Vorsicht Kunde! - Das Abo ohne Ende - ein Handydienst lässt sich einfach nicht abschütteln
Einen Flachbildfernseher von Philips als Prämie, dazu zwei Handys von Sony, das ganze verbunden mit zwei auf den ersten Blick recht günstigen Handyverträgen. Als Christoph A. dieses Angebot in der Clubzeitschrift ADAC-Motorwelt im ADAC- Vorteilsprogramm für Mitglieder entdeckt, greift er zu. Beim Abschluss der Verträge muss Christoph zwingend ein kostenloses Probe-Abo des Handy-Dienstes "Jamba" abschließen. Hier kann sich Christoph nun Klingeltöne, Spiele oder Bilder für sein Handy herunterladen. Weil ihn das nicht interessiert, kündigt Christoph dieses Abo firstgerecht und geht davon aus, dafür nichts weiter bezahlen zu müssen. Nach sechs Monaten aber stellt er fest, dass regelmäßig 10 Euro zusätzlich von seinem Konto abgebucht werden. Und das eigentlich gekündigte Abo bekommt er nun einfach nicht mehr los. Nun scheint das "Super-Angebot" doch viel teurer zu werden, als Christoph ursprünglich dachte.
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[b]Handys bestellt [--] Ärger bekommen[/b]
Überall werden scheinbar umsonst die wertvollsten Prämien angeboten. Computer, Playstations oder sogar Motorroller. Meist muss man dazu aber noch einen oder mehrere Mobilfunkverträge abschließen. Und manchmal hat man dann nicht nur eine Prämie sondern auch noch jede Menge Ärger an der Backe.
[b]Verlockendes Angebot[/b]
Christoph A. wollte eigentlich nur einen neuen Fernseher. Gratis dazu gab es für ihn jede Menge Ärger: mit Getmobile, Talkline und Jamba. Aber von vorn: Das Unglück beginnt mit der Novemberausgabe der ADAC Motorwelt. Im sogenannten Vorteilsprogramm wird da ein schicker neuer Fernseher beworben. Dafür muss Christoph A. nur zwei Mobilfunkverträge abschließen. Zwei Handys gibt es auch noch dazu. Eigentlich ist der Softwareentwickler bei solchen Angeboten skeptisch: [i]"Da ich aber dachte, dass der ADAC seriös ist und dass auch die Anzeigen in der ADAC Motorwelt seriös sind, habe ich mich letztendlich doch dazu entschieden, dieses Prämienangebot anzunehmen."[/i]
Also geht er auf die Internetseite des ADAC. Von dort wird er weiterverwiesen auf den Internethandyshop Getmobile. Da findet Christoph A. auch das verlockende Angebot [--] und schlägt zu. Doch mit diesem Klick hat er unglücklicherweise noch vier weitere Verträge abgeschlossen. Zwei mit dem Mobilfunkanbiter Talkline und zwei mit dem Klingetondienst Jamba.
[b]Unerwünschtes Jamba-Paket[/b]
Wenige Tage später. Christoph A. bekommt die Vertragsunterlagen per Post. Neben den SIM-Karten erhält er auch Informationen über ein Jamba Flex Paket. Im ersten Monat sei es nur zur Probe und kann auch noch gekündigt werden. Dann werden pro Vertrag 5 Euro im Monat fällig. Christoph A.: [i]"Mir war von Anfang an klar, dass ich dieses Paket auf keinen Fall haben möchte. Und deshalb habe ich das Paket innerhalb der ersten Vertragswoche per Einschreiben gekündigt. Und war mir eigentlich sicher, dass ich damit die Kündigungsfristen eingehalten habe. Und es zu keinerlei weiteren Problemen kommen sollte."[/i]
[b]230 Euro Zusatzkosten[/b]
Damit ist für ihn die Sache erledigt. Anfang April schaut er aber mal wieder in seine Online-Rechnungen und erlebt eine böse Überraschung: [i]"Ich habe die Unterlagen kontrolliert und auch die Rechnungen kontrolliert, die online einsehbar sind und dabei gesehen, dass das Jamba Paket ungekündigt weiterläuft."[/i] Knapp 10 Euro pro Monat werden zu viel abgebucht. Für die gesamte Vertragsdauer satte 230 Euro.
[b]Keiner will's gewesen sein[/b]
Das will sich Christoph A. nicht gefallen lassen. Er schreibt an Talkline und fordert sein Geld zurück. Ansonsten würde er die Beträge zurückbuchen lassen. Das findet der Mobilfunkanbieter gar nicht gut und droht mit saftigen Strafgebühren von fast 50 Euro. Außerdem sei man der falsche Ansprechpartner. Getmobile sei zuständig. Wir fragen nach bei dem Online Handyshop: Hier wird uns mitgeteilt, dass die Kündigung an Jamba weitergereicht wurde. Sie sei dort aber nicht verarbeitet worden. Deshalb wurden die 10 Euro pro Monat weiterberechnet. Aus Kulanzgründen würde man Christoph A. aber das Geld ersetzen. Und weiter heißt es: [i]"Abschließend möchten wir noch anmerken, dass wir aufgrund von Fällen wie dem von Herrn A. bereits vor einigen Wochen die Vermarktung der Jamba-Produkte in dieser Form eingestellt haben."[/i]
[b]ADAC wiegelt ab[/b]
Und was ist mit dem ADAC? Schließlich hatte Christoph A. auf die Seriosität des weltweit größten Automobilclubs vertraut. Der ADAC sieht alles als bedauerlichen Einzelfall an. Probleme bei dem Vorteilsprogramm seien sehr selten. Klaus Reindl, ADAC: [i]"Wir prüfen sehr genau, welche Firmen in das Vorteilsprogramm des ADAC kommen, welche aufgenommen werden, denn der ADAC ist sich natürlich bewusst, was hinter dieser Marke ADAC steckt und dazu gehören natürlich auch alle Partner, die mit dem ADAC zusammenarbeiten. Denn die Marke ADAC und der Name ADAC dürfen darunter nicht leiden."[/i] Christoph A. ist da eher skeptisch. Zerrieben zwischen drei Mobilfunkunternehmen hat er eins gelernt. Nicht alles was nach Vorteil aussieht ist auch einer.
[b]Nichts zu verschenken[/b]
Der Fall von Christoph A. zeigt: Solche auf den ersten Blick verlockenden Kombiangebote sind in der Regel teuer. Denn die Anbieter haben kein Geld zu verschenken. Die günstigen Kosten bei der Gratis-Hardware (Fernseher, Playstation und ähnliches) werden aufgefressen von den Zusatzkosten des Kombivertrags (lange Laufzeit, hohe Gebühren, versteckte Zusatz-Abos). Vor Abschluss eines Vertrages sollten alle Kosten deshalb akribisch aufgelistet werden. Dann wird das Ergebnis meistens lauten: Der Kunde zahlt drauf.