Milieubewust uitgaan

In Rotterdam hat ein ökologischer Tanzclub aufgemacht. Es gibt Ökobier und den Strom produzierenden die Tanzenden selbst.

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Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Hanno Charisius

Ausgehen, „Party machen“ und trotzdem ökologisch korrekt unterwegs sein? Kein Problem sehen darin ein paar junge, niederländische Unternehmer und Architekten und haben die Idee von der Critical Mass genommen, jener laut Wikipedia einst in Wien geborenen, inzwischen international verwendeten Aktionsform, bei der sich mehrere unmotorisierte Verkehrsteilnehmer scheinbar zufällig und unorganisiert treffen, um mit gemeinsamen Protestfahrten auf ihre Belange und Rechte aufmerksam zu machen. Diese Idee haben sie also genommen und über eine Disko im Herzen Rotterdams gestülpt. Das Ergebnis ist der erste ökologische Tanzclub der Welt – mit Ökobier, Regenwasserspülung auf den Klos und stromerzeugenden Piezokristallen unter der Tanzfläche (youtube-Werbevideo).

1200 feierfreudige Menschen kamen zum Öko-Trance. Auf den stromerzeugenden Bodenbelag mussten sie bei der Premiere im alteingesessenen Club „Off Corso“ noch verzichten, dafür gab es Sitzpolster und Wandbespannungen, die durch die abgegebene Körperwärme ihre Farbe verändern.

Ist es eine Mode? Ist der Hang zum Nachhaltigen nur eine kurze Erscheinung und wird darauf dann der ökologisch vollkommen unkorrekte Club folgen, in den nur reinkommt wer wenigstens mit einem Zehn-Liter-Auto vorfährt? Ist es wirklich ein Zeichen der Trendwende? Oder geraten die Tanzenergie-Wandler irgendwann bald zu Ikonen der Dekadenz?

Das kann man jetzt lächerlich machen und lästern, was das denn bitte bringen soll angesichts niederschmetternder Nachrichten etwa vom wieder ansteigenden globalen Kohlendioxid-Ausstoß, wie ihn die Uno registriert hat.

Muss man aber nicht. Man kann es auch als verspielten, progressiven Beitrag sehen zu einem Problem, das uns alle betrifft. Umweltschutz muss nicht verbissen sein. Welt, mach’s wie Rotterdam. (wst)