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Bundestag befasst sich mit SpitzelaffÀre bei der Telekom

Telekom-Chef René Obermann hatte bei einer internen Veranstaltung mit rund 1000 BeschÀftigten eine schnelle und genaue AufklÀrung der AffÀre um die Bespitzelung von AufsichtsrÀten und Journalisten zugesagt.

Die SpitzelaffĂ€re bei der Deutschen Telekom [1] wird am heutigen Mittwoch den Bundestag beschĂ€ftigen. In der Debatte soll es auch um Konsequenzen aus dem Skandal gehen. Die Telekom hatte zugegeben, Verbindungsdaten von AufsichtsrĂ€ten und Journalisten ausgewertet zu haben, um einen heimlichen Informanten der Medien aufzuspĂŒren. Politiker aller Parteien werteten dies als klaren Rechtsbruch und forderten eine umfassende AufklĂ€rung der VorfĂ€lle.

Telekom-Chef RenĂ© Obermann hatte bei einer internen Veranstaltung am gestrigen Dienstag mit rund 1000 BeschĂ€ftigten eine schnelle und genaue AufklĂ€rung zugesagt. "Wir alle stehen dafĂŒr, dass das Unternehmen nach Recht und Gesetz handelt." In der Wochenzeitung Die Zeit [2] kĂŒndigte er an, die Telekom werde den internen Zugriff auf Kundendaten beschneiden. "Unsere Sicherheitskonzepte werden regelmĂ€ĂŸig fortentwickelt, ĂŒberprĂŒft und mit den zustĂ€ndigen Aufsichtsbehörden abgestimmt", sagte er. "Wir werden unsere Mitarbeiter schulen und die Zugriffsberechtigungen auf die Daten begrenzen, ohne den Service zu beeintrĂ€chtigen."

Der PrĂ€sident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), JĂŒrgen Thumann, schloss sich den Forderungen von Politikern nach Konsequenzen aus der SpitzelaffĂ€re an. "Rechtswidrige VorgĂ€nge in Unternehmen mĂŒssen vorbehaltlos untersucht und bestraft werden. Das muss jetzt natĂŒrlich auch bei der Telekom gelten", sagte er der Financial Times Deutschland [3]. "Rechtswidriges Verhalten beschĂ€digt auch das Ansehen der sozialen Marktwirtschaft. Das können wir als Spitzenverband der deutschen Industrie nicht hinnehmen." Der frĂŒhere BDI-PrĂ€sident Hans-Olaf Henkel wies die Unions-Kritik an RegelverstĂ¶ĂŸen in Konzernen vehement zurĂŒck. "Die deutsche Wirtschaft braucht von der deutschen Politik keinen Nachhilfeunterricht in Moral und Ethik", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger [4]. Man könne vom Parlamentarischen GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Norbert Röttgen, "erwarten, dass er die Bevölkerung aufklĂ€rt und nicht noch weiter ins Bockshorn jagt", sagte Henkel. Röttgen und andere versĂŒndigten sich am Gemeinwohl, indem sie EinzelfĂ€lle verallgemeinerten, statt sie zu erklĂ€ren.

Röttgen hatte daran erinnert, dass es in verschiedenen großen deutschen Unternehmen in der Vergangenheit zum Bruch von Gesetzen gekommen sei. Die Wirtschaft sei in einer "Bringschuld, so etwas in Zukunft zu verhindern". Der Eindruck, dass die Unternehmen, die am erfolgreichsten seien, sich am wenigsten an die Gesetze hielten, sei fatal.

Der FDP-Innenexperte Max Stadler sprach sich erneut fĂŒr eine grundlegende Reform des Datenschutzes aus. FĂ€lle wie Lidl oder Telekom zeigten, "dass es hier akuten Handlungsbedarf gibt", sagte er der Passauer Neuen Presse [5]. Der Gesetzgeber mĂŒsse dafĂŒr sorgen, dass das Bewusstsein fĂŒr den Datenschutz gestĂ€rkt werde. "Den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgerinnen muss klar werden, dass die PrivatsphĂ€re ein hohes, schĂŒtzenswertes Gut ist." Der Bundestag sollte jetzt das verfehlte Gesetz ĂŒber die Vorratsdatenspeicherung wieder aufheben, verlangte der FDP-Politiker. "Die Aufnahme eines Grundrechts auf Datenschutz in die Verfassung wĂ€re ein wichtiger symbolischer Schritt, um ein Zeichen zu setzen."

Der Bundesdatenschutz-Beauftragte Peter Schaar forderte bei Großunternehmen ein Umdenken. Das betreffe die verantwortlichen Manager, aber auch die Mitarbeiter, die sich nicht alles gefallen lassen sollten, sagte er dem Sender MDR INFO [6]. Schaar zeigte VerstĂ€ndnis, dass Unternehmen zum Beispiel DiebstĂ€hle von Mitarbeitern verhindern wollten. Das seien kein Kavaliersdelikte. Bei der Ahndung solcher Vergehen mĂŒssten aber die Gesetze eingehalten werden. "Manager, die sich selbst nicht an Regeln halten, sind ein verheerendes Beispiel fĂŒr die einzelnen Mitarbeiter."

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(dpa) / (jk [39])


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[4] http://www.ksta.de/index.shtml
[5] http://www.pnp.de/
[6] http://www.mdr.de/mdr-info/
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[15] https://www.heise.de/news/Telekom-Chef-Obermann-sucht-die-Offensive-211470.html
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[20] https://www.heise.de/news/Telekom-holt-Datenschutzexperten-zur-Aufklaerung-der-Spitzelaffaere-Update-211299.html
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[26] https://www.heise.de/news/Telekom-Spitzelaffaere-Keine-Ermittlungen-gegen-aktive-Vorstandsmitglieder-Update-210929.html
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