Der Praxistest: - Kleine Flachbildfernseher fĂĽr jede Nische
Ob fürs Büro, Küche oder das Jugendzimmer. Kleine Monitore, die gleichermaßen als PC und Fernseher dienen, gibt es bereits ab 300 Euro. Doch taugen diese kleinen Flachbildschirme mit einer Bilddiagonale bis 26 Zoll auch wirklich für beides? Wir haben acht Geräte ins Testlabor geholt.
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Die Produktkategorien Flachbildfernseher und PC-Monitor wachsen immer stärker zusammen. Das merkt man vor allem im Bereich [--] aus Fernsehersicht [--] kleiner Diagonalen bis 26". Die Hersteller tun sich jedoch noch etwas schwer: Für sie gibt es entweder TV-Geräte mit PC-Anschluss oder PC-Monitore mit TV-Empfänger. Zu den Letzteren zählen in unserem Testfeld Samsungs SyncMaster 2032MW sowie der M228WD von LG. Beide Hersteller bieten in derselben Größe auch Fernseher an. Die anderen sechs Testkandidaten haben wir als Fernseher in die Redaktion geholt.
Schaut man sich die Ausstattung der acht Geräte an, sind sie nicht eindeutig als Fernseher oder Monitore zu erkennen. So stecken in den meisten Fernsehern typische Monitorpanels mit einem 16:10-Seitenverhältnis und Auflösungen von 1440*900 beziehungsweise 1680*1050 Bildpunkten. Lediglich der LC-20AD5E von Sharp besitzt die bei Fernsehern verbreitete Auflösung von 1366*768 Bildpunkten und damit auch das TV-typische 16:9-Seitenverhältnis.
In der Folge bringen nahezu alle Bildschirme im Test bei 16:9-Sendungen nur ein verzerrtes Fernsehbild zustande. Sie ziehen das Bild auf ihre volle Schirmhöhe auf und schneiden an den seitlichen Rändern einige Prozent vom Originalbild ab [--] aber nicht genug: Es bleibt bei einer in der Breite gestauchten Darstellung. Einerseits erhalten so selbst füllige Schauspieler eine vorteilhafte Figur, andererseits erscheinen die Räder von Autos eiförmig und der Fußball mutiert zum Rugby. Lediglich Samsungs Syncmaster schneidet seitlich so viel ab, dass die Darstellung annähernd formattreu ausschaut. Beim 16:9-Display des Sharp-TV tritt diese Problematik nicht auf.
Der Einsatz von Monitorpanels mit entsprechend typischen PC-Auflösungen bei den Fernsehern verleitet zu der Vermutung, dass sich die Geräte dadurch besonders gut als PC-Monitor eignen. Zum Anschluss an den PC besitzen bis auf den Philips 19PFL5602D alle Geräte einen analogen VGA-Anschluss. Für den Anschluss digitaler Quellen stellen abgesehen vom Axxion ADVT-192 alle Geräte zusätzlich einen HDMI-Port bereit. An der Rückseite des Philips-Modells gibt es sogar zwei HDMI-Ports, Samsungs SyncMaster stellt dem HDMI-Port einen DVI-Eingang zur Seite.
In der Praxis machten allerdings nur wenige Geräte am PC eine gute Figur. So mancher digitale Port eignet sich nur für typische Videoauflösungen und streikt bei Einspeisung von PC-Timings. Auch akzeptierten nicht alle Displays Signale mit ihrer physikalischen Auflösung, sondern synchronisierten nur SVGA- und XGA-Auflösungen. Diese können sie dann nur interpoliert und somit nur verlustbehaftet darstellen.
Erstaunlich aber, dass die drei Fernseher von LG, Philips und Samsung am HDMI-Port Videosignale mit HD-Auflösung und Vollbildern (1080p) entgegennehmen können. Die beiden ersten akzeptieren sogar 1080p/24-Signale von einem Blu-ray-Spieler. Displays mit 100-Hz-Technik findet man in dieser Klasse jedoch nicht.
[b]Ăśberall Fernsehen[/b]
In allen acht getesteten Geräten steckt als Grundausstattung ein analoger Kabeltuner. Außer den Geräten von Acer, Samsung und Viewsonic besitzen alle Testkandidaten einen DVB-T-Empfänger. Damit ist man beim Fernsehempfang unabhängig von einem Kabelanschluss und kann den Bildschirm mit einer einfachen Zimmerantenne nahezu überall in Betrieb nehmen, wo es ein ausreichend starkes terrestrisches Fernsehsignal gibt [--] also auch in der Ferienwohnung oder im Garten. Humax spendiert dem LDE-22SST sogar einen hybriden Digitaltuner, der sich sowohl auf digital terrestrische als auch auf Satelliten-Signale versteht. Dank Common-Interface eignet er sich obendrein für den Empfang von verschlüsselten Kanälen.
Ansonsten sind die getesteten Bildschirme sehr ähnlich ausgestattet. Als Besonderheit steckt im ADVT-192 von Axxion ein DVD-Spieler, der sich über die beiliegende Fernbedienung steuern lässt.
Im Test konfrontierten wir die Geräte mit analogen und digitalen Fernsehsignalen, mit Videos von DVD und Blu-ray-Disk sowie mit unterschiedlichen analogen und digitalen Auflösungen von PC und Videotestgenerator.
Im Betrieb bei optimal eingestellten Bildparametern lag der Energieverbrauch der kleinen Displays zwischen 38 Watt (Viewsonic) und 68 Watt (Sharp). Die überwiegende Zeit aber befinden sich die Bildschirme im ausgeschalteten Zustand. Bei allen Testkandidaten ist es egal, ob sie per Fernbedienung in den Standby-Betrieb versetzt werden oder am Gerät selbst ausgeschaltet werden [--] der Stromverbrauch bleibt stets der Gleiche. Die Werte schwanken hier zwischen 0,7 Watt (Acer) und 2,7 Watt (Axxion). Letzterer besitzt als einziger Testkandidat ein separates Netzteil. Der Philips-Fernseher wechselt nach dem Ausschalten nicht unmittelbar in den Standby-Modus, sondern verbraucht noch für ein paar Minuten etwa 13 Watt. In dieser Zeit schaut das Gerät nach Sender-Updates und aktualisiert sein EPG (Electronic Programm Guide).
[b]LG Flatron M228WD[/b]
Mit einer Diagonalen von 56 Zentimetern (22 Zoll) zählt LGs Flatron M228WD zu den größeren Displays im Testfeld. Wie das Samsung-Gerät ist er als PC-Monitor mit eingebautem TV-Tuner in die Redaktion gekommen. Als Zubehör legt der Hersteller ein VGA-Kabel sowie eine CD mit Treiber und Handbuch bei. Solche Zugaben sparen sich die Fernsehhersteller, da sie offensichtlich nicht die PC-Nutzer als Kundschaft im Visier haben. Am PC erfüllt das LG-Display nahezu alle Erwartungen: Unterschiedliche Auflösungen und auch Videotimings sind kein Problem und werden mit guter Schärfe und formattreu dargestellt. Helle Graustufen laufen in die Sättigung, zudem gerät der gesamte Grauverlauf etwas bunt.
Im Videobetrieb am DVD-Spieler saufen dunkle Graustufen ab und geraten dabei leicht rötlich. Ein lilafarbenes Kleid zeigt in dunklen Bereichen Artefakte statt weicher Übergänge. Insgesamt neigt der Flatron M228WD zu warmen Farben. Hauttöne geraten dadurch manchmal gelblich. Bei horizontalen Kameraschwenks ruckeln vertikale Linien stärker als bei den anderen Kandidaten. Die Elektronik schneidet ringsum sehr viel vom Bild ab. Zudem ist die Darstellung [--] von den Seiten und von oben betrachtet [--] recht blickwinkelabhängig. Das bereits früher getestete Modell Flatron M228W ohne Digitaltuner erwies sich diesbezüglich als gutmütiger.
Analoger TV-Empfang gelingt mit ausreichendem Pegel gut, bei schwächeren Signalen verrauscht das Bild. Im Test versah die Elektronik die Sender nur lückenhaft mit den richtigen Namen, dies ließ sich im Nachhinein aber einfach korrigieren. Auch das Organisieren der Programmliste funktioniert bequem. Verlässt man das Menü, kehrt es bei erneutem Aufruf zum zuletzt eingestellten Parameter zurück. Der Helligkeitsregler scheint nur das Backlight zu dimmen, denn der Arbeitspunkt der dunklen Graustufen verstellt sich hier nicht. Die Änderung des Schwarzpegels übernimmt der Untermenüpunkt "Tiefen". In Stellung "hoch" sind alle Graustufen sichtbar.
Der Klang des LG-Fernsehers reicht für Sprachsendungen gut aus, beim Blockbuster fehlt es an Bässen und Klangfülle. Da kann auch der 7-Band-Equalizer nichts ausrichten. Die Presets liefern ebenfalls nur befriedigende Ergebnisse.
[b]Samsung SyncMaster 2032MW[/b]
Die edle Klavierlackoptik lässt vermuten, dass es sich beim SyncMaster 2032MW von Samsung um einen Fernseher handelt. Das Gerät stammt allerdings aus Samsungs Monitor-Division. Zum Lieferumfang gehören wie beim LG-Gerät ein VGA-Kabel sowie eine CD mit Treibern und dem 71-seitigen PDF-Handbuch. Der Anwender muss vor der Inbetriebnahme den Fuß am Gerät anbringen. Interessant: Der Bildschirm wird ohne weiteres Befestigungsmaterial auf eine Art Kugelkopf aus Gummi gesteckt. Er hält sich dort nur durch Haftreibung und lässt sich vor- und zurückneigen. Einziger Nachteil der Lösung: Der Bildschirm kommt bei Erschütterungen ins Schwingen [--] nicht aber ins Kippen.
Der SyncMaster versteht sich ebenso gut auf den PC-Betrieb wie das LG-Gerät. Zum Anschluss stehen eine analoge VGA-Buchse sowie ein digitaler DVI-Port zur Verfügung. An beiden Ports ergibt sich bei Ansteuerung mit der Displayauflösung eine tadellose Darstellung mit guter Schärfe, sauber aufgelösten Graustufen und satten Farben. Aber auch andere Standardauflösungen und einige Videotimings gelingen ihm vergleichsweise gut.
Im Video- und TV-Betrieb neigt der Bildschirm zu übertrieben warmen Farben. Personen sehen grundsätzlich so aus, als seien sie gerade aus dem Südseeurlaub zurückgekehrt. Dunkelhäutige Typen geraten so leicht kakaobraun. Aber auch ein weißer Bildschirm und Graustufen wirken insgesamt rötlich. Ein eigentlich saftiggrüner Rasen scheint kurz vor dem Vertrocknen zu stehen. Mitteldunkle Gegenstände, die sich etwa im Schatten befinden erscheinen hier dunkler als bei den anderen Testkandidaten. Das mag an einer etwas flacher verlaufenden Gammakorrektur liegen. Sehr dunkle Bereiche tendieren entweder zu Rot oder zu Grün. Ruckeln macht sich kaum bemerkbar und die Schärfe bleibt auch bei Bewegungen weitgehend erhalten. Samsung schneidet seitlich mehr vom Bildinhalt ab, um auf dem 16:10-Bildschirm auch bei 16:9-Sendungen zu einer unverzerrten Darstellung zu kommen [--] das macht kein anderes Gerät im Test so konsequent.
Die Beschriftung der Gerätetasten ist mit dunkler Schrift auf schwarzem Grund kaum zu entziffern. Per Fernbedienung gelingt die Bedienung hingegen bequem. Zur Eingangsumschaltung gibt es zwar nur eine Taste, die lediglich sequenzielles Umschalten ermöglicht. Im Menü taucht die Eingangsumschaltung aber gleich an oberster Stelle auf. Dort kann man die gewünschte Quelle aus einer Liste auswählen, wobei sich nur die selektieren lassen, die auch aktiv sind. Alle anderen Eingänge werden ausgegraut und übersprungen. Die Senderliste lässt sich nur durch Vertauschen der einzelnen Programme organisieren, was umständlicher ist als normales Verschieben.
Die Lautsprecher im SyncMaster 2032MW klingen mittelmäßig, Bässe lassen sich auch hier nur erahnen. Die maximal erzielbare unverzerrte Lautstärke ist etwas niedriger als bei den anderen Testkandidaten, reicht aber aus. Die gebotenen Presets für Sprache und Film sind brauchbar, bei der Klangregelung sollte man auf eine Verstärkung der Bässe verzichten, da die Lautsprecher sonst verzerren. Die automatische Pegelsteuerung funktioniert gut.
[b]Sharp LC-20AD5E[/b]
Sharps LC-20AD5E ist in diesem Testfeld der einzige Bildschirm mit fernsehtypischem 16:9-Format. Folglich hat er auch keine Probleme damit, 16:9-Videos oder -Sendungen formatgetreu wiederzugeben. Er bietet neben einem analogen Kabeltuner einen digitalen terrestrischen Tuner. Beim Sendersuchlauf durchsucht das Gerät automatisch alle Bereiche und Quellen. Etwas unkomfortabel gestaltet sich beim Sharp-Modell die Eingangsumschaltung: Auf Tastendruck zeigt sich zwar eine Liste mit allen Eingängen. Diese sind allerdings nur als Ext. 1 bis Ext. 6 durchnummeriert und man kann nur erraten, dass sich beispielsweise hinter Ext. 5 der HDMI-Port verbirgt. Mit eigenen Namen versehen lassen sich die Eingänge nicht. Angenehm ist hingegen, dass der Anwender bei der automatischen Formateinstellung wählen kann, ob das Bild stets auf volle Schirmfläche aufgezogen oder seitenrichtig mit seitlich schwarzen Balken gezeigt werden soll.
Trotz etwas bunter Graustufen im Videobetrieb liefert der LC-20AD5E im Testfeld die beste Farbmischung. Nirgends wirken die Bilder so ausgewogen und zugleich kontrastreich. Trotz des kleinen Displays zeigt eine Skyline hier eine beeindruckende Tiefe. Ein saftiger Rasen bleibt frisch. Auch farblich problematische Szenen wie etwa beim Herrn der Ringe meistert das Gerät gut. Gesichter wirken stets natürlich und weder blass noch zu übertrieben gesund. Bei Kameraschwenks ruckelt es etwas stärker als bei den anderen Kandidaten, auch sind sehr dunkle Bildbereiche nicht ganz so fein durchzeichnet.
Die Lautsprecher verleihen dem Fernseher einen warmen, angenehmen Sound, der sogar ein paar Bässe erahnen lässt. Allerdings muss man bei der manuellen Zugabe von Tiefen Vorsicht walten lassen, da es sonst schnell zu Verzerrungen kommt. Die Lautstärkeautomatik arbeitet hier weitgehend ohne störende Nebeneffekte und auch der Surroundeffekt klingt gut.
Für den Betrieb am PC ist der LC-20AD5E nur schlecht gerüstet. Am Digitaleingang verweigert er alle PC-Timings und kommt auch analog mit seiner physikalischen Auflösung nicht klar. Das Bild lässt sich nicht mittig justieren und zittert obendrein. Bei XGA-Timing und SVGA ist die Darstellung akzeptabel, letztere aber wegen der geringen Auflösung kaum für ernsthaftes Arbeiten am PC zu gebrauchen.
Die kompletten Testergebnisse alle acht geprüften Geräte finden Sie in der Printausgabe 11/08 des c't-Magazins im Artikel "Für jede Nische, Flachbildfernseher für Büro, Küche und Jugendzimmer" von Peter Nonhoff-Arps ab Seite 144. Ab dem 26. Mai 2008 erhalten Sie den Beitrag auch als PDF-Datei im c't Kiosk.