Manufakturen - Gebasteltes, Gekochtes, Gebackenes aus dem Internet
Immer mehr Menschen bieten über die Internetplattform Dawanda moderne Handarbeit an und verkaufen selbstgemachte Produkte. Die Umsätze erreichen Millionenhöhe – für das c't magazin ein Grund, sich das Modell mal anzuschauen.
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Heimarbeit – bei diesem Begriff denken viele an die früher. An Zeiten, in denen von Hausfrauen in den eigenen vier Wänden Kugelschreiber oder ähnliches für wenig Geld zusammengebaut wurden. Dank Internet sieht Heimarbeit heute aber ganz anders aus. Und lukrativ scheint sie für viele offenbar auch zu sein. Selbstgemachtes liegt voll im Trend. Wer kreative Ideen und ein Händchen für Bastelarbeiten hat, der kann mit seinen Produkten gutes Geld verdienen. Zum Beispiel über Internetshops wie dawanda.de, vondir.de oder heinzhilft.de.
Drei erfolgreiche „Heimarbeiterinnen“
Katharina Bäcker, Ladenbesitzerin. Tina Tapp, selbstständige Schmuckdesignerin. Franziska Franke – auch sie ist selbstständig und hat ihren eigenen Shop. Die drei sind moderne Heimarbeiterinnen, die ihre Waren auf der Internetplattform Dawanda anbieten. Mit der Heimarbeit von früher hat das nicht mehr viel zu tun: die Frauen heute sind selbstständige Unternehmerinnen, die kreativ von zu zuhause aus arbeiten. Geblieben sind die alten Fertigkeiten: es wird genäht, gekocht, gebastelt. Verkauft werden die eigenproduzierten Dinge dann als Einzelstücke im Netz.
Flexibilität ist gefragt
Der Online-Shop „Zack Zack“ von Franziska Frank: Das Nähen hat sie von ihrer Mutter gelernt. Die studierte Grafikdesignerin ist seit der Geburt ihrer Tochter zuhause, wollte von dort aus arbeiten. Die Heimarbeit läuft gut und die Arbeitszeiten passen. „Ich bin natürlich flexibel, auch wenn es Stoßzeiten gibt, wie etwa vor Weihnachten – da muss man dann Kompromisse beim Privatleben machen“, sagt die Mutter einer kleinen Tochter. Über 1000 selbstentworfene Kinderpuppen und T-Shirts hat Franziska Franke zu Weihnachten verkauft. Das lief richtig gut für die Jungunternehmerin: normal verdient sie um die 400 Euro im Monat – Arbeitszeit: 7 Stunden pro Woche. Jetzt will sie expandieren. 500 Euro hat sie in ihr Online-Geschäft investiert.
Online-Geschäft und „echten Laden“
Bei Schmuckdesignerin Tina Tapp war es auch nicht viel mehr: dank Dawanda hat sie heute sogar nicht nur ein virtuelles Geschäft, sondern auch einen kleinen Verkaufsladen an der südhessischen Bergstraße.
Schmuck von Tina Tapp: der Renner bei Dawanda. Sie ist eine der erfolgreichsten Selbständigen der Plattform. Vor Dawanda war sie übrigens  etwas ganz anderes: Börsenhändlerin. „Doch das hat mich nicht ausgefüllt – ich habe immer den Sinn im Berufsleben gesucht und jetzt gefunden“, sagt sie. In ihrem kleinen Laden beschäftigt sie inzwischen drei Aushilfen. Und sie will weiter expandieren.
Dawanda – eine Erfolgsgeschichte
90 000 Shop-Besitzerinnen gibt es inzwischen bei Dawanda – der Umsatz der Plattform geht in die Millionen. Die Onlineshops – sie brummen. So wie bei Katharina Bäcker. Ihr Geschäft ist die „Naschwerkstatt“. Inzwischen backt und kocht die alleinerziehende Mutter mehrmals die Woche in einer Großküche: 60 Prozent ihrer Einnahmen kommen über Dawanda. „Diese Plattform hat mir zunächst auch sehr viele Kontakte gebracht, die sich mehr und mehr auszahlen“, erklärt Katharina Bäcker.
Wieder zuhause,  beklebt die junge Frau ihre Kuchen im Glas. Marmeladen oder Pesto, alle Zutaten sind immer frisch, „Bio“ und regional. Bislang ist sie ein Ein-Frau-Betrieb – das soll sich aber ändern:
„Ich hoffe, dass ich in fünf Jahren nicht mehr alleine backen muss und noch Leute beschäftigen werde. Ich bleibe bei Dawanda - das ist wie ein „Shop im Shop“ im Kaufhaus. Dawanda funktioniert für die Verkäufer so: Sie zahlen fürs Einstellen des Produkts - und drei Prozent pro verkauften Artikel. Doch für die meisten Verkäuferinnen lohnt es sich. Fazit: Heimarbeit muss heute keine Ausbeutung auf Pfennigbasis mehr sein – anders als früher.