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GewinnrĂŒckgang bei Yahoo

Das GeschĂ€ft beim Internet-Dienstleister lĂ€uft weiterhin mĂ€ĂŸig: Die Werbeeinnahmen sinken, die Suche nach einem neuen Konzernchef zieht sich hin.

Der Internet-Konzern Yahoo [1] hat das vergangene Quartal mit deutlich weniger Umsatz und Gewinn abgeschlossen. Die Erlöse sanken im dritten Vierteljahr im Jahresvergleich um 24 Prozent auf knapp 1,22 Milliarden Dollar (889 Millionen Euro). Das Unternehmen erklĂ€rte [2] dies am Dienstag nach US-Börsenschluss aber vor allem mit einer Änderung der Bilanzierung angesichts der Partnerschaft [3] mit Microsoft im SuchmaschinengeschĂ€ft. Der Gewinn schrumpfte um 26 Prozent auf 293,3 Millionen Dollar. Da die Zahlen damit noch besser als am Markt erwartet ausfielen, kletterte die Aktie nachbörslich um gut 2 Prozent.

Yahoo sucht gerade nach einem neuen Konzernlenker, nachdem die bisherige Chefin Carol Bartz gefeuert [4] worden war. Ihr wurde vorgeworfen, die GeschĂ€ftsentwicklung nicht schnell genug zu verbessern. Ein Blick in die Zahlen macht die Probleme deutlich. So sanken die Erlöse im GeschĂ€ft mit Bannerwerbung – einst eine Yahoo-DomĂ€ne – um 2 Prozent auf 502 Millionen Dollar. Das Wall Street Journal berichtete, Yahoo gewĂ€hrte bereits Rabatte von 5 bis 15 Prozent, um Werbekunden zu halten.

Umsatz- und Gewinnentwicklung der vergangenen fĂŒnf Quartale

Der Grund fĂŒr die Probleme: Yahoo machen die Wettbewerber zu schaffen. Der Suchmaschinen-Primus Google stĂ¶ĂŸt beschleunigt auch in das GeschĂ€ft mit Banner-Werbung vor. Und auch das Online-Netzwerk Facebook zieht mit seinen rund 800 Millionen Nutzern immer mehr Werbe-Dollar an. Die Strategie der geschassten Chefin Bartz war, Yahoo zu einem großen Inhalte-Anbieter auszubauen, um damit ein Umfeld fĂŒr Werbekunden zu schaffen. DafĂŒr gab sie auch die eigene Suchtechnik auf und sattelte auf Microsofts Suchmaschine Bing um.

Die Quartalszahlen, die nicht gerade von StĂ€rke zeugen, kommen fĂŒr Yahoo ungĂŒnstig: Der Verwaltungsrat prĂŒft [5] gerade alle Optionen, darunter auch einen Verkauf des Unternehmens. Der Konzern hat fĂŒr seine Dienste wie Yahoo Mail zwar hunderte Millionen Nutzer, schafft es aber nicht, von diesen hohen Zahlen entsprechend zu profitieren. (anw [6])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1363242

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.yahoo.com/
[2] http://yhoo.client.shareholder.com/releasedetail.cfm?ReleaseID=615949
[3] https://www.heise.de/news/Microsoft-und-Yahoo-schliessen-Verhandlungen-ueber-Kooperation-ab-878224.html
[4] https://www.heise.de/news/Yahoo-Chefin-Bartz-muss-gehen-1338000.html
[5] https://www.heise.de/news/Bericht-Yahoo-will-sich-potenziellen-Kaeufern-andienen-1354600.html
[6] mailto:anw@heise.de