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Elektromotorrad aus den USA: LiveWire Del Mar

Ingo Gach

LiveWire stellt als eigene Marke ein kompaktes E-Motorrad mit 59 kW und einem Gewicht von 199 kg vor. Batterie und Antrieb erĂŒbrigen einen durchgehenden Rahmen.

Harley-Davidson schockierte seine Fans, als sie vor einigen Jahren verkĂŒndeten, im großen Stil ElektromotorrĂ€der bauen zu wollen. Ausgerechnet die Marke, die fĂŒr ihre riesigen, polternden V2-Motoren berĂŒhmt ist. Doch der Konzern entwickelte unter dem deutschen CEO Jochen Zeitz eine eigene Strategie und spaltete die Elektrosparte mit dem Namen LiveWire ab [1]. Sie stellt nun ihre erste Eigenentwicklung auf Basis der Plattform "Arrow" (Details siehe unterster Textkasten) vor.

Die neue Marke soll nun an die Börse gehen und Harley-Davidson hofft, rund 545 Millionen Dollar einzusammeln. Bis 2025 will die US-Marke 53.000 Elektro-KraftrĂ€der absetzen. Die werden wenig mit der glĂŒcklosen Harley-Davidson LiveWire zu tun haben, die jetzt mit der Bezeichnung LiveWire One abverkauft wird, sondern komplette Neuentwicklungen sein.

Zum bevorstehenden Börsengang prĂ€sentiert LiveWire sein erstes eigenstĂ€ndiges Modell mit Namen Del Mar, benannt nach einer Flat-Track-Rennstrecke in Kalifornien. Entsprechend ist sie im Stil eines Flat-Trackers gehalten, einer Motorsportart, die sich in den USA großer Beliebtheit erfreut und in der Harley-Davidson zahlreiche Titel eingefahren hat. Das bedeutet: flach, breiter Lenker, 19 Zoll-Rad vorne und 18 Zoll hinten, dazu eine kleine Lampenverkleidung um den LED-Scheinwerfer, die an die Harley-Davidson Sportster S erinnert.

LiveWire Del Mar (0 Bilder) [2]

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Auffallend ist der Verzicht auf einen Rahmen in der Del Mar. LiveWire nennt seine Elektroplattform Arrow und benutzt den Akkublock als tragendes Element zwischen Lenkkopf und Schwinge. Stabil genug dĂŒrfte das GehĂ€use sein. Darunter liegt der Elektromotor, ein Getriebe bietet die Del Mar nicht und das Ritzel liegt auf dem Schwingendrehpunkt, das Federbein stĂŒtzt sich an dem Block ab. Den Antrieb zum Hinterrad ĂŒbernimmt Harley-Davidson-typisch ein leiser und wartungsarmer Zahnriemen. ZukĂŒnftig sollen noch etliche Modelle auf der Arrow-Plattform entstehen.

LiveWire gibt als Leistung 59 kW (80 PS) an. Das wĂ€re ordentlich, aber nicht sensationell, hingegen lĂ€sst die Gewichtsangabe aufhorchen: LiveWire nennt 199 kg. Wenn es stimmt, lĂ€ge sie rund 50 kg unter der LiveWire One, allerdings dĂŒrfte auch der Akku entsprechend kleiner ausfallen. Die Del Mar soll angeblich in unter vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und eine Reichweite von rund 160 km haben. Über die KapazitĂ€t der Batterie mit ihren zylinderförmigen Zellen des gĂ€ngigen Formats 21700 ist noch nichts bekannt gegeben worden, Insider schĂ€tzen sie auf 9 bis 12 kWh. Sie kann per Wechselstrom mit Ladeleistungen zwischen 1,4 kW (Level 1) und 6,2 – 7,6 kW (Level 2) geladen werden. [4] Als modernes E-Motorrad verfĂŒgt die Del Mar ĂŒber GPS und bekommt seine Updates per Mobilfunk.

LiveWire hat die Serienproduktion fĂŒr das zweite Quartal 2023 angekĂŒndigt, aber 100 StĂŒck mit Sonderlackierung kommen vorab. Wer sich nun wild entschlossen eine Del Mar der Launch Edition sichern will, kommt leider zu spĂ€t, die je 17.699 Dollar teuren Exemplare sind schon ausverkauft. Ob und wann die LiveWire Del Mar in Deutschland erhĂ€ltlich sein wird, ist noch offen.

(fpi [5])


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[1] https://www.heise.de/news/LiveWire-wird-eigene-Marke-fuer-Elektromotorraeder-Harley-Davidson-6043119.html
[2] https://www.heise.de/bilderstrecke/3540576.html?back=7088407;back=7088407
[3] https://www.heise.de/bilderstrecke/3540576.html?back=7088407;back=7088407
[4] https://evocharge.com/resources/the-difference-between-level-1-2-ev-chargers/
[5] mailto:fpi@heise.de