Bayern startet Pilotprojekt zur Drohnenabwehr über Gefängnissen

Um mögliche Beobachtungen und Schmuggeleien mittels Drohnen über Gefängnissen entgegenzuwirken, heißt Bayerns Strategie: Abschießen mit Netzpistolen.

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Bayern startet Pilotprojekt zur Drohnenabwehr über Gefängnissen

(Bild: Digitalphaser / Shutterstock.com)

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Bayerns Gefängnisse wappnen sich gegen Drohnen. Landesjustizminister Georg Eisenreich (CSU) gab am Mittwoch in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim den Startschuss für ein Pilotprojekt zur Drohnenabwehr. Acht Justizvollzugsanstalten (JVA) im Freistaat testen demnach ein System zum Abschießen der kleinen, unerwünschten Flugobjekte.

Seit 2015 seien auf dem Gelände oder in unmittelbarer Nähe von bayerischen Gefängnissen 57 Drohnen gesichtet worden, die letzte davon am Vortag in Stadelheim, sagte Eisenreich. Zweimal sei tatsächlich versucht worden, mit den Drohnen etwas in ein bayerisches Gefängnis zu schmuggeln: einmal ein Handy, einmal Drogen. "Bislang gab es noch keinen Fall, dass erfolgreich etwas eingeschmuggelt wurde", betont der Minister.

Damit das so bleibt, hat Bayern sich 15 Netzpistolen zugelegt, die nun neben der Münchner JVA auch noch in Amberg, Kaisheim, Landshut am Lech, Nürnberg, Regensburg, Straubing und Würzburg im Rahmen eines Pilotprojektes getestet werden sollen. Nach Ministeriumsangaben ist Bayern damit das erste deutsche Bundesland, das Drohnen über Gefängnissen systematisch abschießen will. Kostenpunkt: rund 5000 Euro pro Ausrüstung, insgesamt also 75.000 Euro reine Materialkosten.

Dazu kommen dann noch Schulungen für die Mitarbeiter, die Drohnen mit den Netzpistolen, die "Dropster" genannt werden, vom Himmel holen sollen. Mithilfe einer Gaspatrone wird ein 2,4 Meter mal 2,4 Meter großes Netz in die Höhe geschossen, das die Drohne einfangen und zum Absturz bringen soll. Das System wurde von einer Schweizer Firma entwickelt und ist dort schon seit Jahren im Einsatz, wie Christian Gauer, Gesellschafter der Firma Droptec sagt. Zusätzlich zu den Abfangnetzen sollen lichtdurchlässige Gitter verhindern, dass Gegenstände ins Gefängnis geliefert werden.

Über Gefängnissen kreisende Drohnen sind nur nicht in Bayern ein Thema. So wurde kürzlich in Niedersachsen mit Erfolg ein Warnsystem gegen die Fluggeräte getestet. Aber auch der eigene Einsatz von Drohnen ist für die deutsche Polizei und Vollzugsbeamte interessant: Die Polizei in NRW wird etwa in Zukunft von 106 Drohnen unterstützt.

(wid)