Wie ein Regierungssprecher verlauten lieĂ, sei aufgrund der guten Erfahrungen eine Analogisierungsoffensive geplant.
"Wir sehen uns zunehmend Cyberangriffen von auslĂ€ndischen MĂ€chten ausgesetzt, denen wir mangels Digitalkompetenz leider nichts entgegen setzen können. Hinzu kommt, dass sich gezeigt hat, dass auch der Wissensstand unserer Beamten fĂŒr dieses 'Neuland' kaum verbesserbar ist".
Die genauen MaĂnahmen wĂŒrden derzeit evaluiert. ZusĂ€tzliche Fax-Maschinen stehen oben auf der Liste, weil sich entsprechende GerĂ€te noch gĂŒnstig gebraucht auf diversen Kleinanzeigenportalen erwerben lieĂen. Telefone mit WĂ€hlscheiben scheinen dagegen kaum mehr erwerbbar -GerĂŒchten zufolgen verhandelt eine eigens gegrĂŒndete Arbeitsgruppe des Bundesforschungsministeriums aber bereits mit der Industrie ĂŒber eine Wiederaufnahme der Produktion.
FĂŒr gesetzt gilt auch die WiedereinfĂŒhrung der Schreibmaschinen; hier durchgĂ€ngig in der Form mechanischer Exemplare, da sich insbesondere die grĂŒnen Regierungsmitglieder unisono hierfĂŒr aussprachen: "Es ist nicht einzusehen, warum wir die Analogisierungsoffensive nicht auch gleichzeitig ökologisch ausgerichtet und klimafreundlich ausgestalten. Der Verzicht auf elektrischen Strom bei geschĂ€tzten 1'500'000 Schreibmaschinen im öffentlichen Dienst ist jedenfalls ein deutlicher Beitrag zur CO2-Einsparung!".
Aus demselben Grund befĂŒrworteten die GrĂŒnen auch zunĂ€chst eine Umstellung auf Fackeln und Kerzenlicht; dies wurde aber aufgrund von Bedenken bezĂŒglich der UmweltvertrĂ€glichkeit zunĂ€chst an einen Ausschuss zur KlĂ€rung der Kompensation der möglichen UmweltschĂ€den zurĂŒckverwiesen.
Ebenfalls noch in der Diskussion befinden sich die VorschlĂ€ge zur Analogisierung des Behördenverkehrs: Die Idee, bei der Deutschen Bahn zu Dampfloks zurĂŒckzukehren, stieĂ nicht nur auf heftigen Widerstand der GrĂŒnen; auch die AbschĂ€tzungen des Bahnvorstands, dass dies nicht vor 2099 auf ersten vereinzelten Probestrecken möglich wĂ€re, fĂŒhrten dazu, dass dieser Vorschlag erst Mal verworfen wurde.
Der Einsatz pferdebetriebener Postkutschen erscheint dagegen bereits als gesetzt. Ob sich das durch die Abschaffung von EMail, Internet und sonstiger elektronischer Kommunikation vermehrte Briefaufkommen allerdings bewĂ€ltigen lĂ€sst, darf bezweifelt werden. Immerhin hat die Ampel dieses potentielle Problem aber offensichtlich selber erkannt: Im Amtsblatt erschien bereits eine Ausschreibung ĂŒber 5'000 BrieftaubenzĂŒchter. Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen sind die Stellen durchgĂ€ngig als Beamte in Besoldungsgruppe A16 ausgeschrieben.
Die Finanzierung all dieser MaĂnahmen steht allerdings noch auf wackligen FĂŒĂen. Aus dem Umfeld von Bundeskanzler Scholz war zu hören, dass die Regierung eine neuerliche formale ErklĂ€rung einer "Notlage" erwĂ€gt, um die benötigten dreistelligen MilliardenbetrĂ€ge als Kredite auĂerhalb des regulĂ€ren Staatshaushaltes aufnehmen zu können.
"Die Analogisierungsoffensive ist nicht nur dringend erforderlich, um uns gegen Cyberangriffe von auĂen wehren zu können, sondern ist auch eine klare Absicherung gegen potentielle Gefahren im Inneren. Brieftauben, mechanische Schreibmaschinen und Kerzenlicht funktionieren eben auch noch, wenn unsere Stromnetze ausfallen. Die hohen Kosten fĂŒr die Transformation hin zu mehr Analogtechnik werden auch verstĂ€ndlicher, wenn man ĂŒberlegt, wieviele halbfertige Digitalisierungsprojekte dazu gestoppt und rĂŒckabgewickelt werden mĂŒssen."
Die Regierung hat dafĂŒr ein neues Analogisierungsministerium eingerichtet. Als federfĂŒhrender Minister wurde Karl Lauterbach (SPD) berufen, der mit seinem kreativen Umgang mit Fakten und zahlreichen gescheiterten Digitalprojekten die besten Voraussetzungen mitbringt, analoge Projekte voranzutreiben und der Ăffentlichkeit medienwirksam zu verkaufen.
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