Trainingspartner - Sportuhren mit GPS-Empfänger und PC-Anbindung im Test

Wenn man schon Sport treibt, dann motiviert ein sofortiges Erfolgserlebnis ungemein. Wie viele Kalorien habe ich beim Laufen jetzt verbraucht, werden die Rundenzeiten besser? Bleibt der Pulsschlag in medizinisch sinnvollen Grenzen?  Bei der Ermittlung dieser Daten helfen GPS-Sportuhren. Sie ermitteln alle relevanten Daten, per PC-Anbindung lässt sich der eigene Trainingsstand einfach ermitteln. Das c’t magazin stellt die neuesten Sportuhren vor und zeigt, welche Möglichkeiten sich damit für die persönliche Fitness bieten.

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Wer Garmins Forerunner 405 – kurz FR405 – kennt, weiß grundsätzlich, was ihn beim CXModell erwartet: ein GPS-Sportcomputer, der dank kleinen Displays (Durchmesser 2,7 cm) als gewöhnliche Uhr durchgeht, aber durchaus mit umfangreichen Analysen glänzt. So lassen sich im Trainingsmodus bis zu drei Felder einblenden, die bis zu drei frei aus 35 wählbaren Werten anzeigen. Nutzt man den beiliegenden Brustgurt zur Herzfrequenzmessung, kommt noch ein passendes Feld hinzu. Ein Touchring sorgt für ein wenig iPod-Feeling.

Die Uhr zeichnet laufend GPS-Position und Herzfrequenz zur späteren Auswertung auf. Über das Sendeverfahren ANT+ lassen sich neben dem genannten Brustgurt ein Fahrradsensor und Laufsensor anbinden. Die Trainingsprotokolle überträgt die Uhr per 2,4-GHz-Funk an den PC; ein USB-Funk-Stick liegt bei.

An allen diesen Funktionen wurde beim FR405CX, der sich äußerlich vom FR405 farblich unterscheidet (blau statt schwarz), nichts geändert. Die Unterschiede betreffen Details: So hat Garmin die Berechnung des Kalorienverbrauchs überarbeitet. Bislang wurde dafür eine schlichte Formel herangezogen, die darauf basierte, wie viel Kalorien eine Person mit einem bestimmten Gewicht über eine bestimmte Zeit gewöhnlich verbraucht. Die CX-Variante bezieht hingegen die Herzfrequenzvariabilität des Sportlers mit ein. Im Test lag der Kalorienverbrauch damit stets rund ein Viertel unter den Werten, die der FR405 angab. Laut Garmin kann dem (weiterhin verfügbaren) Basismodell die neue Berechnung nicht per Firmware-Update beigebracht werden.

Weiterhin kommt die CX-Version mit einem Textilarmband zur Selbstmontage; das hierfür benötigte Werkzeug liegt bei. Das neue Armband ist mehr als nur modischer Schnickschnack: Das übliche starre Gummiarmband ist bei Menschen mit schlanken Gliedern suboptimal; beim Autoren brach das recht unflexible Originalband zudem bereits nach rund einem Jahr Nutzung. Das neue Armband passt auch an das Gehäuse des Grundmodells; der Montageaufwand ist für ungeübte Anwender aber nicht zu verachten. Garmin hat auf YouTube sogar ein englischsprachiges Video veröffentlicht, in dem der Vorgang erläutert wird.

Mit seinen wesentlich wuchtigeren Maßen geht der Forerunner 310XT (ein FR310 ist nicht im Angebot) nicht mehr als Uhr durch – und besitzt auch die entsprechenden Funktionen wie Datumsanzeige oder Wecker nicht. Dafür ist sein 3,3 cm x 2 cm großen Display leichter abzulesen. Die Funktionen entsprechen ansonsten im Großen und Ganzen denen des FR405CX, was die überarbeitete Berechnung des Kalorienverbrauchs sowie die Möglichkeit zur Einbindung eines Lauf- und eines Fahrradsensors einschließt. Ein Touchring hat der große Bruder jedoch nicht.

Der FR310XT ist vor allem für mehr Sportarten zu gebrauchen als der FR405CX: So hält sein Gehäuse bis 50 Meter Wassertiefe dicht, während sich der FR405CX wie das Basismodell mit seinem IPX7-Siegel gerade einmal für Läufe im starken Regen eignet – Garmin rät aber davon ab, die kleine Uhr beim Schwimmen umzubinden. Der 310XT fasst zudem Multisport-Aktivitäten, zwischen denen sich per Tastendruck wechseln lässt, in einem Training zusammen und kann dabei die jeweiligen Übergangszeiten be achten – wichtig für Triathleten.

Ungleiche BrĂĽder

Zu letzterem Einsatzgebiet passt auch, dass sich der FR310XT mittels Vibration melden kann und sein Akku bis zu 20 Stunden am Stück durchhält. Die FR405CX piepst hingegen lediglich und läuft „nur“ bis zu acht Stunden. Außerhalb des Trainings- beziehungsweise GPS-Modus fällt der FR405CX ohne Eingaben nach kurzer Zeit in den Stromsparmodus, wodurch eine Akkuladung für bis zu zwei Wochen reicht. Den verbauten Lithium-Ionen-Akku lädt man über zwei Kontakte an der Uhrenrückseite mittels „Ladeklemme“, die an einem USB-Kabel hängt. Als Stromspender kann so ein PC dienen, ein Netzteil liegt aber ebenfalls bei.

Gemein ist den beiden Modelle der hochempfindliche integrierte GPS-Empfänger, der gewöhnlich nach wenigen Sekunden einsatzbereit ist und im Test selbst unter dichtem Blätterwerk überaus zufriedenstellend arbeitete; ab und an Probleme bereitet beiden Uhren hingegen ein stark bewölkter Himmel. Als Navigationsgeräte oder externer GPS-Empfänger für Navis lassen sich beide Modelle nicht nutzen; auf Knopfdruck leiten sie ihre Nutzer mittels Kompassanzeige aber zurück zum Start oder zu einem anderen zuvor gespeicherten Punkt. Nach wie vor fehlt eine barometrische Höhenmessung, auf die mittels GPS ermittelten Werte sollte man sich nicht verlassen. Dafür lassen sich die erfassten GPS-Daten über den kostenlosen Online-Service Garmin Connect und das Programm Garmin Training Center inklusive Einbindung von Google Maps beziehungsweise Google Earth auswerten.

Das Training mit den nicht ganz billigen Forerunnern macht Spaß, der durch die Auswertung der Daten über den kostenlosen Online-Service Garmin Connect und das Programm Garmin Training Center dank Einbindung von Google Maps beziehungsweise Google Earth noch gesteigert wird. Mit ihrem Aussehen richtet sich das Modell 405CX vor allem an ambitionierte Freizeitläufer, die die Sportuhr auch mal zwischen den Trainingseinheiten tragen möchten. Für Besitzer des Basismodells 405 lohnt sich das Upgrade allerdings kaum. Der Forerunner 310 XT ist wiederum ein Klotz, den sich auch mit Uhrenfunktion wohl nur wenige Nutzer außerhalb des Trainings umbinden würden. Dafür ist er als wasserdichter Sportcomputer mit integriertem GPS-Empfänger derzeit konkurrenzlos und dürfte bei so manchem Triathleten auf dem Wunschzettel landen.