Bonpflicht: Steuer-Gewerkschaft kritisiert Altmaiers Widerstand
(Bild: Pixabay)
Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft kritisiert Altmaiers Widerstand gegen die Bonpflicht. Er mische sich in Sachen ein, fĂŒr die er nicht zustĂ€ndig sei.
Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier wegen dessen Widerstands gegen die Bonpflicht im Handel scharf kritisiert. "Wir in den FinanzĂ€mtern mĂŒssen die Vorschriften durchsetzen, und es ist ĂŒberhaupt nicht förderlich, wenn der Wirtschaftsminister uns nun in den RĂŒcken fĂ€llt", sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es ist nicht gut fĂŒr die Finanzverwaltung, aber auch nicht gut fĂŒr die Unternehmen, weil es zu einer allgemeinen Verunsicherung kommt."
Es gehe um Steuerbetrug im Handel oder in der Gastronomie. Nach SchÀtzungen der Steuergewerkschaft und des Bundesrechnungshofs gingen dem Fiskus pro Jahr durch Steuerbetrug mindestens zehn Milliarden Euro verloren. "Und es findet eine Verzerrung des Wettbewerbs statt", sagte Eigenthaler. "Der ehrliche Unternehmer muss höhere Kosten kalkulieren."
Steuerbetrug verhindern
Altmaier dringt gut zwei Wochen vor der geplanten EinfĂŒhrung der Bonpflicht auf Ănderungen in letzter Minute [1]. Der CDU-Politiker forderte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zu Ănderungen auf und warnte vor einem ĂbermaĂ an BĂŒrokratie.
"Der Wirtschaftsminister mischt sich in eine Sache ein, fĂŒr die er ĂŒberhaupt nicht zustĂ€ndig ist", sagte Eigenthaler. "ZustĂ€ndig ist das Finanzressort. Es geht darum, Steuerbetrug zu verhindern. Warum Peter Altmaier seinem Kabinettskollegen Olaf Scholz jetzt so in die Parade fĂ€hrt, erschlieĂt sich mir nicht. Die groĂe Koalition hat die neuen Vorschriften 2016 gemeinsam beschlossen."
"Gesetzgeber verordnet ja kein umweltschÀdliches Papier"
Eigenthaler sagte, mit neuen elektronischen Kassen [2] solle der Kunde darĂŒber informiert werden, dass er es mit einer fĂ€lschungssicheren Kasse zu tun habe und dass der Umsatz, den er gerade mit dem HĂ€ndler gemacht habe, auch steuerlich verbucht werde. Dies solle eine Umsatzmanipulation verhindern.
Zum Argument Altmaiers, die Umwelt werde stark belastet, da die hĂ€ufig auf Thermopapier gedruckten Bons zu Milliarden direkt im MĂŒll landeten, sagte Eigenthaler: "Das ist natĂŒrlich völlig ĂŒbertrieben. Erstens sollen die Papiere umweltgerecht werden, der Gesetzgeber hat ja nicht umweltschĂ€dliche Papiere verordnet. Er hat nur gesagt, die Unternehmer mĂŒssen das zur VerfĂŒgung stellen. Das kann ĂŒbrigens auch elektronisch geschehen."
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(bme [4])
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[2] https://www.heise.de/news/Elektronische-Kassen-Streit-um-Bonpflicht-4609832.html
[3] https://www.heise.de/news/Kommentar-Bonpflicht-Ja-bitte-Aber-mit-moderner-Technik-fuer-Steuerehrlichkeit-4614339.html
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