Aus den Tiefen des Alls zu uns

Vor wenigen Jahren entdeckten Astronomen interstellare Objekte. Nun sollen neue Teleskopgenerationen und Raumsonden die galaktischen Besucher genau erforschen.

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Künstlerische Darstellung von ’Oumuamua, einem Besucheraus einem fremden Sternsystem.

(Bild: Rendering: M. Kornmesser/ESO)

Lesezeit: 10 Min.
Von
  • Christian Rauch
Inhaltsverzeichnis

Als Astronomen der Universität Hawaii am 19. Oktober 2017 den Nachthimmel auf der Suche nach erdnahen Asteroiden untersuchten, fiel ihnen ein ungewöhnlicher Himmelskörper auf. Das Pan-Starrs-Teleskop, das kontinuierlich den gesamten Himmel über Hawaii mit einer Auflösung von 1400 Megapixeln scannt, erfasste ein rötliches, schnelles Objekt. „Bald wussten wir: Das kann nicht aus unserem Sonnensystem stammen“, erzählt Astronomin Karen Meech. Der Himmelskörper hatte schon Anfang September die Sonne sehr nahe passiert, am 14. Oktober die Erde. „Nun, als wir eine intensive Beobachtung starteten, entfernte es sich schon rasend schnell.“ Und das auf einer außergewöhnlichen Flugbahn.

Die Bahn wies eine „Exzentrizität“ von 1,2 auf, so Meech. Diese Größe beschreibt, wie stark ein Himmelskörper von einer perfekten Kreisbahn um die Sonne abweicht: Die großen Planeten haben Exzentrizitätswerte etwas größer als null, laufen also auf fast perfekten Kreisbahnebenen. Manche Kometen gehen bis nahe eins, sie kreisen auf lang gestreckten Parabeln schräg zur Ebene. Liegt der Wert über eins, ist das Objekt nur auf der Durchreise – so wie der fremde Himmelskörper. Er tauchte durch unser Sonnensystem hindurch. Auf seiner hyperbelförmigen Bahn näherte er sich der Sonne nur einmal, dann verschwand er auf Nimmerwiedersehen im tiefen All.

Und so bekam der fremde Besucher aus dem interstellaren Raum zwei Wochen nach der Entdeckung die Bezeichnung „1I / 2017 U1“, mit dem „I“ für „Interstellar“. Zusätzlich erhielt er den hawaiianischen Namen ’Oumuamua, übersetzt: „Bote aus unserer fernen Vergangenheit – geschickt, uns zu erreichen“.

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