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Heller als 500 Milliarden Sonnen: Lichtblitz war wohl doch keine Supernova

Martin Holland
Heller als 500 Milliarden Sonnen: Lichtblitz war wohl doch keine Supernova

So könnte das Ereignis ausgesehen haben.

(Bild: ESO, ESA/Hubble, M. Kornmesser)

Anfang des Jahres hatten Forscher erklÀrt, die mit Abstand hellste Supernova beobachtet zu haben. Andere Forscher ziehen das nach Folgeuntersuchungen nun in Zweifel und prÀsentieren eine andere ErklÀrung. Hundertprozentig sicher sind sie aber auch nicht.

Knapp ein Jahr nachdem eine Gruppe internationaler Wissenschaftler ihre Analyse der vermutlich hellsten je beobachteten Sternenexplosion [1] vorgestellt haben, bekommen sie nun Widerspruch von Astronomen. Wie die EuropĂ€ische SĂŒdsternwarte ESO mitteilt [2], sind die Forscher unter der Leitung von Giorgos Leloudas vom Weizmann Institute of Science in Israel und dem Dark Cosmology Centre in DĂ€nemark nach weiteren Beobachtungen zu dem Schluss gekommen, dass dem verblĂŒffend hellen Lichtpunkt keine Super- beziehungsweise Hypernova zugrunde lag. Stattdessen habe wohl ein sehr massereiches, sich sehr schnell drehendes Schwarzes Loch einen Stern niedriger Masse zerstört.

Das Ereignis mit der Katalognummer ASASSN-15lh hatte 20-mal heller geleuchtet als die Milchstraße und sich in einer 3,8 Milliarden Lichtjahren entfernten Galaxie ereignet. Wie die Astronomen nun erklĂ€ren, zeigen ihre Ergebnisse, dass ein supermassereiches Schwarzes Loch in deren Mitte einen sonnenĂ€hnlichen Stern zerrissen hat. Solch ein Tidal Disruption Event [3] sei bislang nur etwa 10 Mal beobachtet worden. Dabei werde der Stern "spaghettisiert [4]", also stark in die LĂ€nge gezogen. StĂ¶ĂŸe in den TrĂŒmmern und die dabei erzeugte WĂ€rme hĂ€tten dabei einen Helligkeitsausbruch verursacht, der einer Supernova-Explosion Ă€hnelte [5], fĂŒr die die Masse des Sterns nicht ausgereicht hĂ€tte.

Diese neue Analyse stĂŒtzen die Forscher demnach auf Beobachtungen mit mehreren Teleskopen auf der Erde und im All, darunter auch das Very Large Telescope und das New Technology Telescope der ESO. Diese Folgebeobachtungen hĂ€tten verschiedene Phasen gezeigt, die insgesamt eher solch einem Auseinanderreißen als einer sehr leuchtkrĂ€ftigen Supernova zuzuordnen seien. Die sei deshalb sehr unwahrscheinlich, aber auch die neue ErklĂ€rung setze ein ganz bestimmtes Schwarzes Loch als Verursacher voraus: Es mĂŒsse eine Masse von mindestens 100 Millionen Sonnenmassen haben und sich sehr schnell drehen.

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"Selbst mit allen gesammelten Daten können wir nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass das ASASSN-15lh Ereignis ein Gezeiten-Sternzerissereignis war", erklÀrt Leloudas: "Aber es ist mit Abstand die wahrscheinlichste ErklÀrung." (mho [7])


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https://www.heise.de/-3569111

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[1] https://www.heise.de/news/Heller-als-500-Milliarden-Sonnen-Supernova-verbluefft-Forscher-3071596.html
[2] http://www.eso.org/public/germany/news/eso1644/?lang
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Tidal_disruption_event
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Spaghettisierung
[5] https://www.heise.de/news/Gravitationswellen-Forscher-erwarten-Events-zuhauf-3216384.html
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] mailto:mho@heise.de