Pro & Contra: Brauchen wir wieder ein gĂĽnstiges iPhone?

Mit dem 16e hat Apple den iPhone-Einstieg von unter 500 auf knapp 700 Euro verteuert. War das ein grober Fehler?

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Pro & Contra: Brauchen wir wieder ein gĂĽnstiges iPhone?

(Bild: Mac & i)

Lesezeit: 4 Min.

Das 500-Euro-iPhone ist Geschichte: Mit dem 16e hat sich Apple aus dem Mittelklassesegment bei Smartphones verabschiedet, obwohl gerade dort die Konkurrenz immer stärker wird. Bräuchte es nicht auch ein erschwinglicheres Modell von Apple?

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Dieses Pro & Contra stammt aus Mac & i-Heft 2/2025, das am 28. März erscheint. Die neue Ausgabe lässt sich ab sofort im heise shop bestellen – als Print-Magazin (vorerst versandkostenfrei) oder als PDF.

Leo Becker wĂĽnscht sich ein attraktives, gĂĽnstiges iPhone zurĂĽck.

Das iPhone 16e löst zwar das günstigere SE ab, übernimmt aber die Position des iPhone 14 – auch preislich. Der Neuling ist mit seinem modernen Innenleben in meinen Augen sicherlich attraktiver als die Vor-Vorjahresgeneration, die Apple bislang für ebenfalls geschlagene 700 Euro im Programm führte.

Das ändert aber nichts daran, dass sich das iPhone damit über Nacht komplett aus dem Mittelklassemarkt verabschiedet hat. Kunden, die höchstens 500 Euro für ein Smartphone auf den Tisch legen wollen, zeigt Apple aktuell konsequent die kalte Schulter. Das gilt ebenso für alle, die ein kompaktes iPhone bevorzugen.

Käufer seien gewillt, sich für ein iPhone finanziell "so richtig zu strecken", postulierte Firmenchef Tim Cook vor zwei Jahren gegenüber Finanzanalysten und stellt das jetzt richtig auf die Probe. Bislang schien die Rechnung aufzugehen: Die teuren Pro- und Max-Modelle werden dem Hersteller schier aus der Hand gerissen. Doch die iPhone-Umsätze stagnieren, wenn auch auf sehr hohem Niveau. Und viele Kunden mussten sich in den vergangenen zwei Jahren an etlichen anderen Ecken unangenehm strecken: vom Supermarkteinkauf bis zu Wohn- und Energiekosten.

Jetzt wird sich zeigen, ob Apple mit dieser riskanten Hochpreisstrategie noch iPhone-Neukunden gewinnt – oder preisbewusste Käufer an Android verliert. Dort gibt es längst ein großes Angebot an grundsoliden 200- bis 400-Euro-Geräten, die den Spezifikationen des 16e in wenig nachstehen und diese teils sogar überbieten.

Dabei ist Apple absolut in der Lage, erstklassige Budget-Hardware zu bauen: Der Mac mini M4 und das MacBook Air M4 belegen das eindrucksvoll, derart gute Einstiegsmodelle gab es noch nie. Auch Tablet-Käufer finden bei Apple solide Hardware für weniger als 400 Euro. Nur die iPhone-Nutzer müssen sich ordentlich dehnen, vielleicht zerreißt es dabei jedoch so manchen Kunden. (lbe)

Sebastian Trepesch kann gut ohne vermeintlich gĂĽnstiges iPhone leben.

Um das klarzustellen: Ich finde die iPhones allesamt sehr teuer und die Aufpreise für ein, zwei Speicherverdoppelungen unverschämt. Dennoch kann ich auf so etwas wie ein iPhone SE gut verzichten und nachvollziehen, warum sich der Hersteller zugunsten eines iPhone 16e davon verabschiedet hat.

Bei der Entscheidung über die Modellpflege hatte Apple ein Dilemma: Sollte das Produkt möglichst günstig werden oder die Hardware leistungsfähig genug – auch für Apple Intelligence? Man hat sich für Letzteres entschieden. Das 16e bringt ein iPhone auf das Essenzielle (auch wenn Apple das "e" im Gegensatz zu Samsung nicht offiziell von "essential" ableitet). Es liefert die wesentlichen Funktionen in gewohnter Top-Qualität. Zwar nur ein Kameramodul, das aber auf höchstem Niveau. Zwar mit Notch im Display, das aber als 6,1-Zoll-OLED. Dank der großen Übereinstimmung mit den Geschwistern dürften alle iPhones einer Generation mit zukünftigen iOS-Funktionen ähnlich kompatibel sein.

Das SE stammte im Vergleich zu den damaligen Hauptmodellen aus einer anderen Zeit, trotz des neuen Chips. Ein viertes SE hätte die Technikwelt nicht überzeugt, das mäßige Image hätte dem ganzen Portfolio eher geschadet als geholfen. Und über 500 Euro wären ja trotzdem fällig gewesen, 500 Euro zu viel für teils alte Technik.

Im Vergleich zu einem soliden 200-Euro-Androiden war schon das iPhone SE viel zu teuer. Dann entweder ein generalüberholtes Gerät wählen, die umweltfreundlichere und verständlichere Option für alle, die keine 700 Euro oder mehr auf den Tisch legen wollen. Denn da weiß man, was man bekommt: sehr gute, aber nicht die neueste und beste Technik. Oder gleich noch mehr ausgeben für ein echtes Top-Telefon. Ich jedenfalls brauche kein teures Einsteiger-iPhone, das nur das halbe Apple-Erlebnis bietet. Ich will das volle Erlebnis. (tre)

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