zurück zum Artikel

Blechaktien: Diese Oldtimer steigen stark im Wert

Haiko Prengel, Christian Lorenz
VW Passat B3

Mit der Wertsteigerung versuchen sich viele einen unvernünftigen Oldtimer-Kauf "schönzurechnen." Modelle mit tatsächlichem Spekulationspotenzial

Schon mal vom „Tal der Tränen“ auf dem Gebrauchtwagenmarkt gehört? So nennt man die lange Durststrecke des Preisverfalls, die jedes Auto durchmachen muss, bis vom einst stolzen Neuwagenpreis nur noch ein Bruchteil übrig geblieben ist. Bei populären Modellen geht die Preiskurve dann nach 25, 30 Jahren wieder nach oben. Man spricht vom Klassiker.

Allerdings mausert sich nicht jedes alte Auto zum begehrten Oldtimer. Bei Großvaters altem Ford Sierra Diesel sind die Zuwachsraten begrenzt. Auch Massenautos wie VW Golf [1] oder Opel Kadett werden nicht automatisch zu begehrten Klassikern, nur weil sie 30 Jahre alt sind.

Stattdessen sind es flott motorisierte Youngtimer aus den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren, die zuletzt besonders stark an Wert zulegten. Mit einem 16V-Schriftzug am Heck oder gar einem Turbolader am Krümmer wachsen die Begehrlichkeiten stark – und damit auch der Preis. Bei manchen Modellen hat sich der Marktwert in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Welche das sind, haben wir den Marktbeobachter Classic Analytics gefragt. Diese zehn Klassiker legten zuletzt besonders stark an Wert zu (alle Marktwerte für Autos im Zustand 2, Quelle: Classic Analytics).

Der Opel Calibra lies im Herbst 1989 seinen Vorgänger Manta fast schmerzhaft alt aussehen. Die elegante Karosserie machte ihn zum Aerodynamikweltmeister (cW 0,26), der 204 PS Turbo 4x4 das „Vectra-Coupé“ im März 1992 zum ernstzunehmenden Sportwagen und Technologieträger.

(Bild: Opel)

War er der bessere Manta? Der Calibra wird vor 30 Jahren für Opel zum Verkaufsschlager. Anders als sein Vorgänger mit dem Proleten-Image sieht das neue Sportcoupé aus Rüsselsheim nicht nur schnittig aus – es fährt sich auch so. Schon ein Calibra 2.0i 16V mit 150 PS (später 136 PS) rennt über 220 km/h. Der Zweiliter-Vierzylinder mit der internen Bezeichnung C20XE kommt auch in Kadett GSi 16V, Vectra und Omega zum Einsatz und gilt als eines der besten Vierventiler seiner Zeit. 1992 wird der 2.0i 16V zusätzlich mit einem Turbolader bestückt – das Ergebnis ist das neue Spitzenmodell: der Calibra Turbo 4x4.

Mit knapp 50.000 Mark war der Calibra Turbo 4x4 sehr teuer für einen Plastikbomber auf nüchterner Vectra-Basis. Doch mit 245 km/h Spitze, einer Beschleunigung von 6,8 s auf 100 km/h, 6-Gang-Getraggetriebe und Allradantrieb bekam man dafür geballte Technik und Fahrspaß auf dem Niveau deutlich teurerer Sportwagen. Im Bild ist der Calibra in der Sonderedition "Keke Rosberg" von 1995. Es gab dieses Sondermodell neben 4x4 Turbo und V6 auch als Einstiegsvierzylinder mit 115 PS.

(Bild: MatJo25 - CC BY-SA 4.0 [2])

Mit Allradantrieb, Sechsgangschaltgetriebe und 204 PS lehrt das Sportcoupé der Konkurrenz das Fürchten. Die Top-Speed liegt bei 245 km/h, für einen Opel ist das damals wahnwitzig. Heute sind gepflegte Turbo-Kandidaten gesucht – erst Recht, wenn es sich um eine der begehrten Sondereditionen handelt. Von denen es beim Calibra einige gibt. Sie heißen „Keke Rosberg“ oder „DTM Edition“, denn der Calibra ist in den 90ern auch bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) erfolgreich.

Marktwert 2015: 7800 Euro. Marktwert heute: 15.000 Euro

Im Cockpit war der Calibra leider nur ein Vectra. Auch eine Vollausstattung kann die Kunststoffwüste in der grobschlachtigen Formensprache der 90er-Opel nicht attraktiv machen.

(Bild: Opel)

Passat-Modelle der Baureihe B2 wurden unlängst noch von Kiesplatzhändlern vom Hof gekehrt oder von Tatort-Kommissaren erschossen. Insbesondere Variant-Topmodelle mit Allrad und Fünfzylinder sind heutzutage aber rarer und cooler als manche alte Oberklasselimousine.

(Bild: Volkswagen)

Kombis waren früher Handwerkerautos. Das ändert sich in den späten 1970er-Jahren, als sogar Mercedes beim W123 sein erstes T-Modell [3] (für Tourismus und Transport) herausbringt – die Ladefläche mit feinem Teppich ausgeschlagen. Nicht ganz so gut betuchte Familien fahren Opel Rekord/Omega Caravan oder VW Passat Variant. Bei letzterem bietet Volkswagen ab 1985 auch so etwas wie eine frühe Lifestyle-Variante an.

Der Passat Syncro wurde ab 1984 nur als Variant mit GT-Ausstattung angeboten. Es gab ihn ausschließlich mit Fünfzylindermotoren mit zwei Litern (115 PS) bzw. 2,2 Liter Hubraum (120 bis 136 PS). Weil Motoren und Allradantrieb von Audi stammten, galt der Passat Syncro als eine Art Handwerker-Quattro.

(Bild: Volkswagen)

Mit dem 2.2 GT Synchro kommt man dank Allradantrieb auch unwegsame Stellen auf dem Campingplatz, die Technik stammt vom Audi Quattro. Dazu kommt ein für damalige Verhältnisse ziemlich starker 2,2-Liter-Fünfzylinder mit 136 PS. Keine Frage, mit so einem raren Passat Synchro Kombi kann man heute einem Mercedes W124 T-Modell die Schau stehlen. Das heißt schon was, denn die 80er-Lifestyle-Kombis sind begehrt wie nie.

Das Cockpit, hier ein frühes Modell von 1980, setzte das Kastige des Äußeren konsequent fort.

(Bild: Volkswagen)

Marktwert 2015: 4800 Euro. Marktwert heute: 10.000 Euro.

Der E34 wurde 1991 zum zweiten BMW-Kombi namens „touring“. In den frühen 70ern hatte es zwar schon ein Kombi-Coupé des 02 mit diesem Namen gegeben, praktisch war das aber so gut wie gar nicht verkauft worden. Der 540i war zudem der erste 5er mit V8-Motor. Diese zierliche Niere galt damals als breit und sei den heutigen Gestaltern als zarte Erinnerung an gute Zeiten ins Gedächtnis gerufen. Sie war zunächst den V8-Modellen vorbehalten.

(Bild: BMW)

Die Reihensechszylinder, die BMW Anfang der 1990er-Jahre baute, sind in ihrer Laufkultur vielleicht unerreicht. Nochmals etwas mehr Wohlklang bieten ab 1992 die beiden Achtzylinder-Modelle 530i und 540i. Erstmals können Kunden einen Mittelklasse-BMW mit V8 ordern, und davon wird auch gerne Gebrauch gemacht, obwohl die Aufpreise ausgesprochen selbstbewusst kalkuliert sind.

Edel ausgestattete und fein motorisierte E34 Touring gehören heute zu den Klassikern im Wartestand. Aber auch originale, beherzter motorisierte und konfigurierte Limousinen werden langsam rarer und teurer.

(Bild: nakhon100, CC BY 2.0 [4])

Der 4,4-Liter-V8 im 540i ist mit seinen 286 PS die bessere Wahl. Der 530i mit 218 PS zwar auch nicht lahm. Von den Fahrwerten unterscheidet er sich aber kaum von einem 525i-Sechszylinder, der zwar "nur" auf 192 PS kommt, aber leichter ist. Auch der 5er-Touring hatte in der Baureihe E34 Premiere, als erster Kombi in der 5er-Familie. Auf dem Youngtimer-Markt überwiegen heute die Limousinen, für einen Touring muss man unabhängig von der Motorisierung Aufschlag zahlen. Der 540i als Top-Modell ist besonders gesucht, insbesondere seltene Exemplare mit Schaltgetriebe.

Das Interieur des E34 hat den Vorteil, dass es aus einer Zeit ohne Displays und Navigation stammt. So hohe Funktionalität und Bediensicherheit gibt es heute nirgends mehr.

(Bild: Pierre Scheidegger CC BY-SA 3.0 [5])

Marktwert 2015: 8500 Euro. Marktwert heute: 17.000 Euro

Volvo Kombis gehören schon lange zu den wertstabilsten Gebrauchsautos. Auch der 850 bietet eine Kombination aus zeitloser Nüchternheit und hoher Langlebigkeit. Als T5, T5-R oder R kommt zum plakativen Pragmatiker noch eine disruptiv-spaßige Leistungseskalation. Der 850 wird so zur hedonistischen Umweltsau, mit der man vor dem Montessori-Kindergarten nicht auffällt.

(Bild: Volvo)

Kombi können auch andere, besonders Volvo. Mit dem Modell 850 tun sich deutsche Kunden anfangs schwer. Ungewöhnlich für einen großen Volvo ist 1991 der Frontantrieb. Zudem ist der Mittelklässler zunächst nur als Limousine erhältlich. 1993 wird dann der Kombi nachgereicht und das Modell verkauft sich doch noch gut: über 700.000 Exemplare vom 850er werden gebaut, die Hälfte davon sind Kombis.

Die Turbokante mit Kühlschrankquaderdesign wirkt aus heutiger Sicht aufreizend zierlich. Der scheinbare Widerspruch zwischen dem Lastenvolvo und Sportattributen sowie einer auffälligen Farbe führt zu einem Ergebnis, das einen emotional um den Verstand bringen kann.

(Bild: Volvo)

Youngtimer-Fans schätzen heute die Ecken und Kanten des Volvo 850, rund sind bei ihm eigentlich nur die Reifen. Dazu kommt eine breite Motorenpalette mit ziemlich scharfen Typen. Schon die Turbos sind keine Schwachmaten, richtig auf Krawall machen 850 R und T5-R mit bis zu 250 Pferdestärken. So wird der solide Volvo zum Familien-Porsche. Nur Mut zur Farbe braucht man: Den 850 T5-R gab es nur in Grün, Schwarz und dem knalligen „Merkur-Gelb“.

Das scheinbar mit Wasserwaage und Geodreieck entworfene Cockpit versprüht optisch den Charme der Dauerhaltbarkeit, den es qualitativ einhält. Gerade heute bildet ein Volvo-Youngtimer einen nahezu therapeutischen Kontrast zu aktuellen Fingerabdruckbildschirmtapeten.

(Bild: Volvo)

Marktwert 2015: 5900 Euro. Marktwert heute: 15.000 Euro

Die Frage, warum ein Renault Fuego auf einmal zum Spekulationsobjekt werden sollte, ist mit einer kurzen Gegenfrage abgeschmettert: „Wann haben Sie zuletzt einen gesehen?“ Das Gleiche gilt für die Limousinenvariante R18. Wer einen in gutem Zustand findet und nicht mit Phantasiepreisen konfrontiert wird, sollte sich überlegen, zuzuschlagen.

(Bild: Renault)

VW Scirocco, Opel Manta, Ford Capri: Die 1970er- und 1980er-Jahre waren die Zeit der bezahlbaren Volks-Coupés auf Basis von Großserientechnik. Renault wollte da nicht fehlen und brachte 1980 den heißen Fuego (spanisch für Feuer) auf den Markt. Mit der großen gläsernen Heckklappe erinnert er ein wenig an den Porsche 924, seinerzeit auch „Hausfrauen-Porsche“ geschmäht. In den Fuego kann man ebenfalls gut Einkäufe verstauen, zumal sich die Rückbank umklappen lässt.

Zumindest halbwegs mit dem sportlichen Äußeren korrespondierende Fahrleistungen boten nur die Topmodelle ab TX und GTX mit 110 PS. Das Flaggschiff war ab 1983 der Fuego Turbo mit aufgeladenem 1,6-Liter-Motor und 132 PS. Er ist heute das Modell der Wahl.

(Bild: Renault)

Wie bei Capri, Manta und Co. ist die Einstiegsmotorisierung auch beim Fuego mit 64 PS mager. Die Topversionen TX und GTX leisten anfangs 110 PS. 1983 reichen die Franzosen dann den Fuego Turbo nach, der zwangsbeatmete 1,6-Liter-Vierzylinder kommt auf 132 PS. Es ist nicht das einzige Turbo-Modell, mit dem Renault vor 40 Jahren Furore macht. Während etwa der Renault 5 Turbo in der legendären Rallyeserie Gruppe B mitmischt, ist der Fuego Turbo aber eher auf Komfort und flotte Autobahn-Passagen ausgelegt.

Französische Cockpits der 80er-Jahre zeichneten sich durch mutigen Farbeinsatz und nicht gerade herausragende Qualität aus. Heute ist das Fuego-Cockpit wie eine Zeitkapsel.

(Bild: Renault)

Marktwert 2015: 6200 Euro. Marktwert heute: 12.000 Euro

Die zweite Generation der Celica Supra, das große sportliche Sechszylinder-Coupé von Toyota, wurde 1981 vorgestellt. Mit einem 170 PS starken Reihensechszylinder gehörte man damals unterhalb von Supersportwagen zu den Schnellsten überhaupt. Ein Porsche 911 SC hatte damals 180 PS.

(Bild: Toyota)

Die vom Ford Mustang ausgelöste Pony-Car-Welle schwappt Ende der 1960er-Jahre auch nach Europa und Fernost. Japans Antwort heißt damals Toyota Celica. Die Ähnlichkeit des Ur-Celica (1970 bis 1975) zum Mustang ist bei der lang gezogenen Motorhaube und dem stämmigen Heck kaum zu übersehen. Wie auch bei den deutschen Möchtegern-Muscle-Cars Capri oder Manta zeigt sich der Celica bei der Motorleistung jedoch zugeknöpft: Nix V8-Motor, es gibt nur Vierzylinder von 75 bis 123 PS.

Von 1981 bis 1985 wurde die zweite Serie der Celica Supra (MA 60/61) produziert. Mit seinem 2,8-Liter-Reihensechszylinder sollte das luxuriöse Sportcoupé die Vorherrschaft des Datsun/Nissan 280ZX brechen, was ihm aber trotz seiner Stärken nicht gelang.

(Bild: Toyota)

Ändern sollte sich dies ab 1978 mit der Spitzenversion Supra. Deren Sechszylinder leisteten bis zu 170 PS beim 2.8i, da konnte kein Scirocco oder Manta mithalten. Die Karosserielinien eines Toyota Celica aus den Siebzigern sind eine Augenweide, insbesondere beim schicken Liftback. Aber auch die kantige Modellreihe aus den frühen Achtzigern mit ihren Klappscheinwerfern ist heute ein Hingucker.

Wer mit dem Gedanken an ein sportliches Reisecoupé aus der Youngtimer- bzw. jüngeren Oldtimer-Fraktion spielt, sollte neben Porsche 944 oder Alfa GTV6 auch einen Gedanken an die Celica Supra verschwenden. Auch hier stimmen sportlicher Stammbaum, technisches Niveau und Wertentwicklung. Hinzu kommt ein wundervoller Reihensechszylinder.

(Bild: Tokumeigakarinoaoshima, CC0 [6])

Marktwert 2015: 8500 Euro. Marktwert heute: 14.200 Euro.

Wenn man sich Freunde machen will, ist es nicht tunlich, das Rostbiotop W210 zu empfehlen. Genau das führt aber andererseits dazu, dass die Preise relativ niedrig sind und das Angebot immer kleiner wird. Insbesondere die AMG-Modelle mit brachialer V8-Power und fürstlicher Ausstattung steigen kontinuierlich im Wert.

(Bild: Daimler)

Auch die wilden Neunziger Jahre haben ihren Chic, bei Mercedes setzt man ab 1995 auf das Vieraugengesicht. Nicht alle finden das Design der E-Klasse W210 gut, dazu zeigten sich später ernste Rostprobleme. Außerdem werden dem Zwozehner Elektronikprobleme und minderwertige Materialien nachgesagt – als Folge eines konzerninternen Sparzwangs. Auch deshalb liegen die Marktpreise für den W210 noch immer ziemlich im Keller – jedenfalls wenn man sie mit denen des populären Vorgängers W124 vergleicht.

In Fahreigenschaften und Ausstattung gehörte der W210 um die Jahrtausendwende zum Besten, was man kaufen konnte. Typisch für Mercedes gehörte er aber auch zum Teuersten, was es gab und stand als E 50 AMG mit über 150.000 Mark in der Preisliste.

(Bild: Daimler)

Gut motorisierte und fein ausgestattete Mercedes W210 avancieren aber inzwischen zum Youngtimer-Geheimtipp. Denn die E-Klasse bietet den Komfort und das Raumangebot, das man bislang nur von der S-Klasse kannte. Kenner greifen direkt zu den V8-Modellen, was die anziehenden Preise erklärt. Bereits ein E 420 oder 430 bietet 279 PS. Noch stärker sind die AMG-Versionen wie E50 oder E55 mit um die 350 PS. Der Einstiegspreis beträgt einen Bruchteil vom einstigen Neupreis von rund 150.000 Mark.

Ein E-Klasse T-Modell mit AMG-V8 galt schon immer als die eierlegende Wollmilchsau, sozusagen eine Kreuzung aus Porsche und Sprinter. Richtig sportlich sind hier seit jeher aber nur die Beschleunigungswerte auf langen Geraden. Als Spekulationsobjekte sind aber gerade die AMG-Versionen zu empfehlen, die einen noch geringeren Wertverfall aufweisen als ihre harmonischeren Pendants ohne Krawallisierung.

(Bild: Matti Blume CC BY-SA 4.0 [7])

Marktwert 2015: 8000 Euro. Marktwert heute: 17.500 Euro

Das Audi Coupé der zweiten Generation wird von vielen Oldtimerfreunden noch nicht richtig wahrgenommen. Mit Fünf- und Sechszylindermotoren, Quattro-Antrieb und beeindruckender Verarbeitungsqualität ist es aber ein typischer Audi mit allem, was Fans der Marke lieben.

(Bild: Audi )

Auch Audi baut schicke Coupés. Gesucht, aber rar ist der Typ B3, auf dem der legendäre Ur-Quattro basiert. Mehr Auswahl hat man beim Nachfolger B4. Dieses Coupé basiert wie auch das Audi Cabriolet auf dem 1986 eingeführten Audi 80 (B3). Der avanciert mit vollverzinkter Karosserie und robuster Technik zum echten Dauerläufer. Viele Limousinen sind bis heute im Alltagseinsatz unterwegs.

Mit vollverzinkter Karosserie steht das Audi Coupé der zweiten Generation für hohe Langlebigkeit. Als Motorentipp kann der 2,3-Liter-Fünfzylinder mit Vierventilkopf gelten. Es ist aber zu erwarten, dass der Dreitürer bald aus dem Schatten seines vom Ur-Quattro abgeleiteten Vorgängers treten und teurer werden wird.

(Bild: Audi)

Das 1988 vorgestellte Coupé übernimmt die technischen Vorzüge des B3, kommt optisch aber etwas fescher daher. Vor allem der verkürzte Radstand macht den Zweitürer dynamischer. Dazu kommt ein schickes Schrägheck mit Spoiler. Lässig cruisen kann man mit dem Coupé bereits mit den Zweiliter-Vierzylindern (113 bzw. 115 PS). Eine Audi-Spezialität ist seinerzeit der Fünfzylinder, der sonore 2.3 E leistet 133 PS. Noch mehr Freude macht das Aggregat mit vier Ventilen pro Zylinder, der 2.3 20V hat 170 PS (später 167 PS) unter der Haube. Ziemlich viel Power für einen Spießer-Audi.

Nüchterne Formensprache, sehr hohe Qualität und überdurchschnittliche Ausstattung prägten Audi-Cockpits in den 90er-Jahren. Das Coupé auf Basis des 80 B3 machte da keine Ausnahme.

(Bild: Tomtomtom, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5873056)

Marktwert 2015: 6800 Euro. Marktwert heute: 12.000 Euro

Ein Geheimtipp ist der Porsche 944 schon lange nicht mehr. Vielmehr sollten Interessenten jetzt nicht mehr warten, wenn sie ihn noch erschwinglich kaufen wollen.

(Bild: Porsche)

Es muss kein teurer 911er sein, wenn man sich für klassische Porsche interessiert. Die günstige und auch technisch interessante Alternative heißt 944. Sein Trumpf ist die Transaxle-Bauweise, die auch die Typen 924, 928 und 968 auszeichnet: Durch Frontmotor und dem vor der Hinterachse installiertem Getriebe ist die Gewichsverteilung sehr ausgeglichen abgestimmt. Dadurch liegen Transaxle-Porsche perfekt auf der Straße und brechen auch in schnell gefahrenen Kurven nicht so schnell aus.

Anders als der 924 war der 944 S ein richtiger Porsche und kein Oberklasse-Scirocco. Er punktete mti einem 190 PS-Vierventiler und einem Qualitätsinterieur.

(Bild: Porsche)

Anders als beim 924, wo der Motor zunächst von Volkswagen kommt, setzten die Ingenieure beim 944 von Anfang an auf „Porsche pur“. Die Motorenpalette beginnt bei 150 PS, im Jahr 1986 wird der 944 S mit Vierventil-Motor, zwei Litern Hubraum, vier Zylindern und 190 PS nachgereicht. Dank des geringen Leergewichts von unter 1,3 Tonnen reichen die noch heute völlig aus, um mit dem 944 S sportlich unterwegs zu sein. Nach nur zwei Jahren wurde der 944 S durch den 944 S2 ersetzt. Der hatte ebenfalls vier Zylinder, aber drei Liter Hubraum.

Das Bild zeigt einen Vorserien-Turbo, wie an der Ladedruckanzeige im Drehzahlmesser und den Sitzpolstern zu erkennen ist. Der Rest des Cockpits ist mit dem 944 S identisch.

(Bild: Porsche)

Marktwert 2015: 13.200 Euro. Marktwert heute: 17.800 Euro

Einst von vielen als „rasender Clownschuh“ abgetan, ist das Z3 Coupé heute ein Glücksfall der Klassikerszene: Ein rarer Exot mit problemloser, aber emotionaler Großserientechnik.

(Bild: Alexander Migl, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77948699)

Der Roadster gilt vor 30 Jahren als so gut wie ausgestorben. Dann kommt der Mazda MX-5 [8] und läutet die Renaissance ein, der in den Verkaufsräumen weggeht wie warme Semmeln. Mercedes kontert später mit dem SLK, BMW mit dem Z3. 1998 reichen die Münchner die Coupé-Version des Z3 nach. „Turnschuh“ nennen ihn Fans mit Spitznamen, tatsächlich sieht der Zweisitzer aus wie ein fescher Sneaker.

Pate standen kleine Briten wie der MGB GT. Die BMW-Entwickler wurden von der englischen Mode inspiriert, aus zweisitzigen Roadstern kleine Fließheckcoupés zu machen.

(Bild: nakhon100, CC BY 2.0 [9])

Schwach ist schon der 2,8 Liter große Einstiegsmotor mit 193 PS nicht wirklich, beim Sprint von Null auf Hundert vergehen keine sieben Sekunden. Dazu begeistert die Laufruhe des Reihensechszylinders. Das gilt auch für den 2000 eingeführten 3.0i (231 PS), einen Sonderstatus hat das M 3.2 Coupé mit 321 PS. Auf dem Weg zum Klassiker sind alle Z3 Coupés, denn ihre Stückzahl fiel deutlich geringer aus als beim offenen Roadster.

Anders als den Roadster gab es das Coupé nur mit Reihensechszylindermotoren. Weniger ist hier in jeder Hinsicht mehr. Der Z3 2.8i (ab 2000: 3.0i) macht mehr Spaß und kostet weniger als das nicht ganz so harmonische M-Coupé.

(Bild: BMW)

Marktwert 2015: 12.500 Euro. Marktwert heute: 19.800 Euro

(chlo [10])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-5027298

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/30-Millionen-VW-Golf-Tops-und-Flops-seiner-Geschichte-1891076.html
[2] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37644006
[3] https://www.heise.de/news/40-Jahre-Mercedes-S123-T-Modell-4010412.html
[4] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37765300
[5] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8435136
[6] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33506962
[7] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68088605
[8] https://www.heise.de/autos/artikel/Morgen-kostbar-Autos-der-vergangenen-25-Jahre-die-nachwirken-1946084.html?view=bildergalerie&bild=16
[9] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37763703
[10] mailto:chlo@heise.de