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Cookie-Einwilligung: Microsoft muss 60 Millionen Euro in Frankreich zahlen

Stefan Krempl
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(Bild: mundissima/Shutterstock.com)

Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat Microsoft ein Bußgeld aufgebrummt, weil es beim Suchen mit Bing keine einfache Option zum Ablehnen von Cookies gab.

Microsoft soll in Frankreich wegen umstĂ€ndlicher Cookie-Einstellungen und dem Setzen solcher Browserdateien ĂŒber die Webseite der Suchmaschine Bing ohne die erforderliche Zustimmung der Nutzer eine Strafe von 60 Millionen Euro zahlen. Einen entsprechenden Beschluss vom 19. Dezember hat die französische Datenschutzbehörde CNIL am Donnerstag veröffentlicht. Sie begrĂŒndet die Höhe des Bußgelds mit dem Umfang der erfolgten Datenverarbeitung und der Anzahl der betroffenen Personen.

Eingepreist hat die Aufsichtsinstanz auch Gewinne, die der US-Konzern mit europĂ€ischem Hauptsitz in Irland aus Werbeeinnahmen erzielt habe. BerĂŒcksichtigt hat die CNIL dabei nach eigenen Angaben [1] nur EinkĂŒnfte, die indirekt auf Daten beruhen, die Microsoft mithilfe von Cookies gesammelt hat.

Vorausgegangen waren Kontrollen der DatenschĂŒtzer auf bing.com im September 2020 und Mai 2021. Sie stellten dabei fest, dass bei Nutzern Cookies ohne Zustimmung auf den EndgerĂ€ten landeten, obwohl sie unter anderem Werbezwecken dienten. Es habe keine SchaltflĂ€che gegeben, mit der Besucher das Setzen der Browserdateien "ebenso einfach ablehnen, wie akzeptieren" hĂ€tten können. Um ĂŒber den Banner alle Cookies zurĂŒckzuweisen, waren zwei Klicks erforderlich; um sie entgegenzunehmen nur einer. Dieser verkomplizierte Ablehnungsmechanismus verleitete User den PrĂŒfern zufolge dazu, aus Bequemlichkeit die ZustimmungsschaltflĂ€che im ersten Fenster zu bevorzugen.

ZusĂ€tzlich zu der Geldstrafe erließ die CNIL auch eine Anordnung [2], wonach das Unternehmen auf bing.com innerhalb von drei Monaten die Zustimmung von Personen einholen muss, die die Suchmaschine aus Frankreich ansteuern, bevor es auf ihrem EndgerĂ€t Cookies zu Werbezwecken ablegt und Tracker einsetzt. Bei einer verspĂ€teten Umsetzung dieser Auflage droht Microsoft ein Zwangsgeld in Höhe von 60.000 Euro pro Tag. Die Behörde verweist darauf, dass die Bedingungen fĂŒr das Einholen der Zustimmung der Nutzer lange rechtswidrig gewesen seien. Erst am 29. MĂ€rz 2022 habe der Konzern eine SchaltflĂ€che "Alles ablehnen" eingefĂŒhrt.

Die Sanktion verhĂ€ngte die CNIL nicht auf Basis der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO [3]). Sie stĂŒtzte sich auf Artikel 82 des nationalen Gesetzes ĂŒber Informatik und Freiheiten, mit dem der französische Gesetzgeber die E-Privacy-Richtlinie der EU [4] von 2002 umgesetzt hatte. Die französischen Kontrolleure mussten den Fall so nicht an die irische Datenschutzbehörde DPC weiterleiten, die nach der DSGVO federfĂŒhrend fĂŒr Microsoft zustĂ€ndig ist. Die CNIL verhĂ€ngte zuvor aus vergleichbaren GrĂŒnden eine Strafe in Höhe von 100 Millionen Euro gegen Google [5], die der Conseil d'Etat im Januar abschließend bestĂ€tigte [6]. Auch Facebook musste in Frankreich schon 60 Millionen wegen Opt-in-Problemen zahlen [7].

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(mho [9])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.cnil.fr/fr/cookies-sanction-de-60-millions-deuros-lencontre-de-microsoft-ireland-operations-limited
[2] https://www.legifrance.gouv.fr/cnil/id/CNILTEXT000046768989
[3] https://www.heise.de/thema/DSGVO#liste
[4] https://www.heise.de/news/EU-Abgeordnete-beschliessen-Reformentwurf-zur-E-Privacy-Richtlinie-180529.html
[5] https://www.heise.de/news/Frankreich-Datenschuetzer-verhaengen-Millionen-Bussgelder-gegen-Google-und-Amazon-4985956.html
[6] https://www.heise.de/news/Cookie-Einwilligung-Franzoesisches-Gericht-bestaetigt-hohe-Strafe-gegen-Google-6342543.html
[7] https://www.heise.de/news/Franzoesische-Datenschutzbehoerde-Millionenstrafen-fuer-Google-und-Facebook-6319378.html
[8] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[9] mailto:mho@heise.de