Aufregung über Kamera-Attrappe auf österreichischer Schultoilette
Die Direktorin einer österreichischen Grundschule hat laut Berichten auf der Jungentoilette die Attrappe einer Überwachungskamera installieren lassen – und damit für reichlich Aufsehen im Land gesorgt.
Die Attrappe einer Überwachungskamera sorgt in Österreich für Aufsehen: Die Direktorin einer Volksschule (Grundschule) in Gampern in Oberösterreich soll sie in der Jungentoilette angebracht haben. Die Gratis-Zeitung heute hat über die Empörung der Eltern berichtet und ein Foto des Geräts veröffentlicht. Intern habe Direktorin Isabella Zehetner die Installation damit begründet, dass Kinder das Pissoir verfehlten. Gegenüber der Zeitung soll sie die Einrichtung aber gänzlich bestritten haben.
Der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer hat inzwischen angeordnet, die Kameraattrappe zu entfernen. Laut ORF schlägt er vor, die Kinder mit dem Reinigungspersonal zu konfrontieren anstatt sie psychologisch unter Druck zu setzen. Die Schulinspektorin soll nun helfen, das Vertrauen zwischen Schulleitung, Schülern und Eltern wiederherzustellen.
Der Oberste Gerichtshof (OGH) Österreichs hat schon 2007 in einer Entscheidung (Az. 6 Ob 6/06k) keinen Unterschied zwischen einer echten Überwachungskamera und einer Attrappe gemacht. Selbst eine Attrappe kann demnach eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Privatsphäre darstellen.
Wie heise online von den Organisatoren der österreichischen Big Brother Awards erfahren hat, sind bereits Nominierungen für Zehetner eingegangen. Weitere Nominierungen sind noch bis 17. Oktober möglich; darauf folgt eine öffentliche Abstimmung, die von 18. bis 24. Oktober läuft. Die Negativpreise der Jury und der Publikumswahl werden dann gemeinsam am 25. Oktober im Wiener Rabenhof Theater vergeben. (axk)