AKW Saporischschja unter Beschuss: IAEA warnt vor Atom-Katastrophe
Atomkraftwerk Saporischschja
(Bild: SNRIU, Archiv)
Artilleriegranaten sind offenbar auf dem GelÀnde des Atomkraftwerks in der Ukraine eingeschlagen. Ein Reaktor wurde vom Netz getrennt.
Nachdem das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja beschossen wurde, zeigt sich die Internationale Atomenergiebehörde IAEA höchst alarmiert. Dessen Generaldirektor Rafael Mariano Grossi warnte vor der Gefahr einer nuklearen Katastrophe, sie könne die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in der Ukraine und darĂŒber hinaus bedrohen.
Das von russischen Truppen besetzte AKW [1] war am Freitag beschossen worden. Die Kriegsparteien machen sich dafĂŒr gegenseitig verantwortlich. Offenbar schlugen drei Artilleriegranaten in unmittelbarer NĂ€he des Kraftwerks ein, schildert die deutsche Gesellschaft fĂŒr Reaktorsicherheit [2] (GRS). Durch den Beschuss sei die externe 330-kV-Hochspannungsleitung beschĂ€digt worden, eine Verbindungsleitung vom Atomkraftwerk zu einem WĂ€rmekraftwerk in der NĂ€he. Der IAEA liegen nach eigenen Angaben auch Informationen ĂŒber einen Beschuss in der NĂ€he des Lagers fĂŒr abgebrannte Brennelemente vor.
Notstromdiesel liefen an
Zwei Stromleitungen seien in Betrieb geblieben, sagte Grossi [3], der sich dabei auf Informationen der ukrainischen Regierung beruft. Einer der bis dahin laufenden Reaktoren sei vom Netz getrennt worden, nachdem dort ein Alarm und der Notfallschutz ausgelöst wurde. Notstromdiesel liefen an, um die Sicherheitssysteme zu versorgen.
Die Reaktoren selbst seien nicht beschÀdigt worden, teilte die IAEA weiter mit. RadioaktivitÀt sei nicht freigesetzt worden. In Brand gesetzt worden sei aber eine Stickstoff-Sauerstoff-Station in einem NebengebÀude. Feuerwehrleute hÀtten das Feuer schnell gelöscht, die Station muss nun repariert werden.
Grossi erneuerte seine dringliche Forderung, der IAEA Zugang zu dem Atomkraftwerk zu gewĂ€hren. Das sei nötig, damit die Situation nicht weiter auĂer Kontrolle gerate. Die ukrainische Atomaufsicht SMRIU hatte zuvor gemeldet, dass in der Turbinenhalle des Blocks 2 des Atomkraftwerks Saporischschja militĂ€rische AusrĂŒstung untergebracht worden sei. Das AKW ist das gröĂte Europas, russisches MilitĂ€r hĂ€lt es seit Anfang MĂ€rz dieses Jahres besetzt.
(anw [5])
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[2] https://www.grs.de/de/aktuelles/infobereich-ukraine/aktuelle-entwicklungen
[3] https://www.iaea.org/newscenter/pressreleases/update-88-iaea-director-general-statement-on-situation-in-ukraine
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