Auf leisen Pfoten

Viele lieben sie, andere reagieren allergisch. Auf jeden Fall sind Katzen aus deutschen Haushalten kaum mehr wegzudenken - schon gar nicht, seit sie sich mit Herrchen die Toilette teilen können.

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Von
  • Diane Sieger

Katzenfans wissen es längst: Der Stubentiger ist der Deutschen liebstes Haustier. Mit 7,8 Millionen Exemplaren in Häusern, Wohnungen und Gärten haben sie Hunden, Meerschweinchen und Kaninchen den Rang abgelaufen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich selbst einen Stubentiger zuzulegen, kann sich in der Rassekatzenportraitsammlung davon überzeugen, dass er die Qual der Wahl hat. Fotos und Beschreibungen zu über 40 verschiedenen Katzenrassen von A wie Abessiner über N wie Neva-Masquarade bis hin zu T wie Türkisch Van belegen, wie vielfältig die Hauskatze (Felis Catus) ist. Und wem das Anschauen der lieben Tierchen von außen nicht reicht - bei Interesse am Inneren der Katze hilft das Portal Katzen-Life weiter. Hier wird umfangreiches Wissen über Anatomie und Sinnesleistungen vermittelt. Ob es sich um den Aufbau des Gebisses, der Muskulatur, den Sehsinn oder das Gehör handelt - die Webseitenbetreiber erklären alles anschaulich und leicht nachvollziehbar.

Leider haben nicht alle Katzenbesitzer Respekt vor ihren Fellfreunden: Bilder verkleideter Miezen ins Web zu stellen, scheint sich mittlerweile zum Volkssport entwickelt zu haben. Wer wissen will, was manche Menschen mit ihren Katzen anstellen und mit welch stoischer Ruhe diese so manches Outfit über sich ergehen lassen, sollte einen Blick auf stuffonmycat werfen. Vom Siamkater, der im Pyjama mit der Fernbedienung vor dem Fernseher abhängt, bis zur Europäisch Kurzhaar, die ihre iPod-Playliste genießt - Zweibeiner lassen wirklich nichts unversucht, um ihrer Katze ein wenig Ruhm in Netz zu bescheren. Den Beweis dafür, dass das auch mit künstlerischem Touch geht, liefert das Infinite Cat Project. Es startet mit dem Foto einer Katze. Dies wird auf einem Computermonitor dargestellt und von einer weiteren Katze betrachtet. Diese Szene wird nun wiederum fotografiert, einer weiteren Katze zur Betrachtung vorgelegt und erneut fotografiert.

Doch Katzen sind nicht nur fotogen, manche besitzen auch besondere Fähigkeiten. Oscar, ein Kater aus dem US-Bundesstaat Rhode Island, ist beispielsweise solch ein begabtes Tier. Eigentlich eher scheu und nicht wirklich scharf auf engen Kontakt mit Menschen, macht er seine tägliche Tour durch das Hospiz, in dem er lebt, und legt sich neben Menschen, deren Tod nah ist. Durch ihn kann das Pflegepersonal die Angehörigen häufig noch so früh informieren, dass sie rechtzeitig am Bett des Sterbenden sein können. Selbst die Tagesschau hat bereits über Oscar berichtet, und Wikipedia bietet ebenfalls Informationen über die hellseherische Katze. Von dort aus gibt es auch Links zu Videos mit Oscar.

Eine weitere Online-Berühmtheit ist Mr. Lee. Er selbst hat allerdings, abgesehen von normalem Katzenverhalten, keine besonderen Fähigkeiten aufzuweisen. Sein Herrchen jedoch, Jürgen Perthold, hat sich etwas Besonderes für ihn ausgedacht. Mr. Lee trägt eine kleine Kamera um den Hals, die in regelmäßigen Intervallen Fotos von seinen Streifzügen macht. Auf seiner Webseite gibt es die technischen Details, eine umfangreiche Mediagallery und Bilder seiner zahlreichen Trips zu bewundern. Bei Bedarf kann man die katzengerechte Minikamera dort auch bestellen. Wer hat schließlich nicht schon immer mal wissen wollen, wen Mieze auf ihren Ausflügen trifft und durch wessen Katzenklappe sie ein- und ausgeht?

Da hier natürlich der Wissensaspekt nicht zu kurz kommen soll, sei auf das Katzen-Quiz verwiesen, bei dem man sein Wissen rund um die Haustiger testen kann. Welches ist beispielsweise die größte lebende Rassekatze - Perser, Main Coon oder Europäisch Kurzhaar? Und sind dreifarbige Katzen immer weiblich? Antworten auf diese und acht weitere Fragen gibt es bei web.de

Ernährung ist wichtig, und wer seine Katze mit selbstgezüchteten Leckereien verwöhnen möchte, sollte ein kleines Beet mit für sie interessanten Gewächsen im Garten reservieren. Bei der Umsetzung hilft der Gärtnertipp der ARD-Sendung Ratgeber Heim+Garten. Hier erfährt der Katzenfreund nicht nur, an welchen Pflanzen seine vierpfotigen Freunde gern und gefahrlos knabbern, sondern auch, wie er sie davon abhält, das Möhrenbeet als Katzenklo zu missbrauchen - ein Muss für alle Hobbygärtner. Wer jedoch von vornherein verhindern möchte, dass Pussy ihre Hinterlassenschaften im Garten verbuddelt, sollte sie gleich für den Gang auf die Toilette trainieren. Nein, hier ist nicht das Katzenklo gemeint, sondern die menschliche Kloschüssel. Mit citikitty ist anscheinend kein Problem mehr. In fünf einfachen Schritten lernt Mieze, wie sie am besten ins Porzellan zielt. Leider bietet die Webseite keinen Hinweis darauf, ob der Stubentiger auch lernt, die Klospülung selbst zu bedienen, oder ob dafür ein weiteres Trainingsset angeschafft werden muss.

Nicht nur im Internet, auch im Fernsehen sind Katzen häufig Thema. Sei es als Comicmiezen, schauspielernde Gesellen oder als Gegenstand von Dokumentationen. Eine Folge der SWR-Sendung Odysso, einer Wissenschaftsshow, widmete sich im Dezember letzten Jahres beispielsweise der heilenden Wirkung des Katzenschnurrens. Auf der sendungsbegleitenden Webseite finden sich Fakten zur beschleunigten Heilung von Knochenbrüchen und Linderung chronischer Schmerzen. Dabei ist noch gar nicht zu 100 Prozent geklärt, wie das Schnurren überhaupt zustande kommt. Laut Wikipedia gibt es drei verschiedene Hypothesen, wie und warum Katzen schnurren. Trotzdem scheint es erwiesen zu sein, dass die Schnurrfrequenz Kranken die Genesung erleichtert.

Allerdings sagt man der Katze nicht nur Positives nach. In der Welt des Aberglaubens gibt es unzählige Sprüche, die Leichtgläubigen das Fürchten lehren sollen. Sei es die schwarze Katze, die den Weg kreuzt und Unglück bringt, oder die weiße Katze am Fenster, die den baldigen Tod ankündigt - in der Welt der Hexenwesen verheißt ein Zusammentreffen mit Pussy & Co oft nichts Gutes. In Italien gehen viele Menschen sogar so weit, aus lauter Angst vor den finsteren Mächten der Katzen mehr als 60 000 Exemplare jährlich regelrecht hinzurichten, wie das Nachrichtenmagazin Focus in seinem Beitrag zu berichten weiß. Da freut es den Katzenliebhaber doch zu erfahren, dass Katzenhasser in der Regel keine hübschen Frauen abbekommen. Nachzulesen in einer Sammlung von Aberglauben. Wer dem Charme der Mäusefänger nichts abgewinnen kann, sollte schnellstens mal einen prüfenden Blick auf die Liebste werfen.

Zum Abschluss noch ein bisschen was zum Lachen: Dafür gibt es nahezu täglich einen witzigen Katzencomic. Am besten gleich den RSS Feed abonnieren. (ka)