Die Dreiklassen-Gesellschaft - Navigation per Handy, Einsteigersystem und Premium-Klasse
Wenn die Deutschen auf große Reise gehen, dann darf das Navigationssystem im Auto nicht fehlen. Aber welches Navigationssystem ist eigentlich das richtige? Wer den digitalen Pfadfinder nur selten braucht, der spielt vielleicht mit dem Gedanken, das Handy zum Navigationssystem aufzurüsten. Aber lohnt sich das überhaupt? Echte Navigationssysteme sind ja schon für unter 100 Euro zu haben. Taugen die etwas? Was kann die Premiumklasse besser? Das c't magazin hat Vorteile und Nachteile von Navigationssystemen aller Klassen untersucht.
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Aktuelle Smartphones enthalten fast alles, um spielend Navigationsaufgaben zu bewältigen und brauchen zudem weniger Platz im Reisegepäck als ihre Brüder aus einem Guss. Mittlerweile gehört ein GPS-Empfänger bei Smartphones schon fast zum guten Ton. Brauchbare Geräte mit GPS-Empfänger kosten ohne Vertrag ab etwa 250 Euro, mit einem gesponserten Vertrag bekommt man sie fast für lau. Zu den günstigeren Geräten gehören beispielsweise das Nokia 6210 Classic ohne und das HTC Touch mit Touchscreen. Eine Liste von GPS-Handys findet man beispielsweise auch in unserer Handy-Datenbank.
Ist der Bildschirm des Smartphone groß und hell genug, womöglich sogar gut entspiegelt und ein leicht bedienbarer Touchscreen eingebaut, stehen die GPS-Mobilfunker im Hinblick auf ihre Hardware ihren Konkurrenten aus dem Standalone- Lager in nichts nach. Mit kleinem, spiegelndem Bildschirm unterhalb von drei Zoll Diagonale verliert man hingegen schnell den Überblick auf der Kartenansicht. Beim spiegelnden Bildschirm kann Abhilfe geschaffen werden: Zur Not behilft man sich mit einer matten Schutzfolie für das Display. Doch bei der Bildschirmgröße lässt sich nichts machen. Dann sollte zumindest der Lautsprecher die Sprachanweisungen laut genug wiedergeben und die Software dafür sorgen, dass die Eingabemöglichkeiten und andere Gegebenheiten optimal ausgenutzt werden.
In der Praxis stößt man noch auf weitere Schwierigkeiten: So fehlt bis auf einige wenige Ausnahmen wie beim XDA Guide ein Kfz-Einbauset samt Ladekabel. Für alle anderen bietet der schwedische Hersteller Brodit eine passende Halterung an, verlangt aber je nach Ausführung etwa 25 bis 80 Euro. Ohne Ladekabel verkürzt sich die Laufzeit der Smartphones bei angeschaltetem GPS und Internetverbindung mitunter drastisch auf wenige Stunden [--] eine Größenordnung, in der auch die meisten Navis liegen. Will man auch die TMC-Staumelde-Signale empfangen, braucht man eine Bluetooth-GPS-Maus mit TMC-Empfänger beispielsweise von Global Navigation Systems, die mit etwa 75 Euro zu Buche schlägt (erhältlich unter anderem bei GPS-Haus). Da mit lassen sich auch Smartphones ohne GPS in ein Navi-Handy verwandeln.
[b]Testfeld[/b]
Zwischen 50 bis 150 Euro kosten die hier auf Tauglichkeit geprüften sechs Programme, die ihre Karten bereits dabei haben. Die sechs Programme kommen teilweise von Herstellern wie Tom-Tom, Navigon und Garmin, die auch im Stand-alone-Navi-Markt nicht fremd sind. Deshalb kann man zumindest ähnlichen Funktionsumfang und gute Routing-Qualitäten wie bei den Spezialisten erwarten. Points-of-Interest-Datenbanken gehören genauso dazu wie ein Routenplaner mit mehreren Zwischenzielen und Favoritenlisten. Wer außerdem dennoch die Online-Funktionen seines Smartphones nutzen möchte, kann sich bei einigen Programmen nach Wunsch auch mit aktuellen Verkehrsdaten, Wettervorhersagen oder Blitzampel-Standorten versorgen lassen.
Das Testfeld enthält Aspiranten von ALK, Garmin, Navigon, Route 66, Sygic und TomTom. Alle sechs Kandidaten laufen unter Windows Mobile und bis auf den TomTom Navigator 7 steht auch eine Version für Symbian OS S60 bereit. Garmin bietet seinen Mobile-XT-Navigator sogar für Palm und Blackberry an. Die meisten Programme liegen schon in der siebten Generation vor und versprechen die nötige Reife, um den Nutzer sicher zum Ziel zu leiten und in ihren Führungsqualitäten zumindest mit den Stand-alone-Navis gleichzuziehen.
Im Unterschied zu Billig-Navis besitzen alle Smartphones mit Hilfe von Mobilfunk eine Verbindungsmöglichkeit zum Internet, welche die meisten der Onboard-Navi-Lösungen für Connected- Dienste wie Verkehr und Wetter nutzen. Hierfür empfehlen sich allerdings Datenflatrates. Alle Programme mussten im Test auf Strecken in der Stadt und über Land ihre Führungsqualitäten unter Beweis stellen. Dafür wurden bekannte Testrouten mit den Optionen für die schnellste oder kürzeste Strecke erstellt und Streckenneuberechnungen erzwungen. Ebenso prüften wir das Verhalten bei unübersichtlichen Kreuzungen und verschachtelten Ausfahrten. Des Weiteren begutachteten wir den Installationsprozess und die Bedienung.
Die Testergebnisse aller sechs überprüften Programme finden Sie in der Printausgabe 10/09 im Artikel "Alles an Board! Navi-Software mit Kartenmaterial für Smartphones" von Daniel Lüders ab Seite 80. Den Artikel erhalten Sie ab dem 11. Mai 2009 auch als pdf-Datei im c't Kiosk. Hier die Ergebnisse der drei in der Sendung vorgestellten Programme.
[b]Garmin Mobile XT[/b]
Als einziger Hersteller bietet Garmin seine Software außer für Windows Mobile, Symbian OS und Blackberry auch für das angestaubte Palm OS an. Die Nutzer dieser Betriebssysteme erhalten mit Mobile XT eine Software, die sich fast genauso schnell und einfach bedienen lässt wie die der aktuellen Garmin-Standalone-Navis. Keine andere Navi-Software im Test ist so leicht auf dem Handy installiert, wie Mobile XT: Speicherkarte rein [--] Installation startet [--] loslegen.
Das Hauptmenü dominieren zwei Symbole: Eines zur Zieleingabe und eines, das zur Kartenansicht führt. Daneben enthält die Hauptansicht nur noch Menüpunkte für Einstellungen, Online-Dienste und zum Beenden der Anwendung.
In den Online-Diensten findet man praktische Clients für Wetterabfrage und Verkehrsdaten-Aktualisierung. Garmin Mobile XT führt zu Adressen, POIs und GPS-Koordinaten. Beide Dienste sind [--] abgesehen von den Mobilfunk-Gebühren [--9 kostenfrei nutzbar.
Die Navigationsfunktion berechnet flott sinnvolle Strecken und gefällt auch durch ihre präzisen Sprachanweisungen. Vor unübersichtlichen Kreuzungen blendet die Navi-Software zur besseren Orientierung eine anschauliche 2D-Übersichtskarte ein, bevor sie wieder zur 3D-Ansicht wechselt.
Garmin Mobile XT bietet mehr Fahrzeugprofile als alle anderen Konkurrenten im Test, beispielsweise auch für Taxis, Ambulanzfahrzeuge und Lieferwagen. Des Weiteren lässt sich die Routenplanung durch viele Ausschlusskriterien noch verfeinern, die man bei anderen Navi-Lösungen vergeblich sucht.
Auch wenn die Software in puncto Bedienung und Zielführung überzeugt, bleibt doch ein Wermutstropfen: Garmin bietet sein ansonsten für alle anderen Navis erhältliches Kartenabonnement namens nümaps für die Mobile-XT-Software nicht an. Wer also aktuell bleiben will, muss dann mit 99 Euro den vollen Preis für ein Kartenupdate bezahlen [--] die Software inklusive Kartenmaterial selbst kostet nur 89 Euro.
[b]Navigon Mobile Navigator 7[/b]
Navigon bietet von seiner aktuellen Version 7 des Mobile Navigator eine Ausgabe für Symbian OS S60 und eine für Windows Mobile an, die zwar gleich viel kosten, aber dennoch einen unterschiedlichen Funktionsumfang mitbringen. Beispielsweise berechnet die Windows-Mobile-Version zusätzlich außer für PKW, LKW, Fahrrad und Fußgänger spezielle Routen für Motorradfahrer. Des Weiteren kann die Windows-Mobile-Version Straßennamen ansagen. Nur sie kann Hotels mittels Client für den Webdienst Hotel Reserva tion Service (HRS) suchen. Außer Autobahnen, Fähren und Mautstraßen lassen sich mit der Windows-Mobile-Software auch Anliegerstraßen automatisch vermeiden. Wer sein Windows-Smartphone im Querformat benutzt, kommt in den Genuss des Fahrspurassistenten mit verbesserter Darstellung [--] Reality-View genannt.
Navigon hat die Software gut für die Bedienung über Touchscreen oder Zahlenfeld angepasst, sodass sich Adressen und andere Ziele schnell eingeben lassen. Sie bietet alle Features, die man von einem aktuellen Navi gewohnt ist: schnell berechnete, sinnvolle Strecken und präzise Anweisungen zur rechten Zeit. In Funktionsumfang und Qualität kann sich die Navigon-Software locker mit aktuellen Stand-alone-Geräten messen.
Bevor man den kostenpflichtigen Registrierungsschlüssel für den Navigon Mobile Navigator 7 erwirbt, kann man die Software 30 Tage mit vollem Funktionsumfang testen. Zur Aktivierung der Anwendung benötigt man eine Internetverbindung, egal ob für die Probezeit oder zur Übertragung des Registrierungsschlüssels. Ohne Internetaktivierung startet der Mobile Navigator nicht.
Dafür bringt der Mobile Navigator 7 noch ein paar nützliche Extras mit, die bei der Version für dedizierte Navis mangels Internetanschluss fehlen: Auf Wunsch empfängt die Software Verkehrs- und Wetterdaten über Mobilfunk.
Als einziges Unternehmen im Test bietet Navigon seinen Kunden auch einen Kartenabo-Service an, der für zwei Jahre alle drei Monate frisches Kartenmaterial beschert und beim Kauf der Software beispielsweise für europäisches Kartenmaterial nur knapp 50 Euro extra kostet.
[b]TomTom Navigator 7[/b]
Die aktuelle Version des TomTom Navigators gibt es nicht mehr einzeln für alle Windows-Mobile-Geräte zu kaufen, sondern ausschließlich vorinstalliert auf einigen wenigen Windows-Mobile-Smartphones wie dem HTC Touch Diamond oder dem MDA Vario IV. Beim hier getesteten XDA Guide liegen ein Kfz-Einbauset und Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei [--] also einfach auspacken, Karte per Internet aktivieren und loslegen.
Danach präsentiert sich das Smartphone wie ein gewöhnliches TomTom-Navi mit fast allen bekannten Funktionen. Wie bei den Stand-alone-Navis von TomTom fällt auch bei der Navigator-7-Software die besonders flotte und eingängige Bedienung positiv auf. Mit keiner anderen Navi-Software hat man so fix sein Ziel eingegeben und eine Strecke berechnet.
Die Navigation erstellt zwar noch keine Tageszeit-optimierten Routen wie es die separaten von TomTom-Navis bereits machen, dennoch können sich die erstellten Strecken sehen lassen und auch die Sprachanweisungen kommen zur rechten Zeit und sind präzise.
Verkehrsmeldungen bekommt der Nutzer vom TomTom Navigator 7 nur über den Bezahldienst TomTomPlus Traffic, der pro Jahr satte 40 Euro kostet und zusätzlich die Mobilfunkkosten erhöht. Der Anschluss eines TMC-Empfängers ist bei TomTom nicht vorgesehen. Über die TomTomPlus-Services kann der Nutzer weitere Daten in das System einfügen wie Wetter oder Blitzampeln [--] allerdings alle kostenpflichtig. Gratis ist immerhin der TomTom-Buddy-Service, bei dem TomTomHome-Nutzer sich gegenseitig Nachrichten und ihre Position schicken können.
TomTom bietet zwar kein Kartenabo für den Navigator 7 an, aber immerhin enthält die Software das Kartenkorrektur-System MapShare, mit dem Nutzer Änderungen in der aktuellen Karte an den TomTom-Server melden können. Zudem lassen sich über die korrespondierende PC-Software TomTomHome aktuelle Korrekturdaten herunterladen. Dadurch bleibt die erworbene Karte länger aktuell.
Eine ausgefeilte Notfallhilfe-Option, gibt auf Wunsch den aktuellen Standort aus und sucht auf Wunsch nach nächstgelegenen Krankenhäusern, Polizeistellen, Apotheken oder anderen Hilfsdiensten und ruft diese wahlweise auch gleich an.
Die TomTom-Software gefällt besonders durch ihre flotte Bedienung und ausgereifte Navigation. Die meisten Online-Dienste muss man allerdings bezahlen.
[b]Die Alternative: Ein Billig-Navi[/b]
Die Navis der Einstiegsklasse bringen alles mit, um ihren Käufer gleich vom Kundenparkplatz nach Hause zu führen: Halterung und Ladekabel sind dabei und Kartenmaterial mindestens für Deutschland vorinstalliert. Die Touchscreens erleichtern die Bedienung im Fahrzeug und sind in der Regel gut entspiegelt.
Wir haben acht aktuelle Geräte zwischen 70 und 160 Euro getestet. Mit im Rennen sind das Falk M4 2nd Edition, die beiden Medion-Navis GoPal E3135 und E4235 sowie Navigons Modelle 2310 und 3300max. Pearl bietet mit dem V35-1 ein besonders günstiges Navi für 70 Euro an, von TomTom tritt das neue Einsteiger-Modell One IQ Routes Europe an. Garmin steuert das nüvi 255T bei. Sowohl das Medion E4235 als auch das Navigon 3300max ziert ein 4,3 Zoll Diagonale messendes Widescreen-Display; die anderen haben ein 3,5- Zoll-Display verbaut.
Die Testgeräte bringen einiges an Navigationshilfen und Zusatzsoftware mit. So berücksichtigen alle Navis außer dem Medion GoPal E3135, dem TomTom One und dem Pearl V35-1 Staumeldungen über TMC-Radio. Für das Pearl-Navi lässt sich der Staumelder für 20 Euro und für das Medion GoPal E3135 für 30 Euro nachrüsten, bei TomTom gibt es ein ansonsten baugleiches Modell mit TMC für 20 Euro Aufpreis. Einen Geschwindigkeitswarner besitzen alle Navis im Testfeld, Illustrationen von Autobahnabfahrten bieten Navigon, Pearl und TomTom.
Die acht Navis kommen mit aktuellem Kartenmaterial von 2008 oder 2009. Das Garmin nüvi 255T, das TomTom One und das Navigon 2310 enthalten Karten für West- und Mitteleuropa, das Medion GoPal 4235 wartet mit Westeuropa-Karten auf. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Europa-Karten ohne Navi schon um die 100 Euro kosten. Das Pearl V35-1 bietet in der günstigsten Variante Deutschland-Karten, die übrigen Navis bringen Karten für die D/A/CH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) mit. Erweitertes Kartenmaterial lässt sich bei allen Geräten nachrüsten, das Falk M4 kann auch Pixel-Wanderkarten anzeigen, für das Garmin nüvi 255T gibt es vektorbasierte topografische Karten.
Die kompletten Testergebnisse finden Sie in der Printausgabe 10/09 des c't magazins im Artikel "Billiglohn-Führungskräfte, Günstige Stand-alone-Navis" von Achim Barczok ab Seite 88. Den Artikel erhalten Sie ab dem 11. Mai 2009 auch als pdf-Datei im c't Kiosk. Hier die Ergebnisse der drei in der Sendung vorgestellten Geräte.
[b]Pearl V35-1[/b]
Das günstigste Navi im Testfeld kommt von Pearl und kostet mit Karten für Deutschland 70 Euro. Für 85 Euro gibt es das V35-1 mit D/A/CH-Karten und europäischen Hauptstraßen, für 100 Euro mit Karten für Westeuropa auf einer 2-GByte-SD-Karte.
Die Karten stellt das V35-1 nicht nur übersichtlich dar und bietet nützliche Streckeninformationen, sondern richtet sie auch flüssig nach der Fahrtrichtung aus. Die vielen Einstellmöglichkeiten erlauben es dem Fahrer, vom Neigungswinkel der Karten bis zur Anzeige von Streckeninformationen fast jedes Detail der Übersicht seinem Geschmack anzupassen. Die Fahrspurhilfe ist an sich präzise, wird allerdings zu klein dargestellt und hebt die richtige Spur farblich nicht ausreichend hervor.
Auch bei der Menüführung kann das Pearl V35-1 mit der ausgereiften Software iGo 8 punkten, die aus dem Hause Navngo kommt. Die Menüs sind logisch angeordnet und klar strukturiert, auf Wunsch blendet das Navi einige der Funktionen aus. Im Startmenü findet der Anwender Betrachter für TXT-Dateien und Fotos sowie Abspielsoftware für Videos und Audio.
Beim GPS-Signal patzte das Navi an einigen Stellen mit schlechtem Mapmatching und setzte wiederholt zur Neuberechnung der Strecke an. Außerdem riss das GPS-Signal an zwei Stellen während einer Testfahrt völlig ab. Der Bildschirm ist nicht besonders hell und könnte besser entspiegelt sein, bei Sonnenschein erkennt man kaum noch etwas.
Routen berechnet das Navi recht fix und kennt meist die besten Strecken, einige Adressen positionierte das Navi im Test allerdings ungenau auf der Karte. Die Anweisungen per Sprache sind eher einfach gehalten und wirken lieblos aneinandergereiht, ertönen in der Regel aber zur rechten Zeit.
[b]Garmin nüvi 255T[/b]
Das nüvi 255T gefällt mit den für Garmin typischen einfach gehaltenen und flotten Menüs, die voll und ganz auf die Navigation ausgelegt sind und als Menüpunkte aussagekräftige Icons enthalten. Die übersichtliche Menüstruktur ist aber auch dem Umstand geschuldet, dass das Navi nur wenig Einstellmöglichkeiten bietet.
Die Sprachansagen könnten etwas ausführlicher sein und häufiger kommen, sie sind aber meist präzise. Die Stimme klingt dabei eher hart und befehlend. Bei der Routenberechnung zeigt sich das nüvi 255T souverän und führte im Test auf sinnvollen Strecken. In verzweigten Seitengassen machte allerdings das Mapmatching hin und wieder Probleme; dann setzte das Navi zur Neuberechnung der Route an, weil die errechnete Fahrzeugposition munter von Straße zu Straße hüpfte.
Nach Eingabe des ungefähren Spritverbrauchs des Fahrzeugs in Stadt und über Land sowie dem aktuellen Benzinpreis prognostiziert das Navi die Spritkosten für berechnete Strecken. Als spielerische Motivationshilfe zum Spritsparen kann der Fahrer durch langsames Bremsen und Anfahren sowie gemütlicheres Tempo Punkte für ökonomisches Fahren sammeln. In der Statistik-Anzeige überlagert die Schrift allerdings auf dem 4:3-Display die Wertungen und macht sie unleserlich.
Der Kabelbaum, an dem das Ladekabel und der TMC-Empfänger für den Staumelder hängen, stört im Wagen und sorgt für Kabelsalat. Das Display ist das leuchtstärkste im Testfeld, selbst an sonnigen Tagen beim Blick von der Seite ist alles zu erkennen. Für eine gute Übersicht sorgt zudem das Kartenmaterial, das zwar recht schlicht, dafür aber aufgeräumt daherkommt und Straßen wie Fahrhinweise deutlich von den Flächen abhebt.
[b]TomTom One IQ Routes Europe[/b]
Beim One IQ Routes Europe hat TomTom die tageszeitabhängige Routenerstellung IQ Routes integriert. Dazu wertet TomTom Nutzerprofile zur Optimierung der Streckenführung aus, wenn die Anwender diese über den PC an TomTom übermitteln. Die Ergebnisse werden in den regelmäßigen, kostenpflichtigen Karten-Updates bereitgestellt. Die Datenbank ist bereits gut befüllt, sodass Nutzer schon bei der ersten Fahrt davon profitieren.
Das TomTom One berechnete im Test anhand der Tageszeit und des Wochentags sinnvolle Routen und schätzte am zuverlässigsten die Fahrtdauer ein. Die aufwendige Streckenkalkulation kostet allerdings Zeit, bei weit entfernten Fahrzielen muss man sich über eine halbe Minute gedulden.
Hilfreich auf den Fahrten sind die zahlreichen Navigationshilfen wie Geschwindigkeitswarner, Fahrspurhilfe und Abfahrtillustrationen. Bei Fehlern im Kartenmaterial kann der Anwender Korrekturen komfortabel auf dem Gerät einfügen, die bei der Navigation ab sofort berücksichtigt werden und optional über den PC an TomTom übermittelt werden können.
Die Sprachansage des Navis kann bei komplizierten Streckenabschnitten mit verzweigten Straßen glänzen, indem die präzisen Anweisungen kaum Fehlinterpretation zulassen. Auf Bundesstraßen nervt es aber durch wiederkehrende, unnötige Hinweise, mit denen es den Fahrer bei Abfahrten vom Verlassen der Straße abhalten will. Die Stimme klingt eher kantig und hat eine etwas eigene Sprachmelodie. An der einen oder anderen Stelle erwies sich das GPS im Test ungenau bei der Positionierung auf der Karte.
Ist ein Ziel einmal nicht mit dem Auto erreichbar, berechnet das One IQ Routes für das letzte Stück die Fußgängerroute. Diese eigentlich sinnvolle Funktion verwirrt allerdings, wenn die Ankunftszeit aufgrund eines eingerechneten Fußmarsches in weite Ferne rückt. Besonders elegant hat TomTom die Saugnapfhalterung umgesetzt: Sie lässt sich auf Handtellergröße zusammenklappen und trotzdem fest an der Windschutzscheibe anbringen und leicht justieren.