Ein Swipe nach unten führt zu den Einstellungen, während man nach links durch individuell anpassbare Infokarten blättern kann. Ein Wischen nach rechts zeigt Wetterinformationen und weitere Daten an.
Die Krone links oben öffnet die App-Übersicht, die an die App-Darstellung der Apple Watch erinnert. Optisch ansprechend, aber unübersichtlich – daher empfehlen wir die alternative Listenansicht. Mit einem Doppelklick auf die Krone gelangt man zu den zuletzt verwendeten Apps, und durch Drehen der Krone kann man scrollen oder die Lautstärke regulieren. Die programmierbare Taste unten rechts startet die Trainingsübersicht, kann aber individuell belegt werden.
Ein Knackpunkt bleibt die Einrichtung: Wegen der US-Sanktionen gegen Huawei ist die Health-App nicht im Google Play Store verfügbar. Sie kann jedoch per QR-Code von einer alternativen Quelle installiert werden, was etwas umständlich ist. Nutzer von Samsung- und Honor-Geräten haben es einfacher, da die App in deren App-Stores verfügbar ist. Für Apple-Nutzer steht die App hingegen im Apple App Store bereit.
Die Watch GT 5 Pro bietet eine Vielzahl von Trainingsprofilen für verschiedenste Sportarten. Zwar gibt es eine automatische Trainingserkennung, diese funktioniert jedoch nicht immer fehlerfrei.
Besonders positiv fällt der präzise optische Sensor auf, der die Herzfrequenz kontinuierlich und zuverlässig misst. Besonders beeindruckt hat uns die Genauigkeit bei Aktivitäten mit wechselnder Intensität, etwa beim Indoorcycling – eine Herausforderung, bei der viele Uhren mit optischen Sensoren Probleme haben. Neben der Herzfrequenz überwacht die GT 5 Pro auch die Sauerstoffsättigung im Blut.
Dank des integrierten Barometers wird beim Outdoor-Sport ein Höhenprofil erstellt. Für Läufer stehen vorgefertigte Trainingspläne zur Verfügung, darunter auch Intervalltraining. Ein kleiner Unterschied der GT 5 Pro zur GT 5: Beim Trail Running kann man sich die Route vorher anzeigen lassen. Zusätzlich zur Herzfrequenzmessung bietet die GT 5 Pro erweiterte Gesundheitsfunktionen. So kann die Uhr ein EKG erstellen und die arterielle Steifigkeit messen, was wichtige Indikatoren für die Herz-Kreislauf-Gesundheit liefert.
Besonders Golfer kommen mit der GT 5 Pro auf ihre Kosten. Die Uhr bietet eine Vorschau von mehr als 15.000 Golfplätzen weltweit, einschließlich einer 3D-Ansicht der Löcher mit Bunkern, Wasserhindernissen und Bäumen. Angaben wie die Entfernung zum Loch, Windrichtung und -geschwindigkeit unterstützen den Golfer beim Abschlag. Während des Spiels liefert die Uhr zudem detaillierte Informationen zum Schwung, und das eigene Ergebnis kann in Ranglisten festgehalten werden.
Wie bei ihren Vorgängern bietet die GT 5 Pro auch eine Schlafanalyse, die über die Health-App zugänglich ist. Dabei werden Schlafphasen wie Leicht- und Tiefschlaf sowie Wachphasen analysiert. Allerdings werden kurze Wachphasen, beispielsweise bei nächtlichen Toilettengängen, nicht immer korrekt erfasst. Die Uhr überwacht zudem die Atemfrequenz im Schlaf, was Hinweise auf Schlafapnoe liefern kann. In Kombination mit der Hauttemperaturmessung bietet die Uhr Zyklus-Tracking für Frauen, einschließlich einer Vorhersage des nächsten Eisprungs.
Das große Modell der GT 5 Pro soll bis zu 14 Tage durchhalten. Im Test gelang es uns, auf 13 Tage zu kommen, jedoch ohne Always-On-Display, zum Schlafen haben wir sie nicht jede Nacht genutzt. Das ist schon eine echte Ansage gegenüber Smartwatches mit Wear OS, die selten über einen Tag kommen. Wer viel wandert und dann vermehrt das GPS nutzt, muss mit einer deutlich kürzeren Laufzeit rechnen. Mit aktivem Always-On-Display sinkt die Akkulaufzeit. Wir kamen im Test dann etwa eine Woche ohne das Ladepad aus. Das kleine Modell mit 42 mm hält nur etwa halb so lang durch wie das große GT 5 Pro. Das Ladepad selbst bietet einen US-A-Stecker, ein Netzteil dazu liegt aber nicht bei.
Die UVP zum Marktstart 2025 für die Huawei Watch GT 5 Pro betrug 349 Euro. Mittlerweile sind die Preise gefallen. Das Modell in Schwarz mit 46 mm kostet derzeit 211 Euro. Das silberne Modell mit Titanarmband liegt bei 295 Euro.
Die Huawei Watch GT 5 Pro besticht primär durch ihre lange Akkulaufzeit und das schicke Design. Die Pulsmessung ist genau und auch den Standort erkennt die Uhr beim Sport präzise. Allerdings fallen die Änderungen gegenüber der deutlich günstigeren GT 5 insgesamt geringer aus. Der größte Unterschied ist das edle Titangehäuse sowie die EKG-Funktion und zusätzliche Features für Fans des Golfsports. Der Aufpreis dafür fällt in unseren Augen recht hoch aus.
Aufgrund der US-Sanktionen fehlen bekannte Musik-Streaming-Dienste. Die Einrichtung der Uhr gestaltet sich etwas umständlich, da die Health-App nicht über den Google Play Store bezogen werden kann. Zudem ist die Abhängigkeit vom Smartphone groß, da weder WLAN noch LTE an Bord sind. Das App-Angebot bleibt überschaubar.
Die Watch GT 5 Pro richtet sich vorrangig an Nutzer, die auf eine lange Akkulaufzeit, präzises Fitness-Tracking sowie ein EKG Wert legen und dabei auf umfassende App-Unterstützung verzichten können.
Die Vertix 2 gehört zu den teuersten Uhren im Portfolio des US-amerikanischen Herstellers Coros. Aber ist die Smartwatch den Preis von rund 700 Euro wirklich wert?
Die Vertix 2 gehört zu den teuersten Uhren im Portfolio des US-amerikanischen Herstellers Coros. Aber ist die Smartwatch den Preis von rund 700 Euro wirklich wert?
Neben den Platzhirschen Garmin und Polar versucht sich das US-amerikanische Unternehmen Coros am Markt für smarte Sportuhren einen Namen zu machen. Getestet haben wir bereits die Coros Apex 2 Pro (Testbericht). Die Vertix 2 gehört dabei zu den absoluten Top-Modellen und ist mit einem entsprechenden Preisschild versehen. Ob diese Uhr, die der Hersteller mit Offline-Karten und besonders langer Akkulaufzeit bewirbt, wirklich 700 Euro wert ist, klären wir in unserem Test.
Dass es sich bei der Vertix 2 um eine besonders hochpreisige Sportuhr handelt, lässt bereits die spezielle Verpackung erahnen. Denn das Gerät wird nicht etwa in einem bloßen Karton geliefert, sondern stattdessen in einem kleinen Kunststoff-Koffer, der etwa DIN–A5-Größe besitzt. Im Inneren befindet sich die Uhr, eine Bedienungsanleitung, ein Ladekabel und das Armband. Damit enden aber schon die Besonderheiten, denn beim Design orientiert sich Coros am üblichen Standard für Sport- und Outdoor-Uhren.
Die Vertix 2 kommt relativ wuchtig daher und verfügt über ein Gehäuse, das zum Teil aus einer Titanlegierung und zum Teil aus Kunststoff besteht. Die für Coros-Uhren typische drehbare Krone ist an der Gehäuseseite ebenso vorhanden wie zwei weitere Tasten zur Steuerung der Uhr. Das 1,4-Zoll-große Memory–LC-Display lässt sich außerdem per Touchscreen bedienen. Anders als bei der Apex 2 Pro (Testbericht) liefert Coros die Vertix 2 mit einem Silikonarmband aus, das über eine Metallschließe verfügt. Das Armband ist ungewöhnlich breit und passt daher zum brachialen Äußeren der Uhr, die der Hersteller explizit mit dem Slogan „für Abenteurer“ bewirbt.
Wer möchte, kann die Bedienung der Uhr an die eigenen Bedürfnisse anpassen, was wir im Test als sehr praktisch empfunden haben. Die Vertix 2 lässt sich nämlich wahlweise per Touchscreen und Seitentasten oder nur über die Seitentasten steuern. Dabei können wir entscheiden, wann der Touchscreen zum Einsatz kommen soll: immer, nur bei der Bedienung von Kartenfunktionen und Aktivitätsdaten oder nur bei der Navigation mithilfe der Karte.
Leider kommt bei der Vertix 2 dasselbe Problem zum Tragen, was wir auch schon im Test der Apex 2 Pro (Testbericht) in Hinblick auf die Bedienung bemängelt hatten. Denn die Trainingsprofile sind auch bei diesem Coros-Modell im selben Menü enthalten wie alle übrigen Funktionen der Uhr. Man muss also recht lange scrollen, um bestimmte häufig genutzte Profile aufrufen zu können. Wie es besser geht, zeigen die Uhren von Garmin, die das Training in einem separaten Menü einordnen und die Festlegung von Favoriten erlauben.
Wie von einschlägigen smarten Sportuhren und Fitness-Trackern gewohnt müssen wir die Coros Vertix 2 zunächst mit unserem Smartphone verbinden, bevor wir ihren vollen Funktionsumfang nutzen können. Dazu installieren wir die Coros-App auf dem Smartphone und scannen einen QR-Code auf dem Display der Uhr, um beide Geräte miteinander zu koppeln. Ein Nutzerkonto bei Coros ist dabei Pflicht. Der Kopplungsprozess funktionierte in unserem Test problemlos und dauerte einige wenige Minuten.
Über die App von Coros haben wir bereits im Test der Apex 2 Pro genauer geschrieben, deshalb fassen wir uns an dieser Stelle kurz: Die Software bietet die Grundausstattung an Funktionen, die man für eine Smartwatch erwartet. Wir erhalten verschiedene Menüs beziehungsweise Diagramme, die unsere Trainings- und Gesundheitsdaten übersichtlich zusammenfassen. Etwas ärgerlich sind diverse fehlende Übersetzungen in der App, wo wir statt eines deutschen Textes nur das englischsprachige Original angezeigt bekommen. In Anbetracht der Tatsache, dass selbst chinesische Hersteller wie Huawei, Xiaomi und Co. bei ihren Fitness-Apps einwandfreie Lokalisierungen anbieten, hätten wir gewünscht, dass Coros sich in diesem Punkt etwas mehr bemüht.
Die Benachrichtigungsfunktion beschränkt sich wie schon bei der Apex 2 Pro auf die Anzeige von Nachrichten (E-Mails, SMS, WhatsApp etc.) und eingehende Anrufe. Wer möchte, kann Benachrichtigungen während des Trainings deaktivieren.
Coros bewirbt die Vertix 2 als GPS-Uhr für „Abenteurer, die an ihre Grenzen gehen“ – und das merkt man dem Feature-Set der Smartwatch direkt an. Denn die Uhr bietet vor allem im Bereich der Navigation per GPS jede Menge nützliche Funktionen. Über das Menü der Vertix 2 können wir eine Kartennavigation aufrufen, die wir per Touchscreen bedienen. Dabei stehen uns sowohl Landschafts- als auch topografische Kartenansichten zur Verfügung. Wer über die Coros-App eigene Routen im Voraus plant, kann diese für die Navigation nutzen – allerdings fehlt eine konkrete Anzeige bei Abzweigungen. Lediglich einen Alarm gibt die Uhr von sich, wenn wir von der vorgegebenen Route abweichen. Außerdem können wir uns zurück zum Startpunkt führen lassen.
Ein besonderer Vorteil der Uhr ist schließlich der Support für fünf verschiedene Satellitensysteme (GPS, Glonass, Galileo, Beidou und QZSS), was laut Herstellerangaben eine besonders präzise Navigation ermöglichen sollte. Im Test lag die Vertix 2 dabei etwa auf dem Niveau der Garmin-Konkurrenz, wobei man mitunter minimale Abweichungen bei der Genauigkeit hinnehmen muss.
Weil sich die Vertix 2 aber nicht nur an reine „Abenteurer“, sondern vor allem auch an Ausdauersportler richtet, verfügt die Flaggschiff-Smartwatch von Coros auch über eine ganze Reihe von Trainingsfunktionen. Neben verschiedenen Trainingsprofilen gibt es unterschiedliche Aktivitätsalarme, die uns etwa bei bestimmten Herzfrequenzen, Höhenlagen, Pace oder im Vorfeld festgelegten Zeitpunkten für die Nahrungszufuhr erinnern. Diese Features erweisen sich insbesondere während längerer Wettkämpfe, aber auch bei umfangreichen Trainingseinheiten als überaus praktisch.
Daneben bietet die Uhr eine Datenanalyse der allgemeinen Fitness und gibt etwa Bewertungen über die Trainingsbelastung, die Ermüdung und die Grundfitness ab. Auch diese Funktionen sind für die tägliche Trainingsplanung hilfreich und erlauben eine umfassende Analyse des eigenen Trainingsverhaltens. Läufer kommen zusätzlich in den Genuss von Schätzungen des Marathon-Levels, des VO2-Max-Werts, Schwellenwert-Zonen für Puls und Pace sowie eine allgemeine Rennvorhersage. Die Berechnung dieser Werte beruht auf den gemessenen Daten der Uhr und sollte nicht mit einer echten Laboranalyse gleichgesetzt werden.
Der optische Pulssensor der Vertix 2 macht zwar die meiste Zeit einen ordentlichen Job und misst die Herzfrequenz zuverlässig und genau, allerdings kommt es gelegentlich doch zu Abweichungen gegenüber der Messung per Brustgurt. Ähnlich wie viele andere Smartwatches, die den Puls per optischen Sensor messen, können verschwitzte Handgelenke und eine stark variierende Herzfrequenz für Ungenauigkeiten bei der Messung sorgen. Ein Brustgurt ist dann also Pflicht.
Schließlich gab es noch zwei Dinge, die uns während des Trainings insbesondere bei der Bedienbarkeit der Vertix 2 gestört haben. Erstens sind die Maßeinheiten der Uhr standardmäßig auf „imperial“ eingestellt – also Meilen statt Kilometer. Das trifft selbst dann zu, wenn man beim ersten Hochfahren der Uhr die Sprache „Deutsch“ wählt. Das ist ärgerlich, wenn man es erst während eines Wettkampfs bemerkt und sich wundert, warum die angezeigte zurückgelegte Strecke so deutlich von den Markierungen des Veranstalters abweicht. Noch weitaus störender empfanden wir aber die Empfindlichkeit der Drehkrone am Gehäuse der Vertix 2. Denn obwohl die Uhr über eine Tastensperre verfügt und wir die Krone eigentlich gedrückt halten müssen, damit wir die Uhr bedienen können, aktivierte sich die Krone von allein, wenn sich unser Handgelenk in abgeknickter Position befand. Dadurch pausierte das Tracking beim Laufen teils ungewollt und mehrfach kurz nacheinander, als wir bei einem Trailrun auf Stöcke zurückgreifen mussten.
Dieser Fehler tritt übrigens auch auf, wenn man die Tastensperre im normalen Smartwatch–Gebrauch aktiviert hat: Denn erhalten wir eine Benachrichtigung, wird das Display automatisch entsperrt. Knickt man dann das Handgelenk ab, springt die Uhr ins Traingsmenü und aktiviert unter Umständen automatisch die Aufzeichnung einer Trainingseinheit, obwohl wir das gar nicht wollen. In unserem Test trat dieses Problem mehrmals täglich auf. Der Grund dafür liegt in dem wuchtigen Gehäuse der Uhr und der Position der Drehkrone. Bereits ein Abknicken des Handgelenks im 45-Grad-Winkel reichte, um die Krone zu aktivieren. Zwar könnte man die Uhr weiter oben am Unterarm positionieren, wäre dann aber für eine brauchbare Pulsmessung definitiv auf einen Brustgurt angewiesen.
Die Vertix 2 verfügt selbstverständlich über eine integrierte Trackingfunktion für das Schlafverhalten seiner Nutzer, allerdings sollte man hier keine großen Überraschungen oder Innovationen erwarten. Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt zeichnet die Uhr ebenso auf wie die Dauer der einzelnen Schlafphasen. Die Ergebnisse eignen sich, um langfristige Trends auszumachen, und sind in etwa mit den Messungen unseres Kontrollgeräts (Garmin Fenix 6) vergleichbar.
Herzfrequenz und Blutsauerstoff zeichnet die Vertix 2 sowohl tagsüber als auch beim Schlafen auf, wobei alle gemessenen Daten in einem separaten Menü innerhalb der App aufbereitet werden. Ferner können wir die Dauer der einzelnen Phasen auch direkt auf dem Display der Uhr anzeigen lassen. Basierend auf der jeweiligen Trainingsbelastung und der Schlafdauer sowie -qualität gibt die Uhr außerdem eine Prognose der erforderlichen Erholungszeit ab.
Ähnlich wie bei der App unterscheidet sich die Vertix 2 auch bei den Zusatzfunktionen nicht von der Apex 2 Pro: Nutzer kommen in den Genuss eines integrierten Musikspeichers von 32 GByte, in den sich per USB-Kabel MP3-Dateien laden lassen. Spotify oder vergleichbare Apps unterstützt die Uhr allerdings nicht.
Ferner gibt es Zusatzfunktionen wie Find-My-Phone, eine Kamerasteuerung und ein Metronom. Auf ein Bezahl-Feature ähnlich Apple- oder Garmin-Pay müssen wir aber verzichten.
Ein großer Pluspunkt der Coros Vertix 2 ist die überragende Akkulaufzeit. Der Hersteller gibt die Laufzeit mit bis zu 140 Stunden mit aktiviertem Standard-GPS-Tracking (GPS und QZSS) an. Bei täglicher Nutzung soll der Akku rund 50 Tage durchhalten. Damit liegt die Uhr deutlich über dem Wert der Garmin Fenix 7 (Testbericht) mit 28 Tagen und der Garmin Epix 2 (Testbericht) mit 31 Tagen im Smartwatch-Modus.
Coros verkauft die Vertix 2 in den Farben Obsidian (Schwarz-Grau) und Lava (Orange) zum Preis von rund 599 Euro (Preisvergleich). Damit bewegt sich der Preis der Uhr auf dem Niveau der Garmin Fenix 7 Solar (Testbericht).
Auf Amazon finden sich teilweise recht drastische negative Kritiken für die Vertix 2. Ganz so hart wollen wir mit der Uhr an dieser Stelle nicht ins Gericht gehen, denn Coros macht mit der Smartwatch einiges richtig. Trotzdem weist die Vertix 2 auch diverse eklatante Schwächen auf, sodass sie im Vergleich zur Konkurrenz von Garmin, Polar & Co. eindeutig den Kürzeren zieht.
Das Hauptproblem, mit dem die Vertix 2 zu kämpfen hat, ist im Prinzip dasselbe wie bei der Coros Apex 2 Pro (Testbericht): Eine hervorragende Akkulaufzeit und hervorragendes GPS-Tracking wiegen nicht die Mängel bei Pulsmessung, Navigation, der App und der Musiksteuerung sowie den Mangel an Features (etwa Bezahlfunktion) auf. Wenn Coros wirklich mit Garmin mithalten und der Fenix oder Epix entsprechend Konkurrenz machen will, reicht der leicht niedrigere Preis nicht aus. Wer auf der Suche nach einer High-End-Sportuhr ist, sollte sich den Kauf der Coros Vertix 2 also gut überlegen.
Die Enduro 3 ist auf eine maximale Laufzeit ausgelegt und unterscheidet sich im Funktionsumfang nur marginal von der Fenix 8, kostet allerdings weniger. Ist sie der bessere Kauf? Das klärt unser Test.
Die Enduro 3 ist auf eine maximale Laufzeit ausgelegt und unterscheidet sich im Funktionsumfang nur marginal von der Fenix 8, kostet allerdings weniger. Ist sie der bessere Kauf? Das klärt unser Test.
Die Garmin-Sportuhren der Enduro-Reihe zeichnen sich aus durch eine lange Akkulaufzeit und richten sich in erster Linie an Extrem- und Ausdauersportler. Das macht die Uhren zur perfekten Wahl für einen Marathon, aber auch für ambitionierte Hobbysportler ist die Enduro 3 eine hervorragende Lösung. Sie ist günstiger als das Garmin-Flagship Fenix 8, hält aber mehr als 30 Tage durch.
Update: Dieser Testbericht stammt aus dem Dezember 2024. Garmin hat zum 15. Januar 2025 die EKG-Funktion für die Enduro 3 in der Europäischen Union mit dem Update auf die Firmware 11.28 freigeschaltet.
Anders als bei der Fenix-Reihe macht es Garmin Käufern der Enduro 3 leicht, denn man muss nicht zwischen verschiedenen Varianten wählen – es gibt die Uhr nur in einer Farbe und Größe. Mit einem Gehäusedurchmesser von 51 mm und vor allem einer Dicke von fast 16 mm ist die Enduro 3 nicht gerade zierlich. Mit 57 Gramm wiegt das Gehäuse nicht viel mehr als das der Forerunner 965. Ausgeliefert wird die Enduro 3 mit einem Klettverschluss-Armband, das auf den ersten Blick etwas billig wirkt. Wer mag, kann andere Bänder sowohl bei Garmin als auch im freien Handel kaufen. Bei Garmin liegen die Preise je nach Ausführung zwischen 40 und 300 Euro.
Der Bildschirm misst knapp 1,4 Zoll (3,56 cm) im Durchmesser und löst mit 280 × 280 Pixeln auf. Garmin setzt hier weiterhin auf ein Memory-in-Pixel-Display (MIP), das im Vergleich zu einem OLED-Display weniger brillant erscheint. Doch die Enduro 3 soll eine möglichst lange Akku-Laufzeit bieten, und in dieser Hinsicht ist das MIP-Design überlegen. Dazu sind hier alle Informationen stets komplett dargestellt, auf dem OLED nur optional.
Die Enduro 3 ist tadellos verarbeitet. Die Knöpfe haben einen präzisen Druckpunkt, das Display steckt einiges an Belastung ohne Kratzer weg. Ich würde dennoch immer empfehlen, den Bildschirm mit einem hochwertigen Schutzglas zu versehen.
Eingerichtet ist die Uhr innerhalb von ein paar Minuten und damit dann auch bereit für das erste Training. Erstaunlich ist, dass Garmin nur eine Display-Oberfläche installiert hat. Unzählige weitere gibt es über Garmin IQ. Auch sonst gibt es dort reichlich Möglichkeiten, den Funktionsumfang zu erweitern. Das reicht von Apps für Musik, Wetter hin zum Bezahlen und Navigieren.
Garmin beziffert den internen Speicher mit 32 GB. In Verbindung mit der Software-Version 11.9 waren davon etwa 16,5 GB für Musik und Apps frei. Für eine derart teure Uhr dürfte es gern mehr sein. Auch der Umstand, dass Garmin nur ein Ladekabel ohne Ladegerät beilegt und es keine Möglichkeit einer induktiven Ladung gibt, passt nicht zum hohen Preis. Ärgerlich ist auch, dass Garmin am proprietären Ladeanschluss festhält.
Einer der wesentlichen Gründe, warum Garmin seit vielen Jahren unter Sportlern derart viel Erfolg hat, ist die Auswertung der Trainingsdaten über die eigene App. Sie werden in einer Tiefe ausgegeben, die Hobbysportler so kaum komplett nutzen werden. Das macht die App fast zwangsläufig nicht besonders übersichtlich. Doch gerade, wenn man gezielt trainieren möchte, ist es lohnenswert, sich damit zu beschäftigen.
Wem im Grunde Puls, Tempo und Streckenverlauf als Trainingsdaten reichen, betreibt mit dem Kauf einer Enduro 3 einen Overkill. Denn diese Uhr wendet sich mit einer Fülle von Daten an sehr ambitionierte Sportler oder Profis. Die Uhr liefert nicht nur Vorschläge für den Tag, sondern rät auch explizit davon ab, zu trainieren, wenn sie eine Überlastung ermittelt hat. Wie bei der Schlafanalyse sind diese Auswertungen in der Regel nachvollziehbar.
Zwei Einschränkungen: Die Erkennung von Schritten ist auch hier nicht wissenschaftlich präzise, sondern ein genauer Näherungswert. Das gilt im Prinzip auch für die Pulsmessung am Handgelenk, die niemals so genau sein kann wie die Messung mit einem Brustgurt. Der lässt sich zusätzlich integrieren. Wer es wirklich ganz genau wissen will, kommt um dessen Einsatz nicht herum. In nahezu allen Fällen aber wird die Genauigkeit des Pulssensors in der Uhr genügen.
Eine Verbindung zu Satelliten stellt die Uhr schnell her, und auch die Streckenaufzeichnung ist genau. Während des einstündigen Laufs mit Musik sank der Ladestand der Batterie um rund 4 Prozent. Hier hält das Solarpanel auch im November gegen. Unabhängig davon ist die Akkulaufzeit beeindruckend. Selbst mit täglichen Trainingsaufzeichnungen waren im Test stets mehr als drei Wochen ohne Aufladung möglich. Im Sommer dürfte die Laufzeit potenziell nochmals steigen, denn dann kann das Solarpanel noch mehr beisteuern.
Garmin liefert einen Standard-Musik-Player mit, der seine Sache recht ordentlich macht. Erweiterungen sind auch an dieser Stelle möglich: Spotify gehört zu den Apps, die bei Garmin IQ besonders häufig heruntergeladen werden. Integriert sind außerdem ein Höhenmesser und eine Taschenlampe. Selbst bezahlen kann man mit der Uhr, wenngleich die Zahl der Partner, mit denen das möglich ist, recht übersichtlich ist.
Die Enduro 3 hat im Gegensatz zur Fenix 8 keine Telefonfunktion und auch keine Sprachsteuerung. Wer viel im Wasser trainiert, sollte die Fenix bevorzugen, denn nur sie hat wasserdichte, induktive Tasten und ein Tiefenmesser bis 40 m. Hinzu kommen diverse Funktionen rund um das Tauchen, die nur die Fenix hat. Wer das nicht benötigt und mit dem etwas schlichteren Äußeren der Enduro 3 auch zurechtkommt, kann sich den Mehrpreis für die Fenix 8 sparen.
Die Enduro 3 verfügt über Sensorik, um ein 1-Kanal-EKG zu erstellen. Ähnlich wie bei der Apple Watch Series 10 kann die Uhr so Herzrhythmusstörungen sowie Vorhofflimmern erkennen. Die Nutzung wird jedoch von Garmin erst ab einem Alter von 22 Jahren empfohlen, da bei jüngeren Personen fehlerhafte Ergebnisse auftreten können. Bei einem entsprechenden Befund wird geraten, eine mögliche Behandlung mit einem Arzt zu besprechen. Für die Nutzung des EKGs müssen die Smartwatch-Firmware und die Garmin Connect App auf den aktuellen Stand gebracht werden. Im Test konnten wir das Feature bisher nicht ausprobieren.
Gefühlt hält die Enduro 3 ewig. Bei normaler Nutzung hält die Uhr einen Monat lang durch. Selbst bei intensiver Nutzung mit vielen GPS-Aufzeichnungen waren im Test nach über 14 Tagen noch immer genug Reserven da. Garmin spricht von bis zu 36 Tagen. Weniger schön ist das Fehlen einer induktiven Lademöglichkeit. Man muss jedes Mal umständlich ein Kabel einstöpseln, um die Uhr wieder auszuladen.
Die Uhr kostet offiziell 899 Euro, zum Zeitpunkt dieses Tests war sie für 759 Euro zu haben. Das ist ein stolzer Preis für eine Sportuhr und nur verglichen mit der Fenix-Reihe günstig. Wem es nur um eine einfache Aufzeichnung von Trainingsdaten geht, bekommt selbst bei Garmin günstigere Uhren.
Die Enduro 3 ist eine kostspielige Luxus-Sportuhr, die allerdings liefert, was Garmin verspricht. Die Fülle an Daten ist beeindruckend, dazu lässt sie sich funktional problemlos erweitern. Nachvollziehbar ist die Entscheidung, am stromsparenden MIP-Display festzuhalten, denn das Kernversprechen der Enduro 3 ist eine außergewöhnlich lange Akku-Laufzeit. Auch in dieser Hinsicht hält Garmin Wort. Die Verarbeitung ist tadellos.
Kleine Kritikpunkte bleiben. Die Pulsmessung am Handgelenk ist in seltenen Fällen fehleranfällig. Dass Garmin der Enduro 3 kein Ladegerät beilegt, ist okay. Doch der proprietäre Anschluss und die fehlende Möglichkeit, die Uhr auch induktiv laden zu können, sind ärgerlich. In die Bedienung muss man sich einarbeiten, was sich allerdings gerade für ambitionierte Sportler lohnt.
Das alles muss dem Interessenten allerdings eine Menge Geld wert sein. Garmin hat die Preise seiner Spitzenuhren mit dem Modellwechsel nochmals angehoben. Es lohnt sich, zu vergleichen, auch wenn die Enduro 3 zum Testzeitpunkt im Preis bislang nicht so deutlich gefallen ist wie die Fenix 8.
Die Epix 2 kombiniert das Innenleben der Fenix 7 mit dem OLED-Display der Venu 2. Aktuell ist sie so günstig wie nie. Was die Sportuhr von Garmin kann, zeigt der Test.
Die Epix 2 kombiniert das Innenleben der Fenix 7 mit dem OLED-Display der Venu 2. Aktuell ist sie so günstig wie nie. Was die Sportuhr von Garmin kann, zeigt der Test.
Ziemlich überraschend brachte Garmin 2022 neben der Fenix 7 (Testbericht) auch die Epix 2 auf den Markt. Auf den ersten Blick scheint sie der Fenix zu gleichen – bis auf das Display. Denn wo sonst ein LCD zum Einsatz kommt, will die Epix 2 mit einem AMOLED-Bildschirm punkten. Im Inneren übernimmt sie viel Technik von der Fenix 7 – kein schlechter Zug, immerhin schnitt die neue Fenix in unserem Test sehr gut ab. Doch reicht ein neuer Bildschirm, um sich von dem Platzhirsch abzusetzen?
Moment, Epix 2, gab es da einen Vorgänger? Ja, im Jahre 2015 kam die erste Epix auf den Markt. Schon damals mit GPS und im Look einer Casio-Uhr mit farbigem LC-Display. Sprich, Garmin hat für die OLED-Variante der Fenix 7 einen ziemlich alten Markennamen abgestaubt.
Anders als bei der Fenix 7 gibt es die Epix 2 nur in einer Größe und dem Durchmesser von 47 mm. Neben der normalen Varianten mit Edelstahlgehäuse und Corning Gorilla Glass DX als Schutz für den AMOLED-Touchscreen gibt es eine Sapphire-Ausführung, die auf ein Titangehäuse und Saphirglas über dem Bildschirm setzt. Die Armbänder können gewechselt werden, allerdings nur gegen Armbänder mit Garmin Quickfit-Technik und einer Breite von 22 mm.
Die Epix trägt auf, keine Frage. Sie ist massiver als die Garmin Venu 2 (Testbericht) oder die Garmin Fenix 7S. Sie ist zwar nicht auf den ersten Blick als Sportuhr erkennbar, aber schlicht ist etwas anders. Wie oben erwähnt besteht das Korpus und die Lünette aus Edelstahl oder Titan. Das Highlight ist aber das OLED-Touchdisplay mit 1,3 Zoll Durchmesser und einer Auflösung von 416 × 416 Pixel. Garmin hat mit der Venu-Serie bereits Erfahrung gesammelt und das merkt man hier. Der satte Kontrast vom schwarzen Hintergrund zu hellen Elementen des Display-Designs sieht einfach gut aus.
Bis auf den OLED-Bildschirm ist die Epix 2 technisch nahezu mit der Fenix 7 identisch. Es sind alle wichtigen Sensoren für Puls und Sauerstoffsättigung an Bord, dazu GPS, Glonass und Galileo. Bluetooth, WLAN und ANT+ sind ebenfalls mit im Gerät.
Die Edelstahl-Variante besitzt 16 GByte Speicher für Karten, Apps und Musik, die Saphir-Version kommt mit 32 GByte. Zusätzlich kann die Saphir-Edition die Mehrfrequenz-Positionsfindung nutzen, entsprechend ist die Positionsbestimmung insgesamt genauer.
Die Einrichtung und Verwaltung der Uhr geschieht am besten über die Garmin Connect App. Ja, es gibt zwar Garmin Express für Windows und Mac OS, im Alltag wird man die Uhr aber mit der App koppeln und über das Smartphone einrichten, verwalten und synchronisieren.
Garmin nutzt die gleiche Applikation für alle seine aktuellen Sportuhren. Der Setup-Vorgang ist angenehm kurz, setzt aber ein kostenloses Garmin-Nutzerkonto voraus. Zunächst werden Grunddaten wie Gewicht, Trageart, Uhrzeit oder tägliches Schrittziel definiert, falls vorhanden, wird ein Firmware-Update eingespielt. Danach kann man die Uhr verwenden und Dinge wie WLAN, Musikdienste oder Garmin Pay einrichten. Über Garmin Connect IQ kann man zusätzliche Uhr-Designs oder Anwendungen herunterladen und installieren. Alle Einstellungen der Epix kann man nachträglich anpassen, auch wenn sie teilweise etwas versteckt sind.
Die App macht einen sehr guten Job damit, die täglichen Aktivitätsdaten auf den ersten Blick überschaubar aufzubereiten. Gleichzeitig kann man Stunden damit verbringen, in die Details einzutauchen, Trainingspläne zu erstellen oder sich mit Freunden zu verbinden und virtuelle Wettkämpfe zu starten. Wie schon bei anderen Garmin-Modellen finden wir die App gelungen, vor allem, wenn man etwas Zeit damit verbringt.
Die Epix setzt bei der Bedienung auf eine Kombination aus Touchscreen und die fünf Tasten an der Lünette. Im Alltag nutzen wir eine Mischung aus beiden – Touch, um durch die Menüs zu wischen, ein Druck auf die Tasten der Lünette, um Optionen auszuwählen. Das funktioniert sehr gut. Während des Trainings schaltet sich der Touchscreen automatisch aus. Praktisch, denn Schweiß und Touch vertragen sich nicht. Zu meckern gibt es wenig, mit etwas Eingewöhnung ist man schnell auf der Uhr unterwegs – deutlich fixer als bei Sportuhren mit reiner Tastensteuerung.
Wie alle aktuellen Garmin-Uhren ist die Epix 2 ein vollwertiger Aktivitäts-Tracker. Schritte, Stockwerke, Kalorien oder Intensitätsminuten, die Uhr zählt automatisch mit. Wie immer passt Garmin das Schrittziel automatisch an – das motiviert. Die Daten werden an die App übertragen und dort weiter aufbereitet. Zusammen mit den Informationen zum Schlaf wird damit etwa die Body Battery berechnet. Die soll den Nutzer auf einen Blick über den körperlichen Zustand informieren und zeigen, wie hoch die eigenen Energiereserven sind. Je länger man die Uhr nutzt, desto besser werden die Informationen.
Da in der Epix 2 eine komplette Fenix steckt, ist sie eine vollwertige Sportuhr. Sie ist vollgepackt mit notwendigen Profilen, umso ziemlich jede Sportart zu tracken. Laufen und Radfahren? Logisch. Skifahren und Golf? Klar. Radfahren in die Arbeit? Jupp. HIIT und Cardio natürlich ebenso. Dabei kann die Epix auch schnell wechselnden Puls problemlos aufzeichnen. Wer dennoch lieber mit einem Pulsgurt sportelt, der kann kabellose Sensoren per ANT+ oder Bluetooth koppeln.
Die Epix bringt die neue Stamina-Funktion mit auf die Uhr. Dieses Feature berechnet, wie viele Energiereserven man hat und wie sie sich aufs aktuelle Training verteilen. So sieht man auf einen Blick, ob man in der aktuellen Trainingsphase weiter angreifen oder es etwas lockerer angehen lassen sollte.
Gegenüber den anderen OLED-Uhren von Garmin, etwa der Venu 2 Plus (Testbericht) kann die Epix 2 Kartenmaterial lokal abspeichern. Über den auf der Uhr integrierten Kartenmanager lassen sich topografische Karten oder die Informationen von Golfplätzen oder Skigebieten auf die Uhr laden.
Die Karten lassen sich für die Navigation auf der Uhr verwenden, etwa um eine Rundstrecke von der aktuellen Position zu berechnen oder um Routen, etwa von Komoot, auf der Uhr anzuzeigen.
Die Epix 2 kann im Training ein Handy komplett ersetzen. Denn sie bringt einen integrierten Musikplayer mit, den man entweder über die PC-Applikation mit MP3s füttern kann oder der Musik von Diensten wie Spotify, Amazon Music oder Deezer auf die Uhr laden und dort offline speichern kann. Verbindet man noch Bluetooth-Sportkopfhörer (Vergleichstest) mit der Uhr, kann man über sie Musik hören, während man unterwegs ist. Dabei gibt es allerdings zwei Haken: Es gibt nur einen Speicher für Kartenmaterial und Musik. Und das Streamen per Bluetooth kostet zusätzlich Akku.
Dank des OLED-Bildschirms sehen eingehende Benachrichtigungen einfach nur gut aus. Egal, ob E-Mail, SMS oder Messenger-Nachrichten, man kann auf einen Blick sehen, ob sich ein Griff zum Smartphone lohnt. Sind Benachrichtigungen zu nervig, kann man die Benachrichtigungen direkt auf der Uhr deaktivieren. Enorm praktisch.
Über Garmin Pay kann man die Uhr als Zahlungsmittel nutzen. Zumindest dann, wenn man bei einer der (wenigen) unterstützten Banken ist. Apple Pay und Google Pay sind deutlich kommunikativer, Garmin Pay darf hier noch aufholen.
Wenn die Epix eine Achillesferse hat, dann ist es die Akkulaufzeit. Wir haben die dauerhafte Messung von Puls und Sp02 aktiviert, dazu WLAN eingerichtet und Funktionen wie die Wetteranzeige. Sprich, alles, was man so von seiner Smartwatch erwartet. Die Epix hält damit knapp 3 bis 4 Tage durch. Ja, man kann die Laufzeit durch den Sparmodus noch verlängern, dann verliert man aber insbesondere die Messung zum Pulsoximeter. Die Fenix 7S hielt mit den gleichen Einstellungen knapp eine Woche durch. Kurz: Wer alle Funktionen der Uhr ausnutzt und regelmäßig trainieren geht, der muss sie wahrscheinlich alle zwei bis drei Tage anstecken.
Die Garmin Epix 2 ist kein Schnäppchen, die unverbindliche Preisempfehlung lag zum Testzeitpunkt am 3. März 2022 zwischen 899 Euro und 1099 Euro. Der Straßenpreis liegt vorwiegend für die Variante mit Edelstahl deutlich darunter.
Die größte Konkurrenz für die Epix 2 heißt, wenig überraschend, Garmin Fenix 7 (Testbericht). Denn bis auf den OLED-Bildschirm sind die Sportuhren baugleich – wenn auch die Epix offenbar etwas mehr Strom benötigt. Wir könnten uns vorstellen, dass Garmin die Epix-Serie vorwiegend deswegen wiederbelebt hat, um nicht noch ein Fenix-7-Modell am Markt zu haben. Schließlich gibt es davon drei Größen, mit mehreren Ausführungen und mit oder ohne Solarfunktion. So ist, zumindest aus Garmin-Sicht, klar: Wer eine High-End-Sportuhr mit OLED möchte, der greift zur Epix, alle anderen können aus der Fenix-Serie wählen (oder einem anderen Sportuhrenhersteller, denn die gibt es auch noch).
Die Epix schlägt sich wenig überraschend hervorragend. Einzig die vergleichsweise kurze Akkulaufzeit verwundert. Wir haben das bereits bei der Garmin Venu 2 Plus (Testbericht) gesehen, auch die kommt mit OLED und schwachem Akku. Klar kann man den Energiesparmodus aktivieren, aber dann gehen eben praktische Funktionen flöten. Oder anders gesagt: Ich zahle für alle Features, ich nutze alle Features.
OLED ist bei den Sportuhren noch immer ein Alleinstellungsmerkmal. Neben der Garmin Venu und dem Garmin D2 Air (einer Smartwatch für Piloten) hat nur der Hersteller Denver solche Bildschirme – wobei dessen Sportuhren auch deutlich günstiger sind. Wer weniger Geld ausgeben, aber die sehr gute Garmin-App verwenden möchte, dem empfehlen wir eine Venu 3 (Testbericht). Sie kostet deutlich weniger, man muss aber auf die Karten und das Stamina-Feature verzichten. Die Akkulaufzeit ist ähnlich.
Garmin hat sein Flaggschiff der Sportuhren überarbeitet: Die Fenix 7 Pro bietet noch bessere Sensoren und alles, was Sportskanonen benötigen. Mehr zeigt der Test.
Garmin hat sein Flaggschiff der Sportuhren überarbeitet: Die Fenix 7 Pro bietet noch bessere Sensoren und alles, was Sportskanonen benötigen. Mehr zeigt der Test.
Auf den ersten Blick ist die Zahl der Garmin-Uhren aus der Fenix-Reihe nahezu unüberschaubar. Seit Ende Mai gilt das erst recht, denn zu diesem Zeitpunkt hat Garmin ein Upgrade vorgestellt, ohne die bisherigen Versionen aus dem Verkauf zu nehmen. Die aktuelle Garmin Fenix 7 Pro hat den Verfasser dieses Texts 60 Tage begleitet. Im Test zeigte die teure Uhr reichlich Stärken und nur wenige Schwächen.
Wir sortieren zunächst einmal das Angebot. Das Upgrade der Garmin Fenix 7 (Testbericht) wird durch den Zusatz „Pro“ gekennzeichnet. Es gibt drei Gehäusegrößen: 42 mm (S), 47 mm und 51 mm (X). Anders als beim Vorgänger gibt es nur zwei statt drei Ausstattungslinien. Die Version ohne Photovoltaik ist gestrichen. Das macht den Einstieg nochmals teurer. Garmin hat eine treue Fangemeinschaft, die das gehobene Preisgefüge dieser Reihe offenkundig mehrheitlich mitträgt. Die Fenix richtet sich an anspruchsvolle Sportler, die keine Kompromisse machen wollen.
Die Fenix-Reihe war noch nie ein unauffälliger Begleiter, sie trug dick auf. Sie hat einen „robusten“ Look, ist in der aktuellen Fassung je nach Größe und Ausstattung zwischen 47 und 68 g schwer – das Gewicht des Armbands kommt noch hinzu. Seit jeher ist sie hervorragend verarbeitet und macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Eine Uhr, die auch mal einen „Knuff“ verträgt. Sie hält dem Druck in 100 m Wassertiefe stand, für alle alltäglichen Wassersportarten reicht das. Wer einen Tauchcomputer haben will, muss bei Garmin ein anderes Modell wählen.
Für die selbstbewusste Summe, die Garmin da aufruft, bekommt man in jedem Fall eine exzellent verarbeitete, hochwertige Uhr mit einem enormen Funktionsumfang in Richtung Sport. WLAN, Touchscreen, Kartenmaterial, 32 GByte Speicher, die sich teilweise für Musik nutzen lassen, Photovoltaik – all das bringt schon das Basismodell mit. Die „Sapphire Solar Edition“ bietet ein nochmals härteres Glas, Lünette und Gehäuse sind hier aus Titan statt aus Stahl. Damit wiegt die 100 Euro teurere Uhr ein paar Gramm weniger. Funktional gibt es, anders als beim direkten Vorgänger, keinen Unterschied. Garmin hat das Basismodell mit dem Upgrade also deutlich aufgewertet, denn Dinge wie die Mehrfrequenz-Positionsfindung gab es zuvor nur in der teuren Ausstattungslinie.
Hinzu kommen Funktionalitäten, die in vollem Umfang vermutlich niemand ausschöpft. Ein paar Oberflächen für die Hauptseite der Uhr sind vorinstalliert. Wer mag, kann aus einem schier unendlichen Pool weitere Darstellungen nachladen. Etliche sind kostenlos, für einige wollen die Designer einen kleinen Betrag haben.
Ein bisschen Smartwatch ist die Fenix natürlich auch. Man kann in der Uhr seine Kreditkarte hinterlegen und an ausgewählten Stellen damit bezahlen. Die Auswahl der Partner, mit denen das möglich ist, ist allerdings recht übersichtlich.
Nachrichten von einem verbundenen Handy werden angezeigt, und auch das Wetter am Standort kann eingeblendet werden. Gut gelöst: Der Nutzer kann für jede App individuell festlegen, ob sie Nachrichten auf die Uhr schicken darf. So werden nur jene Informationen durchgereicht, die man haben will. Gefunkt wird über Bluetooth und WLAN, letzteres allerdings nur über 2,4 GHz. Beides klappte im Test stets absolut zuverlässig und deutlich schneller als bei der Referenzuhr Fenix 6 (Testbericht), die kein WLAN-Modul eingebaut hat.
Mitgeliefert wird ein Lade- und Datenkabel mit einem USB-C-Stecker einerseits und einem proprietären Stecker für die Uhr andererseits. Ein Ladegerät oder wenigstens einen Adapter auf USB-A legt Garmin nicht dazu. Für diese Summe sollte sich eine Uhr eigentlich induktiv laden lassen. Auch mit einer EKG-Messung, mit der Apple vorgeprescht ist, konnte die Fenix 7 Pro zum Testzeitpunkt nicht dienen. Garmin hat in den USA diesbezüglich inzwischen nachgelegt, Europa wird folgen.
An zwei Dingen hält Garmin hartnäckig fest: dem MIP-Display und den Tasten am Rand. Das Memory in Pixel-Display wurde gegenüber dem Vorgänger leicht überarbeitet und bietet einen etwas höheren Kontrast. Auffallen wird das den meisten vermutlich nur im direkten Vergleich. Gegenüber einem OLED-Display erscheint es blass und farblos, doch Garmin hat mindestens einen sehr guten Grund, an dieser Technologie festzuhalten: 60 Tage konnten wir die Uhr ausprobieren, und obwohl in dieser Zeit zahlreiche Aktivitäten mitgeschnitten wurden, war es nicht ganz einfach, zumindest ein paar Ladevorgänge zu absolvieren.
Ein großer Vorteil des MIP-Displays ist außerdem, dass es stets an ist. Eine danach genutzte Garmin Forerunner 965 (Testbericht) mit OLED-Display zeigt das volle Programm nur an, wenn eine interne Logik erkennt, dass der Nutzer gerade draufschaut – was gelegentlich nicht funktioniert. Wer eine Oberfläche wählt, bei der das OLED-Display stets an ist, muss mit einer deutlich reduzierten Akkulaufzeit rechnen. Bei der Fenix ist stets alles zu sehen, ganz ohne manuelles Gehampel mit dem Arm. Wer den Funktionsumfang und das Design einer Fenix mit einem OLED-Display kombinieren möchte, kann zu einer Epix 2 (Testbericht) greifen.
Garmin lässt dem Nutzer die Wahl, ob er sich über einen sehr gut funktionierenden Touchscreen oder die fünf Tasten am Rand durch das weitverzweigte Menü arbeiten will. Eine gute Entscheidung, denn für beides gibt es im Alltag jeweils Situationen, in denen mal der eine, mal der andere Weg die bessere Wahl ist. In die Logik der Menüs muss man sich einarbeiten. Eine Uhr mit einem derart gewaltigen Funktionsumfang stößt bei der Übersichtlichkeit an gewisse Grenzen. Wer die Anleitung nicht liest, wird vermutlich viele Monate lang immer mal wieder etwas Neues entdecken.
Der Fokus der Uhr liegt aber ganz klar auf dem Mitschneiden sportlicher Aktivitäten. Datensammler kommen hier voll auf ihre Kosten und können sich über den aktuellen Leistungsstand, die Entwicklung sowie feine Details freuen.
Unzählige Sportprofile sind bereits vorinstalliert, sollte noch etwas fehlen, kann der Nutzer weitere Sportarten nachladen. Ein Beispiel: Allein für das Fahrradfahren sind 21 Profile hinterlegt, die sich im Detail noch konfigurieren lassen. Beim Laufen werden auch die vertikale Bewegung und die Bodenkontaktzeit ausgewertet. Während des Trainings kann man über den Stamina-Wert sehen, wie es um die eignen Reserven steht. Eine Luxusuhr also, die mit dem alleinigen Mitschneiden von Schritten, Strecke und Tempo eindeutig unterfordert ist. Es wäre so, als wenn Sie sich einen Kleinlaster besorgen, um gelegentlich Brühwürfel in einer haushaltsüblichen Menge einzukaufen.
Was die Garmin Uhren für Sportler unverändert attraktiv macht, ist die Einbindung in einen Kosmos, mit dem sich der Trainingsverlauf detailliert nachvollziehen lässt. Es lohnt sich, die Zeit darin zu investiert, sich mit Uhr und App intensiv auseinanderzusetzen. Gefüttert mit der Datenfülle einer Fenix 7 Pro bekommt man ein mächtiges Analysetool an die Hand, mit dem sich gezielt trainieren lässt. Die App selbst ist allerdings nicht gerade ein Musterbeispiel an Übersichtlichkeit, von einer intuitiven Bedienung ganz zu schweigen. Ohne eine gewisse Einarbeitung bleiben viele Auswertungen verborgen.
Im Test wurde die Uhr überwiegend zum Laufen und Schwimmen benutzt. Gegenüber einer privaten Garmin Fenix 6 fallen dabei einige Dinge auf. Der neue Pulssensor der Fenix 7 Pro liefert viel eher nachvollziehbare Daten – wortwörtlich, denn bis die alte Uhr den Herzschlag korrekt erfasst, muss man schon ein paar 100 Meter gelaufen sein. Die Pulsmessung am Handgelenk ist weniger genau als über einen Brustgurt. Wer es ganz präzise haben will, kann einen Brustgurt verwenden und problemlos in die Aufzeichnung des Trainings einbinden. Kostenpunkt: ab 46 Euro.
Als Nutzer kann man festlegen, wie viele Satellitensysteme genutzt werden. Wer alle Optionen für eine maximale Genauigkeit einstellt, muss mit einer deutlich geringeren Akkulaufzeit rechnen, bekommt dann allerdings auch eine sehr präzise Streckenerfassung. Die knickte im Test auch unter einer belaubten Strecke nicht derart ein wie bei der Fenix 6. Perfekt ist auch die neue Uhr nicht, aber der Fortschritt in dieser Hinsicht ist unverkennbar.
Besser als bei meiner eigenen Uhr klappte auch die Erfassung der Schwimmbahnen. Die aktuelle Uhr kam hier kaum einmal durcheinander. Schon bei der alten Uhr gab es allerdings eine Logik, die ihren Fehler erkannte und sich dann auch korrigierte – meistens jedenfalls. Auch das klappte mit der neuen Uhr besser als zuvor.
Der Akku hielt im Test trotz 24/7-Nutzung und reichlich Sport locker 15 Tage durch, mit etwas weniger Elan sind ziemlich sicher auch deutlich mehr als 20 Tage drin. Hilfreich auch, dass sich bestimmte Funktionen abschalten lassen. Die permanente Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut beispielsweise nagt spürbar am Akkustand. Garmin hat auch für die Akku-Nutzung Profile hinterlegt, die sich konfigurieren lassen.
Zwischen den drei Größen gibt es einen deutlichen Unterschied beim Energiegehalt der Batterie. Die kleine Variante bietet 188 mAh, die mittlere schon 345 mAh und die große Fenix 7X Pro sogar 544 mAh. Alles in allem hält die Batterie in der Fenix 7 Pro sehr lang, kein Vergleich also beispielsweise zur Apple Watch.
Alle Garmin Fenix 7 Pro haben ein Photovoltaik-Element eingebaut. Es dürfte die Zeit ohne Aufladung weiter verlängern. Im Test zeigte sich, dass man sich von dieser Spielerei besser nicht zu viel verspricht. Selbst in der Sonne erreicht man im Idealfall eine minimal verlangsamte Entladung. Da die Laufzeit aber ohnehin weit überdurchschnittlich ist, erscheint das nicht weiter tragisch.
Schon das Basismodell „Solar Edition“ ist mit einer UVP von 850 Euro wirklich kein Schnäppchen. Das Topmodell „Sapphire Solar Edition“ mit Titanarmband liegt inzwischen bei 1250 Euro. Das „normale“ Pro-Modell mit 47 mm kostet rund 571 Euro. Für die Sapphire-Version kommt ein Aufpreis von mindestens 100 Euro hinzu. Die kleine Fenix 7S Pro gibt es ab 569 Euro. Für eine Fenix 7X Pro sind mindestens 649 Euro fällig.
Die Garmin Fenix 7 ist eine luxuriöse Uhr, die sich an anspruchsvolle Sportler wendet. Sie liefert eine unglaublich umfangreiche Datenmenge, mit der sich gezielt trainieren lässt. Im Verbund mit der nicht ganz selbsterklärenden App können Daten-Freaks tief in die Analyse einsteigen, um an der Optimierung des Trainings zu arbeiten. Hinzu kommen eine sehr lange Akkulaufzeit und eine hervorragende Verarbeitung. Garmin verlangt für die Fenix 7 Pro stolze Preise, liefert aber einen entsprechenden Gegenwert.
Damit ist auch klar umrissen, für wen die Fenix 7 Pro eher nichts ist: Wer nur gelegentlich mal etwas Sport treibt und mit den Grundpfeilern der gängigen Trainingsdaten wie Tempo, Herzschlag und Streckenlänge auskommt, wird mit anderen Geräten deutlich günstiger bedient – auch bei Garmin. Auch wer vor allem eine umfangreich ausgestattete Smartwatch haben will, findet mit anderen Modellen eher seinen idealen Begleiter. Die Fenix-Reihe ist in erster Linie eine noble Sportuhr und erst in zweiter Linie eine Smartwatch.
Die Huawei Watch GT 5 überzeugt als schicke wie auch sportliche Smartwatch mit präzisen Sensoren und sehr langer Akkulaufzeit. Was die Uhr alles kann, zeigt dieser Test.
Die Huawei Watch GT 5 überzeugt als schicke wie auch sportliche Smartwatch mit präzisen Sensoren und sehr langer Akkulaufzeit. Was die Uhr alles kann, zeigt dieser Test.
Mit der mittlerweile fünften Generation seiner GT-Reihe bringt Huawei wieder eine sportliche Smartwatch auf den Markt, die auch dank des edlen Designs eine gute Figur zur Abendgarderobe macht. Der Nachfolger der Huawei Watch GT 4 (Testbericht) hält fast zwei Wochen im Dauerbetrieb durch, erkauft sich diese Ausdauer aber mit wenig Apps und großer Abhängigkeit vom Smartphone. Die US-Sanktionen gegen das Unternehmen stellen zudem weitere Hürden bei der Einrichtung und Funktionalität dar, die aber das chinesische Unternehmen nicht einschüchtern.
Die Huawei Watch GT 5 ist in zwei Größen erhältlich: 46 mm für größere Handgelenke und 41 mm, die sich an schmalere Handgelenke vorwiegend von Damen richtet. In unserem Test liegt der Fokus auf der Variante in 46 mm. Das kleine Modell für Damen findet sich hier: Huawei Watch GT 5 41 mm (Testbericht).
Die GT 5 mit 46 mm wirkt wie schon die Vorgängerreihen durch das Design hochwertig und kann auch als modische Armbanduhr genutzt werden. Die Form ist angedeutet oktogonal – das Gehäuse ist also eckig, während das Ziffernblatt rund ist wie bei einem klassischen Chronografen. Wir haben das Modell in Silber mit blauem Armband aus Fluorelastomer getestet. Es gibt zudem wieder eine schwarze Variante sowie ein Modell in Silber mit braunem Lederarmband. Ein Modell mit Edelstahlarmband ist dieses Mal der neuen Watch GT 5 Pro (Testbericht) vorbehalten. Es befindet sich wieder eine Krone mit Druckfunktion rechts oben sowie eine weitere Taste links unten.
Das runde OLED-Display überzeugt auch bei diesem Modell auf ganzer Linie – hier zeigt Huawei einmal mehr seine Stärke. Die Darstellung ist gestochen scharf und bietet auch bei hellen Lichtverhältnissen ausreichend Helligkeit. Die automatische Anpassung der Helligkeit reagiert zudem zügig auf Veränderungen. Das 46-mm-Modell ist mit einem 1,43-Zoll-Display ausgestattet, während die kleinere 41-mm-Version ein 1,32-Zoll-Display besitzt. Beide Varianten bieten eine Auflösung von 466 × 466 Pixeln. Wer möchte, kann das Always-on-Display (AoD) aktivieren, um die Uhrzeit ständig im Blick zu behalten. Allerdings kann dies die Akkulaufzeit je nach gewählten Watchfaces deutlich verkürzen.
Die Kommunikation zwischen der Uhr und dem Smartphone erfolgt ausschließlich über Bluetooth 5.2 LE – Optionen für WLAN oder LTE sucht man vergeblich. Zur präzisen Navigation dient ein Multiband-GNSS, das GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS unterstützt. Damit lässt sich die Laufstrecke problemlos aufzeichnen, ohne dass das Smartphone mitgeführt werden muss. Die Ortungsgenauigkeit ist dabei erfreulich hoch.
Die Uhr ist außerdem mit einem optischen und sehr präzisen Herzfrequenzsensor, einem Beschleunigungssensor, einem Gyroskop, einem Barometer und einem Thermometer zur Messung der Hauttemperatur ausgestattet. Ein Lautsprecher und Mikrofon ermöglichen das Telefonieren, sofern die Uhr mit dem Smartphone verbunden ist. Das Betriebssystem Harmony OS sorgt dabei für eine flüssige Performance. Die Uhr ist nach 5 ATM wasserdicht und kann somit problemlos beim Schwimmen getragen werden.
Das App-Angebot fällt jedoch überschaubar aus. Für die Navigation ist Petal Maps verfügbar, und Musik lässt sich lediglich über den integrierten Player oder Huawei Music speichern – Dienste wie Spotify, Deezer oder Amazon Music werden nicht unterstützt. Neu ist die Möglichkeit, Offline-Karten herunterzuladen und etwa beim Wandern oder Joggen anzuzeigen. NFC ist an Bord. Zum Marktstart fehlte hierzulande noch eine Bezahlmöglichkeit. Ab Dezember ist das mit Android über den polnischen Dienst Quicko Wallet per App auf der Uhr möglich. Im nächsten Jahr folgt der Support auch für iOS.
Wer bereits eine Huawei-Smartwatch genutzt hat, wird sich schnell zurechtfinden. Die Bedienung erfolgt selbsterklärend: Ein Wischen nach oben zeigt Smartphone-Benachrichtigungen an, die sich jedoch nur über vorgegebene Schnellantworten oder Emojis beantworten lassen. Ein Swipe nach unten öffnet die Einstellungen, während man mit einem Wischen nach links Infokarten durchblättern kann, die sich individuell in der App anpassen lassen. Nach rechts gelangt man zu Wetterinformationen und weiteren Daten.
Mit der Krone links oben öffnet man die App-Übersicht, die an die App-Wolke der Apple Watch erinnert. Zwar sieht das schick aus, ist jedoch unübersichtlich. Alternativ kann man eine Listenansicht aktivieren, die wir empfehlen würden. Ein Doppelklick auf die Krone zeigt die zuletzt verwendeten Apps, während das Drehen der Krone zum Scrollen oder zur Lautstärkeregelung dient. Die programmierbare Taste unten rechts startet standardmäßig die Trainings-Übersicht, lässt sich aber individuell belegen.
Ein Knackpunkt bei Huawei-Smartwatches bleibt die Einrichtung: Aufgrund der US-Sanktionen gegen Huawei ist die Health-App nicht im Google Play Store verfügbar. Sie kann jedoch per QR-Code von einer alternativen Quelle installiert werden, was etwas umständlich ist. Samsung- und Honor-Nutzer haben es leichter, da die App jeweils in den App-Stores verfügbar ist. Im Apple App Store gibt es die App hingegen.
Die Watch GT 5 bietet eine Vielzahl von Trainingsprofilen für unterschiedlichste Sportarten. Zwar gibt es eine automatische Trainingserkennung, diese arbeitet jedoch nicht immer zuverlässig. Positiv fällt der optische Sensor auf, der die Herzfrequenz kontinuierlich und präzise misst. Besonders beeindruckt hat uns die Genauigkeit bei Aktivitäten mit wechselnder Intensität, etwa beim Spinning auf dem Indoor-Cycle – eine Herausforderung, an der viele Uhren mit optischen Sensoren scheitern. Neben der Herzfrequenz überwacht die Uhr auch die Sauerstoffsättigung im Blut. Dank des integrierten Barometers wird beim Outdoor-Sport zusätzlich ein Höhenprofil erstellt. Für Läufer stehen vorgefertigte Laufkurse zur Verfügung, darunter auch Intervalltraining.
Eine Schlafanalyse bietet die Watch GT 5 natürlich auch. Über die Health-App werden die Schlafphasen in Leicht- und Tiefschlaf sowie Wachphasen unterteilt. Allerdings erkennt die Uhr nicht immer Wachphasen in der Nacht inklusive Toilettengang. Außerdem überwacht die Uhr die Atemfrequenz im Schlaf, was nützlich sein kann, um Hinweise auf Schlafapnoe frühzeitig zu erkennen. In Kombination mit der Hauttemperaturmessung bietet die Uhr zudem Zyklus-Tracking für Frauen, inklusive einer Vorhersage des nächsten Eisprungs.
Sehr beeindruckt waren wir von der Akkulaufzeit der Variante mit 46 mm. Die Uhr hält in der Tat fast 14 Tage durch, wie vom Hersteller versprochen. Dabei haben wir auf das Always-On-Display verzichtet, die Uhr aber rund um die Uhr und auch im Schlaf getragen bei rund vier Workouts die Woche.
Das kleine Modell mit 41 mm hat weniger Akkukapazität und hält laut Huawei nur rund eine Woche durch. Ein genauer Test dieser Variante folgt.
Die UVP lag für das Modell mit 46 mm ursprünglich bei mindestens 249 Euro. Mittlerweile ist der Preis gesunken. Am günstigsten ist die Huawei Watch GT 5 mit schwarzem Fluorelastomer-Armband für 195 Euro. Die blaue Variante kostet 199 Euro, mit Lederband 209 Euro.
Die Huawei Watch GT 5 punktet in erster Linie durch ihre starke Akkulaufzeit und ein ansprechendes, hochwertiges Design, das sowohl im sportlichen als auch im eleganten Kontext überzeugt. Die präzisen Sensoren für Herzfrequenz und GPS, kombiniert mit den vielseitigen Fitnessfunktionen, machen sie zu einer idealen Wahl für sportlich aktive Nutzer. Besonders das Multiband-GNSS und die sehr genaue optische Herzfrequenzmessung stechen hier hervor.
Eine Schwäche der Uhr liegt im eingeschränkten App-Angebot. Durch die US-Sanktionen sind keine bekannten Musik-Streaming-Dienste verfügbar. Hinzu kommt die umständliche Einrichtung, da die Health-App aus alternativen Quellen zu beziehen ist. Außerdem besteht eine starke Abhängigkeit vom Smartphone, da weder WLAN noch LTE unterstützt werden.
Die Huawei Watch GT 5 ist somit vorwiegend für Nutzer interessant, die Wert auf eine lange Akkulaufzeit und genaue Fitness-Tracking-Funktionen legen, immer in Verbindung mit dem Smartphone und auf eine umfangreiche App-Unterstützung verzichten können.
Interessant für Damen ist das kleinere Modell Huawei Watch GT 5 41 mm (Testbericht).
Garmin bewirbt die Forerunner 255 explizit als Leichtgewicht für Läufer. Was die Sportuhr in der Praxis leistet, klären wir in unserem ausführlichen Test.
Garmin bewirbt die Forerunner 255 explizit als Leichtgewicht für Läufer. Was die Sportuhr in der Praxis leistet, klären wir in unserem ausführlichen Test.
Geringes Gewicht und trotzdem hohe Akkulaufzeit – so preist Garmin die Forerunner 255 an, eine mittelpreisige Sportuhr, die sich speziell an Läufer und Triathleten richtet. Wir haben uns die Uhr im Praxistest genauer angeschaut und zeigen, ob die Forerunner 255 für die Zielgruppe hält, was sie verspricht.
Wer schon einmal eine Sportuhr von Garmin in der Hand gehalten hat, findet sich bei der Forerunner 255 schnell zurecht. Das Design mit den drei Tasten an der linken und zwei Tasten an der rechten Gehäuseseite ist bekannt und bewährt. Was beim ersten Hands-on mit der Uhr sofort auffällt: Das Modell ist tatsächlich ein Leichtgewicht. Bei Gehäusemaßen von 45,6 × 45,6 × 12,9 mm wiegt die Forerunner 255 nur 49 g. Zum Vergleich: Die Garmin Fenix 7 (Testbericht) wiegt 70 g. Allerdings gilt auch: Die Garmin Forerunner 955 (Testbericht) bringt mit 52 g kaum mehr Gewicht auf die Waage, während die Vivoactive 4 (Testbericht) und die Venu 2 (Testbericht) sogar weniger wiegen. Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist das geringe Gewicht im Mittelklasse-Segment für Sportuhren und in Kombination mit der hohen Akkulaufzeit.
Die Einrichtung der Garmin Forerunner 255 funktioniert wie gewohnt über die App Garmin Connect. Haben wir die App auf unserem Smartphone installiert, können wir die Uhr per Bluetooth mit Garmin Connect verbinden und die Einrichtung in wenigen Minuten abschließen. Dabei können wir selbst entscheiden, welche Features der Uhr wir direkt mit nutzen und einrichten und bei welchen wir die Einrichtung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben möchten – das betrifft beispielsweise Garmin Pay oder die Notfallkontakte.
Die App selbst hat sich im Vergleich zu anderen Garmin-Geräten nicht verändert und bietet gewohnte, bewährte Garmin-Qualität. Wir können selbst entscheiden, welche Daten wir auf dem Startbildschirm angezeigt bekommen möchten. Die Daten selbst bereitet die App dann in übersichtlichen Diagrammen auf, die keine Wünsche offen lassen.
Der Hersteller bewirbt die Forerunner 255 explizit als Sportuhr, weshalb sie auch mit den für Garmin üblichen Aktivitätsfunktionen daherkommt. Große Überraschungen sollten Garmin-Kenner hier aber nicht erwarten, vielmehr ist die gewohnte Standardkost mit an Bord. Neben dem obligatorischen (und zuverlässigen) Schrittzähler und Herzfrequenzesser gibt es den altbekannten Body-Battery-Index, der uns basierend auf Schlafdaten und Trainingseinheiten unseren Energielevel anzeigt. Zusammen mit einer gesonderten Anzeige der Intensitätsminuten helfen diese Daten bei der Einschätzung, wann wir bereit für eine weitere Trainingseinheit sind und wann wir lieber eine Pause einlegen sollten.
Daneben ergänzt die Messung der Blutsauerstoffsättigung die gemessenen Gesundheitswerte um einen weiteren Parameter, der für die Beobachtung langfristiger Gesundheitstrends interessant sein kann. Frauen können sich schließlich noch einen Menstruations-Tracker zunutze machen, der allerdings leider noch immer keine Möglichkeit zum Eintragen der Körpertemperatur bietet. Wer also den eigenen Zyklus nach der NFP-Methode aufzeichnen möchte, benötigt weiterhin eine gesonderte App. Ansonsten taugt dieses Feature aber, um allgemeine Symptome festzuhalten und zu prüfen, in welcher Zyklusphase man sich gerade befindet.
Weil die Forerunner 255 explizit auf Triathleten und Ausdauersportler ausgelegt ist, verfügt die Sportuhr auch über eine große Auswahl entsprechender Trainingsoptionen. Neben spezifischen Profilen für Sportarten wie Laufen, Radfahren und Schwimmen in verschiedenen Varianten sowie Trend- und Kraftsportarten gibt es verschiedene Möglichkeiten, das eigene Training aufzuzeichnen und zu optimieren.
Die Forerunner 255 gibt tägliche Trainingsempfehlungen basierend auf vorangegangener Belastung und Erholung. Wer möchte, kann wie bei anderen Garmin-Geräten spezielle Trainingspläne zum Laufen (5000 Meter, 10.000 Meter oder Halbmarathon) aktivieren oder Crosstraining-Workouts zur Stärkung der Laufmuskulatur durchführen. Insbesondere für Einsteiger bieten diese Pläne eine gute Orientierung und motivieren auch langfristig zum Training.
Ergänzend dazu stehen Sportlern während des Trainings und beim Wettkampf verschiedene Analyse-Tools zur Verfügung: Basierend auf gemessenen Leistungsdaten können wir uns von der Uhr eine Pacing-Strategie für einen spezifischen Wettkampf berechnen oder eine konkrete Pace für einen Anstieg ausgeben lassen. Auch eine Laufzeitprognose für unterschiedliche Streckenlängen ist mit an Bord. Das funktioniert in der Praxis gut, auch wenn man sich nicht ausschließlich auf diese Empfehlungen, sondern auch auf das eigene Körpergefühl verlassen sollte.
Selbstverständlich hat die Forerunner 255 auch wieder eine Schlafaufzeichnung mit an Bord. Allerdings unterscheidet sich dieses Tracking nicht von anderen Garmin-Uhren. Die Forerunner 255 zeichnet wie gewohnt die unterschiedlichen Schlafphasen auf und berechnet basierend auf deren Dauer die Schlafqualität mit einem Score von 1 bis 100. Dieser Wert liefert auf lange Sicht gesehen eine gute Orientierung, ob und wann Probleme bei der Schlafhygiene bestehen. Allerdings ist die Aussagekraft des Sleeping Scores begrenzt. Die Garmin Connect App bereitet die gesammelten Daten jedenfalls übersichtlich auf, sodass man bei Bedarf stets eine gute Vergleichbarkeit des eigenen Schlafverhaltens geboten bekommt.
Wie die meisten Garmin-Uhren verfügt auch die Forerunner 255 über eine Auswahl an Zusatzfunktionen. Dazu gehört unter anderem Garmin Pay, womit wir – das entsprechende Bankkonto vorausgesetzt – unsere Uhr zum kontaktlosen Bezahlen nutzen können. Die Einrichtung von Garmin Pay erfolgt in wenigen Schritten einfach und intuitiv über die App.
Außerdem verfügt die Forerunner 255 über eine Live-Tracking-Funktion sowie eine Notfallhilfe. Live-Tracking erlaubt es Nutzern, ihren aktuellen Standort und ihre geplante Laufroute mit Freunden oder Familie zu teilen. Die Notfallhilfe kommt zum Einsatz, wenn die Uhr während einer Trainingseinheit einen Unfall bemerkt. Dann werden automatisch unsere zuvor festgelegten Notfall benachrichtigt und wir können bei Bedarf auch einen Notruf absetzen. Beide Features funktionierten in unserem Praxistest gut, allerdings löste die Unfallerkennung auch einmal einen Fehlalarm aus, als wir eine springende Bewegung machten. Echte Stürze erkannte sie aber immer korrekt.
Zu guter Letzt verfügt die Forerunner 255 auch über eine Musiksteuerung. Wer möchte, kann die Sportuhr für einen Aufpreis von etwa 50 Euro mit integriertem Musikspeicher erwerben, ein Feature, das Garmin-Fans bereits von der Vivoactive-Reihe kennen. Der integrierte Musikspeicher erlaubt es uns, über eine USB-Verbindung bis zu 500 Songs auf die Uhr zu laden, sodass wir unterwegs auch ohne Smartphone unsere Musik hören können. Das Kopieren der Musik funktionierte in unserem Test problemlos – wer allerdings von der Notfallfunktion Gebrauch machen will, muss das Handy zwingend dabeihaben und kann dann auch auf den integrierten Musikspeicher verzichten.
Die Akkulaufzeit der Forerunner 255 liegt laut Herstellerangaben im reinen Smartwatch-Modus – das bedeutet, ohne GPS-Nutzung – bei bis zu 14 Tagen. Aktivieren wir das GPS, variiert die Laufzeit je nach Variante (GPS, alle Systeme oder alle Systeme plus Multiband) zwischen 16 und 30 Stunden. In unserem Test, bei dem wir die Uhr als Smartwatch genutzt und zusätzlich pro Woche drei Trainingseinheiten mit GPS-Tracking ausgeführt haben, hielt der Akku gute 10 Tage durch. Für uns ist das ein sehr ordentlicher Wert, den man in dieser Preisklasse und in Anbetracht der Zielgruppe der Forerunner 255 aber auch erwarten kann.
Garmin verkauft die Forerunner 255 in zwei verschiedenen Gehäusegrößen mit 41 mm (Forerunner 255S) und mit 45 mm sowie jeweils den Farben Schwarz, Blau oder Altrosa und Hellgrau. Unabhängig von der Gehäusegröße liegt die UVP für das Standardmodell bei 350 Euro. Wer die Uhr mit integriertem Musikspeicher kauft, muss 400 Euro bezahlen. Außerdem bietet Garmin verschiedene Wechselarmbänder ab Preisen von 40 Euro an. Der Straßenpreis für die Forerunner 255 beginnt je nach Modell bereits bei knapp 300 Euro – unserer Meinung nach ein fairer Preis für das, was die Sportuhr zu bieten hat.
Eigentlich bietet Garmin mit der Forerunner 255 ein Rundum-sorglos-Paket für Sportler, die sich auf Ausdauer-Trainings und Triathlon spezialisiert haben: Der Preis ist gemessen an den gebotenen Features fair bemessen, die Akkulaufzeit gerade im Vergleich zur Konkurrenz sehr ordentlich und bei Training und Trackingfeatures kommen Käufer in den Genuss gewohnter Garmin-Qualität.
Allerdings unterscheidet sich die Uhr dann doch recht geringfügig von anderen, vergleichbaren Garmin-Modellen wie der Vivoactive 4 (Testbericht) oder der Forerunner 955 (Testbericht). Die Kaufentscheidung sollte deshalb in einem umfassenden Vergleich der Forerunner 255 mit diesen weiteren Garmin-Uhren gipfeln: Hier können neben dem (Straßen-)Preis kleine Features den Unterschied machen. Eine preiswerte Alternative für Läufer ist zudem die Huawei GT Runner (Testbericht).
Garmin verpasst der Enduro ein Update, das die Sportuhr zur eierlegenden Wollmilchsau für Langstreckensportler macht. Die Enduro 2 hat aber ihren Preis.
Garmin verpasst der Enduro ein Update, das die Sportuhr zur eierlegenden Wollmilchsau für Langstreckensportler macht. Die Enduro 2 hat aber ihren Preis.
Während Apple mit der Watch Series 8 erste Schritte in Richtung einer Smartwatch für Sportler macht und dadurch mit Garmin konkurrieren will, hat letztgenannter Hersteller mit der Enduro 2 eine ganz andere Zielgruppe im Fokus. Als Nachfolgemodell der Enduro (Testbericht) richtet sich diese Uhr explizit an Extrem-Sportler, die lange Strecken zurücklegen und dabei auf GPS-Tracking angewiesen sind – wie etwa beim Ultramarathon. Wir haben uns die Enduro 2 genauer angeschaut und im Test mit dem Vorgängermodell verglichen, um zu klären, ob die Neuerungen den exorbitanten Preis der Uhr wert sind.
Im Hinblick auf Design hat sich bei der Enduro 2 im Vergleich zum Vorgänger nicht wirklich etwas getan. Das Gehäuse entspricht der Optik nach grundlegend dem der Enduro, mit kleinen Änderungen, die es auch schon bei der Fenix-Serie gab. Die Anzahl und Platzierung der Bedienknöpfe bleibt gleich, ebenso wie die Display-Größe. Allerdings wiegt die Enduro 2 ein paar Gramm mehr als die Enduro, gehört mit 70 Gramm aber weiterhin zur Mittelklasse im Portfolio von Garmin – die Fenix 7 wiegt demgegenüber fast 10 Gramm mehr. Das liegt unter anderem auch an der Lünette, die aus leichtem und besonders stabilem Titan gefertigt ist.
Das Display der Enduro 2 hat sich ansonsten gegenüber der Enduro (Testbericht) nicht verändert: Käufer bekommen die gewohnte Qualität des MIP-Bildschirms geboten, der einen geringen Energiebedarf mit einer hervorragenden Lesbarkeit kombiniert. Dadurch ist die Anzeige bei sämtlichen Lichtverhältnissen und bei starker Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Was ebenfalls gleich bleibt, sind die Steuerungselemente: Wir navigieren mit fünf Tasten durch die Menüs der Uhr, im Gegensatz zur ersten Enduro gibt es allerdings eine Touch-Funktion – aber die braucht es unserer Meinung nach eigentlich gar nicht, denn die Bedienung funktioniert nicht nur für Garmin-Kenner absolut problemlos und intuitiv. Trotzdem: Wer Touch bevorzugt, bekommt ein reaktionsschnelles und auch bei Nässe gut bedienbares Display geboten.
Garmin liefert die Uhr ebenso wie das Vorgängermodell mit einem elastischen Nylon-Band inklusive Klettverschluss aus. Allerdings liegt im Lieferumfang diesmal zusätzlich ein klassisches Silikonarmband mit Edelstahlverschluss bei, das bei Bedarf über den Schnellverschluss ganz einfach gewechselt werden kann. Wer sich also an dem etwas ungewöhnlichen Armband des Vorgängers gestört hat, bekommt bei der Enduro 2 eine Alternative direkt mitgeliefert.
Bei der App hat sich gegenüber der Enduro beziehungsweise anderen Garmin-Geräten nichts verändert. Weil wir die Bedienbarkeit der App bereits in anderen Garmin-Tests ausführlich besprochen haben, verzichten wir an dieser Stelle auf eine umfangreiche Analyse. Wir halten aber fest, dass die App wie gewohnt hervorragend mit der Hardware der Enduro 2 zusammenarbeitet. Die intuitive Bedienbarkeit und das hohe Maß an Übersichtlichkeit sorgen für eine angenehme Nutzungserfahrung – auch in Kombination mit den Zusatzfunktionen der Uhr wie Garmin Pay und der Musiksteuerun. Beides funktioniert erwartungsgemäß absolut problemlos.
Gleich vorweg: Wer einen Aktivitätstracker sucht, ist mit der Enduro 2 an der falschen Adresse. Die Uhr zeichnet zwar Schritte auf, ist ansonsten für Aktivitäten des Alltags nicht ausgelegt. Stattdessen liegt der Fokus der Uhr komplett auf extremen Ausdauersportarten wie Ultramarathon-Läufen und Trail-Running (dazu später mehr).
Trotzdem bietet die Enduro 2 aber genauso wie das Vorgängermodell eine Reihe von Funktionen, mit denen sich verschiedene Körperwerte überwachen lassen. Neben einem optischen Herzfrequenzsensor, der Puls und Herzfrequenzvariabilität sowie Stresslevel aufzeichnet, bestimmt die Uhr den Sauerstoffgehalt im Blut. Außerdem können wir mit der Health-Snapshot-Funktion eine Art Gesundheitsbericht anhand einer zweiminütigen Messung verschiedener Werte erstellen – ein Feature, das Garmin-Nutzern bereits von anderen Uhren des Herstellers bekannt sein dürfte. Auch die Messung der Atemfrequenz, die Berechnung der körpereigenen Energiereserven sowie die Möglichkeit, die eigene Flüssigkeitszufuhr zu tracken, sind wieder mit an Bord.
Wer die Enduro 2 dafür nutzen möchte, wofür sie gemacht ist, nämlich bei langandauernden Aufenthalten in freier Natur, kann sich die umfangreichen Navigationsfeatures der Uhr zunutze machen. Nutzer können bei Bedarf mehrere Navigationsstandards nutzen, darunter GPS, Galileo und GLONASS, um die Positionsgenauigkeit zu erhöhen. Ein Höhenmesser, ein Barometer und ein Kompass sorgen für Orientierung, während die Enduro 2 uns auf dem Display vorinstallierte TopoActive-Karten für ganz Europa anzeigt.
Die Uhr lässt sich dementsprechend hervorragend für die Navigation unterwegs nutzen, wobei Features wie Nextfork und Up Ahead uns über wichtige Orte auf der Karte informieren. Das funktionierte in der Praxis ebenso gut wie das allgemeine Tracking unserer Position. Wir haben die Uhr unter anderem beim Wandern getestet und konnten die hohe Genauigkeit des Positions-Trackings auch an Orten bestätigen, wo ansonsten eher schlechter Empfang zustande kommt.
Weil es sich bei der Enduro 2 um eine Sportuhr handelt, steht das Tracking von Ausdauer-Training sowie Wettkämpfen im Mittelpunkt des Feature-Sets. Die Uhr verfügt wie andere Garmin-Geräte auch über eine Vielzahl an Trainingsprofilen, darunter Laufen, Wandern und Radfahren in verschiedenen Varianten, aber auch Rudern, Klettern oder Surfen.
Der Fokus der Enduro 2 liegt aber wie bei dem Vorgänger auf dem Laufen, weshalb die Uhr diesbezüglich auch über eine Reihe von Zusatzfeatures verfügt. Die bereits von der ersten Enduro bekannten Funktionen Climbpro ist ebenso wieder mit an Bord wie Pacepro. Climbpro informiert uns über bevorstehende Anstiege auf einer geplanten Strecke, während wir mit Pacepro unsere Laufgeschwindigkeit für die jeweilige Route planen können. Ergänzend dazu berechnet die Enduro 2 jetzt auch die Pace für einen Anstieg, die auf einer vergleichbaren Pace auf flacher Strecke basiert. Das ist besonders praktisch, wenn wir wissen wollen, ob wir ein geplantes Zeitziel erreichen können oder nicht. Beides funktionierte in unserem Test hervorragend und bot uns beim Laufen eine hilfreiche Orientierung, damit wir eine optimale Leistung abrufen konnten.
Ergänzend dazu bietet die Enduro 2 auch die Möglichkeit, basierend auf den Daten bisheriger Trainingseinheiten eine Prognose für die Pace beim Laufen zu erstellen. Diese Berechnung gibt dann eine Zeit an, die wir aktuell vermutlich für eine bestimmte Laufstrecke benötigen werden. In unserem Test entsprach dieser Wert durchaus unserem aktuellen Trainingszustand, sodass auch diese Prognose eine brauchbare Orientierung für Läufer bieten kann.
Ein kleines Manko, das ernsthaft an der Enduro 2 interessierte Nutzer vermutlich aber verschmerzen können, hat mit dem Pulssensor zu tun. Denn wie alle Sportuhren, die mit einem optischen Sensor arbeiten, hat auch die Enduro 2 leichte Schwierigkeiten beim Tracking von Trainingseinheiten mit stark wechselnder Herzfrequenz. Bei Krafttraining oder HIIT-Sportarten müssen Nutzer deshalb mit gewissen Messungenauigkeiten rechnen, die in derselben Form schon bei der ersten Enduro auftraten und sich auch bedingt auf die Kalorienberechnung auswirken. Wer dieses Problem umgehen will, kann die Enduro 2 aber mit einem externen Herzfrequenzsensor in Form eines Brustgurts koppeln, der entsprechend genauere Ergebnisse liefert.
Wo die Enduro 2 ebenfalls etwas schwächelt, ist die automatische Erkennung von Wiederholungen beim Krafttraining, die nicht immer genau jede einzelne Bewegung registriert. Weil andere Sportuhren aber auch von diesem Problem betroffen sind und sich die Enduro 2 primär an Ausdauersportler richtet, halten wir dieses Manko für vernachlässigbar.
Bei der Akkulaufzeit hat sich gegenüber der ersten Enduro einiges getan. Denn obwohl sich die Akkulaufzeit im Smartwatch-Betrieb von 50 auf 34 Tage respektive mit Solarladung von 65 auf 46 Tage verringert haben soll, legt die Enduro 2 im Maximal-GPS-Modus laut Herstellerangaben deutlich zu: Statt 200 soll die Uhr bis zu 265 Stunden beziehungsweise mit Solarladung statt 300 ganze 714 Stunden schaffen. Aktiviert man den Energiesparmodus, erreicht die Enduro 2 angeblich ganze 550 Tage. Beim normalen GPS bleibt die Akkulaufzeit wie beim Vorgängermodell bei 70 bis 80 Stunden.
Wie bei der Enduro der ersten Generation konnten wir die Aussage des Herstellers, dass die Enduro 2 anderthalb Jahre im Energiesparmodus durchhält, nicht prüfen. Wir haben aber den GPS-Betrieb getestet und können bestätigen, dass die Enduro 2 bei Aktivierung sämtlicher Satellitensysteme und Musik die versprochenen 20 Stunden durchhält. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass der Hersteller auch bei den übrigen Angaben zur Akkulaufzeit glaubhafte Aussagen getroffen hat. Wer sich auf eine längere Tour begibt, auf der es keine Möglichkeit gibt, die Uhr zwischendurch aufzuladen, kann sich also definitiv auf den Akku und die Solarfunktion der Enduro 2 verlassen.
Garmin bietet die Enduro 2 zum Preis von 1.099,99 Euro an, ein Schnellverschluss-Armband zum Wechseln ist inklusive. Damit liegt die UVP der Uhr ganze 200 Euro über dem Herstellerpreis für das Vorgängermodell, das mittlerweile zu einem Straßenpreis von teils unter 500 Euro zu haben ist. Davon ist die Enduro 2 weit entfernt, die es bei einzelnen Händlern derzeit maximal 100 Euro günstiger als zur UVP zu haben gibt. Wer die Vorzüge des Langzeit-Akkus und der zahlreichen Zusatzfeatures genießen möchte, aber auf die Neuerungen gegenüber der Enduro der ersten Generation verzichten kann, sollte also definitiv zum Vorgängermodell greifen.
Die Enduro 2 ist für Ausdauersportler ein echtes Traumgerät: Wer regelmäßig Trail-Läufe unternimmt und sich umfangreich auf einen Ultramarathon vorbereiten will oder eine längere Bergtour plant, kommt an dieser Uhr kaum vorbei. Die Satellitenanbindung und die damit verbundene Navigation funktionieren einfach zu gut, während die Trainings-Features und die Möglichkeiten, die eigene Leistung umfassend auszuwerten, die Enduro 2 erwartungsgemäß auf die Pole Position der Sportuhren heben.
Trotzdem sollte der Kauf dieser Sportuhr gut überlegt sein. Ja, Garmin hat die Enduro 2 gegenüber dem Vorgänger in vielerlei Hinsicht verbessert und sinnvolle Neuerungen hinzugefügt. Dass die Uhr aber mehr als doppelt so viel kostet wie die Enduro, die derzeit schon für unter 500 Euro zu haben ist, lässt sich nur schwer rechtfertigen. Wer auf die Verbesserungen am GPS-Modus und der Navigation nicht verzichten kann, greift zur Enduro 2. Alle anderen sind mit dem Vorgängermodell ebenso gut beraten.
Schicke Optik und genaue Sensoren: Mit der Watch GT 4 verbindet Huawei erneut Sport und Mode mit Hightech am Handgelenk. Ob die Uhr mehr als nur gut aussieht, zeigt der Test.
Schicke Optik und genaue Sensoren: Mit der Watch GT 4 verbindet Huawei erneut Sport und Mode mit Hightech am Handgelenk. Ob die Uhr mehr als nur gut aussieht, zeigt der Test.
Die Watch GT 4 von Huawei richtet sich an Sport-Fans und modebewusste Menschen gleichermaßen. Schon nach dem Auspacken ist für uns schnell klar: Der Nachfolger der Huawei Watch GT 3 (Testbericht) ist eine der schickesten Smartwatches auf dem Markt. Preislich liegt sie deutlich unter der Huawei Watch 4 Pro (Testbericht).
Doch die Uhr mit Harmony OS ist mehr als einfach nur schön. Dank Sensoren und Tracking-Features bietet die GT 4 fast alles, was eine Sportuhr können sollte. Daneben überzeugt sie mit einer richtig langen Akkulaufzeit von rund einer Woche, was Nutzer von Wear OS oder Apple Watch neidisch machen dürfte.
Die Huawei Watch GT 4 gibt es in zwei Größen: 46 mm primär für Männer sowie in 41 mm eher für Frauenhandgelenke. Getestet haben wir die große Edelstahlvariante. Damit macht die Smartwatch optisch einiges her und kommt so auch als Uhr zum Ausgehen infrage. Daneben gib es noch eine Ausführung mit Armband aus Leder sowie aus Fluorkohlenstoffverbindungen in Schwarz oder aus recyceltem Nylon in Grün. Letztere Varianten bietet sich für sportliche Träger an.
Die Ausführung mit 41 mm gibt es mit Milanaise-Armband in Gold sowie aus Edelstahl. Das glänzende Metallgehäuse ist kreisrund beim kleinen Modell. Die große GT 4 hingegen ist angedeutet achteckig gehalten, womit sie an eine schicke Taucheruhr erinnert. Flach und leicht ist die Uhr auch noch, was sie zu einer guten Wahl für alle macht, denen die Huawei Watch 4 Pro (Testbericht) zu klobig war. Der Tragekomfort ist dank des niedrigen Gewichts sehr hoch. Die Uhr ist bequem im Alltag, beim Sport und im Schlaf zu tragen.
Die Verarbeitung ist tadellos. Beim Modell mit Edelstahlarmband ist zudem die Anpassung der Länge kinderleicht. Nicht benötigte Glieder entfernt man bequem per Schnappverschluss.
Wie schon bei den Vorgängern überzeugt das runde OLED-Display auf ganzer Linie – davon versteht Huawei einfach viel. Die Anzeige ist gestochen scharf und ausreichend hell, auch bei heller Umgebung. Recht flott regelt die automatische Helligkeitsanpassung den Bildschirm nach. Die 46-mm-Uhr bietet ein Display mit 1,43 Zoll, das kleine Modell mit 41 mm misst 1,32 Zoll. Beide Varianten lösen mit 466 × 466 Pixel auf. Auf Wunsch aktiveren Nutzer das Always-on-Display (AoD), um die Uhrzeit immer im Blick zu haben. Das kann aber die Akkulaufzeit je nach Watchface um bis zu 50 Prozent verringern.
Die Kommunikation zwischen Uhr und Handy erfolgt ausschließlich über Bluetooth 5.2 LE. Eine Option für WLAN oder LTE gibt es aber nicht, dafür steht NFC zur Verfügung. Zur Navigation steht ein Multiband-GNSS für GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS zur Verfügung. Damit kann man dann auch eine Laufstrecke festhalten, ohne das Smartphone mitnehmen zu müssen. Die Genauigkeit ist erfreulich hoch.
Mit an Bord ist zudem ein optischer Sensor für die Herzfrequenz, ein Beschleunigungssensor, Gyroskop, Barometer sowie ein Thermometer zur Messung der Hauttemperatur. Sowohl ein Lautsprecher als auch ein Mikrofon sind integriert, um die Uhr etwa zum Telefonieren zu nutzen (bei bestehender Verbindung mit dem Smartphone). Das Betriebssystem Harmony OS 4.0 läuft flott und geschmeidig. Die Uhr ist zudem wasserdicht nach 5 ATM (Wassersäule von 50 Metern). Man kann sie also bedenkenlos zum Schwimmen nutzen.
Das Angebot an Apps für die Uhr ist allerdings gering. So ist die Navigation per Uhr nur mit Petal Maps möglich. Immerhin kann die GT 4 den Kalender des Smartphone anzeigen. Das Speichern von Musik auf der Uhr ist etwa über den integrierten Player sowie Huawei Music möglich, nicht aber über Spotify, Deezer oder Amazon Music. Bei iOS können zudem gar keine Anwendungen über die Health App installiert werden, anders als bei Android. Aufgrund der Sanktionen gegen Huawei ist hierzulande keine Bezahlfunktion möglich (trotz NFC).
Wer schon einmal eine Smartwatch von Huawei genutzt hat, findet sich schnell zurecht. Die Bedingung geht intuitiv von der Hand. Durch eine Wischbewegung nach oben gelangt man zu den Benachrichtigungen aus dem Smartphone. Nachrichten erwidert man allerdings nur über einzige wenige vorgegebene Schnellantworten oder Emojis. Ein Swipe nach unten öffnet die Einstellungen. Wischt man nach links, zeigt die Uhr verschiedene Infokarten, die man sich in der App auf Wunsch selbst zusammenstellt. Durch eine Wischbewegung nach rechts gelangt man zu einer Übersicht mit Angaben zum Wetter & Co.
Durch Drücken der Krone links oben aktiviert man die App- und Feature-Übersicht der Uhr. Diese orientiert sich optisch an der App-Wolke der Apple Watch mit einer Vielzahl keiner runder Icons. Das sieht cool aus, ist aber unübersichtlich und zu kleinteilig. Wer hier den Überblick verliert, kann alle Funktionen und Anwendungen auch linear als Liste anzeigen – was wir empfehlen würden. Doppeltes Drücken der Korne zeigt alle zuletzt genutzten Apps. Das Drehen der Krone wiederum dient zum Scrollen oder Regulieren der Lautstärke der Uhr. Eine programmierbare Taste unten rechts startet von Haus aus die Trainings-Übersicht, kann aber auch mit anderen Funktionen belegt werden.
Eine großes Manko von Huawei-Uhren ist die Einrichtung. Aufgrund der US-Sanktionen gegen das Unternehmen steht die dafür nötige Huawei Health App nicht im Play Store von Google zur Verfügung. Die Installation über eine andere Quelle ist aber per QR-Code und der einmaligen Genehmigung auf jedem Android-Gerät möglich. Leichter haben es da Samsung-Nutzer, die die App im Galaxy Store finden. Apple verbannt die Health App wiederum nicht, sie steht im Appstore zur Verfügung. Allerdings schränkt iOS viele Funktionen der Anwendung ein.
Auf der Watch GT 4 finden sich unzählige Trainings-Profile für alle möglichen Sportarten. Es gibt auch eine automatische Trainingserkennung, diese funktioniert jedoch nur unzuverlässig, sodass wir sie nicht empfehlen können. Der neue optische Sensor misst die Herzfrequenz kontinuierlich und genau. Erstaunlich exakt war die Erfassung des Herzschlags bei Aktivitäten mit wechselnder Intensität – etwa beim Spinning auf dem Indoor Cycle (Ratgeber). Normalerweise schwächeln hier Uhren mit optischem Sensor. Die Uhr erfasst zudem die Sauerstoffsättigung des Blutes. Dank integriertem Barometer erstellt die Uhr auch einen Höhenprofil beim Outdoor-Sport. Gelungen sind zudem die 13 Laufkurse für Jogger, zu denen auch Intervall-Training gehört.
Gut gefällt uns auch die Schlafanalyse der GT 4. Die Health App gibt den Schlaf in unterschiedlichen Phasen wieder, von Leicht und Tiefschlaf über Wachphasen. Zudem analysiert die Uhr auch die Atmung im Schlaf, was hilfreich sein kann, um Schafapnoe frühzeitig zu erkennen. In Verbindung mit der Hauttemperaturmessung erlaubt die Uhr zudem ein Zyklus-Tracking für Frauen mit einer Prognose des nächsten Eisprungs.
Die Akkulaufzeit gehört zur großen Stärke der Smartwatches von Huawei. Zwar fehlt es der Uhr etwas an Konnektivitätsoptionen wie WLAN und das App-Angebot ist eingeschränkt, andererseits läuft damit das Betriebssystem recht effizient und stromsparend. Gegenüber dem Vorgänger ist der Akku zudem leicht angewachsen auf 524 mAh. Das kleine Modell muss sich allerdings mit 323 mAh begnügen.
Im Test hielt die Uhr rund eine Woche durch, bevor sie ans Ladegerät musste. Wer die Smartwatch nachts nicht trägt und das GPS beim Laufen nicht nutzt, kann hier auch noch zwei bis drei Tage mehr schaffen. Mit AoD verkürzt sich das Durchhaltevermögen auf rund vier bis fünf Tage. Das kleinere Modell hält rund vier Tage durch.
Am günstigsten ist das schwarze Modell mit Armband aus Fluorelastomer ab 245 Euro. Rund 264 Euro kostet die Ausführung mit Lederarmband, für das Modell mit recyceltem Armband sind 269 Euro fällig. Die Edelstahlversion kostet bereits über 349 Euro. Das 41-mm-Modell mit Milanaise in Gold liegt bei 297 Euro, die Edelstahlausführung bei stolzen 399 Euro.
Die Huawei Watch GT 4 gehört definitiv zu den schickesten Smartwatches auf dem Markt. Hier muss man schon zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass es sich nicht um eine klassische Uhr handelt. Der Tragekomfort ist hoch, zudem reicht die Akkulaufzeit beim großen Modell locker für eine Woche aus. Das OLED-Display ist scharf und hell. Erfreulicherweise ist die Pulsmessung sehr exakt und das GPS genau.
Abstriche gibt es beim dürftigen Angebot an Apps sowie dem Fehlen von WLAN, LTE oder einer Bezahlfunktion. Das macht die GT 4 eher zu einer semi-smarten Uhr. Zudem geht das Einrichten nicht ganz so leicht von der Hand.
Nicht alle Sportuhren von Garmin sind teuer. Mit der Forerunner 165 gibt es jetzt ein neues Einstiegsmodell. Was die Smartwatch beim Joggen und Schwimmen bietet, zeigt der Test.
Nicht alle Sportuhren von Garmin sind teuer. Mit der Forerunner 165 gibt es jetzt ein neues Einstiegsmodell. Was die Smartwatch beim Joggen und Schwimmen bietet, zeigt der Test.
Garmin bietet eine große Bandbreite an Sportuhren für Läufer auch mit OLED-Display an. Der Hersteller aus Kansas begeistert seit Jahren seine Kundschaft mit ausgefeilten und umfangreichen Analysemöglichkeiten. Die Smartwatches der Forerunner-Reihe haben einen brillanten Bildschirm, sind allerdings ein teurer Spaß. Das bisherige Einstiegsmodell Garmin Forerunner 265 (Test von Heise+) kostet etwa rund 435 Euro (Preisvergleich).
Es liegt daher nahe, dass Garmin ein preiswerteres Modell mit OLED-Display nachreicht. Mit dem Forerunner 165 sinkt der Preis auf 250 Euro für die Standardvariante und 295 Euro für die Ausführung mit integriertem Musikspeicher. Für den Test haben wir die Version, mit der sich auch Musik mitnehmen lässt, getestet. Wie gut die Sportuhr ist und an welcher Stelle man mit dem Einstiegsmodell Abstriche hinnehmen muss, zeigt der Testbericht.
Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Forerunner 165 kaum von den teureren Modellen. Sie ist etwas kleiner und mit 39 Gramm auch nochmals leichter als die anderen Garmin-Uhren mit OLED-Display. Der Bildschirm misst hier nur 1,2 Zoll und auch die Auflösung ist mit 390 × 390 Pixeln etwas geringer. Im Alltag fällt das allerdings kaum auf. Gerade an schmalen Handgelenken wirkt diese Uhr weniger klobig als etwa eine Garmin Fenix 7 Pro (Testbericht).
Die Verarbeitung ist tadellos, die Uhr erscheint trotz des geringen Gewichts solide. Wie bei der Forerunner 265 ist das Gehäuse aus faserverstärktem Polymer. Nur das Topmodell Forerunner 965 (Testbericht) glänzt mit einer Lünette aus Titan. Das Einstiegsmodell nutzt laut Garmin ein chemisch verstärktes Glas. Das dürfte nicht so robust sein wie das Gorilla Glass bei den teureren Varianten der Garmin-Uhren. Bei der Forerunner 165 kann deshalb ein Schutzglas ratsam sein. Das kostet nicht viel, macht die Uhr aber im Alltag deutlich widerstandsfähiger.
Bedienen lässt sich die Uhr über die fünf seitlichen Tasten und den Touchscreen. Es war eine gute Entscheidung von Garmin, den Nutzern zu überlassen, wie sie sich durch das Menü hangeln wollen. Die meisten Nutzer im Test bevorzugten die Tasten. Der Bildschirm reagierte mitunter etwas hakelig auf Eingaben.
Die Einrichtung ist nach ein paar Minuten abgeschlossen und die Forerunner 165 ist damit im Prinzip bereit für das erste Training. Allerdings empfiehlt es sich dringend, die Uhr mit der Garmin Connect App zu verbinden, die vermutlich einer der Grundsteine dafür ist, warum Garmin auf dem Markt der Sportuhren derart erfolgreich ist. Denn das geschaffene Ökosystem bietet die Möglichkeiten, Trainingsdaten detailliert auszuwerten. Dafür muss man sich einarbeiten, denn wirklich übersichtlich ist die App auch nach mehreren Überarbeitungen nicht. Mehr zur App schildern wir detailliert im Testbericht der Garmin Forerunner 255.
Bei der Forerunner 165 Music sind 4 GB Speicher vorhanden. Davon sind 2,7 GB frei nutzbar. Das ist erheblich weniger als bei den Forerunner-Modellen 265 (8 GB) oder 965 (32 GB). Die Kopplung mit Bose-Kopfhörern dauerte spürbar länger als mit der 965, und das nicht nur bei der Ersteinrichtung. Waren Uhr und Kopfhörer aber gekoppelt, war die Verbindung stabil.
Garmin hat den Funktionsumfang der Forerunner 165 gegenüber den teureren Modellen im Detail etwas eingeschränkt. Das ist wenig überraschend, denn natürlich hat die Marke kein Interesse daran, die margenträchtigeren Ausführungen überflüssig zu machen. Was fehlt, werden Lauf-Einsteiger, und an diese wendet sich die Forerunner 165, vermutlich nicht vermissen. Ein paar Sportprofile fehlen, darunter unter anderem Boxen, Ballspiele, Aktivitäten im Schnee, Motorsport und einige spezielle Radfahrprofile.
Auch bei der Analyse bietet das Einstiegsmodell nicht alles, was die anderen mitbringen. Hitze- und Höhenakklimatisierung, Trainingsbelastung, Ausdauerwert oder einen einheitlichen Trainingswert gibt es hier nicht. Eine Einschätzung zum Leistungszustand oder eine an die Neigung angepasste Geschwindigkeitsmessung bringen ebenfalls nur die teuren Uhren mit. Übrig bleibt dennoch ein umfangreiches Funktionsangebot, das Einsteiger anfangs überfordern kann.
In den Tiefen des Menüs kann der Nutzer einstellen, ob das farbenfrohe Display immer komplett eingeschaltet sein soll, standardmäßig nur die Uhrzeit abzulesen oder das Display aus ist, wenn man nicht auf die Uhr schaut. Dazu gibt es drei Helligkeitsstufen. Garmin empfiehlt, das Display nicht dauerhaft aktiv zu lassen, denn damit könnte es durch Einbrennen Schaden nehmen . Je nach Einstellung variiert naheliegenderweise auch die Laufzeit der Batterie.
Der Speicher in der Forerunner 165 ist, wie beschrieben, nicht riesig, ließ sich aber halbwegs zügig füllen. Etwas umständlich erscheint das Handling während des Trainings, doch auch für diese Garmin-Uhr stehen unzählige Apps zur Erweiterung zur Verfügung, darunter auch alternative Musikplayer. Ansonsten unterstützt auch die Forerunner 165 den Bezahldienst Garmin Pay.
Drei Satellitensysteme sind nutzbar: GPS, Glonass und Galileo. Alle bieten eine hohe Präzision, was lokal unterschiedlich sein kann. Hier hilft es unter Umständen, ein wenig zu experimentieren. Garmin spart sich bei der Forerunner 165 unter anderem die Funktion SatIQ. Mit der legt die Uhr allein fest, wie viele Satelliten sie nutzen muss, um die Position exakt zu erfassen. Das erhöht die Genauigkeit der Streckenmessung und spart Energie. Wer unter freiem, wolkenlosem Himmel läuft, braucht schließlich für eine genaue Streckenmessung nicht alle Systeme gleichzeitig.
Genutzt wurde die Uhr in diesem Test für Spaziergänge, Jogging und Schwimmen. Wie bei Garmin oft erlebt: Die Uhr kann nicht alles, doch was sie mitbringt, erledigt sie mit hoher Genauigkeit. Strecken, die zu Fuß zurückgelegt werden, erfasst sie recht genau. Unter einem belaubten Baum behält sie zuverlässiger den Kontakt zu den Satelliten.
Die Forerunner 165 wendet sich an Menschen, die eine Uhr für Basisdaten zum Joggen suchen, bietet allerdings auch Funktionen, die darüber hinausgehen. Beim Schwimmen in der Halle fällt der Fortschritt gegenüber früheren Modellen beim Zählen von Bahnen auf.
Garmin verspricht bis zu 11 Tage im Smartphone-Modus. Mit einigen Aktivitäten kamen auf maximal sechs Tage, sofern standardmäßig nur die Uhrzeit eingeblendet ist. Insgesamt ist der Akku kleiner dimensioniert als in den teureren Modellen. Verglichen mit anderen Smartwatches ist die Laufzeit noch immer hervorragend.
Die Garmin Forerunner 165 hat in der Basis-Version ohne Musikspeicher eine UVP von 279 Euro und ist bereits ab 250 Euro zu haben. Erhältlich ist das Modell in Hellgrau und Dunkelgrau/Schwarz. Die Ausführung mit Musikspeicher hat eine UVP von 325 Euro und ist ab 295 Euro zu bekommen. Hier gibt es mehr Farben: Zu Hellgrau und Dunkelgrau/Schwarz gesellt sich noch Türkis und Lila.
Die Forerunner 165 hat eine klare Zielgruppe: Sie richtet sich an Menschen, denen Basisdaten wie Strecke, Puls und Tempo genügen, die aber gleichzeitig ein brillantes OLED-Display haben wollen. Das war bislang bei Garmin nur für einen deutlich höheren Preis zu haben.
Der Funktionsumfang ist geschickt gekürzt, es fehlt nichts Wesentliches. Die Streckenaufzeichnung ist für den Hobby-Jogger sicher mehr als nur ausreichend exakt. Bemerkenswert ist zudem, wie lange man die Uhr mit einer Batterieladung nutzen kann – sofern das hübsche Display nicht permanent leuchten muss. Dann dunkelt es zwar leicht ab, doch die Forerunner 165 muss dann nach wenigen Tagen wieder aufgeladen werden.
Leider braucht es dafür unverändert ein spezielles Kabel. Berücksichtigen sollte der Interessent auch, dass die Oberfläche des Bildschirmes nicht ganz so widerstandsfähig ist wie bei den teuren Modellen. Der Touchscreen reagierte bisweilen nicht wie gewünscht, hier hat uns die Bedienung über die Tasten besser gefallen.
Garmin verlangt für die Forerunner 165 deutlich weniger Geld als für die anderen Modelle mit OLED-Display, wirklich billig ist sie allerdings nicht. Dafür liefert sie zuverlässige Trainingsdaten, die sich über die umfangreiche App tief analysieren lassen. Wie viele andere Garmin-Uhren richtet sie sich in erster Linie an Sportler. Wer eher eine Smartwatch sucht, wird bei anderen Herstellern günstiger bedient.
Garmin verpasst der Vivoactive-Serie mit der Vivoactive 5 endlich ein lange verdientes Update. Wir haben uns die Uhr im Test angeschaut und klären, ob und inwiefern das neue Modell den Kauf für Garmin-Einsteiger wert ist.
Garmin verpasst der Vivoactive-Serie mit der Vivoactive 5 endlich ein lange verdientes Update. Wir haben uns die Uhr im Test angeschaut und klären, ob und inwiefern das neue Modell den Kauf für Garmin-Einsteiger wert ist.
Vier Jahre hat es gedauert, doch jetzt endlich hat Garmin mit der Vivoactive 5 einen Nachfolger der beliebten Vivoactive 4 (Testbericht) auf den Markt gebracht. Der Hersteller verspricht viele Verbesserungen für die günstigste Sportuhr im eigenen Sortiment, darunter ein besseres Display und eine deutlich längere Akkulaufzeit.
Die Garmin Vivoactive 5 ist mit 235 Euro eine preiswerte Option unter den Sportuhren und eignet sich so ideal für Hobby-Sportler, ohne den Nutzer mit der vollen Datenanalyse von Garmin zu überfrachten. Wir haben uns die Vivoactive 5 im Test genau angeschaut und klären, ob und inwiefern die Neuauflage tatsächlich einen (technischen) Sprung nach vorn bedeutet.
Beim Design der Vivoactive 5 ist Garmin dem Vorgängermodell weitgehend treu geblieben: Die Uhr gleicht einer herkömmlichen Armbanduhr und wirkt dementsprechend schlank und dezent. Neu ist allerdings das Display, das anders als im Fall der Vivoactive 4 nicht mehr als LCD-Anzeige, sondern als AMOLED-Bildschirm daherkommt. Diese Änderung garantiert eine ausgesprochen hohe maximale Helligkeit, die sich übrigens in drei Stufen regulieren lässt und sich automatisch an die Umgebungsbeleuchtung anpasst.
Wie schon die Vivoactive 4 können wir auch die Vivoactive 5 sowohl per Touch-Steuerung als auch über zwei Seitentasten bedienen. Das funktioniert erwartungsgemäß hervorragend: Die Uhr registriert unsere Eingaben stets ohne Verzögerung und auch mit leicht feuchten Fingern (etwa beim Schwimmen) lässt sich das Touch-Display noch gut auslösen.
Ebenfalls positiv aufgefallen ist uns die Verarbeitungsqualität der Uhr: Sowohl das Display als auch das Silikonarmband erweisen sich als robust und stoß- sowie kratzfest. Wir haben die Uhr bei unterschiedlichen Outdoor-Aktivitäten, Trainingseinheiten und beim Hundesport getragen, konnten trotz intensiver Beanspruchung aber keinerlei sichtbare Beschädigungen feststellen.
Weil die Vivoactive 5 wasserdicht bis 5 ATM ist, kann man die Uhr auch problemlos beim Schwimmen tragen. Hohem Wasserdruck hält die Uhr allerdings nicht stand, sodass man sie beim Surfen oder Tauchen lieber zu Hause lassen sollte.
Wer schon einmal eine Garmin-Uhr besessen hat, weiß: Die Einrichtung funktioniert absolut problemlos und intuitiv. Wir installieren die Garmin-Connect-App auf unserem Smartphone, erstellen einen Nutzer-Account und rufen das Geräte-Menü auf. Dort klicken wir auf die Schaltfläche „Gerät hinzufügen“ und lassen die App per Bluetooth die Verbindung zur Vivoactive 5 herstellen. Das Ganze dauert nur wenige Minuten und wir erhalten anschließend eine kurze Einführung in die Bedienung der Uhr.
Bei der App bleibt ansonsten alles wie gewohnt: Auf der Startseite befinden sich verschiedene Kacheln, die uns einen Überblick über Daten wie Herzfrequenz, Schlaf, Trainingsbelastung, Stresslevel und mehr liefern. Dabei können wir selbst konfigurieren, welche Werte uns auf der Startseite angezeigt werden. Zusätzlich sehen wir aktive Trainings-Challenges und bevorstehende Trainingseinheiten sowie geplante Events. Der Aufbau von Garmin Connect ist zwar Geschmackssache, wir empfanden die Ansicht aber nach kurzer Eingewöhnungszeit als übersichtlich. Auch die zusätzlichen Menüs für Benachrichtigungen und Einstellungen sind sinnvoll aufgebaut und gut verständlich.
Garmin-Uhren gelten bei vielen Athleten als das Non-Plus-Ultra in Bezug auf die Möglichkeiten, Aktivitäten und Trainingseinheiten aufzuzeichnen. Obwohl die Vivoactive 5 zu den günstigen Einsteigermodellen in Garmins Portfolio gehört, hat sie aber trotzdem alle Funktionen zu bieten, die eine echte Garmin ausmachen.
Für das Aktivitätstracking können wir wie gewohnt ein Tagesziel festlegen, darunter Schritte und Intensitätsminuten. Haben wir ein Tagesziel erreicht, informiert uns die Uhr per Benachrichtigung auf dem Display. Weil Garmin im Gegensatz zur Vivoactive 4 darauf verzichtet hat, die Uhr mit einem Höhenbarometer auszustatten, kann die Vivoactive 5 keine Stockwerke messen. Das ist unserer Meinung nach aber verschmerzbar, da diese Funktion beim Vorgängermodell ohnehin unter einigen praktischen Problemen zu leiden hatte.
Was der Vivoactive 5 ebenfalls fehlt, sind im Vergleich mit teureren Garmin-Uhren wie der Fenix 7 (Testbericht) oder den Modellen der Forerunner-Serie bestimmte Messdaten zu absolvierten Trainingseinheiten. Auf Werte wie Belastungs- und Traingsstatus, Laufleistung, Schrittlänge und Ähnliches müssen Nutzer der Vivoactive 5 verzichten. Mit dem Garmin Running Dynamics Pod ist die Uhr ebenfalls nicht kompatibel.
Trotzdem bietet die Vivoactive 5 aber umfangreiche Features für Hobby-Athleten, das der Marke Garmin gerecht wird. Wir können aus mehr als 30 vorinstallierten Trainingsprofilen wählen, darunter diverse Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren und Schwimmen in verschiedenen Varianten, aber auch Ballsportarten und Exoten wie Disc Golf oder Racquetball. Nach einem absolvierten Training berechnet die Uhr basierend auf Daten wie Herzfrequenz und Aktivitätsdauer den Trainingseffekt und die voraussichtliche Erholungszeit. Eine Berechnung der VO2-Max-Werte ist ebenfalls mit an Bord.
Wer gerne unter Anleitung seine Trainingseinheiten absolviert, kann den Garmin Coach über die Connect-App aktivieren. Dieses Feature beinhaltet kostenlose Trainingspläne für 5-km-, 10-km- und Halbmarathon-Laufwettkämpfe. Ferner bietet die App die Möglichkeit, eigene Trainingseinheiten aus mehr als 1600 Übungen zu erstellen und diese dann an die Vivoactive 5 zu senden. Das ist insbesondere dann hilfreich, wenn man beim Training nicht ständig aufs Handy schauen möchte. In der Praxis funktioniert das Feature sehr gut, bedarf allerdings auch ein wenig Zeit für die Auswahl der Übungen in der App.
Ein zentraler Kaufgrund für eine Garmin-Uhr dürfte für viele Nutzer das integrierte GPS-Tracking sein. Auch die Vivoactive 5 bietet Sensoren für GPS, Glonass und Galileo. Das Feature machte in unserem Test eine erwartungsgemäß gute Figur und leistete sich lediglich beim Lauftraining im Wald leichte Aussetzer, wenn es um die Messung der Pace ging. Die insgesamt getrackte Strecke entsprach bei allen Trainingseinheiten ohne Abweichungen dem tatsächlich zurückgelegten Weg.
Ähnlich gut wie das GPS funktioniert auch der Herzfrequenzsensor der Vivoactive 5. Bei gleichmäßigem Puls misst der Sensor zuverlässig und korrekt, Abweichungen von unserem Brustgurt gab es bei lockeren GA1-Laufeinheiten nicht. Bei HIIT-Einheiten und Krafttraining hatte die Uhr dann aber vereinzelt doch ein paar Probleme. Abweichungen von bis zu zehn Schlägen pro Minute waren an der Tagesordnung, wenn unsere Herzfrequenz häufig wechselte. Wer die Vivoactive 5 also bei Sportarten mit schwankendem Puls nutzen möchte, sollte zusätzlich über die Anschaffung eines Brustgurtes nachdenken.
Übrigens zeichnet die Vivoactive 5 wie von anderen Garmin-Modellen gewohnt auch eine Reihe von Gesundheitsdaten auf. Dazu gehören unter anderem die Herzfrequenzvariabilität, die Blutsauerstoffsättigung und die Atemfrequenz. Insbesondere die HRV kann als Indikator für Erkrankungen hilfreich sein. Eine EKG-Funktion bietet die Vivoactive 5 allerdings nicht, ebenso wenig wie eine Anzeige des täglichen Kalorienverbrauchs (die gibt es nur in Verbindung mit der App Myfitnesspal).
Was das Schlaf-Tracking anbelangt, erwartet uns im Fall der Vivoactive 5 gewohnte Garmin-Kost: Die Uhr misst zuverlässig Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt sowie Puls, Atmung und Blutsauerstoffsättigung. Anhand dieser Daten berechnet sie außerdem die Dauer der einzelnen Schlafphasen und gibt einen Wert namens Body Battery aus, der den Energielevel unseres Körpers widerspiegeln soll.
Das Schlaf-Tracking funktioniert bei der Vivoactive 5 insgesamt sehr gut und auch die automatische Nickerchen-Erkennung macht, was sie soll. Die Aussagekraft der Angaben zu den einzelnen Schlafphasen ist selbstverständlich begrenzt, aber ähnlich wie die Messung der HRV liefern die Angaben einen guten Indikator für langfristige Trends und mögliche gesundheitliche Probleme. Beim Schlafen selbst bleibt die Vivoactive 5 am Handgelenk kaum spürbar und stört deshalb nicht. Die Weckfunktion lässt sich individuell mit Ton und Vibration anpassen.
Wie die meisten anderen smarten Sportuhren von Garmin unterstützt auch die Vivoactive 5 das kontaktlose Bezahlsystem Garmin Pay. Wer das Feature nutzen möchte, kann es über die Garmin Connect App einrichten. Einzige Voraussetzung ist, dass die eigene Bank den Dienst unterstützt. Eine Liste der teilnehmenden Banken findet man auf der Support-Webseite von Garmin. Um Garmin Pay einzurichten, legen wir zunächst einen vierstelligen Pass Key fest und geben dann die Daten unserer Kredit- oder Debitkarte ein. Anschließend können wir via NFC mit der Uhr kontaktlos bezahlen.
Zusätzlich zu Garmin Pay unterstützt die Vivoactive 5 auch die Musikwiedergabe direkt über die Uhr. Wir können also in den integrierten Speicher per Kopplung an Spotify oder Deezer eine gewisse Menge an Songs laden und unsere Uhr mit einem Bluetooth-Kopfhörer koppeln, um unterwegs unabhängig vom Smartphone Musik hören zu können. Leider ist der Speicher der Vivoactive 5 recht begrenzt: Es stehen nur 2,2 GB an Platz für Musik und Apps zur Verfügung. Wer also über den Connect-iQ-App-Store zusätzliche Apps auf die Uhr laden möchte, muss bei der Menge an gespeicherten Songs auf der Uhr entsprechend kompromissbereit sein. Verzichtet man auf zusätzliche Apps, bietet die Vivoactive 5 aber Platz für durchschnittlich etwa 500 Musikstücke.
Im Vergleich zur Vivoactive 4 hat Garmin bei der Akkulaufzeit der Vivoactive 5 ordentlich nachgebessert. Lag die Laufzeit beim Vorgängermodell noch bei fünf bis sieben Tagen, hält die Vivoactive 5 bei durchschnittlicher Nutzung jetzt bis zu elf Tage durch. In unserem Test schaffte die Sportuhr bei drei Trainingseinheiten zu jeweils zwei Stunden Dauer, aktivierten Benachrichtigungen und GPS-Nutzung gute neun Tage. Damit gelingt es Garmin, einen zentralen Kritikpunkt der Vivoactive 4 zu verbessern.
Die Garmin Vivoactive 5 kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung (UVP) 299,99 Euro. Der Hersteller bietet die Uhr in den Farben Orchidee/Orchidee Metallic, Schwarz/Schiefergrau, Elfenbein/Cremegold und Königsblau/Blau Metallic an. Damit gehört die Vivoactive 5 zu den günstigsten Garmin-Uhren. In Hinblick auf die GPS-Funktion, das OLED-Display und den integrierten Musikspeicher empfinden wir die Preisgestaltung dieses Modells als fair, zumal da der Straßenpreis für die Vivoactive 5 je nach Modell bereits bei knapp 199 Euro beginnt.
Wer die Vorzüge einer Garmin-Sportuhr mit GPS nutzen, aber weder auf einen integrierten Musikspeicher verzichten noch mehr als 250 Euro investieren möchte, sollte der Vivoactive 5 definitiv eine Chance geben. Die Uhr bietet ein Rundum-sorglos-Paket für Hobbysportler, die auf die volle Datenanalyse teurerer Modelle von Garmin verzichten können.
Zwar gibt es bei der Akkulaufzeit noch ein wenig Luft nach oben und auch der integrierte Speicherplatz wird auf Dauer eventuell knapp, aber dafür hat die Vivoactive 5 alle anderen Vorteile zu bieten, für die Garmin bekannt und beliebt ist. Die Uhr bietet damit den perfekten Einstieg in das Garmin-Ökosystem.
Freches Design, klarer Fitness-Fokus und ein fairer Preis: Mit der Street X will Polar die Gen Z erobern. Ob das gelingt, klärt unser Test.
Freches Design, klarer Fitness-Fokus und ein fairer Preis: Mit der Street X will Polar die Gen Z erobern. Ob das gelingt, klärt unser Test.
Während Garmin mit Uhren wie der Fenix 8 versucht, das iPhone unter den smarten Sportuhren zu etablieren, geht Polar bewusst andere Wege. Mit Fokus auf wesentliche Features und Gesundheitsfunktionen, einer hippen Optik und einem vergleichsweise niedrigen Preis hat der finnische Hersteller die neue Street X als attraktives Wearable für eine junge, urbane Kundschaft auf den Markt gebracht.
Die Uhr, die vom Design in gewisser Hinsicht an eine G-Shock erinnert, wird als City-Sportuhr vermarktet und verfügt über ein robustes AMOLED-Display mit 1,28 Zoll, ein integriertes GPS-Modul sowie ein stoßfestes Gehäuse. Dazu verspricht der finnische Hersteller eine Akkulaufzeit von bis zu zehn Tagen.
Ob die Polar Street X mit ihrer unverbindlichen Preisempfehlung von 250 Euro der neue Preis-Leistungs-Tipp unter den Sportuhren werden kann, klärt dieser Testbericht.
Polar setzt sich beim Design der Street X bewusst von der eher dezenten, fast biederen Optik anderer Uhren wie der Vantage V3 ab. Stattdessen erinnert die Uhr an die Ende der 90er- und Anfang der 2000er-Jahre extrem beliebten G-Shock-Modelle, von denen derzeit die Baby-G ein kleines Comeback feiert. Trotz des kantigen Designs wirkt die Street X aber keinesfalls klobig oder grob. Da das Display nicht übermäßig groß ausfällt, macht sich die Uhr auch an schmaleren Handgelenken gut als Accessoire.
Erhältlich ist die Street X in drei Farben: Schwarz, Weiß und Oliv. Alle Modelle kommen mit einem Silikonarmband, ein längeres Wechselarmband liegt bei. Das Armband macht einen robusten Eindruck, allerdings hat die aufgeraute Oberfläche bei der weißen Variante einen Nachteil: Schmutz bleibt in der feinen Maserung leicht hängen, sodass man das Armband häufiger reinigen muss, wenn man die Uhr wechselnden Umgebungsbedingungen aussetzt.
Erfreulich ist das geringe Gewicht der Street X, die inklusive Armband nur 48 g auf die Waage bringt. Das Gehäuse besteht aus robustem Kunststoff, das Display aus kratzfestem Gorilla Glass. In unserem Test überstand die Street X dementsprechend problemlos Stürze aus anderthalb Metern Höhe auf Asphalt sowie Schläge mit einer Kugelhantel am Handgelenk.
Als Anzeige hat Polar der Street X ein 1,28 Zoll großes AMOLED-Display verpasst, das wir auf Wunsch in einen Always-on-Modus versetzen können. Letzterer wirkt sich allerdings auf die Akkulaufzeit aus. Die Display-Helligkeit lässt sich in drei Stufen (hoch, mittel, gering) regulieren. Eine automatische Anpassung an das Umgebungslicht gibt es nicht. An der Lesbarkeit der Anzeige hatten wir aber durchweg nichts zu meckern, weil das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung immer gut zu entziffern blieb.
Die Display-Auflösung entspricht mit 416 × 416 Pixeln dem Standard, wobei die Street X mit einer scharfen Anzeige und angenehmer Farbgebung punkten kann. Wer möchte, hat die Möglichkeit, die Zifferblätter und die Widgets in den Einstellungen der Uhr anzupassen.
Die Polar Street X funktioniert wie von anderen Polar-Uhren gewohnt in Kombination mit der Polar-Flow-App. Der Kopplungsprozess dauert nur wenige Minuten, wobei wir währenddessen auch direkt ein paar Daten zu Körpergröße, Gewicht, Geschlecht, Alter und bevorzugtem Handgelenk angeben, an dem wir die Uhr tragen. Ein Nutzerkonto ist übrigens verpflichtend.
Nach der Kopplung der Street X an die App können wir direkt das aktuelle Firmware-Update herunterladen und installieren. Der Prozess an sich dauert ein paar Minuten. Die App an sich mag auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig aufgebaut sein, wenn man das Kachelprinzip anderer Anbieter gewohnt ist, allerdings findet man sich nach kurzer Zeit auch hier schnell zurecht.
Die Startseite besteht aus einer Art von Tagebuch, das untereinander aktuelle Daten und Aktivitäten auflistet. Über das Kontextmenü können wir dann separate Detailansichten für Aktivität, Schlaf, Training und mehr aufrufen. Zudem können wir die App in den Einstellungen mit anderen Diensten wie Strava, Komoot, TrainingPeaks und MyFitnessPal verbinden.
Neben der Bedienung der App ist auch die Steuerung der Street X für Nutzer, die von einem anderen Hersteller zu Polar wechseln, anfangs etwas ungewohnt. Denn die Sportuhr besitzt insgesamt fünf Buttons am Gehäuse, mit denen wir durch die Menüs navigieren. Ein Button steuert ausschließlich die integrierte LED-Taschenlampe, während zwei weitere Tasten dazu dienen, durch die Menüs der Uhr zu scrollen. Dazu gibt es noch den Auswahl-Button und eine Zurücktaste. Auch hier gilt: Nach kurzer Zeit hat man sich an die Anordnung der Bedienknöpfe gewöhnt.
Zusätzlich können wir die Street X auch mit Touch-Gesten steuern, was im Test zuverlässig funktioniert. Ruckler oder Input-Lags gibt es keine, das Display kommt auch mit feuchten und verschwitzten Fingern gut zurecht.
Obwohl die Street X sich an eine Zielgruppe richtet, die primär die eigene Gesundheit im Blick hat und weniger zur Riege der Profiathleten zählt, hat sich Polar nicht bei der Auswahl der Trainingsprofile zurückgehalten. Insgesamt unterstützt die Street X mehr als 170 verschiedene Sportarten. Davon wählen wir 20 Stück in der App aus, die wir dann über das Trainingsmenü der Uhr zum Aufzeichnen unserer Sporteinheiten nutzen können. Die Auswahl an Profilen reicht dabei von klassischen Ausdauer- über Trend-, Winter- und Wassersportarten sowie verschiedene Fitnessmodule.
In der Polar-Flow-App lassen sich die Trainingsansichten für jedes Profil individuell anpassen. Je nach Sportart können wir bis zu acht Ansichten konfigurieren und während des Trainings durchwechseln. Auch die angezeigten Daten lassen sich pro Ansicht genau festlegen. Die Auswahl variiert je nach Sportart – Ausdauerdisziplinen wie Laufen und Radfahren sind dabei am großzügigsten ausgestattet. Was uns im Test fehlt: beim Krafttraining die Option, Sätze und Wiederholungen manuell oder automatisch zu zählen, und beim Schwimmen das Erfassen der absolvierten Bahnen.
Zu den Highlights der Trainingsfunktionen, die die Street X zu bieten hat, gehören einige Polar-eigene Features. Basierend auf unseren Trainingsdaten misst die Uhr den sogenannten Training Load und wägt dabei die körperliche Beanspruchung gegen unsere Belastungstoleranz ab. Der Algorithmus berechnet dann, ob unser Training produktiv oder überlastend ist.
Besonders für Kraftsportler interessant ist die Erholungsoptimierung: Dieses Tool analysiert die Herzfrequenz während des Trainings, um die bestmögliche Ruhezeit zwischen Trainingssätzen zu berechnen. Das funktioniert im Test hervorragend und bekommt von uns eine uneingeschränkte Nutzungsempfehlung. Ebenso gibt die Funktion Running Power an, welche Leistung wir beim Laufen einsetzen und wie wir basierend darauf die Intensität unserer Bewegung anpassen sollten. Auch das klappt einwandfrei und kann das regelmäßige Lauftraining sinnvoll unterstützen.
Schließlich bietet die Street X noch drei weitere, bereits von anderen Polar-Uhren bekannte Trainingsfeatures: Nach einer Einheit können wir uns anzeigen lassen, welche Energiequellen unser Körper während des Trainings bevorzugt genutzt hat (Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate). FitSpark macht uns konkrete Vorschläge für Trainingseinheiten, basierend auf unserem Erholungsstatus und unserem aktuellen Fitnesslevel. FuelWise erinnert uns während des Trainings an die optimale Zufuhr von Nährstoffen, Energie und Flüssigkeit.
Zusätzlich gibt es in der Polar-Flow-App das kostenpflichtige Polar-Fitnessprogramm. Letzteres bietet an die Leistung der Nutzer angepasste Trainingspläne für verschiedene Sportarten, wobei alle vier Wochen ein neuer Plan generiert wird. Nach einer kostenlosen Testphase von 30 Tagen kostet das Programm 10 Euro pro Monat.
Die Polar Street X verfügt über ein integriertes GPS-Modul inklusive Routenführung und Back-to-Start-Funktion. Dabei unterstützt die Uhr die Navigationssysteme GLONASS, Galileo und QZSS. Ein Höhenbarometer und ein Kompass sind ebenfalls integriert. Das GPS-Tracking macht in unserem Test einen sehr ordentlichen Job. Bei einer rund 5 km langen Laufeinheit weicht die gemessene Strecke nur minimal von den tatsächlichen Laufwegen ab, und zwar dort, wo besonders dichter Bewuchs im Wald für einen nicht optimalen Satellitenempfang sorgt. Die Abweichungen sind aber so gering, dass sie sich in der Praxis de facto nicht auswirken.
Wer möchte, kann die Street X über die Polar-Flow-App mit Komoot verbinden, wodurch in Komoot erstellte Routen für die Routenführung auf der Sportuhr verfügbar werden. Wir können uns dann von der Uhr über die Route führen lassen. Auf eine Kartenanzeige müssen wir dabei verzichten, aber das ist von einer Sportuhr dieser Preisklasse auch nicht zu erwarten. Die Navigation funktioniert im Test aber reibungslos und gibt zuverlässig Abzweigungen, verbleibende Strecke und das Höhenprofil an.
Ein zentraler Bestandteil der Sport- und Trainingsfunktionen ist der optische Pulssensor der Street X, der auf Polars bewährte PrecisionPrime-Technologie setzt. Diese verspricht auf dem Papier eine sehr genaue Messung unserer Herzfrequenz, was sich im Test dann auch größtenteils bestätigt. Die Uhr liefert bei gleichmäßigem Training wie einer Laufeinheit im GA1-Bereich genaue Werte, die nur geringfügig von den Ergebnissen eines Pulsgurtes abweichen. Das ist aber erwartbar, weil eine optische Messung am Handgelenk nie mit der Genauigkeit eines Brustgurtes mithalten kann.
Am ehesten machen sich Unterschiede noch bei HIIT-Einheiten oder kurzen Sprints bemerkbar: Hier läuft die Messung etwas verzögert ab, sodass die Uhr bei sehr kurzen Anstiegen der Herzfrequenz lediglich einen Mittelwert registriert. Auf das gesamte Training und die Errechnung der durchschnittlichen Herzfrequenz wirkt sich das allerdings praktisch nicht aus. Wer ohne eine hundertprozentige Messgenauigkeit nicht leben kann, kommt um die Anschaffung eines Brustgurtes aber nicht herum. Ein solcher lässt sich übrigens problemlos an die Street X koppeln.
Ein Blick auf die Features zum Schlaf- und Gesundheits-Tracking der Street X zeigt: Polar hält sich hier an das Konzept, das sich bereits bei anderen Uhren des Herstellers bewährt hat. Die Street X misst unsere Herzfrequenz, Hauttemperatur sowie unsere Schlafphasen. Einen Sensor für die Blutsauerstoffsättigung gibt es nicht. Basierend auf den gemessenen Daten erstellt die Polar-Flow-App einen Schlafindex, der auf einer Skala von 1 bis 100 unsere Schlafqualität basierend auf Menge, Stabilität und Regeneration bewertet.
Außerdem finden wir in der App konkrete Angaben zur Schlafkontinuität und zu Schlafunterbrechungen. Vergleiche mit vergangenen Aufzeichnungen helfen uns dabei, langfristige Trends zu erkennen. Insgesamt funktioniert das Tracking im Test gut und liefert subjektiv glaubwürdige Werte. Teilweise gab es aber Blöcke im Schlaf-Tracking, die als unerkannt markiert wurden. Hier konnte die Uhr keine Messung durchführen, was in der App damit begründet wird, dass wir möglicherweise auf unserem Arm gelegen haben.
Zusätzlich zeigt der sogenannte Wert für Boost durch Schlaf auf einer Skala von 1 bis 10 an, wie sich der Schlaf auf Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit am folgenden Tag auswirkt. Neben Schlafmenge und Schlafqualität berücksichtigt die App auch den Schlafrhythmus, um eine möglichst genaue Prognose zu erstellen. Im Test liefert das Feature glaubwürdige Werte, die mit dem subjektiven Empfinden übereinstimmen.
Weitere nennenswerte Gesundheitsfeatures, abgesehen vom Polar-eigenen Atemübungsprogramm Serene, das der Stressreduzierung dient, hat die Street X allerdings nicht zu bieten. Eine EKG-Funktion fehlt ebenso wie die Möglichkeit, den weiblichen Zyklus aufzuzeichnen. Vermisst haben wir zudem eine Anzeige der Herzfrequenzvariabilität.
Mit der Street X richtet sich Polar an ein Publikum, das eine günstige, aber stylishe Sportuhr ohne unnötigen Schnickschnack zum Tracking der eigenen Trainingseinheiten sucht. Deshalb beschränkt sich der Hersteller bei der Auswahl zusätzlicher Features auf ein paar wenige Funktionen. Die Street X bietet keinen eigenen Musikspeicher, unterstützt aber die Steuerung von Musik auf dem Smartphone. Eingehende Benachrichtigungen lassen sich auf der Uhr anzeigen und Anrufe entgegennehmen, wobei die Uhr auf ein integriertes Mikrofon ebenso verzichtet wie auf eine Schnellantwort-Funktion.
Ein Highlight der Street X ist die am oberen Gehäuserand integrierte LED-Taschenlampe. Sie lässt sich über eine separate Taste direkt aktivieren und in vier Helligkeitsstufen anpassen. Neben weißem Licht bietet die Taschenlampe auch eine Rotlichtfunktion.
Intensität und Lichtfarbe lassen sich über das Taschenlampen-Menü steuern, das Ein- und Ausschalten funktioniert aber auch außerhalb des Menüs über die separate Taste. Damit lässt sich die Lampe flexibel beim Training oder bei anderen Aktivitäten nutzen, ohne dass das Menü dauerhaft geöffnet bleiben muss. Praktisch: Einmal vorgenommene Helligkeitseinstellungen bleiben erhalten, eine erneute Konfiguration entfällt bei jedem Einschalten. Insgesamt wirkt die Taschenlampe wie ein durchdachtes Feature und erweist sich im Test als nützliches Extra.
Polar verbaut in der Street X einen Akku mit 385 mAh – ordentlich, aber nicht überragend. Gemessen an Größe und Gewicht der Uhr wirkt das wie ein sinnvoller Kompromiss. Im reinen Smartwatch-Modus soll die Sportuhr laut Hersteller bis zu zehn Tage durchhalten. Aktiviert man sämtliche Tracking-Funktionen und das GPS dauerhaft, sind es nach Polars Angaben noch 43 Stunden bis zum nächsten Ladevorgang.
In unserem Test absolvierten wir drei anderthalbstündige Sporteinheiten, davon zwei mit aktiviertem GPS-Tracking. Dazu liefen die dauerhafte Herzfrequenzmessung und Benachrichtigungen mit. Unter diesen Bedingungen verlangte die Street X nach sechseinhalb Tagen wieder nach dem Ladekabel, das übrigens im Lieferumfang enthalten ist. Für eine Uhr dieser Preisklasse geht der Wert absolut in Ordnung, auch wenn die Konkurrenz teilweise leicht die Nase vorn hat.
Die Polar Street X kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung in allen drei Farbvarianten 250 Euro und gehört damit zu den günstigsten Uhren im Polar-Portfolio. Der Straßenpreis entspricht zum Testzeitpunkt annähernd der UVP.
Polar hat mit der Street X eine klare Zielgruppe im Blick, und das macht sich sowohl beim Design als auch bei den Features der sogenannten City-Sportuhr deutlich bemerkbar. Man hat den Eindruck, dass der finnische Hersteller möglichst viel Gegenwert für einen möglichst geringen Preis bieten möchte – und dieser Plan geht größtenteils auf.
Das Design der Uhr und deren Verarbeitung können in unserem Test ebenso punkten wie die durchdachte Auswahl an Trainingsfunktionen. Viele Trainingsprofile und viele Einstellungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass wir die Uhr detailliert an unsere Bedürfnisse anpassen können. Wer Sport treibt, um fit zu bleiben, bekommt mit der Street X ein gutes Tool an die Hand. Sportler mit gehobenem Anspruch sollten sich anderswo umsehen, gehören aber auch nicht zur Zielgruppe der Street X.
Das GPS-Tracking ist uns im Test positiv aufgefallen. Die Sensoren arbeiten überraschend genau und liefern hervorragende Ergebnisse. Das Navigationsfeature verzichtet zwar auf eine echte Kartenanzeige, das lässt sich in Anbetracht des günstigen Preises, den Polar für die Street X aufruft, aber verschmerzen.
Wo hingegen noch Luft nach oben bleibt, sind die bestenfalls im Mittelfeld anzusiedelnde Akkulaufzeit und die sparsame Auswahl an smarten Features. Beides ist unserer Meinung nach aber wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses der Street X verschmerzbar.
Mit langer Akkulaufzeit, Offline-Navigation und KI-Coach will die Suunto Vertical 2 die Garmin Fenix 8 angreifen. Ob das klappt, zeigt unser Test.
Mit langer Akkulaufzeit, Offline-Navigation und KI-Coach will die Suunto Vertical 2 die Garmin Fenix 8 angreifen. Ob das klappt, zeigt unser Test.
Mit der Fenix 8 hat Garmin eine der besten Outdoor-Sportuhren im Programm – fast eine eierlegende Wollmilchsau unter den Wearables. Der Haken ist der hohe Preis. Wer weniger investieren will, findet mit der Suunto Vertical 2 schon ab etwa 550 Euro eine spannende Alternative.
Der finnische Herausforderer bringt ein 1,5 Zoll großes AMOLED-Display, Offline-Navigation und bis zu 20 Tage Akkulaufzeit mit. Wir haben die Vertical 2 gegen die starke Konkurrenz von Garmin und Polar antreten lassen.
Die Suunto Vertical 2 ist mit 49 mm Durchmesser und 87 g Gewicht ein wuchtiges Stück Technik, bleibt optisch aber dem typisch dezenten Suunto-Design treu. An schmalen Handgelenken kann die Kombination aus großem Display und breiter Lünette allerdings klobig wirken.
Suunto bietet die Uhr mit einem Gehäuse aus schwarzem Edelstahl und Silikonarmband in vier Farben an: Schwarz, Grün, Orange und Grau/Dunkelblau. Wer zum Gehäuse aus Titan greift, zahlt mehr als 100 Euro Aufpreis. Bedient wird über das Touch-Display sowie drei Tasten an der rechten Gehäuseseite. Saphirglas und Wasserdichtigkeit bis 100 Meter rüsten die Uhr für den Outdoor-Einsatz.
Trotz der Abmessungen überzeugt der Tragekomfort: Die Vertical 2 liegt angenehm am Handgelenk und drückt auch bei nächtlichem Tragen nicht. Die Verarbeitung wirkt durchweg robust.
Suunto setzt auf ein 1,5 Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln. Die Darstellung ist gestochen scharf und die Farben sind kräftig. Bis zu 2.000 Nits Helligkeit sorgen auch bei direkter Sonneneinstrahlung für gute Ablesbarkeit. Die Helligkeit lässt sich in drei Stufen regeln oder automatisch anpassen, für die optional zuschaltbare Always-on-Anzeige gibt es eine separate Einstellung. Über die Suunto-App lassen sich zudem personalisierbare Watchfaces auf der Uhr installieren.
Beim ersten Einschalten fragt die Suunto Vertical 2 nach den üblichen Basisdaten: Geburtsdatum, Größe, Gewicht, Geschlecht, Maßsystem und Datumsformat. Anschließend verbinden wir die Uhr über die Suunto-App per Bluetooth mit dem Smartphone. Die App gibt es sowohl für Android als auch iOS. Dazu ist ein Benutzerkonto nötig, die gesamte Einrichtung dauert aber nur wenige Minuten.
Nach dem Koppeln führt eine kurze Tour durch die wichtigsten Funktionen, die sich direkt konfigurieren lassen. Die App lädt zudem automatisch aktuelle Firmware-Updates herunter und überträgt sie auf die Uhr. Der Aufbau ist übersichtlich: Das Dashboard auf der Startseite zeigt die bekannte Kachelansicht, über die sich Untermenüs zu verschiedenen Daten aufrufen lassen. Ein Trainingsmenü informiert über anstehende Einheiten des Suunto Coaches, Trainingsdaten und Gesundheitsstatistiken. Im Uhrenmenü lassen sich Apps aus dem Suunto-Store installieren und Watchfaces anpassen.
Die Bedienung der Vertical 2 funktioniert im Alltag reibungslos. Eingaben über die drei Tasten werden zügig erkannt, bei Touch-Gesten kommt es gelegentlich zu minimalen Rucklern, die in der Praxis aber nicht ins Gewicht fallen. Auch mit schwitzigen, feuchten oder verschmutzten Fingern sowie mit Handschuhen registriert die Anzeige Eingaben zuverlässig.
Damit die Vertical 2 gegen die Konkurrenz von Garmin, Polar und Co. bestehen kann, hat Suunto sie mit 115 Sportmodi ausgestattet – von Ausdauer- über Winter- und Wassersport bis hin zu Kraft- und Extremsportarten.
Je nach Profil zeigt die Uhr verschiedene Datensätze an, darunter Puls, verbrannte Kalorien, Rundenanzahl, Anstieg und zurückgelegte Strecke. Für Laufen, Schwimmen und Radfahren gibt es Funktionen wie Intervallmessung, Frequenz und Leistung. Bei anderen Sportprofilen beschränkt sich die Anzeige allerdings auf Dauer, Kalorien und Herzfrequenz. Hier wäre mehr drin gewesen – etwa eine automatische oder manuelle Wiederholungszählung beim Krafttraining. Immerhin lässt sich die Vertical 2 mit Power-Sensoren sowie Bike- und Foot-Pods koppeln.
Wie Modelle von Garmin und Polar analysiert auch die Vertical 2 Trainingserholung und -belastung. Nach jeder Einheit zeigt sie eine geschätzte Erholungszeit an und erlaubt das Speichern von Befindlichkeiten. Die Gesamtbelastung wird in einer gesonderten Ansicht zusammengefasst.
KI-Coach: Die Suunto-App bietet einen KI-gestützten Trainingscoach, der vorgefertigte Pläne für Straßenläufe, Trailläufe und Triathlon an das persönliche Fitnessniveau anpasst. Dazu beantwortet man Fragen zu Trainingsumfang, Wettkampfziel und Streckenprofil und wählt, ob Krafttraining enthalten sein soll. Da es sich noch um eine Beta-Version handelt, dauert die Planerstellung in unserem Test zwischen 10 und 30 Minuten. Die Ergebnisse sind bereits brauchbar – besonders für Läufer und Triathleten mit konkretem Ziel, die sich den Personaltrainer sparen wollen.
Navigation: Die Vertical 2 verfügt über Dual-Band-GPS (L1/L5) und unterstützt GPS, Glonass, Galileo, QZSS und Beidou mit bis zu vier simultanen GNSS-Systemen. Ein Highlight ist der 32 GB große Speicher für Offline-Karten. Nach Verbindung mit einem WLAN lassen sich ganze Kartenregionen herunterladen und anschließend ohne Internetverbindung nutzen. Der Haken: Je nach Dateigröße dauert der Download rund 30 Minuten.
Besonders stark ist die Routenplanung. Routen lassen sich über Komoot, Strava oder als GPX-Datei importieren – oder direkt in der Suunto-App erstellen. Das integrierte Planungstool ermöglicht sowohl freihändiges Zeichnen als auch die automatische Routenerstellung entlang vorhandener Wege. Das funktioniert zügig und erleichtert kurzfristige Planänderungen.
Auch die Navigation überzeugt im Praxistest: Das GPS-Modul bestimmt die Position präzise, die Abbiegehinweise arbeiten zuverlässig, und die Uhr zeigt zusätzlich an, wie lange Auf- und Abstiege dauern. Das von der Garmin Fenix 8 bekannte Roundtrip-Routing fehlt allerdings.
Pulsmessung: Im Vergleich zum Vorgänger hat Suunto den Pulssensor deutlich verbessert. Aussetzer gibt es praktisch keine mehr, und sowohl bei gleichmäßigem Ausdauertraining als auch bei HIIT-Einheiten mit schwankendem Puls liefert er zuverlässige Werte. Die Abweichung zum Brustgurt lag in unserem Test bei maximal zwei bis drei Schlägen pro Minute über anderthalb Stunden Trainingsdauer.
Beim Gesundheits-Tracking konzentriert sich Suunto auf die Grundlagen – und das funktioniert reibungslos. Eine EKG-Messung fehlt zwar, dafür wirken die vorhandenen Funktionen durchdacht. Die Uhr zeichnet auf Wunsch Herzfrequenz, Blutsauerstoff und Herzfrequenzvariabilität (HRV) im Schlaf auf, wobei sich die einzelnen Messungen separat aktivieren lassen.
Alle Daten inklusive Schlafzyklen werden übersichtlich in der App aufbereitet. Der Algorithmus bewertet die Schlafqualität als Prozentwert, Nickerchen erkannte die Uhr in unserem Test automatisch und zuverlässig. Wer möchte, legt ein tägliches Schlafziel fest, das in die Bewertung einfließt. Kurze Tipps in der App helfen zusätzlich, die Schlafhygiene zu verbessern.
Eine Trendanzeige in der App stellt Trainingsbelastung und Formkurve über Tage und Wochen grafisch dar, sodass sich der Zusammenhang zwischen Belastung und Leistung nachvollziehen lässt.
Nachholbedarf gibt es beim Zyklustracking: Nutzerinnen können lediglich den Periodenbeginn eintragen – Symptomerfassung, Zyklusprognosen oder Fruchtbarkeitsfenster, wie sie Garmin und Apple bieten, fehlen komplett.
Passend zum Outdoor-Fokus erweitert Suunto die Vertical 2 über Suuntoplus – einen Service, der zusätzliche Apps und Dienste in das Suunto-Ökosystem integriert. Die Auswahl an kostenlosen Erweiterungen ist groß und lässt sich je nach Primärsportart anpassen. Einige Dienste wie Trainingpeaks oder Humango setzen allerdings ein Abonnement voraus.
Bei klassischen Smartwatch-Features muss man dagegen Abstriche machen: Telefonie, Musikspeicher und Bezahlfunktion fehlen. Lediglich auf Android lassen sich vorgefertigte Antworten auf Nachrichten verschicken und die Musikwiedergabe auf dem Smartphone steuern.
Die Akkulaufzeit gehört zu den größten Stärken der Vertical 2. Suunto verspricht bis zu 20 Tage im Smartwatch-Modus, 40 Tage im Standby, 65 Stunden bei aktiviertem Multi-Band-GPS und bis zu 250 Stunden im GNSS-Energiesparmodus. Damit muss sich die Uhr vor der Garmin-Konkurrenz nicht verstecken.
In unserem Test hielt die Vertical 2 rund 14 Tage durch – bei drei anderthalbstündigen Sporteinheiten pro Woche, davon zwei mit Multi-Band-GPS. Positiv fällt auch das Ladekabel auf: Die Stoffummantelung macht es robust, unempfindlich und verhindert lästiges Verknoten.
Die Suunto Vertical 2 ist mit 599 Euro (799 Euro für die Titanium-Version) im High-End-Segment angesiedelt, aber deutlich günstiger als die Garmin Fenix 8. Zum Testzeitpunkt startet der Straßenpreis bei knapp 550 Euro für das Standardmodell und bei rund 700 Euro für die Titanvariante.
Die Suunto Vertical 2 weiß genau, was sie sein will – und was nicht. Anders als die Garmin Fenix 8 gibt sie sich nicht als eierlegende Wollmilchsau, sondern ist klar als Outdoor-Sportuhr positioniert. Wer sich darauf einlässt, bekommt hervorragende Hardware zum fairen Preis.
Suunto hat die Uhr konsequent vom üblichen Smartwatch-Ballast befreit und sich auf das Wesentliche konzentriert. Was die Vertical 2 kann, macht sie richtig gut: Die Navigation funktioniert einwandfrei, die Trainingsfeatures wirken aufgeräumt und durchdacht, die Akkulaufzeit sucht ihresgleichen.
Klassische Smartwatch-Features wie Apps und mobiles Internet à la Wear OS oder Watch OS sucht man hier vergeblich – wie auch bei Garmin und Polar. Wer eine Outdoor-Sportuhr sucht, die sich auf das Wesentliche beschränkt und ohne unnötige Extras auskommt, bekommt mit der Vertical 2 eine ausgezeichnete Alternative zur deutlich teureren Fenix 8.
Eine schlanke Sportuhr mit EKG? Die Huawei Watch Fit 4 Pro macht der Apple Watch Ultra gehörig Konkurrenz, wie der Test zeigt.
Eine schlanke Sportuhr mit EKG? Die Huawei Watch Fit 4 Pro macht der Apple Watch Ultra gehörig Konkurrenz, wie der Test zeigt.
Die Watch Fit ist erwachsen geworden. Galt sie in früheren Generationen noch als fortschrittlicher Fitness-Tracker, präsentiert sich die Watch Fit 4 Pro nun als vollwertige Sportuhr mit Outdoor-Charakter. Das Gehäuse ist trotz robuster Bauweise erstaunlich schlank und extrem leicht – die Fit 4 Pro könnte fast als kompakte Alternative zur Apple Watch Ultra durchgehen.
Auch bei den Funktionen hat Huawei deutlich aufgerüstet: Mit an Bord sind jetzt eine EKG-Messung, die Erkennung arterieller Steifigkeit sowie die Analyse der Herzfrequenzvariabilität. Hinzu kommen zahlreiche Sportmodi – von klassischen Disziplinen über Wassersport hin zu Golf. Besonders praktisch für Outdoor-Aktivitäten: Offline-Karten lassen sich beim Laufen oder Wandern anzeigen, inklusive Komoot-Integration.
Warum die Watch Fit 4 Pro eine gute Wahl zum fairen Preis ist, zeigt unser ausführlicher Testbericht.
Update: Wir hatten die Sportuhr im Mai 2025 getestet. Mittlerweile hat sich einiges getan – es gibt jetzt einen neuen Bezahldienstleister mit Curve Pay.
Die Huawei Watch Fit 4 Pro orientiert sich – wie schon ihr Vorgänger – mit einem rechteckigen Gehäuse und abgerundeten Ecken am Design der Apple Watch. Dieses Mal diente jedoch die robuste Apple Watch Ultra als Vorbild. Im Vergleich zur Watch Fit 3 und Fit 4 wirkt das Gehäuse der Pro-Version deutlich solider und stabiler. Der Rand um das Display ist nun etwas stärker ausgeprägt, was der Uhr zusätzliche Widerstandsfähigkeit verleiht.
Anders als die reguläre Watch Fit 4 ist die Pro-Variante als Outdoor-Smartwatch positioniert. Das Gehäuse der Uhr ist nach 5 ATM wasserdicht und für Temperaturen von -20 bis 45 Grad Celsius ausgelegt.
Trotz ihrer robusteren Bauweise bleibt die Huawei Watch Fit 4 Pro deutlich filigraner und kompakter als die Apple Watch Ultra. Mit nur 9,3 mm Bauhöhe ist sie fast halb so dick wie das Apple-Pendant – und sogar schlanker als die Watch Fit 3. Die Abmessungen von 44,5 × 40 mm machen sie handlich, das Gewicht von lediglich 30 g sorgt für hohen Tragekomfort. Zum Vergleich: Das ist etwa die Hälfte des Gewichts der Apple Watch Ultra.
Im Alltag bedeutet das: Dank des schlanken Gehäuses und des geringen Gewichts trägt sich die Uhr äußerst angenehm – auch nachts beim Schlafen. An der Seite sitzt eine Krone, darunter eine frei belegbare Taste. Die Verarbeitungsqualität ist tadellos. Besonders gut gefallen hat uns das flexible Nylonarmband mit Klettverschluss, das sich schnell und präzise anpassen lässt. Es gibt die Fit 4 Pro aber auch mit klassischen Armbändern aus Fluorelastomer.
Das AMOLED-Display misst 1,82 Zoll in der Diagonale und liefert eine hohe maximale Helligkeit von bis zu 3000 cd/m². Damit bleibt der Inhalt auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar. Die automatische Helligkeitsregelung reagiert zügig auf wechselnde Lichtverhältnisse.
Die Auflösung sorgt mit 347 PPI für eine scharfe Darstellung, selbst bei feinen Texten und Grafiken. Farben wirken kräftig, der Kontrast ist AMOLED-typisch sehr hoch. Ein zusätzlicher Pluspunkt im Alltagseinsatz: Das Display wird durch kratzfestes Saphirglas geschützt.
Die Bedienung der Huawei Watch Fit 4 Pro erfolgt über einen kapazitiven Touchscreen sowie eine dreh- und drückbare Krone auf der rechten Gehäuseseite. Ein Druck auf die Krone öffnet die App-Übersicht, ein Doppelklick ruft die zuletzt verwendeten Anwendungen auf. Durch Drehen kann entweder durch Menüs gescrollt oder die Lautstärke angepasst werden. Ergänzend steht eine zweite Taste zur Verfügung, die frei belegt werden kann und ab Werk das Trainingsmenü aufruft.
Wie bei Huawei üblich erfolgt die Ersteinrichtung der Watch Fit 4 Pro über die hauseigene Health-App. Diese ist auch kompatibel zu Android und iOS, im Falle von Android jedoch nicht direkt über den Google Play Store erhältlich – ein weiterhin bestehender Nachteil infolge von US-Sanktionen. Nutzerinnen und Nutzer von Samsung-, Honor- und Apple-Geräten können die App über den jeweiligen App-Store (Galaxy Store, Honor App Market, Apple App Store) installieren.
Auf anderen Android-Geräten muss die App manuell über einen QR-Code aus einer externen Quelle heruntergeladen werden. Für die Installation sind entsprechende Systemberechtigungen erforderlich, die aus Sicherheitsgründen nach Abschluss des Vorgangs wieder entzogen werden sollten.
Zur Inbetriebnahme ist eine Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone sowie ein Huawei-Konto notwendig. Die Health-App ist übersichtlich strukturiert: Im Reiter „Health“ werden Aktivitäten in Form dreier Ringe (Bewegung, Training, Stehen) visualisiert. Ergänzend lassen sich dort Messwerte zu Herzfrequenz, Blutsauerstoff, EKG, Schlafqualität, Stresslevel und absolvierte Trainingseinheiten einsehen.
Leider lässt sich die Bluetooth-Verbindung an der Uhr nicht deaktivieren – etwa für die Nacht. Es bleibt nur die Möglichkeit, die Smartwatch komplett vom Smartphone zu entkoppeln. Eine einfache Option zum temporären Abschalten der Verbindung wäre hier wünschenswert gewesen – insbesondere für Nutzerinnen und Nutzer, die im Schlafzimmer möglichst wenig Strahlung ausgesetzt sein möchten.
Die Uhr läuft mit Harmony OS. Das System wirkt aufgeräumt, die Bedienung ist insgesamt intuitiv. Huawei folgt dem gewohnten Bedienkonzept seiner Wearables: Ein Wisch nach oben zeigt Benachrichtigungen, ein Wisch nach unten die Schnelleinstellungen. Seitlich kann durch anpassbare Infokarten, etwa mit Wetterinformationen, geblättert werden. Die App-Übersicht wird standardmäßig als App-Wolke dargestellt – optisch ansprechend, aber nicht besonders übersichtlich. Alternativ lässt sich eine Listenansicht aktivieren, die sich im Alltag als praktischer erweist.
Die Zahl der verfügbaren Apps auf der Watch Fit 4 Pro ist überschaubar. Einen App-Store gibt es nicht, es stehen aber einige wenige Huawei-Apps zur Verfügung, die man über die Huawei Health App via Handy installiert. Integriert ist etwa Petal Maps, das als Alternative zu Google Maps brauchbar ist und für Smartphone auch regulär im Google Play Store oder Apple Appstore verfügbar ist. Hinzu kommt die erwähnte Komoot-Integration für Outdoor-Navigation.
Wer beim Sport ohne Smartphone Musik hören möchte, kann einzelne Titel direkt auf die Uhr laden. Eine Offline-Integration für Streaming-Dienste wie Spotify wird jedoch nicht unterstützt. In Verbindung mit dem Smartphone kann man die Uhr aber als Fernsteuerung für die Musikwiedergabe nutzen.
Im Bereich „Training“ stehen zudem verschiedene Pläne zur Verfügung, etwa für Lauf- oder Eigengewichtstraining. Außerdem bietet die App einen Store mit kostenlosen und kostenpflichtigen Zifferblättern sowie zahlreiche Einstelloptionen. Es gibt in der App auch ein Tool zum Erfassen der aufgenommenen Kalorien durch Nahrung. Erweiterte Analysen, zusätzliche Trainingspläne und Ernährungstipps sind Teil des kostenpflichtigen Abonnements Huawei Health Plus. Dieses kostet 60 Euro im Jahr oder 8 Euro im Monat.
Kommen wir zur Basis-Funktion – der Pulsmessung über den optischen Sensor. Im Test zeigte sich die Watch Fit 4 Pro äußerst präzise: Selbst bei Intervalltraining lag sie fast auf Pulsgurt-Niveau. Zum Standard gehören auch die kontinuierliche Messung des Blutsauerstoffs (SpO₂) und jetzt neu die Aufzeichnung eines 1-Kanal-EKGs, das potenziell erste Hinweise auf Vorhofflimmern liefern kann. Die Schlafanalyse liefert weitgehend plausible Ergebnisse. Die Uhr erkennt Leicht-, Tief- und REM-Schlaf sowie nächtliche Wachphasen weitgehend zuverlässig und differenziert.
Ebenfalls neu ist die fortlaufende Messung der Herzfrequenzvariabilität (HRV). Sie gibt Aufschluss über die zeitlichen Abstände zwischen Herzschlägen und gilt als sensibler Indikator für Stresslevel, Erholung und das Gleichgewicht des autonomen Nervensystems. Eine hohe HRV steht für gute Fitness und Regeneration, eine niedrige kann auf Überlastung oder gesundheitliche Probleme hindeuten.
Auch die Messung der arteriellen Steifigkeit ist nun möglich. Dieser Wert beschreibt die Elastizität der Blutgefäße – ein Frühindikator für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, oft noch bevor Symptome auftreten. Ferner gibt es auch die Möglichkeit, die Haupttemperatur zu messen.
Das integrierte GPS erlaubt es, mit der Uhr auch ohne das Smartphone eine Strecke beim Laufen, Wandern oder Radfahren festzuhalten. In unserem Test funktionierte das zuverlässig und genau.
Sportlich überzeugt die Watch Fit 4 Pro mit einer breiten Auswahl an Trainingsprofilen – darunter Klassiker wie Laufen, Radfahren und Krafttraining, aber auch Wassersportarten wie Freitauchen (bis zu 40 Meter) oder Kanufahren. Sogar spezielle Golfmodi sind integriert. Ein bekanntes, aber weiterhin praktisches Feature: Nach dem Training lassen sich kurze Videos mit Dehnübungen direkt auf der Anzeige sehen, um das Stretching direkt durchzuführen.
Neu ist zudem die Möglichkeit, Offline-Karten auf die Uhr zu laden und beim Lauftraining oder Wandern einzusehen. Neben der Funktion für Offline-Karten unterstützt die Uhr auch die Nutzung von Karten aus der App Komoot. Zudem kann man auch Karten im Format GPX, TCX und KML importieren.
Neu an Bord ist ein Barometer, das den Luftdruck misst und sich unter anderem als Höhenmesser nutzen lässt – hilfreich für Outdoor-Aktivitäten und zur Einschätzung möglicher Wetterumschwünge.
Telefonate lassen sich bei bestehender Bluetooth-Verbindung ebenfalls über die Uhr führen. Die Sprachqualität ist dabei zwar nicht auf dem Niveau eines direkten Telefonats mit dem Smartphone, für kurze Gespräche ohne greifbares Handy aber ein praktisches Feature. Einen unabhängigen Betrieb über eSIM unterstützt die Watch Fit 4 Pro allerdings nicht.
Das integrierte NFC-Modul erlaubt nun auch kontaktloses Bezahlen. Im Vergleich zu Lösungen wie Google Wallet oder Apple Pay gestaltet sich der Prozess jedoch deutlich umständlicher.
Als Zahlungsdienstleister kam kurzzeitig der polnische Anbieter Quicko zum Einsatz. Die Lösung basierte auf einer virtuellen Bezahlkarte und diente als Prepaid-System, das per Kreditkarte aufgeladen werden konnte. Dabei fielen allerdings Gebühren an, und eine direkte Anbindung an gängige Bankkonten war nicht möglich. Seit Februar 2026 besitzt Quicko jedoch keine Lizenz als Finanzdienstleister mehr.
Ende März gab Huawei bekannt, dass die Watch Fit 4 Pro mit dem Zahlungsdienstleister Curve Pay kompatibel ist. Wir haben das nicht mit diesem Modell getestet, da wir über die Uhr nicht mehr verfügen. Wie die Bezahlung damit funktioniert, zeigt aber unser Test der neuen Huawei Watch GT Runner 2.
Im Test hielt die Huawei Watch Fit 4 Pro mit einer Akkuladung rund sechs Tage durch – bei permanenter Nutzung, inklusive täglicher, kurzer Wanderungen. Huawei selbst gibt etwa sieben Tage bei „normaler“ Nutzung an. Das Always-on-Display war im Test deaktiviert. Wird es aktiviert, verkürzt sich die Laufzeit spürbar. Im Energiesparmodus sollen laut Hersteller bis zu zehn Tage möglich sein.
Verbessert wurde das Ladesystem: Die Uhr wird jetzt induktiv über ein mitgeliefertes magnetisches Ladepad mit USB-A-Anschluss geladen, statt wie bisher per Stecker. Auch die Ladezeit hat Huawei optimiert – nach etwa einer Stunde ist der Akku vollständig geladen.
Mit einer UVP von 279 Euro positioniert sich die Huawei Watch Fit 4 Pro im unteren Preisbereich vergleichbarer Sportuhren – angesichts des Funktionsumfangs ein konkurrenzfähiges Angebot. Bei Galaxus kostet sie derzeit nur 155 Euro.
Huawei hat die Watch Fit 4 Pro im Vergleich zum Vorgänger deutlich aufgewertet. Aus einem gut ausgestatteten Fitness-Tracker mit GPS ist eine ausgewachsene Outdoor-Sportuhr mit vielfältigen Gesundheitsfunktionen geworden – von der Messung der Herzfrequenzvariabilität über arterielle Steifigkeit bis zum EKG. Damit ist sie nicht nur für Sport, sondern auch für die Gesundheitsüberwachung interessant.
Das Gehäuse wirkt robust, ist dabei aber sehr dünn und leicht – das Tragen im Alltag ist kaum spürbar. Der Bildschirm ist hell und auch bei Sonnenlicht ablesbar. Die Genauigkeit der Pulsmessung überzeugt im Test durchweg. Angesichts des Funktionsumfangs ist auch der Preis fair.
Abstriche gibt es wie gewohnt bei der Installation der App – Android-Nutzer kennen dieses Problem. Wer eine bezahlbare Smartwatch mit langer Akkulaufzeit, präzisen Trainingsmessungen und umfangreicher Gesundheitsüberwachung sucht, kommt an der Watch Fit 4 Pro kaum vorbei.
Mit der Watch Ultimate will Huawei den Platzhirschen Garmin und Polar Konkurrenz machen. Wie gut die Sportuhr ist, mit der man in bis zu 100 Meter Tiefe tauchen kann, zeigt der Test.
Mit der Watch Ultimate will Huawei den Platzhirschen Garmin und Polar Konkurrenz machen. Wie gut die Sportuhr ist, mit der man in bis zu 100 Meter Tiefe tauchen kann, zeigt der Test.
Die Smartwatch möchte mit hervorragender Verarbeitung, Widerstandsfähigkeit gegenüber Extrembedingungen, umfangreichen Trainings- sowie Gesundheits-Features und einer langen Akkulaufzeit punkten. Preislich ist diese noch über der neuen Premium-Uhr Huawei Watch 4 Pro (Testbericht) angesiedelt.
Wir haben die Huawei Watch Ultimate im Test auf Herz und Nieren geprüft und verraten euch jetzt, ob die Uhr den für einen chinesischen Hersteller ungewöhnlich hohen Preis von knapp 899 Euro (UVP) wirklich wert ist.
Wer die Huawei Watch Ultimate kauft, stellt schon an der Verpackung fest, dass es sich hierbei um ein kostspieliges und hochwertiges Stück Technik handelt. Der Hersteller liefert die Uhr in einer großen, eleganten Box mit Ladekabel und Ersatzarmband aus. Eine Bedienungsanleitung ist im Lieferumfang ebenfalls enthalten.
Das Design der Uhr macht insgesamt einen sehr wertigen Eindruck. Obwohl das Display mit einer Größe von 1,5 Zoll sehr umfangreich ausfällt, wirkt die Watch Ultimate trotzdem nicht übermäßig wuchtig. Wer ein schmales Handgelenk hat, sollte sich aber über die Dimensionen des Geräts im Klaren sein.
Das Gehäuse der Uhr selbst besteht aus nanokristalliner Keramik, während die Gehäusefront mit einer Legierung auf Zirkoniumbasis gefertigt ist. Für das Display setzt Huawei auf Saphirglas. Das Armband besteht aus Silikon und verfügt erfreulicherweise über eine Metallschließe. Alternativ bietet Huawei die Watch Ultimate aber auch mit einem Titanarmband an.
Die Bedienung der Uhr erfolgt über ein Touch-Display und drei Tasten, von denen eine drehbar ist. Im Test empfanden wir die Bedienung als einfach und intuitiv. Das Touch-Display reagierte stets prompt auf unsere Eingaben und auch die Nutzung der Bedienknöpfe geht schnell in Fleisch und Blut über.
Was uns außerdem positiv aufgefallen ist: Das Touch-Display reagierte auch dann noch gut, wenn die Oberfläche oder unsere Finger nass waren. Teils gab es leichte Eingabeverzögerungen, aber die machten sich praktisch kaum bemerkbar. Weil Huawei die Watch Ultimate explizit auch als Taucheruhr bewirbt, die bis zu einer Tiefe von 100 Metern wasserdicht ist, begrüßen wir die gute Reaktionsfähigkeit des Displays.
Die Einrichtung der Uhr machte ebenfalls keine Probleme. Weil die zugehörige Huawei Health App nicht (mehr) im Google Play Store verfügbar ist, müssen wir sie über den Huawei App Store herunterladen. Praktischerweise zeigt die Uhr aber direkt beim ersten Startvorgang einen QR-Code mit dem passenden Link an. Darüber laden wir die App auf unser Smartphone, richten ein Nutzerkonto ein und koppeln die Uhr mit der App. Der ganze Vorgang dauert nur einige Minuten und hat in unserem Test absolut problemlos und intuitiv funktioniert. Im Galaxy Store von Samsung sowie im Appstore von Apple ist Huawei Health weiterhin erhältlich.
Wie bereits erwähnt, ist die Huawei Health App nicht im Google Play Store verfügbar. Stattdessen müsst ihr sie über den Store von Huawei herunterladen. Ansonsten bleibt aber alles beim Alten. Das bekannte Kachelprinzip ist ebenso wieder mit an Bord wie die sogenannten Health-Kleeblätter. Im Startbildschirm der App sehen wir ganz oben einen tagesaktuellen Überblick unserer Aktivitätsdaten inklusive des jeweiligen Zielfortschritts. Wir können individuelle Ziele festlegen, darunter Schritte, Kalorien, Trainingsdauer und im Stehen verbrachte Zeit.
Direkt unter der Übersichtskachel befindet sich ein Menü, über das wir verschiedene Features wie Workouts, ein Tagebuch oder Atemübungen anwählen können. Welche Kacheln wir zusätzlich angezeigt bekommen möchten, können wir in der App individuell einstellen. Dadurch sehen wir auf einen Blick unsere aktuellen Trainingsdaten, Herzfrequenz, Schlafdaten, Stresslevel, Sauerstoffsättigung und mehr. Ein Klick auf eine Kachel öffnet eine detaillierte Tabelle mit den genauen Daten des jeweiligen Werts.
Wer möchte, kann in der App außerdem die Optionen der Watch Ultimate anpassen und beispielsweise Watchfaces ändern oder aus der Huawei Appgallery zusätzliche Apps auf der Uhr installieren. All das funktioniert ohne Probleme und ließ sich intuitiv bedienen.
Wer schon einmal eine Smartwatch von Huawei benutzt hat, weiß: Der chinesische Hersteller stattet seine Hardware mit diversen Gesundheitsfunktionen und Möglichkeiten zum Aktivitätstracking aus. Die Watch Ultimate ist da keine Ausnahme.
Zu den Standards gehören die Überwachung der Herzfrequenz mithilfe eines optischen Pulssensors sowie die Messung der Blutsauerstoffsättigung. Zusätzlich bietet die Uhr eigene EKG- und PPG-Sensoren, die über eine separate Elektrode am Gehäuse der Watch Ultimate funktionieren. Die Sensoren messen unter anderem auch die sogenannte arterielle Steifigkeit, die Rückschlüsse auf eine verminderte Durchblutung der Venen zulässt. Beide Funktionen müssen zunächst in der Huawei Health App aktiviert werden.
Die EKG-Messung können wir direkt über die Uhr starten. Dazu wählen wir die zugehörige App im Menü der Uhr und folgen den Anweisungen auf dem Display. Die Messung dauert 30 Sekunden. Anschließend bekommen wir eine kurze Auswertung und Anweisungen, was wir im Fall abnormaler Messergebnisse tun sollten. Dasselbe Prinzip liegt der Analyse der Arteriensteifigkeit zugrunde. Auch wenn die gemessenen Daten selbstverständlich kein echtes EKG bei einem Arzt ersetzen, liefert diese Analyse aber zumindest grobe Anhaltspunkte für die Herzgesundheit. Besonders für ältere oder vorbelastete Nutzer kann das Feature daher eine gute Unterstützung darstellen.
Leider hatte das EKG in unserem Test aber mit ein paar Problemen zu kämpfen. Es lieferte teils ungenaue Ergebnisse oder brach kurz nach dem Ende der 30-sekündigen Messdauer ab, weil die Elektrode einen Fehler meldete. Wer das Feature nutzen möchte, muss etwas Geduld und Fingerspitzengefühl an den Tag legen. Mit etwas Übung funktioniert die Messung dann aber recht zuverlässig.
Die weiteren Aktivitäts- und Gesundheitsfunktionen der Huawei Watch Ultimate gehören derweil zum Standardrepertoire vergleichbarer Uhren. Wer sich gestresst fühlt, kann über die Uhr mithilfe geführter Atemübungen entspannen. Ein Schrittzähler ist darüber hinaus ebenso mit an Bord wie eine Bewegungserinnerung. Beides lässt sich über die Huawei Health App konfigurieren.
Als dedizierte Sportuhr verfügt die Huawei Watch Ultimate über mehr als 100 verschiedene Trainingsprofile mit diversen Sportarten. Dazu gehören neben Laufen, Radfahren und Schwimmen auch spezielle Modi für Golf und Tauchen. Die Uhr misst unter anderem diverse Golfschwungdaten und gibt Tipps, die Nutzer ihr Spiel verbessern können.
Das Herzstück der Watch Ultimate ist aber das Tauch-Feature. Wir können umfangreiche Daten wie Tauchdauer, Tiefe und Dekompression aufzeichnen. Zudem erinnert uns die Uhr an die Dekompressionsstopps und den Gaswechsel oder warnt uns vor einem zu schnellen Aufstieg an die Wasseroberfläche. Wer möchte, kann außerdem individuelle Erinnerungen konfigurieren.
Freitaucher kommen überdies in den Genuss separater Aufzeichnungen der Tauchkurven, Aufstiegsraten und Wassertemperatur. Ein Timer für das Schwebetauchen und ein Apnoe-Modus sind ebenfalls mit an Bord. Damit bietet die Huawei Watch Ultimate als eine von wenigen Smartwatches auf dem Markt umfangreiche Funktionen für passionierte Unterwasser-Sportler.
Aber auch andere Athleten kommen mit der Watch Ultimate auf ihre Kosten. Wer häufig draußen in der freien Natur unterwegs ist, kann vom Expeditionsmodus Gebrauch machen, der neben Herzfrequenz und Höhe in Metern die Dauer einer Unternehmung, die Gehgeschwindigkeit und individuelle Wegpunkte aufzeichnet. Nutzer können eigene Marker setzen und sich dann von der Uhr zu den jeweiligen Punkten zurückführen lassen – praktisch, wenn man sich unterwegs verläuft. Was die Huawei Watch Ultimate allerdings vermissen lässt, ist eine detaillierte Kartenanzeige auf dem Display, wie es etwa hochpreisige Garmin-Uhren zu bieten haben. Hier kommt man dann schließlich doch nicht um die Nutzung eines gesonderten GPS-Geräts oder des eigenen Smartphones herum.
Bei herkömmlichen Ausdauersportarten wie Laufen oder Radfahren zeichnet die Uhr den Kalorienverbrauch, die Herzfrequenz und das Tempo auf. GPS-Tracking ist ebenfalls verfügbar und funktioniert dank integriertem Dualband-GNSS auch sehr zuverlässig. Läufer können zusätzlich den sogenannten „intelligenten Begleiter“ aktivieren. Dabei handelt es sich um eine Funktion, über die wir ein Zieltempo festlegen. Die Uhr informiert uns dann unterwegs, wie weit wir von dem Begleiter entfernt sind – das hilft, eine bestimmte Pace über eine längere Strecke zu halten, etwa während eines Wettkampfs.
In unserem Test funktionierte das Training mit der Huawei Watch Ultimate fast durchweg gut. Die Daten auf dem Display werden übersichtlich angezeigt und die Bedienung während des Trainings ist problemlos möglich. Mit der automatischen Trainingserkennung hatte die Uhr teils etwas Probleme – hier sollte man eine Einheit am besten immer manuell starten.
Die Messung der Herzfrequenz funktionierte ordentlich, hatte – wie bei optischen Sensoren üblich – mit schwankenden Pulsraten teils Probleme. Wer nach Puls trainieren möchte, sollte sich also zusätzlich mit einem Brustgurt ausstatten. Auf Wunsch können wir uns während des Trainings die Daten unserer Sporteinheit ansagen lassen. Diese Funktion empfanden wir im Test als nützlich, weil wir dann nicht ständig den Blick aufs Display richten müssen. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass der Ton direkt aus dem Lautsprecher der Uhr kommt. Wer also etwa beim Laufen über Kopfhörer per Smartphone Musik hört, versteht die Ansagen mitunter nicht mehr.
Wie es sich für eine aktuelle Sportuhr gehört, besitzt auch die Huawei Watch Ultimate ein umfangreiches Schlaftracking. Das Gerät misst automatisch Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt sowie die Dauer der einzelnen Schlafphasen. Anschließend erhalten wir in der App eine Auswertung unserer Schlafqualität, die wir aber auch direkt über das Display der Uhr aufrufen können.
Zusätzlich bietet die Watch Ultimate die Möglichkeit, Schlafgeräusche aufzuzeichnen. Dafür müssen wir in der Huawei Health App aber ein zusätzliches Feature-Paket herunterladen. In der App selbst können wir ergänzend Einschlafgeräusche wie Regen, Wellengang oder Klanglandschaften mit Musikuntermalung nutzen. Ein individuell konfigurierbarer Timer schaltet die Geräusche automatisch ab.
Was uns im Test negativ aufgefallen ist: Das sehr große und wuchtige Gehäuse der Uhr drückt teilweise beim Schlafen unangenehm aufs Handgelenk. Insbesondere Nutzer mit schmalen Armen sollten daher nach Möglichkeit vorher ausprobieren, ob die Uhr in bestimmten Positionen am Handgelenk ein Störfaktor sein kann.
Neben dem Schlaftracking besitzt die Huawei Watch Ultimate auch ein umfangreiches Benachrichtigungs-Feature. Über die Huawei Health App können wir für jede App auf unserem Smartphone individuell bestimmen, ob wir ihre Benachrichtigungen auf der Uhr angezeigt bekommen möchten oder nicht. Eine Schnellantwort–Funktion ist ebenfalls verfügbar und lässt sich mit individuellen Antwortmöglichkeiten anpassen.
Ergänzend können wir mit der Watch Ultimate auch Anrufe tätigen. Dazu legen wir bis zu zehn Favoriten-Kontakte in der App fest, die wir dann direkt über das Telefonie-Menü der Uhr anrufen können – Freisprechfunktion inklusive. In unserem Test hat das Telefonieren mit der Uhr einwandfrei funktioniert. Die Lautstärke reichte vollkommen aus und auch die Verständlichkeit war auf beiden Seiten gut gegeben.
Was wir im Test der Huawei Watch Ultimate aber schmerzlich vermisst haben, war ein Speicher für Musik. Wir können zwar auf dem Smartphone abgespielte Songs über die Uhr selbst steuern, wer aber das Handy einmal nicht dabeihat, kann unterwegs auch keine Musik hören. Da zeigt die Konkurrenz von Garmin, wie es besser geht.
Huawei gibt die Akkulaufzeit der Watch Ultimate mit bis zu 14 Tagen (bei normaler Nutzung) an. Der Akku ist mit der beiliegenden Schnellladeschale innerhalb von 60 Minuten wieder voll aufgeladen. Wir haben die Uhr in unserem Test mit aktivierten Benachrichtigungen, voller Displayhelligkeit und fünf Workouts pro Woche (davon drei mit GPS-Tracking) ausprobiert. Der Akku hielt dabei 12 Tage durch – ein sehr ordentlicher Wert.
Huawei verkauft die Watch Ultimate mit Titanarmband derzeit für 899 Euro. Deutlich günstiger ist die Ausführung mit Gummiarmband ab knapp unter 570 Euro (Preisvergleich) bei diversen Online-Händlern. Die Watch Ultimate liegt damit definitiv im oberen Preissegment für Sportuhren und konkurriert unter anderem mit der Garmin Enduro. Wir finden den Preis in Anbetracht der Funktionen, die die Uhr bietet, aber als fair.
Mit der Watch Ultimate will Huawei den Highend-Uhren von Garmin und Co. gehörig Konkurrenz machen – aber das gelingt nicht hundertprozentig. Mit dem Fokus auf Taucher als Zielgruppe besitzt das Gerät zwar ein Alleinstellungsmerkmal, bedient damit aber auch eher eine Nische.
Für Ausdauersportler hingegen lässt die Watch Ultimate einige Features vermissen, auch wenn sie mit brauchbaren Funktionen und einem soliden GPS-Tracking aufwarten kann. Insbesondere die Probleme mit der Herzfrequenzmessung und dem EKG sowie der fehlende Offline-Musikspeicher sorgen angesichts des hohen Preises der Uhr für einen saftigen Punktabzug.
Polar hat mit der Grit X2 Pro eine Neuauflage der High-End-Smartwatch Grit X Pro auf den Markt gebracht, die mit Garmins Fenix 7 Pro konkurrieren soll. Wir zeigen im Test, was sie kann.
Polar hat mit der Grit X2 Pro eine Neuauflage der High-End-Smartwatch Grit X Pro auf den Markt gebracht, die mit Garmins Fenix 7 Pro konkurrieren soll. Wir zeigen im Test, was sie kann.
Polar bewirbt die neue Grit X2 Pro als „Outdoor Multisport Watch“ mit Fokus auf eine Zielgruppe, die viel in der freien Natur unterwegs ist und High-End-Navigation mit Sport-Tracking sowie smarten Features in einem Gerät sucht. Damit konkurriert die Grit X2 Pro direkt mit Garmins Fenix 7 Pro, die in eine ähnliche Kerbe schlägt.
Wir haben uns die Polar Grit X2 Pro genauer angesehen und sowohl mit der Konkurrenz als auch mit dem Vorgängermodell verglichen. Im Testbericht klären wir die Frage, ob Polar mit der neuen High-End-Smartwatch der große Wurf gelingt und ob die Uhr ihren hohen Preis wirklich wert ist.
Wer die Garmin Fenix 7 Pro, die Polar Grit X Pro und die Polar Grit X2 Pro nebeneinanderlegt, sieht auf einen Blick, dass Polar sich beim Design der Grit X2 Pro an der typisch wuchtigen Optik hochpreisiger Outdoor-Smartwatches orientiert hat. Gleichzeitig gibt es rein äußerlich ein paar kleine, aber feine Änderungen gegenüber dem Vorgängermodell. Das Design inklusive der Anordnung der fünf Bedienknöpfe bleibt gleich, dafür spendiert der Hersteller der Grit X2 Pro im Vergleich ein um 0,19 Zoll größeres Display. Dieses Mal kommt statt MIP die AMOLED-Technologie zum Einsatz und auch die Auflösung des Touch-Bildschirms wird von 240 × 240 Pixel auf 454 × 454 Pixel fast verdoppelt.
Ebenso hat Polar beim Material der Uhr nachgelegt: Nicht nur die Lünette, sondern auch die Vorderseite des Gehäuses besteht bei der Grit X2 Pro jetzt aus Edelstahl. Die Wasserdichtigkeit bleibt mit WR100 im Vergleich zur Grit X Pro aber gleich, was bedeutet: Die Grit X2 Pro ist bis zu einer Tiefe von 100 Metern respektive 10 bar Druck wasserdicht. Dementsprechend übersteht die Uhr auch einfache Tauchgänge mit Maske und Schnorchel sowie die Nutzung bei Wassersportarten wie Wakeboarden und Surfen.
Was sich im Vergleich zum Vorgängermodell bei der Grit X2 Pro nicht maßgeblich geändert hat, ist das Armband. Zwar hat der Hersteller das Design leicht angepasst, Material und Kunststoffschließe sind allerdings gleich geblieben. Die Schließe wirkt im Vergleich zum Rest der Uhr etwas filigran und billig; hier wäre ein Bauteil aus Metall wünschenswert gewesen.
Bei der Bedienung kann die Polar Grit X2 Pro aber vollumfänglich überzeugen. Sowohl der Touchscreen als auch die Bedienknöpfe reagieren verzögerungsfrei und zuverlässig auf unsere Eingaben. Auch die Menüsteuerung funktioniert intuitiv, sodass sich Neu- und Umsteiger schnell zurechtfinden.
Wie von Polar-Uhren gewohnt, können wir die Ersteinrichtung der Polar Grit X2 Pro sowohl über die Smartphone-App als auch am PC vornehmen. Beides funktionierte im Test ohne Probleme, allerdings liegt der Uhr nur ein USB-C-Kabel bei, sodass man für den Anschluss an den PC einen entsprechenden Port oder Adapter benötigt. Die Einrichtung selbst dauert nur wenige Minuten und erfolgt am Smartphone via Bluetooth, nachdem wir die App heruntergeladen haben.
Bei der App selbst bleibt alles beim Alten: Wer möchte, kann sich nach der ersten Verknüpfung mit der Grit X2 Pro eine kurze Einführung in die Bedienung und die wichtigsten Funktionen anschauen. Ansonsten können wir auf der Startseite der App im Tagebuch einen Überblick aller Tagesaktivitäten einsehen. Gesonderte Menüs informieren uns über Schlaf, Benachrichtigungen, Termine und Aktivitäten. Außerdem können wir auch über die App die Aufzeichnung einer konkreten Aktivität starten.
Polar bewirbt die Grit X2 Pro explizit als smarte Outdoor-Sportuhr, und das merkt man ihr in jeder Hinsicht an. Denn die Smartwatch ist nicht nur für entsprechende Belastungen durch Staub, Schmutz, Wasser und Stöße gerüstet, sondern bietet eine Fülle an Trainingsfeatures, die über ein einfaches Sport-Tracking hinausgehen.
Die Grit X2 Pro bietet Polar-typisch eine Auswahl aus über 150 verschiedenen Sportprofilen. Auf der Uhr selbst sind dabei aber zeitgleich immer nur maximal 20 Profile verfügbar, die wir über die App aus einer Liste auswählen. Das sorgt für mehr Übersicht, sodass wir nicht umständlich alle Profile auf der Uhr durchscrollen müssen, um zu einer Wunschsportart zu gelangen. Die Auswahl an Profilen lässt derweil praktisch keine Wünsche offen und beinhaltet neben klassischen Ausdauersportarten und Triathlon auch Krafttraining, Ballsportarten, Kampf-, Wasser- und Wintersport sowie einige Exoten, darunter Kricket, Rollerski oder Futsal.
Bei der eigentlichen Trainingsaufzeichnung macht die Grit X2 Pro insgesamt einen guten Job. Der Herzfrequenzsensor funktioniert zuverlässig, wobei sich die Messungen lediglich im niedrigen einstelligen Bereich von denen eines Brustgurts unterscheiden. Leichte Probleme hat die Uhr lediglich bei stark schwankendem Puls, etwa bei HIIT-Einheiten oder beim Krafttraining. Wer hier auf eine möglichst hohe Genauigkeit Wert legt, sollte über die Nutzung eines Brustgurts nachdenken. Die Aufzeichnung der einzelnen Trainingseinheiten ließ ebenfalls nicht zu wünschen übrig. Wir haben die Grit X2 Pro beim Trailrunning, Straßenlaufen, Radfahren, Schwimmen und Kraftsport getestet und jeweils sehr gute Ergebnisse erzielt. Beim Schwimmen zeichnete die Uhr im Gegensatz zur Garmin Fenix 7 auch die zurückgelegten Bahnen korrekt auf.
Die Messung der Herzfrequenz spielt derweil für die zusätzlichen Trainingsfeatures der Grit X2 Pro eine wichtige Rolle. Basierend auf dem eigenen Puls und Daten wie Geschlecht, Alter und Trainingsintensität berechnet ein integrierter Algorithmus die Trainingsbelastung und erhält konkrete Vorschläge für mögliche Trainingseinheiten. Das funktionierte im Test problemlos und deckte sich größtenteils mit unserem subjektiven Belastungsempfinden.
Nette Extras sind in diesem Zusammenhang der sogenannte orthostatische Test und der Bein-Erholungstest. Beide Tests lassen sich direkt über die Uhr starten, wobei erstere basierend auf Puls, HRV und weiteren Daten berechnet, ob das kardiovaskuläre System ausreichend für eine weitere Trainingseinheit erholt ist. Für den Bein-Erholungstest springen wir auf Kommando dreimal aus der Kniebeuge in die Höhe. Damit der Test aussagekräftige Ergebnisse zutage fördert, müssen wir drei Tests innerhalb von 28 Tagen durchführen (ein Test pro Tag). Das Ergebnis gibt dann an, welche Art von Beintraining dem aktuellen Erholungszustand unserer Beine am besten entspricht. Beide Tests haben im Test glaubwürdige Ergebnisse produziert, wir empfanden sie aber eher als nette Gimmicks. Wer ernsthaft trainiert, einem sinnvollen Trainingsplan folgt und auf die eigenen Körpersignale hört, profitiert von den Analysen der Uhr nicht mehr maßgeblich.
Das Herzstück der Grit X2 Pro ist neben dem optischen Pulssensor das Dual-Frequenz-GPS, das eine besonders genaue Positionsbestimmung verspricht. Ergänzend bietet die Uhr vorinstallierte Offline-Karten inklusive topografischer Informationen für Nordamerika und Europa (weitere Karten lassen sich via Polar Flow herunterladen). Allerdings handelt es sich dabei nur um Karten mit allgemeinen Details. Wer auf Trails und Nebenwegen laufen möchte, muss zusätzlich das detaillierte Kartenmaterial installieren – ein unnötiger Umstand.
Apropos Umstand: Die Grit X2 Pro ermöglicht zwar vorgefertigte Routen für die Navigation zu nutzen, allerdings muss man dafür entweder Komoot oder Strava nutzen oder einen GPX-/TCX-Track über den PC auf die Uhr kopieren. Eine Routenplanung über die Polar Flow App, geschweige denn die Uhr selbst, ist nicht möglich. Was ebenfalls fehlt – und wo die Garmin Fenix 7 definitiv die Nase vorn hat – ist aktives Routing. Haben wir uns verlaufen, gibt es keine Möglichkeit, mit der Grit X2 Pro eine alternative Route zum Zielpunkt zu berechnen. Wir können lediglich per Breadcrump-Feature unseren gelaufenen Weg zurück navigieren.
Die Navigation selbst funktioniert in der Praxis aber ordentlich. Zwar versagt das GPS zeitweise im dichten Wald oder bei sehr schlechtem Wetter, aber nennenswerte Abweichungen von der Streckenaufzeichnung konnten wir im Vergleich zur Garmin-Konkurrenz nicht feststellen.
Beim Schlaftracking macht die Polar Grit X2 Pro eine erwartungsgemäß hervorragende Figur. Die Uhr erfasst automatisch unsere Schlafphasen (Leicht-, Tief- und REM-Schlaf) und bewertet anhand deren Dauer die Qualität unseres Schlafs. Wer regelmäßig die entsprechenden Daten aufzeichnet, erhält eine Übersicht, wie sich der Schlaf auf die eigene Energie und Aufmerksamkeit am Tag auswirkt. Dazu misst die Uhr neben der Herzfrequenz auch die nächtliche Hauttemperatur.
In unserem Test lieferte die Polar Grit X2 Pro durchweg zuverlässige Daten. Sie erkannte stets korrekt unseren Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt und zeichnete auch vereinzelte Wachphasen genau auf. Die Aussagen zur Schlafqualität und zur Regeneration deckten sich mit unseren subjektiven Empfindungen, weshalb die Bewertung unseres Schlafs zwar keine professionelle Messung ersetzen, aber zumindest eine gute Orientierung bieten kann.
Ein Blick auf die Zusatzfeatures der Polar Grit X2 Pro offenbart einige Unterschiede im Vergleich zur direkten Konkurrenz in Form der Garmin Fenix 7 Pro. Denn Polar fokussiert sich bei der Smartwatch auf die Navigations- und Sportfunktionen. Ein Bezahlfeature, einen integrierten Musikspeicher oder eine Antwortfunktion für Nachrichten sucht man auf der Grit X2 Pro deshalb vergebens. Auch eine Möglichkeit für Frauen, den eigenen Zyklus zu tracken, gibt es nicht.
Dafür bietet die Uhr zusätzlich zu den zahlreichen, oben bereits beschriebenen Trainingsfeatures, einige spezielle Gesundheitsfunktionen. Neben der Messung von Hauttemperatur und Sauerstoffsättigung im Blut verfügt die Polar Grit X2 Pro über eine EKG-Messfunktion. Mithilfe des optischen Sensors kann man ein Ruhe-EKG aufzeichnen, inklusive durchschnittlicher Herzfrequenz, HFV und RR-Intervallen. Um das EKG auszuführen, müssen wir einen Finger auf die obere linke Bedientaste der Uhr legen. Der integrierte Sensor misst dann für 30 Sekunden unseren Puls in Form eines EKGs. Dieses Feature ersetzt selbstverständlich keine medizinische Messung, kann aber Aufschluss über langfristige Trends und erste Hinweise auf mögliche gesundheitliche Probleme geben. Für detaillierte Analysen lässt sich das EKG-Ergebnis auch als PDF-Datei exportieren.
Polar hat der Grit X2 Pro im Vergleich zum Vorgänger einen deutlich leistungsfähigeren Akku spendiert. Statt 346 mAh liegt dessen Kapazität jetzt bei 488 mAh, wobei die Uhr laut Herstellerangaben im Smartwatch-Modus jetzt bis zu zehn Tage anstatt sechs Tage durchhält. Die Laufzeit im Trainingsmodus bei aktiviertem GPS-Tracking soll bei bis zu 43 Stunden liegen.
Wir haben die Grit X2 Pro bei mittlerer Displayhelligkeit, aktivierten Benachrichtigungen und fünf wöchentlichen Trainingseinheiten mit jeweils anderthalb Stunden Dauer getestet, wobei drei Einheiten inklusive GPS-Tracking aufgezeichnet wurden. Dabei hielt der Akku der Uhr gut sieben Tage durch. Die Polar Grit X2 Pro ist damit der Garmin Fenix 7 Pro (Testbericht) allerdings deutlich unterlegen: In unserem Test brachte es der Akku der Fenix 7 Pro bei 345 mAh auf 15 Tage an Laufzeit.
Polar ruft für die Grit X2 Pro eine unverbindliche Preisempfehlung von 750 Euro auf. Aktuell ist die Sportuhr für knapp 508 Euro zu haben. Meistens liegt sie bei 650 Euro oder mehr.
Die Polar Grit X2 Pro ist eine der besten, vielleicht sogar die beste Sportuhr von Polar. Allerdings ist sie nicht perfekt und zieht im direkten Vergleich mit der Garmin Fenix 7 ziemlich eindeutig den Kürzeren. Das liegt vor allem am Preis-Leistungs-Verhältnis: Denn bei den Zusatzfeatures und der Navigation hat die Garmin-Konkurrenz eindeutig die Nase vorn. Einzig auf ein EKG müssen Garmin-Nutzer verzichten.
Letztlich handelt es sich bei der Polar Grit X2 Pro um eine Uhr, die vieles richtig macht und die als Sportuhr wirklich einwandfrei funktioniert. Trotzdem lässt sie auf der Zielgeraden einige Punkte liegen. Der fehlende Musikspeicher, die umständliche Routenplanung und die im Vergleich zur Fenix 7 eher schwache Akkuleistung sind allesamt Minuspunkte, die sich die Grit X2 Pro bei einem Preis von knapp 650 Euro – 100 Euro mehr, als die Fenix – eigentlich nicht leisten kann.
Ein echtes Argument für die Polar Grit X2 Pro gibt es gemessen am deutlich besseren Preis-Leistungs-Verhältnis der Garmin Fenix 7 Pro also nicht. Polar-Fans bekommen allerdings gewohnte Qualität geboten und können getrost zuschlagen, sobald der Preis für die Grit X2 Pro gefallen ist.
Die Huawei Watch Ultimate 2 ist eine robuste Outdoor-Smartwatch für Taucher mit EKG und Sonar. Bezahlen ist damit jetzt auch möglich.
Die Huawei Watch Ultimate 2 ist eine robuste Outdoor-Smartwatch für Taucher mit EKG und Sonar. Bezahlen ist damit jetzt auch möglich.
Mit der Watch Ultimate 2 bringt Huawei eine Premium-Smartwatch auf den Markt, die für extreme Bedingungen konzipiert ist – robust, elegant und bereit für harte Einsätze. Der Nachfolger der Ultimate richtet sich an Outdoor-Fans und Taucher und kombiniert professionelle Funktionen mit edlem Design.
Optisch erinnert die Uhr an klassische Taucheruhren, technisch ist sie im Prinzip eine Huawei Watch 5 in robuster Ausführung mit einigen Extras. Laut Hersteller ist die Watch Ultimate 2 für Tauchgänge bis 150 Meter Tiefe geeignet – ein außergewöhnlich hoher Wert, selbst im Premiumsegment.
Neben GPS, Fitness-Tracking und Sensoren für Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und EKG bietet die Watch Ultimate 2 auch LTE, WLAN und Zugriff auf Apps über die Huawei Appgallery. Damit positioniert Huawei das Modell im oberen Leistungssegment, wo Smartwatch und Präzisionsinstrument ineinandergreifen.
Wie sich die Premium-Uhr im Alltag und unter Extrembedingungen schlägt, zeigt der Praxistest – über und unter Wasser.
Update: Nach unserem ersten Test der Huawei Watch Ultimate 2 im Oktober 2025 haben wir uns nun die neue grün-weiße Farbvariante ans Handgelenk geschnallt. Das wichtigste Update betrifft aber die mobile Bezahlfunktion: Diese läuft ab sofort über Curve Pay bei allen Modellen – zuverlässig und unkompliziert.
Die Huawei Watch Ultimate 2 wirkt ausgesprochen hochwertig und edel, ist aber auch wuchtig und schwer. An schmalen Handgelenken, insbesondere bei Frauen, erscheint sie schnell zu massiv. Mit der Zeit gewöhnt man sich allerdings an das Format, der Tragekomfort ist zumindest an einem Männerhandgelenk hoch.
Mit ihren Abmessungen von 47,8 × 47,8 × 12,9 mm zählt die Smartwatch zu den größeren Modellen. Das Gewicht von rund 80 Gramm liegt ebenfalls im oberen Bereich und entspricht etwa dem einer Garmin Fenix 8 Solar mit 47 mm Durchmesser. Dafür punktet die Watch Ultimate 2 mit außergewöhnlicher Robustheit.
Das achteckige Gehäuse besteht aus einer aufwendig gefertigten Materialkombination: Flüssigmetall auf Zirkonium-Basis gepaart mit einer Keramiklünette. Diese Kombination verleiht der Ultimate 2 einen markant sportlichen Charakter. Auch das mitgelieferte Fluorelastomer-Armband wirkt hochwertig und trägt sich angenehm. Rechts oben befindet sich die Krone, rechts unten und links oben gibt es zwei weitere Tasten.
Dank des massiven Gehäuses eignet sich die Smartwatch problemlos fürs Tauchen. Die Ultimate 2 ist bis 20 ATM (200 Meter) wasserdicht und nach EN 13319 zum Freitauchen bis 150 Meter zugelassen. Zum Vergleich: Die Apple Watch Ultra 3 ist nur für Tiefen bis 40 Meter spezifiziert.
Huawei bietet die Uhr in drei Varianten an: eine nüchtern wirkende Dunkelgrau-Schwarz-Kombination, eine auffällige zweifarbige Version in Blau-Weiß sowie die neue Ausführung in Grün-Weiß. Die Modelle in Blau-Weiß und Grün-Weiß bieten neben einem Fluorelastomer-Armband zusätzlich ein separates Titanarmband – der Wechsel erfolgt schnell und werkzeuglos.
Die Huawei Watch Ultimate 2 setzt auf ein rundes 1,5-Zoll-OLED-Display mit einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln. Die Darstellung ist gestochen scharf, Farben wirken kräftig und Kontraste sind hervorragend abgestimmt.
Mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 3500 Nits bleibt die Anzeige selbst bei direkter Sonneneinstrahlung klar ablesbar – ideal für Outdoor-Aktivitäten. Der Bildschirm wird von Saphirglas geschützt, das besonders widerstandsfähig gegen Kratzer und Stöße ist. Ein kleiner Kritikpunkt: In dunkler Umgebung, etwa abends auf der Couch, regelt die Automatik die Helligkeit mitunter zu stark herunter. Das erschwert gelegentlich das Ablesen.
Für die Nutzung der Watch Ultimate 2 ist die App Huawei Health erforderlich (ab Android 9 und iOS 13). Unter iOS steht sie regulär im App-Store bereit. Auf Android-Geräten muss sie aufgrund der US-Sanktionen per Sideload (etwa über die Huawei AppGallery) installiert werden. Alternativ findet man sie in den App-Stores von Honor und Samsung.
Die App ist klar strukturiert. Im Bereich „Gesundheit“ erscheinen Messwerte wie Herzfrequenz, Schritte, Schlaf und Trainingsdaten. Unter „Training“ finden sich geführte Programme – darunter spezielle Optionen wie eine Golfplatzkarte für den aktuellen Standort. Der Reiter „Entdecken“ liefert Inhalte zu Wellness und Ernährung. Über „Geräte“ lassen sich Watchfaces laden und Einstellungen zu Benachrichtigungen, Musik oder Offline-Karten anpassen. Ein Huawei-Konto ist zwingend nötig.
Per Druck auf die Krone öffnet sich die App-Übersicht, wahlweise als Raster oder Liste. Ein Doppeldruck zeigt alle aktiven Apps. Die untere Taste ruft ein frei belegbares Schnellstartmenü mit bis zu drei Apps auf, die Taste links oben startet standardmäßig den Tauchmodus. Da der Touchscreen unter Wasser nicht funktioniert, steuert man die Uhr dann ausschließlich über die Tasten und die Krone.
Wie schon die Watch 5 bietet auch die Ultimate 2 den X-Tap-Sensor: Ein Fingertipp mit dem Zeigefinger auf die Sensortaste aktiviert eine Gesundheitsmessung samt EKG und Blutsauerstoff. Ein Wisch nach oben führt zu den Benachrichtigungen. Schade: Auf dem Smartphone bereits gelesene Nachrichten verschwinden auf der Uhr nicht automatisch. Ein Wisch nach unten öffnet das Schnellmenü (WLAN, Bluetooth, Nicht-stören-Modus). Links und rechts vom Startbildschirm liegen übersichtliche Widgets für Wetter, Kalender und Gesundheitsdaten.
Als Sportuhr zeigt sich die Huawei Watch Ultimate 2 ausgesprochen vielseitig. Sie bietet eine Auswahl an zahlreichen Trainingsmodi – von klassischen Ausdauersportarten über Wassersport hin zu spezialisierten Profilen für Golf oder Tauchen. Damit positioniert Huawei das Modell klar im Premiumsegment technikorientierter Multisportuhren. Besonders Hobbytaucher finden in der Ultimate 2 eine interessante Alternative zu herkömmlichen Tauchcomputern.
Bei der Pulsmessung liefert die Watch Ultimate 2 gewohnt präzise Werte. Selbst bei intensivem Intervalltraining – etwa beim Training mit dem Spinning-Bike – wich die Messung im Test nur um zwei bis drei Schläge pro Minute von einem Brustgurt ab. Die schnelle Reaktion auf Belastungswechsel spricht für die hochwertige Sensorelektronik und die präzise Signalverarbeitung.
Gut gefallen hat uns der bereits von der Watch 5 bekannte X-Tap-Sensor, der eine Blutsauerstoffmessung per Fingerkontakt in rund zehn Sekunden ermöglicht. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden arbeitet das Verfahren schneller und präziser. Das kann nützlich sein, wenn man in großer Höhe in den Bergen wandert und schnell den Blutsauerstoffgehalt prüfen will. Zudem lässt sich ein 1-Kanal-EKG aufzeichnen, das laut Huawei auch Hinweise auf Vorhofflimmern erkennen kann.
Überdies erfasst die Smartwatch physiologische Parameter wie arterielle Steifheit, Herzfrequenzvariabilität (HRV) im Schlaf, Hauttemperatur, Stresslevel und Schlafatmung zur möglichen Erkennung von Schlafapnoe.
Die Schlafanalyse unterscheidet zwischen REM-, Tief- und Leichtschlafphasen und zeigte im Test weitgehend stimmige Ergebnisse. Schwächen offenbarte sie allerdings bei der Erkennung von Wachphasen, die weniger zuverlässig wiedergegeben wurden als etwa bei einem Smart Ring von Oura oder Ringconn.
Die Huawei Watch Ultimate 2 bietet eine Zyklusüberwachung, die anhand der gemessenen Hauttemperatur und lernender Algorithmen Veränderungen im Hormonzyklus analysiert. So lassen sich fruchtbare Phasen und Zyklusverläufe präziser vorhersagen – interessant für Frauen, die Gesundheit, Fruchtbarkeit oder Training gezielt steuern möchten.
Die Sensor- und Schnittstellenausstattung lässt kaum Wünsche offen: Beschleunigungssensor, Gyroskop, Kompass, Barometer, Umgebungslicht-, Temperatur- und Tiefensensor sind an Bord. Die Ortung erfolgt hochpräzise über Multiband-GNSS (GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS). Für Konnektivität sorgen LTE per eSIM, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2 LE und NFC.
Telefonieren klappt erstaunlich gut. Mikrofon und Lautsprecher liefern eine klare Sprachqualität, selbst bei Umgebungslärm. Die Verbindung läuft wahlweise über LTE oder per Bluetooth zum Smartphone.
Das App-Angebot bleibt sanktionsbedingt eingeschränkt im Vergleich zu Wear OS oder Watch OS. Dennoch bietet die Huawei Appgallery einige nützliche Tools, darunter Petal Maps zur Navigation direkt auf der Uhr. An die tiefe Systemintegration einer Apple oder Pixel Watch reicht das Ökosystem aber nicht heran.
Für Taucher gibt es ein echtes Highlight: Die Smartwatch kann unter Wasser per Sonar mit anderen Ultimate-2-Uhren kommunizieren. Die Nachrichten werden akustisch über das Wasser übertragen. Man legt vor dem Tauchgang eine Gruppe an und kann dann vorgefertigte (aber anpassbare) Nachrichten und Emojis verschicken. Im Praxistest in einem Indoor-Tauchbecken funktionierte das überraschend gut – ideal, um SOS-Signale abzusetzen oder dem Buddy eine kurze Statusmeldung („Ich brauche Hilfe“, „Hai gesichtet“) zu schicken.
Mobiles Bezahlen: Wie eingangs erwähnt, gab es hier im März 2026 einen wichtigen Wechsel. Quicko wurde für das NFC-Payment durch Curve Pay ersetzt. Die Einrichtung ist denkbar einfach: Curve-App auf Uhr und Smartphone installieren, Identität verifizieren und eine Kreditkarte, Debitkarte oder Paypal hinterlegen. Im Test funktionierte das kontaktlose Bezahlen per Handgelenk reibungslos, auch wenn der Bezahlvorgang etwas länger dauert, als man es von Handys gewohnt ist.
Im Test zeigte die Huawei Watch Ultimate 2 eine überzeugende Akkuleistung: Bei dauerhaftem Tragen und rund einer Stunde Training pro Tag hielt sie viereinhalb bis fünf Tage durch. Damit liegt sie deutlich vor vielen aktuellen Wehr-OS-Uhren und auch vor der Apple Watch. Im Energiesparmodus, der einige Konnektivitätsfunktionen deaktiviert, soll laut Huawei sogar bis zu zehn Tage Laufzeit möglich sein.
Preislich begibt sich Huawei mit der Watch Ultimate 2 ebenfalls in Premium-Sphären einer Garmin Fenix 8. Die UVP für das schwarze Modell liegt bei 899 Euro, die blau-weiße Variante kostet 999 Euro.
Mittlerweile bekommt man das Modell in Schwarz ab 719 Euro. Das blau-weiße Modell startet mit dem gleichen Code bei 810 Euro. Die neue Ausführung in Grün-Weiß liegt mit 899 Euro auf UVP-Niveau.
Die Huawei Watch Ultimate 2 ist eine Sportuhr für extreme Bedingungen – tauchfest bis 150 Meter, inklusive Sonar-Nachrichtenfunktion unter Wasser. Auch an Land überzeugt sie mit strahlend hellem Display, präziser Ortung und umfangreichen Gesundheitsfunktionen. Der X-Tap-Sensor misst per Fingertipp den Blutsauerstoff, dazu kommen EKG, Erkennung arterieller Steifheit und HRV-Messung im Schlaf. Dank LTE, eSIM und Curve Pay funktioniert sie auch ohne Smartphone – inklusive mobilem Bezahlen.
Die Uhr ist allerdings recht groß und für schmale Handgelenke weniger geeignet. Die Akkulaufzeit von bis zu fünf Tagen schlägt eine Apple Watch Ultra, reicht aber nicht an Garmin oder Huaweis GT-Serie heran. Auch die App-Auswahl in der Huawei Appgallery fällt kleiner aus. Die dazugehörige App für das Smartphone ist bei Android nur über Umwege zu beziehen. Wer Robustheit und smarte Funktionen kombinieren will, bekommt ein starkes Paket – besonders für Hobbytaucher eine echte Alternative zum Tauchcomputer.
Unsere Kollegen haben die Uhr ebenfalls getestet. Mehr im Plus-Aritkel: Smartwatch Huawei Watch Ultimate 2 für Sportler im Test.
Die Garmin Venu geht als erschwingliche Sportuhr in die dritte Runde, kostet aber mehr als das Vorgängermodell. Rechtfertigen die Features den Preis?
Die Garmin Venu geht als erschwingliche Sportuhr in die dritte Runde, kostet aber mehr als das Vorgängermodell. Rechtfertigen die Features den Preis?
Garmin spendiert eine Neuauflage der beliebten Venu 2 (Testbericht). Mit der Garmin Venu 3 möchte der Hersteller explizit Hobby-Athleten ansprechen, die neben Trainingseinheiten im Alltag vor allem auch ihre Gesundheit überwachen und auf nützliche smarte Features nicht verzichten wollen. Wir haben das Modell im Test gründlich unter die Lupe genommen und zeigen in diesem Test, ob die Venu 3 ihr Geld wert ist.
Update: Wir haben die Garmin Venu 3 erstmalig im November 2023 getestet. Garmin hat zum 15. Januar 2025 die EKG-Funktion der Uhr für die Europäische Union per App-Update freigeschaltet. Deswegen haben wir uns die Venu 3 nochmals abgesehen und den Test aktualisiert.
Wie schon bei der Venu 2 setzt Garmin auch bei der Venu 3 auf ein betont schlichtes und elegantes Design. Die Smartwatch soll weniger als wuchtige Outdoor-Uhr, sondern vielmehr als schickes Business-Accessoire daherkommen. Dementsprechend schlank und unauffällig ist das Gehäuse gestaltet, wobei die drei Bedienknöpfe der Uhr kaum aus der Lünette hervorstehen und damit praktisch unsichtbar bleiben. Garmin bietet die Uhr mit zwei unterschiedlichen Gehäusegrößen (Venu 3S: 41 mm und Venu 3: 45 mm) an, sodass die Venu 3 sowohl als schmalen als auch kräftigen Handgelenken gut zur Geltung kommt.
Bei der Bedienbarkeit haben wir nichts zu meckern, denn hier liefert Garmin gewohnte Qualität ab. Wie schon beim Vorgänger setzt der Hersteller auf das robuste Gorilla Glass 3 für das AMOLED-Display, das auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar bleibt. Wer möchte, kann das Display wahlweise auf Always-on einstellen, was dann aber – ähnlich wie die anpassbare Helligkeitsstufe – zulasten der Akkulaufzeit geht. Die Bedientasten sind stets gut erreichbar und wer sich mit Garmin-Uhren auskennt, findet sich mit deren Funktionsweise schnell zurecht, auch wenn die Venu 3 über eine zusätzliche Taste im Vergleich zur Venu 2 verfügt.
Zur App und der Einrichtung der Venu 3 müssen wir an dieser Stelle wohl nicht mehr allzu viele Worte verlieren, denn hier bleibt Garmin dem eigenen Standard treu. Wir installieren die App Garmin Connect auf dem Smartphone und verbinden via Bluetooth die Venu 3 mit der App. Das Ganze dauert nur wenige Minuten.
Anschließend erklärt uns die App die Bedienung der Uhr und führt uns durch die Einrichtung der wichtigsten Features. Diese Einrichtung lässt sich auf Wunsch aber auch überspringen und zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Die App selbst bereitet dann alle von der Uhr aufgezeichneten Daten zur Aktivität, zum Training, zur Gesundheit und zum Schlaf in gesonderten Menüs auf. Welche Menüs die App auf der Startseite anzeigen soll, können wir dabei selbst bestimmen. Ein Klick auf die jeweilige Kachel öffnet dann eine Detailansicht der jeweiligen Daten.
Die Venu 3 misst sowohl Gesundheits- als auch Aktivitätsdaten. Dazu zählen neben Standards wie Schritten, Kalorienverbrauch und hochgestiegenen Stockwerken auch eine Analyse des Stresslevels, der Herzfrequenzvariabilität, der Atmung und der Blutsauerstoffsättigung im Blut. Alle diese Werte sind standardmäßig bei Garmin-Uhren in den Messdaten enthalten und werden erwartungsgemäß zuverlässig aufgezeichnet. Zusätzlich haben Nutzer die Möglichkeit, einen Health Snapshot zu erstellen. Auch dieses Feature kennen wir bereits von anderen Garmin-Modellen: Innerhalb von zwei Minuten zeichnet die Uhr verschiedene Gesundheitsstatistiken auf, die wir dann als Bericht mit unserem Arzt teilen können.
Ergänzend dazu bietet die Venu 3 weitere Garmin-typische Features wie Atemübungsaktivitäten und geführte Meditationen. Letztere gibt es in drei geführten Varianten. Zusätzlich können wir benutzerdefinierte Meditationen erstellen. Bei den geführten Meditationen sind neben einer Stretching-Variante auch Fokus- und Mantra-Meditationen enthalten. Alle geführten Meditationen stehen aber nur in englischer Sprache zur Verfügung. Zudem empfanden wir die Stimme als eher wenig entspannend, aber das ist Geschmackssache. Unser Fazit: Die Meditations-App der Venu 3 ist maximal ein nettes Gimmick. Mit Marktführern wie Headspace kann sie aber auf keinen Fall mithalten.
Eine Besonderheit der Venu 3 ist in Bezug auf die Gesundheitsüberwachung noch der Jetlag-Ratgeber. Dieses Feature beinhaltet konkrete Empfehlungen, wie wir Schlaf und Aktivität anpassen sollten, um die Auswirkungen eines Jetlags zu minimieren. In Ermangelung einer entsprechenden Fernreise konnten wir diese Funktion im Test allerdings nicht ausprobieren.
Auch wenn die Venu 3 keine reine Sportuhr sein soll oder will, verfügt sie dennoch über eine solide Auswahl an nützlichen Trainings-Features. Insgesamt können wir aus über 30 verschiedenen Sportprofilen wählen, um Trainingseinheiten aufzuzeichnen. Neben Standards wie Gehen, Laufen, Radfahren und Schwimmen gibt es auch Apps für Kraftsport sowie – ganz neu – für Rollstuhlfahrer. Letztere kommen in den Genuss spezieller Trainingspläne. Außerdem zeichnet die Uhr die mit den Armen ausgeführten Vorwärtsschübe auf, mit denen Rollstuhlfahrer ihr Gefährt voranbewegen.
Einen gewohnt guten Eindruck macht das GPS-Tracking der Venu 3. Hier bekommen wir die bekannte Garmin-Qualität geboten, wobei die Smartwatch neben GPS auch Glonass und Galileo unterstützt. Ein Barometer und ein Kompass sind ebenfalls verfügbar. In unserem Test funktionierte das GPS-Tracking zuverlässig und genau, sodass wir unsere Laufeinheiten und Wanderungen ohne Probleme aufzeichnen konnten. Ein kleines Manko: Auf eine Navigation per Karte müssen wir trotz GPS im Fall der Venu 3 leider verzichten.
Garmin setzt bei der Messung der Herzfrequenz auf den bekannten optischen Elevate-Sensor. Der Hersteller nutzt dabei spezielle Algorithmen, um Messungenauigkeiten durch Schweiß, Vibrationen, Temperatureinflüsse und Bewegungen herauszufiltern. Wie gut dieses System mittlerweile arbeitet, bewies die Venu 3 in unserem Test: Denn die Messung der Herzfrequenz förderte fast durchweg genaue Werte zutage. Selbst beim Krafttraining, wo optische Sensoren mit einer schwankenden Pulsrate häufig schlecht zurechtkommen, lieferte die Smartwatch von Garmin brauchbare Ergebnisse, wenn auch mit Messungenauigkeiten im niedrigen einstelligen Bereich (Vergleichswert: Brustgurt).
Ansonsten erwarten Käufer der Venu 3 in Hinblick auf die Trainingsaufzeichnung die aktuellen Standardfunktionen von Garmin. Läufer können wieder auf den Garmin-Coach und Pläne für 5K, 10K und Halbmarathon zurückgreifen, während Kraftsportler und Fitness-Fans sich von animierten Workouts auf dem Display der Uhr anleiten lassen können. All das funktionierte in unserem Test intuitiv und problemlos.
Ausdauersportler profitieren schließlich von der Berechnung der eigenen VO2-Max-Werte und können eigene Intervalle für Laufen und Radfahren erstellen. Bei der Programmierung eines Intervalltrainings bietet die Venu 3 diverse Auswahlmöglichkeiten wie Länge, Pausenzeit und Wiederholungszahl. Wer möchte, kann über die sogenannten „offenen Intervalle“ per Druck auf die Rundentaste das Ende eines Intervalls selbst bestimmen. Ein Warm-up ist auf Wunsch bei beiden Varianten möglich.
Neben den verschiedenen Funktionen zur Gesundheitsüberwachung und dem Tracking der körperlichen Aktivität bietet die Venu 3 auch eine umfangreiche Aufzeichnung der Schlafdaten inklusive dedizierter Coachings. Die Uhr misst die einzelnen Schlafphasen sowie den Puls, Blutsauerstoff und die Atmung. Auf Basis dieser Daten erhalten Nutzer einen Sleep Score und die sogenannte Body Battery, die den aktuellen körperlichen Energielevel angeben. Der Energielevel berücksichtigt auch den Stress und körperliche Aktivität, die wir tagsüber registrieren.
Ferner informiert uns ein Schlaf-Coach darüber, wie wir unseren Schlaf verbessern können. Dabei nimmt der Algorithmus der Venu 3 konkrete Empfehlungen zur Schlafdauer der bevorstehenden Nacht vor und gibt an, wie groß unser aktuelles Schlafbedürfnis ausfällt. Auch wenn die Messungen nicht mit den Datenerhebungen eines echten Schlaflabors mithalten können, so geben sie dennoch hinreichend Auskunft über die eigene Schlafhygiene und können dabei helfen, langfristige Probleme mit der Nachtruhe zu identifizieren. Die Messungen entsprachen im Test auch größtenteils unserem subjektiven Empfinden.
Bei der Benachrichtigungsfunktion und den Zusatzfeatures erwarten uns keine großen Überraschungen, wenngleich die Venu 3 gegenüber dem Vorgängermodell eine wesentliche Neuerung besitzt: Wir können über die Venu 3 nämlich Anrufe entgegennehmen und starten. Die Uhr verfügt über ein integriertes Mikrofon, sodass wir unterwegs telefonieren können, ohne das Smartphone aus der Tasche holen zu müssen. Eine Stummschaltfunktion für das Mikrofon gibt es ebenfalls. Ein weiterer Vorteil: Wir können mithilfe des Mikrofons auch auf den Sprachassistenten unseres Smartphones zugreifen und Nachrichten (SMS, Whatsapp) beantworten.
Ein Pluspunkt, den auch die Venu 2 zu bieten hatte, ist der integrierte Musikspeicher sowie die Kompatibilität der Venu 3 mit Musikapps wie Deezer, Spotify oder Amazon Music. Wer möchte, kann nämlich vorgefertigte Playlists direkt aus der App auf die Uhr herunterladen. Damit braucht es dann kein Smartphone mehr, wenn man unterwegs Musik hören möchte.
Andere Garmin-typische Features wie eine Notfallbenachrichtigung im Fall eines Unfalls, Garmin Pay und Support für Sprachassistenten sind ebenfalls an Bord und funktionierten in unserem Test tadellos.
In der Garmin Venu 3 ist zudem Sensorik verbaut, um ein 1-Kanal-EKG aufzuzeichnen. Die Funktion ist in den USA schon länger verfügbar. Seit Mitte Januar 2025 steht das Feature nun auch in der EU zur Verfügung. Das Elektrokardiogramm ist laut Garmin nur für Personen ab 22 Jahren geeignet und kann häufige Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern erkennen. Bei Verdacht auf Vorhofflimmern sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Für die Nutzung müssen die Smartwatch-Firmware und die Garmin Connect App auf die neueste Version aktualisiert werden. Anschließend steht das EKG als App auf der Uhr bereit. Diese startet man und muss dann das Gehäuse mit zwei Fingern berühren. Die Venu 3 führt dann die Messung mittels Elektrokardiogramm durch und stellt die Auswertung davon in der Connect-App bereit.
Neben der zusätzlichen Taste, den erweiterten Trackingfeatures und der Telefoniefunktion hat Garmin gegenüber der Venu 2 vor allem am Akku der Venu 3 geschraubt. Denn wo die Venu 2 es noch auf bis zu 10 Tage im Smartwatch-Modus und bis zu 19 Stunden im GPS-Modus brachte, hält die Venu 3 bis zu 14 Tage im Smartwatch-Modus oder bis zu 26 Stunden mit GPS. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorgängermodell, die sich sehen lassen kann. Im Alltag realistischer ist jedoch eine Laufzeit von rund 5 Tagen.
Wenn wir nun etwas an der Venu 3 zu bemängeln haben, dann ist es wohl der Preis. Die Venu 3 hat eine UVP von 499 Euro. Das beste Angebot liegt derzeit bei nur 339 Euro bei Ebay (Code: POWEREBAY10E). Die kleinere Venu 3S startet bei 350 Euro.
Die Garmin Venu 3 richtet sich wie schon das Vorgängermodell an eine Nutzergruppe, die geschäftlich oft unterwegs ist und Wert auf smarte Funktionen legt. Als dedizierte Uhr für sehr aktive Sportler ist die Venu 3 weniger gedacht, aber das ist auch nicht die Zielsetzung der Smartwatch. Seit Januar 2025 gibt es in Europa endlich auch die EKG-Funktion.
Für das, was Garmin mit der Venu 3 anbieten will, nämlich eine hervorragende Armbanduhr, die mit smarten Features und einem eleganten Design überzeugt sowie nebenbei noch für Trainingseinheiten und zur Gesundheitsüberwachung taugt, macht der Hersteller einen hervorragenden Job. Zudem hat Garmin die Venu 3 gegenüber dem Vorgängermodell in diverser Hinsicht verbessert und erweitert, sodass sich auch für Besitzer der Venu 2 ein Kauf lohnen kann.
Die Venu 3 punktet mit vielen sinnvollen Funktionen, einer guten Gesundheitsüberwachung, soliden Trainingsoptionen und einem eleganten Design. Lediglich der Preis schmälert den sehr positiven Gesamteindruck, ist aber in Anbetracht von Musikspeicher, GPS, Akkulaufzeit und Sprechfunktion noch verschmerzbar.
Mit robustem Design und Freisprech-Funktion richtet sich die Rogbid Tank S3 Pro an preisbewusste Outdoor-Enthusiasten. Der Test zeigt, ob die Uhr das Geld wert ist.
Mit robustem Design und Freisprech-Funktion richtet sich die Rogbid Tank S3 Pro an preisbewusste Outdoor-Enthusiasten. Der Test zeigt, ob die Uhr das Geld wert ist.
Der chinesische Hersteller Rogbid ist bekannt für besonders günstige Smartwatches, deren Qualität nicht immer überzeugt. Jetzt wagt das Unternehmen mit der Tank S3 Pro aber einen neuen Anlauf im Segment für Outdoor-Uhren. Das Modell soll besonders widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen sein und kombiniert ein recht großes 2,02-Zoll-Touch-Display mit integriertem Mikrofon und Lautsprecher für Freisprech-Telefonie. Ansonsten verspricht der Hersteller eine Akkulaufzeit von bis zu 20 Stunden.
Im Test wurde die Uhr im Detail unter die Lupe genommen und jede Funktion auf Herz und Nieren geprüft. Dabei klärt sich die Frage, ob – und wenn ja, für wen – sich die Investition von knapp 25 Euro für die Rogbid Tank S3 Pro lohnt.
Auch wenn Rogbid in der Vergangenheit immer mal wieder durch Kopien von Smartwatches anderer Hersteller aufgefallen ist, verfolgt das chinesische Unternehmen bei der Tank S3 Pro ein eigenes Design-Konzept. Der Fokus liegt dabei klar auf einer Optik, die die von Rogbid angepriesene Widerstandsfähigkeit der Uhr unterstreichen soll: Die Tank S3 Pro verfügt nämlich nicht nur über ein ungewöhnlich großes 2,02-Zoll-Display, sondern auch ein eckiges und sehr klobiges Gehäuse. Die drehbare, silbrige Krone an der Außenseite und das schwarze Silikonarmband – inklusive Metallschließe – ergänzen das militärisch anmutende Äußere der Uhr.
Wegen der Größe der Rogbid Tank S3 Pro eignet sie sich vorwiegend für Herren, weil sie an schmalen Handgelenken einfach zu wuchtig wirkt. Die Verarbeitung der Smartwatch macht insgesamt aber einen guten Eindruck: Entsprechend der MIL-STD-810H- und IP69-Zertifizierung übersteht die Uhr problemlos Stürze aus zwei Metern Höhe auf Steinboden und hält einem Wasserdruck von 5 ATM stand. Mit der Tank S3 Pro zu schwimmen oder duschen ist kein Problem.
Die Smartwatch verfügt über ein farbiges Touch-Display, das neben der drehbaren Krone auch über entsprechende Wischgesten bedienbar ist. Eine Always-on-Funktion ist nicht vorhanden, dafür immerhin eine stufenlose Helligkeitsregelung. Ein Pluspunkt: Selbst bei mittlerer Helligkeit ist das Display auch unter direkter Sonneneinstrahlung ablesbar.
Die Bedienung der Rogbid Tank S3 Pro funktioniert über eine Gestensteuerung auf dem Touch-Display in Kombination mit einer dreh- und drückbaren Krone. Beides läuft zufriedenstellend, auch wenn die Anzeige beim Scrollen manchmal leicht ruckelt. Was im Test stört, ist die fehlende Bewegungserkennung: Das Display schaltet sich nicht automatisch ein, wenn man den Arm hebt. Stattdessen ist man gezwungen, immer erst die Krone zu drücken, damit die Anzeige erscheint. Ansonsten macht die Uhr bei der Bedienung aber einen guten Eindruck. Die Eingaben erkennt das Gerät – auch mit leicht feuchten Fingern – zuverlässig, ferner gefallen die angenehm übersichtlichen Menüs und die Schnellauswahl bei den Trainingsprofilen.
Um die Rogbid Tank S3 Pro mit dem Smartphone zu verbinden, benötigt man die App Da Fit. Diese gibt es kostenlos in den gängigen App-Stores. Nach der Installation trägt man persönliche Daten wie Alter, Gewicht, Körpergröße, Geschlecht und Schrittlänge ein. Anschließend koppelt man die Uhr via Bluetooth an die App. Eine Verbindung mit Google Fit und Strava ist ebenfalls möglich.
Die App ist übersichtlich aufgebaut und zeigt direkt auf einen Blick mit verschiedenen Tabellen die wichtigsten Daten wie Herzfrequenz, Blutdruck, Blutsauerstoff, Schritte, Menstruationszyklus, Stress und Körpergewicht. Außerdem gibt es eine optionale Trinkerinnerung. Wer möchte, wählt in der App auch verschiedene Trainingseinheiten im Bereich Fitness aus. Dabei stehen sowohl Tabata-Übungen als auch Hantel-Training in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zur Auswahl. Ebenso gibt es angeleitetes Meditationstraining. Beides funktioniert aber nur in der App, die Uhr zeigt es nicht ohne diese an.
Was sowohl in der App als auch bei Nutzung der Tank S3 Pro negativ aufgefallen ist, sind die zahlreichen Übersetzungsfehler. Das Optionsmenü heißt auf der Uhr beispielsweise „RAHMEN“, Fitnesstraining wird als „Ausbildung“ bezeichnet und Einsteiger-Bauchtraining trägt den Titel „Einführung in die Kernklassiker“. Teilweise stimmt auch die Trennung der einzelnen Wörter nicht. Das ist ärgerlich und unnötig, aber immerhin weiß man trotzdem, was gemeint ist. Dadurch wird die Nutzung der Uhr nicht allzu stark beeinträchtigt.
Demgegenüber ist der nicht vorhandene Tragekomfort der Rogbid-Smartwatch deutlich störender. Durch das klobige Design drückt die Uhr des Öfteren am Handgelenk oder fühlt sich generell unbequem an. Das macht sich primär beim Arbeiten am PC oder beim Schlafen bemerkbar, weshalb die Tank S3 Pro im Test immer mal wieder abgelegt wurde.
Rogbid bleibt bei der Tank S3 Pro dem Trend chinesischer Smartwatches treu und überschüttet Nutzer mit Aktivitäts- und Trainingsprofilen. Für fast jede erdenkliche Sportart gibt es ein eigenes Profil, unterteilt in verschiedene Kategorien. Dabei können wir eigene Favoriten festlegen, um nicht jedes Mal durch die komplette Liste scrollen zu müssen. Wer sich jetzt aber einen echten Vorteil durch die vielen Profile erhofft, wird enttäuscht. Denn abgesehen von den Ausdauersportarten wie Laufen, Gehen und Radfahren zeigt die Smartwatch außerhalb von Puls und Kalorien keine weiteren Daten an. Eine Möglichkeit, beispielsweise beim Krafttraining oder Seilspringen die Wiederholungen zu zählen oder beim Schwimmen die zurückgelegten Bahnen anzuzeigen, fehlt komplett. Die meisten Trainingsprofile sind damit überflüssig.
Aber wie sieht es bei den klassischen Ausdauersportarten aus? Weil die Rogbid Tank S3 Pro über kein eigenes GPS-Modul verfügt, muss das Smartphone gekoppelt sein, wenn man zurückgelegte Strecken messen möchte. Zwar zeichnet die Uhr auch ohne GPS die Kilometer auf, aber der gemessene Wert ist ziemlich ungenau: Bei einer Laufstrecke von rund 13 km gab die Smartwatch am Ende 15 km aus. Die Kalorienangaben sind sehr konservativ und weichen bei selbiger Laufeinheit im Vergleich zum Kontrollgerät (Garmin Fenix 7) um etwa 350 kcal ab.
Besser funktioniert hingegen die Pulsmessung: Bei gleichbleibender Belastung im Grundlagenausdauerbereich misst die Uhr im Test einen ähnlichen Wert wie das Kontrollgerät, wobei die Abweichungen hier im unteren einstelligen Bereich liegen. Schwieriger wird es dann aber bei Belastungen mit stark schwankendem Puls, wie Krafttraining. Hier kommt der Sensor nicht hinterher und spuckt Werte aus, die sich um bis zu 30 Schläge von der Messung mit einem Brustgurt unterscheiden.
Eine nette Ergänzung sind dann aber noch die Trainingspläne, die Rogbid über die Da-Fit-App zur Verfügung stellt. Hier wählt man aus verschiedenen Fitnessprogrammen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Zeitlimits aus. Die empfohlenen Übungen sind brauchbar aufeinander abgestimmt, und wer über die teils kruden Übersetzungen hinwegsehen kann, bekommt dank der integrierten Videos eine solide Fitnessanleitung. Leider muss man für die Übungen wieder auf die App zurückgreifen, da die Smartwatch diese nicht anzeigt.
Ähnlich wie beim Aktivitätstracking sollte man auch bei der Aufzeichnung von Schlafdaten im Fall der Rogbid Tank S3 Pro keine Wunderwerke erwarten. Auf dem Papier misst die Uhr neben dem Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt auch den Puls sowie die Blutsauerstoffsättigung. Basierend darauf berechnet sie dann die einzelnen Schlafphasen. Wirklich zuverlässig sind die Ergebnisse aber nicht: Als die Uhr mal eine Nacht nicht getragen wurde, gab sie trotzdem eine Messung aus, die aus mehr als 14 Stunden Schlaf mit gut sechs Stunden REM-Phase bestand. Das Ergebnis bewertete die App dann mit 82 von 100 Punkten.
Aber auch bei echtem Schlaf fallen die Ergebnisse der Uhr wenig glaubhaft aus. Abgesehen davon, dass die Berechnung der Schlafphasen deutlich vom Kontrollgerät (Garmin Fenix 7) abweicht, stimmt auch die Angabe vom Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt nicht mit der Realität überein. Die Abweichungen liegen im Bereich von circa 30 bis 60 Minuten, was das Tracking insgesamt unbrauchbar macht.
Frauen haben die Möglichkeit, über die App ihre Zyklusdaten einzugeben und anhand dessen dann eine Vorhersage für den Beginn der nächsten Periode sowie den voraussichtlichen Termin für den Eisprung zu erhalten. Aber auch das ist nicht wirklich ein lohnenswertes Feature. Die Berechnungen basieren einzig auf den Daten, die man zu Beginn in der App eingibt. Außerdem kann man keinerlei zusätzliche Daten wie Körpertemperatur oder Symptome eingeben. Damit ist diese Funktion nutzlos.
Die Rogbid Tank S3 Pro verfügt abgesehen von der Freisprech-Funktion über keine nennenswerten Zusatzfeatures. Es gibt weder eine Bezahlfunktion noch einen integrierten Musikspeicher. Zum Telefonieren (eine Verbindung zum Smartphone vorausgesetzt) eignet sich die Uhr aber recht gut. Einen Anruf tätigt man direkt über die Uhr und auch eingehende Telefonate nimmt man über diese an. Das integrierte Mikrofon und der eingebaute Lautsprecher der Smartwatch machen einen ordentlichen, doch nicht überragenden Job – der Speaker könnte gern etwas lauter sein. Für einfache Gespräche reicht die Funktion dennoch.
Laut Herstellerangaben ist in der Rogbid Tank S3 Pro ein Akku mit einer Kapazität von 710 mAh verbaut, der bis zu 20 Tage durchhalten soll. Die Laufzeit variiert je nach Nutzungsszenario und eingestellter Display-Helligkeit, aber im Test schaffte die Smartwatch immerhin solide 14 Tage bei drei eineinhalbstündigen Sporteinheiten pro Woche.
Der Preis für die Rogbid Tank S3 Pro liegt laut unverbindlicher Preisempfehlung des Herstellers bei 50 US-Dollar. Bei Banggood bekommt man die Uhr bereits für weniger als 25 Euro. Damit gehört die Smartwatch zu den günstigsten Outdoor-Modellen am Markt. Bei Amazon kostet sie rund 64 Euro (15-Euro-Coupon anwählen).
Weitere Alternativen zeigen wir aus unserem Preisgleich:
Ob die Rogbid Tank S3 Pro ihr Geld wert ist, hängt stark von den persönlichen Vorlieben ab. Denn die Smartwatch kann eigentlich nichts wirklich richtig gut, von der langen Akkulaufzeit abgesehen.
Möchte man hauptsächlich die Schritte aufzeichnen und die Uhr für Benachrichtigungen nutzen, kann man getrost die aufgerufenen 20 bis 30 Euro für die Tank S3 Pro ausgeben. Wer ein Wearable für sportliche Aktivitäten sucht, sollte dafür aber mehr Geld in die Hand nehmen und über den Kauf einer Smartwatch von Garmin oder Polar nachdenken. Alternativ bieten sich die diversen Fitnesstracker von Huawei und Honor an, die mit Preisen von unter 50 Euro in der Regel ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Die Suunto Race will Ausdauersportler perfekt auf Wettkämpfe vorbereiten. Wir klären im Test, ob die Rechnung des finnischen Unternehmens aufgeht.
Die Suunto Race will Ausdauersportler perfekt auf Wettkämpfe vorbereiten. Wir klären im Test, ob die Rechnung des finnischen Unternehmens aufgeht.
Mit der Suunto Race hat Hersteller Suunto eine neue smarte Sportuhr auf den Markt gebracht, die sich speziell an Ausdauersportler und Triathleten richtet. Das Modell steht damit unter anderem in Konkurrenz zur Polar Vantage V3 und Garmin Forerunner 965. Neben umfangreichen Wettkampffunktionen besitzt die Suunto Race eine integrierte Navigation sowie einen leistungsfähigen Akku. Wir haben uns die High-End-Uhr im Test genauer angeschaut und geprüft, für wen sich der Kauf lohnt.
Wer schon einmal eine Suunto-Uhr in der Hand hatte, erlebt beim Design und der Bedienbarkeit der Suunto Race keine nennenswerten Überraschungen. Die Smartwatch kommt ziemlich groß und wuchtig daher, was unter anderem an dem recht dicken Gehäuse und der großen drehbaren Krone an der Lünette liegt. Neben der Krone gibt es zwei weitere Bedienknöpfe, wie man sie auch von anderen Suunto-Uhren kennt. Die Lünette besteht aus gebürstetem Edelstahl und das Gehäuse aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Ein Silikonarmband mit Plastikschließe liegt dem Lieferumfang bei.
Die Suunto Race wirkt robust verarbeitet, allerdings machen Gehäuse und Armband im Vergleich zur Polar Vantage V3 (Testbericht) und der Garmin Forerunner 965 (Testbericht) einen weniger wertigen Eindruck. Dabei muss man der Suunto Race aber auch zugestehen, dass sie im Vergleich zu den beiden Konkurrenzmodellen teilweise günstiger zu haben ist.
Die Bedienung der Suunto Race erfolgt über die drei Tasten an der rechten Gehäuseseite sowie den integrierten Touchscreen. Wer möchte, kann während des Trainings eine Tastensperre aktivieren, was bei längeren, intensiven Einheiten ein praktisches Feature ist. In unserem Test funktionierte die Steuerung der Uhr mithilfe der Tasten und des Touch-Displays durchweg problemlos. Unsere Eingaben wurden stets gut erkannt, allerdings kam es teilweise zu leichten Rucklern beim Scrollen durch die Menüs.
Die drehbare Krone erlaubt die Navigation in den verschiedenen Anzeigen der Uhr, was insbesondere dann von Vorteil ist, wenn man den Touchscreen nicht gut bedienen kann (etwa, weil man Handschuhe trägt oder nasse Hände hat). Das AMOLED-Display bietet eine hervorragende Helligkeit und lässt sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesen.
Bevor wir die Suunto Race nutzen können, müssen wir – wie bei den meisten smarten Sportuhren üblich – auf unserem Smartphone die zugehörige App installieren. Nachdem wir ein Konto bei der App eingerichtet und unsere Nutzerdaten angegeben haben, können wir die Uhr via Bluetooth an unser Smartphone koppeln. Der ganze Vorgang dauert nur wenige Minuten. Anschließend installiert die App das aktuelle Update für die Suunto Race, was im Gegensatz zur Kopplung und Ersteinrichtung einige Zeit in Anspruch nimmt.
Die App bietet eine Übersicht vergangener Aktivitäts- und Gesundheitsdaten. Die Startseite beinhaltet eine Zusammenfassung der vergangenen Trainingseinheiten sowie zu Aktivitäten anderer Suunto-Nutzer, denen wir folgen. Außerdem verfügt die App über einen Kalender und ein Navigationsmenü. Das Herzstück ist aber die sogenannte Training Zone, in der wir unterschiedliche Reiter mit Informationen zu Trainingseinheiten, Aktivität, Schlaf, Erholung und Trainingsfortschritt finden. Die Angaben in den einzelnen Untermenüs sind sehr detailliert aufgearbeitet, erfordern aber ein wenig Einarbeitung, bis man alle Details versteht.
In Hinblick auf das Aktivitätstracking bietet die Suunto Race die absoluten Standard-Features wie eine Messung der zurückgelegten Schritte, der Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität und des Kalorienverbrauchs. Der Schrittzähler funktionierte in unserem Test zuverlässig und ohne nennenswerte Abweichungen zu unserer manuellen Zählung. Nutzer können in der App bestimmte Aktivitätsziele für Schritte und Kalorien festlegen, um sich bei Erreichen dieser Ziele von der Suunto Race informieren zu lassen.
Ein zentrales Feature der Sportuhr ist neben den zahlreichen Trainings- und Wettkampffunktionen, auf die wir später noch genauer eingehen, die Navigation. Beschäftigt man sich ein wenig mit der Geschichte von Suunto, erfährt man, dass das finnische Unternehmen sich unter anderem als Kompass-Hersteller einen Namen machte. Dass die Suunto Race über ein eingebautes Navigationsfeature verfügt, überrascht also wenig. Aber wie gut ist die Wegfindung der Smartwatch?
Bevor wir diese Frage beantworten können, müssen wir zunächst die Kartenbibliothek aktualisieren. In der Suunto-App können wir einzelne Regionen auswählen oder direkt ein Kartenpaket für ganz Deutschland herunterladen. Andere Länder sind in einer alphabetisch geordneten Liste verfügbar. Haben wir eine Karte für den Download ausgewählt, verbinden wir die Uhr mit einem Drahtlosnetzwerk und schließen sie an das Ladekabel an. Der Download beginnt dann automatisch, dauert aber eine ganze Zeit, je nach Größe des Datenpakets bis zu 50 Minuten. Danach müssen wir noch den Kompass kalibrieren, was aber nur wenige Sekunden dauert.
Haben wir die Navigation schließlich eingerichtet, können wir über das Display der Uhr eine Karte aufrufen, die unseren Standort anzeigt. Das GPS ist dabei sehr genau und lieferte in unserem Test gute Ergebnisse. Neben einer Peilungsnavigation, die wir direkt über die Uhr starten können, haben wir die Möglichkeit, in der App konkrete Routen anzulegen oder Points of Interest zu markieren. Das Anlegen einer Route geht einfach von der Hand und funktioniert ähnlich wie bei Google Maps oder Komoot. Routen lassen sich auch nachträglich bearbeiten oder mit anderen Nutzern teilen. Haben wir der Route einen Namen gegeben und sie gespeichert, können wir sie über das Navigationsmenü auf der Uhr auswählen.
Anders als bei der Polar Vantage V3 (Testbericht) haben wir bei der Suunto Race die Möglichkeit, eine erstellte Route für eine Trainingseinheit zu nutzen oder ausschließlich für die Navigation zu verwenden. Außerdem können wir flexibel in der Karte zoomen und Richtungsanweisungen aktivieren. Das Navigationsfeature zeigt dabei ganz deutlich, dass Suunto sein Handwerk versteht: Die Wegfindung funktioniert nämlich hervorragend und lässt keine Wünsche offen.
Die Aufzeichnung und Bewertung des sportlichen Trainings gehört zu den Herzstücken der Suunto Race und ist vorwiegend auf Ausdauersportler ausgerichtet. Trotzdem gibt es über 90 verschiedene Trainingsprofile, mit denen wir einzelne Einheiten aufzeichnen können. Die Uhr bestimmt unter anderem den Trainingsfortschritt anhand der gemessenen Herzfrequenzvariabilität. Zudem steht uns in der App ein personalisierter Coach zur Verfügung, der unseren Fitnesslevel bewertet und konkrete Tipps zur Steigerung der Fitness abgibt. Maßgeblich ist dabei der sogenannte Training Stress Score (TSS), den die App mithilfe unserer Lauf-Pace, Herzfrequenz, Leistung in Watt, Schwimm-Pace und einer metabolischen Basis (Dauer und Aktivitätstyp) berechnet.
Die entsprechenden Werte wie unseren Erholungsgrad, die Trainingsbelastung und unseren Fitnessfortschritt können wir uns auch direkt auf dem Display der Uhr anzeigen lassen. Das gibt einen schnellen Überblick und erleichtert die Trainingsplanung, weil wir nicht erst die App öffnen müssen. In unserem Test empfanden wir die Tipps des Coachs und die Angaben zum TSS als tatsächlich hilfreich. Man sollte sich in der Praxis zwar nicht ausschließlich auf diese Daten und Empfehlungen verlassen, sondern auch auf das eigene Körpergefühl hören, aber trotzdem liefert uns die Suunto Race mit dem integrierten Coach eine hilfreiche Handreichung.
Besonders praktisch fanden wir im Test schließlich den sogenannten Wettkampfsportmodus der Suunto Race. Wer möchte, kann nämlich in der Uhr eigene Sportmodi erstellen – ein Feature, das weder die Garmin Forerunner 965 noch die Polar Vantage V3 in demselben Umfang bieten – und diese Modi nach eigenen Wünschen anpassen.
Dabei haben wir die Möglichkeit, dem Modus einen Namen zu geben und aus einer Vielzahl unterschiedlicher Anzeigen zu wählen. Letztere lassen bis zu sieben Datenfelder auf einer Anzeige zu und erlauben alternativ die Darstellung von Rundentabellen, Intensitätszonen und Intervallen verschiedener Varianten. Die Datenfelder decken dabei gewissermaßen alle erdenklichen Angaben ab, wodurch bei Läufern, Radsportlern, Schwimmern und Ruderern keine Wünsche offen bleiben. Auch die Anzahl der Displays lässt sich anpassen, sodass wir auch eine Navigation sowie weitere Daten integrieren können.
Wem das nicht ausreicht, der kann über den Suunto Store zusätzliche Apps installieren, um die Trainings- und Wettkampffunktionalitäten der Suunto Race zu erweitern. Hier sind der Fantasie ebenfalls kaum Grenzen gesetzt: Von einer Ernährungsapp, mit der wir einen Versorgungsplan mit Gels, Flüssigkeit etc. erstellen können, über Score-Apps für diverse Sportarten und einem Schuhtester bis zu einer Backyard-Ultra-App ist alles dabei, was passionierte Ausdauersportler benötigen (könnten).
Die Messung der Herzfrequenz funktionierte mit dem optischen Sensor der Suunto Race übrigens durchweg zuverlässig. Bei herkömmlichem Ausdauertraining (Laufeinheiten) konnten wir keine nennenswerten Abweichungen gegenüber einem Brustgurt feststellen. Lediglich bei HIIT-Einheiten mit stark wechselndem Puls kam der Sensor manchmal nicht ganz hinterher, aber unter diesem Problem leiden bekanntermaßen fast alle smarten Sportuhren.
Bei der Schlafaufzeichnung macht sich die Suunto Race die üblichen Daten wie Puls, Blutsauerstoffsättigung und Schlafphasen zunutze, um die Schlafqualität zu bewerten. Nutzer können eigene Ziele für die Schlafdauer festlegen, die von der App dann berücksichtigt werden. Die gemessenen Werte bereitet die App dann in einem übersichtlichen Diagramm auf und gibt an, ob unser Schlaf erholsam genug war, damit wir mit dem Training fortfahren können.
Grundsätzlich macht die Suunto Race beim Schlaf-Tracking einen guten Job: Die in der App gespeicherten Daten stimmten mit unserem subjektiven Empfinden überein und auch vereinzelte Wachphasen zeichnete die Uhr zuverlässig auf. Allerdings fiel das Schlaf-Tracking aus uns unbekannten Gründen zwei Nächte infolge aus, sodass trotz explizit aktivierter Aufzeichnung keine Daten gespeichert wurden. Auch kann es vorkommen, dass die Uhr wegen des wuchtigen Gehäuses beim Schlafen stört, aber das kommt auf die persönlichen Schlafgewohnheiten an.
Wer bei der Suunto Race zusätzliche Features wie einen Musikspeicher, ein EKG oder eine Bezahlfunktion erwartet, wird enttäuscht. Zwar bietet die Sportuhr die Möglichkeit, eigene Musik über das Display zu steuern, allerdings muss das Smartphone dafür in Reichweite sein. Auch sonst gibt es keine nennenswerten Sonderfunktionen, wie sie die Forerunner 965 oder die Vantage V3 zu bieten haben.
Der Akku ist definitiv eine der großen Stärken von Suuntos Race-Sportuhr: Wenn wir die Smartwatch nur als Zeitmesser nutzen, hält sie laut Herstellerangaben 26 Tage durch. Bei Aufzeichnung der täglichen Herzfrequenzen ohne Training und GPS schafft die Suunto Race immerhin noch 12 Tage. Mit aktiviertem GPS ist je nach Modus frühestens nach 40 (maximale Genauigkeit, alle Messungen aktiv) und spätestens nach 120 Stunden (geringe Genauigkeit, keine HR) der Saft leer. Diese Werte konnten wir im Test nachvollziehen, weshalb die Suunto Race bei der Akkulaufzeit gegenüber der Polar Vantage V3 und der Garmin Forerunner 965 definitiv die Nase vorn hat.
Aktuell geht die Suunto Race zum Preis ab 340 Euro bei Bergzeit über den Ladentisch.
Im direkten Vergleich mit der Garmin Forerunner 965 und der Polar Vantage V3 hat die Suunto Race einige starke Argumente auf ihrer Seite: Neben dem deutlich günstigeren Preis punktet die Uhr mit kostenlosen Offline-Karten und einer guten Navigation. Die Möglichkeit, den Funktionsumfang mithilfe zahlreicher und noch dazu kostenloser Apps zu erweitern, überzeugt ebenfalls.
Ein echter Vorteil der Suunto Race ist unserer Meinung nach aber die umfangreiche Personalisierung der Sportmodi. Die Möglichkeit, eigene Profile zu erstellen, zu benennen und bis ins kleinste Detail anzupassen, bietet keine andere Uhr auf dem Markt. Wer also besonders viel Wert auf Individualisierbarkeit legt und über kleine Schwächen wie einen fehlenden Musikspeicher oder die für uns unerklärlichen Aussetzer beim Schlaf-Tracking hinwegsehen kann, ist hier richtig.
Garmin fordert die Apple Watch heraus: Die Venu X1 will als Smartwatch mit smarten Features, Lifestyle- sowie Fitness-Tracking im edlen Design punkten.
Garmin fordert die Apple Watch heraus: Die Venu X1 will als Smartwatch mit smarten Features, Lifestyle- sowie Fitness-Tracking im edlen Design punkten.
Die Garmin Venu X1 tritt als direkter Konkurrent zur Apple Watch an und verbindet ein schlankes Design mit smarten Funktionen und Features speziell für Sportler. Ein großes, flaches AMOLED-Display, integrierte Karten und umfangreiches Lifestyle-Tracking sollen ein umfassendes Paket für ambitionierte Freizeitathleten bieten. Im Test zeigt sich, was die nicht gerade günstige Uhr wirklich kann.
Die Venu X1 bricht mit dem typischen Garmin-Look. Statt rundem Gehäuse setzt sie auf ein rechteckiges Design, das unübersehbar an die Apple Watch erinnert – untergebracht im bislang dünnsten Gehäuse des Herstellers. Die Uhr misst nur 7,9 mm in der Höhe (Venu 4: 12 mm, Forerunner 970: 12,9 mm) und bringt gerade einmal 34 g auf die Waage – leichter als eine Apple Watch.
Das Gehäuse besteht aus Polymer und Titan, das Armband aus leicht elastischem Nylon. Statt der bei Garmin üblichen Silikonbänder mit Metallschließe kommt das neue Comfort-Fit-Armband mit Klettverschluss zum Einsatz. Es liegt weich auf der Haut, hält sicher und trägt dank des flachen Gehäuses und geringem Gewicht insgesamt sehr angenehm.
Die Venu X1 ist bis 5 ATM wasserdicht und damit zum Schwimmen und Duschen geeignet, jedoch nicht für Tauchgänge oder längeren Kontakt mit hohem Wasserdruck.
Garmin setzt beim Display auf kratzfestes Saphirglas und ein AMOLED-Panel mit optionaler Always-on-Anzeige. Mit 2 Zoll bietet sie eines der größten Displays aller Garmin-Smartwatches, das mit einer Auflösung von 448 × 486 Pixel eine hohe Bildschärfe liefert. Die Display-Helligkeit kann zwar nur in drei Stufen eingestellt werden, das reicht in der Praxis aber völlig aus.
Zusätzlich bietet die Uhr eine Red-Shift-Funktion, die wie ein Blaufilter wirkt und die Anzeige in warme Rot-, Grün- und Orangetöne färbt. Der Bildschirm der Garmin Venu X1 überzeugt mit hoher Helligkeit und bleibt selbst in direktem Sonnenlicht klar ablesbar.
Einrichtung per App bei der Venu X1 erfolgt im gewohnten Garmin-Stil. Die Kopplung gelingt in wenigen Minuten über die App, die anschließend eine kurze Einführung in die Bedienung bietet. Danach lassen sich Zusatzfunktionen wie WLAN, Musik oder Garmin Pay aktivieren. Wer mag, kann diese Schritte auch später direkt in der App nachholen.
Am grundsätzlichen Aufbau der App hat sich nichts geändert. Die teils unübersichtliche Menüstruktur bleibt ein Kritikpunkt, mit etwas Eingewöhnung findet man sich aber schnell zurecht. Der große Funktionsumfang und die Fülle an erfassten Daten machen das allerdings mehr als wett.
Bei der Bedienung zeigt die Venu X1 keine Schwächen. Wie bei anderen aktuellen Garmin-Modellen lässt sich die Schriftgröße individuell anpassen.
Garmin richtet die Venu X1 klar an Nutzer, die eine elegante Smartwatch mit Fitnessfokus suchen. Trotz des dezenten Designs bietet sie eine breite Auswahl an Tracking-Funktionen. Wer Musik, Navigation und umfassendes Gesundheits-Tracking will, bekommt hier ein Komplettpaket für Freizeitsportler.
Mehr als 100 Trainingsprofile decken nahezu jede Sportart ab. Je nach Disziplin erfasst die Uhr unterschiedliche Leistungsdaten wie Distanz, Tempo, Kalorienverbrauch oder Herzfrequenz. Der Funktionsumfang liegt unter dem der Profi-Modelle wie der Forerunner 970, reicht für ambitionierte Hobbyathleten aber locker aus.
Für Läufer gibt es zusätzlich eine Auswahl verschiedener Werte wie Running Tolerance, Running Economy, Running Dynamics und Running Power samt Hill Score. Die Venu X1 misst außerdem VO2max, Schrittfrequenz, Schrittlänge und Laufökonomie – die Werte liefern praxisnah realistische Ergebnisse.
Über den adaptiven Garmin Coach lassen sich individuelle Trainingspläne für Laufen, Radfahren, Krafttraining oder Triathlon erstellen. Ziel, Trainingsumfang und eventuelles Datum eines Wettkampfs können festgelegt werden. Auf Basis der absolvierten Einheiten passt sich der Plan automatisch an. Im Test wirken die Trainingseinheiten sinnvoll strukturiert und ausgewogen, mit gutem Wechsel zwischen Intensität und Regeneration.
Auch Kraftsportler kommen auf ihre Kosten: Die App erstellt passende Pläne für Muskelaufbau, Kraftsteigerung oder allgemeine Fitness. Dabei berücksichtigt sie, ob Langhanteln, Kurzhanteln oder nur das Körpergewicht verfügbar sind. Die Workouts folgen bekannten Konzepten wie Push-Pull-Legs oder Big-5 und lassen sich individuell anpassen.
Erstellte Trainings lassen sich direkt über das Menü der Uhr starten. Das Display zeigt die nächste Übung klar an, was im Training angenehm funktioniert. Praktisch: Für die Nutzung ist kein Abo bei Garmin Connect+ nötig, Zusatzkosten entfallen.
Die Pulsmessung arbeitet mit Garmins Elevate-Sensor präzise; im Zusammenspiel mit Brustgurt nur minimal genauer. Im Test liegen die Abweichungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich – für Freizeitsportler vollkommen ausreichend.
Auch die Navigation überzeugt. Topografische Karten lassen sich während oder außerhalb des Trainings öffnen, GPX-Routen importieren oder direkt am Display Ziele auswählen. Die Eingabe klappt flüssig, wahlweise auch über die App. Das GPS arbeitet präzise; im Test traten keine Abweichungen in der Routenaufzeichnung auf.
Beim Schlaf-Tracking liefert die Venu X1 die gewohnt hohe Garmin-Qualität. Die Uhr erfasst Einschlaf- und Aufwachzeiten, Leicht-, Tief- und REM-Schlaf sowie Wachphasen, Puls, Atmung und Blutsauerstoff. Aus diesen Daten errechnet die Garmin-Connect-App einen Sleep Score zwischen 0 und 100, der die Schlafqualität bewertet und in die Berechnung der Trainingsbereitschaft einfließt. In der App lassen sich zusätzlich Notizen anlegen, etwa zu Koffeinkonsum oder spätem Fernsehen.
Auch der Schlaf-Coach ist wieder mit dabei. Er gibt Empfehlungen, wie lange und zu welchen Zeiten geschlafen werden sollte. Im Menü können zudem Nickerchen erfasst werden, die im Tagesverlauf hinzukommen.
Die Uhr überwacht rund um die Uhr die Herzfrequenz und kann auf Wunsch bei Unregelmäßigkeiten Alarm schlagen. Eine Ermittlung der Herzfrequenzvariabilität (HFV) ist ebenfalls möglich. Eine EKG-Funktion – wie sie etwa die Apple Watch oder Modelle wie die Garmin Venu 4 oder Fenix 8 bieten – gibt es bei der Venu X1 jedoch nicht. Das liegt am flachen Design, in dem kein Platz für die benötigten Metallkontakte bleibt.
Für die Ausstattung mit Zusatzfeatures hat Garmin bei der Venu X1 aus dem Vollen geschöpft. Die Uhr verfügt über fast alle wünschenswerten smarten Funktionen, darunter einen integrierten Musikspeicher, Support für Garmin Pay und eine Taschenlampenfunktion, die das Display als Lichtquelle nutzt. Diese Features funktionieren allesamt wie von Garmin gewohnt einwandfrei, wobei Garmin Pay ein Konto bei einer teilnehmenden Bank voraussetzt.
Eine Besonderheit der Venu X1 sind der integrierte Lautsprecher und das Mikrofon, über das wir Sprachbefehle geben, eingehende Telefonanrufe annehmen und SMS per Sprachsteuerung beantworten. Nachrichten kann man per Schnellantwort oder über die Display-Tastatur der Smartwatch beantworten. Auch wenn die Venu X1 über keinen eigenen SIM-Slot verfügt und wir zum Telefonieren und Empfangen oder Versenden von Nachrichten immer unser Smartphone in Reichweite halten müssen, erleichtern diese Features den Alltag.
Garmin gibt für die Venu X1 eine Akkulaufzeit von bis zu acht Tagen im Smartwatch-Modus an. Mit aktivierter Always-on-Anzeige sinkt die Laufzeit laut Hersteller auf rund zwei Tage. Im Test kamen wir ohne Always-on auf knapp sieben Tage – bei drei einstündigen Trainingseinheiten mit GPS, aktiven Benachrichtigungen und mittlerer Display-Helligkeit. Angesichts des leichten und flachen Designs ist das ein ordentlicher Wert, der die Laufzeit einer Apple Watch deutlich übertrifft.
Der Preis ist vermutlich der größte und vielleicht einzige Haken der Venu X1. Denn die Uhr kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung stolze 800 Euro und ist damit klar im Premium-Segment angesiedelt. Sie bietet jedoch zahlreiche Funktionen, die diesen Preis zumindest teilweise rechtfertigen. Trotzdem: Die Venu X1 ist teurer als die Forerunner 970 oder die Venu 4. Zum Testzeitpunkt ist die Venu X1 in Schwarz und Moosgrün erhältlich, der Straßenpreis liegt bei rund 640 Euro.
Die Garmin Venu X1 hat ihren Preis – und der ist hoch. Doch das Paket aus smarten Funktionen, umfangreichen Trainingsfeatures und elegantem Design rechtfertigt ihn zumindest teilweise. Die Smartwatch präsentiert sich als durchdachte, ausgewogene Mischung aus Lifestyle-Gadget und Sportbegleiter und ist damit eine echte Alternative zur Apple Watch Ultra. Klare Nachteile sind die fehlende EKG-Funktion sowie das Fehlen einer unabhängigen Datenverbindung für Mobilfunk.
Wer das Garmin-Ökosystem und dessen Sport- sowie Navigationsfunktionen schätzt, aber Wert auf ein modisches Design legt, bekommt mit der Venu X1 eine starke Option. Nur die mäßige Akkulaufzeit und der hohe Preis verhindern den ganz großen Wurf.
Mit der Suunto 9 Baro will der Hersteller Sportler für sich gewinnen und Konkurrenten wie Garmin oder Polar Kunden das Wasser abgraben. TechStage testet die Sportuhr, die mit smarten Funktionen zum Training und GPS lockt.
Mit der Suunto 9 Baro will der Hersteller Sportler für sich gewinnen und Konkurrenten wie Garmin oder Polar Kunden das Wasser abgraben. TechStage testet die Sportuhr, die mit smarten Funktionen zum Training und GPS lockt.
Nachdem Suunto mit der Suunto 7 (Testbericht) den Versuch gestartet hat, Android Watch OS in eine Sportuhr zu packen, geht es bei der Suunto 9 Baro klassisch zu. Die Multisportuhr setzt auf ein eigenes Betriebssystem und soll vor allem Sportler ansprechen, die draußen und in den Bergen unterwegs sind. Neben einem Tracking von zahlreichen Sportarten kommt die Uhr mit GPS und einigen cleveren Funktionen, um den Akku zu sparen.
Die 9 Baro steht beim Design in der Tradition der Suunto-Uhren. Wie von anderen Modellen gewohnt fällt das Gehäuse der Uhr wuchtig und klobig aus, sodass es an schmaleren Handgelenken mitunter etwas überdimensioniert wirkt. Die Optik ist aber erfreulich schlicht, ohne großes Schnickschnack. Das Design mit drei Bedienknöpfe an der Seite zeichnet das Bild einer massigen, aber dennoch eleganten Sportuhr mit smarten Funktionen, vergleichbar etwa mit der Fenix 6 von Garmin.
Das Gehäuse der Suunto 9 Baro besteht bei allen Modellen aus glasfaserverstärktem Polyamid. Die Lünette gibt es je nach Variante aus Edelstahl oder Titanium, wobei Suunto das Edelstahl-Modell aktuell für rund 120 Euro günstiger verkauft. Das Displayglas besteht aus Saphierkristall. Gehäuse und Display machten bei ins im Test eine sehr gute Figur: Wir konnten trotz starker Beanspruchung der Uhr beim Sport und im Garten keinerlei Kratzer oder sonstige Beschädigungen feststellen. Suunto gibt an, dass die Uhr das Eintauchen in eine Wassertiefe von bis zu 100m übersteht. Die Suunto 9 Baro eignet sich damit zum Schwimmen und verfügt entsprechend dafür über ein eigenes Trainingsprofil.
Der Lieferumfang der Suunto 9 Baro besteht neben der Uhr inklusive des Armbands (in unserem Fall bei der Suunto 9 Baro Titanium mit Nylon-Textil) aus einem Ladeadapter mit USB-Anschluss sowie einem Wechselarmband und einer Bedienungsanleitung. Das Nylon-Armband machte im Test einen sehr wertigen und gut verarbeiteten Eindruck, der zum Gesamtbild der Uhr passt.
Die Einrichtung der Suunto 9 Baro funktioniert erwartungsgemäß mit wenigen Handgriffen und absolut problemlos. Wir wählen beim ersten Start der Uhr die Systemsprache sowie ein paar weitere Einstellungen und verbinden das Gerät dann per Pairing-Code über Bluetooth mit der Suunto-App.
Bei der App hat sich im Vergleich zu früheren Suunto-Smartwatches nicht viel verändert. Die Software zeigt wie gewohnt gesammelte Tracking-Daten auf einem Übersichtsbildschirm an und fasst zusammen, wie viele Stunden der Nutzer während der vergangenen Tage an Aktivitäten aufgezeichnet hat. Wer eine spezifische Trainingseinheit aufruft, bekommt Informationen zu Strecke, Tempo, Herzfrequenz, VO2-Max, Kalorien und prognostizierter Erholungsdauer mitgeteilt (dazu später mehr). Die Bedienung der App funktioniert absolut intuitiv und problemlos. Anders als bei der Suunto 7 (Testbericht) sind auch keine zusätzlichen Apps wie Google Fit mehr nötig, um Aktivitätsdaten abzurufen oder das Schlaftracking nutzen zu können.
Wie praktisch jede am Markt erhältliche Smartwatch besitzt die Suunto 9 Baro umfangreiche Tracking-Möglichkeiten für alltägliche Aktivitäten. Die Uhr misst Herzfrequenz, die zurückgelegten Schritte und die täglich verbrauchten Kalorien. Hier unterscheidet sich die Suunto 9 Baro nicht großartig von der Konkurrenz. Die Aufzeichnung der Schritte und der Herzfrequenz funktioniert im Alltag zuverlässig, wobei die Ergebnisse übersichtlich nach Tagen geordnet direkt auf der Uhr einsehbar sind. Wer möchte, kann außerdem spezifische Aktivitätsziele festlegen.
Suunto hat mit der Suunto 9 Baro eine waschechte Outdoor-Sportuhr abgeliefert, die bei der Trainingsplanung und -Aufzeichnung ihr volles Potential entfaltet. Die Uhr verfügt über mehr als 80 unterschiedliche Trainingsmodi, darunter diverse Lauf- und Radfahrvarianten, aber auch Kraft- und Zirkeltraining sowie verschiedene Wasser- und Wintersportarten. Auch Mannschaftsport wie Fußball oder Hockey sind dabei, aber auch Exoten wie Cheerleading, Jagen oder Bowling. Hier dürfte jeder Nutzer fündig werden. Alternativ bietet die Uhr außerdem eine allgemeine Trackingfunktion für Sportarten, zu denen es kein spezifisches Profil gibt.
Wir können über die App ein eigenes Trainingsziel festlegen, das von einer Stunde in 15-Minuten-Schritten einstellbar ist. Außerdem können wir die Uhr und Trackingdaten mit verschiedenen Partnerdiensten synchronisieren, darunter neben anderen Addidas, Strava und Komoot. Die Suunto-App bereitet alle Trainingsdaten übersichtlich in diversen Diagrammen auf und berechnet anhand der Belastungsart und Dauer die geschätzte Regenerationszeit. Die zugehörigen Angaben empfanden wir im Test als realistisch. Die App zeigt die aufgezeichneten Daten nach Runden geordnet an, sodass wir bei Bedarf sehr genau unsere Belastung und das eigene Training analysieren können.
Wer die Suunto 9 Baro vor allem für Lauf- und Radfahrtrainings nutzen möchte, bekommt eine spezielle Intervallfunktion. Die Uhr zeigt dann direkt auf dem Display das aktuelle Sprintintervall inklusive Strecke und Dauer an. Die App gibt anschließend die Daten der Intervalle noch einmal in einer separaten Übersicht aus. Nutzer, die am Wings for Life World Run teilnehmen wollen, können zusätzlich während des Lauftrainings das Catcher Car des WfLWR simulieren.
Das Tracking von Herzfrequenz und Laufstrecken funktionierte in unserem Test durchgehend problemlos. Wir haben die Suunto 9 Baro beim Lauft- und Radfahrtraining sowie während einer Crossfit-Trainingseinheit genutzt. Die Uhr lieferte durchweg solide Messwerte, auch wenn beim Tracking von HIIT-Trainings der Pulssensor manchmal nicht zügig genug auf die schnellen Wechsel der Herzfrequenz regierte. Nutzer, die die Uhr für Intervall- oder Krafttraining nutzen möchten, sollten also über den Kauf eines zusätzlichen Herzfrequenz-Brustsensors nachdenken, die Uhr kann die Daten auch von externen Pulsgurten abgreifen.
Neben den umfangreichen Trainingsoptionen bietet die Suunto 9 Baro diverse Navigationsfunktionen. Hier unterscheidet sich die Suunto 9 Baro von ihrem Schwestermodell, der Suunto 9. Denn die Suunto 9 Baro verfügt zusätzlich zur integrierten GPS-Funktion über ein eigenes Höhenbarometer, das neben der eigentlichen Höhenmessung auch Werte wie Luftdruck angibt und Unwetterwarnungen ausgibt.
Die Navigation der Suunto 9 Baro läuft direkt über das Display der Uhr. Nutzer können im Menü der Uhr die Navigationsfunktion anwählen und eine Wegfindung vom eigenen Standort oder eine Peilungsnavigation starten. Eine Kompassfunktion existiert ebenfalls. Die App erlaubt zudem das Festlegen spezifischer Routen oder Points of Interests, die wir dann über die Uhr aufrufen und als Navigationsziel nutzen können.
Der besondere Clou der Suunto 9 Baro bei der Navigation ist Suunto Fusedtrack: Damit die Akkulaufzeit der Uhr nicht zu stark unter dem Strombedarf der GPS-Funktion leidet, besitzt die Suunto 9 Baro mit Fusedtrack einen speziellen Algorithmus, der Navigationsdaten basierend auf einer Kombination aus GPS- und Bewegungssensor liefert. Außerdem bietet die Smartwatch verschiedene Batteriemodi für die Navigation sowie unterschiedliche Genauigkeitsraten, sodass wir die Wegfindung sehr detailliert unseren Bedürfnissen anpassen können. Das funktionierte im Test ebenfalls problemlos und die Steuerung der Einstellungen verlief einfach und intuitiv.
Die Suunto 9 Baro gestattet insgesamt eine vom Smartphone komplett unabhängige und auch offline verfügbare Navigation, die die Smartwatch ähnlich wie auch schon Vorgängermodelle zu einem zuverlässigen Begleiter beim Training oder Wandern im Gelände macht.
Weil es sich bei der Suunto 9 Baro streng genommen um eine Multisportuhr und nicht um eine Smartwatch handelt, sind die Funktionen jenseits der Trainingsaufzeichnung arg eingeschränkt. Eine Option zur Musiksteuerung gibt es gar nicht, ebenso wenig wie die Möglichkeit, Telefongespräche anzunehmen oder Nachrichten zu beantworten.
Die Uhr verfügt lediglich über eine Benachrichtigungsfunktion, bei der wir in der App festlegen können, welche Benachrichtigungen wir erhalten möchten. Die Suunto 9 Baro zeigt dann aber nur die Überschrift der Mitteilung an. Nachrichtentexte von Whatsapp oder E-Mail-Diensten können wir auf dem Display der Uhr beispielsweise nicht mehr lesen.
Mussten Besitzer der Suunto 7 noch eine separate App für das Schlaftracking installieren, hat die Suunto 9 Baro eine entsprechende Funktion direkt mit an Bord. Aktivieren wir die Aufzeichnung im Menü der Uhr, misst die Suunto 9 Baro automatisch unsere Schlafdauer sowie die Herzfrequenz. Eine Anzeige der einzelnen Schlafphasen gibt es nicht, stattdessen können wir ein Schlafziel (-Zeit) festlegen. Ein Algorithmus gibt nach dem Aufwachen an, wie gut unsere Schlafqualität war und in welchem Umfang der Schlaf der vergangenen Nacht unsere Energieressourcen wieder hergestellt hat.
Obwohl die Suunto 9 Baro ziemlich groß und klobig ausfällt, hat uns die Uhr beim Schlafen nicht gestört. Das kann aber je nach Einzelfall variieren und von der bevorzugten Schlafposition abhängen. Die Weckfunktion der Uhr funktionierte im Test problemlos: Wir können auswählen, ob der Alarm mit Vibration, Ton oder beidem kombiniert erfolgen soll. Beides ist eindringlich genug, um selbst tiefe Schläfer aufzuwecken. Leider erlauben die Einstellungen der Uhr lediglich die Konfiguration einer einzelnen Weck-Uhrzeit – hier wären etwas mehr Konfigurationsmöglichkeiten wünschenswert gewesen.
Suunto gibt die Akkulaufzeit der Suunto 9 Baro mit sieben bis 14 Tagen an, je nach Nutzung. Die Trainingsmodi mit GPS erlauben eine kontinuierliche Aufzeichnung von bis zu 170 Stunden. Die Suunto 9 Baro ist damit ein echtes Ausdauertalent in Sachen Energieeffizienz. Wir konnten die Angaben von Suunto zur Akkulaufzeit im Test übrigens bestätigen: Nach sieben Tagen mit mehreren Trainingseinheiten war der Akku noch zu 70 Prozent aufgeladen. Insgesamt hielt die Uhr trotz GPS-Tracking mehr als 12 Tage durch.
Suunto verkauft die Suunto 9 Baro in diversen Farben, darunter schwarz, weiß und graublau. Käufer haben im Online-Shop des Herstellers außerdem die Möglichkeit, ihr eigenes Modell der Uhr zu personalisieren. Dabei stehen diverse Anpassungsoptionen für das Gehäuse, die Bedienknöpfe, die Lünette und das Armband zu Verfügung.
Suunto bleibt sich mit der Suunto 9 Baro selbst treu und liefert eine in jeder Hinsicht waschechte Sportuhr ab. Damit richtet sich dieses Modell an eine spezielle Zielgruppe. Wer eine Eier legende Wollmilchsau sucht, die sowohl umfangreiches Sport-Tracking als auch Smartwatch-Funktionen mitbringt, ist bei der Suunto 9 Baro an der falschen Adresse.
Stattdessen bietet diese Uhr ein Rundum-sorglos-Paket für ambitionierte (Hobby-)Athleten, die ihre Outdoor-Aktivitäten möglichst genau und umfangreich aufzeichnen möchten. Die Vielzahl an Möglichkeiten und Optionen gepaart mit der hohen Akkulaufzeit rechtfertigen für diese Käufer auch den sehr hohen Preis von fast 600 Euro (UVP). Wer eine dedizierte Sportuhr sucht, die mit hervorragenden Tracking-Möglichkeiten, Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen und einer umfangreichen Navigation ausgestattet ist, wird mit der Suunto 9 Baro definitiv glücklich werden.
Der Test zur Suunto 9 Baro erscheint in unserer Themenwelt Sportuhren. Dort haben wir zahlreiche weitere Geräte getestet, etwa den Vorgänger Suunto 7 (Testbericht) oder starke Konkurrenten wie die Garmin Fenix 6 (Testbericht), die Polar Grit X (Testbericht), die Honor Magic Watch 2 (Testbericht), die Apple Watch 6 (Testbericht) sowie die Huawei Watch GT 2 Pro (Testbericht).
Die Hama Smartwatch 9000 bietet fast alles, was eine moderne smarte Sportuhr auszeichnet. Ob sie tatsächlich eine günstige Alternative ist, zeigt der Test.
Die Hama Smartwatch 9000 bietet fast alles, was eine moderne smarte Sportuhr auszeichnet. Ob sie tatsächlich eine günstige Alternative ist, zeigt der Test.
Wer sich keine Garmin Fenix 8 leisten kann, aber nicht auf die Vorzüge von GPS und Musikspeicher verzichten möchte, für den stellt die Garmin Vivoactive 6 eine veritable Alternative dar. Besonders preisbewusste Nutzer lockt jetzt aber die Hama Smartwatch 9000, die mit knapp 140 Euro nur halb so teuer daherkommt wie das Garmin-Modell. Trotzdem verfügt die Hama-Uhr über ein eigenes GPS, ein großes AMOLED-Display und einen integrierten Musikspeicher.
Wir haben uns die Hama Smartwatch 9000 genauer angeschaut und finden in unserem Test heraus, ob sich der Kauf dieser Smartwatch lohnt. Dabei fokussieren wir uns nicht nur auf die Bedienbarkeit und die sportlichen Features der Uhr, sondern auch auf Akkulaufzeit und Zusatzfunktionen.
Hama hat sich beim Design der Smartwatch 9000 eindeutig von Garmins Vivoactive-Serie inspirieren lassen, auch wenn es ein paar kleinere Unterschiede gibt. Die Uhr verfügt über ein 1,43-Zoll-großes AMOLED-Touch-Display mit Always-on-Funktion und einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln. Die maximale Helligkeit des Bildschirms beträgt gute 800 Nits, was man in der Praxis deutlich merkt, denn die Anzeige bleibt selbst bei halber Helligkeit auch unter voller Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar.
Das Gehäuse der Smartwatch 9000 besteht aus Glasfaser, Polycarbonat und Edelstahl, für das Armband setzt Hama auf Silikon mit einer Schließe aus Kunststoff. Insgesamt macht die Uhr einen wertigen Eindruck und wirkt auch nicht übertrieben wuchtig, sodass sie sich trotz des großen Displays auch für etwas schmalere Handgelenke eignet.
Bei der Verarbeitung kann die Hama-Uhr ebenfalls punkten. Die Smartwatch ist nach IP68-Standard zertifiziert und übersteht dementsprechend auch dauerhaftes Untertauchen im Wasser bis 5 ATM. Damit können wir sie auch unter der Dusche oder beim Schwimmen tragen. Weil das Gehäuse der Uhr über eine matt-gebürstete Oberfläche verfügt, ist es wenig empfindlich gegenüber Kratzern. Im Test übersteht die Uhr außerdem einen Aufprall aus anderthalb Metern Höhe auf dem Steinboden ohne Probleme.
Die Hama Smartwatch 9000 kooperiert wie das Schwestermodell, die Hama Smartwatch 7000 (Testbericht), auf dem Smartphone mit der Hama-Fit-Move-App, die wir kostenlos im Google Play Store oder im Apple App Store herunterladen können. Beim ersten Start fragt uns die App, ob wir ein Nutzerkonto erstellen möchten. Das benötigen wir, wenn wir unsere Daten auf ein anderes Gerät übertragen möchten. Ansonsten können wir die Einrichtung eines Accounts auch überspringen, allerdings ist der zugehörige Button etwas versteckt. Wie gut die Hama-Fit-Move-App funktioniert, haben wir bereits in unserem Test der Hama Smartwatch 7000 ausführlich besprochen. Deshalb an dieser Stelle nur ein kurzes Fazit: Die App ist übersichtlich aufgebaut, leidet aber unter einigen kleinen Übersetzungsproblemen. Trotzdem findet man sich gut zurecht und wird bei der Nutzung der Software nicht beeinträchtigt.
Wie schon bei der Hama Smartwatch 7000 haben wir auch bei der Smartwatch 9000 an der Bedienung nichts zu meckern. Der Hersteller hat sich für eine Steuerung via Touch-Display entschieden, ergänzt von einem Button und einer drehbaren Krone an der rechten Gehäuseseite. Die Uhr verarbeitet unsere Eingaben präzise und ohne Verzögerung, wobei Touch-Gesten auf dem Bildschirm auch dann noch verarbeitet werden, wenn unsere Finger feucht oder leicht verschmutzt sind.
Die Hama Smartwatch 9000 hat neben ihren smarten Features auch umfangreiche Funktionen für Hobbyathleten zu bieten. Neben einem Schrittzähler und der Berechnung verbrauchter Kalorien, was bei Fitnessuhren längst zum Standard gehört, erfasst die Uhr auch die Herzfrequenz während der Aktivität, beim Schlafen und in Ruhe sowie die Blutsauerstoffsättigung und den Stresslevel (basierend auf Puls und Aktivität). Außerdem verfügt die Uhr über eine automatische Aktivitätserkennung, bei der die Smartwatch verschiedene Ausdauersportarten wie Laufen, Gehen und Radfahren nach einer gewissen Dauer selbstständig erfasst. Pausen registriert die Uhr dabei ebenfalls. Das klappt in der Praxis problemlos, und wer möchte, kann die Funktion auch deaktivieren.
Wie es sich für eine smarte Sportuhr gehört, verfügt die Hama Smartwatch 9000 über eine umfangreiche Auswahl an Trainingsprofilen. Anders als bei günstigen Mitbewerbern beschränken sich die Profile nicht nur auf die Messung der Aktivitätsdauer und Herzfrequenz. Stattdessen können wir beim Laufen oder Radfahren die zurückgelegten Kilometer, die Schrittfrequenz, das durchschnittliche Tempo, die Pace pro Kilometer sowie An- und Abstieg in Metern anzeigen lassen. Wer die Uhr beim Schwimmen nutzen möchte, kann zudem die Länge der geschwommenen Bahnen festlegen, damit die Smartwatch die Bahnen in Summe zählt.
Obwohl die Hama Smartwatch 9000 über ein integriertes GPS-Modul verfügt, gibt es keine Kartennavigation. Das würden wir von einer Uhr in dieser Preisklasse aber auch nicht erwarten. Das Dual-Band-GPS erfasst aber zuverlässig die Strecken, die wir etwa beim Joggen oder beim Radfahren zurücklegen. Die Abweichungen gegenüber unserem Kontrollgerät (Garmin Fenix 7) fallen minimal aus und sind unserer Meinung nach vernachlässigbar.
Für Hobbysportler, die sich für die Hama Smartwatch 9000 interessieren, sind neben dem GPS und den Trainingsprofilen aber noch weitere Funktionen der Uhr von Vorteil. Die Smartwatch berechnet nämlich basierend auf den Trainingsdaten einen VO2-Max-Wert und bestimmt anhand von aerobem Trainingseffekt und Herzfrequenzvariabilität ähnlich wie viele Garmin-Modelle einen sogenannten Body-Energy-Score. Der unterstützt uns bei der Planung unseres Trainings und bietet eine Orientierung, in welchem energetischen Zustand sich unser Körper aktuell befindet. Die punktuelle Aussagekraft der entsprechenden Daten ist zwar nicht mit medizinischen Messungen vergleichbar, bietet aber bei dauerhafter Nutzung eine gute Entscheidungshilfe bei der Durchführung konkreter Sporteinheiten.
Ein weiterer Pluspunkt, den die Hama Smartwatch 9000 zu bieten hat, sind Trainingsvorschläge für Läufer. Wer möchte, kann über das Menü der Uhr verschiedene spezifische Lauf-Varianten anwählen und auf dem Display der Smartwatch anzeigen lassen oder starten. Die Vorschläge eignen sich zwar eher für Einsteiger; als Anreiz, um mit dem Laufen zu beginnen, taugen sie aber allemal.
Zu guter Letzt schauen wir uns im Test der Hama Smartwatch 9000 noch den optischen Pulssensor an. Große Überraschungen erwarten uns hier keine: Der Sensor macht einen ordentlichen Job und misst bei langen Laufeinheiten auf Grundlagenausdauerniveau zuverlässig unsere Herzfrequenz. Die Abweichungen im Vergleich zum Kontrollgerät und zum Brustgurt lagen bei einem einstündigen Training im niedrigen einstelligen Bereich. Deutlich ungenauer wird die Messung dann erwartungsgemäß bei HIIT- oder Kraftsport-Einheiten mit stark wechselndem Puls. Hier kann der optische Sensor nicht mithalten und liefert teils stark verzögerte Messungen. Da es sich dabei um ein Problem handelt, mit dem viele Smartwatches zu kämpfen haben, werten wir die Hama-Uhr deshalb nicht ab.
Das Schlaftracking der Hama Smartwatch 9000 entspricht im Prinzip den Standards der Konkurrenz: Die Uhr zeichnet zuverlässig Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt auf, misst die Dauer von Leicht-, Tief-, Wach- sowie REM-Schlafphasen und bewertet das Ergebnis mit einem Wert auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Ansonsten messen die Sensoren die vergangene Zeit bis zum Einschlafen und die Aufwachzeit. Die Werte wirken in unserem Test plausibel, auch wenn die Messungen selbstverständlich keine Analyse im Schlaflabor ersetzen können.
Für Frauen gibt es als zusätzliche Gesundheitsfunktion noch die Möglichkeit, die eigene Periode mit der Smartwatch aufzuzeichnen – ein Feature, das mittlerweile ebenfalls bei vielen vergleichbaren Uhren zum Standard gehört. Hama spart es sich in diesem Fall aber, ein positives Ausrufezeichen zu setzen, und beschränkt die sogenannte Periodenverfolgung auf einen reinen Zykluskalender. Der zeigt anhand vergangener Zyklen die fruchtbaren Tage, den Eisprung und die voraussichtliche sowie tatsächliche Menstruation an. Eine Option, zusätzliche Symptome oder einzelne Zyklusphasen anzeigen zu lassen, fehlt leider.
Wir haben es bereits erwähnt: Die Hama Smartwatch 9000 verfügt über eine Reihe von Zusatzfeatures, die sie in direkter Konkurrenz zur Garmin Vivoactive 6 platzieren. Eines dieser Zusatzfeatures ist der integrierte Musikspeicher. Die Uhr bietet Platz für etwa 50 Songs im MP3-Format, die wir dann direkt und ohne Smartphone abspielen können. Dazu verbinden wir die Smartwatch mit der App auf unserem Handy und übertragen die entsprechende Musik in den Speicher. Das Übertragen der Musik auf die Uhr funktioniert im Test ohne Probleme und dauert nur wenige Minuten. Wer möchte, kann mehrere Playlists erstellen.
Anschließend können wir die Songs über den integrierten Lautsprecher der Uhr oder über Bluetooth-Kopfhörer wiedergeben, die wir an die Smartwatch koppeln. Navigieren wir ins Musikmenü der Smartwatch 9000, können wir wählen, ob wir Musik von der Uhr oder vom Smartphone abspielen möchten. Das klappt ebenfalls problemlos und absolut intuitiv.
Ferner erweitert eine integrierte Freisprech-Funktion die Riege der Zusatzfeatures, die die Hama-Uhr zu bieten hat. Zwar gibt es keinen SIM-Slot, aber wir können auf dem Smartphone eingehende Anrufe annehmen und beantworten oder über das Display der Uhr selbst Anrufe tätigen. Außerdem erlaubt das integrierte Mikrofon die Nutzung von Sprachassistenten. Letzteren aktivieren wir ebenfalls über das Menü der Uhr, die dann automatisch die entsprechende KI auf unserem Smartphone ansteuert.
Hama hat bei der Smartwatch 9000 einen Lithium-Polymer-Akku mit einer Kapazität von 450 mAh verbaut, der eine durchschnittliche Laufzeit von sechs bis acht Tagen bieten soll. Dabei gilt: Die Always-on-Funktion beeinträchtigt die Laufzeit maßgeblich. In unserem Test hat die Uhr ohne Always-on, halber Display-Helligkeit und zwei anderthalbstündigen Sporteinheiten in einer Woche insgesamt knapp sieben Tage durchgehalten – ein solider Wert, der aber etwas hinter der Garmin-Konkurrenz zurückbleibt (die Vivoactive 6 schafft bis zu 11 Tage).
Die Hama Smartwatch 9000 kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung 179 Euro. Der Straßenpreis beginnt aber bereits bei knapp unter 136 Euro. Gemessen daran, was die Uhr zu bieten hat (integriertes GPS und Musikspeicher) empfinden wir den Preis als absolut fair. Die Smartwatch liegt damit beim Straßenpreis übrigens fast 200 Euro unter der Garmin Vivoactive 6.
Während die Hama Smartwatch 7000 in unserem Test eher mittelmäßig abgeschnitten hat, konnte uns die Smartwatch 9000 tatsächlich positiv überraschen. Mit einem Straßenpreis von knapp 140 Euro bekommt man eine absolut solide Sportuhr mit vielen nützlichen Extras wie einem integrierten GPS oder Musikspeicher.
Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als bei der Hama Smartwatch 9000 findet man aktuell kaum. Wer es noch günstiger haben möchte und auf einen Musikspeicher verzichten kann, schaut sich alternativ das Xiaomi Smart Band 8 Pro (Testbericht) an.
Ausgestattet mit einem OLED-Display bietet die Forerunner 965 Funktionen wie eine Fenix 7. Wie gut die Sportuhr für den Laufsport ist, zeigt der Test.
Ausgestattet mit einem OLED-Display bietet die Forerunner 965 Funktionen wie eine Fenix 7. Wie gut die Sportuhr für den Laufsport ist, zeigt der Test.
Garmin zu unterstellen, sein Sortiment der Sportuhren wäre etwas unübersichtlich, wäre eine maßlose Untertreibung. Die Webseite von Garmin gibt allein für die Forerunner-Serie, die sich an Läufer wendet, zum Zeitpunkt dieses Tests 17 Modelle aus. Ein paar unterscheiden sich dabei nur in der Größe oder einem minimal anderen Funktionsumfang.
Das Topmodell 965 ist seit 2023 auf dem Markt und hat uns zwei Monate lang begleitet. Sie gleicht funktional der weiterhin angebotenen Garmin Forerunner 955 (Testbericht), hat dieser jedoch ein OLED-Display voraus. Dafür kostet sie 100 Euro mehr. Lohnt sich das? Das zeigt der Test.
Anders als die Fenix-Reihe ist die Forerunner 965 gerade in Schwarz optisch zurückhaltend. Lieferbar ist sie aktuell in drei Farbvariationen. Mit einem giftgrünen Armband oder einem hellgrauen Gehäuse kann der Käufer eigene Akzente setzen, die komplett schwarze Version ist die unauffälligste. Manche Uhren von Garmin gibt es in einer Version mit kleinerem Gehäuse für schlanke Handgelenke, beim teuersten Modell der Forerunner-Serie ist das jedoch nicht der Fall.
Die Uhr wiegt 52 Gramm und ist sehr gut verarbeitet. Der Materialeindruck ist nicht ganz so fein wie bei der Fenix-Reihe, für sich betrachtet aber ist auch diese Uhr hochwertig. Die Lünette ist aus Titan, das Gorilla-Glas sollte einiges wegstecken. Wir würden immer dazu raten, ein Schutzglas aufzubringen – die paar Euro sind zumindest im Alltag gut investiertes Geld.
Mit seinem OLED-Display setzt sich die Forerunner 965 sowohl von der 955 als auch von den Fenix-Modellen deutlich ab. Deren „Memory in Pixel“-Display wirkt im Vergleich blass. Der 1,4-Zoll-Bildschirm der 965 erscheint dagegen brillant und farbenfroh, mit seinen 454 mal 454 Pixeln löst es auch viel höher auf. In der Grundeinstellung ist, wann immer eine interne Logik sich unbeobachtet fühlt, bis auf die Uhrzeit alles aus. Erst, wenn der Nutzer draufschaut, leuchten alle Informationen auf. Garmin hat damit zwei Dinge im Sinn. Zum einen soll ein Einbrennen verhindert werden, zum anderen natürlich den Stromverbrauch senken.
Mitgeliefert wird ein Lade- und Datenkabel. Das hat einerseits einen USB-C-Stecker, andererseits einen proprietären Anschluss für die Uhr. Es gibt kein Ladegerät und auch keine Möglichkeit einer induktiven Ladung.
Die Uhr selbst ist rasch eingerichtet, der Nutzer wird durch ein Menü intuitiv geführt. Das gilt allerdings nur für die Uhr selbst. In die App Garmin Connect, die umfangreich ausgestattet ist, muss sich der Nutzer einarbeiten. Lohn ist dann eine Auswertung von Trainingsdaten in einer Tiefe, die nur ambitionierte Sportler in diesem Umfang benötigen werden.
Es sind nur Nuancen, die zwischen einer Forerunner 965 und einer Fenix 7 Pro liegen. Ein Stresstest für die Herzfrequenzvariabilität hat nur die Fenix, sie hat auch ein paar mehr Profile für Laufarten vorinstalliert. Vermissen wird der durchschnittliche Nutzer vermutlich trotzdem nichts. Falls doch, können einige Dinge auch nachinstalliert werden. Allgemein sind auch auf der Uhr, die sich speziell an Läufern wendet, so viele Profile vorinstalliert, dass wahrscheinlich niemand alle Möglichkeiten ausschöpfen wird.
Im Test wurde die Uhr nur zum Laden abgenommen. Die Laufzeit richtet sich wesentlich danach, wie oft das Display angeschaltet ist und wie viele Aktivitäten aufgezeichnet werden. Im Test kam ich auf eine Laufzeit zwischen sechs und elf Tagen – eine große Spanne also. Als ich alle Satelliten für die Aufzeichnung der Postion während einer Aktivität nutzte und Musik von der Uhr auf Kopfhörer schickte, waren nach 40 Minuten rund 10 Prozent der Aufladung verschwunden. Gefunkt wird entweder im 2,4-GHz-WLAN oder über Bluetooth. Beides war im Test zuverlässig und auch flink.
Die Beurteilung der Schlafqualität erschien uns meistens nachvollziehbar. Wacht man wie gerädert auf, kann man das auch ablesen. Die Uhr startet den Tag nach dem Aufstehen auf Wunsch mit einem in engen Grenzen konfigurierbaren „Morgen-Report“. Dort sind dann je nach Voreinstellung die Schlafdaten der vergangenen Nacht, Trainingsempfehlungen für den Tag und etwa der Wetterbericht. Zusätzlich gibt es noch variierende Motivationssprüche à la „Hole heute das Beste aus dir heraus“.
Ganz interessant ist, dass es bei der Aufzeichnung von Laufdaten kaum Unterschiede zur deutlich teureren Fenix 7 Pro gibt. Auch die Forerunner 965 liefert eine unglaubliche Fülle an Daten und übertrifft etwa die Fenix 6 bei der Genauigkeit. Anders als diese knickt die Geschwindigkeitsmessung unter einem Blätterdach kaum ein.
Auch die Pulsmessung, die bei meiner Uhr immer ein paar Minuten benötigt, bis sie zuverlässige Werte anzeigt, ist hier schneller und gefühlt auch näher an der Wahrheit. Die Pulsmessung am Handgelenk wird gegenüber einem Brustgurt immer nur zweite Wahl sein, doch wer es genau benötigt, kann bei Garmin einen Gurt für den Oberkörper nutzen. Es werden verschiedene angeboten, der am wenigsten teure kostet 46 Euro.
Die Forerunner 965 richtet sich an Läufer, doch sie schwächelt bei anderen Sportarten keineswegs. Sie machte beim Schwimmen einen ebenso guten Job wie die Fenix 7 (Testbericht). Im Detail mögen ein paar Profile weniger installiert sein, doch vermutlich braucht es schon sehr spezielle Anforderungen, die eine Fenix erfüllt, die Forerunner 965 jedoch nicht.
Intern sind 32 GByte Speicher eingebaut, von denen sich in der Grundkonfiguration etwas mehr als die Hälfte frei belegen lässt. Das Überspielen von Musik kann sowohl über die Garmin-App auf dem Rechner als auch über den Explorer erfolgen. Das läuft nicht rasend schnell, ist aber unkompliziert. Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich: Ich habe in der Regel beim Laufen einen Grundstock an Musik dabei, der relativ konstant bleibt.
Garmins Entscheidung, wie bei der Fenix auch hier dem Nutzer die Wahl zu lassen, ob er die Uhr über Touchscreen oder Tasten bedienen will, ist nur zu begrüßen – für beides gibt es Szenarien, in denen eine Variante Vorteile hat. Der Bildschirm reagiert flott auf Eingaben, mitunter sogar fast zu empfindlich. Es braucht zudem etwas Zeit, sich mit der Menüstruktur anzufreunden. Die Uhr bietet derart viele Funktionen, dass eine intuitive Strukturierung an gewisse Grenzen stößt. Das gilt erst recht für die App auf dem Handy, mit der sich eine unglaublich tiefe Datenanalyse betreiben lässt.
Die Garmin Forerunner 965 bietet trotz des hellen OLED-Displays eine große Ausdauer. Der Akku hält im Alltag bis zu 15 Tage durch, sofern man nicht ständig GPS oder das Always-on-Display nutzt. Je häufiger man trainiert, desto kürzer fällt die Laufzeit dann aber aus.
Die Garmin Forerunner 965 hat eine stolze UVP von 650 Euro. Mit etwas Glück bekommt man die Sportuhr aber schon günstiger bei Online-Händlern. Erhältlich ist die Sportuhr in hierzulande ab knapp 509 Euro. Als Farben stehen Schwarz, Weiß und Gelb zur Auswahl.
Das Topmodell der Forerunner-Serie besticht mit einem brillanten Display und einem für Garmin so typischen Funktionsumfang, der dem einer Fenix kaum nachsteht. Sie ist etwas leichter als das vergleichbar große Fenix-Modell und bietet bei den Profilen abseits des Laufens im Detail minimal weniger. Dafür ist sie schlichter und trägt am Handgelenk weniger dick auf. Das OLED-Display löst hoch auf, es macht Freude, auf die Uhr zu schauen. Die weiterhin angebotene Forerunner 955 mit MIP-Display (Memory in Pixel) erscheint im Vergleich dazu blass und farblos, bietet allerdings eine deutlich längere Akku-Laufzeit.
Die teuerste Forerunner-Uhr richtet sich an engagierte Läufer, die sich für eine Analyse tief in Daten einarbeiten wollen, um gezielt zu trainieren. Dafür ist die 965 ein idealer Lieferant. Ähnlich wie bei der Fenix 7 Pro ist damit auch umrissen, wer eher nicht zur Zielgruppe gehört: Interessenten, die mit den üblichen Trainingsdaten wie Strecke, Puls und Geschwindigkeit auskommen, benötigen keine Forerunner 965. Auch als Smartwatch eignet sie sich nur eingeschränkt. Sie ist in erster Linie eine Sportuhr, gehört unter diesen allerdings zur absoluten Spitzenklasse. Sie kann nicht alles, aber vieles. Und was sie kann, erledigt sie exzellent. Hinzu kommt: Trotz des leuchtstarken Displays hält sie im Alltag erstaunlich lange durch. Kein Vergleich zu Uhren von Apple oder Google.
Die Xiaomi Watch S4 kostet nur einen Bruchteil einer Apple Watch – und überrascht dennoch mit Funktionen, die sonst vor allem in teuren Sportuhren stecken.
Die Xiaomi Watch S4 kostet nur einen Bruchteil einer Apple Watch – und überrascht dennoch mit Funktionen, die sonst vor allem in teuren Sportuhren stecken.
Smartwatches decken ein breites Spektrum an Ausstattungen und Preisen ab. Die Xiaomi Watch S4 positioniert sich im unteren Preissegment, bietet aber dennoch eine große Auswahl an Gesundheits- und Trainingsfunktionen sowie einen integrierten Musikspeicher. Damit kommt sie in einigen Punkten an deutlich teurere Modelle von Apple oder Samsung heran. Im Test zeigte sich jedoch auch Verbesserungspotenzial in einzelnen Bereichen.
Die Watch S4 orientiert sich im Erscheinungsbild an klassischem Uhrendesign. Die Lünette erinnert an analoge Modelle, das runde Gehäuse besteht aus poliertem Metall. Das Armband aus Fluorkautschuk wird mit einer Metallschließe geschlossen und lässt sich ebenso wie die Lünette austauschen. Damit bleibt die Uhr optisch anpassbar. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck.
An der rechten Gehäuseseite sitzen eine drehbare Krone und eine Funktionstaste, beide mit definiertem Druckpunkt. Mit einer Wasserdichtigkeit bis 5 bar eignet sich die Watch S4 zum Schwimmen, nicht jedoch für heißes Duschen, Saunagänge, Tauchgänge oder starke Strömung.
Das 1,43 Zoll große AMOLED‑Display bietet 466 × 466 Pixel und damit die Auflösung vergleichbarer Modelle. Die maximale Helligkeit gibt Xiaomi mit 1500 cd/m² an. Im Test blieb der Inhalt auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar.
Bedient wird die Uhr über Touch‑Display und Seitentasten. Die Uhr setzt Eingaben flüssig um, ohne Ruckler, auch bei leicht feuchten oder verschmutzten Fingern. Die Bildwiederholrate von 60 Hz sorgt für eine flüssige Darstellung.
Die Einrichtung der Xiaomi Watch S4 entspricht dem Ablauf anderer Uhren und Fitnesstracker des Herstellers. Über die Mi‑Fitness‑App auf dem Smartphone wird die Uhr per dauerhaft aktivem Bluetooth gekoppelt. Ein Benutzerkonto ist nicht erforderlich, ermöglicht aber die Übernahme von Gesundheits-, Aktivitäts- und Trainingsdaten früherer Xiaomi‑Geräte.
Die Mi‑Fitness‑App zeigt auf dem Startbildschirm eine Kachel‑Übersicht zentraler Messwerte wie Schlaf, Aktivität, Schritte und Herzfrequenz. Durch Antippen einer Kachel öffnet sich die jeweilige Detailansicht. Die App entspricht der Version, die auch beim Smart Band 10 verwendet wird.
Die Xiaomi Watch S4 ist zwar keine explizit als Sportuhr positionierte Smartwatch, bietet aber eine große Bandbreite an Trainingsfunktionen. Mehr als 150 vorinstallierte Trainingsprofile für unterschiedliche Sportarten stehen zur Wahl. Ein integrierter GPS‑Empfänger mit Zweifrequenz‑GNSS unterstützt die präzise Positionsbestimmung.
Damit eignet sich die Uhr besonders für Ausdauersportarten wie Laufen. Im Laufmenü stehen Trainingsvorschläge für verschiedene Ziele zur Verfügung. Während der Aktivität erfasst die Watch S4 nicht nur Herzfrequenz, Tempo und Durchschnittsgeschwindigkeit, sondern auch Laufökonomie‑Parameter wie vertikales Verhältnis, vertikale Amplitude und Bodenkontaktzeit. Im Test wirkten die ermittelten Werte plausibel, und auch die Genauigkeit des GPS‑Trackings überzeugte.
Überdies besitzt die Watch S4 eine Sturzerkennung für den Skisport. Erkennt die Uhr einen Sturz und erfolgt innerhalb von 60 Sekunden keine Reaktion, wird automatisch ein hinterlegter Notfallkontakt benachrichtigt. Dazu muss sich das gekoppelte Smartphone mit installierter Mi‑Fitness‑App in Reichweite befinden.
Die Watch S4 bietet beim Schlaf‑Tracking die übliche Grundausstattung, ergänzt um einige Zusatzfunktionen. Sie erfasst automatisch Herzfrequenz, Atmung und Blutsauerstoffsättigung während des Schlafs und ordnet die Werte den jeweiligen Schlafphasen zu. Im Test funktionierte das zuverlässig und lieferte plausibel wirkende Daten.
Wie bei anderen Xiaomi‑Modellen bleibt das Grundprinzip unverändert: Puls, Sauerstoffsättigung, Atmung und Schlafphasen werden detailliert protokolliert. Neu sind kleinere Detailverbesserungen bei der Auswertung.
Ebenfalls enthalten ist die aus der App bekannte „Schlaftier“-Funktion. Auf Basis mehrerer Nächte ordnet sie dem Schlafverhalten ein Tier zu und gibt darauf abgestimmte Empfehlungen zu Schlafdauer, Einschlaf- und Aufstehzeitpunkt sowie zur Schlafhygiene. Eine Besonderheit der Watch S4 ist die ganztägige erweiterte Schlaf‑Überwachung, die optional auch tagsüber auftretende Schlafphasen erfasst.
Obwohl es sich bei der Xiaomi Watch S4 um eine Smartwatch handelt, fällt die Auswahl an Funktionen jenseits von Sport- und Gesundheitsmessungen eher überschaubar aus. Ein EKG kann man nicht aufzeichnen. Dafür verfügt die Uhr über einen internen Speicher von 32 GB, der sich zum Ablegen und Abspielen von Musik nutzen lässt – auch ohne angeschlossenes Smartphone.
Das geschlossene Betriebssystem verhindert die Installation zusätzlicher Apps. Musik kann ausschließlich über den integrierten Player wiedergegeben werden, Streaming-Dienste wie Spotify werden nicht unterstützt. Eine Navigationsfunktion fehlt ebenfalls.
Einen eSIM-Slot gibt es nicht, zwei eingebaute Mikrofone erlauben jedoch das Annehmen und Führen von Telefonaten, solange das gekoppelte Smartphone in Reichweite ist. NFC ist vorhanden, beschränkt sich jedoch auf Xiaomi Pay. Die Auswahl unterstützter Banken ist gering.
Bei Xiaomi-Geräten wie dem Smart Band 10 zählt die lange Akkulaufzeit zu den Stärken – die Watch S4 bildet hier keine Ausnahme. Sie ist mit einem Akku mit 486 mAh Kapazität ausgestattet. Der Hersteller gibt eine Laufzeit von bis zu 15 Tagen bei „normaler Nutzung“ an. Im Test erreichte die Uhr diesen Wert nicht: Bei drei Sporteinheiten von jeweils rund 90 Minuten – zwei davon mit aktiviertem GPS – und voller Displayhelligkeit hielt der Akku knapp fünf Tage. Für eine vollständige Ladung am mitgelieferten Kabel benötigt die Watch S4 etwa 50 Minuten.
Die unverbindliche Preisempfehlung für die Watch S4 liegt bei 150 Euro, im Handel ist sie bereits für rund 126 Euro erhältlich. Erhältlich ist die Uhr in den Farben Schwarz, Silber und „Rainbow“ (schwarz schimmernd mit farbigen Akzenten). Im offiziellen Shop werden zudem Wechsel‑Lünetten für 16 Euro sowie Sets aus Lünette und Armband in verschiedenen Farben für 30 Euro angeboten.
Die Xiaomi Watch S4 erweist sich im Test als solide Sportuhr mit überzeugenden Trainings- und Gesundheitsfunktionen. Allerdings bremst das geschlossene Betriebssystem die Vielseitigkeit aus: Eine Navigationsfunktion fehlt komplett, und der Bezahldienst Xiaomi Pay ist aufgrund der geringen Anzahl unterstützter Banken oft nicht nutzbar.
Dafür punktet die Uhr mit Features, die in dieser Preisklasse selten sind: integriertes GPS, detaillierte Trainingsanalysen und interner Musikspeicher. Dieser Funktionsumfang ist bei Konkurrenten wie Garmin oder Polar oft erst in deutlich teureren Modellen zu finden. Wer hauptsächlich Trainingsdaten erfassen und auswerten möchte und dabei auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Wert legt, findet in der Watch S4 eine interessante Option.
Die Motorola Moto Watch entstand in Zusammenarbeit mit Polar und bietet GPS zum günstigen Preis. Ob der große Name für Qualität steht, zeigt unser Test.
Die Motorola Moto Watch entstand in Zusammenarbeit mit Polar und bietet GPS zum günstigen Preis. Ob der große Name für Qualität steht, zeigt unser Test.
100 Euro für eine Smartwatch mit Polar-Technik – klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es aber nicht. Die Motorola Moto Watch wurde in Kooperation mit dem finnischen Sportuhrenhersteller entwickelt, der sich für die Tracking-Funktionen verantwortlich zeichnet. Das verspricht eine solide Basis für Trainings- und Gesundheitsaufzeichnungen. Motorola kombiniert das Ganze mit einer langen Akkulaufzeit und einem großen 1,43-Zoll-OLED-Display.
Beim Design der Moto Watch geht Motorola kein Risiko ein: Schlichtheit ist Trumpf. Die Uhr verfügt über ein rundes Gehäuse in mattem Schwarz sowie ein schlichtes Silikonarmband. Der Hersteller bietet die Uhr zudem in einer Special Edition für einen Aufpreis von 49,99 Euro mit olivgrünem Silikon- und matt silbernem Metallarmband an. Bei der Special Edition sind Lünette und Gehäuse ebenfalls in Silber gehalten. Das Gehäuse selbst besteht laut Herstellerangaben aus Aluminium.
An der Gehäuseseite befinden sich ein drehbarer Druckknopf und ein schmaler Button zur Steuerung der Uhr. Das im Display verbaute Corning Gorilla Glass 3 sorgt für eine gewisse Stoßfestigkeit, zum Schwimmen sollte man die Uhr aber eher nicht verwenden. Denn enttäuschenderweise ist die Moto Watch zwar nach IP68-Standard zertifiziert, hält aber nur einem Druck von 1 ATM stand. Damit übersteht sie vermutlich nur einen Regenschauer oder kurzes Eintauchen in flaches Wasser.
Beim Tragekomfort überrascht die Moto Watch positiv: Mit 40 g und einem Gehäusedurchmesser von 47 mm fällt sie zwar wuchtig aus, sitzt aber trotz des großen Displays angenehm am Handgelenk. Das Metallarmband ist solide verarbeitet und hinterlässt einen wertigen Eindruck.
Motorola hat der Moto Watch ein 1,43-Zoll-großes OLED-Display verpasst, das über eine integrierte Always-on-Funktion verfügt. Letztere beeinflusst allerdings die Akkulaufzeit. Die Helligkeit des Displays lässt sich manuell in zehn Stufen regeln, aber auf Wunsch auch automatisch anpassen. Das funktioniert im Test durchweg gut und die Helligkeit reichte stets aus, damit die Uhr gut ablesbar bleibt. Konkrete Angaben zur Display-Helligkeit macht Motorola übrigens nicht.
Ansonsten macht das Display in Anbetracht der Preisklasse, in der sich die Moto Watch bewegt, einen rundum soliden Eindruck. Farben werden sauber dargestellt und die Schrift in den Menüs lässt sich gut ablesen. Lediglich die in der App angebotenen Zifferblätter sind Geschmackssache und gewinnen keinen Schönheitspreis.
Um den vollen Funktionsumfang der Moto Watch nutzen zu können, müssen wir auf unserem Smartphone die Moto Watch App installieren. Die gibt es kostenlos im Google Play Store zum Download – und zwar auch nur dort, denn die Moto Watch ist ausschließlich mit Android, nicht aber mit iOS kompatibel. Haben wir die App heruntergeladen, koppeln wir die Moto Watch via Bluetooth mit der Software und klicken uns durch ein kurzes Tutorial, das uns mit den wichtigsten Funktionen vertraut macht. Wer möchte, kann in der App einen Nutzeraccount anlegen, eine Pflicht dazu besteht aber nicht. Der Account lohnt sich primär dann, wenn man aufgezeichnete Daten später auf ein anderes Gerät übertragen oder den KI-Assistenten der Moto Watch nutzen möchte.
An der Bedienung der Moto Watch haben wir nichts auszusetzen: Sowohl über die Buttons als auch über das Touch-Display funktioniert die Steuerung ohne Probleme. Nennenswerte Verzögerungen bei der Verarbeitung unserer Eingaben gibt es keine, und unsere Gesten werden zuverlässig erkannt. Feuchte, verschwitzte oder schmutzige Finger sind für das Display ebenfalls kein Problem, auch hier registriert die Uhr zuverlässig alle Eingaben.
Obwohl sich Motorola für das Trainings- und Fitnesstracking der Moto Watch mit Polar zusammengetan hat, kann uns die Smartwatch in diesem zentralen Bereich nicht wirklich überzeugen. Die Uhr kämpft mit Ungenauigkeiten an mehreren Fronten und einer eher sparsamen Auswahl an Features. Die Konkurrenz von Amazfit zeigt, dass es in der Preisklasse unter 200 Euro auch besser geht.
Aber der Reihe nach: Wie es sich für eine Sportuhr oder einen Fitness-Tracker gehört, zählt die Moto Watch zuverlässig unsere Schritte und verbrauchten Kalorien – basierend auf Daten wie Körpergröße, Gewicht und Geschlecht. Für das Aufzeichnen von Trainingseinheiten stehen 97 verschiedene Modi zur Verfügung, deren Datenerhebung sich allerdings auf das Wesentliche beschränkt.
Bei den meisten Sportarten werden lediglich die Trainingsdauer, die Herzfrequenz und die verbrannten Kalorien gemessen. Zwar gibt es mehrere Modi für das Training im Fitnessstudio, auf eine Möglichkeit, absolvierte Wiederholungen aufzuzeichnen, müssen wir aber verzichten. Was der Uhr ebenfalls fehlt, sind Profile für Wassersportarten. Selbst Schwimmen fehlt komplett, was in Anbetracht der schwachen Wasserdichtigkeit der Uhr zwar wenig verwunderlich, aber doch ziemlich enttäuschend ist.
Immerhin hat die Moto Watch für das Tracking von Ausdauersportarten wie Laufen und Radfahren ein paar Extras an Bord. Beim Radfahren misst die Smartwatch zusätzlich unsere zurückgelegte Strecke, die aktuelle Geschwindigkeit und das Durchschnittstempo. Beim Laufen im Freien kommen noch das Tempo des letzten Kilometers, die Schrittfrequenz sowie die Schritte insgesamt dazu.
Ein Highlight der Kooperation zwischen Motorola und Polar ist bei der Moto Watch die Integration eines Dual-Frequenz-GPS-Moduls. Dementsprechend können wir bei Outdoor-Aktivitäten wie Laufen, Wandern oder Radfahren per GPS-Tracking die zurückgelegte Strecke aufzeichnen. Eine Navigationsfunktion gibt es allerdings nicht. Insgesamt funktioniert die Routenaufzeichnung relativ genau und weicht im Test auf einer Strecke von fünf Kilometern durch Wald und urbane Strukturen nur geringfügig von der Messung unseres Kontrollgeräts (Garmin Fenix 7) ab. Allerdings gibt es einen Nachteil in der App, der uns im Test negativ aufgefallen ist: Man kann die gelaufene Strecke in der Kartenansicht zwar heranzoomen, den Bildausschnitt aber nicht verschieben. Dadurch ist die Kartenansicht für sich genommen nutzlos, wenn man einzelne Streckenabschnitte genauer anschauen möchte.
Der Pulssensor der Moto Watch funktioniert ordentlich, aber nicht überragend. Die bei gleichbleibender Belastung gemessene durchschnittliche Herzfrequenz stimmt mit der Messung unseres Kontrollgeräts (Garmin Fenix 7) überein, im Vergleich zum Brustgurt liegt die Differenz im unteren einstelligen Bereich. Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis für eine Uhr dieser Preisklasse. Bei stark schwankendem Puls (etwa während eines HIIT-Trainings) hat die Uhr allerdings mehr zu kämpfen und liefert etwas ungenauere Ergebnisse.
Als nützliches Extra empfanden wir die Berechnung der verbrannten Kalorien in der App. Die entsprechende Grafik zeigt nicht nur die Gesamtkalorienmenge an, sondern schlüsselt auch genauer auf, wie hoch der Anteil an Fett, Kohlenhydraten und Protein zu welchen Zeitpunkten des Trainings gewesen ist. Daran kann abgelesen werden, welcher Intensitätsbereich des Trainings welche Art von Makronährstoff verbraucht hat. Was uns ebenfalls gut gefallen hat, ist die sehr übersichtliche Aufbereitung der Trainingsdaten in der App. Alle Informationen sind untereinander in separaten Diagrammen aufgeführt, zu denen wir auf Wunsch weitere Erklärungen und Hinweise aufrufen können.
Da es sich bei der Moto Watch um eine smarte Fitnessuhr handelt, dürfen auch Funktionen zum Schlaf- und Gesundheits-Tracking nicht fehlen. Unter anderem überwacht die Moto Watch neben der Herzfrequenz auch den Blutsauerstoff und informiert uns darüber, falls die gemessenen Werte außerhalb der Norm liegen. Das Schlaf-Tracking basiert auf der Polar Sleep Plus Stages Technology und beinhaltet neben Angaben zu der Dauer unserer verschiedenen Schlafzyklen auch eine Übersicht der Schlafstabilität (Unterbrechungen, Kontinuität, Schlafdauer). Basierend darauf errechnet der Algorithmus den Wert unserer Schlafqualität auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten.
Insgesamt macht das Schlaf-Tracking der Moto Watch einen einwandfreien Eindruck. Die Bewertung der Schlafqualität stimmt mit unserem subjektiven Empfinden überein und die zusätzlichen Tipps, die wir als Erklärung über die Info-Icons in der App aufrufen können, sind hilfreich. Positiv aufgefallen ist uns auch die Möglichkeit, ein konkretes Schlafziel festzulegen und eine Entspannungserinnerung einzurichten, mithilfe derer uns die Uhr eine Entspannungsaktivität vor dem Schlafengehen vorschlägt.
Ansonsten fallen die Gesundheitsfeatures der Moto Watch eher spärlich aus: Es gibt noch die Möglichkeit, den eigenen Stresslevel zu messen. Dabei liegt der Fokus auf psychischem Stress, der auf Basis der Herzfrequenzvariabilität registriert wird. Die Ergebnisse wirken glaubwürdig und helfen dabei, langfristige Trends zu erkennen, sind aber selbstverständlich kein Ersatz für entsprechende professionelle medizinische Unterstützung.
Worauf wir bei der Moto Watch übrigens komplett verzichten müssen, ist ein dediziertes Zyklustracking. Es gibt keine Option, weder auf der Uhr noch in der App, konkrete Symptome oder die Dauer des eigenen Zyklus anzugeben.
Die Auswahl an zusätzlichen Features ist bei der Moto Watch recht begrenzt. Die Smartwatch verfügt über ein integriertes Mikrofon und einen Lautsprecher, sodass wir auf unserem Smartphone eingehende Anrufe direkt über die Uhr annehmen und beantworten können. Dabei geht die Sprachqualität in Ordnung, allerdings sollte man hier keine Höchstleistungen erwarten. Zusätzlich können wir die Künstliche Intelligenz Moto AI nutzen, allerdings ist dafür ein kompatibles Motorola-Smartphone erforderlich.
Ebenso verfügt die Moto Watch über einen integrierten Musikspeicher. Mithilfe der App haben wir die Möglichkeit, MP3-Dateien auf die Uhr zu übertragen. Dedizierte Apps wie Spotify oder Deezer lassen sich allerdings nicht direkt auf der Smartwatch installieren. Immerhin können wir aber mit der Uhr auch die Musik steuern, die wir auf unserem Smartphone wiedergeben. Was der Moto Watch derweil fehlt, sind eine Bezahlfunktion sowie ein E-SIM-Slot.
Motorola gibt die Akkulaufzeit der Moto Watch mit bis zu 13 Tagen an, abhängig von der Nutzungsweise (GPS-Tracking) und der Display-Helligkeit (Always-on-Funktion). Genauere Details zur Kapazität des Akkus verrät der Hersteller nicht. In unserem Test beweist die Moto Watch tatsächlich einen langen Atem: Bei aktivierten Benachrichtigungen, automatischer Display-Helligkeit ohne Always-on und drei anderthalbstündigen Sporteinheiten pro Woche (zwei davon mit aktiviertem GPS-Tracking) schaffte die Uhr etwas mehr als zehn Tage, bevor wir sie wieder aufladen mussten.
Ein besonderer Clou der Moto Watch ist die integrierte Schnellladefunktion: Ein paar Minuten an Ladezeit reichen aus, damit der Akku der Uhr einen ganzen Tag durchhält. Das macht die Moto Watch sehr alltagstauglich und ist eine echte Hilfe, wenn man zwischenzeitlich mal vergessen hat, die Smartwatch rechtzeitig aufzuladen.
Motorola ruft für die schwarze Standard-Version der Moto Watch eine unverbindliche Preisempfehlung von 100 Euro auf, die Special Edition mit Metallarmband kostet rund 140 Euro. Der Straßenpreis unterscheidet sich zum Testzeitpunkt nur minimal von der UVP.
Die gute Nachricht zuerst: Die Moto Watch ist kein Totalausfall, sondern eine solide smarte Sportuhr zu einem günstigen Preis. Käufer bekommen für 100 Euro eine Smartwatch, die mit einem ordentlichen GPS-Tracking und einer für Hobby-Athleten ausreichenden Herzfrequenzmessung daherkommt. Das Schlaf-Tracking ist gelungen, die Akkulaufzeit hervorragend und das Display kann ebenfalls überzeugen.
Der Haken ist nur: Es gibt in dieser Preiskategorie bereits vergleichbare Smartwatches, die ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten haben. Insbesondere gegenüber der sogar günstigeren Amazfit Active 2 zieht die Moto Watch von Motorola klar den Kürzeren, auch wenn die Amazfit-Uhr auf einen Musikspeicher verzichtet.
Trotzdem: Wer eine solide Sportuhr zum günstigen Preis sucht, macht mit der Moto Watch nichts falsch. Kann man mit den kleinen Problemen der Uhr (wie der teils ungenauen Pulsmessung und der unzureichenden Wasserdichtigkeit) leben, ist das Motorola-Modell sein Geld wert.
Fast zwei Wochen Akkulaufzeit, präzise Pulsmessung und ein helles Display: Die Huawei Watch GT 6 ist eine elegante Sportuhr mit edlem Look.
Fast zwei Wochen Akkulaufzeit, präzise Pulsmessung und ein helles Display: Die Huawei Watch GT 6 ist eine elegante Sportuhr mit edlem Look.
Die Huawei Watch GT 6 ist eine sportliche Smartwatch, die mit ihrem eleganten Design eher an Modelle von Fossil erinnert als an die Outdoor-Konkurrenz von Garmin. Gegenüber der GT 6 Pro ist sie etwas abgespeckt – statt Titan kommt Edelstahl zum Einsatz, ein EKG fehlt. Dafür ist sie günstiger zu haben. Neu hinzugekommen sind zudem spezielle Funktionen für Radfahrer – dazu später mehr.
Im Test hinterließ die Uhr insgesamt einen positiven Eindruck: Sie bietet eine sehr genaue Pulsmessung, zahlreiche Trainingsprofile und eine Akkulaufzeit von fast zwei Wochen. Wo sie ihre Stärken ausspielt, wo es noch Schwächen gibt und warum sie dennoch eine Empfehlung wert ist, klären wir in diesem Test. Aktuell bekommt man die Sportuhr bei Amazon schon für 219 Euro.
Update: Die Smartwatch haben wir im Oktober 2025 getestet. Es gibt jedoch eine wichtige Neuerung: Das Bezahlen ist ab sofort möglich – und zwar über den Anbieter Curve.
Die Watch GT 6 ähnelt dem Vorgängermodell GT 5 – auf den ersten Blick könnte man sie verwechseln. Sie kombiniert ein rundes Zifferblatt mit einem achteckigen Edelstahlgehäuse. Wir haben die große Ausführung mit 46 mm Durchmesser getestet, die primär für kräftigere Handgelenke gedacht ist. Daneben gibt es eine kleinere 41-mm-Version mit abweichendem Design, die wir demnächst ebenfalls testen.
Im Vergleich zum Vorgänger wirkt die Lünette markanter und ragt etwas stärker hervor. Oben rechts sitzt wieder eine Krone, darumter eine frei belegbare Taste. Das Gehäuse ist 11 mm dick und wiegt 50 g, damit ist es angenehm schwer, aber nicht übermäßig massiv. Armbänder lassen sich dank des Klicksystems schnell wechseln. Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig.
Die Huawei Watch GT 6 ist wie auch die Pro-Version nach 5 ATM bis 50 Meter (Wassersäule) wasserdicht und zudem nach EN 13319 zertifiziert. Für Schwimmen und leichten Wassersport geeignet, fürs Gerätetauchen ist sie nicht ausgelegt.
Huawei bietet drei Varianten: ein dunkelgraues Modell mit schwarzem Fluorelastomer-Armband, eine silberne Version mit braunem Kunststoff-Armband in Lederoptik sowie ein silbernes Modell mit hellgrünem Armband. Optisch wirkt die GT 6 sportlich-elegant und passt sowohl ins Training als auch zur Abendgarderobe.
Das OLED-Display misst 1,47 Zoll in der Diagonale. Farben wirken kräftig, der Kontrast ist ausgewogen und die Darstellung mit 466 × 466 Pixeln gestochen scharf. Die maximale Helligkeit soll bis zu 3000 Nits erreichen – im Test war der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar. Bei der Watch GT 6 setzt Huawei allerdings nicht auf Saphirglas, sondern auf herkömmliches Glas. Ein Always-on-Display steht zur Verfügung, geht jedoch zulasten der Akkulaufzeit.
Die Huawei Watch GT 6 wird über die Health App eingerichtet, die sowohl Android- als auch iOS-Geräte unterstützt. Im Google Play Store ist sie allerdings nicht verfügbar. iPhone-, Samsung- und Honor-Nutzer erhalten sie in den jeweiligen Stores, andere Android-Geräte müssen sie per QR-Code laden und dafür kurzzeitig zusätzliche Berechtigungen erteilen.
Die App ist übersichtlich aufgebaut und zeigt die wichtigsten Gesundheitswerte. Zusätzlich stehen Trainingspläne und ein Zifferblatt-Store bereit. Erweiterte Analysen, detailliertere Trainingspläne sowie Ernährungstipps sind dem kostenpflichtigen Abo „Health Plus“ vorbehalten.
Die Bedienung erfolgt über den Touchscreen, eine Krone sowie eine frei belegbare Taste. Per Wischgesten ruft man Benachrichtigungen, Schnelleinstellungen, Infokarten oder Wetterdaten auf. Die App-Übersicht erinnert an die Apple Watch, wirkt durch das neue Gitternetz aber strukturierter. Praktisch: Ansagen beim Training lassen sich direkt über die Krone in der Lautstärke regulieren.
Auf der Uhr läuft Harmony OS, das aufgeräumt wirkt und flüssig läuft. Vorinstalliert sind unter anderem Petal Maps und Komoot. Außerdem können Songs lokal gespeichert und über Kopfhörer abgespielt werden. Einen App-Store gibt es nicht, und außer Komoot stehen keine Drittanbieter-Apps zur Verfügung. Immerhin dient die Uhr als Fernbedienung für Musik auf dem Smartphone. Ein Nachteil: Bluetooth lässt sich nicht an der Uhr ausschalten.
Im Test überzeugte die Huawei Watch GT 6 mit einer sehr präzisen Pulsmessung: Selbst bei intensiven Intervallen lagen die Abweichungen zum Polar-Brustgurt nur bei zwei bis drei Schlägen. Auch die GPS-Aufzeichnung arbeitete zuverlässig.
Die Uhr unterstützt zahlreiche Sportarten wie Laufen, Radfahren oder Krafttraining. Routen kann man importieren und Karten offline nutzen. Auf erweiterte Funktionen für Golfspieler und Trailrunner, etwa detaillierte Höhenprofile, verzichtet die GT 6 allerdings im Vergleich zum Pro-Modell.
Besonders für Radfahrer gehört sie zu den umfangreicheren Smartwatches: Eine Schätzfunktion ermittelt die Trittleistung auf Basis von GPS-Daten und Herzfrequenz. Da kein Powermeter zur Verfügung stand, konnten wir die Genauigkeit dieser Werte nicht überprüfen. Praktisch ist die Möglichkeit, das Smartphone nach Start des Fahrrad-Workouts als Fahrradcomputer zu verwenden. Die automatische Trainingserkennung reagiert zuverlässig und erkennt auch Pausen während der Fahrt.
Letztlich präsentiert sich die GT 6 als vielseitige Sportuhr für Alltag und Training. Wer jedoch Wert auf umfassendere Outdoor-Funktionen oder spezielle Golf-Features legt, ist mit der Pro-Version besser bedient.
Die Huawei Watch GT 6 misst kontinuierlich die Herzfrequenz, den Blutsauerstoffgehalt (SpO₂) sowie die arterielle Steifigkeit. Zusätzlich steht eine medizinisch zertifizierte App zur Analyse von Pulswellenarrhythmien bereit, die Hinweise auf Vorhofflimmern geben kann. Im Unterschied zur Pro-Version fehlt der Standardausführung jedoch ein EKG.
Ansonsten erfasst die Uhr die Herzfrequenzvariabilität (HRV), also die zeitlichen Abstände zwischen den Herzschlägen. Dieser Wert gilt als Indikator für Stressniveau, Erholungszustand und die Belastung des Nervensystems: Hohe HRV-Werte deuten oft auf gute Fitness hin, niedrige Werte können auf Überlastung oder gesundheitliche Probleme hindeuten.
Die Schlafanalyse zeigte sich im Test insgesamt plausibel, wenn auch nicht fehlerfrei. Die Uhr unterscheidet zwischen Leicht-, Tief- und REM-Schlaf und erkennt meist auch nächtliche Wachzeiten, allerdings weniger zuverlässig als ein hochwertiger Smart-Ring.
Über die Huawei Watch GT 6 lassen sich bei aktiver Bluetooth-Verbindung Anrufe direkt am Handgelenk tätigen. Die Sprachqualität erreicht zwar nicht das Niveau eines Smartphones, ist für kurze Telefonate unterwegs jedoch ausreichend. Eigenständige Mobilfunkfunktionen per eSIM oder eine WLAN-Anbindung fehlen.
Kontaktloses Bezahlen ist dank NFC möglich. Huawei setzte ursprünglich auf den polnischen Anbieter Quicko. Ganz neu ist ab sofort das Bezahlen über den Dienstleister und die App Curve möglich – hier kann man, ähnlich wie bei Google Pay, eine Kreditkarte hinterlegen. Getestet haben wir das mit der GT 6 nicht, da der Service zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar war. Wir haben es jedoch mit der neuen Huawei Watch GT Runner 2 ausprobiert – und es funktioniert.
Im Hinblick auf den Datenschutz leistet Huawei gute Arbeit. Für nahezu jede Messung ist eine ausdrückliche Zustimmung erforderlich, auch die AGB gaben in unserem Test keinen Anlass zur Kritik.
Die Huawei Watch GT 6 nutzt einen Akku mit Silizium-Carbon-Technologie, der bei kompakter Bauweise eine deutlich höhere Energiedichte bietet. Trotz der geringen Größe fasst er 867 mAh – rund 40 Prozent mehr als beim Vorgänger und mehr, als es mit herkömmlicher Akkutechnologie möglich wäre.
Huawei nennt eine Laufzeit von bis zu 12 Tagen. Im Test kamen wir sogar auf knapp 14 Tage – allerdings ohne Always-on-Display, mit Schlaf-Tracking an wenigen Nächten und zwei bis drei Workouts pro Woche.
Bei häufiger GPS-Nutzung sinkt die Laufzeit spürbar. Im Trainingsmodus mit aktiver GPS-Ortung nennt Huawei bis zu 40 Stunden. Geladen wird über ein induktives Pad mit USB-A-Anschluss, der Akku ist in etwa einer Stunde vollständig gefüllt.
Die Huawei Watch GT 6 hat eine UVP von 249 Euro. Direkt beim Hersteller kostet die Uhr 229 Euro. Das Modell mit grünem Armband ist allerdings etwas günstiger als die Varianten in Schwarz oder Braun.
Die Huawei Watch GT 6 ist optisch gelungen und überzeugt als Sportuhr. Sie passt auch gut in den Alltag oder zur Abendgarderobe. Zu ihren größten Stärken zählen die sehr präzise Pulsmessung, zahlreiche Sportprofile, spannende Extras für Radfahrer sowie eine Akkulaufzeit von rund zwölf Tagen.
Allerdings bleibt das App-Angebot überschaubar, die Funktionen erinnern eher an einen hochwertigen Fitnesstracker als an eine vielseitige Smartwatch. Die Bezahlfunktion per NFC ist in der Praxis kaum nutzbar, und auch die Schlafanalyse könnte Wachphasen noch zuverlässiger erfassen.
Letztlich erhalten die Käufer aber eine edle Sportuhr zu einem fairen Preis. Für viele dürfte die GT 6 sogar die attraktivere Wahl gegenüber der Pro-Version sein – vorausgesetzt, man benötigt kein EKG, keine speziellen Trailrunning-Funktionen und keine erweiterten Golf-Features.
Die Polar Grit X2 reiht sich als günstige Konkurrenz zur Garmin Fenix 8 ein. Wir zeigen im Test, was die kleine Schwester der Grit X2 Pro kann.
Die Polar Grit X2 reiht sich als günstige Konkurrenz zur Garmin Fenix 8 ein. Wir zeigen im Test, was die kleine Schwester der Grit X2 Pro kann.
Die Fenix-Serie von Garmin gilt als Platzhirsch unter den smarten Outdoor-Sportuhren. Doch Polar hat mit der Grit-X-Reihe ein heißes Eisen im Feuer, das mit vielen Funktionen zu einem vergleichsweise günstigen Preis punkten will. Wir haben uns die neue Polar Grit X2 angeschaut, die im Vergleich zur Grit X2 Pro mit einem kleineren Display, kürzerer Akkulaufzeit und ohne EKG-Funktion auskommen muss – dafür aber nur knapp 345 Euro kostet.
Kann die Polar Grit X2 mit Garmins Fenix-Modellen mithalten? Wir haben die Smartwatch auf Herz und Nieren geprüft, um die Frage zu beantworten.
Polar richtet sich mit der Grit X2 klar an Outdoor-Fans – das Design fällt entsprechend robust aus. Im Vergleich zur Grit X2 Pro wirkt die Uhr etwas dezenter, was auch am kleineren Display liegt. Optisch erinnert sie an Garmins Fenix-Serie und ist etwa so dick wie die Fenix 7. Weil das Gehäuse weniger wuchtig ausfällt als bei der Pro-Version, eignet sich die Grit X2 auch für schmalere Handgelenke – businesstauglich wirkt sie trotzdem nicht.
Wie bei der Grit X2 Pro setzt Polar auf ein AMOLED-Touchdisplay. Mit 1,28 Zoll ist es etwas kleiner als das der Pro-Version. Zusätzlich zur Touchbedienung gibt es fünf seitliche Tasten, über die sich die Uhr vollständig steuern lässt. Der Touchscreen kann nicht abgeschaltet werden – nur beim Schwimmen ist die Bedienung ausschließlich über die Tasten möglich.
Auf Wunsch lässt sich eine Always-On-Anzeige aktivieren – entweder dauerhaft oder gezielt für einzelne Sportprofile. Die Displayhelligkeit ist in drei Stufen einstellbar und reicht auch bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos aus. Eine automatische Helligkeitsanpassung gibt es nicht, die Anzeige bleibt aber ablesbar.
Bei der Verarbeitung liefert Polar gewohnte Qualität: Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, die Lünette aus Edelstahl, das Armband aus Silikon. Ein längeres Wechselarmband für größere Handgelenke liegt bei. Alle Komponenten wirken robust, das Saphirglas-Display übersteht Stürze aus einer Höhe von bis zu 1,5 Metern auf dem Steinboden sowie Stöße – etwa mit einer Kettlebell – ohne sichtbare Schäden. Die Uhr ist bis 50 Meter wasserdicht und damit zum Schwimmen, aber nicht für längere Tauchgänge geeignet.
Für die Einrichtung der Polar Grit X2 bietet der Hersteller zwei Möglichkeiten: Entweder man verbindet die Uhr per Bluetooth mit dem Smartphone und konfiguriert sie über die Polar-Flow-App, oder schließt sie per USB-C-Ladekabel an den PC an und richtet sie über die entsprechende Software ein. Beides klappt intuitiv und reibungslos. Für einige Funktionen ist allerdings die Nutzung beider Wege erforderlich (mehr dazu später). Die Bluetooth-Funktion der Grit X2 kann man leider nicht deaktivieren.
Die Polar-Flow-App hat sich seit unserem Test der Grit X2 Pro kaum verändert: Polar setzt weiterhin auf eine Tagebuch-Ansicht auf der Startseite, in der die neuesten Aktivitäten untereinander erscheinen. Über ein ausklappbares Menü am linken Bildschirmrand gelangt man zu weiteren Bereichen wie Training, Aktivität, Erholung und Einstellungen.
Wer von Garmin, Huawei, Xiaomi und Co. eine Kachelansicht gewohnt ist, findet die Darstellung zunächst vielleicht unübersichtlich. Nach kurzer Eingewöhnung erschließt sich die Struktur aber gut und wichtige Informationen sind schnell zugänglich. Wer sich an das Konzept gewöhnt hat, findet viele Daten sogar schneller als bei der Konkurrenz.
Die Grit X2 unterscheidet sich beim Aufzeichnen von Aktivitäten und Trainingseinheiten kaum von der Grit X2 Pro. Daher fassen wir die wichtigsten Punkte des kleineren Modells kompakt zusammen.
Wie die Pro-Version bietet auch die Grit X2 über 150 Trainingsprofile, von denen sich bis zu 20 für den Schnellzugriff auf der Uhr festlegen lassen. Langes Scrollen durch unzählige Profile gehört der Vergangenheit an. Die Auswahl umfasst eine Vielzahl von Sportarten – von Ausdauer- sowie Krafttraining hin zu Team-, Wasser- und Wintersport.
Die Herzfrequenzmessung funktioniert zuverlässig. Beim Lauftraining erfasst die Uhr Pulsverläufe präzise, mit nur geringen Abweichungen gegenüber einem Brustgurt. Auch beim Krafttraining liefert die Grit X2 brauchbare Werte, kommt jedoch – wie schon die Pro – nicht ganz an die Genauigkeit eines Brustgurts heran.
Besonders für Ausdauersportler interessant sind Zusatzfunktionen wie die Berechnung der sogenannten Running Power (Leistung in Watt beim Laufen), vertikaler Geschwindigkeit oder die automatische Erkennung des Schwimmstils.
Auch Kraftsportler profitieren: Die Grit X2 erkennt die maximale Belastung anhand der höchsten Herzfrequenz im Training und empfiehlt darauf basierend passende Pausenzeiten zwischen den Sätzen. In unserem Test funktioniert das erstaunlich gut. Wer dieses Feature nicht nutzen möchte, kann es in den Einstellungen deaktivieren.
Neu ist ein kostenpflichtiges Fitnessprogramm in der Polar-Flow-App: Für 9,99 Euro pro Monat (zwei Wochen kostenlos) erhalten Nutzer einen Trainingsplan, der sich an persönlichen Zielen und dem Fitnesslevel orientiert. Nach dem Beantworten einiger Fragen zeigt die App den Wochenplan an. Startet man eine Einheit über die Uhr, fragt diese, ob das geplante Workout ausgeführt werden soll. Eine Vorschau der Übungen – etwa für Mobility oder Zirkeltraining – ist nur über die App möglich. Die Videoanleitungen sind ausschließlich auf Englisch verfügbar. Die Pläne sind solide, ersetzen aber keine gezielte, sportartspezifische Anleitung.
Das bekannte Recovery-Pro- und Training-Load-Pro-System ist auch wieder an Bord. Es bewertet die Erholung nach dem Training und gibt Empfehlungen zur Trainingsintensität. Die Einschätzungen decken sich im Test meist mit dem eigenen Empfinden – eine kritische Einordnung bleibt aber sinnvoll.
Beim GPS-Tracking bleibt alles wie bei der Grit X2 Pro: Routen lassen sich über Strava oder Komoot importieren oder als GPX-/TCX-Dateien via PC übertragen. Aktives Routing fehlt. Die Navigation beschränkt sich auf vorgefertigte Strecken oder eine Breadcrumb-Führung zurück zum Startpunkt. Im Hinblick auf Navigation bleibt Garmin damit weiterhin die klare Referenz.
Beim Schlaf-Tracking unterscheiden sich Grit X2 und Grit X2 Pro nicht. Beide Modelle erfassen Leicht-, Tief- und REM-Schlaf sowie Einschlaf- und Aufwachzeiten. Zusätzlich misst die Uhr während der Nacht die Hauttemperatur und Herzfrequenz.
Die Schlafdaten werden in der Polar-Flow-App detailliert und übersichtlich dargestellt. Die Fülle an Informationen kann anfangs überfordern, liefert aber präzise Einblicke. Praktisch: Schlafphasen lassen sich manuell korrigieren, falls die Uhr einmal danebenliegt. Außerdem analysiert die App langfristige Schlaftrends und bewertet deren Einfluss auf das Energielevel. Voraussetzung dafür: mindestens fünf aufgezeichnete Nächte innerhalb von sieben Tagen.
Wie schon bei der Grit X2 Pro bleibt auch die Ausstattung der Grit X2 in puncto Zusatzfunktionen überschaubar. Im Vergleich zu Garmins Fenix 7 oder 8 fehlen eine Bezahlfunktion, ein integrierter Musikspeicher sowie ein Mikrofon für Anrufe. Auch spezifische Gesundheitsfunktionen für Frauen, etwa das Zyklustracking, sind nicht vorhanden.
Dafür bietet die Grit X2 – genau wie das Pro-Modell – ein integriertes EKG. Legt man einen Finger auf die obere linke Taste, misst die Uhr den Puls, inklusive durchschnittlicher Frequenz, Herzfrequenzvariabilität (HRV) und RR-Intervalle. Die Ergebnisse ersetzen keine medizinische Diagnose, liefern aber plausible Werte und helfen dabei, Trends oder Auffälligkeiten zu erkennen. Die Daten lassen sich als PDF exportieren, etwa für das Gespräch mit dem Arzt.
Die Grit X2 kommt mit einem etwas kleineren Akku als die Pro-Version, liefert aber dennoch solide Laufzeiten. Laut Polar beträgt die Kapazität 31 mAh, was im Smartwatch-Modus für rund sieben Tage reichen soll. Bei maximal aktivierten Trainingsfunktionen hält der Akku etwa 30 Stunden, im Energiesparmodus bis zu 90 Stunden.
Im Test mussten wir die Uhr nach knapp sechs Tagen wieder laden – bei drei anderthalbstündigen Trainingseinheiten, davon zwei mit GPS. Always-on war deaktiviert, die Displayhelligkeit stand auf „Hoch“. Im Vergleich zur Garmin Fenix 7 schneidet die Grit X2 bei der Laufzeit etwas schlechter ab. Angesichts des Preises und des AMOLED-Displays ist die Akkuleistung aber absolut akzeptabel.
Laut UVP kostet die Polar Grit X2 480 Euro – der Straßenpreis liegt meistens auf ähnlichem Niveau, aktuell bekommt man die Grit X2 aber schon für 345 Euro. Damit konkurriert sie direkt mit der Garmin Fenix 7, die je nach Modell zu einem ähnlichen Preis erhältlich ist. Die Fenix 8 hingegen ist fast doppelt so teuer. Angesichts der gebotenen Funktionen geht der Preis der Grit X2 in Ordnung.
Die Polar Grit X2 ist die kleinere Schwester der Grit X2 Pro, muss sich aber nicht verstecken. Im Test überzeugt sie mit einem deutlich besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Unterschiede beschränken sich auf Display-Größe und Akkulaufzeit – dafür verlangt Polar in der UVP rund 270 Euro mehr für die Pro-Version.
Wer auf Extras wie Bezahlfunktion und Musikspeicher verzichten kann und mit den Einschränkungen bei der Navigation lebt, erhält mit der Grit X2 eine starke und preiswerte Alternative zur Garmin Fenix.
Die Huawei Watch GT 6 in der 41-mm-Variante für Damen setzt auf ein elegantes Design, eine lange Akkulaufzeit, Fitness-Features und seit Neuestem auch eine Bezahlfunktion.
Die Huawei Watch GT 6 in der 41-mm-Variante für Damen setzt auf ein elegantes Design, eine lange Akkulaufzeit, Fitness-Features und seit Neuestem auch eine Bezahlfunktion.
Mit der 41-mm-Varainte der Watch GT 6 will Huawei eigenwilliges, aber elegantes Design mit den Vorzügen einer Smartwatch und umfangreichen Fitness-Features vereinen. Als besondere Verkaufsargumente führt der chinesische Hersteller zudem eine hohe Akkulaufzeit sowie ein besonders helles Display ins Feld.
Wir haben die Watch GT 6 in der 41-mm-Variante mit 1,32-Zoll-AMOLED-Display im Alltag getestet und klären, für wen sich der Kauf wirklich lohnt. Eher für Herren konzipiert ist die Huawei Watch GT 6 mit 46 mm (Testbericht), die ein gänzlich anderes Design und mehr Akkukapazität bietet.
Update: Die Uhr haben wir ursprünglich im Februar getestet. Mittlerweile gibt es aber seit Ende März Neuigkeiten: Die Bezahlung ist künftig mittels Curve Pay möglich.
Obwohl es sich bei der Huawei Watch GT 6 um eine vollwertige smarte Sportuhr mit diversen Fitness- und Gesundheitsfunktionen handelt, erinnert insbesondere die 41-mm-Variante optisch an eine Designer-Armbanduhr. Das ist laut Huawei auch so gewollt, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass das Design dieser Variante Geschmackssache ist.
Die abgerundete Lünette wirkt schlicht und elegant, doch die ovalen Ösen, durch die das Armband geführt wird, setzen einen auffälligen optischen Akzent, der gut auf den übrigen Körperschmuck abgestimmt sein will. Huawei bietet die 41-mm-Version in verschiedenen Farben mit unterschiedlichen Armbändern an – wobei das violette und das schwarze Silikonarmband nicht so recht zum eleganten Look der Uhr passen wollen. Weitaus stimmiger wirken die Modelle mit braunem oder weißem Lederarmband sowie die goldene Version mit Milanaise-Armband.
Trotz des filigranen Äußeren macht die Watch GT 6 einen robusten Eindruck. Alle Bestandteile sind solide verarbeitet und überstanden im Test auch Stürze aus anderthalb Metern Höhe auf Fliesen- und Steinboden ohne sichtbare Schäden. Laut Herstellerangaben ist die Watch GT 6 bis 5 ATM wasserbeständig und damit zum Schwimmen im flachen Wasser geeignet. Auch unter der Dusche lässt sich die Smartwatch tragen – Kontakt mit heißem Wasser sollte man allerdings vermeiden.
Die von uns getestete 41-mm-Variante kommt auf eine Display-Diagonale von 1,32 Zoll. Die Auflösung liegt bei 466 × 466 Pixeln – wodurch das kleinere Modell mit 352 PPI eine etwas höhere Pixeldichte erreicht als die größere 46-mm-Version mit 317 PPI.
Die Displayhelligkeit ist eines der zentralen Verkaufsargumente der Watch GT 6: Huawei gibt bis zu 3000 Nits an, eine Steigerung um 1800 Nits gegenüber dem Vorgänger Watch GT 5. Im Praxistest hinterlässt das Display dann auch einen hervorragenden Eindruck. Die Helligkeit lässt sich stufenlos regulieren und reicht bereits auf mittlerem Niveau aus, um die Anzeige selbst bei starker Sonneneinstrahlung gut ablesen zu können. Eine automatische Helligkeitsanpassung ist ebenfalls an Bord und lässt sich bei Bedarf im Einstellungsmenü aktivieren – auch sie funktioniert im Test einwandfrei.
Um die Huawei Watch GT 6 in vollem Umfang nutzen zu können, benötigen wir – wie bei Smartwatches üblich – die passende Companion-App auf dem Smartphone. Infolge der US-Sanktionen ist die Installation von Huawei Health auf Android deutlich umständlicher – denn die App gibt es nicht mehr im Play Store. iPhone-Nutzer hingegen bekommen die App regulär über den App Store.
Stattdessen müssen Android-Nutzer einen QR-Code scannen und die APK-Datei manuell installieren. Der gesamte Vorgang dauert zwar nicht besonders lange, ist aber ein lästiger Zusatzschritt. Dazu muss man unter Android einmalig die Berechtigung erteilen, Apps über externe Quellen zu installieren – diese Option sollte man aus Sicherheitsgründen anschließend wieder deaktivieren.
Die Huawei-Health-App setzt kein Benutzerkonto voraus – die Smartwatch lässt sich also auch ohne Huawei-Account via Bluetooth mit der App koppeln. Wer allerdings auf Premium-Dienste wie Health+ zugreifen oder bereits vorhandene Daten einer anderen Huawei-Uhr importieren möchte, muss sich mit einem Account anmelden.
Ist die Software installiert und die Uhr mit dem Smartphone verbunden, führt eine kurze Einleitung in die Bedienung der Watch GT 6 ein. Die funktioniert intuitiv und problemlos: Wer bereits Erfahrung mit Smartwatches hat, findet sich schnell zurecht – alle anderen dürften nach kurzer Eingewöhnung ebenfalls keine Schwierigkeiten haben. Das Touch-Display reagiert angenehm zügig auf Eingaben. Ruckler oder Fehlbedienungen traten im Test nicht auf, und auch mit feuchten oder verschmutzten Fingern lässt sich die Watch GT 6 über das Display problemlos steuern.
Auch wenn sich die Watch GT 6 bewusst als Lifestyle-Produkt präsentiert, kann sich ihre Ausstattung an Trainings- und Fitness-Features sehen lassen. Die Uhr bietet mehr als 100 verschiedene Trainingsprofile, wobei besonders Ausdauersportler auf ihre Kosten kommen, die viel zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind.
Für Radfahrer stehen zusätzliche Datenfelder wie FTP-Werte, Neigung, Distanz und Tempo zur Verfügung, Skifahrer können auf Daten wie Geschwindigkeit und Strecke zugreifen. Läufer erhalten neben Tempo und zurückgelegter Strecke zusätzlich Schrittfrequenz, Schrittzahl und Höhenmeter. Allen Profilen gemein ist die Aufzeichnung von Herzfrequenz und Trainingsdauer.
Die Pulsmessung erfolgt erwartungsgemäß über einen optischen Sensor am Handgelenk. Im Test können wir der Huawei-Uhr dabei eine hohe Genauigkeit attestieren: Erfreulicherweise kommt die Smartwatch auch mit schwankendem Puls – etwa beim Krafttraining oder bei HIIT-Einheiten – gut zurecht. Abweichungen im Vergleich mit einem Brustgurt bewegen sich im niedrigen einstelligen Bereich von bis zu fünf Schlägen pro Minute.
Die Watch GT 6 verfügt zudem über ein integriertes GPS-Tracking, das laut Huawei um 20 Prozent genauer arbeiten soll als beim Vorgänger. Ob die Routenaufzeichnung tatsächlich exakt um diesen Wert besser ist, ließ sich im Test nicht verifizieren – das GPS arbeitete stets einwandfrei und genau. Die Aufzeichnung zurückgelegter Strecken funktioniert zuverlässig und ohne nennenswerte Abweichungen von der tatsächlichen Route. Ansonsten lässt sich mit der Uhr auch offline navigieren, sofern zuvor das entsprechende Kartenmaterial über die Huawei-Health-App heruntergeladen wurde. Im Offline-Laufmodus gibt Huawei eine Laufzeit von bis zu 40 Stunden an.
Wer möchte, kann sich in der Huawei-Health-App kostenlos per KI individuelle Trainingspläne fürs Laufen erstellen lassen – verfügbar für 5 km, 10 km, Halbmarathon oder Marathon. Dazu erfragt die KI Parameter wie Körpergröße, Alter, Gewicht und bisherige Lauferfahrung. Der auf Basis unserer Eingaben erstellte Trainingsplan machte im Test einen soliden Eindruck und eignet sich vorwiegend für ambitionierte Hobbysportler.
Wer mehr Unterstützung oder Anleitung beim täglichen Training sucht, kann zusätzlich auf das kostenpflichtige Huawei Health+ zugreifen. Der Premium-Dienst ist für Käufer der Watch GT 6 in den ersten drei Monaten kostenlos und kostet danach 7,99 Euro pro Monat. Enthalten sind Workouts für verschiedene Sportarten, Dehn- und Yogaübungen, geführte Meditationen sowie Pläne zum Abnehmen. Ob sich Health+ lohnt, hängt von den individuellen Bedürfnissen ab – für die gebotenen Inhalte halten wir den Preis aber für fair.
Die Huawei Watch GT 6 bringt erwartungsgemäß auch diverse Gesundheitsfunktionen sowie eine Schlafanalyse mit. Im Fokus steht ein ganzheitliches Tracking des eigenen Wohlbefindens: Die Uhr überwacht neben der Herzfrequenz auch HRV- und Blutsauerstoffwerte. Eine Messung des Stresslevels ist ebenfalls an Bord – im Test empfanden wir dieses Feature als akkurat. Wer sich gestresst fühlt, kann direkt über die Uhr eine Atemübung starten, die zur Entspannung beitragen soll. Mehr als ein nettes Gimmick ist das allerdings nicht.
Die Schlafanalyse zeichnet Schlafphasen, Schlafdauer, Wachzeiten, Herz- und Atemfrequenz sowie die Blutsauerstoffsättigung auf. Das funktioniert im Test einwandfrei: Schlafdauer und Wachzeiten werden zuverlässig erkannt, und auch die Bewertung der Schlafqualität deckt sich weitgehend mit dem subjektiven Empfinden. Selbst Nickerchen am Tag erfasst die Uhr zuverlässig. Lediglich Wachphasen erkennt die Uhr nicht immer. In der App finden sich zudem hilfreiche Tipps zur Verbesserung des Schlafs. Abonnenten von Huawei Health+ können zusätzlich auf eine Auswahl an Schlafmusik zugreifen, die für Nutzer der kostenlosen Version nur eingeschränkt zur Verfügung steht.
Weiterhin verfügt die Watch GT 6 über eine Funktion zur Emotionserkennung. Die Software erfasst dabei alle drei bis 20 Minuten automatisch den Gefühlszustand und ordnet ihn als „Angenehm“, „Neutral“ oder „Unangenehm“ ein – basierend auf den gemessenen körperlichen Daten. Eine Möglichkeit, Emotionen manuell einzutragen oder Stresssymptome zu notieren, gibt es leider nicht. Im Test lieferte die Emotionserkennung ordentliche Ergebnisse, in etwa vergleichbar mit der Stressanalyse. Allzu viel Gewicht sollte man der Auswertung allerdings nicht beimessen – dafür ist sie zu allgemein gehalten.
Anders als die Huawei Watch GT 6 Pro bietet die Watch GT 6 kein EKG-Feature. Immerhin gibt es eine Pulswellenanalyse, die mithilfe des optischen Sensors ebenfalls Vorhofflimmern oder Unregelmäßigkeiten des Herzschlags erkennen kann. Die Messung dauert 45 Sekunden und liefert im Test ein plausibles Ergebnis – das allerdings keine ärztliche Diagnose ersetzen kann.
Nicht zuletzt hat Huawei auch bei der Watch GT 6 die Frauengesundheit im Blick und ermöglicht das Tracking des eigenen Zyklus. In der App lassen sich Zeitpunkt und Dauer der vergangenen Periode eintragen; anhand von Daten wie Herzfrequenz, HRV, Hauttemperatur und Atemfrequenz berechnet die Uhr den Eisprung sowie fruchtbare Tage.
Ein großer Pluspunkt: Die Basaltemperatur lässt sich manuell nachtragen und körperliche Symptome – inklusive Zustand des Zervixschleims – können notiert werden. Damit ist Huawei Health derzeit eine der wenigen Apps auf dem Markt, die in Kombination mit einer Smartwatch die Anwendung der symptothermalen Methode (NFP) zumindest inoffiziell unterstützt.
Die Auswahl an zusätzlichen Features bietet keine nennenswerten Überraschungen, sondern Smartwatch-Standard: Es gibt eine Benachrichtigungs- und Telefoniefunktion, wobei sich Letztere auf das Entgegennehmen von Anrufen beschränkt, die auf dem Smartphone eingehen – einen eSIM-Slot gibt es nicht. Dafür lassen sich über das integrierte Mikrofon per Knopfdruck Sprachnotizen aufnehmen. Eingehende Nachrichten können per Schnellantwort oder über die kleine Displaytastatur der Uhr beantwortet werden.
Erfreulicherweise verfügt die Watch GT 6 über einen integrierten Musikspeicher von 64 GB, auf den sich über die Huawei-Health-App eigene Songs zum Offline-Hören laden lassen. Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer oder Amazon Music werden aber nicht unterstützt. Ebenso fällt die Auswahl an zusätzlichen Apps, die sich auf der Smartwatch installieren lassen, überschaubar aus – zur Verfügung steht lediglich ein eingeschränktes Angebot aus der Huawei App Gallery.
Ursprünglich war kontaktloses Bezahlen nur über Quicko Wallet mit umständlichem Prepaid-Modell möglich. Seit Ende März steht jedoch Curve Pay als Alternative bereit: App aus der AppGallery auf der Uhr installieren, als Standard für NFC-Zahlungen einrichten und auf dem Handy ein Curve-Konto anlegen – fertig.
Mit der GT 6 in 41 mm konnten wir das nicht mehr testen, da uns die Uhr nicht mehr vorlag. Wie Curve Pay in der Praxis funktioniert, zeigen wir aber im Test der Huawei Watch GT Runner 2.
Huawei gibt die Akkulaufzeit der 41-mm-Variante mit bis zu 14 Tagen an, die 46-mm-Version soll bis zu 21 Tage durchhalten. Bei typischer Nutzung verspricht der Hersteller bis zu 7 Tage. Diese Angaben decken sich mit unseren Testergebnissen: Bei drei jeweils anderthalbstündigen Sporteinheiten pro Woche – zwei davon mit aktiviertem GPS –, automatischer Displayhelligkeit und aktivierten Benachrichtigungen musste die Watch GT 6 nach knapp einer Woche wieder an die Ladeschale.
Über die beiliegende Ladeschale unterstützt die Uhr zudem Schnellladen und ist innerhalb einer Stunde wieder vollständig aufgeladen.
Huawei bietet die Watch GT 6 in zwei Gehäusegrößen an, die in der Standardvariante mit Kunststoffarmband jeweils 229 Euro (UVP) kosten. Wer sich für ein Armband aus Kunstleder entscheidet, zahlt 249 Euro, das Modell mit Nylonarmband schlägt mit 269 Euro zu Buche. Am teuersten ist die Watch GT 6 mit Milanaise-Armband für 299 Euro.
Der Straßenpreis liegt zum Testzeitpunkt je nach Variante bei unter 177 Euro – lediglich die goldene 41-mm-Version mit Milanaise-Armband ist mit 238 Euro deutlich teurer.
Huawei macht mit der Watch GT 6 vieles richtig, auch wenn die Uhr nicht frei von Schwächen ist. Dass die Smartwatch bei App-Auswahl, Streaming-Diensten und kontaktlosem Bezahlen Abstriche machen muss, ist allerdings weniger dem Hersteller als den US-Sanktionen anzulasten.
Abgesehen davon bekommen Käufer mit der 41-mm-Variante eine überzeugende Smartwatch mit vielen nützlichen Trainings- und Gesundheitsfunktionen. Das hervorragende GPS-Tracking und die präzise Herzfrequenzmessung bilden das Herzstück eines Gesamtpakets, das insbesondere für Frauen dank der umfangreichen Möglichkeiten zum Zyklustracking eine echte Bereicherung darstellt. Die gute Akkulaufzeit und der vergleichsweise günstige Preis machen die Watch GT 6 zu einer klaren Kaufempfehlung.
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