Die größte Datenkrake der Welt - Was weiß Google über jeden von uns?
Die meisten kennen und nutzen Google als Suchmaschine im Internet. Das allerdings ist nur ein kleiner Teil des Betätigungsfeldes des Konzerns. Denn Google bietet auch eine Vielzahl personalisierter Angebote. Und bei allen diesen Angeboten sammelt Google auch persönliche Daten von uns allen. Alles wird abgespeichert und soll, so die offizielle Verlautbarung von Google, ausschließlich dazu dienen, die Angebote für die Nutzer noch besser zu machen. Was weiß Google über jeden von uns und was können wir tun, um nicht zum transparenten Websurfer zu werden?
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Google – mehr als nur eine Suchmaschine
Bei Google mag man wohl Rekorde: Die Website gilt als die bekannteste im Internet, die Marke Google gilt mit einem Wert von 100 Milliarden US-Dollar als die teuerste der Welt und Datenschützer bezeichnen Google als den größten Datensammler der Welt. Das aber ist den meisten Nutzern, die hinter Google „nur“ eine Suchhilfe für das Internet vermuten, gar nicht bewusst. Das besondere Verständnis von Privatsphäre hat Google-Chef Eric Schmidt in einem Interview mit einem amerikanischen Fernsehsender so definiert: „Wenn es Dinge gibt, von denen Sie nicht wollen, dass irgendjemand etwas darüber erfährt, dann sollten Sie so etwas nicht tun.“
Google lebt von den Informationen über andere. Jeder Suchvorgang wird auf den Servern mehrere Monate lang gespeichert. Und über alle Nutzer, die Google nicht nur als Suchmaschine einsetzen, sondern auch die personalisierten Dienste wie Google Mail, den Bilderdienst Picasa oder auch nur die personalisierte Startseite iGoogle verwenden, weiß der Internetkonzern sowieso genauestens Bescheid. Natürlich, so versichern die Google-Offiziellen immer wieder, würden diese Daten nur eingesetzt, um die Dienste für die Nutzer weiter zu optimieren. Sämtliche Daten würden also nur anonymisiert gespeichert. Dennoch bleibt bei den Nutzern ein schaler Beigeschmack.
Street View
Das neuste und eines der aufwändigsten Projekt bringt Google im Herbst 2010 an den Start. Google Street View. Google lässt dazu spezielle Kamerafahrzeuge kreuz und quer durch Deutschland fahren und fotografiert ganze Straßenzüge und Gebäude. Diese Detailaufnahmen sollen später im Internet jedem interessierten Nutzer kostenlos zugänglich gemacht werden.
Hier allerdings gebt es erheblichen Widerstand von völlig unerwarteter Seite. So unterstützt der "Hauseigentümerverband Haus und Grund“ Pläne innerhalb der Bundesregierung, gegen Aufnahmen des US-Konzerns Google von Straßen und Häusern im Internet vorzugehen. Google müsse vor einer Veröffentlichung von Häuserfotos jeden Immobilienbesitzer um Erlaubnis fragen, forderte Verbandspräsident Rolf Kornemann in der Zeitung Die Welt und fordert eine entsprechende Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes. Kornemann begrüßte die Datenschutz-Pläne von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU).
Aigner hatte zuvor gesagt, sie stehe in Kontakt mit dem Bundesinnenministerium, um "rechtliche Schritte und mögliche Gesetzesänderungen zu prüfen". Sie wolle das bisherige Verfahren umdrehen: Nicht die Bürger sollten einer Veröffentlichung ihrer privaten Daten widersprechen müssen, sondern Google solle verpflichtet werden, Genehmigungen einzuholen. Die Federführung hat bei dieser Frage allerdings das Bundesjustizministerium.
Google wies die Kritik zurück. Für Street View seien in Deutschland bereits seit mehr als einem Jahr im Einklang mit den Datenschutzbehörden Fotos aufgenommen worden. Das Unternehmen will die Bilder aus Deutschland nach Angaben einer Sprecherin im letzten Drittel dieses Jahres online stellen.
Was tun?
Wer Google intensiv als registrierter Nutzer einsetzt, kann über das Google Dashboard sehen, welche Daten über ihn gespeichert wurden.
Man sollte wissen, dass sämtliche Eingaben und Suchvorgänge monatelang bei Google gespeichert werden. Generell gilt, im Internet nur die Daten preiszugeben, die unbedingt notwendig sind. Denn einmal veröffentlichte Daten kann man nie wieder einfangen.