Vorsicht Kunde! - Die unscharfe Kamera von Medion
Wolfgang D. ist Hobbyfotograf. Im Herbst letzten Jahres schafft er sich eine nagelneue Digitalkamera der Firma Medion an. Wolfgang freut sich besonders auf die BildqualitĂ€t, immerhin löst die neue Kamera seine Fotos mit 8 Millionen Bildpunkten auf. Die groĂe EnttĂ€uschung kommt mit den ersten Aufnahmen. Die Kamera ist unscharf. Ein Fehler, denkt sich Wolfgang D. und schickt die Kamera sofort zu Medion. Einen Monat spĂ€ter bekommt er die Kamera zurĂŒck. Medion kann keinen Fehler finden. "Wie bitte?", Wolfgang ist entgeistert und schickt die Kamera mit einigen Beispielbildern noch einmal an Medion. "Das mĂŒssen die doch sehen", denkt sich der Kunde. Nein, bei Medion sehen die Techniker keinen Fehler. Wolfgang bekommt seine Kamera also zum wiederholten Mal unrepariert zurĂŒck. Das ganze zieht sich jetzt schon ĂŒber mehrere Wochen. Als Wolfgang das Begleitschreiben liest, platzt er fast vor Wut: Jetzt sei sowieso nichts mehr zu machen, schreibt ihm Medion, die Kamera sei inzwischen bereits zu alt.
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[b]Unscharf? Gibtâs nicht[/b]
Was unterscheidet GĂŒnstig von Billig? Ganz einfach: Das GĂŒnstige funktioniert einwandfrei ĂŒber eine lĂ€ngere Zeit [--] das Billige meist nicht. Billig war danach die Medion-Kamera von Wolfgang D. aus Wolfsburg. 79,95 Euro und 8 Megapixel [--] das klang gut, macht bei ihm aber nur Ărger. Die Bilder sind unscharf. Aber: der Hersteller Medion ist da ganz anderer Meinung. FĂŒr Wolfgang D. steht mittlerweile fest: [i]"Wenn ich gewusst hĂ€tte, wie schlecht die Kamera in der Auflösung ist, ich hĂ€tte mir so eine Kamera von Medion nie und nimmer gekauft."[/i]
[b]Unscharfer Bildrand[/b]
Endlich eine neue Kamera, freut sich Wolfgang D. im Herbst vergangenen Jahres. 8 Megapixel, genau das Richtige fĂŒr den Hobbyfotografen, um Hund Lilly so richtig in Szene zu setzen. Doch die Freude wĂ€hrt leider nicht lange. Nach ein paar Bildern merkt er: hier stimmt etwas nicht [--] und schaut sich die Fotos genau an. Besonders Landschaftsaufnahmen sind am linken Bildrand unscharf, fĂŒr jeden Laien klar zu erkennen. Der Rentner macht die neue Kamera reisefertig [--] Medion soll sie reparieren oder eine neue schicken. SchlieĂlich hat er ja noch die volle Garantie [--] denkt er!
[b]RatschlÀge statt Reparatur[/b]
Doch bei Medion angekommen, kann man in vier Wochen Reparaturzeit offenbar wenig mit seiner Fehlerbeschreibung anfangen. Der unscharfe Rand des Bildes scheint fĂŒr Medion ganz normal zu sein. Wolfgang D.: [i]"Also ich fĂŒhlte mich ehrlich gesagt verklappst. Da stand auf dem Begleitschreiben drauf: Keine Fehler gefunden. Kamera auf Werkseinstellung zurĂŒckgesetzt. Und klar, das ZĂ€hlwerk fing wieder bei Eins an. Aber es war alles genauso [--] genauso! wie vorher [--] linke Seite unscharf."[/i]
Der 62jĂ€hrige lĂ€sst nicht locker [--] beschwert sich weiter per E-Mail. Doch technische Hilfe bekommt er keine [--] dafĂŒr einige grundlegende Tipps zum Fotografieren: [i]"Bei unscharfen Bildern könnten Sie folgendes probieren: den Modus auf Portrait einstellen. Hiermit wird das Zentrum des Bildes schĂ€rfer eingestellt."[/i] Oder: [i]"Die Verschlusszeit verringern. so dass die Aufnahmen schĂ€rfer sind."[/i]
Dass die UnschĂ€rfen bei Herrn D. nur links auftreten, macht den Service nicht stutzig [--] die genauen Schilderungen des Hobbyfotografen werden nicht beachtet. Wolfgang D.:[i]"Ich war frĂŒher in der Schule in der Foto-AG. Da brauche ich mir nicht von so einem Huckeduster sagen lassen, wie man âne Kamera hĂ€lt, wie man scharf stellt, wie man BewegungsunschĂ€rfe vermeidet. Das kenne ich schon. Das kenne ich wirklich schon!"[/i]
[b]Umtausch? Fehlanzeige.[/b]
Wieder schickt er die Kamera zu Medion [--] nach langem Hin und Her hat der Reparaturservice ihn aufgefordert, das GerĂ€t nochmals einzuschicken. Doch diesmal ist die Ăberraschung noch gröĂer als beim ersten Mal. Das Paket ist nach drei Tagen wieder da. Denn die neue Reparaturadresse, die ihm Medion genannt hat [--] die gibt es nicht. Jetzt hat der Hobbyfotograf endgĂŒltig die Nase voll. Er macht nochmal extra neue Fotos, um den Fehler genau zu zeigen. Das Spiel beginnt wieder. Der Medion-Service packt die Kamera aus [--] zum dritten Mal. Fotos machen die Mitarbeiter auch, das kann Wolfgang D. spĂ€ter am KamerazĂ€hler ablesen. Aber Fehler findet Medion wieder keine.
Wolfgang D.: [i]"Und zum dritten mal schicke ich das ein, und immer noch ist nix gemacht, und der Mann beim Medion-Service sagt, es ist kein Fehler fest aufgetreten. Ich kriege so einen Hals".[/i] Und dann verweigert Medion den Umtausch endgĂŒltig: BegrĂŒndung per E-Mail: [i]"Da Sie Ihr GerĂ€t bereits im September des vergangenen Jahres erworben haben und somit laut Fachabteilung eine Meldung der fĂŒr sie unzureichenden QualitĂ€t innerhalb des ersten Monats hĂ€tte erfolgen können."[/i] Wolfgang D. ist erzĂŒrnt: [i]"Ich hab noch Garantie! Ich hab drei Jahre Garantie auf die Kamera! Und hinterher kommt man an: Ja, wenn Sie damit nicht zufrieden sind, hĂ€tten Sie das innerhalb eines Monats reklamieren können. Sind die noch ganz bombig?" [/i]
[b]Schiefer Autofokus[/b]
Die Bilder von Wolfgang D. bleiben unscharf. Die Restgarantie von mehr als zwei Jahren scheint Medion nicht weiter zu interessieren. Fest scheint zu stehen: offenbar wurde der Autofokus der Kamera vom Hersteller schief eingebaut. Auf ct-Nachfrage antwortet Medion hingegen: [i]"Im Zuge der technischen Reparatur wird auch die Optik der Kamera geprĂŒft und vermessen. Hierbei sind keine Werte auĂerhalb unserer Toleranzen und Spezifikationen festgestellt worden. DarĂŒber hinaus sind Herrn D. in vielfĂ€ltiger Form Hilfestellungen und Tipps zu den Möglichkeiten der Einstellung und Konfiguration der Kamera genannt worden."[/i]
Wolfgang D. bleibt jetzt noch die Möglichkeit, den Rechtsweg zu beschreiten. Ob sich das angesichts der Streitsumme von 80 Euro lohnt, bleibt allerdings dahingestellt.