Automobilindustrie: IG Metall verlangt fairen Wandel bei EU-KlimaplÀnen
(Bild: sirtravelalot/Shutterstock.com)
Ein EU-Gesetzespaket zum Klimawandel soll die CO2-Ziele ergĂ€nzen. Die IG Metall verlangt konkrete MaĂnahmen auch zum Schutz der BeschĂ€ftigten.
In der Diskussion um die europĂ€ischen Klimaziele verlangt die IG Metall einen fairen Umgang mit den BeschĂ€ftigten der deutschen Automobilindustrie. In einem Grundsatzpapier zeigt sich die gröĂte deutsche Einzelgewerkschaft zwar grundsĂ€tzlich ĂŒberzeugt von den Klimazielen der Bundesregierung und der EuropĂ€ischen Union, die insbesondere einen schnelleren Umstieg auf ElektromobilitĂ€t bedeuteten. Aber: "Die Politik kann sich nicht auf die Zielvorgaben beschrĂ€nken, sie muss die Voraussetzungen der Zielerreichung schaffen", heiĂt es in dem Expertenpapier "Fit for 55", das der dpa vorliegt.
Die EU-Kommission will an diesem Mittwoch (14. Juli) ihr Gesetzespaket mit dem Titel "Fit for 55" [1] vorlegen, mit dem die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent reduziert werden sollen.
Schutz der BeschÀftigten vor Jobverlust gefordert
Neben technologischen Feldern wie der Lade-Infrastruktur, dem Ausbau erneuerbarer Energien, einer europĂ€ischen Batterieproduktion und der Nachfragestimulation sehen die Metaller politischen Handlungsbedarf zum Schutz der BeschĂ€ftigten. In den bisherigen Strukturen von Fahrzeugbau, Autohandel und nachgelagerten Services seien in Deutschland bis 2040 zusammen bis zu 900.000 ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrdet. Am hĂ€rtesten könnte es die Zulieferer treffen, bei denen einschlieĂlich der ohnehin zu erwartenden Rationalisierungseffekte schon 2030 rund 44 Prozent der Jobs wegfallen könnten.
Die Lösung der BeschĂ€ftigungsprobleme sieht die IG Metall in der zusĂ€tzlichen Qualifizierung der Mitarbeiter. Dazu mĂŒsse unter anderem das bisherige Kurzarbeitergeld zu einem Transformations- Kurzarbeitergeld entwickelt werden, um damit Weiterbildungen zu ermöglichen. Mit einer regionalen Strukturpolitik mĂŒssten die existierenden Standorte umgebaut und gesichert werden.
Die IG Metall spricht sich dafĂŒr aus, dass auch weiterhin Hybrid-Fahrzeuge als Ăbergangstechnologie steuerlich gefördert werden. Mit Hybrid-Fahrzeugen machen insbesondere deutsche Hersteller gute GeschĂ€fte [2]. Eine CO2-Bepreisung hatte die Gewerkschaft zunĂ€chst sehr kritisch gesehen, weil sie Nachteile fĂŒr Menschen mit geringen und mittleren Einkommen befĂŒrchtete. In dem Papier heiĂt es nun: "Mittelfristig sollte der CO2-Preis sozialvertrĂ€glich angehoben werden, um klimaneutrale MobilitĂ€t wettbewerbsfĂ€hig zu machen."
(tiw [4])
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