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Astronomie: Womöglich Spuren der allerersten Sterne des Universums gefunden

Martin Holland

KĂŒnstlerische Darstellung der massiven Explosion in einer PaarinstabilitĂ€tssupernova

(Bild: NOIRLab/NSF/AURA/J. da Silva/Spaceengine)

Die sogenannte Population III der Sterne war die erste nach dem Urknall. Jetzt wurden womöglich erstmals Spuren davon entdeckt.

Ein Forschungsteam aus den USA und Japan hat womöglich Überreste eines Sterns der allerersten Population nach dem Urknall gefunden. Das erlĂ€utert das US-Forschungszentrum NOIRLab, dessen Instrumente dafĂŒr benutzt wurden. Entdeckt haben sie die demnach in einem der am weitesten entfernten aktiven Kerne einer Galaxie und dabei ermittelt, dass die Wolke um das immense Schwarze Loch ein "Ă€ußerst ungewöhnliche Zusammensetzung" aufweist. Verglichen mit dem Anteil von Eisen und Magnesium in unserer Sonne, sei Eisen dort zehnmal hĂ€ufiger. Die wahrscheinlichste ErklĂ€rung dafĂŒr sei, dass das Material ĂŒbrig geblieben sei, als ein Stern der sogenannten Population III explodiert ist.

Bereits 100 Millionen Jahre nach dem Urknall sind im Universum die ersten Sterne entstanden, fasst das Nationale Forschungslabor fĂŒr optische und Infrarotastronomie [1] (NOIRLab) den diesbezĂŒglichen Stand der Kosmologie zusammen. Dabei handelte es sich demnach um immens massive Sterne, die vergleichsweise schnell in sogenannten PaarinstabilitĂ€tssupernovae explodierten und dabei komplett zerstört wurden. Bislang wurde solch eine Explosion höchstens einmal beobachtet [2]. Suchen kann man ansonsten nur nach den charakteristischen chemischen Signaturen des Materials, das dabei ins All geschleudert wird. Genau das hat das Team um Yuzuru Yoshii von der UniversitĂ€t Tokio nun mit dem Teleskop Gemini North auf dem hawaiianischen Vulkan Maunakea gemacht.

Die ungewöhnliche Zusammensetzung des Materials um das ferne Schwarze Loch könne nur auf die Explosion eines Sterns mit 300-facher Sonnenmasse zurĂŒckgehen, der dabei völlig zerstört wurde, meint das Team. Das Material wĂ€re dann bei der Explosion ins All geschleudert worden und hĂ€tte das aktive Schwarze Loch erreicht. Solch ein Quasar leuchtet immens hell, weil das dort hinein fallende Material auf dem Weg stark beschleunigt und erhitzt wird. Nachdem dieses Licht 13,1 Milliarden Jahre zu uns unterwegs war, wurde darin jetzt das außergewöhnliche VerhĂ€ltnis von Eisen zu Magnesium entdeckt.

Sollte sich diese Annahme bestĂ€tigen, könnte der Fund dabei helfen, unser Bild davon zu vervollstĂ€ndigen, wie sich die Materie in unserem Universum entwickelt und verbreitet hat. DafĂŒr seien aber noch viele weitere Beobachtungen nötig. Das Forschungsteam meint, dass man die chemische Signatur dieser Sternexplosionen nun auch viel nĂ€her finden könnte: "Wir wissen jetzt, wonach wir suchen mĂŒssen", meint Timothy Beers von der UniversitĂ€t Notre Dame. Die Forschungsarbeit [3] ist im Astrophysical Journal erschienen.

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(mho [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-7279885

Links in diesem Artikel:
[1] https://noirlab.edu/public/news/noirlab2222/
[2] https://www.heise.de/news/Astronomie-Aussergewoehnlich-helle-und-ungewoehnlich-abgelegene-Supernova-entdeckt-4500056.html
[3] https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ac8163/meta
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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