Fatale Bekanntschaft - Wie die Partnersuche im Internet zum Desaster wurde

Er hat es auf reife Damen abgesehen. Denen gaukelt der vermeintliche Offizier die große Liebe vor. Es folgt die Verabredung zum ersten Treffen – doch da passiert es: Ein Unfall und Richard benötigt dringend Bargeld.

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Sich vor Betrügern in Partnerbörsen zu schützen, fällt zunächst schwer, denn der Blick durch die rosarote Brille verhindert, dass man die Dinge mit der nötigen Distanz reflektiert. Doch gerade, wenn es um Liebe geht, sind Betrüger meist nicht fern-

Die Masche der BetrĂĽger

„Romance-Scamming“ nennt man die Masche dieser Betrüger, die ihre Opfer erst um den Verstand und dann ums Geld bringen. Die Täter, die sich oftmals als Amerikaner oder Engländer ausgeben, versuchen zunächst eine emotionale Bindung zu ihrem Opfer aufzubauen: Sie rufen mehrmals am Tag an, schreiben unentwegt. Bei den Unterhaltungen geht es anfangs keineswegs um Geld, sondern um Familie, Beruf, eine gemeinsame Zukunft. Doch dann kommt der Haken: Der Scammer will seine neue Liebe in Deutschland besuchen. Kurz nach Reiseantritt aber gibt es Schwierigkeiten: Ein Überfall, ein gestohlener Pass, ein Unfall etc. Kurz: Der Scammer braucht Geld und bittet sein Opfer ihm per Bargeldtransfer Geld zu senden. Es folgen viele „Bettelmails“, im schlimmsten Fall droht der Scammer Selbstmord an – nur um das Geld zu erpressen.

Wie erkenne ich einen „Scammer“?

Die Alarmglocken sollten bei Ihnen läuten, wenn sich die Person als Amerikaner oder Engländer ausgibt, das Profilfoto (weil es geklaut ist) schlecht aufgelöst ist und die Person und in gebrochenem Deutsch oder Englisch schreibt. Ein weiteres Indiz: Die Person versucht sehr schnell eine emotionale Bindung herzustellen, also sehr schnell eine Telefonnummer oder eine private E-Mail-Adresse angibt, einfühlsam, liebevoll und besorgt ist.

Finanzielle Forderungen sind ein eindeutiges Indiz dafĂĽr, dass es sich bei Ihrem GegenĂĽber um einen BetrĂĽger handelt. Auf solche Forderungen dĂĽrfen Sie auf keinen Fall eingehen und sollten den Kontakt sofort abbrechen.

So kann man sich schĂĽtzen
Auch wenn es schwerfällt: Immer vorsichtig sein! Also nie vorschnell private Email-Adresse, Telefonnummer und Anschrift herausgeben. Und ganz wichtig: Niemals Geld überweisen!

Hat man den Verdacht, mit einem Betrüger zu kommunizieren, lohnt es sich, das mal zu überprüfen: Im Internet gibt es so genannte Anti-Scam-Seiten, auf denen Nicknames beziehungsweise Profile Scammern gespeichert sind. Manchmal reicht es schon, den Nickname einfach mal bei google einzugeben. Landet man einen Treffer, sollte man die entsprechende Single-Börse informieren, die dann das Profil des Scammers löschen kann.

Wenn man bereits gescammt wird

Wenn Sie gescammt werden, sollten Sie sofort jeglichen Kontakt zum Betrüger abbrechen. Das heißt konkret: Keine Mail und keinen Anrufe des Scammers mehr entgegen nehmen. Am besten ist es sogar, wenn Sie sich gleich eine neue Mailadresse und Telefonnummer zuzulegen. Zusätzlich besteht auch Gefahr für Freunde im sozialen Netzwerk und für alle Kontakte in Ihrem Mailadressbuch: Die Täter schicken nämlich oftmals mit den Mails auch einen Computervirus, der die Daten auf Ihrem Rechner scannt.

Sie sollten grundsätzlich jedoch alle Daten und Mails und Chattexte auf einer CD-ROM, die sie vom Betrüger haben, speichern – sie können später als Beweismaterial dienen. Wenn Sie Geld überwiesen haben, sollten Sie auch die Überweisungsbelege aufheben.

Auf jeden Fall sollten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten – auch, wenn sich die strafrechtliche Verfolgung meist schwierig gestaltet, weil die Täter oftmals aus dem Ausland agieren.