Flach, bunt und breit - PC-Bildschirme mit Multimediaausstattung im Test

Was bislang nur Flachbildfernsehern vorbehalten blieb, hält nun auch bei PC-Bildschirmen Einzug. Klassisches 16:9-Format, HDMI-Schnittstellen und integrierte Lautsprecher erwecken den Eindruck, dass es sich hier weniger um Arbeitsgeräte handelt, als doch eher um Unterhaltungszentralen. Schaffen die neuen Bildschirme den Spagat zwischen klassischer Computeranwendung und Multimediaausstattung? Das c't magazin hat neun Flachbildschirme auf Herz und Nieren getestet.

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Full-HD-Auflösung, 16:9-Format, integrierte Lautsprecher und HDMI-Eingänge: Was bisher bei Flachbildfernsehern gang und gäbe war, hält nun auch Einzug in PC-Bildschirme.

Lange herrschte eine strikte Trennung zwischen dem Seitenverhältnis von PC-Monitoren und Flachbildfernsehern: LCD- oder Plasma-TVs setzen stets auf das 16:9-Format. PC-Monitore im Breitbildformat fielen dagegen bislang etwas höher aus und kamen auf 16:10.

Wer den PC überwiegend zum Arbeiten oder Surfen benutzt, dürfte mit dem etablierten 16:10-Format völlig zufrieden sein. Schaut man Fernsehen oder Filme auf den Schirmen, muss man im besseren Fall schwarze Balken an den oberen und unteren Bildrändern oder schlimmstenfalls verzerrte Bilder in Kauf nehmen. Seit dem vergangenen Herbst versprechen nun nahezu alle Monitor-Hersteller Filmvergnügen auf 16:9-Displays mit Full-HD-Auflösung.

Neun dieser Geräte von Samsung, Acer, Asus, BenQ, Viewsonic, Dell, Fujitsu-Siemens und LG haben wir in unser Testlabor geholt. Außer den beworbenen Multimediafähigkeiten stand auch auf der Prüfliste, wie sich die Monitore mit dem flacheren Breitbildformat bei üblichen PC-Anwendungen behaupten.

Die kompletten Testergebnisse aller neun ĂĽberprĂĽften Bildschirme finden Sie in der Printausgabe 4/09 im Artikel "Die neue Breite, Neun Breitbildmonitore in 16:9-Format" von Stefan Portek ab Seite 104. Den Beitrag erhalten Sie unter dem angegebenen Link ab dem 16. Februar 2009 auch als PDF-Datei im c't Kiosk. Hier nun die Kurzcharakterisierung der in der Sendung vorgestellten drei Modelle.

[b]BenQ E2200HD - der "TV-Profi"[/b]

Das 21,5"-Gerät von BenQ darf sich unter den getesteten Geräten noch am ehesten mit dem Attribut "TV-tauglich" schmücken [--] auch wenn er wie alle getesteten Modelle eine nur befriedigende Blickwinkelabhängigkeit besitzt. Positiv fallen die integrierten Lautsprecher und die vielen vorhandenen aber leider nur schwer erreichbaren Digitaleingänge auf. Gut gefallen hat auch das 1080i-Bild am HDMI-Eingang und dass sich der Overdrive sich abschalten. Im Overdrive-Betrieb neigt der für 210[ ]Euro angebotene Monitor allerdings zum Überschwingen.

[b]Fujitsu-Siemens Amilo SL3230T - der "GĂĽnstige"[/b]

Mit einer Diagonale von 23" bietet das Gerät von Fujitsu-Siemens viel Bild fürs Geld: Das 230[ ]Euro teure Modell liefert einen guten Kontrast, bringt ordentliche Presets für verschiedene Betriebssituationen mit und überzeugt mit einer guten Farbmischung. Die integrierten Lautsprecher klingen etwas dumpf und Signale mit 1080i flimmern leicht. Leider ist das Bedienkonzept etwas gewöhnungsbedürftig. Viele Funktionen sind nur umständlich über das Menü zu erreichen.

[b]Samsung Syncmaster 2343BW - der "Auflösungs-King"[/b]

Stolze 2048x1152 Bildpunkte bringt der Syncmaster von Samsung auf seinen 23"-Display unter. Gut nutzen kann man diese feine Auflösung allerdings nur im PC-Betrieb. Für Spieler eignet sich das 240[ ]Euro teure Display allerdings ob der langsamen Schaltzeiten nicht. Als Fernseher-Ersatz macht das Gerät keine allzu gute Figur, was nicht nur am fehlenden HDMI-Eingang liegt. Videosignale im Zeilensprungverfahren quittiert er mit leichtem Bildzittern. Im Büro punktet er aber mit einem Standfuß auf dem er sich drehen und in der Höhe verstellen lässt.

[b]Fazit[/b]

Beim Arbeiten am PC machen alle Testkandidaten eine ordentliche Figur [--] allenfalls muss man sich an das flachere Seitenverhältnis gewöhnen. Einzig die wolkige Ausleuchtung der Monitore trübt das Bild. Im Büro düfte man zu schätzen wissen, dass sich die Displays von Samsung und LG drehen und in der Höhe verstellen lassen und ihr Rahmen nicht spiegelt. Trotz der feinen Auflösung mit mehr als 100 dpi eignet sich wegen der inhomogenen Ausleuchtung und der Winkelabhängigkeit keines der 16:9-Displays zur professionellen Bildbearbeitung.

Außer Dells S2409W beherrschen die Testkandidaten eine formaterhaltende Interpolation. Ältere Spiele oder auch spezielle Anwendungsprogramme werden somit ohne Verzerrungen angezeigt. Bei den Geräten von LG, Viewsonic, BenQ, Dell und Asus sorgen aber die Überschwinger des Overdrive-Schaltkreises dafür, dass sich die Geräte bei unseren subjektiven Spieletests kaum schneller anfühlten. Bewegte Objekte sehen zwar schärfer aus, besitzen aber einen hellen Saum an den Kanten.

Einen ordentlichen Kompromiss zwischen flottem Bild wechsel und geringen Überschwingern erreicht LGs W2442PA. Die Monitore von Acer, Samsung und Fujitsu-Siemens nutzen keinen Overdrive. Ihre Reaktionszeit ist länger, aber es treten auch keine Nebenwirkungen auf. Auch subjektiv spielt es sich auf diesen Schirmen etwas schlechter. Unter den Overdrive-Kandidaten schnei den die Geräte von Dell und Viewsonic bei unseren Spieletests einen Hauch besser ab.

Als vollständigen Ersatz eines LCD-Fernsehers mit IPS- oder VA-Panel gehen die 16:9-Monitore aufgrund der stärkeren Winkelabhängigkeit nicht durch. Wer beim Videoschauen nicht anderthalb Stunden starr vorm Schirm hocken möchte, findet bei den Schirmen von Dell, Samsung und Fujitsu-Siemens eine vergleichsweise geringere Winkelabhängigkeit.

Bei der Nutzung der 16:9-Displays am HD-Receiver muss man beim Gros der getesteten Schirme Abstriche bei der Unterstützung von Bildern im Zeilensprungverfahren machen. Die Geräte von Fujitsu-Siemens, Acer und Dell sowie BenQs E2200HD nerven im 1080-Betrieb weniger durch Ruckeln oder Zeilenflimmern als das restliche Testfeld. Die Bildqualität kann sich mit kleinen Abstrichen in Sachen Farbmischung bei Viewsonic, Acer und Dell auf allen Schirmen sehen lassen.

Man kann vom 16:9-Format aber nicht grundsätzlich darauf schließen, dass der Monitor als Videoschirm eine gute Figur macht. Viele 24-Zöller im bisherigen 16:10-Format sind zwar teurer, machen aber mit einer 1:1-Darstellung, einem ordentlichen De-Interlacer und vielleicht einem blickwinkelstabilen Panel bei der Nutzung an Spielkonsolen oder HD-Receivern mehr Spaß.