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Fehler bei Gesichtserkennung: Unschuldige auf Fahndungsaufruf in Sri Lanka

Martin Holland
Fehler der Gesichtserkennung: Unschuldige auf Fahndungsaufruf in Sri Lanka

(Bild: Neosiam32896395/Shutterstock.com)

Wegen eines Fehlers bei der Gesichtserkennung ist eine unbeteiligte US-Studentin nach den AnschlÀgen von Sri Lanka auf einem Fahndungsaufruf gelandet.

Eine US-amerikanische Studentin ist wegen einer fehlerhaften automatischen Gesichtserkennung nach den verheerenden AnschlÀgen auf Christen und HotelgÀste in Sri Lanka fÀlschlicherweise auf einem Fahndungsfoto gezeigt worden. Wie die New York Times berichtet, war das PortrÀt der Studentin und bekannten Aktivistin Amara Majeed neben dem Namen einer VerdÀchtigen veröffentlicht worden.

Die Kriminalpolizei Sri Lankas habe dazu aufgefordert, jegliche Informationen ĂŒber die genannten Personen weiterzugeben. SpĂ€ter hat sie Fehler eingestanden und einen Fehler bei der Verwendung automatischer Gesichtserkennung dafĂŒr verantwortlich gemacht, ergĂ€nzt der Boston Globe.

Am Ostersonntag hatten sich SelbstmordattentÀter in drei Kirchen in mehreren StÀdten und drei Luxushotels in Sri Lankas Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt. Einige Stunden waren zwei weitere Bomben in einem Hotel und in einem Wohnhaus in Vororten Colombos explodiert. Insgesamt starben bei den Angriffen mehr als 250 Menschen. Danach waren in dem Land unter anderem soziale Netzwerke und Messenger blockiert [1] worden, um Falschmeldungen einzudÀmmen. Vergangenen Samstag waren nach mehreren Explosionen in einem von SicherheitskrÀften umstellten Haus im Osten Sri Lankas 15 Leichen entdeckt worden.

Die fĂ€lschlicherweise in die Ermittlungen hineingezogene Majeed ist Tochter zweier Einwanderer aus Sri Lanka und eine bekannte Aktivistin, schreibt der Boston Globe [2]. Das von ihr begrĂŒndete "Hijab Project" wirbt fĂŒr interkulturelles VerstĂ€ndnis. Sri Lanka sei ihr Mutterland und es sei sehr schmerzhaft gewesen, mit den Angriffen in Verbindung gebracht worden zu sein. Sie habe Todesdrohungen erhalten, erklĂ€rte sie demnach auf einer Pressekonferenz. Der Fahndungsaufruf sei offensichtlich falsch gewesen und "ganz ehrlich, unsere Gemeinden sind bereits stark von Überwachung betroffen, da brauche ich nicht noch mehr falsche Anschuldigungen", hatte sie auf Facebook geschrieben. Von den Behörden verlangte sie mehr Sorgfalt. (mho [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4410155

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Nach-Bombenanschlaegen-am-Ostersonntag-Sri-Lanka-blockiert-soziale-Medien-4404002.html
[2] https://www2.bostonglobe.com/metro/2019/04/28/brown-student-mistaken-identified-sri-lanka-bombings-suspect/0hP2YwyYi4qrCEdxKZCpZM/story.html
[3] mailto:mho@heise.de