Bericht: Bundesfinanzminister droht mit Ausstieg aus Software-Projekt Fiscus
Hans Eichel verlangt, dass realistische Ziele fĂŒr die Verwaltungsoftware der FinanzĂ€mter gesteckt werden.
Bundesfinanzminister Hans Eichel droht den LĂ€ndern mit dem Aus fĂŒr das gemeinsame Software-Projekt "Fiscus". Das geht aus einer Vorlage Eichels fĂŒr die Sitzung der Finanzministerkonferenz an diesem Donnerstag hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Vor kurzem hieĂ es in Medienberichten [1], die Fiscus GmbH prĂŒfe, "13 Jahre erfolglose Entwicklung fĂŒr ein Lohnsteuerprogramm einfach zu begraben und das vorhandene Programm eines der BundeslĂ€nder weiterzuentwickeln".
Bereits 1991 hatten sich die LĂ€nder darauf geeinigt, mit Beteiligung des Bundes gemeinsam die Software fĂŒr die Verwaltung der FinanzĂ€mter zu entwickeln und so auch die elektronische SteuererklĂ€rung zu ermöglichen. Nachdem das Projekt bis 2001 keine Ergebnisse gebracht, aber 170 Millionen Euro verbraucht hatte, verabredeten die Finanzminister den Neustart in Form einer GmbH.
Wie ein Gutachten jetzt zeige, habe dies die Probleme nicht gelöst, obwohl der Jahresetat auf 42 Millionen Euro aufgestockt wurde, schreibt die Zeitung. Bisher laufen erst zwei kleine Programme in je einem Finanzamt. Eichel verlange jetzt von den LÀndern, die Fiscus GmbH zu sanieren und ihr realistische Ziele vorzugeben. Andernfalls werde sich der Bund, der inzwischen 43 Prozent der Kosten trÀgt, aus dem Projekt verabschieden. (dpa) / (anw [2])
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