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Blechaktien: Diese Oldtimer steigen stark im Wert

Haiko Prengel, Christian Lorenz
VW Passat B3

Mit der Wertsteigerung versuchen sich viele einen unvernĂŒnftigen Oldtimer-Kauf "schönzurechnen." Modelle mit tatsĂ€chlichem Spekulationspotenzial

Schon mal vom „Tal der TrĂ€nen“ auf dem Gebrauchtwagenmarkt gehört? So nennt man die lange Durststrecke des Preisverfalls, die jedes Auto durchmachen muss, bis vom einst stolzen Neuwagenpreis nur noch ein Bruchteil ĂŒbrig geblieben ist. Bei populĂ€ren Modellen geht die Preiskurve dann nach 25, 30 Jahren wieder nach oben. Man spricht vom Klassiker.

Allerdings mausert sich nicht jedes alte Auto zum begehrten Oldtimer. Bei Großvaters altem Ford Sierra Diesel sind die Zuwachsraten begrenzt. Auch Massenautos wie VW Golf [1] oder Opel Kadett werden nicht automatisch zu begehrten Klassikern, nur weil sie 30 Jahre alt sind.

Stattdessen sind es flott motorisierte Youngtimer aus den spĂ€ten 1980er- und frĂŒhen 1990er-Jahren, die zuletzt besonders stark an Wert zulegten. Mit einem 16V-Schriftzug am Heck oder gar einem Turbolader am KrĂŒmmer wachsen die Begehrlichkeiten stark – und damit auch der Preis. Bei manchen Modellen hat sich der Marktwert in den vergangenen fĂŒnf Jahren verdoppelt. Welche das sind, haben wir den Marktbeobachter Classic Analytics gefragt. Diese zehn Klassiker legten zuletzt besonders stark an Wert zu (alle Marktwerte fĂŒr Autos im Zustand 2, Quelle: Classic Analytics).

Der Opel Calibra lies im Herbst 1989 seinen VorgĂ€nger Manta fast schmerzhaft alt aussehen. Die elegante Karosserie machte ihn zum Aerodynamikweltmeister (cW 0,26), der 204 PS Turbo 4x4 das „Vectra-CoupĂ©â€œ im MĂ€rz 1992 zum ernstzunehmenden Sportwagen und TechnologietrĂ€ger.

(Bild: Opel)

War er der bessere Manta? Der Calibra wird vor 30 Jahren fĂŒr Opel zum Verkaufsschlager. Anders als sein VorgĂ€nger mit dem Proleten-Image sieht das neue SportcoupĂ© aus RĂŒsselsheim nicht nur schnittig aus – es fĂ€hrt sich auch so. Schon ein Calibra 2.0i 16V mit 150 PS (spĂ€ter 136 PS) rennt ĂŒber 220 km/h. Der Zweiliter-Vierzylinder mit der internen Bezeichnung C20XE kommt auch in Kadett GSi 16V, Vectra und Omega zum Einsatz und gilt als eines der besten Vierventiler seiner Zeit. 1992 wird der 2.0i 16V zusĂ€tzlich mit einem Turbolader bestĂŒckt – das Ergebnis ist das neue Spitzenmodell: der Calibra Turbo 4x4.

Mit knapp 50.000 Mark war der Calibra Turbo 4x4 sehr teuer fĂŒr einen Plastikbomber auf nĂŒchterner Vectra-Basis. Doch mit 245 km/h Spitze, einer Beschleunigung von 6,8 s auf 100 km/h, 6-Gang-Getraggetriebe und Allradantrieb bekam man dafĂŒr geballte Technik und Fahrspaß auf dem Niveau deutlich teurerer Sportwagen. Im Bild ist der Calibra in der Sonderedition "Keke Rosberg" von 1995. Es gab dieses Sondermodell neben 4x4 Turbo und V6 auch als Einstiegsvierzylinder mit 115 PS.

(Bild: MatJo25 - CC BY-SA 4.0 [2])

Mit Allradantrieb, Sechsgangschaltgetriebe und 204 PS lehrt das SportcoupĂ© der Konkurrenz das FĂŒrchten. Die Top-Speed liegt bei 245 km/h, fĂŒr einen Opel ist das damals wahnwitzig. Heute sind gepflegte Turbo-Kandidaten gesucht – erst Recht, wenn es sich um eine der begehrten Sondereditionen handelt. Von denen es beim Calibra einige gibt. Sie heißen „Keke Rosberg“ oder „DTM Edition“, denn der Calibra ist in den 90ern auch bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) erfolgreich.

Marktwert 2015: 7800 Euro. Marktwert heute: 15.000 Euro

Im Cockpit war der Calibra leider nur ein Vectra. Auch eine Vollausstattung kann die KunststoffwĂŒste in der grobschlachtigen Formensprache der 90er-Opel nicht attraktiv machen.

(Bild: Opel)

Passat-Modelle der Baureihe B2 wurden unlĂ€ngst noch von KiesplatzhĂ€ndlern vom Hof gekehrt oder von Tatort-Kommissaren erschossen. Insbesondere Variant-Topmodelle mit Allrad und FĂŒnfzylinder sind heutzutage aber rarer und cooler als manche alte Oberklasselimousine.

(Bild: Volkswagen)

Kombis waren frĂŒher Handwerkerautos. Das Ă€ndert sich in den spĂ€ten 1970er-Jahren, als sogar Mercedes beim W123 sein erstes T-Modell [3] (fĂŒr Tourismus und Transport) herausbringt – die LadeflĂ€che mit feinem Teppich ausgeschlagen. Nicht ganz so gut betuchte Familien fahren Opel Rekord/Omega Caravan oder VW Passat Variant. Bei letzterem bietet Volkswagen ab 1985 auch so etwas wie eine frĂŒhe Lifestyle-Variante an.

Der Passat Syncro wurde ab 1984 nur als Variant mit GT-Ausstattung angeboten. Es gab ihn ausschließlich mit FĂŒnfzylindermotoren mit zwei Litern (115 PS) bzw. 2,2 Liter Hubraum (120 bis 136 PS). Weil Motoren und Allradantrieb von Audi stammten, galt der Passat Syncro als eine Art Handwerker-Quattro.

(Bild: Volkswagen)

Mit dem 2.2 GT Synchro kommt man dank Allradantrieb auch unwegsame Stellen auf dem Campingplatz, die Technik stammt vom Audi Quattro. Dazu kommt ein fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse ziemlich starker 2,2-Liter-FĂŒnfzylinder mit 136 PS. Keine Frage, mit so einem raren Passat Synchro Kombi kann man heute einem Mercedes W124 T-Modell die Schau stehlen. Das heißt schon was, denn die 80er-Lifestyle-Kombis sind begehrt wie nie.

Das Cockpit, hier ein frĂŒhes Modell von 1980, setzte das Kastige des Äußeren konsequent fort.

(Bild: Volkswagen)

Marktwert 2015: 4800 Euro. Marktwert heute: 10.000 Euro.

Der E34 wurde 1991 zum zweiten BMW-Kombi namens „touring“. In den frĂŒhen 70ern hatte es zwar schon ein Kombi-CoupĂ© des 02 mit diesem Namen gegeben, praktisch war das aber so gut wie gar nicht verkauft worden. Der 540i war zudem der erste 5er mit V8-Motor. Diese zierliche Niere galt damals als breit und sei den heutigen Gestaltern als zarte Erinnerung an gute Zeiten ins GedĂ€chtnis gerufen. Sie war zunĂ€chst den V8-Modellen vorbehalten.

(Bild: BMW)

Die Reihensechszylinder, die BMW Anfang der 1990er-Jahre baute, sind in ihrer Laufkultur vielleicht unerreicht. Nochmals etwas mehr Wohlklang bieten ab 1992 die beiden Achtzylinder-Modelle 530i und 540i. Erstmals können Kunden einen Mittelklasse-BMW mit V8 ordern, und davon wird auch gerne Gebrauch gemacht, obwohl die Aufpreise ausgesprochen selbstbewusst kalkuliert sind.

Edel ausgestattete und fein motorisierte E34 Touring gehören heute zu den Klassikern im Wartestand. Aber auch originale, beherzter motorisierte und konfigurierte Limousinen werden langsam rarer und teurer.

(Bild: nakhon100, CC BY 2.0 [4])

Der 4,4-Liter-V8 im 540i ist mit seinen 286 PS die bessere Wahl. Der 530i mit 218 PS zwar auch nicht lahm. Von den Fahrwerten unterscheidet er sich aber kaum von einem 525i-Sechszylinder, der zwar "nur" auf 192 PS kommt, aber leichter ist. Auch der 5er-Touring hatte in der Baureihe E34 Premiere, als erster Kombi in der 5er-Familie. Auf dem Youngtimer-Markt ĂŒberwiegen heute die Limousinen, fĂŒr einen Touring muss man unabhĂ€ngig von der Motorisierung Aufschlag zahlen. Der 540i als Top-Modell ist besonders gesucht, insbesondere seltene Exemplare mit Schaltgetriebe.

Das Interieur des E34 hat den Vorteil, dass es aus einer Zeit ohne Displays und Navigation stammt. So hohe FunktionalitÀt und Bediensicherheit gibt es heute nirgends mehr.

(Bild: Pierre Scheidegger CC BY-SA 3.0 [5])

Marktwert 2015: 8500 Euro. Marktwert heute: 17.000 Euro

Volvo Kombis gehören schon lange zu den wertstabilsten Gebrauchsautos. Auch der 850 bietet eine Kombination aus zeitloser NĂŒchternheit und hoher Langlebigkeit. Als T5, T5-R oder R kommt zum plakativen Pragmatiker noch eine disruptiv-spaßige Leistungseskalation. Der 850 wird so zur hedonistischen Umweltsau, mit der man vor dem Montessori-Kindergarten nicht auffĂ€llt.

(Bild: Volvo)

Kombi können auch andere, besonders Volvo. Mit dem Modell 850 tun sich deutsche Kunden anfangs schwer. Ungewöhnlich fĂŒr einen großen Volvo ist 1991 der Frontantrieb. Zudem ist der MittelklĂ€ssler zunĂ€chst nur als Limousine erhĂ€ltlich. 1993 wird dann der Kombi nachgereicht und das Modell verkauft sich doch noch gut: ĂŒber 700.000 Exemplare vom 850er werden gebaut, die HĂ€lfte davon sind Kombis.

Die Turbokante mit KĂŒhlschrankquaderdesign wirkt aus heutiger Sicht aufreizend zierlich. Der scheinbare Widerspruch zwischen dem Lastenvolvo und Sportattributen sowie einer auffĂ€lligen Farbe fĂŒhrt zu einem Ergebnis, das einen emotional um den Verstand bringen kann.

(Bild: Volvo)

Youngtimer-Fans schĂ€tzen heute die Ecken und Kanten des Volvo 850, rund sind bei ihm eigentlich nur die Reifen. Dazu kommt eine breite Motorenpalette mit ziemlich scharfen Typen. Schon die Turbos sind keine Schwachmaten, richtig auf Krawall machen 850 R und T5-R mit bis zu 250 PferdestĂ€rken. So wird der solide Volvo zum Familien-Porsche. Nur Mut zur Farbe braucht man: Den 850 T5-R gab es nur in GrĂŒn, Schwarz und dem knalligen „Merkur-Gelb“.

Das scheinbar mit Wasserwaage und Geodreieck entworfene Cockpit versprĂŒht optisch den Charme der Dauerhaltbarkeit, den es qualitativ einhĂ€lt. Gerade heute bildet ein Volvo-Youngtimer einen nahezu therapeutischen Kontrast zu aktuellen Fingerabdruckbildschirmtapeten.

(Bild: Volvo)

Marktwert 2015: 5900 Euro. Marktwert heute: 15.000 Euro

Die Frage, warum ein Renault Fuego auf einmal zum Spekulationsobjekt werden sollte, ist mit einer kurzen Gegenfrage abgeschmettert: „Wann haben Sie zuletzt einen gesehen?“ Das Gleiche gilt fĂŒr die Limousinenvariante R18. Wer einen in gutem Zustand findet und nicht mit Phantasiepreisen konfrontiert wird, sollte sich ĂŒberlegen, zuzuschlagen.

(Bild: Renault)

VW Scirocco, Opel Manta, Ford Capri: Die 1970er- und 1980er-Jahre waren die Zeit der bezahlbaren Volks-CoupĂ©s auf Basis von Großserientechnik. Renault wollte da nicht fehlen und brachte 1980 den heißen Fuego (spanisch fĂŒr Feuer) auf den Markt. Mit der großen glĂ€sernen Heckklappe erinnert er ein wenig an den Porsche 924, seinerzeit auch „Hausfrauen-Porsche“ geschmĂ€ht. In den Fuego kann man ebenfalls gut EinkĂ€ufe verstauen, zumal sich die RĂŒckbank umklappen lĂ€sst.

Zumindest halbwegs mit dem sportlichen Äußeren korrespondierende Fahrleistungen boten nur die Topmodelle ab TX und GTX mit 110 PS. Das Flaggschiff war ab 1983 der Fuego Turbo mit aufgeladenem 1,6-Liter-Motor und 132 PS. Er ist heute das Modell der Wahl.

(Bild: Renault)

Wie bei Capri, Manta und Co. ist die Einstiegsmotorisierung auch beim Fuego mit 64 PS mager. Die Topversionen TX und GTX leisten anfangs 110 PS. 1983 reichen die Franzosen dann den Fuego Turbo nach, der zwangsbeatmete 1,6-Liter-Vierzylinder kommt auf 132 PS. Es ist nicht das einzige Turbo-Modell, mit dem Renault vor 40 Jahren Furore macht. WĂ€hrend etwa der Renault 5 Turbo in der legendĂ€ren Rallyeserie Gruppe B mitmischt, ist der Fuego Turbo aber eher auf Komfort und flotte Autobahn-Passagen ausgelegt.

Französische Cockpits der 80er-Jahre zeichneten sich durch mutigen Farbeinsatz und nicht gerade herausragende QualitÀt aus. Heute ist das Fuego-Cockpit wie eine Zeitkapsel.

(Bild: Renault)

Marktwert 2015: 6200 Euro. Marktwert heute: 12.000 Euro

Die zweite Generation der Celica Supra, das große sportliche Sechszylinder-CoupĂ© von Toyota, wurde 1981 vorgestellt. Mit einem 170 PS starken Reihensechszylinder gehörte man damals unterhalb von Supersportwagen zu den Schnellsten ĂŒberhaupt. Ein Porsche 911 SC hatte damals 180 PS.

(Bild: Toyota)

Die vom Ford Mustang ausgelöste Pony-Car-Welle schwappt Ende der 1960er-Jahre auch nach Europa und Fernost. Japans Antwort heißt damals Toyota Celica. Die Ähnlichkeit des Ur-Celica (1970 bis 1975) zum Mustang ist bei der lang gezogenen Motorhaube und dem stĂ€mmigen Heck kaum zu ĂŒbersehen. Wie auch bei den deutschen Möchtegern-Muscle-Cars Capri oder Manta zeigt sich der Celica bei der Motorleistung jedoch zugeknöpft: Nix V8-Motor, es gibt nur Vierzylinder von 75 bis 123 PS.

Von 1981 bis 1985 wurde die zweite Serie der Celica Supra (MA 60/61) produziert. Mit seinem 2,8-Liter-Reihensechszylinder sollte das luxuriöse Sportcoupé die Vorherrschaft des Datsun/Nissan 280ZX brechen, was ihm aber trotz seiner StÀrken nicht gelang.

(Bild: Toyota)

Ändern sollte sich dies ab 1978 mit der Spitzenversion Supra. Deren Sechszylinder leisteten bis zu 170 PS beim 2.8i, da konnte kein Scirocco oder Manta mithalten. Die Karosserielinien eines Toyota Celica aus den Siebzigern sind eine Augenweide, insbesondere beim schicken Liftback. Aber auch die kantige Modellreihe aus den frĂŒhen Achtzigern mit ihren Klappscheinwerfern ist heute ein Hingucker.

Wer mit dem Gedanken an ein sportliches ReisecoupĂ© aus der Youngtimer- bzw. jĂŒngeren Oldtimer-Fraktion spielt, sollte neben Porsche 944 oder Alfa GTV6 auch einen Gedanken an die Celica Supra verschwenden. Auch hier stimmen sportlicher Stammbaum, technisches Niveau und Wertentwicklung. Hinzu kommt ein wundervoller Reihensechszylinder.

(Bild: Tokumeigakarinoaoshima, CC0 [6])

Marktwert 2015: 8500 Euro. Marktwert heute: 14.200 Euro.

Wenn man sich Freunde machen will, ist es nicht tunlich, das Rostbiotop W210 zu empfehlen. Genau das fĂŒhrt aber andererseits dazu, dass die Preise relativ niedrig sind und das Angebot immer kleiner wird. Insbesondere die AMG-Modelle mit brachialer V8-Power und fĂŒrstlicher Ausstattung steigen kontinuierlich im Wert.

(Bild: Daimler)

Auch die wilden Neunziger Jahre haben ihren Chic, bei Mercedes setzt man ab 1995 auf das Vieraugengesicht. Nicht alle finden das Design der E-Klasse W210 gut, dazu zeigten sich spĂ€ter ernste Rostprobleme. Außerdem werden dem Zwozehner Elektronikprobleme und minderwertige Materialien nachgesagt – als Folge eines konzerninternen Sparzwangs. Auch deshalb liegen die Marktpreise fĂŒr den W210 noch immer ziemlich im Keller – jedenfalls wenn man sie mit denen des populĂ€ren VorgĂ€ngers W124 vergleicht.

In Fahreigenschaften und Ausstattung gehörte der W210 um die Jahrtausendwende zum Besten, was man kaufen konnte. Typisch fĂŒr Mercedes gehörte er aber auch zum Teuersten, was es gab und stand als E 50 AMG mit ĂŒber 150.000 Mark in der Preisliste.

(Bild: Daimler)

Gut motorisierte und fein ausgestattete Mercedes W210 avancieren aber inzwischen zum Youngtimer-Geheimtipp. Denn die E-Klasse bietet den Komfort und das Raumangebot, das man bislang nur von der S-Klasse kannte. Kenner greifen direkt zu den V8-Modellen, was die anziehenden Preise erklĂ€rt. Bereits ein E 420 oder 430 bietet 279 PS. Noch stĂ€rker sind die AMG-Versionen wie E50 oder E55 mit um die 350 PS. Der Einstiegspreis betrĂ€gt einen Bruchteil vom einstigen Neupreis von rund 150.000 Mark.

Ein E-Klasse T-Modell mit AMG-V8 galt schon immer als die eierlegende Wollmilchsau, sozusagen eine Kreuzung aus Porsche und Sprinter. Richtig sportlich sind hier seit jeher aber nur die Beschleunigungswerte auf langen Geraden. Als Spekulationsobjekte sind aber gerade die AMG-Versionen zu empfehlen, die einen noch geringeren Wertverfall aufweisen als ihre harmonischeren Pendants ohne Krawallisierung.

(Bild: Matti Blume CC BY-SA 4.0 [7])

Marktwert 2015: 8000 Euro. Marktwert heute: 17.500 Euro

Das Audi CoupĂ© der zweiten Generation wird von vielen Oldtimerfreunden noch nicht richtig wahrgenommen. Mit FĂŒnf- und Sechszylindermotoren, Quattro-Antrieb und beeindruckender VerarbeitungsqualitĂ€t ist es aber ein typischer Audi mit allem, was Fans der Marke lieben.

(Bild: Audi )

Auch Audi baut schicke CoupĂ©s. Gesucht, aber rar ist der Typ B3, auf dem der legendĂ€re Ur-Quattro basiert. Mehr Auswahl hat man beim Nachfolger B4. Dieses CoupĂ© basiert wie auch das Audi Cabriolet auf dem 1986 eingefĂŒhrten Audi 80 (B3). Der avanciert mit vollverzinkter Karosserie und robuster Technik zum echten DauerlĂ€ufer. Viele Limousinen sind bis heute im Alltagseinsatz unterwegs.

Mit vollverzinkter Karosserie steht das Audi CoupĂ© der zweiten Generation fĂŒr hohe Langlebigkeit. Als Motorentipp kann der 2,3-Liter-FĂŒnfzylinder mit Vierventilkopf gelten. Es ist aber zu erwarten, dass der DreitĂŒrer bald aus dem Schatten seines vom Ur-Quattro abgeleiteten VorgĂ€ngers treten und teurer werden wird.

(Bild: Audi)

Das 1988 vorgestellte CoupĂ© ĂŒbernimmt die technischen VorzĂŒge des B3, kommt optisch aber etwas fescher daher. Vor allem der verkĂŒrzte Radstand macht den ZweitĂŒrer dynamischer. Dazu kommt ein schickes SchrĂ€gheck mit Spoiler. LĂ€ssig cruisen kann man mit dem CoupĂ© bereits mit den Zweiliter-Vierzylindern (113 bzw. 115 PS). Eine Audi-SpezialitĂ€t ist seinerzeit der FĂŒnfzylinder, der sonore 2.3 E leistet 133 PS. Noch mehr Freude macht das Aggregat mit vier Ventilen pro Zylinder, der 2.3 20V hat 170 PS (spĂ€ter 167 PS) unter der Haube. Ziemlich viel Power fĂŒr einen Spießer-Audi.

NĂŒchterne Formensprache, sehr hohe QualitĂ€t und ĂŒberdurchschnittliche Ausstattung prĂ€gten Audi-Cockpits in den 90er-Jahren. Das CoupĂ© auf Basis des 80 B3 machte da keine Ausnahme.

(Bild: Tomtomtom, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5873056)

Marktwert 2015: 6800 Euro. Marktwert heute: 12.000 Euro

Ein Geheimtipp ist der Porsche 944 schon lange nicht mehr. Vielmehr sollten Interessenten jetzt nicht mehr warten, wenn sie ihn noch erschwinglich kaufen wollen.

(Bild: Porsche)

Es muss kein teurer 911er sein, wenn man sich fĂŒr klassische Porsche interessiert. Die gĂŒnstige und auch technisch interessante Alternative heißt 944. Sein Trumpf ist die Transaxle-Bauweise, die auch die Typen 924, 928 und 968 auszeichnet: Durch Frontmotor und dem vor der Hinterachse installiertem Getriebe ist die Gewichsverteilung sehr ausgeglichen abgestimmt. Dadurch liegen Transaxle-Porsche perfekt auf der Straße und brechen auch in schnell gefahrenen Kurven nicht so schnell aus.

Anders als der 924 war der 944 S ein richtiger Porsche und kein Oberklasse-Scirocco. Er punktete mti einem 190 PS-Vierventiler und einem QualitÀtsinterieur.

(Bild: Porsche)

Anders als beim 924, wo der Motor zunĂ€chst von Volkswagen kommt, setzten die Ingenieure beim 944 von Anfang an auf „Porsche pur“. Die Motorenpalette beginnt bei 150 PS, im Jahr 1986 wird der 944 S mit Vierventil-Motor, zwei Litern Hubraum, vier Zylindern und 190 PS nachgereicht. Dank des geringen Leergewichts von unter 1,3 Tonnen reichen die noch heute völlig aus, um mit dem 944 S sportlich unterwegs zu sein. Nach nur zwei Jahren wurde der 944 S durch den 944 S2 ersetzt. Der hatte ebenfalls vier Zylinder, aber drei Liter Hubraum.

Das Bild zeigt einen Vorserien-Turbo, wie an der Ladedruckanzeige im Drehzahlmesser und den Sitzpolstern zu erkennen ist. Der Rest des Cockpits ist mit dem 944 S identisch.

(Bild: Porsche)

Marktwert 2015: 13.200 Euro. Marktwert heute: 17.800 Euro

Einst von vielen als „rasender Clownschuh“ abgetan, ist das Z3 CoupĂ© heute ein GlĂŒcksfall der Klassikerszene: Ein rarer Exot mit problemloser, aber emotionaler Großserientechnik.

(Bild: Alexander Migl, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77948699)

Der Roadster gilt vor 30 Jahren als so gut wie ausgestorben. Dann kommt der Mazda MX-5 [8] und lĂ€utet die Renaissance ein, der in den VerkaufsrĂ€umen weggeht wie warme Semmeln. Mercedes kontert spĂ€ter mit dem SLK, BMW mit dem Z3. 1998 reichen die MĂŒnchner die CoupĂ©-Version des Z3 nach. „Turnschuh“ nennen ihn Fans mit Spitznamen, tatsĂ€chlich sieht der Zweisitzer aus wie ein fescher Sneaker.

Pate standen kleine Briten wie der MGB GT. Die BMW-Entwickler wurden von der englischen Mode inspiriert, aus zweisitzigen Roadstern kleine FließheckcoupĂ©s zu machen.

(Bild: nakhon100, CC BY 2.0 [9])

Schwach ist schon der 2,8 Liter große Einstiegsmotor mit 193 PS nicht wirklich, beim Sprint von Null auf Hundert vergehen keine sieben Sekunden. Dazu begeistert die Laufruhe des Reihensechszylinders. Das gilt auch fĂŒr den 2000 eingefĂŒhrten 3.0i (231 PS), einen Sonderstatus hat das M 3.2 CoupĂ© mit 321 PS. Auf dem Weg zum Klassiker sind alle Z3 CoupĂ©s, denn ihre StĂŒckzahl fiel deutlich geringer aus als beim offenen Roadster.

Anders als den Roadster gab es das CoupĂ© nur mit Reihensechszylindermotoren. Weniger ist hier in jeder Hinsicht mehr. Der Z3 2.8i (ab 2000: 3.0i) macht mehr Spaß und kostet weniger als das nicht ganz so harmonische M-CoupĂ©.

(Bild: BMW)

Marktwert 2015: 12.500 Euro. Marktwert heute: 19.800 Euro

(chlo [10])


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[3] https://www.heise.de/news/40-Jahre-Mercedes-S123-T-Modell-4010412.html
[4] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37765300
[5] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8435136
[6] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33506962
[7] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68088605
[8] https://www.heise.de/autos/artikel/Morgen-kostbar-Autos-der-vergangenen-25-Jahre-die-nachwirken-1946084.html?view=bildergalerie&bild=16
[9] https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37763703
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