Ariane-5 ECA erfolgreich gestartet
Die stÀrkste Version der europÀischen Ariane-Rakete hat zwei Satelliten ins All gebracht. Vor gut zwei Jahren musste der Jungfernflug abgebrochen werden.
Am Samstagabend hat die stĂ€rkste Version der europĂ€ischen Ariane-Rakete (Ariane-5 ECA, Evolution Cryotechnique Version A) erfolgreich vom Startplatz Kourou in Französisch-Guayana abgehoben. Gut zwei Jahre nach dem gescheiterten Jungfernflug [1] brachte die Rakete zwei Satelliten ins All, teilt das Bundesforschungsministerium [2] mit. Ministerin Edelgard Bulmahn, die auch Vorsitzende des Ministerrates der EuropĂ€ischen Weltraumorganisation ESA ist, bezeichnete den Start als wichtigen Durchbruch. Das kĂŒnftige Vertrauen der Kunden in das neue Modell der europĂ€ischen TrĂ€gerrakete und in die europĂ€ische Raumfahrttechnologie werde damit gestĂ€rkt.
Der zweite Start einer Ariane-5 ECA verlief nicht ohne Komplikationen. 59 Sekunden vor dem ZĂŒnden des Haupttriebwerks wurde der Countdown um 20.48 Uhr MEZ unterbrochen, weil Probleme mit DruckmessgerĂ€ten auftraten. Kurz vor Ende des Startfensters hob die Rakete schlieĂlich um 22.03 Uhr ab. 28 Minuten spĂ€ter setzte die Ariane den Fernmeldesatelliten XTAR-EUR fĂŒr die StreitkrĂ€fte der USA und Spaniens und einen Mikro-Forschungssatelliten aus.
Mit dem Ariane-Flug wurde das Verhalten des verĂ€nderten Haupttriebwerks und der neuen Oberstufe erstmals im Einsatz getestet. Die in Deutschland von Kayser-Threde gebaute Plattform Maqsat-B2, die ebenfalls ins All befördert wurde, untersuchte mit Kameras und Messinstrumenten VerĂ€nderungen in der Rakete wĂ€hrend des Fluges. Mehr als 1400 Messpunkte ĂŒbermittelten Daten von 1600 Parametern an die Bodenstationen.
Beim Jungfernflug Ende 2002 hatten Haarrisse im KĂŒhlsystem des französischen Haupttriebwerks die Sprengung der Rakete nötig gemacht. Nach dem Fehlstart hatten die EuropĂ€er 556 Millionen Euro in die Verbesserung der Rakete investiert. Die Vulkan-Triebwerke wurden auch von Spezialisten der deutschen Industrie in Ottobrunn, Lampoldshausen und Bremen grĂŒndlich ĂŒberarbeitet. Die Arbeiten wurden im Herbst 2004 unter anderem auf den PrĂŒfstĂ€nden des Deutschen Zentrums fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen abgeschlossen. In diesem Jahr will Arianespace eine weitere Ariane-5 ECA sowie vier oder fĂŒnf klassische Ariane 5 starten. Mindestens fĂŒnf Starts sind nötig, um nicht in die Verlustzone zu rutschen.
Die Ariane-5 ECA ist eine TrĂ€gerrakete mit stĂ€rkerer Oberstufe. Sie ist gegenĂŒber dem VorgĂ€ngermodell Ariane-5 G um rund 35 Prozent leistungsstĂ€rker. Die Vermarktung ĂŒbernimmt das Unternehmen Arianespace. Die EADS Space Transportation [3] ist verantwortlich fĂŒr die Entwicklung und Serienfertigung. Ihr liegen nach eigenen Angaben fĂŒr die Ariane-5 ECA derzeit 25 Bestellungen vor. Die ESA [4] ĂŒberwacht das ganze Programm. (anw [5])
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[2] http://www.bmbf.de/press/1383.php
[3] http://www.space.eads.net
[4] http://www.esa.int/esaCP/SEMRQZXEM4E_Germany_0.html
[5] mailto:anw@heise.de
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