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Google baut sein Pilotprogramm fĂŒr alternative Bezahlmethoden unter Android aus

Frank SchrÀer

(Bild: Shutterstock/natmac stock)

Spotifys Streaming-App bietet neben Google Pay nun eine eigene Bezahlmethode an. Mehr LĂ€nder und die Dating-App Bumble kommen zum "User Choice Billing" hinzu.

Spotify rollt seit dieser Woche eine neue Version seiner Streaming-App fĂŒr Android-Smartphones aus, in der erstmals eine eigene Bezahlmethode als Alternative zu Google Pay angeboten wird. Gleichzeitig erweitert Google sein entsprechendes Pilotprogramm fĂŒr das sogenannte "User Choice Billing" (UCB) um weitere LĂ€nder und einen zweiten Teilnehmer, die Dating-App Bumble.

Bereits im MĂ€rz dieses Jahres hat der schwedische Musikstreaming-Dienst mit Google eine Sondervereinbarung geschlossen: Spotify ist die erste App, die im Android Play Store international eine eigene Bezahlmethode einsetzen darf [1]. Dies hat der Anbieter jetzt in einigen LĂ€ndern umgesetzt. Weitere LĂ€nder sollen laut Spotify [2] folgen. Dabei wird als Zahlungsmethode direkt neben Google Pay auf derselben Bildschirmseite auch die Spotify-Bezahlmethode per Kreditkarte angeboten.

(Bild: Spotify [3])

Bislang wird UCB im Rahmen des Pilotprogramms in Australien, Indien, Indonesien, Japan und dem EuropĂ€ischen Wirtschaftsraum angeboten. Das hat Google nun um drei weitere, bevölkerungsreiche LĂ€nder erweitert: die Vereinigten Staaten, Brasilien und SĂŒdafrika. Damit ist UCB jetzt in 35 LĂ€ndern der Welt verfĂŒgbar, schreibt Google [4].

Dazu nimmt Google eine weitere App in den UCB-Piloten auf. Die Dating-App Bumble soll in KĂŒrze ebenfalls eine eigene Bezahlmethode integrieren. Interessanterweise streitet sich bereits ein anderer Anbieter von Dating-Apps, die Match Group etwa mit Tinder, mit Google ĂŒber eigene Bezahlwege, die Googles obligatorische GebĂŒhr fĂŒr Transaktionen im Play Store umgehen. Google drohte mit Rauswurf aus dem Play Store. Bis zum Start der fĂŒr April 2023 angesetzten Gerichtsverhandlung haben sich beide Seiten im Laufe dieses Jahres auf einen Kompromiss geeinigt, sodass Tinder vorerst im Play Store bleiben darf [5].

Googles UCB-Richtlinien [6] verlangen, dass die App-Entwickler eine Informationsseite und eine separate Bezahlseite mit beiden Zahlungsmethoden integrieren. Die Informationsseite muss dem Nutzer nur beim ersten Kauf gezeigt werden, aber die Bezahlseite mit beiden Alternativen ist jedes Mal erforderlich.

Bislang können Android-Apps alternative Bezahlmethoden anbieten, wenn es sich laut Google [7] um eine Handy- oder Tablet-App handelt, es kein Spiel ist und die Entwickler als eingetragene Firma gefĂŒhrt sind. Dann reduziert Google seine Provisionen um vier Prozent auf die In-App-KĂ€ufe, sollte sich ein Nutzer fĂŒr die eigene Zahlungsmethode der App anstatt Google Pay entscheiden. Üblicherweise verlangt Google 30 Prozent GebĂŒhr pro Kauf.

Grund fĂŒr die EinfĂŒhrung alternativer Bezahlmethoden ist, dass sich in den vergangenen Jahren der Druck auf Google und Apple, ihre strikten Store-Regeln fĂŒr Android und iOS zu lockern [8], verstĂ€rkt hat. Der Druck kam von Entwicklern und Regulierern. Google begrĂŒndet hingegen sein Beharren auf der eigenen Bezahlmethode mit Sicherheitsbedenken. Nutzerinnen und Nutzer sollten sich im Play Store sicher fĂŒhlen. Das sei mit dem eigenen System am besten zu bewerkstelligen. Alternative Bezahlsysteme sollen ebenfalls an diesen Sicherheitsstandards gemessen werden.

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(fds [10])


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[1] https://www.heise.de/news/Google-Spotify-darf-eigene-Bezahlmethode-im-Play-Store-anbieten-6619768.html
[2] https://newsroom.spotify.com/2022-11-10/spotify-and-google-begin-rolling-out-user-choice-billing/
[3] https://newsroom.spotify.com/2022-11-10/spotify-and-google-begin-rolling-out-user-choice-billing/
[4] https://android-developers.googleblog.com/2022/11/continuing-our-commitment-to-user-choice-billing.html
[5] https://www.heise.de/news/Android-Tinder-darf-vorerst-im-Play-Store-bleiben-7102945.html
[6] https://developer.android.com/google/play/billing/user-choice
[7] https://support.google.com/googleplay/android-developer/answer/12570971
[8] https://www.heise.de/select/ct/2021/12/2112414201302877514
[9] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[10] mailto:fds@heise.de