Dell hofft nach Gewinneinbruch auf das WeihnachtsgeschÀft
So richtig will es in den letzten Monaten bei Dell einfach nicht laufen. Nun setzten dem Konzern auch im dritten GeschÀftsquartal die Wirtschaftsflaute sowie hausgemachte Probleme und die Umstrukturierung, die diese beheben soll, zu.
So richtig will es in den letzten Monaten bei Dell einfach nicht laufen: Bereits im zweiten Quartal [1] hatte der US-Computerbauer ĂŒber die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das eigene GeschĂ€ft geklagt. Nun setzten dem Konzern auch im dritten GeschĂ€ftsquartal die Wirtschaftsflaute sowie hausgemachte Probleme und die Umstrukturierung, die diese beheben soll, zu. WĂ€hrend viele Konkurrenten rasch aus der Talsohle herausfanden, stagnierte das GeschĂ€ft der Texaner. Die Hoffnung ruht nun auf dem wichtigen WeihnachtsgeschĂ€ft. "Wir sehen eine Verbesserung bei der IT-Nachfrage", sagte Firmenchef und GrĂŒnder Michael Dell laut dpa.
Der Nettogewinn bei Dell brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als die HĂ€lfte auf 337 Millionen Dollar ein. Ein guter Teil des RĂŒckgangs war den Kosten fĂŒr den laufenden Konzernumbau geschuldet. Dell gliedert Fertigungsbereiche aus, wobei auch Stellen wegfallen. Der Umsatz im dritten Quartal lag mit 12,9 Milliarden Dollar um 15 Prozent unter Vorjahr.
Dell gab sich aber erfreut, dass im vergleich zum zweiten Quartal des laufenden GeschĂ€ftsjahrs der Umsatz und der Gewinn leicht gewachsen seinen und erwartet nun fĂŒr das gesamte zweite Halbjahr ein besseres Ergebnis. Zuletzt war insbesondere das GeschĂ€ft mit den groĂen Firmenkunden angesprungen â hier verbuchte Dell einen UmsatzrĂŒckgang von 23 Prozent im Jahresvergleich und ein Plus von 4 Prozent im Quartalsvergleich; mit kleinen und mittleren Unternehmen ging der Umsatz gegenĂŒber dem Vorjahr um 19 Prozent zurĂŒck, stieg aber um 5 Prozent gegenĂŒber dem Vorquartal. Das GeschĂ€ft mit den Privatkunden stagnierte gegenĂŒber dem schon schwachen Vorquartal und ging gegenĂŒber dem Vorjahr um 10 Prozent zurĂŒck. An die öffentliche Hand verkaufte Dell sogar weniger Computer â Dell verzeichnete im "Public Sector" im Jahresvergleich ein Minus von 7 Prozent und im Quartalsvergleich ein Minus von 3 Prozent.
Die Börsianer lieĂen sich auch nicht durch die von Dell festgestelte fortschreitende Erholung besĂ€nftigen: Analysten zeigten sich enttĂ€uscht ĂŒber die Dell-Bilanz, nachbörslich rutschte die Aktie um gut 6 Prozent in den Keller. Der PC-Markt insgesamt [2] hatte sich im abgelaufenen Vierteljahr unerwartet erholt. Weltweit wurden nach Daten des Marktforschungsunternehmens Gartner 80,9 Millionen PC verkauft. Dell bĂŒĂte aber deutlich an Marktanteilen ein. Der Konzern fiel mit einem Anteil von 12,8 Prozent auf den dritten Rang zurĂŒck. Auf Platz zwei vor schob sich Acer mit 15,4 Prozent. Die Taiwaner haben groĂen Erfolg mit ihren Mini-Notebooks, den sogenannten Netbooks. WeltgröĂter Computerproduzent ist weiterhin Hewlett-Packard (HP) mit einem Anteil von 19,9 Prozent. Auf dem deutschen Markt konnte Dell zuletzt nur noch Rang 5 erreichen mit einem Marktanteil von 6,9 Prozent (ein Minus von 27,4 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresquartal).
Siehe dazu auch:
PC-Markt wÀchst wieder [3]
Deutscher PC-Markt steht im europÀischen Vergleich wieder besser da [4]
(jk [5])
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[2] https://www.heise.de/news/PC-Markt-waechst-wieder-829137.html
[3] https://www.heise.de/news/PC-Markt-waechst-wieder-829137.html
[4] https://www.heise.de/news/Deutscher-PC-Markt-steht-im-europaeischen-Vergleich-wieder-besser-da-856920.html
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