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Fossile Energie: USA helfen der EU, bis 2027 von Russland unabhÀngig zu werden

Andreas Wilkens

(Bild: European Union, Aurore Martignoni)

SpĂ€testens in fĂŒnf Jahren sollen keine fossilen EnergietrĂ€ger mehr aus Russland in die EU kommen. Die USA will dabei mit der EU kooperieren.

Die EU soll möglichst schnell von russischen EnergietrĂ€gern unabhĂ€ngig werden. Dabei wollen ihr die USA beistehen und noch in diesem Jahr zusĂ€tzlich 15 Milliarden mÂł FlĂŒssigerdgas (LNG) liefern. Zudem richten die EU-Kommission und die USA eine Task Force ein, die die Zusammenarbeit der beiden Partner regeln und umsetzen soll. Im Jahr 2027 soll so die EU nicht mehr von russischen fossilen Brennstoffen abhĂ€ngig sein.

"Wir bemĂŒhen uns gemeinsam um eine stabile, erschwingliche, zuverlĂ€ssige und saubere Energieversorgung fĂŒr die Bevölkerung und die Unternehmen in der EU und ihren benachbarten PartnerlĂ€ndern", heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission [1] (PDF). "In diesem Rahmen nehmen wir eine sofortige Zusammenarbeit auf, um ein angemessenes Maß an Gasspeicherung zu gewĂ€hrleisten und so das Ziel der Energieversorgungssicherheit in NotfĂ€llen noch vor dem nĂ€chsten Winter und dem darauffolgenden Winter zu erreichen."

Die EU-Kommission will zusammen mit den Mitgliedstaaten sicherstellen, dass es mindestens bis 2030 eine stabile Nachfrage nach zusĂ€tzlichem LNG aus den Vereinigten Staaten in Höhe von ca. 50 Milliarden mÂł pro Jahr geben wird. Auf der anderen Seite verpflichten sich die USA dazu, ein gĂŒnstiges Regelungsumfeld fĂŒr zusĂ€tzliche LNG-AusfuhrkapazitĂ€ten aufrechtzuerhalten

Aus Russland wurden 2021 etwa 155 Milliarden mÂł Erdgas in die EU eingefĂŒhrt, rund 45 Prozent des gesamten Gasbedarfs. Die EU-Kommission geht davon aus, dass zwei Drittel der Importe aus Russland noch in diesem Jahr eingespart werden können [2]. Dazu muss allerdings die LNG-Infrastruktur ausgebaut werden, Bundeskanzler Olaf Scholz hatte bereits drei Tage nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine den Bau von zwei LNG-Terminals angekĂŒndigt [3].

Die nun initiierte Task Force will sich unter anderem darum kĂŒmmern, dass die LNG-Infrastruktur und die damit verbundenen Pipelines weniger Treibhausgase ausstoßen, indem sie mit erneuerbarer Energie betrieben und Methanleckagen beseitigt werden. Zudem soll die neu errichtete Infrastruktur fĂŒr Wasserstoff vorbereitet sein. Es soll auch sichergestellt werden, dass das Erdgas weniger CO₂-intensiv und weniger davon verbraucht wird.

Die USA und die EU haben neben der Energiesicherheit nĂ€mlich auch vereinbart, weiterhin das Ziel zu verfolgen, bis 2050 klimaneutral zu werden und den Anstieg der globalen Temperatur gegenĂŒber dem vorindustriellen Zeitalter auf 1,5 °C zu begrenzen. Auch diese Strategien und Technologien wĂŒrden dazu beitragen, die EU von fossilen Brennstoffen aus Russland unabhĂ€ngig zu machen.

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(anw [5])


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https://www.heise.de/-6632041

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/downloads/18/3/4/2/1/0/5/2/Joint_Statement_between_the_European_Commission_and_the_United_States_on_European_Energy_Security__.pdf
[2] https://www.heise.de/news/EU-Kommission-weist-schnelle-Wege-weg-vom-russischen-Erdgas-6542843.html
[3] https://www.heise.de/news/Scholz-will-Verteidigungsausgaben-stark-steigern-und-setzt-auf-Fluessiggas-6527292.html
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:anw@heise.de