Gerettete SchÀtze: From Polaroid to Impossible 0 Kommentare
Dem Aufkommen bezahlbarer Digitaltechnik ist manche Fotofirma zum Opfer gefallen, zu den bekanntesten zÀhlt fraglos die Polaroid Corporation. Der Bildband "From Polaroid to Impossible" zeigt eine imposante Auswahl der Polaroid-Collegtion des Musée Elysée in Lusanne.
Herausgeber: Achim Heine, Rebekka Reuter, Ulrike Willingmann
Texte von Achim Heine, Barbara P. Hitchcock, Florian Kaps
From Polaroid to Impossible
(Bild:Â Verlag Hatje Cantz)
Dem Aufkommen bezahlbarer Digitaltechnik ist manche Fotofirma zum Opfer gefallen, zu den bekanntesten zÀhlt fraglos die Polaroid Corporation. Einst ein Motor der gesamten Branche, wurde Polaroid durch Insolvenz und Ausverkauf fast vollstÀndig zerschlagen. Unter die RÀder kamen dabei nicht nur mehrere tausend BeschÀftigte, sondern auch eine in ihrer Form einzigartige Fotokunstsammlung.
Mit Werken etwa von Ansel Adams [1], Robert Mapplethorpe [2], Helmut Newton [3], Gunter Sachs oder Andy Warhol [4] prominent besetzt, genoss die Polaroid Collection weltweit groĂes Ansehen. Um so lauter war der Aufschrei, als die Sammlung im Sommer 2010 unter den Hammer kam. Weite Teile der Collection sind seither in Privatbesitz, einzig ein zuvor an das Museum MusĂ©e ElysĂ©e [5] in Lausanne verliehener Bestand von etwa 4400 Originalen konnte in seiner Gesamtheit gerettet werden.
230 Bilder dieser Sammlung sind nun im empfehlenswerten Bildband "From Polaroid to Impossible" zu finden, dem Katalog einer in diesen Tagen beendeten Ausstellung im Wiener Fotomuseum Westlicht [6]. Die Auswahl reicht ĂŒber mehr als 50 Jahre Fotogeschichte und alle Genres. SĂ€mtliche Bilder sind, Tribut an die Sofortbildtechnik, zwangslĂ€ufig Unikate. Dass sie, wie im Bildband geschehen, inklusive des originalen Polaroidrahmens und der darauf meist sichtbaren Chemikalienspuren abgedruckt wurden, ist deswegen nur konsequent.
From Polaroid to Impossible liefert indes nicht nur einen Ăberblick vergangenen Sofortbildschaffens. Auch die in der Fotoszene aufmerksam verfolgten BemĂŒhungen um ein Revival des totgeglaubten, weil nicht mehr produzierten Polaroidfilms sind umfassend dokumentiert. Bereits der Titel des Bildbands gibt einen deutlichen Hinweis: Das "Impossible Project [7]" des Ăsterreichers Florian Kaps hatte die letzte Fabrik fĂŒr Sofortbildfilme vor dem Abriss bewahrt und dort 2010 mit der Produktion neuen Filmmaterials begonnen. Die im Bildband gezeigten, mit den neuen Filmen produzierten Arbeiten zeugen auch von der groĂen Resonanz in der Fotokunstszene. Vielleicht wird die analoge Fotografie tatsĂ€chlich nirgends lĂ€nger lebendig bleiben als im stets einzigartigen, nur bedingt vorhersagbaren Sofortbild.
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From Polaroid to Impossible Hrsg. Achim Heine, Rebekka Reuter, Ulrike Willingmann Texte von Achim Heine, Barbara P. Hitchcock, Florian Kaps Verlag Hatje Cantz [8] 192 Seiten, 230 farbige Abbildungen 25 x 32 cm 39,80 Euro ISBN 978-3-7757-3221-5 |
(tho [9])
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[1] http://www.anseladams.com/
[2] http://www.mapplethorpe.org/
[3] http://www.helmut-newton.de/
[4] http://www.warhol.org/
[5] http://www.elysee.ch/
[6] http://www.westlicht.com/
[7] http://the-impossible-project.com/de/
[8] http://www.hatjecantz.de/
[9] mailto:tho@heise.de
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