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  • Ichthyostega

mehr als 1000 Beiträge seit 28.06.2005

Wo ist der Fortschritt

Mal ehrlich, das ganze Theater von wegen wieder Landen ist nur eine Nebelbombe, die von den Marketing-Abteilungen gelegt wurde. Ziemlich geschickt sogar. Man gaukelt der Öffentlichkeit vor, das das hier die Herausforderung wäre, und läßt dann die Öffentlichkeit mitfiebern, wie bei einem Fußballspiel.

Tatsächlich ist es nett, wenn eine Raketenstufe wieder aufstetzt, anstatt mit einem Fallschirm herunterzufallen. Aber eben auch nur nett. Das ist noch lange kein echtes "Raumschiff", das nach Beliben rauf und runter fliegen kann. Und für die Gesamtkosten ändert sich damit nur ein relativ kleiner Posten.

Montjoy schrieb am 03.04.2016 18:19:

.... Dann haben wir sogar 2 Systeme mit Potential die Weltraumfahrt zu revolutionieren.

...aber auch nur Potential.

Das größte Problem ist immer noch der gigantische Material/Energieverbrauch. Und das zweitgrößte Problem ist immer noch das irrsinnig hohe Zuverlässigkeits-Niveau, das man eben im Realbetrieb braucht, wenn kein Sicherheitsnetz da ist und man nicht mal eben anhalten und aussteigen kann, wenn was schiefgeht.

Nach allem, was ich sehen kann, wird da von den Marketing-Abteilungen beider Firmen die Wirklichkeit kräftig schöngerechnet. Nur zum Vergleich: auch das Space-Shuttle war ja in vielen Teilen "wiederverwandbar". Hat auch die ersten Male gut geklappt. *Dann* hat man die Kosten gesenkt, *danach dann* hat es "genallt", und dadurch hat man schmerzlich gelernt, *was* alles schiefgehen kann. Am Ende hat die NASA die "im Prinzip" wiederverwendbaren Raketen-Motoren des Shuttle jeweils in alle Einzelteile zerlegt und einzeln durchgecheckt, dann wieder zusammengebaut. Für jeden Start erneut. Mit irrsinnigen Kosten.

Und bitte erzählt mir jetzt nicht, die Leute bei der NASA wären nur Bürokraten und Vollhonks, und deshalb seien die Shuttles so teuer gewesen.

Ich sehe nicht ansatzweise, wie hier Space-X oder Blue-Origin einen technologischen Quantensprung zustandegebracht hätten. Die Gabe der "großen Macher" besteht nur darin, viele andere Leute ihre Visionen glauben zu lassen.

Wobei ich die Vision selber, nämlich zuverlässig und zu verhältnismäßigen Kosten in den Orbit zu kommen, nicht in Frage stelle. Die Menschheit sollte diese Vision in der Tat weiter verfolgen. Nur mit Marketing und Geld einsammeln alleine kommt man da nicht weiter. Es mag vielleicht helfen, wenn es dazu führt, daß weiterhin Raketen gebaut und gestartet werden und Erfahrungen gewonnen werden.

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