Teurer geht immer - Die Top 5 der teuersten Handy-Hotlines
Der Minutenpreis ist extrem günstig. Monatliche Grundgebühr? Gibt es nicht. Vertragsbindung? Hat man nicht. Wie geht sowas? Es gibt keinen Service. Genauer gesagt: Wenn der Kunde etwas will, dann muss er teuer dafür bezahlen. Ganz dezent unterscheiden die Handyprovider bei den Hotline-Kosten zwischen den „guten“ Vertragskunden und den „sparsamen“ Prepaid-Nutzern. Das c’t magazin hat die Hotlines auf die Probe gestellt und die traurige Top 5 der teuersten Handy-Hotlines ermittelt.
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Teure Kundschaft
Billig sind viele Angebote nur solange, bis etwas schief geht. Wenn Sie als Kunde also ein Problem mit dem Handy oder Ihrem Provider haben, dann kann ein Anruf schnell teuer werden. Und so ein Problem kommt schneller, als sie glauben. Dann muss der Anruf bei der Hotline Klärung bringen: Der angezeigte Guthabenstand stimmt nicht, es gibt ein Problem beim Telefonieren oder wie in unserem Beispiel: Das Verschicken einer MMS, einer Kurznachricht mit Bild oder Ton, klappt nicht.
Stichprobe
Wir haben uns fünf Prepaid-Pakete gekauft. Die Ausgewählt haben wir Vodafone, Alditalk, Tchibo, Klarmobil und Debitel (D1-Netz). Die Aufgabe lautete: Wir benötigen Informationen, wie wir mit einem Handy der Marke Samsung SGHE 630 eine Multimedianachricht verschicken können. Aufgrund der Anrufdauer und der gemessenen Zeit konnten wir in dieser Stichprobe dann die angefallenen Kosten ermitteln, die sich durch den Stand auf unserem Guthabenkonto auch verifizieren ließen.
Platz 5
Bei Vodafone erreicht man die Hotline über eine normale Kurzwahl (22911). Die Kosten berechnen sich wie ein ganz normaler Anruf, also nach dem angegebenen Minutenpreis. In unserer Stichprobe ergaben sich so Kosten in Höhe von 29 Cent. Damit ist Vodafone mit Abstand am günstigsten.
Platz 4
Nicht ganz so gut aber immer noch recht günstig schnitt Alditalk ab. Die Hotline ist für 0,49 Euro / Minute erreichbar. Die Kosten für unseren Check in Höhe von 1,16 Euro halten wir noch für einigermaßen verträglich.
Platz 3
Deutlich forscher geht es bei Tchibo zu. Unser Testanruf kostete immerhin 4,25 Euro. Als Preisangabe Tchibo als Minutenpreis gibt Tchibo 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz an. Ein Anruf bei einer 01805-Hotline-Nummer schlägt mit 69 Cent pro Minute zu Buche. Das ist deutlich zu teuer. Wer genau hinschaut, findet dann aber doch noch eine andere Nummer, die aus dem Tchibo-Netz (O2) billiger ist, die Nummer 0179 - 64 242 für 5 Cent pro Minute. Damit wäre die Tchibo-Hotline dann richtig günstig, wenn man sich als Kunde bei der Wahl der richtigen Rufnummer eben nicht so schnell verlaufen würde.
Platz 2
Sagenhafte 5,83 Euro buchte Klarmobil von unserem Kartenguthaben ab, als wir an der Kundenhotline Hilfe für unser MMS-Problem suchten. Der Anbieter, der aggressiv mit niedrigen Kosten und klaren Tarifstrukturen wirbt, landet damit auf dem zweiten Platz unserer bitteren Hotline-Hitparade. Ärgerlich: Klarmobil macht auf der Website die Preisangabe „99 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunknetze ggf. abweichend.“ Die Preisansage bei unserem Anruf aus dem eigenen Netz betrug dann schließlich 1,99 Euro pro Minute.
Platz 1
Schlimmer geht immer. Zu Beginn unserer Untersuchung hätten wir nicht gedacht, dass unser Karten-Guthaben von 10 Euro vielleicht für diesen einen Anruf nicht ausreichen würde. Debitel (D1 Netz) aber brachte uns ernsthaft in Verlegenheit. Bei exakt 9,98 Euro blieb die Uhr stehen. Die teure Antwort: Man würde uns einfach eine Konfigurations-SMS schicken, damit sei alles erledigt. Hätten wir das nicht günstiger bekommen können? Auf der Webseite gibt debitel Kosten in Höhe von 1,24 Euro pro Minute an, es seien „andere Mobilfunkpreise“ möglich. In unserem Fall satte 1,99 Euro pro Minute.
Eine unbequeme Wahrheit
Service kostet Geld. Wenn wir als Kunden immer nach den günstigsten Angeboten fragen, dann müssen die Anbieter irgendwo sparen. Das geht am effektivsten im Servicebereich. Aus diesem Grund gestalten die Anbieter die Kosten für einen Anruf so, dass sich die Hotlines zumindest teilweise refinanzieren. Gut zu sehen ist das bei Debitel. Dort unterscheiden sich die Hotline-Preise für Kunden mit Laufzeitverträgen (0,14 Euro p. Min. a. d. Festnetz) deutlich von den Preisen für die preiswerten Prepaid-Verträge (1,24 Euro/min a. d. Festnetz). Ärgerlich allerdings wird es, wenn der Mobilfunkanbieter es versäumt, die Minutenpreise auch für einen Anruf vom Mobiltelefon anzugeben. Diese Preise können nämlich noch einmal deutlich höher liegen.
Wehrlos ausgeliefert sind wir Kunden aber der unterschiedlichen Qualifizierung des Hotline-Personals. Konnte uns ein gut geschulter Mitarbeiter die Standard-Frage nach der MMS mitunter sehr schnell beantworten, entstanden trotz hoher Minutenpreise unter Umständen niedrigere Kosten, als bei einer nach Minutenpreisen günstigen Hotline, bei der der Service-Mitarbeiter lange nach der passenden Antwort suchen musste.
Was tun?
Schauen Sie schon bei Vertragsabschluss nach, auf welchen Wegen und zu welchen Kosten Sie Ihren Provider erreichen können. Ein Anruf bei der Hotline kommt häufiger vor. als Sie anfangs vermuten würden. Wenn der Problem nicht sofort gelöst werden muss: Weichen Sie auf die Anfrage per Email aus. Und wenn Sie das Gefühl haben, der Service-Mitarbeiter hält Sie unnötig lange in der Leitung, sprechen Sie das Problem an, notfalls einfach auflegen und noch einmal versuchen.