50 Jahre Ringfoto – ein Grund zum Feiern?
Auf der Ringfoto-Messe in Erlangen feierte der Fotoverbund Ringfoto sein fünfzigjähriges Bestehen und zählt damit gemeinsam mit dem Wettbewerber Europa-Foto gewissermaßen zum Urgestein oder den Dinosauriern der deutschen Fotoszene.
(Bild: Ringfoto)
- Dr. Christoph Jehle
Bilderrahmen, Fototaschen und Stative prägten das Bild auf der Ringfoto-Messe in der Erlanger Stadthalle. Der Schwerpunkt lag augenscheinlich auf dem Zubehörsortiment, mit dem der stationäre Fotohandel bislang noch eine einträgliche Marge erzielen kann. Abgesehen davon, dass diese Hausmesse natürlich viel kleiner war, als eine photokina in Köln, waren in Erlangen keine chinesischen Händler und Hersteller vertreten. Dass sich hinter so manchem Produkt dann doch ein fernöstlicher Produzent verbarg, ist eine andere Sache. Gerade für kleinere deutsche Anbieter stellen die Hausmessen der Einkaufsverbünde auch heute noch eine nützliche Plattform zur Pflege ihrer Händlerkontakte dar.
Anders als in England oder Frankreich, wo große Handelsketten wie Jessops oder Fnac den Fotomarkt dominieren, hat sich in Deutschland der inhabergeführte Fotohändler bis heute gehalten. Im Gegensatz zur Schweiz, wo es sich zumeist um völlig unabhängige Händler handelt, haben sich in Deutschland die Einkaufsverbünde etabliert. Im Fotosegment hat sich deren Zahl jedoch inzwischen mit Europa-Foto in Eschborn und Ringfoto in Fürth auf nur noch zwei reduziert. Im Rahmen der Konsolidierung der Fotohandelsverbünde hat man in Fürth auch Plusfoto integriert und damit die Marke Voigtländer übernommen. Mit Porst kam eine weitere Marke ins Sortiment, die in Deutschland über einen gewissen Bekanntheitsgrad verfügt, auch wenn das Unternehmen Porst nach wechselvoller Geschichte ebenso wie der Wettbewerber Foto-Quelle am Ende hatte Insolvenz anmelden müssen.
Anders als Europa-Foto, wo sich eher größere Unternehmen zusammengefunden haben, sind bei Ringfoto in der Mehrzahl kleinere Händler vertreten. Diese werden zumeist mit zahlreichen Marketingmaßnahmen unterstützt, für die ihnen selbst meist die benötigten Ressourcen fehlen. Zudem setzt Ringfoto mit Voigtländer und Peter Hadley auf zwei Eigenmarken, die man exklusiv anbieten kann. Während die Voigtländer-Produkte zumeist vom japanischen Hersteller Cosina stammen, werden Teile des Peter Hadley-Programms in Deutschland produziert. Dazu zählt beispielsweise das eigene Programm der Einschraubfilter mit umspritzter Kunststofffassung. Mit ihrer geringeren Wärmeleitfähigkeit sind die Kunststofffassungen gerade in der kälteren Jahreszeit leichter ein- und auszuschrauben, als die mit Filterfassungen aus Aluminium möglich wäre.
Mit dem Blick auf den schon seit Jahren verkündeten Tod des deutschen stationären Fotohandels und der zunehmenden Marktmacht des US-amerikanischen Anbieters aus Luxemburg hat sich Ringfoto bis heute gut im Markt gehalten und durchaus Anlass, sein fünfzigjähriges Bestehen zu feiern. (keh)