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Auch Mousse T. und Kollegen vertrauen auf die P2P-Fahnder von Logistep

Holger Bleich

Offenbar erfreut sich die Strafanzeigen-Maschine von Logistep wachsender Beliebtheit bei der Musikindustrie. Das Hannoveraner Musik-Label Peppermint Jam Records hat den Antipiracy-Service beauftragt, in Tauschbörsen nach aktuellen eigenen Alben zu suchen.

Offenbar erfreut sich die Strafanzeigen-Maschine [1] des Schweizer Unternehmens Logistep [2] wachsender Beliebtheit bei der Musikindustrie. Nach dem Frankfurter Musiklabel 3p hat nun auch die Hannoveraner Produktionsfirma Peppermint Jam Records [3] Logistep beauftragt, in P2P-Tauschbörsen nach urheberrechtlich geschĂŒtzten Werken zu suchen. In Abmahnungen an eMule-Nutzer erklĂ€rt die fĂŒr Logistep arbeitende Anwaltskanzlei Schutt+Waetke, Peppermint Jam lasse gezielt nach der Verbreitung von aktueller Musik der KĂŒnstler Mousse T, Roachfoard und Warren G fahnden.

Im GesprĂ€ch mit heise online bestĂ€tigte Wolfgang Sick, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Peppermint Jam, die Bauftragung von Logistep: "Wir betrachten deren Arbeitsweise als eine gute Möglichkeit, ein ĂŒberfĂ€lliges Unrechtsbewusstsein bei den Internet-Nutzern zu schaffen", erklĂ€rte er. Dass gegen die per IP-Adresse ermittelten Tauscher ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet werde, um an ihre persönlichen Daten zu kommen, ließe sich eben nicht verhindern. Und wenn ĂŒbereifrige Staatsanwaltschaften in Folge der Massenstrafanzeigen Hausdurchsuchungen [4] durchfĂŒhren lassen, sei das "eben in EinzelfĂ€llen" so. Die Lage werde eine andere, wenn mit der Urheberrechtsnovelle [5] ein zivilrechtlicher Auskunftsanspruch [6] an die Provider komme.

Die Kanzlei Schutt+Waetke verlangt neben einer Art nachtrĂ€glicher Urheberrechtsabgabe von 50 Euro fĂŒr den Upload einer Datei auch 250 Euro Bearbeitungspauschale vom angeblich ĂŒberfĂŒhrten P2P-Nutzer. Mit dieser Summe sieht Sick "die VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit voll gewahrt. Das sind WarnschĂŒsse, und so möchten wir das auch verstanden wissen".

Mousse T, Musiker, Produzent und MitgrĂŒnder von Peppermint Jam, war fĂŒr eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In einem Interview mit c't (Heft 19/2002, S. 100) Ă€ußerte er zuletzt zum Thema Tauschbörsen: "Mir wurde erzĂ€hlt, dass es 'Gourmet de Funk' (sein damals aktuelles Album, Anm. d. Red.) da schon lange gibt. Ich finde es einerseits ganz in Ordnung. Die Leute können sich das Album da anhören, und wenn es ihnen gefĂ€llt, sollen sie es sich kaufen. Andererseits denke ich mir dann 'Mensch, da leidet die Musikindustrie natĂŒrlich schon drunter'." (hob [7])


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https://www.heise.de/-112695

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[1] https://www.heise.de/news/Strafanzeigen-Maschinerie-gegen-P2P-Nutzer-arbeitet-weiter-131978.html
[2] http://www.logistepag.de
[3] http://www.peppermint-jam.de/
[4] https://www.heise.de/news/Durchsuchungen-nach-Massenstrafanzeigen-gegen-Filesharing-Nutzer-152089.html
[5] https://www.heise.de/news/Bundesregierung-will-bis-zu-drei-Jahre-Haft-fuer-illegale-Filesharer-111749.html
[6] https://www.heise.de/news/Bundesjustizministerium-will-Auskunftsanspruch-gegen-Provider-schaffen-157170.html
[7] mailto:hob@ct.de