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Corona-Ausbruch in iPhone-Fabrik angeblich schlimmer als bislang bekannt

Ben Schwan

Die Metropole Zhengzhou.

(Bild: ç‡šæƒȘ / cc-by-sa-4.0)

Apples grĂ¶ĂŸter Fertiger Foxconn schafft es nicht, die Kontrolle in der weltgrĂ¶ĂŸten iPhone-Fabrik im chinesischen Zhengzhou zurĂŒckzuerlangen.

Die Lage in Apples grĂ¶ĂŸer iPhone-Fabrik der Welt ist offenbar schlechter als bislang angenommen. Social-Media-Postings und Medienberichten zufolge hat Betreiber Foxconn, Apples wichtigster Fertiger, den COVID-19-Ausbruch im chinesischen Zhengzhou weiterhin nicht im Griff. Die Bedingungen, die offenbar bereits seit Oktober herrschen, seien fĂŒr die Mitarbeiter schwierig. VerhĂ€ngte QuarantĂ€nemaßnahmen seien hart; es sei nach wie vor unklar, wie viele Infizierte es gibt. Immer mehr Kollegen "verschwinden" in die QuarantĂ€ne oder verlassen die Fabrik, heißt es.

Apple war in dieser Woche den ungewöhnlichen Schritt gegangen, eine offizielle Warnung vor Lieferschwierigkeiten beim iPhone 14 Pro und 14 Pro Max [1] auszusprechen. Die Produktion sei nicht auf "normalem Niveau" und die Fabrik arbeite nur teilweise, da einige Mitarbeiter das GelĂ€nde nicht verlassen, hieß es. Die EinschrĂ€nkungen könnten aber auch den Eingang von Bauteilen ins Werk unterbrechen. Man versucht, die Produktion unter BerĂŒcksichtigung von Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter wieder zu erhöhen.

Wie es jedoch tatsĂ€chlich vor Ort aussieht, sickert nur langsam durch. Nach ersten Berichten der britischen BBC, die von "Fluchtbewegungen" aus der Fabrik schreibt [2] – was aufgrund des Corona-Lockdowns und fehlender Busse und FernzĂŒge angeblich sogar zu Fuß geschieht –, meldet nun das Wall Street Journal weitere Details [3]. Foxconn habe zunĂ€chst versucht, die Mitarbeiter in ihrer Angst vor Infektionen zu beruhigen, doch der Lockdown sei danach nur verschĂ€rft worden.

Die Maßnahmen werden verhĂ€ngt, weil die Kommunistische Partei Chinas nach wie vor auf eine strikte Zero-COVID-Politik setzt, bei der auch – fĂŒr westliche VerhĂ€ltnisse – (sehr) kleine AusbrĂŒche stets im Lockdown enden. In Fabriken wie der in Zhengzhou wird eine Mischung aus QuarantĂ€ne und der Arbeit in sogenannten Closed Loops angewendet: Dabei bewegen sich die Arbeiter nur von der Fabrik zum Schlafsaal und zurĂŒck.

Eine 27-jĂ€hrige Mitarbeiterin der QualitĂ€tskontrolle erzĂ€hlte dem Blatt, wie sie die obligatorische zweitĂ€gige QuarantĂ€ne vor Beginn ihres dreimonatigen Vertrages im August und eine kĂŒrzere QuarantĂ€ne wĂ€hrend ihres Aufenthalts auf dem Foxconn-Campus erlebt hat. Als sie am ersten Freitag im Oktober spĂ€t arbeitete, wurden ihr und ihren Kollegen mitgeteilt, dass sie ihre Produktionseinheit nicht verlassen dĂŒrfen, so die Zeitung. 27 Stunden musste sie in QuarantĂ€ne bleiben – in kalten RĂ€umlichkeiten. Der Eingang der Fabrik wurde gesperrt. Mitarbeiter sollen sich dennoch auf den Weg in 200 Kilometer entfernte Heimatdörfer gemacht haben – zu Fuß, weil aufgrund des Lockdowns weder ZĂŒge noch Busse fahren.

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(bsc [6])


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[1] https://www.heise.de/news/Corona-Lockdowns-in-China-iPhone-14-Pro-und-14-Pro-Max-mit-Lieferproblemen-7331822.html
[2] https://www.bbc.com/news/world-asia-china-63481793
[3] https://www.wsj.com/articles/foxconn-effort-to-ease-workers-fears-of-covid-led-to-tighter-lockdown-11667847741
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
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