zurück zum Artikel

EU-Kommission weiterhin gegen die Fusion AOL/Time Warner

Christian Rabanus

In einer vorlĂ€ufigen Empfehlung spricht sich die EU-Kommission fĂŒr die Ablehnung der Fusion des Online-Dienstes AOL und des Medien-Unternehmens Time Warner aus.

In einer vorlĂ€ufigen Empfehlung spricht sich die EU-Kommission [1] fĂŒr die Ablehnung der Fusion des Online-Dienstes AOL und des Medien-Unternehmens Time Warner aus. Das schreibt das Wall Street Journal in seiner heutigen Ausgabe unter Berufung auf EU-Kreise. Die europĂ€ischen WettbewerbshĂŒter [2] seien vor allem ĂŒber den ebenfalls im Rahmen der Fusion geplanten Zusammenschluss der Warner Music Group (WMG) mit dem brischen Musik-Konzern EMI beunruhigt.

Das Blatt zitiert eine Sprecherin der Kommission mit den Worten, dass es normal sei, dass "die Kommission Zwischenberichte herausgebe, auch dann, wenn sie ein Verbot vorschlagen". Zum Stand der Verhandlungen mit AOL, Time Warner und EMI machte sie allerdings keine konkreten Angaben, sagte vielmehr, dass sie "in die richtige Richtung" liefen.

Gestern trafen sich Vertreter von WMG und EMI mit Wettbewerbskommissiar Mario Monti, um dessen Bedenken gegen den Zusammenschluss auszurĂ€umen. Die Financial Times Deutschland vermutet, dass WMG und EMI den Verkauf kleinerer Labels vor allem in den Regionen Europas angeboten haben, wo ihr Marktanteil besonders hoch ist. Bis heute abend um Mitternacht mĂŒssen die Konzerne ihre ZugestĂ€ndnisse formal in BrĂŒssel einreichen.

Ein Zusammengehen von WMG und EMI wĂŒrde das grĂ¶ĂŸte Musik-Unternehmen der Welt hervorbringen. EMI und WMG gehören neben Universal, Sony Music und der Bertelsmann Music Group zu den so genannten Big Five der Musikbranche und nehmen die PlĂ€tze zwei und drei ein. Momentan ist noch Universal der weltgrĂ¶ĂŸte Musik-Konzern.

In den nĂ€chsten Tagen werden auch Verantwortliche von AOL und Time Warner in BrĂŒssel erwartet. Den FusionsplĂ€nen dieser beiden Unternehmen, die die EU-Kommission in einem separaten Verfahren untersucht, werden von Marktbeobachtern immer weniger Erfolgsaussichten eingerĂ€umt. Die bisher in Aussicht gestellten ZugestĂ€ndnisse gehen der EU-Kommission dem Vernehmen nach nicht weit genug [3]. Die Frist, innerhalb der Konzessionen fĂŒr die "große Fusion" offiziell vorgeschlagen werden können, lĂ€uft noch eine weitere Woche. Danach haben Monti und die Kommission noch jeweils einen Monat Zeit, um eine Entscheidung ĂŒber die FusionsplĂ€ne zu treffen. (chr)


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-34745

Links in diesem Artikel:
[1] http://europe.eu.int/comm/index_de.htm
[2] http://europe.eu.int/comm/competition/index_de.html
[3] https://www.heise.de/news/EU-bleibt-skeptisch-gegenueber-AOL-und-Time-Warner-33429.html